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Demokratische Republik Kongo

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Die Demokratische Republik Kongo (ehemals Zaire) liegt in Zentralafrika. Sie ist der größte zentralafrikanische Staat und grenzt im Norden an die Republik Kongo, im Nordosten und Norden an die Zentralafrikanische Republik und den Südsudan, im Osten an Uganda, Ruanda, Burundi und Tansania sowie im Süden an Sambia und Angola. Im Westen grenzt der Kongo mit einem kleinen Küstenstreifen an den Atlantik.

Lage
Weltkarte mit eingezeichneter Lage der Demokratischen Republik Kongo
Flagge
Flagge der Demokratischen Republik Kongo
Kurzdaten
Hauptstadt Kinshasa
Staatsform Diktatur, Übergang zur Präsidialen Republik
Währung Kongolesischer Franc (CDF)
Fläche 2,35 Mio km²
Bevölkerung ca. 75 Mio
Sprachen Französisch (offiziell)
Religionen Römisch Katholisch 50 %, Protestanten 20 %, Kimbanguist 10 %, Muslime 10 %, andere
Telefonvorwahl +243
Internet TLD .cd
Zeitzone MEZ

Regionen[Bearbeiten]

Städte[Bearbeiten]

Demokratische Republik Kongo

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Kolonialherrschaft Belgiens (1885-1960)[Bearbeiten]

26.02.1885: Unterzeichnung der Kongoakte auf der Berliner Kongokonferenz, auf der die wichtigsten Kolonialstaaten die grundsätzliche Handelsfreiheit in Afrika beschließen; der Kongofreistaat wird Privatbesitz der Kongogesellschaft, wodurch der König Belgiens, Leopold II, faktisch die Alleinherrschaft über das Land erhält

1885-1908: Herrschaft Leopolds II über den Freistaat Belgisch-Kongo; intensive Ausbeutung der zahlreichen natürlichen Ressourcen durch belgische Unternehmen; bei den schweren Menschenrechtsverletzungen (den sog. Kongogräueln) sollen über die Hälfte der heimischen Bevölkerung ermordet worden sein

1908-1960: auf Druck des belgischen Parlaments, der USA und Großbritannien wird der Kongo-Freistaat in Belgisch-Kongo umbenannt und in eine Kolonie Belgiens transformiert; König Leopold II verliert den Staat als Privatbesitz; die ökonomische Ausbeutung des Landes und groben Menschenrechtsverletzungen gehen unverändert weiter

Unabhängigkeit und Herrschaft Mobutus (1965-1997)[Bearbeiten]

05.1960: unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung meutern kongolesische Soldaten gegen das belgische Offizierskorps; es kommt zu Gewaltausbrüchen gegen die 100.000 im Land verbliebenen Belgier; Belgien interveniert daraufhin mit 10.000 Soldaten; mit belgischer Unterstützung erklärt die ressourcenreiche Provinz Katanga ihre Unabhängigkeit

1960-1963: auf Basis der Resolution 143 des UN-Sicherheitsrat vom 1. Juli 1960 wird die UN-Mission ONUC (Opération des Nations Unies au Congo) errichtet; das Mandat von ONUC umfasste zunächst die Absicherung und Unterstützung des Übergangs des belgischen Kolonialstaates zur nationalen Souveränität und die Überwachung des Abzuges der belgischen Soldaten; vor dem Hintergrund der proklamierten Sezession Katangas wird mit den im Jahr 1961 erfolgten SR-Resolutionen das Mandat auf die Wahrung der staatlichen Integrität und die Überwachung der Abzuges aller fremden Soldaten und Söldner erweitert; zeitweise werden unter dem „robusten“ Mandat knapp 20.000 UN-Soldaten eingesetzt; der Sezessionsversuch Katangas wird 1962 durch die UN-Truppen gewaltsam beenden; im Januar 1963 verkündet der Anführer der Sezessionsbewegung, Moise Tshombé, die Abspaltungsintention als beendet

1965 - 1997 weitgehende Erosion von Staat und Gesellschaft unter der Herrschaft von Mobutu Sese Seko, der am 24. November 1965 einen erfolgreichen Putsch gegen den damaligen Premierminister Moise Tschombé durchführt

