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Sudan

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Der Sudan ist flächenmäßig das drittgrößte Land von Afrika. Es grenzt im Norden an Ägypten und Libyen, im Westen an den Tschad und an Zentralafrika, im Süden an den Südsudan und im Osten an Äthiopien, Eritrea und an das Rote Meer.

Lage
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Flagge
Flagge von Sudan
Kurzdaten
Hauptstadt Khartum
Staatsform Präsidiale Republik
Währung 1 Sudanesisches Pfund (SDG) = 100 Piaster
Fläche 1,89 Mio km²
Bevölkerung 38,3 Mio
Sprachen Arabisch (offiziell), Englisch, hamitische und nilotische
Religionen Sunniten 70 % (im Norden), Animisten 25 %, Christen 5 %
Stecksystem Stecker Typ
Telefonvorwahl +249
Internet TLD .sd
Zeitzone MEZ+1h

Regionen[Bearbeiten]

Offiziell gliedert sich Sudan in 16 Bundesstaaten. Vom Standpunkt eines Reisenden gibt es folgende Regionen:

  • Die Region um die Hauptstadt Khartum
  • Den Norden von Sudan mit den archäologischen Sehenswürdigkeiten am Nil
  • Den Osten mit der Hafenstadt Port Sudan
  • Den Westen mit der Krisenregion Darfur

Städte[Bearbeiten]

Karte von Sudan
  • Bur Sudan - beliebtes Tauchgebiet für das Rote Meer
  • Dongola - Hauptstadt der Nordprovinz, Ende der Karawanenhandelsroute „Darb el-Gallaba“, der teilweise parallel zum „Darb el-Arbain“ (arab. "Weg der vierzig Tage") verläuft.
  • Atbarah - Verkehrsknotenpunkt und Industriestadt in der Nahr-an-Nīl-Provinz (Nile State)
  • Khartum - Hauptstadt
  • Wadi Halfa - momentan einziger offener Grenzübergang zu Ägypten am Nasser-Stausee

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Die Sudanesische Botschaft stellt Einreisevisa mit 30-tägiger Gültigkeit aus. Die Gebühren betragen z.Zt. 40 €. Man benötigt einen gültigen Reisepass, einen ausgefüllten Visumsantrag mit 2 Passbildern sowie eine Bestätigung über eine Hotelreservierung direkt vom sudanesischen Hotel. Bei Einreise aus afrikanischen Nachbarstaaten ist ein Gelbfieberimpfungnachweis Pflicht. Bei der Beantragung des Visums sollte man ausreichend Zeit, etwa 3-4 Wochen einplanen. Den Visumsantrag kann man auf der Internetseite der Botschaft herunterladen. Statt Hotelbestätigung genügt auch eine Einladung von sudanesischen Freunden.

Staatsangehörigen Israels und Personen mit israelischen Einreisestempeln im Reisepass wird die Einreise verwehrt.

Nach der Einreise muss man sich innerhalb von 3 Tagen beim Einwohnermeldeamt registrieren lassen. Die meisten Hotels übernehmen dies gegen Gebühr. Auch das Einwohnermeldeamt verlangt eine Gebühr. ca. 20 €. Genügend Passbilder mitnehmen!!!

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Lufthansa bietet seit Ende 2013 keine Flüge mehr an. Turkish Airlines fliegt täglich von/nach Istanbul, günstiger ist es mit Egypt Air über Kairo oder Qatar Air über Doha.
Bei der Ausreise fallen $20 Ausreisesteuer an (zahlbar am Flughafen in bar). Man sollte auf jeden Fall sehr viel Geduld mitbringen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es existieren keine grenzüberschreitenden Bahnverbindungen in den Sudan.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt Busse aus Nairobi, die die Südgrenze des Sudan anfahren.veraltet

Auf der Straße[Bearbeiten]

Eine Möglichkeit, mit dem Auto aus Äthiopien anzureisen, gibt es mit dem Straßengrenzübergang in Gallabat. Der Grenzübergang aus Ägypten schließt in regelmäßigen Abständen und ist von den diplomatischen sowie von den Handelsbeziehungen beider Länder abhängig. Es ist deshalb dringend notwendig, vor Benutzung dieser Route aktuelle Informationen einzuholen. Eine Einreise mit der Fähre von Assuan aus ist möglich (siehe unten).

