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Lesotho

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Lesotho ist ein vollkommen von Südafrika umschlossener Binnenstaat.

Städte[Bearbeiten]

Lesotho toptographisch.
Karte von Lesotho mit Ortschaften.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Landschaft in Lesotho
Im Ts'ehlanyane Nationalpark.

Die Gebirge der Grenzregion sind als Teil des Maloti-Drakensberg Parks Teil des Weltnaturerbes.

  • In den Maloti-Bergen (in Südafrika Drakensberge genannt) findet man:
    • im Mahlasela Valley ist das kleine Schigebiet Afriski. Mit geplanten fünf Liftanlagen soll es das größte Skigebiet Afrikas werden. Derzeit kommen die wenigen Skitouristen fast ausschließlich aus Südafrika, die Skisaison geht vom 1. Juni bis 1. September. Es gibt 320 Betten unterschiedlichster Kategorie von Backpacker-Schlafsaal (2018: 170 LSL im Sommer, 310 LSL im Winter) bis zum Chalet (605 resp. 1155 LSL p.P.).
    • den durchschnittlich über 2400 m hoch liegenden 1 Sehlabathebe National Park (29° 53′ 56″ S 29° 7′ 16″ O). Dort gibt es die Heritage Lodge, eröffnet 2015, zu der ein Campingplatz bei der ehemaligen Jonathan's Lodge gehört. Weitere Unterkünfte in den Dörfern außerhalb des Parks. Sehenswert ist die wildromantische Landschaft und Fauna, besonders Kap- und Bartgeier.
  • Im Butha-Buthe District befindet sich auf Höhen um 2600 m das einzige Stück Wald Lesothos im 2 Ts'ehlanyane Nationalpark (29° 0′ 0″ S 28° 25′ 0″ O), Eintritt 40 LSL + 10 pro Auto. Sammeltaxis gibt es ab Butha-Buthe. Ts'ehlanyane ist der lokale Name für den Bergbambus Thamnocalamus tessellatus. Reh- und Elenantilopen kommen vor, ebenso wie die Nagetiere Myotomys sloggetti (“ice rat”). Gute Wanderwege sind ausgewiesen. Führer können beim Eingang angeworben werden. Für den 39 km langen Pfad zum Bogong-Reservat sollte man 2-3 Tage einkalkulieren. Die Maliba Lodge bietet Unterkünfte der gehobenen Preisklasse.
    • Der flußabwärts seit 1996 den Malibamat'so aufstauende 3 Katse-Damm (29° 20′ 13″ S 28° 30′ 22″ O) hat zwar einen schönen See geschaffen, dessen Wassermassen drücken so auf das Gestein, daß es zu seismischer Aktivität kommt. Das von den Finanzinteressen der washingtoner Weltbank mit Südafrika co-finanzierte Projekt hat jedoch die Stromversorgung, die in Lesotho immer prekär ist, verbessert. Die Lebensbedingungen der gegen Entschädigung verdrängten eingeborenen Bauern hat sich auf dem kargen Land verschlechtert.[1] Der 4 botanische Garten von Katse (29° 20′ 3″ S 28° 28′ 54″ O) wurde eingerichtet, um durch die Aufstauung gefährdete Pflanzenarten (z.B. Aloe polyphylla) als Bestand zu erhalten und eine Samensammlung für traditionelle Heilpflanzen einzurichten.
  • Das 5 Bokong Nature Reserve (29° 4′ 9″ S 28° 25′ 34″ O) ist ein Schutzgebiet im Quellgebiet von Bokong und Lepaqoa. Am bekanntesten ist der Lepaqoa-Wasserfall, der im Winter regelmäßig zu einem Block gefriert. In dessen Nähe sind zwei steinerne Rundhütten zum Übernachten, ansonsten muß man campen. Das Visitor's Center ist etwa 1½ km unter dem Mafika-Lisiu-Paß (3090 m) an der geteerten A25.
  • Bei der Ortschaft Nazareth (Maseru Ditrict) im Westen des Landes ist 6 Ha Baroana (29° 21′ 46″ S 27° 47′ 24″ O) mit alten Felszeichnungen. Die letzten 7 km gehen über rauhe Piste.
  • Höhlenwohnungen von Kome (Ha Kome Caves).

Hintergrund[Bearbeiten]

Visumsfreie bzw.- pflichtige Nationalitäten zur Einreise nach Lesotho: dunkelgrün 90 Tage, hellgrün 14 Tage, lindgrün: Visumspflicht (Einzelheiten auf: Visa policy of Lesotho).

