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Thailand

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Lage
Karte von Südostasien mit eingezeichneter Lage von Thailand
Flagge
Flagge von Thailand
Kurzdaten
Hauptstadt Bangkok
Staatsform Konstitutionelle Monarchie
Währung Baht (THB),
1€ = ฿40,64 (23.08.2015)
Fläche 514.000 km²
Bevölkerung 69,5 Mio
Sprachen Thai, regionale Minderheitensprachen, Englisch als Zweitsprache und im Tourismus
Religionen Buddhismus (Theravada) 95 %, Islam 4 %, Christentum 0,7 %, Hinduismus 0,1 %, andere 0,2 %
Telefonvorwahl +66
Internet TLD .th
Zeitzone UTC+7 (MEZ+6, MESZ+5), keine Sommerzeit

Thailand (thailändisch: ประเทศไทย, Prathet Thai, gesprochen: bprà-têet tai) liegt in Südostasien. Es grenzt an Myanmar, Laos, Kambodscha und Malaysia. Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele in Asien. Es ist ein klassisches Reiseland für Rucksacktouristen, verfügt über Angebote für Pauschal- und Ressorturlauber und ist beliebt bei Europäern, die ihren Ruhestand im Süden verbringen wollen. Die Strände im Süden locken Badeurlauber, die Nationalparks Naturliebhaber und die teils zum Welterbe zählenden historischen Stätten Kunst- und Geschichtsinteressierte.

Regionen[Bearbeiten]

Thailand ist administrativ in 76 Provinzen aufgeteilt, die sich fünf geografischen und kulturellen Regionen zuordnen lassen.

Die Regionen Thailands
  Nordthailand: Chiang Mai ·  Chiang Rai ·  Mae Hong Son ·  Sukhothai ·  Uthai Thani ·  Uttaradit ·  mehr ...

mit den Städten Chiang Mai, Chiang Rai, Sukhothai und den Gebirgsregionen (Goldenes Dreieck).
  Nordostthailand: Buriram ·  Khon Kaen ·  Nong Khai ·  Nakhon Ratchasima ·  Udon Thani ·  mehr ...

auch als Isan bekannt, der touristisch noch weitgehend unerschlossene Nordosten des Landes - Reisfelder, Hochebenen und kulturelle Schätze, reiche Musiktradition, mit den Städten Nong Khai, Nakhon Ratchasima, Udon Thani, Khon Kaen
  Zentralthailand: Ayutthaya ·  Kanchanaburi ·  Phetchaburi ·  Prachuap Khiri Khan ·  mehr ...

mit der Hauptstadt Bangkok, dem zentralen Tiefland und der historisch bedeutenden Stadt Ayutthaya
  Ostthailand: Chanthaburi ·  Chon Buri ·  Rayong ·  Sa Kaeo ·  Trat ·  mehr ...

östlich von Bangkok bis zur Grenze zu Kambodscha, mit dem Touristenzentrum Pattaya, vielen Stränden und den Inseln Ko Samet und Ko Chang
  Südthailand: Chumphon ·  Krabi ·  Phang Nga ·  Phuket ·  Satun ·  Surat Thani ·  mehr ...

bekannt für die Inseln Phuket, Ko Phi Phi, Ko Samui, Ko Pha-ngan und Ko Tao mit ihren palmengesäumten Stränden und einigen der besten Tauchspots in Südostasien. Am Festland (Isthmus von Kra) gibt es eine Reihe von Nationalparks (Urwälder) zu besuchen
Karte von Thailand

Städte[Bearbeiten]

  • Bangkok – Politische, wirtschaftliche sowie kulturelle Hauptstadt des Landes und Weltmetropole
  • Ayutthaya – historische Hauptstadt mit einer Vielzahl historischer Bauwerke
  • Chiang Mai – größte Stadt im Norden und frühere Hauptstadt des Lanna-Thai-Reiches, Ausgangspunkt für Reisen in die Berge des Nordwestens
  • Chiang Rai – Stadt im äußersten Norden
  • Hat Yai – Großstadt im Süden unweit der malaysischen Grenze
  • Hua Hin – traditionelles Urlaubsziel der thailändischen High Society, auch heute noch mit dem Flair früherer Glanzzeiten. Das ehemalige Badeparadies ist sicher eine Reise wert.
  • Kanchanaburi – Im Westen des Landes. Mit der legendären Brücke am Kwai zieht dieser Ort einige Touristen an.
  • Nakhon Ratchasima – größte Stadt im Nordosten, dem Isan, auch Korat genannt
  • Nakhon Si Thammarat – geschichtsträchtige Stadt in Südthailand
  • Pattaya – früher ein kleines Fischerdorf, in den 1980er Jahren die touristische Boom-Town Thailands; Hotel-(Beton-)Burgen und berüchtigtes Nightlife. Hier erwarb das Land leider seinen schlechten Ruf, als sich amerikanische Soldaten während des Vietnamkrieg nach dem Bombardieren der Bevölkerung dort entspannten bzw. „austobten“.
  • Phuket – das touristische Zentrum Südthailands, Traumstrände in der Andamanensee und Massentourismus in der Inselhauptstadt
  • Songkhla – hübsches Städtchen in Südthailand auf einer Landzunge mit langem Meeresstrand.
  • Sukhothai – die erste Hauptstadt des Thai-Reiches, sehenswerter Geschichtspark mit Ruinen aus dem 13. und 14. Jahrhundert
  • Surat Thani – Hafenstadt im Süden, Fährverbindungen nach Ko Samui, Ko Pha-ngan, Ko Tao und in die südlichen Länder Malaysia, Singapur und Indonesien

Eine ausführliche Liste der Orte Thailands findet man hier.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Vorschläge für eine einmonatige Reiserouten gibt es hier.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Keramik aus Ban Chiang

Die ältesten menschlichen Überreste, die auf dem Boden Thailands gefunden wurden, sind eine Million bis 500.000 Jahre alt. Aus der Zeit um 40.000 Jahre vor heute stammende Steinartefakte wurden unter Felsüberhängen in Nord- und Südthailand gefunden. Reiche Zeugnisse einer ersten höherentwickelten, bronzezeitlichen Zivilisation rund um Ban Chiang (Provinz Udon Thani) wurden auf das 3. Jahrtausend v. Chr. datiert. Sie gehören zum Weltkulturerbe. Im 3. Jahrhundert v. Chr. kamen erste buddhistische Missionare aus Indien nach Südostasien, auch auf das Gebiet des heutigen Thailand. Überhaupt gab es intensiven kulturellen Austausch mit dem indischen Subkontinent und die thailändische Kultur ist bis heute stark von der indischen beeinflusst. Die Region, zu der auch das heutige Territorium Thailands zählt, wurde damals von den Indern Suvarnabhumi („Goldland“) genannt und war auch den Griechen und Römern bekannt. Man darf sich darunter aber wohl keinen einheitlichen Staat oder Reich vorstellen.

Dvaravati, Sukhothai, Ayutthaya[Bearbeiten]

Kulturdenkmäler aus der Sukhothai-Periode
Ayutthaya
Historische Karte von Siam und umliegenden Ländern, Frankreich, 1686

Vom 6. bis 11. Jahrhundert bestand im heutigen Zentralthailand Dvaravati – ein politisches und kulturelles Netzwerk von buddhistischen Stadtstaaten, die vermutlich überwiegend vom Volk der Mon bewohnt und beherrscht wurden. Ähnliche Staaten gab es auch in Nord- und Nordostthailand. Aus dieser Zeit sind viele sehr kunstvolle Buddhastatuen und Gesetzesräder (Dharmachakras), aber auch Münzen überliefert. Südthailand gehörte hingegen vom 7. bis 13. Jahrhundert zu Srivijaya, einer Art buddhistischer „Hanse“ Südostasiens, deren Zentrum auf Java im heutigen Indonesien lag. Vom 9. bis 13. Jahrhundert gehörten weite Teile Thailands zum Einflussgebiet des Khmer-Reichs von Angkor. Auch aus dieser Zeit sind viele Kulturdenkmäler überliefert, vor allem in Nordostthailand (z. B. Geschichtspark Phimai und Phanom Rung) sowie in Lop Buri. Es gab aber auch immer wieder Versuche der weit von der Hauptstadt des ausgedehnten Reichs entfernten Provinzen, sich unabhängig zu machen.

Wann und woher das Volk der Thai nach Thailand eingewandert ist (oder ob es hier vielleicht schon seit jeher ansässig war), ist bis heute umstritten. Am wahrscheinlichsten ist wohl die These, dass es aus dem zentralen oder südlichen China stammt. Dort gibt es bis heute eine Vielzahl von Völkern, die mit dem Thai in sprachlicher und kultureller Hinsicht verwandt sind (z. B. die Zhuang im Autonomen Gebiet Guangxi). Die ersten Dokumente über die Anwesenheit der Thai stammen aus dem 12. Jahrhundert, was aber nicht unbedingt heißt, dass sie nicht schon wesentlich länger hier lebten.

Jedenfalls bildete sich im Verlauf des 13. Jahrhundert eine Vielzahl zunächst kleinerer Thai-Staaten heraus, die sich vielerorts von der Oberherrschaft Angkors lossagten. Die bedeutendsten dieser Staatswesen waren Lan Na rund um Chiang Rai und Chiang Mai im oberen und Sukhothai im unteren Nordthailand, Suphan Buri in Zentral- und Nakhon Si Thammarat in Südthailand. Insbesondere Sukhothai gilt als die Wiege der heutigen thailändischen Kultur, hier wurde Ende des 13. Jahrhunderts erstmals die thailändische Schrift verwendet und ein eigener Kunststil entwickelt, den man vor allem an besonders schönen und eleganten Buddhastatuen, etwa in den Geschichtsparks und Nationalmuseen von Sukhothai, Si Satchanalai und Kamphaeng Phet, bewundern kann. Das Königreich Sukhothai hatte zeitweilig die Vorherrschaft über weite Teile des heutigen Thailands, man darf aber deshalb nicht annehmen, dass es damals bereits einen einheitlichen thailändischen Staat gab, auch wenn manche Geschichtsbücher und -übersichten das so darstellen. Tatsächlich beruhte die Stärke des „Reiches“ vor allem auf dem persönlichen Charisma seines Königs Ramkhamhaeng. Nach seinem Tod schrumpfte es schnell wieder zusammen.

Im Jahr 1351 wurde den Chroniken zufolge das Königreich Ayutthaya gegründet, das sich bald zum vorherrschenden politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum entwickelte und während der folgenden Jahrhunderte die Vorherrschaft über Zentral- und Südthailand hatte. In Nord- und Nordostthailand gab es hingegen eigene Staaten, die Vorstellung einer einheitlichen thailändischen Nation bildete sich erst viel später – Ende des 19. Jahrhunderts – heraus (siehe dazu in den jeweiligen Regionalartikeln). Ab dem 16. Jahrhundert gab es regen Handel mit Japan, dem persischen und arabischen Raum sowie Europa. Auf die vorwiegend portugiesischen und niederländischen Händler folgten auch Missionare, ihre Versuche, die Thai für das Christentum zu gewinnen, blieben aber weitgehend erfolglos.

Die Europäer nannten das Land bis 1939 Siam, die Thai sprachen dagegen seit jeher von Müang Thai („Land der Thai“). Über Jahrhunderte befand es sich in Rivalität mit dem östlich angrenzenden Birma (dem heutigen Myanmar), die sich in einer ganzen Serie von Kriegen entludt. Dabei ging es nicht so sehr um die Vergrößerung des Territoriums, sondern vor allem um den Gewinn von Arbeitskräften, die im vormodernen Südostasien Mangelware waren. Im Jahr 1569 wurde Ayutthaya erstmals von den Birmanen erobert und zum Vasallen degradiert. Der charismatische und militärisch hochbegabte König Naresuan machte es aber binnen einer einzigen Generation nicht nur wieder unabhängig, sondern führte es sogar auf einen Höhepunkt seiner Macht und Ausdehnung. Französische Gesandte, die in der Zeit Ludwigs XIV. 1685/87 nach Siam kamen, berichteten, dass Ayutthaya eine der größten Städte der damaligen Welt wäre und in ihrer Pracht Paris in nichts nachstünde. Die Überreste davon sieht man heute im Geschichtspark Ayutthaya. Im Jahr 1767 wurde Ayutthaya – das damals durch Machtstreitigkeiten rivalisierender Adelscliquen geschwächt war – zum zweiten Mal von den Birmanen eingenommen, stark zerstört und anschließend endgültig als Hauptstadt aufgegeben.