Bei der Einreise müssen Sie ein für Sudan gültiges Zolldokument (Carnet de Passage) vorlegen, das als Bürgschaft für die noch nicht vollzogene Verzollung gebraucht wird.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Eine sichere Anreise aus Ägypten ist NUR mit der Fähre über den Nasserstausee (Assuan nach Wadi Halfa) möglich.

Fährpreise Feb. 2006

1. Klasse (Kabine) 303,50 E£ 2. Klasse (ohne festen Sitzplatz) 235,50 E£ Auto (bis 5 m) auf Güterfähre 2452,00 E£ fährt langsamer und kommt 1 bis 2 Tage später an. Grössere Autos müssen den Ponton mieten. Es lohnt sich, sich mit anderen Autoreisenden abzusprechen.

Die Fährpreise sind inklusive eines (sehr guten) sudanesischen Essens. In Anbetracht der circa 20-stündigen Überfahrt (= Be- und Entladezeit) sollte man sich allerdings Verpflegung mitnehmen.

Zoll

Auto: 7000 - 8000 SD Zollgebühren in Wadi Halfa (abhängig von der Wagengröße)

{Die genannten Preise beziehen sich auf Februar 2006 und einen reellen Tauschkurs von 230 SD = 1 US$.}

Registrierung

Die vorgeschriebene Registrierung innerhalb von drei Tagen nach Ankunft im Sudan erfolgt normalerweise in Khartum, kann aber auch direkt in Wadi Halfa erledigt werden (Das ist zu empfehlen, da drei Tage bis Khartum mit dem Auto eine ganz schöne Hetzerei bedeuten und Überschreitung mit zusätzlicher Gebühr geahndet wird.)

Kosten: ca. 70 S£. Das kann man ohne Führer zu bewältigen. Verschwenden Sie kein Geld dafür! Passkopie (1. Seite + Visum mit Einreisestemepel) + 1 Passfoto wird benötigt.

Mobilität[Bearbeiten]

Bei Reisen in viele Regionen ist eine Reisegenehmigung erforderlich. Welche Regionen dies sind, ändert sich je nach Sicherheitslage ständig - verlässliche Informationen gibt es nur vor Ort.

Das Straßennetz ist nur teilweise asphaltiert. Standard ist markierte Piste. Allradantrieb ist ratsam. (Alternative: Hohe Bodenfreiheit, leichtes Fahrzeug)

Trampen: Im Sudan erfreut sich das Mitfahrern auf Lkws bzw. auf derer Ladung einer sehr großen Beliebtheit. Es ist üblich dafür Geld zu zahlen, das vorher ausgehandelt wird. Im Stadtbereich Khartum, Omdurman, Bahri (Khartumnord) ist herkömmliches (kostenloses) Trampen mit den zahlreichen Pickups sehr gut möglich. Zum Anhalten die Autos am Besten "herunterwinken" (mit angewinkeltem Arm und der ganzen Hand oder der arabischen "Komm her"-Geste.)

Inlandsflüge: Die Fluggesellschaft Sudan Airways fliegt folgende Städte an: Khartum, El-Obeyid, Wadi Halfa, Port Sudan, El Fascher, Nyala, Malakal, Dschuba (Juba).

Schifffahrt: Auf dem Nil und anderen großen Flüssen gibt es Personenschifffahrt.

Taxis und Tuk-tuks (halboffene Dreiradtaxis) in Städten.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Arabisch.

Wer sich im Sudan verständigen möchte, dem sei der Sprachführer "Sudanesisch-Arabisch Wort für Wort" von Randolph Galla empfohlen. ISBN 3-89416-302-X für 7,90 EUR.

Kaufen[Bearbeiten]

Es gibt mittlerweile in Khartoum ein Einkaufszentrum (AFRA), welches über alle Produkte hauptsächlich türkischer Herkunft verfügt. Daneben gibt es kleinere Supermärkte in Amarat: Amarat Center an der Street No.1 und das SEFCO an der Cemetrery Road gelegen. Ein holländischer Bäcker liefert hervorragendes Brot am Coca Cola Roundabout gelegen sowie Konditorwaren und hat eine eigene Eisdiele sowie ein Außencafé. (Ozone Cafe).