10.1996 Gewaltsamer Widerstand der Tutsi-Bevölkerungsgruppe (Banyamulenge) in Kivu (Ost-Kongo) gegen eine Ausweisungsanordnung vom stellvertretenden Gouverneur von Südkivu; Einmarsch ruandischer Truppen, um Übergriffe von Hutu-Milizen aus Flüchtlingslagern bei Goma zu beenden

05.1997 die Rebellengruppe Alliance des Forces Démocratiques pour la Libération du Congo (AFDL) – unterstützt vor allem von Ruanda und Uganda - erobert nach nur wenigen Monaten Kinshasa; der Rebellenführer der AFDL, Laurent Kabila, wird Präsident

Der große Bürgerkrieg bis zu den Wahlen (1998-2006)[Bearbeiten]

08.1998 erneuter Ausbruch der Feindseligkeiten, da sich Kabila gegen seine ehemaligen Verbündeten Ruanda, Uganda und die Tutsi- Gruppen wendet; Entstehung der Rebellenbewegung Rassemblement Congolais pour la Démocratie (RCD), Eingreifen verschiedener Nachbarstaaten (Angola, Zimbabwe, Namibia, Ruanda, Uganda, Burundi) führt zum „Ersten Afrikanischen Weltkrieg“

07.1999 Lusaka Waffenstillstandsabkommen zwischen Kongo, Angola, Namibia, Ruanda, Uganda und Simbabwe und zahlreichen Rebellengruppen; Abkommen wird in der Folge vielfach gebrochen

30.11.1999 Mit Resolution 1279 beschließt der UN-Sicherheitsrat die Entsendung der United Nations Mission in the Democratic Republic of the Congo (MONUC)

01.2001 Ermordung von Laurent Kabila; Übernahme der Amtsgeschäfte durch seinen Sohn Joseph Kabila; Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen

2000 - 2003 Konflikte zwischen den ethnischen Gruppen der Hema und Lendu um Land und Bodenschätze in der nordöstlichen Region Ituri führen zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und Massakern; beinahe 100.000 Zivilisten sterben; Uganda unterstützt beide Gruppen - Militäreinsatz der Europäischen Union (Operation Artemis) in der Stadt Bunia von Juni bis September 2003; zunehmende gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Soldaten der Rassemblement Congolais pour la Démocratie - Goma (RCD-G) und Regierungstruppen sowie Kabila-nahen Milize

2004 - 2006 Andauernde Instabilität und gewaltsame Auseinandersetzungen v.a. in den Provinzen Nord-/Süd-Kivu, Katanga, Province Orientale und Equateur; keine Verbesserung der Sicherheitslage trotz vereinzelter Entwaffnungserfolge von Milizen

30.07.2006 Präsidentschafts- und Parlamentswahlen; Kabila verfehlt absolute Mehrheit; Stichwahl am 29. Oktober 2006; kurz darauf gewaltsame Unruhen verursacht durch die Miliz des größten Konkurrenten von Kabila, Jean Pierre Bemba

29.10.2006 Kabila gewinnt die Stichwahl gegen Jean Pierre Bemba von der Mouvement de Libération du Congo (MLC)

Nach den Wahlen (2006-heute)[Bearbeiten]

11.2006 gewaltsame Auseinandersetzungen in den östlichen Provinzen zwischen dem kongolesischen Militär und der Miliz des ehemaligen Generals Laurent Nkunda; über 120.000 Menschen fliehen vor den Kämpfen; erfolgreiche Entwaffnung verschiedener lokaler Milizen im Osten des Landes

01.2007 Miliz des ehemaligen General Nkunda akzeptiert Reintegration seiner Truppen in die neu formierte nationale Armee Forces Armées de la Republic Democratic du Congo (FARDC) gegen Garantie der Regierung, dass sie zum Schutz der ethnischen Tutsi in Nord-Kivu bleiben UN-Militärfahrzeuge nach den Wahlen können; Ruanda war maßgeblich am Zustandekommen des Abkommens zwischen der Regierung und Nkunda beteiligt

06.02.2007 Regierungsbildung abgeschlossen; zwei Monate nach seiner Inauguration als Präsident ernennt Kabila sein Kabinett, bestehend aus 60 Staatsministern und Ministern; der 83-jährige Antoine Gizenga von der United Lumumbist Party (PALU), dritter bei der Präsidentschaftswahl, wird Premierminister