Rattanakosin-Periode[Bearbeiten]

In dieser Situation wurde der nicht-adelige, aber militärisch äußerst fähige General Taksin zum „Mann der Stunde“. Er machte sich selbst zum neuen König, schüttelte in kürzester Zeit die birmanische Besatzung ab und führte in zahlreichen Eroberungszügen das Einflussgebiet Siams zu einer nie dagewesenen Größe. Dabei wurde unter anderem in der laotischen Hauptstadt Vientiane der Smaragdbuddha erbeutet, der heute eines der wichtigsten Symbole der thailändischen Monarchie und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bangkoks ist. Er machte Thonburi zu seiner Hauptstadt, heute ein Stadtteil Bangkoks. Taksin wurde aber 1782 wieder gestürzt. Er glaubte, auf dem Weg zu sein, ein neuer Buddha zu werden, und war angeblich verrückt geworden. Sein wichtigster Minister und General Chao Phraya Chakri bestieg den Thron und begründete die Chakri-Dynastie, die bis heute die thailändischen Könige stellt. Er verlegte die Hauptstadt auf die andere Seite des Chao-Phraya-Flusses, nach Rattanakosin, die Altstadt des heutigen Bangkok.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurden alle Länder Südostasiens bis auf Siam von europäischen Mächten kolonisiert. Auf einige dieser Gebiete hatte Siam bis dahin selbst Anspruch erhoben und sie als Teil seines Machtbereichs betrachtet (Laos, Kambodscha sowie Teile Birmas und Malaysias), musste sie aber nach und nach an Frankreich oder Großbritannien abtreten. Auch auf Teile Siams übten die Kolonialmächte erheblichen Einfluss aus, zwangen ihm sogenannte ungleiche Verträge auf, formal war es aber nie Kolonie – eine Tatsache, auf die man in Thailand bis heute stolz ist. Um die Bedrohung von außen abzuwehren, baute der damalige König Rama V. Ende des 19. Jahrhunderts den Staat völlig um: er schuf moderne politische Institutionen, modernisierte Verwaltung, Militär, Steuer- und Rechtswesen, holte ausländische Berater ins Land und ließ die Infrastruktur ausbauen. So entstand aus einem Feudalreich eine moderne Nation, zu der nun auch die Nord- und Nordostthailänder gezählt wurden, die man zuvor noch als „Lao“ angesehen hatte.

Das Demokratidenkmal in Bangkok erinnert an den Übergang Thailands von der absoluten zur konstitutionellen Monarchie

Nach einem unblutigen Staatsstreich im Jahr 1932 wurde die absolute durch eine konstitutionelle Monarchie abgelöst. Eine echte Demokratie konnte aber nicht entstehen. Trotz Lippenbekenntnissen zur Volksherrschaft hielten tatsächlich Militärs und Beamte die Macht in Händen. Der selbstherrliche Feldmarschall Phibunsongkhram, der von 1938 bis 1944 regierte, ließ zwar ein „Demokratiedenkmal“ bauen, orientierte sich aber an Hitler und Mussolini und führte Thailand aufseiten der Achsenmächte in den Zweiten Weltkrieg.

Zeitgeschichte[Bearbeiten]

König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) – seit 1946 Staatsoberhaupt

1946 bestieg König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) den Thron. Er amtiert bis heute als König und ist somit der dienstälteste Monarch der Welt. Er genießt wegen seiner Einflussnahme an Weichenpunkten der neueren Geschichte sowie seinem Engangement für zahlreiche soziale und wirtschaftliche Projekte die höchste Verehrung der meisten Thais. Eine öffentliche Debatte über seine Rolle ist allerdings untersagt und selbst sachliche Kritik kann mit harschen Strafen geahndet werden. Im Kalten Krieg war Thailand dann einer der engsten Verbündeten der USA und eine wichtige Basis für deren Angriffe im Vietnamkrieg. Das brachte Geld ins Land und trug zu einem Ausbau der Infrastruktur, vor allem in der Nordostregion bei. In Vietnam eingesetzte GIs durften von Zeit zu Zeit zu Kurzurlauben (Rest & Recreation) nach Thailand. Das trug zu Thailands Entwicklung als Tourismusdestination bei, aber auch zum Wachstum der Sexindustrie.

Ein Volksaufstand stürzte 1973 die langzeitige Militärdiktatur. Die instabile Demokratie wurde aber nur drei Jahre später – mit Verweis auf die kommunistische Bedrohung – wieder durch einen Militärputsch gestürzt. Nach 1980 kam es zu einer schrittweisen Liberalisierung. Die Wirtschaft boomte in der Zeit, die Industrie wuchs an Bedeutung, die Mittelschicht wuchs – Thailand wurde ein Schwellenland, das zu den „Pantherstaaten“ (Nachfolger der Tigerstaaten) gezählt wurde. Nach einem blutigen Konflikt zwischen militärgestützter Regierung und von der städtischen Mittelschicht getragener Opposition im Mai 1992 folgte eine Phase relativ stabiler Demokratie. Die liberale Verfassung von 1997 gewährte weitgehende demokratische Rechte. Zugleich wurde Thailand von der asiatischen Wirtschaftskrise schwer getroffen, konnte sich aber relativ schnell wieder erholen.

2001 gewann der in der Telekommunikations- und IT-Branche reich gewordene Milliardär Thaksin Shinawatra mit einem populistischen Programm die Wahlen. Er führte Mikrokredite für Kleinunternehmer und allgemeinen Zugang zur Gesundheitsversorgung ein, zeigte aber auch autokratische Tendenzen, schränkte Pressefreiheit und Opposition ein. Er führte einen blutigen „Krieg gegen Drogen“, außerdem eskalierte ab 2004 der bewaffnete Konflikt in den Südprovinzen. 2006 wurde Thaksin durch einen Militärputsch gestürzt. Seitdem befindet sich Thailand in einer immer wiederkehrenden politischen Krise, die vom Konflikt zwischen den sogenannten „Gelb-“ und „Rothemden“ gekennzeichnet ist. 2008 blockierten die „Gelben“ Regierungsgebäude und Flughäfen, 2009 und 2010 kam es zu blutigen Unruhen der „Roten“. 2011 gab es zwar freie Wahlen, 2013/14 kam es aber schon wieder zu Massenprotesten der Regierungsgegner, bei denen es auch tödliche Angriffe gab. Um diese zu beenden, ergriff das Militär abermals die Macht. Die Militärherrschaft unter Führung von General Prayut Chan-o-cha dauert bis heute an, die Rückkehr zur Demokratie wird immer wieder verschoben.

Bevölkerung und Religion[Bearbeiten]

Mönchsprozession vor der Statue des stehenden Buddha im buddhistischen Park Phutthamonthon (Provinz Nakhon Pathom)
San Phra Phum – „Geisterhäuschen“

Thailand gilt als eines der ethnisch homogensten Länder Südostasiens. 75 % gehören der namengebenden Volksgruppe der Thai an; und auch die größte Minderheit, die Nachfahren chinesischer Einwanderer, die ca. 14 % der Bevölkerung stellen, sind weitgehend integriert oder gar assimiliert. Deutlich von der Mehrheitsbevölkerung unterscheiden sich die Malaien, die in ganz Thailand 4 % der Bevölkerung stellen, in den drei südlichsten Provinzen aber in der Mehrheit sind. Bei ihnen gibt es separatistische Bestrebungen, die in einem teils mit terroristischen Mitteln geführten bewaffneten Konflikt resultierten. Verschiedene Minderheitengruppen, die in den Bergländern Nordthailands siedeln, werden als sogenannte „Bergvölker“ zusammengefasst und stellen ca. 1 % der Gesamtbevölkerung.

Thailand ist ein überwiegend buddhistisches Land, 94 % der Bevölkerung bekennen sich zu dieser Religion. Der Buddhismus ist zwar nicht offizielle Staatsreligion, der König muss aber immer ein Buddhist sein und faktisch sind doch recht starke Einflüsse dieser Religion auf Politik und Gesellschaft festzustellen. Der in Thailand praktizierte Buddhismus zählt zu der konservativen Theravada-Strömung, in der die schriftlichen Überlieferungen aus der Frühphase dieser Religion eine große Rolle spielen, die von einer streng hierarchisch organisierten Mönchsgemeinschaft gepflegt werden. Im Alltagsleben der meisten Thais spielt die Religion eine wichtige Rolle. Nicht nur, dass sie regelmäßig den Tempel besuchen, Geld- und Sachspenden (insbesondere Essen) an Mönche leisten, Geburten, Hochzeiten und Todesfälle mit religiösen Zeremonien begehen, auch das Karmadenken ist tief verwurzelt. Dies ist einerseits Antrieb zu Hilfsbereitschaft und guten Taten, um das eigene Karma zu verbessern, bringt aber auch eine gewisse Schicksalsgläubligkeit mit sich: mit bestimmten Missständen findet man sich einfach ab, weil diese eben Karma und somit nicht zu ändern seien.

Viele Thai glauben daneben aber auch an Natur-, Orts- und Hausgeister, denen ein Einfluss auf weltliche Probleme (z. B. Gesundheit oder Wohlstand) zugeschrieben wird. Hierin sehen sie ebenso wenig einen Widerspruch zur eigentlichen buddhistischen Religion wie in der Verehrung von hinduistischen Gottheiten oder solchen des chinesischen Volksglaubens. Auch Phänomene, die als Aberglaube bezeichnet werden können, sind weit verbreitet, z. B. Wahrsagerei, Horoskope, Amulette, Glaube an die besondere Bedeutung bestimmter Ziffern(-folgen).

4,5 % der Bevölkerung sind Muslime, vor allem die ethnischen Malaien in den Südprovinzen, aber auch „normale“ Thai sowie Nachfahren von Einwanderen aus West- und Südasien im ganzen Land praktizieren den Islam. Christen stellen weniger als 1 %, in letzter Zeit ist aber eine rege Missionstätigkeit, vor allem aus Amerika stammender Freikirchen, zu beobachten. Noch kleiner ist die Minderheit der Hindus. Allerdings verehren auch viele thailändische Buddhisten hinduistische Götter, ohne hierin einen Widerspruch zu sehen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bewässertes Reisfeld in Nordthailand. Reis ist Hauptanbauprodukt und Lebensgrundlage Thailands

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, er trägt etwa 10 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Industrie ist aber auch nicht zu vernachlässigen, so ist Thailand etwa weltgrößter Exporteur von Computer-Datenspeichern, also Festplatten u. ä., und zählt zu den zehn bedeutendsten Produktionsländern von Kraftfahrzeugen. Etwa 40 % der Thailänder sind immer noch in der Landwirtschaft tätig, obwohl diese gerade einmal 10 % zum Nationaleinkommen beiträgt. Wichtiges Anbauprodukt ist natürlich das Grundnahrungsmittel Reis, aber auch Naturkautschuk (hier ist Thailand Exportweltmeister), Obst (auch bei Ananas ist das Land Weltmarktführer), Zuckerrohr und Maniok. Thailand ist Mitglied der G20, zu der sich wichtige Entwicklungs- und Schwellenländer zusammengeschlossen haben.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Bei der Einreise ist ein mindestens noch sechs Monate gültiger Reisepass vorzulegen. Plant man einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen, erhält man das Visum nach der Ankunft mit dem Flugzeug gebührenfrei als Stempel im Pass. Bedingung für die Einreise ist auch ein bestätigtes Rückflugticket, ein Stand-By-Ticket ist nicht ausreichend. Einreisen auf dem Luftweg sind beliebig oft möglich. Bei einer Einreise über Land wird in der Regel nur ein Aufenthalt von maximal 15 Tagen eingetragen. Für ununterbrochene Aufenthalte von mehr als 30 Tagen ist ein vorab von einer thailändischen Auslandsvertretung ausgestelltes Visum erforderlich. Ein so genannter Visa Run nach 30 Tagen, also die Ausreise in ein Nachbarland und sofortige Wiedereinreise, ist nicht mehr gestattet. Ab Oktober 2015 gibt es für eine Gebühr von 5000 B Mehrfachvisa, die sechs Monate gültig sind.[1]

Das Visa on Arrival, auf das Schilder auf dem Flughafen hinweisen, ist für deutsche, österreichische und schweizerische Staatsbürger nicht notwendig. Mit dem Pass ist eine ausgefüllte Ein- und Ausreisekarte am Checkpoint vorzulegen. Diese Formulare werden während des Hinfluges ausgegeben und liegen auch im Flughafenbereich aus. Einzutragen sind neben Name und Passnummer unter anderem auch Beruf, eine Angabe zum Einkommen, die Nummer des Rückfluges sowie eine (Unterkunfts-) Adresse. Es ist nur der beabsichtigte Aufenthaltsort anzugeben. Jedoch werden in Einzelfällen durch die Behörden auch Befragungen durchgeführt und nähere Angaben oder sogar Nachweise verlangt. Nach der Website des deutschen Auswärtigen Amtes könnte das zum Beispiel manche Rucksackreisende treffen. Die Beamten wollen dabei feststellen, ob im konkreten Einzelfall die Ausreise nach Ablauf des Visums machbar und geplant ist und der Reisezweck dem eines Touristenvisums entspricht.