Küche[Bearbeiten]

Die Rolle des Nationalgerichts übernimmt im Sudan sicherlich das auch in Ägypten bekannte Ful. Es handelt sich dabei um dicke Saubohnen die lange Zeit über dem Feuer kochen und dann, oft vermanscht, mit unterschiedlichen Zutaten serviert werden. Mit dabei ist immer Öl (oft Sesam oder Erdnuss). Außerdem können Tomaten, Zwiebeln, Falafel (fritierte Kichererbsenbällchen), Käse oder ein Spritzer Zitronensaft drin sein. Gegessen wird es mit Brot (als "Besteck" mit der rechten Hand) aus einer gemeinsamen Schüssel.

Nachtleben[Bearbeiten]

(Bezieht sich auf Khartum, es gibt allerdings auch nirgendwo sonst im Sudan etwas, was hier in diese Kategorie passen würde.)

  • Cafe Ozone. Ein aufwendiges System von ringsherum feinversprühtem Wasser sorgt für angenehm kühle Atmosphäre in dem offenen, parkgleichen Cafe. Reiche Auswahl an Kuchen und Kaffeestückchen für 4 SDG, frischer Orangensaft (0,5 Liter) für 6 SDG. Sehr gutes Eis (drei Bällchen für 400 SD.). In Amarat am Coca-Cola-Kreisel gelegen.
  • Café und Restaurant Solitaire. Schöne Einrichtung, sehr guter Service, sehr gutes Essen zu (nach europäischen Maßstab) günstigen Preisen. Kostenloser Wireless LAN Hot Spot! Beef-Steak mit Pommes und gegrilltem Gemüse für ca. 3,20 SDG. Käse-Pilzomlett aus drei Eiern mit Pommes und Tomaten für ca. 1 SDG. Eine der wenigen Möglichkeiten, richtiges Sprudelwasser (Soda) zu bekommen. (4 SDG für 0,33 Liter). Mittelgroße Auswahl recht guter Kuchen. Gute Kaffeespezialitäten. In Amarat in der Nähe der Schweizer Botschaft gelegen.

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

  • Plaza Hotel, Khartum. Preis: ca. 60 Euro/ Nacht.

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

  • Grand Holiday Villa, Khartum.
  • Hilton, Khartum.

Neben den Hotels gibt es auch die etwas billigere Alternative der "Lakonda". Es handelt sich dabei um reine Übernachtungsbetreibe. Das Bett ist ab 5 SDG zu bekommen, wahrscheinlicher ist aber um die 10 SDG.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

01.01. Unabhängigkeitsfeiertag

Sicherheit[Bearbeiten]

Khartum gilt als wesentlich sicherer als viele andere Hauptstädte. Von Einbrüchen oder Überfällen hört man kaum, auf der Straße kann man sich unbehelligt bewegen. Zur Vorsicht sei trotzdem geraten. Eine größere Gefahr stellen der chaotische Straßenverkehr und metertiefe Löcher im Bürgersteig (Kanalisation) dar.

Homosexualität kann im Sudan mit dem Tode bestraft werden.

Gesundheit[Bearbeiten]

Der Süden des Landes ist Malariarisikogebiet, v.a. während der Regenzeit. Moskitonetz, Malariaprophylaxe und Spray mitnehmen! Die Gesundheitsversorgung ist selbst in den Städten z.T. unzureichend. Außerhalb sind selbst gesundheitliche Basisdienste häufig nicht vorhanden. Sudan ist Gelbfieberrisikogebiet. So war zuletzt im Februar 2006 eine Epidemie im südlichen Teil ausgebrochen. Eine Impfung ist dringend erforderlich und wird bei der Einreise überprüft! Die Impfung darf, weil nicht ganz ungefährlich, nur von autorisierten Stellen durchgeführt werden.

In Khartum ist an den Apotheken nahezu alles zu bekommen, solange man den Namen des Wirkstoffs kennt. Zum Teil sind die Medikamente wesentlich billiger als in Deutschland (z.B. kostet eine N1 Packung des Breitbandantibiotikums Ciprofloxacin nur 4,50 SDG.)

In den Nubabergen (Region Südkordofan) gibt es ein deutsches Buschkrankenhaus der GED (German Emergency Doctors). Ein deutscher Arzt und zwei Krankenschwestern arbeiten dort. Das Krankenhaus wird per Flugzeug aus Kenia gut mit Medikamenten versorgt.

