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Benin

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Benin liegt in Westafrika. Angrenzende Länder sind Togo, Burkina Faso, Niger und Nigeria. Das vorkoloniale Königreich gleichen Namens hatte seine Hauptstadt Benin-City auf dem Gebiet des modernen Nigeria.

Regionen[Bearbeiten]

Karte von Benin

Benin ist verwaltungstechnisch in 12 Départements eingeteilt (Verwaltungssitze in Klammern): Alibori (Kandi); Atakora (Natitingou); Atlantique (Ouidah); Borgou (Parakou); Collines (Savalou); Couffo (Dogbo-Tota); Donga (Djougou); Littoral (Cotonou); Mono (Lokossa); Ouémé (Porto-Novo); Plateau (Sakété); Zou (Abomey).

Städte[Bearbeiten]

  • Natitingou ist ein verschlafenes Städtchen im Nordwesten Benins. Es ist ein guter Ausgangspunkt für den Pendjari-Nationalpark und für das Somba-Land.
  • Tanguiéta Im Nordwesten, nahe dem Pendjari-Nationalpark.
  • Parakou ist nur ein Verkehrszentrum. Nichts besonderes.
  • Dassa Zoume ist sehr schön wegen der herrlichen Grotten und Felsformationen.
  • Abomey hat Königspaläste, die UNESCO-Weltkulturerbe sind, sowie Voudoun-Tempel zu bieten. Ein absolutes Muss, wenn man im Benin ist. Leider sind die Paläste selten der Öffentlichkeit zugänglich, die örtlichen “guides” wenig kenntnisreich, dafür umso geldgieriger.
  • Cotonou ist eine große, stinkende Stadt sowie wirtschaftliches Zentrum Benins. Dennoch ist sie einen Besuch wert, da hier viele interessante Erfahrungen gemacht werden können.
  • Porto-Novo ist die politische Hauptstadt und gut zu besichtigen, ein recht gemütlicher Ort.
  • Ouidah ist voller Voudoun-Altäre und ehemaliges Zentrum des Sklavenhandels. Sehenswert die "Porte du Non-Retour", das Fort (Sklavengefängnis) und der "Heilige Wald".
  • Ganvié liegt im Nokoué-See und ist mit über 20000 Einwohnern eine der größten Pfahlbausiedlungen Afrikas. Gut erreichbar per Piroge aus Cotonou.
  • Grand Popo liegt ganz im Westen des Landes an der Küste und ist ein herrlich entspanntes Fischerdorf um die Seele baumeln zu lassen.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Karte des sich über drei Länder erstreckenden W-Nationalparks (Burkina Faso), der in den beninischen Pendjari-Nationalpark und Umland übergeht, mit unterschiedlichen Schutzzonen.
  • Pendjari-Nationalpark im Norden von Benin beherbergt Elefanten, Löwen, Antilopen, Flusspferde, u.a.m.
  • Somba-Land: Die Sombas leben in Benin und Togo. Interessant sind ihre Häuser, die Tata Sombas, welche wie kleine Burgen aussehen.
  • Farmschule und Ökotourismusdorf SAIN: Nachhaltige Methoden einer Bio-Farm kennenlernen, Einblicke in das Alltagsleben eines Dorfes im Süden Benins (Département Ouémé, Bezirk Adjohoun) bekommen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Départements von Benin.