Ausländer sind verpflichtet, den Pass stets mit sich zu führen. Ausweiskontrollen sind in den Touristengebieten Bangkoks, aber auch in Pattaya, Chiang Mai oder Phuket nicht selten. Eine Fotokopie des Passes ist ausreichend, wenn auch eine Kopie der Seite mit dem Visum oder dem Einreisestempel mitgeführt wird. Der Pass ist im Zimmer- oder Hotelsafe besser aufgehoben. Die Rezeptionen der Hotels erstellen in aller Regel, eventuell gegen ein geringes Entgelt, eine solche Kopie.

“Overstay“

Wird die im Pass eingetragene Aufenthaltsdauer überschritten, fällt eine Gebühr von 500 Baht pro Tag ohne Visum für den Overstay an und es muss die sofortige Ausreise erfolgen. Kann die Gebühr nicht bezahlt werden oder überschreitet der Betrag die Grenze von 20.000 Baht, erfolgt üblicherweise die gerichtliche Verurteilung zu einer Geld- oder Gefängnisstrafe und weiteren Maßnahmen wie einer Wiedereinreisesperre von einem Jahr.

Ab 20. März 2016 gelten längere Wiedereinreiseverbote. Bei freiwilliger Ausreise gilt, wer 90-365 Tage überzogen hat 1 Jahr Wiedereinreiseverbot; ein bis drei Jahre überzogen: 3 Jahre; länger 5-10 Jahre. Wird der Ausreisepflichtige aufgegriffen und daher strafrechtlich belangt, gilt eine Wiedereinreisesperre von fünf Jahren für diejenigen, die ein Jahr oder weniger überzogen haben, ansonsten bis zehn Jahre. Zur Wohnortsermittlung müssen Hotels und Vermieter fürderhin per Internet der Einwanderungsbehörde Meldung über Ausländer machen.

Flugzeug[Bearbeiten]

Die Flugzeit von Deutschland nach Thailand direkt beträgt etwa 11 Stunden. Linienflüge sind überwiegend auf den internationalen Flughafen der Hauptstadt (Bangkok-Suvarnabhumi, kurz BKK) orientiert. Von dort aus stehen Anschlussflüge zu zahlreichen weiteren Zielen in Thailand zur Auswahl. Häufig starten diese aber auch vom alten Flughafen Bangkok-Don Mueang (DMK), dann ist ein Transfer erforderlich und es sollten mehrere Stunden Puffer eingeplant werden. mehr…

Direktflüge werden täglich von Thai Airways ab Frankfurt, München und Zürich angeboten, zudem von Lufthansa ab Frankfurt, Austrian Airlines ab Wien und Swiss ab Zürich angeboten. Als Billiglinie fliegt Eurowings zweimal pro Woche ab Köln/Bonn. Mehrere Wochen im Voraus gebucht liegen 700 € für einen Direktflug (FRA–BKK mit Thai Airways) im üblichen Rahmen. Bei Eurowings kommt man im Basic-Tarif (nur Handgepäck, kein Essen) bereits ab 340 € hin und zurück, im Smart-Tarif (inkl. 23 kg Gepäck, Mahlzeiten und Getränke) ab 440 €. Günstige Ticketpreise sind häufig auch bei den arabischen Airlines wie Qatar Airways, Etihad oder Emirates zu erzielen, die allerdings mit einer Zwischenlandung in Doha, Abu Dhabi bzw. Dubai nach Thailand fliegen.

Non-Stop-Flüge nach Phuket im Süden des Landes sind teilweise bei den Ferienfliegern wie Condor, Airberlin oder Eurowings auch ohne Pauschalangebot direkt bei der Airline oder über einen Reiseveranstalter buchbar.

Bahn[Bearbeiten]

Man kann mit dem Zug aus Singapur und Malaysia nach Thailand reisen.

Eine weitere Möglichkeit zur Einreise mit dem Zug von Malaysia nach Thailand ist die tägliche Verbindung von Butterworth nach Hat Yai - Bangkok. Tägliche Abfahrt ist um 13.40 Uhr (Malaiische Zeit)

Es gibt täglich mehrfache Verbindungen von Penang nach Hat Yai.

Auto/Motorrad/Fahrrad[Bearbeiten]

Es gibt täglich mehrere Verbindungen mit Sammeltaxis von Malaysia meist bis Hat Yai. Hinweis: In Thailand ist Linksverkehr! Wenn man vorhat sich ein Auto auszuleihen, was ab vier Personen günstiger ist als die Inlandsflüge, unbedingt auf ein Navigationsgerät bestehen!

Schiff[Bearbeiten]

Mobilität[Bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten]

Der Hauptbahnhof Hua Lamphong in Bangkok

Thailand verfügt über ein Schienennetz von über 4000 Kilometer Länge, das von Chiang Mai im Norden bis in den Süden an die malaysische Grenze führt und von der staatlichen Eisenbahngesellschaft State Railway of Thailand (thailändisch: การรถไฟแห่งประเทศไทย, gesprochen: gkaan ród fai hä̀äng bpra-têet tai), kurz SRT, betrieben wird.

Technisch gesehen liegt das Zugsystem noch mehrere Jahrzehnte in der Vergangenheit. Vor allem die Züge, die zum Teil seit über 60 Jahren im Einsatz sind, gelten als dringend renovierungsbedürftig. Dies hat zur Folge, dass regelmäßig Züge entgleisen. Dazu sind die Fahrzeiten im Vergleich zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln in Thailand sehr lang und Verspätungen von mehreren Stunden auch auf viel befahrenen Strecken keine Seltenheit.

Dritte Klasse im Sitzwaggon auf der Strecke Bangkok - Nong Khai

Die Bahn ist in der Attraktivität und in der Bedeutung für den Personenverkehr längst vom Fernbus oder dem Flugzeug überholt. Dennoch kann eine Bahnfahrt mit dem vorbeieilenden Geschehen auf den Bahnhöfen und der Landschaft vor dem Fenster interessanter Teil einer Thailandreise sein.

Fahrpläne und Preise sind auf der Website der SRT zu finden. Es gibt 1., 2. und 3. Klasse. Welche Abteile klimatisiert sind, hängt von der Art des Zugs ab. Die Preise sind sehr niedrig, in der dritten und oft auch noch in der zweiten Klasse günstiger als im Bus.

Eine gute Reisealternative ist eine Nachtfahrt in der 1. oder 2. Klasse im Schlafwagen. So kommt man relativ ausgeruht z.B. in Chiang Mai oder anderen entfernten Zielen an. In der 1. Klasse schläft man in einem eigenen Abteil mit zwei Betten und Klimaanlage. Oft ist die Klimaanlage sehr kalt eingestellt, sodass trotz verfügbarer Decke eine lange Hose und eine Jacke ratsam sind.

Die zweite Klasse in Nachtzügen gibt es sowohl als Schlaf- als auch als Sitzwaggons. Auch hier richtet sich die Art der Klimatisierung nach dem jeweiligen Zugtyp. In den Schlafwagen gibt es pro Abteil zwei übereinander gebaute Betten, die tagsüber zur Sitzbank umfunktioniert werden. Frische Bettwäsche gibt es in beiden Klassen.

Bus[Bearbeiten]

Doppelstock-Fernbus der höchsten Kategorie (999) der staatlichen Gesellschaft Bo.Kho.So. auf der Linie Bangkok–Nan
Einfache, nicht klimatisierte Busse in Ubon Ratchathani
Minivan im Linienverkehr Bangkok–Si Racha–Laem Chabang

Das Land verfügt über ein sehr gut ausgebautes Fernbusnetz. Die staatliche Transportgesellschaft Borisat Khon Song Chamkat (thailändisch: บริษัท ขน ส่ง จำกัด, gesprochen: bɔɔ-rí-sàt kǒn sòng, kurz thailändisch: บขส., gesprochen: bɔɔ kɔ̌ɔ sɔ̌ɔ), Englisch The Transport Co. Ltd. betreibt die meisten Busbahnhöfe und führt auch einen Teil der Fahrten durch, der übrige Teil wird von privaten Gesellschaften gefahren.

Jeder Ort, der vom Fernbusnetz erreicht wird, hat einen solchen Busbahnhof. Auch wenn es dann in kleinen Orten nur eine bestimmte Stelle am Straßenrand ist. Ausgewählte private Busunternehmen haben das Recht, die Busbahnhöfe der staatlichen Gesellschaft mit zu benutzen. Der Unterschied für den Fahrgast ist kaum wahrnehmbar, da Preise und Standards den Regeln der Staatsgesellschaft entsprechen.

Die Website von The Transport Co. Ltd. bietet nur wenige Informationen in Englisch und ist für eine Reiseplanung kaum brauchbar. Das Liniennetz ist stark auf die Hauptstadt Bangkok ausgerichtet. Bangkok verfügt über drei Busbahnhöfe, von denen jeweils Linien in einen bestimmten Teil des Landes verkehren. mehr...

Die Busse sind mit dem Logo der Gesellschaft versehen und das Fahrtziel oder die Relation auf Schildern oder mit fester Farbe angeschrieben. Die Unterschiede sind erheblich und Überschneidungen zwischen den Standards möglich. So hält der klimatisierte und komfortable Bus zwischen Ayutthaya und Bangkok sehr oft unterwegs für Schüler- und Berufsverkehr. Upcountry fern von Bangkok wären für ein ähnliches Angebot kaum Fahrzeuge mit Aircon unterwegs.

Neben den unklimatisierten Bussen auf Linien über die Dörfer gibt es diese Fahrzeugklassen

  • Second Class - mehr Zwischenstops als First Class und mit Umwegen über die Landstraßen unterwegs, Busse blau und weiß mit orangenem Streifen, mit Klimaanlage und häufig Toilette an Bord
  • First Class - unterwegs auf direkten Routen mit wenigen Zwischenstops, Busse in blau und weiß mit Klimaanlage und Bordtoilette
  • VIP oder 999 - Busse mit 32–34 Sitzen auf First Class Linien mit Klimaanlage und Bordtoilette. Die Sitze lassen sich recht weit zurücklehnen. Im Preis enthalten ist eine einfache Mahlzeit, häufig während eines Zwischenstopps
  • Super-VIP - ähnlich wie VIP-Busse, aber nur 24 Sitze (daher mehr Beinfreiheit), anzutreffen auf Übernacht-Routen

In den klimatisierten Bussen wird die AC oft sehr kalt eingestellt, weshalb man auf diesen Fahrten einen Pullover oder eine Jacke bereithalten sollte.

Auf häufig verkehrenden Linien reicht es, das Ticket vor Abfahrt auf der Station am Schalter zu kaufen. Ohne weitere Nachfrage erhält man ein Ticket meist mit einem reservierten Sitzplatz für die nächste noch nicht ausverkaufte Abfahrt. Unterwegs verkauft die Schaffnerin. Für klimatisierte Busse kann man Tickets meist ab drei Tagen im Voraus erwerben, das empfielt sich für längere Touren und Nachtfahrten im VIP-Bus. Rund um thailändische Feiertage steigt die Nachfrage stark an, dann kann es ohne vorab gekauftes Ticket zu langen Wartezeiten kommen.

Von Privatunternehmen werden viele Verbindungen in der Regel mit Minibussen oder Vans angeboten. Die meisten Anbieter sind seriös, jedenfalls wenn man eine der üblichen Abfahrstellen aufsucht, die auch von Thailändern genutzt werden (diese werden in diesem Reiseführer in den jeweiligen Ortsartikeln genannt). Allerdings gibt es in diesem Geschäft Anbieter jeder Couleur und es kommt immmer wieder zu Berichten über Nepp, Diebstahl während der Fahrt und schlechte Fahrzeuge. Das ist insbesondere der Fall bei Firmen, die vorwiegend in ausgesprochenen Touristengebieten operieren. Vorsicht ist daher geboten, wenn man sich auf Schlepper einlässt. Will man sich in einem der zahlreichen Reisebüros nach einer Busverbindung erkundigen, verkaufen diese in der Regel ein Ticket eines privaten Anbieters.

Die besseren Busklassen sind Reisebusse, wie sie auch in Europa üblich sind, mit einem separaten Raum für Gepäck. Bei den Fahrzeugen auf Linien, die über Land von Dorf zu Dorf fahren, ist das nicht der Fall. Jedoch helfen Fahrer, Schaffner und Mitreisende oft, auch hier eine Lösung zu finden.

Flugzeug[Bearbeiten]

Inlandsflüge sind eine relativ günstige Alternative zu einer Fahrt über 12 Stunden zum Beispiel von Bangkok nach Chiang Mai, über Nacht mit dem Bus oder dem Zug. Das Inlandsflugwesen hat seit den 2000er-Jahren stark zugenommen. Die bedeutendsten Flughäfen außerhalb von Bangkok sind Chiang Mai und Chiang Rai (im Norden), Udon Thani (im Nordosten), Phuket, Hat Yai, Krabi und Ko Samui (im Süden). Sie werden mehrmals täglich von verschiedenen Gesellschaften bedient. Aber auch kleinere Regionalflughäfen haben zum Teil in wenigen Jahren ihre Passagierzahlen vervielfacht und werden nun täglich oder gar mehrmals täglich im Linienverkehr angeflogen.