Bei ernsthafter Erkrankung ist am besten die deutsche Botschaft zu kontaktieren. Man kann dort Auskünfte über englischsprachige Ärzte und Krankenhäuser mit annähernd europäischem Standard erhalten.

Aktuell: Derzeit tritt vermehrt das sogenannte Rift Valley Fieber (wikipedia link) im Sudan auf. Betroffen sind vor allem Bevölkerungsgruppen mit engem Kontakt zu Vieh. Die Infektion erfolgt durch Kontakt mit rohen Tierprodukten und nicht pateurisierter Milch. Vereinzelte Übertragungsfälle sind auch durch infizierte Moskitos vorgekommen. Betroffen ist die Region entlang des weißen Nils ab Khartum.

Klima[Bearbeiten]

Übergangsgebiet vom tropischen Feuchtklima zum subtropischen Trockenklima der Wüste 50-75% der Regenfälle während der Sommermonate. Winterregen nur am Roten Meer, in den anderen Landesteilen relativ trockenes und kühles Wetter. Höchste Temperaturen bis zu 45 °C herrschen zwischen März und Juli.

Respekt[Bearbeiten]

Angemessene Kleidung ist wichtig: keine kurzen Hosen. Bei Frauen keine zu knappe Kleidung. Ein Kopftuch ist für Christen nicht erforderlich! Religion ist ein sehr wichtiges Thema - sowohl im islamischen als auch im christlichen Teil - und sollte entsprechend ernstgenommen werden.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Post

Allgemein: Das Postsystem wies in der Vergangenheit gravierende Mängel auf. Briefe nach Deutschland verschwanden oft oder kamen mit großer Verspätung an. In letzter Zeit scheint es sich allerdings verbessert zu haben. Zahlreiche Karten und Briefe ohne Verluste in Deutschland nach zwei bis drei Wochen.

Postlagernde Sendungen ("Poste restante"): Postlagernde Sendungen nach Khartum sind problemlos. Sie können am Hauptpostamt ohne Gebühr (nahe dem "Palast der Republik") abgeholt werden. Es gibt eine zuverlässige Lagerung. Informationen über postlagernde Sendungen in andere Städte liegen nicht vor. Die Sendung sollte wie folgt markiert werden:

VORNAME NACHNAME
C|O POSTE RESTANTE
MAIN POST OFFICE
KHARTOUM
SUDAN

Unterstrichener Vorname und sauber geschriebene Blockschrift erleichtern das Wiederfinden der Sendung ungemein.

Porto nach Deutschland: Brief 400 SD Postkarte 200 SD

Telekommunikation

Mobilfunk: Die Telekommunikationsgesellschaft Sudatel betreibt ein Mobilfunknetz, das u.a. in den folgenden Städten funktioniert: Khartum, Malakal, Dschuba (Juba), Ed-Damazin.

Telefonzellen: Die grünen Sudatel-Telefonzellen sind in Städten weit verbreitet. Zu bestimmten Zeiten (vorallem spät abends) scheint man aber nicht telefonieren zu können. Karten gibt es z.B. für 800 SD was für circa. fünf Minuten nach Deutschland reicht.

Telefonladen: Eine gute Alternative zur Telefonzelle ist der Telefonladen, in dem nach Gesprächsende beim Besitzer nur die tatsächlich vertelefonierte Zeit bezahlt werden muss. Oft findet man auch Telefone bei Kiosken oder den "Loch in der Wand"-Läden.

Telefongespräche nach Deutschland kosten derzeit (April 2006) 2,50 SDG pro Minute. Alternative: Net 2 Phone

Net 2 Phone (Internettelefonie): Viele Internetcafés und Telefonläden in Khartum bieten das Telefonieren über eine DSL Leitung an. Ausstattung, Verbindungsqualität und Preise sind sehr unterschiedlich und reichen vom Headsettelefonieren mit großer Zeitverzögerung ("Funkgefühl") für 1 SDG pro Minute bis zum Telefonieren mit normalen Festnetzapperaten ohne nennenswerte Zeitverzögerung für 0,50 SDG.

Internet

In Khartum existieren viele Internetcafés unterschiedlicher Verbindungsqualität (1,50 - 2,00 SDG pro Stunde). Im restlichen Land sind Internetcafés sehr dünn gesät und bisweilen recht teuer. Es ist aber anzunehmen, dass die Zahl der Internetcafés auch hier zunehmen wird.

Literatur[Bearbeiten]

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