Bis 1960 erlangte das damalige Dahomey seine Unabhängigkeit von Frankreich. Die ersten Jahre waren von starken Unruhen, Putschen und wechselnden Regierungen geprägt bis Mathias Kérékou Oktober 1972 durch einen Putsch an die Regierung kam. Er wandelte das Land in eine an den Marxismus-Leninismus orientierte Ein-Parteien Diktatur um. Die einzige zugelassene Partei war die Parti de la révolution populaire du Bénin (PRPB). Dem Geist der postkolonialen Zeit folgend wurde das Land zum 01. Dezember 1975 in Benin umbenannt. Der Name geht auf das ehemalige Königreich Benin zurück, das jedoch nicht auf dem Gebiet des Landes sondern im Südwesten Niegerias lag. Anfang 1977 unternam der Versuch einer Gruppe von ausländischen Söldnern unter Führung des französich-komorischen, selbsernannten Colonel w:Bob Denard einen Putsch der jedoch scheiterte. Aufgrund der Verbindungen Denards zum französichen Geheimdienst wird gemutmaßt, dass dieser an der Finazierung und Organisation des Putsches beteiligt war. Denard fiel unter Mitterand in Ungnade und wurde schließlich 1993 in Frankreich verurteilt. Mit Reduktion der sowjetischen Unterstützung ab Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts und der letzlichen Auflösung des Ostblocks, wandelte sich die Politik. Es fand eine Umorientierung in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft statt. Bis 1991 wurde ein Mehrparteiensystem etabliert. Am 9. März 1990 wurde mit dem Haut Conseil pour la République eine provisorische Regierung gebildet. Durch diesen Wurde der ehemalige Direktor der Weltbank w:Nicéphore Dieudonné Soglo zum Premierminister der Übergangsregierung ernannt. In den ersten freien Wahlen 1991 setzte er sich gegen Kérékou durch und wurde Präsident. Damit gilt Benin als das erste afrikanische Land, das erfolgreich einen friedlichen Übergang von einer Diktatur zu einem pluralistischen System vollzogen hat. In den Wahlen der Jahre 1996 und 2001 konnte sich Kérékou wieder durchsetzen. Verfassungsgemäß durfte er 2006 nicht mehr antreten. Sein Nachfolger von 2006 bis 2016 war Thomas Boni Yayi. Der aktuelle Präsident ist Patrice Talon.

Als ein gravierendes Problem wird die verbreitete Korruption beschrieben. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung 2019 wurden erstmals die Oppositionsparteien ausgeschlossen Bericht bei DW. Damit standen nur noch zwei regierungsnahe Parteien zur Wahl. Der autonomen Wahlbehörde, die den Parteien die Zulassung wegen Formfehlern und nicht gezahlten Steuern verweigerte, wird vorgeworfen unter Talons Einfluß zu handeln. Dies ist jedoch nicht belegbar.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Jeder europäische Reisende benötigt ein Visum. Zu touristischen Zwecken gibt es seit 1. Mai 2018 nur noch eVisa auf dem entsprechenden Portal. Anträge können 8-90 Tage vor geplanter Einreise gestellt werden. Das Visa-on-arrival ist hinfällig.

Erhältlich ist das Visum in Deutschland bei der Konsularabteilung der berliner Botschaft.

Konsulat der genfer Botschaft, Chemin du Petit-Saconnex, 28, 1209 Genève. Tel.: +41 22 906 84 61. Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-13.00, 14.00-17.00.
Eine Außenstelle ist das Honorarkonsulat Wien, Burggasse 60, 1070 Wien. E-Mail: . Geöffnet: Mo.-Fr. 9.00-18.00.

Bei der Einreise ist eine gültige Gelbfieberimpfung vorzulegen.

Aufenthaltsverlängerungen sind in der Hauptstadt Cotonou bei der Direction de l'Immigration zu beantragen. Beim Überschreiten der erlaubten Aufenthaltsdauer wird eine Strafe von 25000 CFA pro Woche erhoben.

Zollbestimmungen[Bearbeiten]

Zollbehörde Benins (frz.)

Freimengen:

  • 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 25 Zigarren oder 250 g Tabak.
  • 1 Flasche Wein und 1 Flasche Schnaps.
  • 500 ml Eau de Toilette oder 250 ml Parfüm.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen liegt in Cotonou.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Anfahrt mit dem Bus ist recht unproblematisch. Vom Togo kann man über Kara nach Djougou mehrmals täglich mit einem Buschtaxi fahren. Der Grenzübergang bei Lomé nach Cotonou ist noch besser frequentiert, der nördliche ist jedoch vorzuziehen, da Lomé teilweise kriminell ist.