Onlinebuchung ist üblich. Auch wenige Tage im Voraus sind Inlandsflüge oft noch buchbar. Die Flugbuchung über Reisebüros vor Ort ist auch möglich.

Diese Airlines betreiben Inlandsverbinungen:

Die Billiglinien Air Asia bietet eine große Anzahl Verbindungen in Asien und innerhalb Thailands. Es ist oft die preisgünstigste Variante. Der gesamte Verkehr in Bangkok läuft über den alten Airport Don Mueang (DMK).

Nok Air ist die Gesellschaft mit dem zweitgrößten Inlandsnetz. Ihr Drehkreuz ist ebenfalls Bangkok-Don Mueang.

Bangkok Airways wirbt mit dem Label Asia's Boutique Airline. Oft etwas höherpreisig als andere Airlines. Einige Flughäfen wie Ko Samui oder Sukhothai betreibt sie selbst und hat dort teilweise das Monopol inne.

Thai Airways ist die oft komfortabelste und bewährte Alternative, meist auch die teuerste. In Bangkok fliegt Thai Airways ab Suvarnabhumi (BKK). Seit der Gründung ihrer Regional- und Billigtochter Thai Smile hat die Muttergesellschaft nur noch wenige Ziele in Thailand, die meisten Inlandsziele werden nun von Smile bedient.

Zu beachten ist, dass die meisten Inlandsflüge am alten Flughafen Don Mueang abgewickelt werden, während fast alle Fernverbindungen den neuen Flughafen Suvarnabhumi nutzen. Die Entfernung beträgt fast 50 km und man sollte ein entsprechendes Zeitpolster beim Umsteigen auf Fernflüge einplanen.

Taxi[Bearbeiten]

Taxi mit Taxameter sind in Bangkok allgegenwärtig. In Städten wie Chiang Mai oder Pattaya beginnt die Verbreitung von Taxis als gewohntes Verkehrsmittel. In weiten Teilen des Landes ist der Taxistandard (klimatisierter Pkw, Taxameter) selten. Soweit verfügbar, ist es eine sehr bequeme Art des Vorwärtskommens. Allerdings sprechen viele Taxifahrer kein Englisch, eine Notiz mit dem Namen des Hotels oder des Fahrziels in Thai daher hilfreich.

Fernfahrten, teilweise auch Limousinenservice genannt, sind eine durchaus gebräuchliche Option für längere Strecken. Zum Beispiel vom Flughafen oder der Stadt Bangkok nach Pattaya für etwa 1400 - 1800 THB. Auch Hotels oder Reiseagenturen vermitteln diese Leistungen. Man kann sich problemlos 150 oder mehr Kilometer fahren lassen, darf dann aber vom Fahrer keine Ortskenntnisse erwarten.

Als weitere Alternative zur Fortbewegung seien noch die zahlreichen Motorradtaxis genannt. Keineswegs preiswerter als alle anderen Taxis, aber oft deutlich schneller und vor allem fahren sie auch in enge Gassen, benutzen Wege, die für normale PKW unpassierbar sind. Auch hier gilt, der Preis ist Verhandlungssache und Europäern gegenüber wird manchmal ein zu hoher Fahrpreis genannt. Fahrten von bis zu 10 Minuten sollten nicht mehr als 50 bis 80 THB kosten. Für weitere Strecken ist das Motorradtaxi ohnehin nicht empfehlenswert. Außerdem sind die Fahrten risikoreich, da die Fahrer oft sehr rasant unterwegs sind, und manche dem Fahrgast keinen Sturzhelm anbieten (darauf sollte man aber bestehen).

Songthaeo[Bearbeiten]

Volles Songthaeo in Pattaya
Leeres Songthaeo in Ubon Ratchathani

Songthaeo (auch Songthaew geschrieben; thailändisch: สองแถว, gesprochen: sɔɔ̌ng tää̌o; wörtlich übersetzt „zwei Reihen“) sind ein in vielen Teilen Thailands verbreitetes öffentliches Verkehrsmittel, in manchen kleineren Städten und ländlichen Regionen auch das einzige. Es handelt sich dabei um umgebaute Pickups oder Transporter mit zwei Sitzbänken auf der überdachten Ladefläche, auf der sich Fahrgäste seitlich zur Fahrtrichtung gegenübersitzen können.

Sie werden zumeist als Sammeltaxis oder Busersatz im Stadt- und Regionalverkehr eingesetzt. Meist folgen sie einer Linienführung, von der sie aber unter Umständen auch etwas abweichen können. Es gibt keine Haltestellen, sondern die Fahrgäste können das Fahrzeug bei Bedarf anhalten, indem sie es am Straßenrand heranwinken bzw. von innen einen Stop-Knopf oder eine Klingel betätigen. Die Songthaeos fahren nicht zu festgelegten Zeiten, sondern immer dann, wenn genügend Fahrgäste zusammengekommen sind. Wenn es sehr viele Fahrgäste sind, werden auch welche auf dem Trittbrett mitgenommen, die sich dann außen am Gestänge festhalten müssen. Das wird aber eher daran gewöhnten Einheimischen als einem unerfahrenen, ausländischen Reisegast zugemutet. Der in der Regel sehr niedrige Fahrpreis wird in den meisten Orten nach dem Aussteigen bei der Beifahrerin entrichtet, die als eine Art „Schaffnerin“ fungiert. Manchmal wird aber auch schon bei Fahrtbeginn kassiert. Manche Touristen und Expats bezeichnen Songthaeos als Baht-Bus, wohl weil früher mal der Preis von einem Baht pro Fahrt üblich war, oder als ironische Übertragung des amerikanischen Dollar van.

Seltener können Songthaeos auch für Privatfahrten individuell gechartert werden. Dann ist der Preis natürlich wesentlich höher. Was bei der Benutzung eines Songthaeo zu beachten ist, kann von Ort zu Ort etwas variieren, siehe dazu ggf. in den jeweiligen Orts- und Regionalartikeln.

Tuk-Tuk[Bearbeiten]

Tuk-Tuk-Handel in Udon Thani

Das Tuk-Tuk ist ein dreirädriges Gefährt mit Dach (Fahrer vorn, bis zu zwei Fahrgäste hinten). Da Tuk-Tuks kein Taxameter besitzen, sollte bzw. muss der Fahrpreis vor der Fahrt ausgehandelt werden. Preise für ein Tuk-Tuk übertreffen oft den Fahrpreis für ein Taxi, das auch noch nach dem Verhandeln. Dafür sitzt man direkt auf Höhe der Auspuffe der LKW und die Fahrweise der Fahrer stellt sich meistens als beängstigend heraus, ganz zu schweigen von Regengüssen, denen die Fahrgäste ausgesetzt sind. Jemand schrieb einmal, daß „eine Fahrt mit einem Tuk-Tuk im Verkehrsgetümmel Bangkoks eines der letzten großen Abenteuer Asiens“ sei. Das sollte jeder für sich herausfinden.

Ein Vorteil könnte es sein, dass sich Tuk-Tuks eventuell durch einen Stau quetschen können. Viele Tuk-Tuk-Fahrer arbeiten auch als Schlepper für Restaurants und Schmuckhändler. Oft wird man dann ohne Ankündigung irgendwo abgeliefert. Solche Schleppaktionen sind besonders häufig, wenn der Fahrpreis niedrig (unter 100 THB) ist. Persönliche Fragen („Woher kommen Sie?“, „Wie lange noch in Thailand?“) dienen der Optimierung der Schleppaktion. Man sollte die Fahrer nicht nach dem Weg fragen und ihnen keinen Glauben schenken, wenn sie erklären, eine Sehenswürdigkeit sei geschlossen.

Motorrad[Bearbeiten]

Motorräder (110, 125, 250 ccm) gibt es oft und günstig (meist zu 150.- THB/ Tag) zu mieten, die Viertakter verbrauchen erstaunlich wenig Sprit. Zwei oder auch drei Personen haben bequem Platz. Ein besonderes Augenmerk sollte der Versicherung gelten: Während im Norden üblicherweise nur eine geringe Selbstbeteiligung im Schadensfall fällig wird, zahlt man im Süden alles selbst. Hat beispielsweise der Besitzer den Motor schlecht gewartet und er versagt, zahlt man mal eben einen neuen! Bei einem Unfall allerdings darf man sowieso alles zahlen, da es keine Haftpflicht gibt.

Empfehlung: Achten Sie darauf, dass das Motorrad mit einem allumfassenden Versicherungsschutz zur Nutzung überlassen ist.

Es gibt in Thailand wie bei uns eine Haftpflichtversicherung. Man erkennt es an den grünen Plaketten mit der Jahreszahl. Da die buddhistische Zeitrechnung gegenüber unserer um 543 Jahre voraus ist, trägt ein gültiges Versicherungspickerl für 2016 die Zahl 2559. Die Unfallschuld wird in der Regel nach dem vermuteten Vermögen der Unfallgegner geregelt. Sind nur Thailänder beteiligt, wird daher dem hubraumstärkeren Fahrzeug Schuld gegeben. Bei Unfällen mit einem von einem Ausländer gemieteten Fahrzeug wird in der Regel der Ausländer für schuldig erklärt. Aus Ihrem Rechtsverständnis mag das zwar ungerecht erscheinen. Bedenken Sie aber bitte, dass thailändische Polizisten eher ein Herz für schuldige, aber arme Thailänder haben als für unschuldige, aber reiche Ausländer. (Eine solche Praxis, die sich nicht an der Schuldfrage, sondern am sozialen Ausgleich orientiert, ist in vielen Ländern der Welt üblich; vgl. den Artikel Dominikanische Republik)

Außer einer „Spende“ von umgerechnet vier Euro für die notleidende (ohne Ironie!) Polizei, kostet Sie diese Erfahrung nichts, weil die thailändische Versicherung Ihres Fahrzeugs alle weiteren Kosten übernimmt. Alternativ können Sie natürlich auf Ihr Recht der Unschuld bestehen. Nehmen Sie sich einen Anwalt (Anwaltsliste der deutschen Botschaft), der Ihren Sprachkenntnissen genügt und bereiten Sie eine Überweisung von 1.000 - 1.500 Euro vor. Der Ausgang des Verfahrens ist selbstverständlich offen. Auch das Herz des Richters schlägt wahrscheinlich auf der Verliererseite.

Sprache[Bearbeiten]

Beispiel der thailändischen Schrift: der vollständige thailändische Name Bangkoks

Einzige Amtssprache ist Thailändisch (kurz Thai). Es gehört zusammen mit Laotisch und Sprachen von ethnischen Minderheiten in China (z. B. Zhuang) und Myanmar (z. B. Shan) zur Tai-Kradai-Sprachfamilie. Die meisten Wörter sind einsilbig, bei mehrsilbigen Wörtern handelt es sich meist um Lehnwörter aus anderen Sprachen. Thai ist eine Tonsprache, das heißt dass dieselbe Silbe je nach Tonhöhe und -melodie verschiedene Bedeutungen haben kann (wie beim Chinesischen). Es gibt fünf verschiedene Töne: neutral, tief, fallend, hoch und steigend. Mit ein und derselben Silbe in verschiedenen Tönen kann man somit einen ganzen Satz bilden. thailändisch: ไม้ ใหม่ ไม่ ไหม้ ไหม (maái mài mâi mâi mǎi) bedeutet beispielsweise „Neues Holz brennt nicht, stimmts?“

Das macht das Erlernen der Sprache recht schwer, zumal es kaum Ähnlichkeiten mit europäischen Sprachen gibt. Andererseits ist die Grammatik eher simpel (es gibt zum Beispiel keine Artikel, weder Substantive noch Verben oder Adjektive werden gebeugt), sodass man, selbst wenn man sich nur ein paar Brocken Thai beigebracht hat, einfach darauflossprechen kann, ohne allzu viele Fehler zu machen und – mit etwas gutem Willen – auch verstanden wird. Die Bedeutung der Tonhöhen sollte man nicht überschätzen, da sich meist aus dem Kontext ergibt, welches der in Frage kommenden Wörter wohl gemeint sein wird. Wenn der thailändische Gesprächspartner über die komische Aussprache oder einen Fehler des Ausländers erheitert ist, sollte man sich nicht entmutigen lassen, sondern dies ebenfalls mit Humor nehmen. Eine Einführung bietet der Sprachführer Thai.