Das Siedlungsgebiet des in Lesotho dominierenden Basotho-Stammes wurde durch die holländischen Voortrekker zunehmend eingeschränkt. König Moshoeshoe I. begann sich 1843 mit der britischen Kapkolonie zu verbünden, zugleich schuf er eine Stammesföderation mit Zentrum um Butha-Buthe. Zwar gingen im Krieg 1858 die westlichen Gebiete verloren, es gelang jedoch 1868-70 und durch Unterstellung unter britischen Schutz 1884 als Basutoland frei von den Burenrepubliken zu bleiben. Vor allem junge Männer verdingten sich als Gastarbeiter in den Minen um Johannesburg. Auf die ersten Wahlen 1965 folgte ein Jahr später die Unabhängigkeit.

Chief Jonathan regierte 1970-86 autokratisch, wurde dann durch einen Putsch, geführt von Justin Lekhanya, beseitigt wonach der exilierte König Moshoeshoe II. († 1996) wieder Staatsoberhaupt wurde. Wie in allen schwarzafrikanischen Staaten gab es nach der Unabhängigkeit eine Phase der politischen Instabilität, wobei in den 1990ern durch zeitgerechtes militärisches Eingreifen aus Südafrika die andernorts üblichen Massaker verhinderte. Ab 2007 bis 2012 gab es nochmal politische Unruhen.

Im Vergleich zum umschließenden Südafrika ist Lesotho ärmer, aber auch oft ursprünglicher, obwohl im letzten Jahrhundert viele Traditionen durch die Arbeitsmigration verloren gingen.

In den ländlichen Bergregionen bieten sich Wanderungen an. Geführte Touren, teils auf widerstandsfähigen Besotho-Ponies sind vereinzelt auffindbar. Die zahmen Tiere sind auch ohne Erfahrung zu reiten. Man sollte (2016) 600 LSL für einen halben, 900 LSL für einen ganzen Tag einkalkulieren. Zusätzliche Packtiere die Hälfte.

Anreise[Bearbeiten]

Tipp
Ein Abstecher nach Lesotho unterbricht die 90-Tage-Frist für visumsfreie Aufenthalte in Südafrika nicht.

Für die Einreise benötigen die meisten Westeuropäer – einschließlich Deutsche, Österreicher, Tschechen und Schweizer – kein Visum bis 14 Tage. Eine Ausnahme gilt für Bürger von Liechtenstein, die ein Visum benötigen.

Generalkonsulat, 45-47 Rue de Lausanne, 1201 Genf. Tel.: +41 22 906 10 50. Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-12.45, 14.00-17.00.

Seit 2017 gibt es die Möglichkeit ein eVisum zu beantragen. Dies gibt es auch für touristische Aufenthalte von 15-44 Tagen.

Für Minderjährige, die nur mit einem Elternteil reisen, ist die Zustimmungserklärung des anderen Elternteils notwendig. Ferner sollte die Heiratsurkunde der Eltern und die Geburtsurkunde mitgeführt werden.[2] (Dies gilt auch für Südafrika.)

Zollfreimengen
  • 400 Zigaretten oder 50 Zigarren
  • 1 Liter Alkoholisches (ohne Unterscheidung der Stärke)
  • 300 ml Parfüm
  • 25000 Rand oder Valutenäquivalent in Bargeld

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt keine Direktflüge aus Europa. Daher empfiehlt es sich für die Anreise den Flughafen in Johannesburg zu benutzen.

Maseru hat einen Flughafen, allerdings gehen einige wenige Verbindungen nach Südafrika (Jo'burg). Die anderen Landeplätze werden kommerziell nicht bedient.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt in Lesotho keine Eisenbahn. Vom Grenzort südafrikanischen Ladybrand gibt es wenige Bummelzüge nach Bloemfontein.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Busverbindungen gibt es in allen größeren Städte Südafrikas, inbesondere nach Johannesburg und Bloemfontein, wobei man in der Regel in letzterem umsteigen muß.

VaalMaseru verkehrt 2018 an Sonntagen zwei Mal und am Donnerstag ein Mal aus der Umgebung von Jo'burg direkt zu den Grenzendörfern Ficksburg, Van Rooyen und Maseru.

Interbrand fährt täglich von Durban nach Ladybrand.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Grenzposten am Sani-Paß.

Es kann sinnvoll sein in Südafrika ein Auto längerfristig zu mieten und damit auch nach Lesotho zu fahren. Dabei ist zu beachten, daß einige Verleiher für das entsprechende Erlaubnisschreiben ein paar hundert Rand extra verlangen, außerdem sollte in jedem Fall ein Allrad-Fahrzeug gemietet werden. Eine Haftpflichtversicherung muß an der Grenze vorgewiesen oder abgeschlossen werden.