Aus Burkina Faso ist die Einreise ebenfalls leicht, da eine durchgehend asphaltierte Straße vom Norden in den Süden führt. Es fahren Busse und Buschtaxis von Tangieta bis Cotonou. Die Verbindung vom Niger ist recht „einfach,“ da hier Busse fahren. Die Einreise über Nigeria kann gefährlich sein.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Ein Großteil des an Straßenständen, oft flaschenweise verkauften Benzins ist aus Nigeria geschmuggelt und nicht selten gepanscht. An Tankstellen zahlte man Okt. 2018 575 CFA/l für Benzin und 590 CFA/l für Diesel, mithin gut 20% mehr als in Togo und über das Doppelte des Preises in Nigeria.

Nigeria

Siehe die Beschreibung im besagten Landesartikel.

Togo

Die Abfertigung in 1 Hilacondji (6° 14′ 26″ N 1° 37′ 44″ O) ist auf beiden Seiten für afrikanische Verhältnisse problemfrei. Die Gelbfieberimpfung wird jeweils kontrolliert. Wer noch kein togolesisches Visum hat, erhält dies für 15000 CFA, nachdem das entsprechende Formular ausgefüllt wurde. Es gilt 7 Tage und kann beim Service des Etrangers et Passeports immeuble GTA-C2A, Lomé gebührenpflichtig verlängert werden.

Benutzt man den kleinen 1 Grenzübergang nahe Boukoumbé (10° 9′ 26″ N 1° 5′ 15″ O) auf der RN7, ist zu beachten, dass die grenzpolizeiliche Abfertigung auf beninischer Seite bei der Polizei in Natitingou (51 km) zu erledigen ist.

Burkina Faso

Grenzübergang nahe 2 Porga (10° 59′ 48″ N 0° 58′ 59″ O). (Es gibt einen Bus tgl. direkt ab/nach Cotonou mit ATT. Ansonsten per Buschtaxi ab Tanguiéta, 2500 CFA).
Die 3 bukinesische Grenzstation (11° 1′ 14″ N 0° 56′ 29″ O) ist etwa 20 Minuten Fahrt entfernt. Dies dürfte daran liegen, dass ein kleines Gebiet des Dreiländerecks zwischen den Anrainerstaaten umstritten ist.
Beachte den Zeitzonenunterschied zwischen beiden Ländern.

Niger

Auf der nigerschen Seite des Niger-Flusses ist die Ortschaft 1 Konbo / Gaya (11° 52′ 58″ N 3° 23′ 51″ O) (285 km von Niamey) gegenüber in Benin 2 Malanville (11° 51′ 53″ N 3° 23′ 34″ O). Die 730 km lange Straße von hier nach Cotonou ist die wohl beste Fernstraße des Landes, was daran liegt, dass ein Großteil der Importe des Nigers hier durchkommen, vor allem weil die Kriminalität im Hafen von Lagos extrem ist.

Mobilität[Bearbeiten]

Die besten Fernstraßen des Landes sind von Cotonou nach Malanville an der Grenze zum Niger sowie zwischen Parakou und Natitingou.

Etliche der ungeteerten Pisten sind in der Regenzeit von Mitte Juni bis Mitte September gar nicht oder nur schwer zu passieren.

Busch-Taxi (Taxi-brousse)[Bearbeiten]

Diese Taxis fahren zwischen fast allen Orten. Start ist der Taxi-Stand, man kann sie aber auch jederzeit anhalten und einsteigen, wenn sie nicht voll sind. Man sollte vorher nach dem Preis fragen.

Zemidjan (Motorrad-Taxi)[Bearbeiten]

Für kürzere Strecken geeignet. In Cotonou erkennt man sie an den gelben Hemden der Fahrer. Und auf dem Land, um von einem Dorf in das nächste zu gelangen, kommt man meistens um das Zemidjan nicht herum. Benin-Kenner nehmen aus diesem Grund einen Helm mit in ihr Gepäck. Es gibt zwar keine Helm-Pflicht, zur eigenen Sicherheit ist es aber sehr empfehlenswert, einen solchen aufzusetzen. Auch hier sollte vor Fahrtbeginn der Preis verhandelt werden.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Bahnstrecken in Benin (2011): bestehende Meterspur, Geplante Meterspur, abgebaute 600 mm Schmalspur.
Tipp
Seit 2008 geplant aber nur in kleinen Stücken fertiggestellt ist eine vor allm für Fracht geplante Ringline von Abidjan über Ouagadougou (die alte Niger-Bahn) und Niamey bis Cotonou und einer Naubaustrecke nach Lomé. 2018 hat die beninische Regierung entschieden den Hauptkonzessionär Bolloré Group durch chinesische Investoren zu ersetzen.