Thai wird mit einem eigenen Alphabet geschrieben, das zur Familie der indischen Schriften gehört, aber doch durch ganz eigene Buchstabenformen auffällt. Es handelt sich um eine Buchstabenschrift, wobei jedoch nur die Konsonanten als vollwertige Buchstaben gelten (es gibt 44 Konsonantenbuchstaben), die 23 Vokal- und vier Tonzeichen können nur in Kombination mit einem Konsonanten stehen. Da diese Schrift für Ausländer nur schwer zu erlernen ist, werden Orts- und Personennamen oft auch ins lateinische Alphabet transkribiert. Allerdings gibt es hierbei keinen einheitlichen Standard – der selbe Name wird teilweise ganz unterschiedlich wiedergegeben. Umgekehrt werden manche Namen ganz anders ausgesprochen, als die Schreibweise nahelegt. Deshalb ist es empfehlenswert, sich den Namen von Hotels oder anderen Reisezielen auch in thailändischer Schrift aufschreiben zu lassen, um sie beispielsweise einem Taxifahrer zeigen zu können.

Je nach Region gibt es verschiedene Dialekte bzw. Sprachen, die jedoch mit der Standardsprache der Zentralregion verwandt sind. Siehe dazu in den jeweiligen Regionalartikeln. Standard- bzw. Zentral-Thai wird aber in allen Landesteilen etwa in Schulen oder im Umgang mit Behörden verwendet und daher von fast allen Thailändern beherrscht. Das trifft auch auf die Angehörigen ethnischer Minderheiten zu, die untereinander ihre eigenen Sprachen sprechen, z. B. Malaiisch im äußersten Süden, Khmer (Kambodschanisch) in Teilen des Nordostens oder die Sprachen der sogenannten „Bergvölker“ im Norden.

Wenn thailändische Ausdrücke wortwörtlich ins Englische übersetzt werden, entsteht „Tinglish“, wie auf dieser Speisekarte.

Englisch wird oft als Zweit- oder Verkehrssprache Thailands bezeichnet. Tatsächlich findet man fast überall im Land zweisprachige Beschilderung (auch wenn das Englisch manchmal etwas fehlerhaft sein kann), nicht nur auf Straßenschildern und Wegweisern, in Verkehrsmitteln, an Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Einrichtungen, sondern auch in vielen Geschäften sowie auf Speise- und Getränkekarten. Deshalb darf man sich aber nicht zu der Annahme verleiten lassen, dass hier wirklich überall fließend Englisch gesprochen wird. Tatsächlich sind thailändische Schüler bei mehreren Tests der Englischfähigkeiten in ganz Südostasien auf dem letzten Platz gelandet – trotz der großen Bedeutung des internationalen Handels und Tourismus für dieses Land.

Wo Reisegäste ohne Thaikenntnisse auf Thailänder treffen, die sich zwar mühe geben, aber auch nur geringe Englischkenntnisse haben, wird oft zu „Tinglisch“ gegriffen – einer Mischsprache aus Thai und Englisch. Englischsprachige Wörter werden mit thailändischem Akzent ausgesprochen (z. B. wird ‚r‘ oft durch ‚l‘, ‚v‘ durch ‚w‘ und ‚sh‘ durch ‚ch‘ ersetzt, die jeweils letzten Laute einer Silbe können ganz anders oder überhaupt nicht ausgesprochen werden – „fish“ klingt dann genauso wie „fit“). Die Betonung fällt stets auf die letzte Silbe eines Wortes. Die Grammatik wird stark vereinfacht: Artikel fallen weg, Verben werden nicht konjugiert. Substantive, Verben und Adjektive werden nicht unterschieden und sind austauschbar: z. B. „The shirt is fit“ statt „The shirt fits you“. Zum Teil wird die Wortstellung vertauscht: anders als im Englischen steht das Bestimmungswort oder Adjektiv hinter dem Grundwort, also z. B. „bar beer“ statt „beer bar“ oder „room big“ statt „big room“. Bestimmte thailändische Begriffe oder Redewendungen werden Wort für Wort ins Englische übersetzt. Klassisch ist etwa die Wendung Same same, but different, was „so ähnlich, aber doch anders“ bedeuten soll. Dieser „Satz“ ist auf T-Shirts gedruckt ein beliebtes Andenken. Oder auch Where you go? für „Wohin des Wegs“ – im Thailändischen ein üblicher Gruß gegenüber Reisenden, auf den keine ernsthafte Antwort erwartet wird (etwa wie beim englischen How do you do?). Das Ganze ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kann sich nach und nach „reinhören“. Bei Verständnisproblemen fragt man zur Not noch mal nach.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Eine Reise mit dem luxuriösen Eastern & Oriental Express von Singapur bis Bangkok bzw. umgekehrt.
  • Badeurlaub an den Stränden des Golfs von Thailand und der Andamenensee im Süden und Osten
  • Bootstouren (Segeln, Kanu, Motorboot) durch die Inselwelten Südthailands
  • Tauchen und Schnorcheln – Ko Tao ist bekannt für seine Tauchschulen; fortgeschrittene Taucher finden in der Andamanensee mehrere der schönsten Tauchspots der Welt (siehe unter Südthailand#Aktivitäten).
  • Trekking (ganz- oder mehrtägige Wanderungen mit Camping) durch das Bergland Nordthailands
  • Seilrutschen durch den Dschungel Nordthailands
  • Elefantenreiten
  • Besuch eines Muay-Thai-Kampfes (Thaiboxen) oder Teilnahme am Muay-Thai-Training – dies ist der thailändische Nationalsport
  • Besuch einer Cabaretshow mit Transvestiten – die Kathoey oder „Ladyboys“ gehören seit Langem zu den Eigenheiten der thailändischen Kultur

Einkaufen[Bearbeiten]

Geld[Bearbeiten]

Thailändische Geldscheine

Die Landeswährung ist der Thailändische Baht, die gebräuchliche Kurzform ฿ oder THB. In Thai geschrieben บาท oder abgekürzt , wird das Wort mit einem langen 'a' ausgesprochen. Als Münzen gibt es 1, 2, 5 und 10 Baht. Münzen zu 25 oder 50 Satang (100 Satang entsprechen 1 Baht) werden kaum noch genutzt. Als Banknoten sind Scheine zu 20, 50, 100, 500 und 1000 Baht im Umlauf. Straßenverkäufer oder viele kleine Händler können oft keine großen Scheine wechseln, während Super- und Minimärkte wie 7-Eleven darauf eingestellt sind. In schlechtem Licht kann der 500 Baht-Schein in blaurot leicht mit dem 100er in rot verwechselt werden: Es ist geschickt die 500er separat zu halten oder im Unterschied zu den anderen Scheinen einmal gefaltet in die Geldbörse zu packen.

Der Wechselkurs schwankt nicht sonderlich stark und lag zuletzt über mehrere Jahre etwa bei 40 THB für einen Euro. Gab es im April 2014 noch 44 THB für einen Euro, sind seit den Wechselkursverlusten des Euro gegenüber dem US-Dollar Anfang 2015 eher 36 bis 38 THB für einen Euro üblich.

Geldautomaten (ATM), die praktisch immer auch eine Menüführung in Englisch haben, sind weit verbreitet. Der übliche Höchstbetrag bei der Auszahlung sind 10.000 THB. Verfügt man über eine Karte, die kostengünstig den Auslandseinsatz erlaubt und im Heimatland zum Devisenkurs umrechnet, sind die ATM ein praktischer Weg, um an Bargeld zu kommen. Doch auch hier gibt es einen Nachteil: Für jede Transaktion mit einer ausländischen Karte wird ein Aufschlag von 150 THB erhoben. Es erfolgt ein Hinweis auf diese surcharge mit der Möglichkeit, die Transaktion abzubrechen. Einzig an Geldautomaten der AEON-Bank soll dieser Aufschlag nicht erhoben werden.

Die gängige Alternative ist der Umtausch in einer der ebenfalls, in touristischen Gebieten auch reichlich vorhandenen Wechselstuben. Ein- und Ausfuhr ausländischer Währungen ist ebenso wie die von Baht unbegrenzt gestattet, nur müssen wertmäßig höhere Beträge als 20.000 US-$ bei der Einreise deklariert werden. Sofern man nicht den Platz mit dem schlechtesten Wechselkurs im Viertel erwischt, ist es sogar möglich, die Kosten des Geldtausches am Automaten (um ein paar Baht) zu schlagen. Wegen des fixen Aufschlages am ATM sollten kleinere Beträge wie 50 oder 100€ an einer Wechselstube getauscht werden. In sehr ländlichen Gegenden, wozu auch einige weniger erschlossene Inseln zählen, gibt es keine Wechselstuben oder Geldautomaten; man sollte sich rechtzeitig ausreichend Bargeld besorgen. Hotels wechseln ebenfalls, oft aber zu sehr ungünstigen Kursen.

Kreditkarten wie Mastercard und VISA werden in touristischen Einrichtungen wie Hotels und Restaurants ebenso wie in Einkaufszentren akzeptiert. Gelegentlich wird jedoch ein Zuschlag bei der Zahlung mit Kreditkarte verlangt; oder die thailändische Partnerbank des Unternehmens rechnet bereits zu einem ungünstigen Kurs in die Heimatwährung um. In solchen Fällen ist Barzahlung die günstigere Alternative.

Märkte[Bearbeiten]

Ein schwimmender Markt – früher gang und gäbe, heute nur noch eine Touristenattraktion.

Einkaufen oder besser gesagt Shopping gehört zu den Dingen, die Thais liebend gern und mit viel Ausdauer tun. So gibt es immer noch eine große Anzahl von Märkten. Selbst Haushaltsgegenstände und Wohnungseinrichtungen werden an Marktständen gehandelt, von denen es dann für eine Gruppe von Produkten meist gleich mehrere nebeneinander gibt. Manche Plätze versorgen eher Wiederverkäufer. Bankgkok verfügt über eine große Zahl sehr unterschiedlicher, teilweise schon sehr lange bestehender Märkte.

Viele Waren sind recht günstig zu haben, auch Bekleidung. Für den asiatischen Markt hergestellte Produkte, oft von passabler Qualität, sind ebenfalls preisgünstig. Auffallend billige Markenartikel dürften jedoch nicht echt sein.

Mehr ein Freizeitvergnügen sind die inzwischen in fast jeder Stadt vorhandenen Nachtmärkte. Neben Souvenirs, vielerlei Schnickschnack bis zu Kunstgewerbe und den nahezu unvermeidlichen Massageangeboten gibt es auf Nachtmärkten auch eine reichliche Essensauswahl. Bekannt ist der Night Bazar in Chiang Mai. Teilweise sehr touristisch ist der Chatuchak-Wochenendarkt im nördlichen Bangkok. Thais bevorzugen da eher das MBK nahe dem Siam Square, das mit seinen vielen kleinen Marktständen mit viel Krimskrams eine eigene Atmosphäre hat. An allen derartigen Plätzen ist Handeln üblich oder mindestens einen Versuch wert. Vor allem, wenn es keine ausgezeichneten Preise gibt und man den Händler nach dem Preis fragt. Wie immer beim Handeln gilt, dass man schon eine Vorstellung vom Wert der Ware haben sollte oder sich wenigstens vorab überlegt was man zu zahlen bereit ist.

Einige wenige Schwimmende Märkte gibt es noch, sie haben dank der Touristen überlebt. Mancherorts (z.B. in Pattaya) wurden sie sogar neu angelegt, um Pauschalurlaubern eine weitere Attraktion zu bieten.

Bekannt und beliebt bei Käufern ist thailändische Seide. Viele Geschäfte bieten die Maßanfertigung von Anzügen an, ein Fehlkauf auf Grund mangelnder Qualität und Haltbarkeit ist aber nicht ausgeschlossen. Ein weiteres Ziel kauflustiger Touristen in Thailand sind kunsthandwerkliche Produkte aller Art. Dabei sind aber die internationalen Ein- und Ausfuhrbestimmungen zu beachten. Insbesondere die Regeln auf Grund von Artenschutzabkommen, wenn tierische oder pflanzliche Materialien geschützter Arten verwandt wurden. Von thailändischer Seite wird eher die verbotene Ausfuhr religiöser Gegenstände wie Buddhastatuen verfolgt.

Besondere Vorsicht ist bei Waren angezeigt, deren wahrer Wert nicht sofort ersichtlich ist. Das gilt zum Beispiel für Antiquitäten, Gold, Perlen, Schnitzereien, Keramik, Seide, Edelsteine oder Produkte aus Leder. Wenn noch ein Schlepper im Spiel ist und man gar nicht aus eigenem Antrieb zu diesem Händler gegangen ist, sollte jede Alarmglocke angehen. Hier wird sehr häufig versucht, minderwertige Produkte zu deutlich überhöhten Preisen an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Werbung mit der Registrierung bei der Tourismusbehörde T.A.T. gilt mindestens als umstritten: Ein Logo der Tourismus Authority of Thailand, darunter eine Registriernummer findet man auch sehr häufig in Reisebüros und Hotels. Sich auf die Echtheit eines solchen Zeichens zu verlassen in einem Land, in dem gefälschte Pässe und Führerscheine aller Herren Länder auf manchen Märkten offen gehandelt werden, könnte naiv genannt werden.