27.02.2007 Freiwillige Auflösung der letzten großen aktiven Rebellenmiliz in der Ituri-Region, die Front des Nationalistes et Intégrationnistes (FNI), unter dem ehemaligen Colonel Peter Karim

04.2007 Bembas Miliz verweigert sich der Auflösung; gewaltsame Zusammenstöße der Miliz mit der FARDC, Bemba verlässt schließlich aus Gesundheitsgründen das Land

01.2008 von der UN, EU und der Afrikanischen Union (AU) finanzierte zweiwöchige Friedenskonferenz in Goma mit über 1.300 Teilnehmern, an der sowohl Präsident Kabila, Vertreter vom politischen Arm der Miliz um General Nkunda, der National Congress for the Defense of the People (CNDP), als auch Vertreter lokaler Mai-Mai- und Hutu-Milizen teilnehmen; die FDLR wird jedoch nicht eingeladen; das von allen Akteuren unterzeichnete Friedensabkommen sieht einen sofortigen Waffenstillstand und den Truppenrückzug der FARDC vor, Vertreter der UN, der EU und der AU sollen bei der Umsetzung des Abkommens beratend tätig sein

06.2008 Beendigung der aktiven Beteiligung der CNDP am Goma-Friedensprozess aufgrund der nicht erfolgten Amnestiebekundung für Mitglieder der CNDP durch die kongolesische Regierung; schwere Zusammenstöße zwischen der CNDP und PARECO mit ungefähr 50 Toten in Nord-Kivu

03.07.2008 der kongolesische Oppositionsführer Jean Pierre Bemba wird dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag überstellt; ihm werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt; zeitgleich wird das Verfahren gegen den ehemaligen kongolesischen Milizenführer Thomas Lubanga ausgesetzt

20.1.2009 gemäß einem bilateralen Abkommen zwischen Kabila und Kagame beginnt das gemeinsame militärische Vorgehen gegen die FDLR; zu diesem Zweck überqueren über 5.000 ruandische Soldaten die Grenze zum Kongo; MONUC, die nicht an der Aktion beteiligt ist, wird der Zugang zum Operationsgebiet verweigert; laut offiziellen Angaben wird die auf 15 Tage angesetzte Operation von der FARDC geleitet; zudem sollen Kämpfer der CNDP und der kongolesischen Hutu-Miliz PARECO in die Operation gegen die FDLR eingebunden werden

23.1.2009 Festnahme von Laurent Nkunda durch ruandische Grenzsoldaten, was auf eine Beendigung der Unterstützung seiner Person durch die ruandische Regierung hindeutet; die kongolesische Regierung beantragt sogleich die Auslieferung Nkundas, gegen den auch Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofes laufen, in den Kongo

Politik[Bearbeiten]

Konfliktparteien[Bearbeiten]

People´s Party for Reconstruction and Development (PPRD): politische Partei von Präsident Joseph Kabila; die PPRD ist Teil des politischen Sammelbündnisses Alliance of the Presidential Majority (AMD), das bei den Wahlen 2006/2007 die Mehrheit der Sitze gewann

Forces Armées de la Republic Democratic du Congo (FARDC): im April 2002 neu gegründete kongolesische Armee; bestehend aus den ehemaligen Konfliktakteuren des Bürgerkrieges zwischen 1998 und 2002: der Forces Armées Congolaises (FAC), der drei RCD-Gruppierungen (RCD-G, RCD-Kl/ML, RCD-N), der MLC und verschiedenen Mai-Mai-Milizen; Oberkommandierender der FARDC ist Präsident Joseph Kabila

Rassemblement Congolais pour la Démocratie (RCD): eine Abspaltung der im Bürgerkrieg zwischen 1996 und 1997 kämpfenden Alliance des Forces Démocratiques pour la Libération du Congo (AFDL), bestehend hauptsächlich aus ruandischstämmigen Tutsi sowie Gruppen von ehemaligen Mobutu-Generälen, die sich 1998 zur RCD zusammenschlossen; 1999 spaltete sich die RCD aufgrund interner Auseinandersetzungen um Posten und mangelnder ideologischer Kohärenz in drei Gruppierungen auf: die RCD-G unter Azarias Ruberwa, die Unterstützung durch Ruanda erhielt, die RCD-K/ML unter Mbusa Nyamwisi und Wamba dia Wamba und die RCD-N unter Roger Lumbala, die beide Unterstützung durch Uganda erfuhren