Die Bahnlinie von Parakou nach Cotonou ist langsam, aber gemütlich. Bei genügender Zeit recht lohnend, wegen der Kontakte zur Bevölkerung. Fahrzeit ist über zwölf Stunden.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Busfirmen mit guten Fahrzeugen, daneben aber auch etliche gefährliche Rostkisten. Eine Reservierung eines Tickets ist zwar nicht notwendig, wer aber einen guten Platz bekommen und 500 CFA sparen möchte, sollte dennoch reservieren.

VIP-Busunternehmen haben in den großen Städten unterschiedliche Büros/Abfahrtsstellen.

Sprache[Bearbeiten]

Man kommt mit Französisch problemlos zurecht, alle anderen europäischen Sprachen sind aber nutzlos. Allerdings wird in fast allen weiterführenden Schulen mittlerweile Englischunterricht angeboten. Und so ist es zumindest die junge Bevölkerung Benins, die diese Fremdsprache mehr und mehr beherrscht. Das gilt auch in den Dörfern des Landes. Man muß ein wenig suchen, zumeist findet sich dann irgendwo ein Übersetzer oder eine Übersetzerin. Erstaunlich: In Dogbo, einer mittelgroßen Stadt in der südlichen Region Mono, wird an einigen Colleges sogar Deutsch gelehrt.

Kaufen[Bearbeiten]

Wie in ganz Westafrika, gibt es auch im Land Benin zahlreiche gute Künstler. Neben den zumeist liebevoll und hochwertig angefertigten Holzarbeiten ziehen auch Gemälde unterschiedlichster Techniken die Augen der Touristen an. Langsam verändert sich der Malstil, besonders bei den jungen Künstlern und Künstlerinnen. In Cotonou gibt es kunsthandwerkliche Märkte, auf denen faszinierende, abstrakte Arbeiten angeboten werden. Einige Maler verbinden Tradition und Moderne zu spannenden und aussagekräftigen Werken. Wer eher auf „Tradition” steht, kommt im ganzen Land auf seine Kosten. Es lohnt sich, auch in kleinen Dörfern nach Malern, Schnitzern und Trommelmachern zu fragen. Als besonders humorvoll präsentieren sich immer wieder Voodoo-Fetische. Bei der Herstellung dieser Figurationen werden sämtliche Materialien verwendet und kreativ zu einem Ganzen vereinigt. Viel Geld muß man für all diese Dinge nicht ausgeben. Allein in Cotonou ziehen die Preise langsam an, und auch in Ganvie und in Abomey zahlt der Besucher mittlerweile einen Touristenzuschlag.

Wer auf einer Rundreise durch das Land ein wenig europäischen Proviant mitnehmen möchte, findet im großen Supermarkt am Flughafen von Cotonou alles was Herz und Magen begehren. Käse, Wurst und Räucherwaren, Marmelade und Nutella sind u.a. dort im Angebot.

Küche[Bearbeiten]

Westafrikanisch-beninisches Essen
Igname pilée (Yams) in sauce tchayo.

Überempfindliche mitteleuropäische Gaumen sagen: „Scharf und nochmal scharf.“ So lieben es zumindest die Eingeborenen. Ansonsten entsprechen die Eßgewohnheiten denen der Nachbarländer.