Einkaufszentren[Bearbeiten]

Siam Paragon in Bangkok, eines der größten Einkaufszentren Thailands und ganz Asiens

Einkaufstempel mit Filialen internationaler Luxusmarken, Malls mit ihren gepflegten, aber künstlichen Flaniermeilen – auch das hat Thailand zu bieten. So wie in Bangkok am Siam Square, in den Touristenorten an der Küste genauso wie im Zentrum vieler größerer Städte. Nett zum Schauen und Bummeln und um vor der Tageshitze in die Kühle der Klimaanlagen zu fliehen. Die meisten Malls haben große Food Courts, manche über mehrere Etagen mit viel – oftmals guter und recht günstiger – Systemgastronomie.

Es ist eine ganz andere Welt zu den traditionellen Märkten. Meist penibel sauber, werden überall die Umsätze gebont, zu jedem Kaffee der Kassenbeleg mit ausgewiesener Mehrwertsteuer ausgehändigt, alle Waren sind ausgepreist. Feilschen um den Preis wäre hier fehl am Platze.

Supermärkte[Bearbeiten]

In einigen Einkaufszentren der großen Städte, insbesondere Bankgok gibt es sehr große Lebensmittelmärkte, die ihren Pendants in westlichen Ländern in nichts nachstehen. Ein Besuch zum Stöbern lohnt sich durchaus. Da ist zum Beispiel das sehr internationale Angebot, oft auch nach Ländern sortiert. Man kann durch japanische, koreanische, mexikanische, britische, italienische und auch deutsche Markenartikel stöbern. Manche kennt man als deutscher Tourist, viele nicht. Das Angebot richtet sich an die Mittelschicht des Landes inklusive der Beschäftigten in den internationalen Firmen. Preise liegen auf westlichem, aus deutscher Sicht noch höherem Niveau, Thailand hat teilweise recht hohe Einfuhrzölle.

7-Eleven-Filiale in Chiang Mai

Weit verbreitet im ganzen Land sind Minimärkte, wobei die Kette 7-Eleven mit über 8.000 Filialen (Stand 2014) mit großem Abstand Marktführer ist. Deshalb wird das Wort se-wên in der thailändischen Umgangssprache schon synonym für diese Art Läden gebraucht. Knapp die Hälfte davon befindet sich im Großraum Bangkok, wo es meist nur wenige hundert Meter bis zum nächsten Laden sind, manchmal sind sogar zwei Filialen in Sichtweite voneinander. Die Läden sind unterschiedlich groß, vom Kiosk, der so klein ist, dass ihn Kunden gar nicht betreten können, sondern die gewünschten Produkt nur vom Verkäufer herausgereicht werden, bis hin zu solchen, die fast so groß wie ein kleiner Supermarkt sind. Typischerweise gibt es ein standardisiertes Sortiment von gekühlten alkoholfreien und alkoholischen Getränken, abgepackte süße und herzhafte Snacks und Fertiggerichte, eine kleine Auswahl Kosmetika, Zeitschriften, Zigaretten sowie Handykarten und -guthaben. 7-Eleven sind übrigens praktisch zum Geldwechseln: sie haben immer genug Wechselgeld, auch kleinste Produkte können ohne Murren mit einem großen Schein bezahlt werden, während kleine private Läden und Dienstleister dies oft ablehnen.

Für eine Flasche gekühltes Trinkwasser mit 0,5 bis 0,8l Inhalt bezahlt man im Minimarkt zwischen 6 und 10 THB. Manchmal weisen kleine Aufkleber an der Tür des Kühlregals auf Sonderangebote hin. Ausreichend symbolhaft gestaltet lässt sich trotz Thaischrift erkennen, bei welcher Marke zum Beispiel ein günstigerer Preis beim Kauf von zwei Flaschen gilt.

Der Alkoholverkauf ist auch hier – wie überall im Land – gesetzlich eingeschränkt: zulässig ist er nur zwischen 11 und 14 sowie von 17 bis 24 Uhr. Lediglich familiär betriebene Tante-Emma-Läden halten sich nicht daran, was weitgehend toleriert wird.

Ausfuhrverbote[Bearbeiten]

Antiquitäten dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung außer Landes gebracht werden. Zuständige Behörde ist das Department of Fine Arts, Na Phra That Road, Phra Nakhon, Bangkok 10200 (beim Nationalmuseum), Tel.: 02-2214817 oder 02-2217811 . Buddhastatuen oder -figuren, auch kleine, dürfen grundsätzlich nicht ausgeführt werden. Ausgenommen ist ein kleines Amulett, das man am Körper tragen kann. Bei gefälschten Markenprodukten und Produkten aus geschützten Tieren und Pflanzen stellt sich nicht nur das Problem der Ausfuhr, sondern es drohen vor allem bei der Einfuhr in europäische Länder hohe Geldbußen oder sogar ein Strafverfahren.

Küche[Bearbeiten]

Green Curry

Der thailändische Ausdruck für „essen“ bzw. „eine Mahlzeit einnehmen“ heißt thailändisch: กินข้าว, „gkin kâao“, wörtlich übersetzt „Reis essen“. Reis ist Bestandteil fast jeder Mahlzeit.

Schon zum Frühstück gehört Khao Tom (kâao dtôm), eine Reissuppe bzw. ein flüssiger Brei, für die der Reis mit viel Wasser und gemeinsam mit verschiedenen Zutaten gekocht wird. Sie ist milder als es bei Speisen in der thailändischen Küche oft üblich ist und wird vor dem Servieren meist mit frischen Frühlingszwiebeln, manchmal auch geröstetem Knoblauch, garniert. Khao Tom Kai (kâao dtôm gkai) bezeichnet eine Reissuppe mit Hühnerfleisch, Khao Tom Kung (kâao dtôm gkung) jene mit Garnelen. Viele Thailänder essen zum Frühstück mehr oder weniger die gleichen Gerichte wie zum Mittag- oder Abendessen. In Hotels in den Touristenregionen wird selbstverständlich auch kontinentales und/oder amerikanisches Frühstück angeboten. In kleineren Unterkünften abseits der Touristenpfade beschränkt sich das westliche Frühstücksangebot dagegen oft auf ungetoastetes Toastbrot, ein oder zwei Sorten Marmelade und Instantkaffee.

Die thailändische Küche ist bekannt für ihre Vielfalt und Raffinesse. Einflüsse anderer Länder Asiens wurden in die Thaiküche integriert. Reisgerichte werden mit dem Löffel (rechts) und Gabel (links) gegesssen, wobei nur der Löffel zum Mund geführt wird und die Gabel nur beim Hinaufschieben hilft. Klebreisgerichte in Nord- und Nordostthailand werden mit den Händen gegessen. Stäbchen finden nur für die ursprünglich aus China stammenden Nudelgerichte Einsatz. Die Zutaten – Gemüse, Fleisch, vor allem Huhn (gkai), daneben auch Rind (nüa) und Schwein (mǔu) – sind frisch und werden oft im Wok zubereitet, wodurch sie schnell erhitzt werden und ihren frischen Geschmack behalten. Wegen der Lage am Meer sind Fisch (bplaa) und andere Meeresfrüchte (aahǎan talee) ein wichtiger Bestandteil des Angebots.

Zutaten und Gewürze der thailändischen Küche

Die häufigsten Gewürze, neben Knoblauch (gkrà-tiam) und Chili (príg), sind Zitronengras (dtà-krái), Limettensaft, Tamarindensaft (náam má-kǎam), Galgant oder „Thai-Ingwer“ (kàa), Ingwer (kǐng), schwarzer Pfeffer (príg tai), Korianderblätter (pàk chii), „Thai-Basilikum“ (bai hoorápaa), Blätter der Kaffernlimette (bai má-gkrùud) und Austernsauce (náam man hǒi). Salz wird kaum verwendet, stattdessen sorgen Fischsauce (náam bplaa) und Garnelenpaste (gkà-bpì) für einen salzigen Geschmack. Gewöhnungsbedürftig ist mitunter die Schärfe mancher Speisen. Restaurants nehmen auf den Unterschied im Verständnis von „scharf“ zwischen Thai und Europäern üblicherweise Rücksicht. Anders im Straßenimbiss. Hier kann die Frage „Spicy?“ oder „Péd mǎi?“ helfen. Bei der Antwort „Mâi péd.“ (nicht scharf) kann man es auf einen Versuch ankommen lassen, bei „Péd mâak.“ (sehr scharf) vielleicht lieber nicht.

Gutes Essen ist den Thais wichtig. Speisen sind im Allgemeinen von hoher Qualität und sehr preiswert. Es gibt keine feste Menüplanung oder Gänge wie sie im Westen und im arabischen Raum üblich sind. Speisen werden zusammen serviert – auch ein Grund, nicht alleine, sondern in einer Gruppe essen zu gehen – und nach Lust und Laune zu kombinieren.

Jeder der vier Landesteile hat seine eigene Regionalküche, diese unterscheiden sich deutlich, sodass man eigentlich nicht von einer „thailändischen Küche“ sprechen kann. Die folgenden Gerichte entstammen vorwiegend der zentral- und südthailändischen Küche, wie man sie in Bangkok und den Küstenregionen bekommt. In Nord- und Nordostthailand gibt es ganz andere Gerichte, siehe dazu in den jeweiligen Regionalartikeln.

Rotes Curry mit gebratener Ente

Kokosmilch (gkà-tí) ist Bestandteil einer Vielzahl von Suppen, Curries und Saucen. Thailändische Curries (gkääng) unterscheiden sich von indischen Curries. Statt langem Einkochen wird ein Thai-Curry im Allgemeinen auf Basis von Curry-Pasten schnell zubereitet. Diese Pasten werden vorab im Mörser gestampft und halten sich dann einige Zeit. Im Norden Thailands ist ein Curry eher dünnflüssig ähnlich einer Suppe und wird gern mit Klebreis gegessen. Im Isan oder im Süden isst man eher cremige Currys. Typische Currygerichte sind Kaeng Khiao Wan (gkääng kiao wǎan; Grünes Curry, in der Regel mit Huhn), Kaeng Phet Kai (gkääng péd gkai; Rotes Curry mit Huhn und Bambussprossen) oder das auf die muslimische Bevölkerung Südthailands zurückgehende Kaeng Masaman (gkääng mátsàmàn) mit Rindfleisch und Kartoffeln.

Unbedingt einen Versuch wert ist die milde Tom Kha Kai (dtôm kàa gkai), eine Kokosmilchsuppe mit Hühnerfleisch, Pilzen, Tomaten, Zitronengras und Galgant. Die Stengel des Zitronengras und die Galgantwurzeln werden nur zur Würze mitgekocht und serviert – sie werden ebenso wie die harten Blätter der Kaffernlimette nicht mitgegessen. Eine sehr bekannte Suppe ist Tom Yam Kung (dtôm yam gkung), eine säuerlich-scharfe Garnelensuppe mit Pilzen, Zitronengras, Koriander, Galgant und weiteren Gewürzen.

Phat Thai gilt vielen als thailändisches Nationalgericht – hier mit frischen Garnelen

Einfache Gerichte sind verschiedene gebratene Reis- oder Nudelteller mit unterschiedlichen Zutaten – meist Gemüse, Ei und/oder Huhn, zum Beispiel Khao Phat Khai oder Khao Phat Kai (kâao pàd kài bzw. gkài; gebratene Reispfanne mit Ei bzw. Huhn) und das thailändische Nationalgericht Phat Thai (pàd tai; leicht scharfe Nudelpfanne mit Ei, Krabben, Bohnensprossen und wahlweise Fleisch oder Garnelen, die je nach Geschmack süß/sauer/salzig/scharf nachgewürzt werden kann). Eine schnelle Mahlzeit sind auch die aus der Küche Südchinas übernommenen Nudelsuppen (gkuǎi dtiǎo), wobei man sich die Art und Größe der Nudeln sowie die Fleischeinlage individuell wählen und je nach Geschmack nachwürzen kann. Überall in Thailand findet man auch Imbiss-Wagen, die am Straßenrand Hühnerfleischspieße, einfache Reisgerichte und Früchte anbieten. Ein beliebtes Gericht, was man an der Straße kaufen und auch im Gehen essen kann, sind Salapao (saalaa-bpao), die thailändische Version der chinesischen Baozi, eine Art Hefeklöße, mit verschiedenen, in der Regel herzhaften, Füllungen.

Fisch wird sowohl im Wok gebraten oder gegrillt angeboten. Ngob Plaah sind beispielsweise gewürzte und in Bananenblättern eingewickelt gegrillte Fischfilets.

Auswahl in Thailand verbreiteten Obsts: Sternfrüchte, Drachenfrüchte, Zimtäpfel, Longan; Mangos und Rambutan

Als Dessert wird meist frisches tropisches Obst - Papayas (má-lá-gkɔɔ), Mangos (má-mûang), Rambutan (ngɔ́) und Ananas (sàbbpà-rót) - oder mit Früchten gesüßter Klebreis in Bananenblättern bzw. süßer Klebreis mit Mango und Kokossauce (kâao niǎo má-mûang) gegessen. Eine Spezialität sind Durian-Früchte (tú-rian), deren Verzehr wegen ihres durchdringenden und von vielen als ekelerregend empfundenen Geruches in geschlossenen Räumen aber vielerorts ausdrücklich verboten ist.