Local Defense Forces (LDF): eine im Jahr 2000 als Reaktion auf zunehmende gewaltsame Übergriffe auf ruandischstämmige Hutu und Tutsi gegründete Miliz aus lokalen meist jugendlichen Hutu; die LDF soll bei ihrer Gründung über 10.000 und 15.000 Soldaten verfügt haben, die durch den ehemaligen Gouverneur von Nord-Kivu, Eugene Serufuli, unterstützt wurde; mittlerweile ist die LDF zwar offiziell in die FARDC integriert, jedoch handelt sie bei der Durchsetzung ihrer Interessen immer auch autonom

Mouvement de Libération du Congo (MLC): im August 1998 durch Jean-Pierre Bemba gegründete Rebellengruppe; Bemba war während der Übergangsregierung Vize-Präsident; die MLC trat als politische Partei bei den Wahlen an; Bemba verlor bei den Präsidentschaftswahlen in der zweiten Runde gegen Joseph Kabila; der militärische Arm der MLC, die Army for the Liberation of the Congo (ALC), ist zwar offiziell in die FARDC integriert, doch unterhält Bemba weiterhin eine private Miliz, die sich aus Teilen der MLC rekrutiert; Bemba befindet sich offiziell aus gesundheitlichen Gründen seit April 2007 in Portugal im Exil; Bemba wurde aufgrund eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofes Ende Mai in Belgien verhaftet

Armée Populaire Congolaise (APC): militärischer Arm der früheren RCD-K/ML unter Mbusa Nyamwisi; Nyamwisi gründete für die Wahlen im Oktober 2006 die Forces du Renouveau; Nyamwisi wurde im nationalen Kabinett unter Kabila Außenminister; die APC ist jedoch weiterhin im Osten des Landes aktiv

Congres National pour la Defense du Peuple (CNDP): politische Partei des abtrünnigen Generals Laurent Nkunda; Nkunda ist ein ehemaliger General der FARDC, der 2004 dissertierte; die CNDP sieht sich als Vertreter der Interessen der ruandischstämmigen Tutsi; Nkunda soll über 6.000 Soldaten befehligen, die aufgrund der vermuteten Unterstützung Ruandas als sehr schlagkräftig gelten; die CNDP ist überwiegend in Nord-Kivu aktiv; nach der Verhaftung Nkundas im Januar 2009 profiliert sich der Militärchef Bosco Ntaganda als neuer Anführer der NCDP

Mai-Mai-Milizen: Oberbegriff für eine Vielzahl Milizen im Osten des Landes, die sich entlang ethnischer und stammesbezogener Linien bilden; der Begriff Mai-Mai (Wasser-Wasser) ist eine Anlehnung an den spirituellen Glauben, dass die Einnahme von Zauberwasser Unsterblichkeit im Kampf verleite; Mai-Mai-Milizen verfolgen unterschiedliche Ziele, wobei neben der Gewährleistung von Sicherheit ökonomische und ethnische Interessen dominieren; wichtige Vertreter großer Mai-Mai-Milizen sind General Padiri und General Dunia; in den Kivus setzen sie sich vorwiegend aus jungen Männern der Ethnien Nyanga und Hunde zusammen; während und nach des Bürgerkrieges 1998 kooperierte Joseph Kabila mit einigen Mai-Mai-Milizen; lokale Mai-Mai-Milizen kooperieren im Kampf gegen ruandischstämmige Tutsi zudem häufig mit radikalen Hutu-Milizen Patriotes Résistants du Congo (PARECO): eine 2007 gegründete Anti-Tutsi-Miliz in Nord-Kivu, die sich aus verschiedenen lokalen Mai-Mai- Milizen und radikalen Hutu-Milizen zusammensetzt; angeführt wird PARECO durch Major Mugabo; PARECO kooperiert im Kampf gegen die Truppen Nkundas mit der FDLR