So lange man sich in Cotonou aufhält, ist alles kein Problem. Hier gibt es Restaurants aus allen Ländern wie z. B. Italiener oder Chinesen. Dort und auch in den internationalen Hotels bekommt man Speisen serviert, die nicht so extrem gewürzt sind. Aber der Rundreisende muß sich an die Fremdartigkeit beninischer Köstlichkeiten gewöhnen. Um der Schärfe zumindest immer wieder einmal aus dem Wege zu gehen, bedient man sich aus dem reichhaltigen Obstangebot der Märkte, an denen man unterwegs vorbei kommt. Bananen, Mangos, Papayas, Avocados und Orangen finden sich je nach Saison. Bei Speisen, in denen Mais, Cassava oder Reis die Grundlage bilden, sind es zumeist die durch Palmöl sehr fettigen Saucen, die es „in sich“ haben. Leute mit empfindlichem Magen nehmen eher weniger davon.

Neuzeitlich haben sich auch Spaghetti mit Omelett im Land etabliert. Zu empfehlen ist auch gegrillter Käse, den es vorwiegend im Norden gibt.

Dafür kommen alle Bierfreunde auf ihre Kosten, wenn sie keine allzu hohen geschmackliche Ansprüche haben. Am meisten wird das Beninoise verlangt, ein Helles, welches sich mit der Qualität norddeutscher Massenprouktion messen kann. Alternativ kann man Flag, Castell, 33 Export oder in Lizenz hergestelltes Guinness bestellen. Alkoholfreie Biere gibt es nicht, es sei denn, man mag Malzbier. Dann bestellt sich der Gast ein Malta Guinness. Und wer Kontakt zu den Menschen im Benin bekommt, wird sicher immer wieder mal zum Sodabi eingeladen. Sodabi ist ein traditioneller Palmschnaps, der in abenteuerlichen Landbrennereien aus Palmwein gewonnen wird. Bei allen Festlichkeiten und vor allem bei Voodoo-Zeremonien fließt reichlich Sodabi. Geschmack und Wirkung dieses Getränkes zu beschreiben …, selbst kosten!

Nachtleben[Bearbeiten]

Findet in der Form, wie wir es in Europa kennen, nur in Cotonou und in den Strandhotels an den Stränden von Grand Popo und Ouidah statt. In Cotonou können Kinos, Diskotheken und auch Theater besucht werden. Über Veranstaltungsorte und Termine informiert man sich am einfachsten an den Rezeptionen der internationalen Hotelbetriebe. Hier bekommt man Auskunft, auch wenn man kein Zimmer gebucht hat. Doch auch das alternative Nachtleben in kleinen Städten und Dörfern ist sehens- und erlebenswert. Voodoo-Feste und -Zeremonien können eine Woche lang dauern. Und dabei wird Tag und Nacht gefeiert. Oft noch zu traditionellen Trommelklängen, hier und dort aber auch schon zu elektrisch verstärkter Lautsprechermusik, tanzen und singen die Menschen mit einer enormen Ausdauer. Dazu wird gegessen und Palmschnaps (Sodabi) getrunken.

Unterkunft[Bearbeiten]

Man bekommt in Benin deutlich bessere Qualität für sein Geld als in einigen Nachbarländern. Das heißt nicht, daß man vor Stromausfällen oder schlecht gepflegten Bädern sicher ist.

Süden[Bearbeiten]

Voyageur-Hotels. Gehobene Mittelklasse an drei Standorten: Grand Popo am Meer, Dassa und Abomey.

Lernen[Bearbeiten]

„Bildung ist der beste Impfstoff gegen Armut.“ Was Peter Ustinov in seiner Zeit als UNICEF-Botschafter richtig erkannte, wird im Land Benin zunehmend auch von Entwicklungshilfe-Organisationen in die Tat umgesetzt. Besonders im Süden Benins entstanden im vergangenen Jahrzehnt zahlreiche Schulen. Mehr und mehr Jungen, und vor allen Dingen auch Mädchen, können heute am Unterricht teilnehmen. Trotz eines immer noch zu hohen Analphabetentums verbessert sich die allgemeine Bildungssituation in Benin. Auch der Staat hat die Dringlichkeit von Schule und Berufsausbildung erkannt. Zwar zumeist noch mit Unterstützung europäischer Geberländer, zunehmend aber auch aus eigener Initiative, treibt die Regierung entsprechende Maßnahmen voran.