Anmerkung: Die Schreibweise der Gerichte in lateinischer Schrift variiert teilweise von Restaurant zu Restaurant. Auf vielen Speisekarten wird eine Umschrift verwendet, die sich an der englischen Aussprache orientiert. Tom Yam Kung wird dann z.B. „Tom Yum Goong“ o. ä. geschrieben.

Nachtleben[Bearbeiten]

Vollmondparty auf Ko Pha-ngan

Als Partyhochburgen mit vielfältigen Angeboten im Nachtleben gelten Bangkok, Pattaya, Chiang Mai und Phuket (insbesondere Patong). In den übrigen thailändischen Städten gibt es meist eine Reihe von Kneipen und Bars, zum Teil mit Livemusik, aber selten mehr als zwei oder drei wirkliche Nachtclubs oder Diskotheken. International bekannt und mit Thailand assoziiert dürften die Vollmondpartys sein, die in Haad Rin auf Ko Pha-ngan ihren Ausgangspunkt nahmen und hier sicher ihren Höhepunkt haben, inzwischen aber auch, in kleinerem Ausmaß, auf anderen Inseln bzw. Küstenorten angeboten werden. Allerdings sei auf die Gefahren durch – zum Teil schwere – Kriminalität im Umfeld dieser Partys hingewiesen.

Alkoholische Getränke, insbesondere Bier, sind in Thailand nicht wesentlich günstiger als in Deutschland. Seit 2004 gibt es neue Sperrstundenregelungen. Discos, Bierbars und Massagesalons müssen in der Regel um 2 Uhr früh schließen. In den Touristenregionen, d. h. insbesondere auf den Inseln, gibt es jedoch zumeist keine Einschränkungen. Restaurants und Essstände dürfen durchgehend offen bleiben. Dadurch spielt sich das Nachtleben fast durchwegs auf der Straße ab. Die Leute sitzen rund um die Essbuden, holen sich ihre Getränke aus den durchgehend offenen Minimärkten 7-Eleven und es herrscht eine tolle Stimmung bis in die frühen Morgenstunden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Thailand ist ein stark auf den Tourismus ausgerichtetes Land. Es gibt ein sehr großes Angebot von Unterkünften aller Preis- und Komfortklassen, von kleinen Pensionen und Boutiquehotels bis zu Großhotels internationaler Ketten. In allen touristisch stark frequentierten Orten gilt das sowieso, aber selbst in Orten abseits der Touristenströme gibt es meist noch ein erstaunlich breites Angebot an Übernachtungsstätten.

Auch als Neuling in Thailand ist es nicht notwendig, ein Hotelzimmer oder Bungalow bereits vor der Reise zu buchen. Vor allem, wenn man noch nicht genau weiß, wo man hin will und was man unternehmen will. An den meisten Orten wird man selbst bei der Ankunft am Abend noch spontan ein Zimmer für dieselbe Nacht finden. Wer Mittelklasse- oder gar gehobene Hotels und Resorts ansteuert, für den lohnt sich jedoch zumeist eine vorherige Buchung über Reisebüros oder Onlinebuchungsportale, denn sie ist oft wesentlich billiger als der Listenübernachtungspreis, der direkt an der Rezeption angeboten wird. So kann es sogar günstiger sein, in letzter Minute vor dem Hotel stehend ein Zimmer online zu buchen, als ohne Buchung an die Rezeption zu gehen.

Unter Rucksackreisenden weltweit bekannt ist die Khao San Road in Bangkok, wo dutzende Schlafmöglichkeiten angeboten werden und alles zu finden ist, was ein unsicherer Erstreisender braucht, z.B. Reisebüros, Internetcafés und Restaurants mit hauptsächlich englischsprachigen Menükarten. Die Hostels bieten vom fensterlosen billigen Schlafkämmerchen bis zum Zimmer mit Fernseher und Klimaanlage an und es ist ein guter Ort, um in Thailand anzukommen und sich darüber zu informieren, wie es weitergehen soll.

Gute und saubere Hotelzimmer mit Klimaanlage, Doppelbett und Kühlschrank liegen vielerorts zwischen 750 und 1500 THB. Wobei es natürlich erhebliche Unterschiede zwischen Touristengebieten und Orten abseits der ausgetretenen Pfade gibt, zudem kann der Preis für ein und dasselbe Zimmer zwischen verschiedenen Jahreszeiten erheblich schwanken. So ist es beispielsweise zum Jahreswechsel fast unmöglich, ein Bungalow für zwei Personen auf Ko Phi Phi für 2500 THB zu bekommen. In der Nebensaison im Juni kostet derselbe Bungalow etwa 1500 THB.

Sollte man partout nichts auf eigene Faust finden, kann man sich problemlos an einen Taxifahrer wenden und ihn bitten, dass man zu einem preiswerten Hotel in der Nähe gefahren werden möchte oder sich von einem Tuk-Tuk-Fahrer in Bankgok „abschleppen“ lassen. Meist wird man dann nicht zu einem Hotel gefahren, sondern zu einem Reisebüro, wo natürlich versucht wird einem möglichst viel zu „verkaufen“. Man ist auf diese Art von Tourismus eingestellt und die Angebote sind durchaus brauchbar. Mit ein bisschen Handeln und Gespür für die ortsüblichen Preise kann sich so problemlos die nächsten Tage der Reise individuell zusammenstellen lassen oder auch einfach von Tag zu Tag neu entscheiden.

Man bekommt dann für jedes Hotel und für jeden Transfer (Reisebus, Flugzeug usw.) einen Umschlag mit Anweisungen, Uhrzeiten und Telefonnummern für den Notfall, falls etwas dazwischen kommt. Thailand ist prädestiniert für diese Art des Reisens, wo man eben nicht 14 Tage oder länger in einem Hotelkomplex zubringen muss, sondern unkompliziert das ganze Land bereist, ohne genau zu wissen wo es morgen hingeht.

Lernen und Studieren[Bearbeiten]

Mehrere thailändische Universitäten bieten „internationale“ Studiengänge an, die auf Englisch unterrichtet werden. Diese sind auch bei ausländischen Austauschstudenten beliebt. Am bekanntesten (und in internationalen Rankings führend) sind die Chulalongkorn-, Mahidol- und Thammasat-Universität in Bangkok sowie die Universiät Chiang Mai.

Beliebte Elemente der thailändischen Kultur, die man als Tourist erlernen kann, sind Thai-Massage, thailändisches Kochen und Muay Thai (Thaiboxen). In Bangkok, Chiang Mai und Phuket gibt es Schulen, die entsprechende Kurse für Reisende anbieten. Außerdem gibt es Intensiv-Sprachkurse für Thai als Fremdsprache.

Arbeiten[Bearbeiten]

Arbeiten ist mit dem Touristen-Visum grundsätzlich nicht möglich. Wer in Thailand eine Arbeitsstelle annehmen möchte, muss an einer thailändischen Botschaft oder Konsulat ein Non-Immigrant-Visum beantragen. Dazu muss der künftige Arbeitgeber einige Papiere bereitstellen. In den Anrainerstaaten sind die Beamten in den Botschaften und Konsulaten ziemlich streng, während in Europa das Ausstellen eines Non-Immigrant-Visums mit relativ geringem Aufwand möglich ist. Aber auch hier gilt: Ohne thailändischen Arbeitgeber gibt es auch in Europa kein Non-Immigrant-Visum!

Das Arbeiten für Ausländer ist von der Regierung eingeschränkt. Es gibt zahlreiche Berufe die für Ausländer gesperrt sind. Viele Schulen im ganzen Land werben westliche Ausländer als Englischlehrer, zum Teil auch für den „bilingualen“ Fachunterricht (z.B. Mathematik, Informatik), an. Ein Lehramtsstudium wird dabei in der Regel nicht vorausgesetzt.

Feiertage[Bearbeiten]

Songkran-Fest in Ayutthaya
Gesetzliche Feiertage
  • Neujahrstag: 1. Januar
  • Chakri-Tag: 6. April, zum Gedenken an König Rama I., der am 6. April 1782 die Chakri-Dynastie und die bis heute anhaltende Rattanakosin-Ära begründete.
  • Songkran (sǒng-gkraan; thailändisches Neujahr): 13. bis 15. April. Rechtzeitig zum Beginn des Hitzemonats wird dieses Fest meistens bereits schon Tage zuvor mit viel Wasser gefeiert. Traditionell werden an diesen Tagen Buddhastatuen gewaschen, ältere Familienangehörige geehrt und (je nach lokaler Tradition) Sand in den Tempel gebracht. In neuerer Zeit finden vor allem hemmungslose Wasserschlachten und Massenbesäufnisse statt. Neben Bangkok ist Chiang Mai der Ort, an dem dieses Fest besonders intensiv gefeiert wird.
  • Tag der Arbeit: 1. Mai.
  • Krönungstag des Königs: 5. Mai. Jahrestag der Krönungszeremonie von König Rama IX. (Bhumibol Adulyadej) am 5. Mai 1950.
  • Zeremonie des ersten Pflügens: im Mai, genaues Datum wird jedes Jahr neu von den Hofastrologen festgelegt; Beginn der Reisanbauphase, königliche Zeremonie mit brahmanischem Hintergrund.
  • Geburtstag der Königin und Muttertag: 12. August. Ausnahmezustand in Bangkok, nicht nur der Geburtstag der Königin, auch jeder andere feierliche Anlaß der Königsfamilie bringt ein Verkehrchaos in Bangkok. Dennoch ist ein Großteil Bangkoks farbenfroh mit Blumen geschmückt. Eilige Reisende sollten jedoch möglichst diesen Tag/Nachmittag in Bangkok meiden.
  • Chulalongkorn-Tag (Todestag König Ramas V.): 23. Oktober. Der damalige König brachte dem thailändischen Volk die jetzigen westlichen Einflüsse und wehrte zugleich englische und französische Kolonialisierungsversuche ab. In 42 Jahren auf dem Thron (1868–1910) entwickelte sich durch seinen Einfluß das damalige Siam zu einem modernen Staat.
  • Geburtstag des Königs, Vatertag und Nationalfeiertag: 5. Dezember. Ausnahmezustand in Bangkok, nicht nur wegen des Geburtstags.
  • Tag der Verfassung: 10. Dezember; erinnert an den 10. Dezember 1932, als Thailand, das damals noch Siam hieß, die erste Verfassung erhielt.
Loi Krathong in Chiang Mai
Religiöse und traditionelle Feste (keine gesetzlichen Feiertage)
  • Chinesisches Neujahr: Ende Januar oder Mitte Februar; nur in wenigen Provinzen behördlich anerkannt; da viele Ladenbesitzer ethnische Chinesen sind, schließen diese trotzdem ihre Geschäfte. Die Feierlichkeiten dauern drei Tage.
  • Magha Puja (maaká-buuchaa): Vollmond Ende Februar oder Anfang März, buddhistischer Feiertag; Alkoholverkauf verboten.
  • Vesakh (wísǎakà-buuchaa), zum Vollmond Ende Mai oder Anfang Juni; Alkoholverkauf verboten.
  • Asalha Puja (aasǎanhà-buuchaa) und Khao Phansa (kâo pansǎa), zum Vollmond im Juli, Beginn der Klausurzeit für Mönche, an vielen Orten verbunden mit Kerzenfest (am berühmtesten in Ubon Ratchathani); Alkoholverkauf verboten.
  • Ok Phansa (ɔ̀ɔg pansǎa) und Thot Kathin, zum Vollmond im Oktober, Ende der Klausurzeit für Mönche, Übergabe der neuen Roben; Alkoholverkauf verboten. An verschiedenen Orten Thailands ist das Fest mit unterschiedlichen Traditionen verbunden, etwa dem Lotus-Fest in Bang Phli (Provinz Samut Prakan) oder den Bootsprozessionen an mehreren Orten Nordostthailands.
  • Sat Thai (sàad tai), zum Neumond Ende September oder Anfang Oktober, Gedenktag für die Verstorbenen
  • Loi Krathong (loi gkrà-tong), zum Vollmond im November, Lichterfest zu Ehren der Flussgöttin. In Nordthailand verbunden mit dem Laternenfest Yi Peng.

Sicherheit[Bearbeiten]

Nützliche Telefonnummern
Polizei 191
Tourismuspolizei 1155
Feuerwehr 199

Die innenpolitische Lage ist seit Jahren instabil. Neuerlicher Höhepunkt war der Militärputsch im Mai 2014. Das Kriegsrecht ist zwar aufgehoben, das Militär verfügt aber immer noch über Sonderrechte mit erheblichen Einschränkungen der Versammlungs- und Pressefreiheit. Es ist ratsam, Demonstrationen und Menschenansammlungen zu meiden. Von Einschränkungen der Pressefreiheit sind auch elektronische Medien und das Internet betroffen.