Forces Démocratiques pour la Libération du Rwanda (FDLR): im Jahr 2000 gegründete ruandische Rebellengruppe, die in den beiden Kivu- Provinzen an der Grenze zu Ruanda aktiv ist und deren Mitglieder den Hutu angehören; die FDLR setzt sich aus zahlreichen ruandischen Hutu-Milizen zusammen wie die Armée pour la Libération du Rwanda (ALiR) und den Interahamwe-Milizen sowie aus Hutu-Soldaten der ehemaligen Armee Ruandas, den Forces Armées Rwandaises (FAR); die FDLR sieht sich als Interessensvertretung der ruandischen Hutu in den Kivu-Provinzen und kämpft zugleich gegen das ruandische Militär, der Rwandan Patriotic Army (RPA); die FDLR kooperiert im Kampf gegen die Truppen Nkundas zudem mit lokalen Mai-Mai-Milizen und vereinzelt mit FARDC-Brigaden, ihre Stärke wird von der UN auf 6.000 Soldaten geschätzt

Front des Nationalistes et Intégrationnistes (FNI): eine in Ituri aktive Rebellengruppe, die sich aus der Ethnie der Lendu rekrutiert; Führer der FNI ist Peter Karim; große Teile der FNI wurden Mitte 2007 in die FARDC integriert; im August 2007 beschloss die FNI zusammen mit den lokalen Milizen Patriotic Resistance Forces in Ituri (FRPI) und Congolese Revolutionary Movement (CRM) gegen Gewährleistung von Immunität ihre Entwaffnung; im November wurden die Führer der drei Milizen Peter Karim (FNI), Matthieu Ngudjolo (CRM) und "Cobra" Matata (FRPI) in die FARDC integriert; kleine Abspaltungen der FNI existieren weiterhin

Union des Patriotes Congolais (UCP): eine bewaffnete Gruppe in Ituri, deren Mitglieder überwiegend aus der Ethnie der Hema stammen; militärischer Arm sind die Patriotic Forces for the Liberation of the Congo (FPLC); der frühere Anführer Thomas Lubanga sieht sich wegen Kriegsverbrechen einer Klage des Internationalen Strafgerichtshofes gegenüber; Lubangas Nachfolger wurde Bosco Taganda; die UDF erhielt bei den nationalen Parlamentswahlen drei Sitze

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Air France fliegt ab Paris, KLM ab Amsterdam, Ethiopian ab London via Addis Abeba und Kenia Airways ab Nairobi. All' diese Angebote werden mindestens einmal wöchentlich angeboten und die genannten Gesellschaften gelten als zumeist zuverlässig. Lokale Gesellschaften stehen auf einer schwarzen Liste der EU und dürfen europäische Flughäfen nicht anfliegen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Früher erfolgte die Anreise per Schiff bis Benguela und von dort mit der Bengeuela-Bahn nach Katanga (via Dilolo). Nach der Wiedereröffnung der Benguelabahn sollte dies im Prinzip wieder möglich sein. Vom südlichen Afrika her kann der Kongo mit der Bahn über Sakania erreicht werden, von Kenia und Uganda her bis Arua an der ugandisch-kongolesischen Grenze. All' diese Möglichkeiten bestehen zumeist nur im Prinzip und bedürfen einer ausgiebigen und detaillierten Planung. Auch dann bleiben sie höchst abenteuerlich und unsicher.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Der Personenverkehr von Belgien und den USA nach Matadi ist schon einige Jahrzehnte eingestellt. Gegebenenfalls kann mit einem Frachtschiff angereist werden. Über den Tanganjikasee verkehren Personenfähren, die seit der Inbetriebsetzung während dem Ersten Weltkrieg oder der Zwischenkriegszeit in Betrieb stehen. Zwischen Kinshasa und Brazzaville verkehren Fähren und bequemere Taxiboote.

Mobilität[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Regelmäßig, das heißt zumeist einmal wöchentlich verkehrende Züge verkehren zwischen Matadi und Kinshasa Ostbahnhof sowie zwischen Ilebo (Port Franqui) und Lubumbashi. Zwischen Kisangani Linkes Ufer und Ubundu (Ponthierville) verkehren die Züge nach Bedarf, das heißt im Anschluss an ein großes Schiff von oder nach Kinshasa. Genauere Auskünfte sind nur lokal erhältlich.