Feiertage[Bearbeiten]

Staatliche Feiertage sind: 1. Jan., Neujahr; 1. Mai, Tag der Arbeit; 1. Aug., Unabhängigkeitstag.
Dazu kommen religiös motivierte Tage: Zum einen die christlichen wie Ostermontag (22. April 2019) und Pfingstsonntag (9. Juni 2019), 15. Aug., Mariä Himmelfahrt; 1. Nov., Allerheiligen und Weihnachten.
Der 10. Jan. ist der „Traditionstag“ d.h. der „Voodoo-Tag.“
Korangläubige werden mit dem Ende des Ramadan (Korité, 04. Juni 2019), Opferfest (11. August 2019) und dem Geburtstag des Propheten (10. November 2019) berücksichtigt.

Besonders zu erwähnen ist das Voodoo-Festival, jeweils am 10. Januar eines jeden Jahres. An diesem Tag „trifft sich die Welt“ in Ouidah. Alle Besucher, die sich für die Philosophie des Voodoo interessieren, sollten an diesem Tag im Land Benin und besonders in Ouidah sein.

Sicherheit[Bearbeiten]

Weniger Probleme als in anderen Ländern Westafrika, wenn man sich nicht unvernünftig anstellt.
Die größte Wahrscheinlichkeit, bestohlen oder unangenehm angemacht zu werden, besteht in der Wirtschaftshauptstadt Cotonou. Hier ist, besonders nach Einbruch der Dunkelheit, Vorsicht angebracht.

Überängstlichkeit ist nicht angebracht und verdirbt einen spannenden Aufenthalt in diesem liebenswerten und farbenfrohen Land.

Ein weiteres und sehr heikles Thema betrifft die allgemeine Verkehrssicherheit. Am Tage, so lange man sich gegenseitig sieht, funktioniert es auf den Straßen erstaunlich gut. Gefährlich wird es allerdings in der Nacht. „Menschen, Tiere, Sensationen„ tauchen plötzlich aus dem Dunkeln auf, nicht nur überraschend, sondern im Regelfall völlig unbeleuchtet. Selbst LKW fahren oft ohne Licht. Die meisten Unfälle geschehen auf der Nord-Süd-Tangente in Richtung Niger. Die Fahrer von Lastwagen und Überlandbussen sind oft übermüdet und manchmal auch betrunken. Dann fahren sie ohne Rücksicht und Kontrolle. Grundsätzlich gilt also: Jedes Tagesziel sollte am frühen Abend erreicht werden.

Gesundheit[Bearbeiten]

Werbung am Haus eines Voodoo-Heilers, der Tripper behandelt.

Mit den Wellen- und Strömungsverhältnissen am Atlantik ist nicht zu spaßen. Hier ist es schon häufiger zu Ertrinkungsunfällen gekommen. Ungeübte Schwimmer sollten lieber die Pools der Herbergen und Hotels nutzen.

In den größeren Orten Benins, vor allem in Cotonou, gibt es recht gut sortierte Apotheken. Dort bekommt man viele gängige Medikamente in guter Qualität. Ärzte mit europäischem Standard findet man ebenfalls in Cotonou am schnellsten.

Für die Einreise in das Land ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben. Eine Malariaprophylaxe wird empfohlen. Zuverlässige Malariatests sind in fast allen Krankenstationen überall im Land möglich. Achtung: Alle medizinischen Behandlungen müssen direkt vor Ort und sofort bar bezahlt werden. Die Preise liegen weit unter denen in Europa, man sollte diese Tatsache allerding bei der Planung des Reisebudgets berücksichtigen.

Als bedenkenloses Trinkwasser gibt es allerorts Possotome in Plastikflaschen zu kaufen. Schwimmen in stehenden Gewässern ist unbedingt zu unterlassen (Parasiten und Würmer), und schlafen sollte man immer unter Moskitonetzen. Solche Netze gibt es überall günstig zu kaufen, sie gehören aber in zahlreichen Herbergen mittlerweile zum Standard.