Grenzübergänge[Bearbeiten]

Es gibt dreizehn Grenzübergänge mit Südafrika. Die Abfertigung ist in der Regel problemlos.

Mobilität[Bearbeiten]

Im Lande per Bus oder „Sammeltaxi“ ggf. Minibussen, die abfahren wenn voll.

Die Preise der (noch) staatlichen LFBSC, die pro Bus zwei Schaffner mitnimmt sind stark subventioniert. Bedient werden die ländlichen Ortschaften. Mit der angedachten Privatisierung 2019 dürften wie überall auf der Welt die Preise steigen und die eh schon mittelmäßige Qualität sinken.

Auf der Straße[Bearbeiten]

In Lesotho herrscht Linksverkehr. Höchstgeschwindigkeit 50 km/h innerorts, 80 km/h auf Landstraßen. Alkohol: 0,5 ‰, was häufig ignoriert wird. Lesotho verlangt internationale Führerscheine genfer Muster zusätzlich zur heimatlichen Fahrerlaubnis, Polizeikontrollen sind häufig.

Tankstellen öffnen 6.00-18.00 und machen meist von 11.00-13.00 Uhr Mittagspause, sind aber Sonntag nachmittags geöffnet. Benzin ist etwas teurer als in Südafrika, dafür ist die Qualität schlechter (deutlich niedrigerer defacto Oktangehalt). Benzin kostete Mitte 2018, abhängig von der Oktanzahl, 11,6-11,7 LSL, Diesel etwa 1 LSL mehr.

Die meisten Überlandstraßen sind Erdpisten, die in eher mäßigem Zustand sind. Allradantrieb ist überall sinnvoll.

Gut ausgebaut sind:

  • A1 die nordöstliche Hauptroute: Maseru ↔ Maputsoe ↔ Butha-Buthe ↔ Oxbow ↔ Mokhotlong, gesamt ca. 114 km (von Mokhotlong führt ein nur mit Allrad zu bewältigender “jeep track” über den Sani Pass nach Natal)
  • A2 die südöstliche Hauptroute: Maseru ↔ Mahale's Hoek ↔ Moyeni-Qacha's Nek ↔ (Kapprovinz)
  • A3 zum Mohale-Damm, ca. 91 km ab Masru; weiter ins zentrale Gebirgsmassiv nach Marakabei und Mantsonyane
  • A5 Maseru ↔ Mazenod ↔ Roma, ca. 35 km
  • A8 zum Katse-Damm ca. 216 km ab Maseru

Sprache[Bearbeiten]

Neben der offiziellen Amtssprache Englisch wird auch Sotho, Zulu und Xhosa gesprochen.

Einkaufen[Bearbeiten]

100 LSL-Schein der Serie 2015.
Die traditionelle Kopfbedeckung, der Basotho-Hut (Mokorotlo).
Dicke Basotho-Decken aus Wolle wurden ab 1880 zu unverzichtbaren Kleidungsstücken. Typische Muster sind Kronen, Blätter oder Maiskolben. Für rund 500 LSL sind sie vergleichsweise teuer.

Öffnungszeiten: 8.00-18.00, Samstag teils kürzer; Lebensmittelläden auch bis spät abends.
Behörden: Mo.-Fr. 8.00-16.30, Post auch Samstag vormittags, Banken meist eine Stunde kürzer.

Die südafrikanische Supermarktkette Shoprite ist in den Städten gut vertreten.

Geld[Bearbeiten]

Die Landeswährung ist der Loti (LSL; Maloti), der den gleichen Wert wie der südafrikanische Rand hat, dessen Scheine auch vielfach problemlos angenommen werden.

Wechselkurs: € 1 = 15,75 LSL (Jan. 2019, Schwankung im Vorjahr 14,2-17,9)

Küche[Bearbeiten]

Eine speziell lesothische Küche gibt es nicht.

Die lokale Biermarke ist Maluti, die Brauerei gehört zum amerikanischen SABMiller-Konzern (Anheuser-Busch).

Unterkunft[Bearbeiten]

Da Lesotho noch nicht an die großen Touristenströme angeschlossen ist, gibt es auch in Sachen Hotels nur wenige Kapazitäten. Die wenigen größeren Hotels sind oft von dienstreisenden Regierungsangestellten ausgebucht. Generell bekommt man für vergleichbares Geld deutlich weniger an Komfort als in Südafrika. Für ein kleines Zimmer in einem einfachen Hotel/Lodge mit eigenem Badezimmer muß man mit ca. € 40–50 rechnen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Vollzeitbeschäftige in Fabriken verdienen 2018 etwa 700-1000 LSL netto. Die Arbeitslosigkeit liegt um vierzig Prozent.