  • Reiseinformationen Bahn Matadi–Kinshasa Ostbahnhof: SEPC (ex ONATRA), Boulevard du 30 juin 177, Gombe (KN)
  • Reiseinformationen Bahnen in Katanga und Kasai: SNCC, Place de la Gare 115, Lubumbashi (KT)

Fernverkehr[Bearbeiten]

Nach Bedarf verkehren im Fernverkehr sogenannte Fulafula. Das sind Lastwagen im Güterverkehr, die auch Personen mitnehmen. Es gibt im Kongo jedoch kein durchgehendes Straßennetz mehr. Nur wenige Straßen sind asphaltiert. Die meisten anderen Straßen entsprechen schlecht unterhaltenden europäischen Feldwegen oder sind Schlammpisten. Für weite Strecken gibt es Inlandflüge verschiedener Fluggesellschaften mit zweifelhaftem Ruf und die Schiffsverbindungen auf den Flüssen. Dabei ist zu beachten, dass der Flussverkehr dereguliert ist. Es gibt unzählige Anbieter, manche mit nur einem Fahrzeug. Am zuverlässigsten, jedoch äußerst schwierig Plätze zu erhalten sind bei den Flugbetrieben der MONUC.

Agglomeration Kinshasa[Bearbeiten]

In der Großregion Kinshasa, bestehend aus 26 Städten mit rund 10 Mio Einwohnern gibt es nur ein rudimentäres Nahverkehrssystem. Neben der S-Bahn zwischen dem Ostbahnhof und dem Flughafen, resp. Kasungulu mit je einem Zug pro Tag und Richtung, wird der gesamte Verkehr mit blaugelben Taxibussen und Kollektivtaxis gestemmt. Es gibt weder Fahrplan, noch feste Haltestellen. Am besten informiert man sich bei lokalen Einheimischen über Abfahrtsorte und Fahrpreise. Taxibusse verkehren auf von ihrem jeweiligen privaten Unternehmer festgelegten und teilweise auch angeschriebenen Routen. Die offiziellen Verkehrsbetriebe verfügen in der Provinz Kinshasa über keine betriebsfähigen Fahrzeuge.

Sprache[Bearbeiten]

Außer der offiziellen Amtssprache Französisch gibt es vier Nationalsprachen. Im Osten ist das Suaheli, im Kasai Tschiluba (wobei nicht präzisiert ist, welche der beiden verwandten Sprachen Ciluba oder Kiluba), im Zentrum und Kinshasa Lingala und im Westen Kikongo. Außerdem werden noch über 200 lokale Sprachen gesprochen. Die Französischkenntnisse sind in weiten Teilen der Bevölkerung beschränkt. Grundkenntnisse in der Nationalsprache der jeweiligen Region sind sehr zu empfehlen.

Kaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Termin Name Bedeutung
1. Januar Nouvel An Neujahr
4. Januar Tag der Märtyrer
1. Mai Tag der Arbeit
17. Mai Befreiungstag
30. Juni Jour de l’Indépendance Unabhängigkeitstag
1. August Elternfest
25. Dezember Weihnachten

30. Juni Unabhängigkeitstag

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Leitungswasser darf nur getrunken werden, wenn es abgekocht oder gefiltert ist. Die meisten Krankheiten sind wasserinduziert.

  • Im Supermarkt findet man Wasserflaschen. Je nach Marke variieren die Preise sehr stark. Günstig und empfehlenswert ist das im Supermarkt „Regal“ angebotene Wasser der Marke „Canadian Pure“, jedoch ungelöst die Entsorgung der dabei anfallenden PET-Flaschen.
  • Man kann auch aus Europa einen Wasserfilter mitbringen und das Wasser filtern (es gibt verschiedene Modelle, z.B. von Katadin) oder das Wasser zweimal abkochen. «Wir haben drei Wochen lang Katadin-gefiltertes Leitungswasser getrunken und den Filter dann unseren Gastgebern hinterlassen; in den vergangenen zwei Jahren gab es in diesem Haushalt keinen Durchfall mehr.»

Folgende Impfungen werden vorausgesetzt: Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A.

Bei Langzeitaufenthalt Hepatitis B, Tollwut, Meningokokken-Meningitis, Typhus.

Eine gültige Gelbfieberimpfung ist zur Einreise vorgeschrieben.

Ein großes Problem und eine große Gefahr für alle stellt das weit verbreitete HIV Virus dar. Besonders Sex aber auch unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein lebensgefährliches Risiko bergen.