Klima[Bearbeiten]

Klima in Benin
Tropisches Savannenklima, heiß und feucht mitausgeprägten Regen- und Trockenzeiten in den meisten Landesteilen. Nur im Norden semi-arid.

Das Klima ist tropisch heiß, im Süden sehr feucht und im Norden bereits trockener. Ansonsten ist in Benin immer Sommer. Unterbrechungen im klimatischen Geschehen bieten lediglich die Regenzeiten. Was nicht bedeutet, dass es ganze Tage lang schüttet. Es gibt in den Regenzeiten sogar ausgesprochene Trockenperioden, in denen es immer heißer wird. Am Ende dieser Tage entlädt sich dann Alles in stundenlangen Wolkenbrüchen. Straßen und Wege sind in diesen Stunden nur schwer oder gar nicht passierbar. Gäste, die sich darauf einstellen, kommen aber in besonderer Weise auf ihre Kosten. Die Vegetation zeigt sich in der Regenzeit von ihrer buntesten Seite. Alles grünt und blüht. Nur das Unterwegssein ist eben manchmal etwas beschwerlicher. Die Beniner kennen das und nehmen es mit afrikanischer Gelassenheit. Und so gibt es auch in der Regenzeit immer einen Weg, an sein Ziel zu gelangen. Mitunter empfiehlt sich aber auch eine Zwangspause in einem Dorf am Wegesrand. Eine gute Gelegenheit, Kontakt zur einheimischen Bevölkerung aufzunehmen. Für Touristen, die mit dieser Gelassenheit und Anpassungsfähigkeit in den Benin kommen, ist also das ganze Jahr Reisezeit. Jeder Monat hat seine Eigenheiten und Spezialitäten.

Respekt[Bearbeiten]

Wer auf seiner Beninreise eine zurückhaltende Neugier zeigt, wird oft belohnt. In den meisten Dörfern des westafrikanischen Benin sind Jovos, so werden die Weißen genannt, noch immer eine Seltenheit. Dementsprechend freut man sich auf Besuch aus z.B. Europa. Oft bietet sich sogar die Möglichkeit, an einer der vielen Voodoo- Zeremonien teilzuhaben, die es überall und zu jeder Zeit gibt. Überhaupt werden Besucher recht schnell und gerne dazu eingeladen bei familiären Alltagssituationen mit dabei zu sein. Sprachliche Probleme meistert man humorvoll mit Händen und Füßen, und es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, die in der Schule auch Englisch lernen. Ist die anfängliche Scheu erst überwunden, erweisen sie sich oft als schon recht gute Übersetzer zwischen den Gästen aus fernen Ländern und der älteren Dorfgeneration.
Auch fotografierende Jovos sind in der Regel kein Problem. Nur in den wenigen Orten, in denen es regelmäßig Tourismus gibt, wird man nach cadeau (Trinkgeld, bei Polizisten Schmiergeld) gefragt, wenn man fotografiert. Grundsätzlich gilt natürlich auch für den Benin: erst fragen, dann knipsen!

Benin ist ein Land, in dem Afrika noch seine ursprüngliche Identität bewahrt hat. Kulturell wie auch religiös zeigt es sich den interessierten Besuchern facettenreich, unverfälscht und lebendig. Respektvoller Tourismus, auf Augenhöhe mit der Bevölkerung, könnte Benin auch in Zukunft davor bewahren, eine lediglich auf Kommerz ausgerichtete Touri-Attraktion zu werden.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Gebäude der Poste du Bénin sind in der Regel auffällig gelb, mit blauen Einfassungen, gestrichen. Auslandsporti sind höher als in der BRD, es besteht jedoch eine Chance, daß Sendungen sogar ankommen: Luftpostbriefe nach Europa (2018) bis 10 g: 600 CFA, bis 20 g: 700 CFA; bis 50 g: 1400 CFA; Päckchen 1 kg: 11600 CFA. Einschreiben +1500 CFA.