Feiertage[Bearbeiten]

Staatliche Feiertage sind 1. Jan.: Neujahr, 1. März: Gedenktag König Moshoeshoe I, 1. Mai, 25. Mai: Afrika-Tag, 17. Juli: Königsgeburtstag (von Letsie III) und 4. Okt. der Unabhängigkeitstag.
Dazu kommen die religiösen Feste: Karfreitag (19. April 2019), Ostermontag (22. April 2019), Christi Himmelfahrt (30. Mai 2019) und zwei Weihnachtsfeiertage.

Sicherheit[Bearbeiten]

„Lesotho hat eine hohe Gewaltkriminalität zu verzeichnen. Reisende sollten insbesondere in der Hauptstadt Maseru besonders vorsichtig sein. Es wird empfohlen, Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit, Überlandfahrten bei Dunkelheit und das Parken von Fahrzeugen in unbeleuchteten Straßen möglichst zu vermeiden.“[2] Bei Autofahrten sind die Türen zu verschließen, gerne wird an Kreuzungen durchs Fenster gegriffen oder die Scheiben eingeschlagen (“crash and grab”).

Rechtliches[Bearbeiten]

Drogendelikte und Kinderprostitution (unter 14) werden hart bestraft, Verurteilte müssen mit hohen Gefängnis- und Geldstrafen rechnen. Homosexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit sind strafbar.

Beim Fotografieren muss beachtet werden, dass königlicher Palast, Regierungsgebäude, Flughafen und andere öffentliche Gebäude sowie Militärfahrzeuge und uniformierte Personen nicht fotografiert werden dürfen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Notruf: ☎ 112 (landesweit)

Leitungswasser ist im ganzen Land nicht zum Trinken geeignet. Wasserreinigungstabletten sollten mitgeführt werden.

Etwa 24% der 15-49 Jährigen sind HIV positiv; damit gehört Lesotho zu den Ländern mit der höchsten HIV-Prävalenz der Welt.

Klima[Bearbeiten]

Köppen-Geieger-Klassifikation der Klimazonen Lesothos.

Durchschnittlich liegt das ganze Land über 1300 m, was sich im Sommer angenehm auswirkt. In den Täler sind dann Tagestemperaturen von über 30 °C zu erwarten. Alles unter 1000 Höhenmetern gilt als “lowlands.” Regenfälle, die fast ausschließlich Oktober bis April fallen, sind oft wolkenbruchartig.

Juni-Oktober ist Winter, in höheren Lagen liegt Schnee.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Auf dem Land sind Strom und fließend Wasser oft nicht vorhanden.

Lesotho Post wirbt damit Briefe nach Südafrika in zwei Arbeitstagen zuzustellen, Post nach Mitteleuropa soll fünf Tage dauern.

Telefonnummern sind sämtlich achtstellig. Festnetzanschlüsse beginnen mit einer 2 und Handynummern beginnen mit 5 oder 6. Telefonieren funktioniert nur in den Lowlands zuverlässig.
Ob es sich lohnt, für eine Kurzzeitaufenthalt eine SIM-Karte zu kaufen, ist fraglich. Hat man eine südafrikanische, ist Roaming kein Problem. Anbieter sind Vodacom Lesotho und Econet Lesotho, beide mit staatlicher Minderheitsbeteiligung. Die Preise sind trotz schlechter Abdeckung hoch. Prepaid-Aufladekarten gibt es zu 5, 10 oder 20 LSL.
Maseru soll 2019 ein Testgebiet für großflächigen 5G-Ausbau werden. Überweisungen sind seit 2018 mit dem EcoCash-System möglich.

Es gibt einen stattlichen Fernsehsender und in der Region Maseru mehrere UKW-Rundfunkstationen, teilweise reine Kirchensender.

Literatur[Bearbeiten]

Das Ländchen wird in normalerweise in Reiseführern für Südafrika mit behandelt.

  • Lesotho: adventure road map; points of interest; up-to-date; easy to read; places of interest; 2013, 1:375000, 100 x 69 cm, gefaltet; ISBN 9781770265424

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. Weiterführend Lesotho Highlands Water Project: What Went Wrong? (2005-10-31).
  2. 2,0 2,1 Reisewarnung AA (Stand 2018-10-24).