Durch konsequenten Mückenschutz (bedeckende lange Kleidung, Socken, Moskitonetz, Schutzmittel zum Hände/Gesicht einstreichen) können die meisten zum Teil gefährlichen Durchfälle und viele Infektionen, wie Denguefieber und Malaria, vermieden werden.

Malaria[Bearbeiten]

Der Schutz vor Mückenstichen mit angepasster Kleidung, die Verwendung von Mücken abweisenden Hautmitteln (Antibrumm forte) und Insektenspray, Moskitonetz usw. stellen die wichtigsten Maßnahmen zur Malariavorbeugung dar. Eine ärztliche Untersuchung vor der Reise ist unumgänglich, nicht zuletzt wegen der obligatorischen Gelbfieberimpfung, sondern auch weil der Arzt die persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen der verschiedenen auf dem Markt erhältlichen Medikamente (z. B. Malarone, Doxycyclin, Lariam) abwägen muss. Zwar sind die meisten Medikamente in Kinshasa erhältlich, aber sehr teuer. Dort funktioniert alles nicht so wie man es in Europa gewohnt ist und daher sind vorübergehende Engpässe nicht ausgeschlossen. Besser bringt man die entsprechenden Mittel in genügender Menge mit.

Reiseapotheke[Bearbeiten]

Es ist nicht möglich für alle Eventualitäten ausgerüstet zu sein. Für Notfälle sollte der Reisende aber Folgendes bei sich haben, insbesondere auch im Hinblick darauf, dass im Kongo der Patient beim Arzt oder im Spital alle Utensilien mitzubringen hat, incl. der sterilen Handschuhe für die Untersuchung:

  • Verbandsmaterial
  • Elastische Binden
  • Fieberthermometer
  • Wund- und Desinfektionsmittel, Corticosteriodcrème, Antihistamin-Salbe (Insektenstiche),
  • Antipilzmittel, Insekten- und Sonnenschutzmittel, einfache Augen und Ohrentropfen.
  • Ersatzbrille
  • Medikamente, die ständig eingenommen werden müssen
  • Weitere Medikamente nach Rücksprache mit dem Hausarzt

Klima[Bearbeiten]

Respekt[Bearbeiten]

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Post[Bearbeiten]

Es gibt Berichte, dass in der Provinz Kinshasa in den letzten Jahren eingeschriebene Briefe und Pakete ausgeliefert oder dem Empfänger am Schalter ausgehändigt worden sind. Auch gibt es in verschiedenen Städten der Provinz Kinshasa Postbüros. Es scheint, dass der Postdienst nicht mehr total zusammengebrochen ist, die Wiederaufnahme ist jedoch unzuverlässig, zögerlich und höchst lokal. Von einem Postdienst kann zur Zeit eigentlich nicht gesprochen werden.

Telefonie[Bearbeiten]

Die Telefonie wird vom Kongolesischen Post- und Telefonamt (OCPT) organisiert. Das Festnetz von OCPT mit rund 10 000 Anschlüssen ist vermutlich komplett zusammengebrochen. In der Provinz Kinshasa funktionieren einzig Festnetzanschlüsse von Standard, einem gemeinsamen Unternehmen von OCPT Aihan Global Holding. Sie sind erkennbar an der Vorwahl 051.

Im Mobilfunk sind im Kongo dreistellige Vorwahlen und siebenstellige Telefonnummern gebräuchlich: 0xx xxx xx xx.

  • 080 Supercell (nur in Nord-Kivu)
  • 081 Vodacom
  • 084 CCT (Congo-China-Telecom), demnächst Orange
  • 085 CCT
  • 089 Tigo (ehemals Oasis, ehemals Sait Télécom, auch ehemalige Starcel)
  • 097 Airtel Africa (ehemals Zain, (ehemals Celtel)
  • 098 Airtel
  • 099 Airtel

Aus politischen oder administrativen Gründen haben Sogetel, Afritel (078) und Cellco den Betrieb wieder eingestellt. Kein Betreiber deckt das ganze Land ab, in ländlichen Gegenden kann oft nur mit einem der drei Betreiber telefoniert werden oder nur einer bietet akzeptable Sprachqualität. CCT bietet dies selbst in Kinshasa nicht. Am besten fährt man mit drei Nummern, je von Vodacom, Tigo und Airtel oder je nach Region mit demjenigen, der das dortige Gebiet abdeckt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Artikelentwurf Dieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.