Telekommunikation[Bearbeiten]

Tipp
Seit 1. März 2018 gibt es die westafrikanische “free mobile roaming zone,” so daß man mit SIM-Karten von Benin, Senegal, Cote d’Ivoire, Guinea, Mali, Burkina Faso, Sierra Leone, Senegal und Togo ähnlich wie in der EU zum lokalen Tarif telephonieren kann. Für eingehende Gespräche gilt jedoch eine Obergrenze von 300 Minuten im Monat.

Für Reisende empfiehlt es sich, das eigene Handy dabei zu haben. In vielen Orten kann man SIM-Karten beninischer Anbieter mit Geheimzahl kaufen, die eine recht preisgünstige Kommunikation im Land, aber auch nach Europa ermöglichen.

Zur Zeit des GSM-Standards konnte man keine Gespräche zwischen dne Netzen verschiedener Anbieter führen. Bell Benin und Libercom wurde die Konzession entzogen. Heutzutage, 2018, bietet MTN 4G und die wohl beste Abdeckung. Die Nummern von Glo Benin wurden Januar 2018 von der Tochtergesellschaft des marokkanischen Anbieters Moov (= Etisalat) übernommen. Auch dieses Netz wird immer zuverlässiger. Seit 1. Sept. 2018 wird eine Steuer von zusätzlich 5 CFA pro Gespräch, SMS und Daten-MB für VoIP erhoben.

Literatur[Bearbeiten]

Reiseführer
  • Auzias, Dominique; Labourdette, Jean-Paul; Petit Futé: Benin; [Bei Erscheinen einer der besten Reiseführer für Benin (allerdings auf französisch). Über 50 Seiten allgemeine Informationen und über 80 Seiten Beschreibung von Orten und Sehenswürdigkeiten. Inzwischen veraltet.]
  • Benin & Togo; ²2011; 1 zu 580000, 133⨉79 cm, gefaltet, enth. 2 Nebenkt.: Porto Novo, Lomé; ISBN 9781553414377
  • Bokpê, Annette; Der Kuss des Voodoo; Augsburg 2002, 2004, 2012 (Weltbild); [Wahre Liebesgeschichte einer Deutschen zu einem beninischen Prinzen, die einen interessanten Einblick in die Gesellschaft und Religion von Benin gibt.]
  • Caulfield, Annie; Show Me the Magic: Travels Round Benin by Taxi; London 2002 (Viking); ISBN 0-6709-1211-5
  • Toda, Astrid; Knigge für Benin, Westafrika; [Bruckmühl] 2019 (Förderverein Bildungswerk Westafrika)
Allgemeines
  • Debourou, Djibril; Société baatonnu du Nord-Bénin: son passé, son dynamisme, ses conflits et ses innovations; Paris 2012 (Harmattan); ISBN 9782336006338
  • Edgerton, Robert B.; Warrior women: the Amazons of Dahomey and the nature of war; Boulder 2000 (Westview); ISBN 0813337119
  • Harding, Leonhard; Königreich Benin: Geschichte, Kultur, Wirtschaft; München 2009 (Oldenbourg); ISBN 9783486597578
  • Monroe, J. Cameron; Precolonial state in West Africa: building power in Dahomey; Cambridge 2014 (Cambridge Unv. Pr.): ISBN 9781107040182; [Königreich Dahomey; Geschichte 1600-1900]
  • Sommer, Jörn; Unterschlagen und verteilen: zur Beziehung von Korruption und sozialer Kontrolle im ländlichen Bénin; Frankfurt 2001 (Spahn); ISBN 359336882X; [Zugl.: Berlin, Freie Univ., Diss., 2000 u.d.T.: Korrupte Zivilgesellschaft]
  • Spahr, Thorsten; Benin-Bibliographie: mehrfach systematisierte, bilingual kommentierte Bibliographie zur Geschichte der Edo-Kultur im Königreich von Benin (Süd-Nigeria) = Benin bibliography; Mammendorf 2006; ISBN 9783866112094
  • Woehrl, Ann-Christine; Salm-Reifferscheidt, Laura; Voodoo: Leben mit Götter und Heilern in Benin; München 2011 (Herbig); ISBN 9783724310402

Weblinks[Bearbeiten]

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