Das deutsche Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in die südlichen Provinzen (Pattani, Yala, Narathiwat sowie Teile von Songkhla) an der Grenze zu Malaysia ab. Es besteht die anhaltende Gefahr terroristischer Anschläge, auch auf von Ausländern frequentierte Ziele. Hintergrund sind bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen muslimischen Separatisten und Polizei bzw. Militär.

Auch von Reisen in das Gebiet um die Tempelanlagen von Preah Vihear an der Grenze zu Kambodscha wird dringend abgeraten. Das Gebiet ist militärisches Sperrgebiet. Am 11. November 13 entschied der Internationale Gerichtshof über den Grenzkonflikt. Das Urteil haben beide Seiten akzeptiert, aber derzeit noch nicht umgesetzt.

Kriminalität: In den Städten oder größeren Menschenansammlungen (z.B. Strandparties) gilt dasselbe wie z.B. in europäischen oder amerikanischen Städten - Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste; insbesondere vor den trickreichen Taschendieben. Nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amts verzeichnet Thailand zunehmende Kriminalität (einschließlich Diebstahl, Vergewaltigung, Raubüberfall, teilweise mit Todesfolge), was insbesondere die Tourismushochburgen Phuket, Ko Samui und Pattaya betrifft.

Wie in den meisten Ländern Südostasiens wird auch in Thailand der Konsum, Besitz und der Handel mit illegalen Drogen hart bestraft. Schon der Besitz geringer Mengen Rauschmittel führt zu hohen Freiheitsstrafen bis hin zur Todesstrafe. 2009 zählte Thailand 7258 ausländische Gefangene,[2] viele davon wurden auf Grund von Drogendelikten inhaftiert. Schon bei relativ geringen Mengen von Heroin, Kokain und Amphetaminen unterstellt das thailändische Strafrecht automatisch, dass diese zum Handel bestimmt sind. Jeglicher Umgang mit illegalen Drogen sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Straßenverkehr: Mit 38 Todesopfern von Verkehrsunfällen pro 100.000 Einwohner (Stand 2013) hat Thailand eine der höchsten Verkehrstotenraten der Welt. Hauptursachen sind die Missachtung von Sicherheitsvorschriften wie das Motorradfahren ohne Helm, Benutzung von Handys und Smartphones während der Fahrt und Fahren unter Alkoholeinfluss. Vor allem auf dem Land werden oft mehrere Beifahrer auf einem Motorrad oder ungesichert auf der Ladefläche eines Pickups mitgenommen. Viele Thailänder glauben, dass Amulette oder Tätowierungen sie beschützen. Unfallflucht und unterlassene Hilfeleistung sind weit verbreitet, Rettungsfahrzeuge werden oft nicht durchgelassen. Die meisten Verkehrstoten gibt es in der Woche um Songkran (9. bis 15. April). In dieser Zeit fahren einerseits viele Thailänder, die auf der Suche nach Arbeit nach Bangkok oder Südthailand gezogen sind zurück in ihre Heimatorte im Norden und Nordosten; zweitens wird sehr viel Alkohol konsumiert und anschließend Auto und vor allem Motorrad gefahren. Die Behörden sprechen von den „Sieben tödlichen Tagen“.[3] Im Jahr 2015 gab es allein an diesen sieben Tagen 364 Verkehrstote.[4]

Gesundheit[Bearbeiten]

Dringend empfohlen ist eine Reiseauslandskrankenversicherung. Von dieser wird der Aufenthalt und die Behandlung für medizinisch notwendige Massnahmen (Krankheit oder Unfall) voll übernommen, das Hospital muss aber vorerst direkt selbst bezahlt werden. Man sollte daher Arztbericht, Diagnose, Medikation sowie andere Rechnungen auch als Durchschrift zum Einreichen bei der Versicherung verlangen, dies alles wird auf Verlangen auch in Englisch gedruckt. Man sollte sich unbedingt gegen Hepatitis A und B impfen lassen.

  • Malaria: Malaria ist in der westlichen Gebirgsregion an der Grenze zu Myanmar (Burma), in den Tropenwaldgebieten der malaiischen Halbinsel (nördl. der Stadt Krabi) und in den Grenzgebieten zu Kambodscha relativ weit verbreitet. Insbesondere für Trekking-Reisende ist eine Prophylaxe zu empfehlen. Im übrigen Thailand besteht, laut Tropenmedizinern, „mittleres“ Risiko. Sehr geringe Malariagefahr besteht im Großraum Bangkok und den Hochebenen im Nordosten (Roi Et). Keine Malariagefahr besteht auf Ko Samui und Ko Pha-ngan.
  • Dengue-Fieber: Von den Inseln Ko Samui und Ko Pha-ngan wurde in den vergangenen Jahren (2000-2004) immer wieder Fälle von Dengue-Fieber gemeldet. Zum Schutz empfiehlt es sich Insektenschutzmittel zu verwenden, in der Dämmerung und am frühen Morgen im Freien Kleidung mit langen Hosen und Ärmeln zu tragen und unter einem Moskitonetz zu schlafen.
  • HIV: In Thailand besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit HIV zu infizieren. Kondome sind überall erhältlich. Asiatische Kondome sind allerdings etwas kleiner als die in Europa erhältlichen.

In Bangkok, Chiang Mai, Pattaya, Phuket und weiteren Städten gibt es Krankenhäuser, die in jeder Hinsicht internationalem Standard genügen. Viele Ärzte haben im Ausland studiert und sprechen fließend Englisch, manche auch Deutsch. Ärzteliste der deutschen Botschaft

Klima und Reisezeit[Bearbeiten]

Man kann in Thailand von drei Jahreszeiten ausgehen: der „kühlen“ (d. h. unter 30° am Tag), der heißen und der nassen:

  • Kühl - von November bis Februar spricht man von der kühleren Zeit. Insbesondere im Norden und in den Bergen sollte man sich auf kühlere Nächte vorbereiten (meist aber immer noch um die 20°).
  • Heiß - von März bis Mai sollte man den Aufenthalt in Bangkok oder im Norden/ -Nordosten Thailands möglichst meiden. Wasserknappheit und über 40 °C sind dort keine Seltenheit. In Bangkok wird der Smog unerträglich, im Norden werden die Reisfelder und das Gestrüpp abgebrannt.
  • Nass - von Mai bis Oktober, wobei die Monate September und Oktober besonders hevorzuheben sind, weil die meisten Niederschläge dann landesweit zu verzeichnen sind.

Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit sind die gefühlten Temperaturen oft höher als die tatsächlichen, da die Möglichkeit, durch Schwitzen abzukühlen, eingeschränkt ist.

Die beste Reisezeit ist somit von November bis März. Dann herrscht landesweit akzeptables Klima. Es ist aber natürlich Hochsaison, was vielerorts mit höheren Preisen einhergeht. Die höchsten Preise sind rund um Weihnachten und Silvester anzutreffen, wenn massenhaft Touristen aus westlichen Ländern nach Thailand strömen. Eine günstige Alternative kann daher sein, in der Nebensaison zwischen Juni und August zu fahren. In dieser Phase setzt nach und nach die Regenzeit ein, hat aber noch nicht ihren Höhepunkt erreicht. Man muss jedoch flexibel sein, da ab Juli je nach Witterung der Fährbetrieb zu manchen Inseln eingestellt wird. Zu beachten ist, dass im Juli und August die thailändischen Sommerferien sind. In Gebieten, die vorwiegend bei inländischen Reisegästen beliebt sind, kann es daher zu einer Zimmerknappheit kommen. Für Reisen in den Norden und Osten sind auch September und Oktober noch empfehlenswerte Reisetermine, an die Andamanenküste sollte man in dieser Zeit aber besser nicht fahren.

Bestimmte Küstenabschnitte und Inseln haben teilweise ein besonderes Mikroklima haben, siehe dazu in den jeweiligen Orts- und Regionalartikeln.

Regeln und Respekt[Bearbeiten]

Buddha-Statue in Sukhothai

Verhalten gegenüber Thailändern:

Etikette ist in Thailand das A und O. Was angemessen ist und was nicht, unterscheidet sich allerdings in vielen Punkten von den Werten der westlichen Kultur. Das fängt beim persönlichen Verhalten an und geht bis hin zur Kleidung, die bei bestimmten Anlässen vorausgesetzt wird.

Das Prinzip des „Gesichts“ spielt in der thailändischen Gesellschaft eine zentrale Rolle. Am ehesten zu vergleichen ist der Begriff mit dem Wort „Ehre“ im Deutschen. Einen Thai vor anderen Personen zu kritisieren und damit bloßzustellen, ist ein absolutes No-Go – selbst dann, wenn die Kritik berechtigt ist. Manche Thais können unter Umständen äußerst ungehalten reagieren, wenn sie das Gefühl haben, ihr Gesicht verloren zu haben. Gewalttaten und sogar Morde auf Grund von Gesichtsverlust sind keine Seltenheit in Thailand.

Auch das berühmte Lächeln der Thais, weswegen Thailand den Beinamen „Land des Lächelns“ trägt, ist komplexer, als es zu sein scheint. Nicht immer ist Lächeln ein Ausdruck von Herzlichkeit oder Freude. Nicht selten dient es schlicht dazu, Scham, Wut oder andere Emotionen in Konfliktsituationen zu verbergen.

Besonderen Respekt kann man als Gast erlangen, wenn man sich bemüht, zumindest ein paar Wörter oder Sätze der thailändischen Sprache zu erlernen. Die Sprache ist nicht leicht zu erlernen, Missverständnisse sind zumindest anfangs vorprogrammiert, aber vielen Thais genügt schon der gezeigte Wille.

Was man gegenüber Thais nicht tun sollte:

  • Sich lauthals beschweren oder ausfallend werden.
  • Jemanden vor anderen Personen kritisieren.
  • Mit den Füßen (gelten als unrein) oder Finger auf Menschen oder geheiligte Gegenstände zeigen.
  • Beim Sitzen die Füße anderen entgegenstrecken.
  • Kindern über den Kopf streicheln (Erwachsenen sowieso nicht).
  • Auf Buddha-Statuen herumklettern. Buddha-Bildnisse sind heilig und sollten immer mit Respekt behandelt werden. Man sollte sich auch nie so in einem Tempel hinsetzen, dass die Füße zum Buddha-Abbild zeigen. Man kann auch als Nicht-Buddhist keine größeren Buddha-Statuen aus Thailand ausführen. Damit soll verhindert werden, dass die Statuen im Ausland (z.B. als Briefbeschwerer) zweckentfremdet werden.
  • Einen Tempel mit Schuhen betreten.
  • Tempel, öffentliche Institutionen oder Paläste der Königsfamilie in „Strandkleidung“ - z.B. Shorts oder ärmellosen Tops - betreten.
  • Als Frau einen Mönch berühren.
  • Sich in einem öffentlichen Bus auf die – meist gekennzeichneten – für Mönche reservierte Plätze setzen.
  • Geheiligte Gegenstände wie Hausaltäre oder eines der allgegenwärtigen „Geisterhäuschen“ berühren.
  • Sich negativ oder respektlos gegenüber der Königsfamilie äußern. Königsbeleidigung wird in Thailand streng verfolgt und kann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden. Was jedoch als negativ oder respektlos gesehen wird, ist nicht klar definiert, weswegen besondere Vorsicht geboten ist.
  • Sich während der Nationalhymne, die 8 Uhr morgens und um 18 Uhr abends an großen Plätzen und Märkten ertönt, nicht zu erheben und nicht schweigen.
  • Schlecht gekleidet sein.
  • In alten Thaihäusern auf die Türschwelle treten (gilt als Wohnsitz der Geister).

Weitere Besonderheiten:

  • Es ist nicht üblich, auf der Toilette das Papier mit hinunterzuspülen. Das führt zu Verstopfungen im Abwassersystem. Man benutzt die danebenstehende Plastikschale mit Wasser oder eine kleine Dusche für die Reinigung und trocknet sich mit dem Papier nur ab (sofern überhaupt welches vorhanden ist). Danach wirft man es in den bereitstehenden Behälter oder Papierkorb.
  • Seit Februar 2008 gilt in Thailand ein generelles Rauchverbot in Restaurants, Bars, Clubs und Diskotheken. Raucher drohen Bußgelder von 44 Euro. Mehr dazu….
  • Auch wenn es eigentlich selbstverständlich ist: illegale Drogen sind in Thailand recht leicht zu bekommen, aber es drohen einem – sollte man erwischt oder (häufiger der Fall) angezeigt werden – sehr hohe Haftstrafen bis hin zur Todestrafe. Diese wird auch an westlichen Ausländern vollstreckt! Deshalb gilt: Man mache um jegliche illegalen Drogen einen großen Bogen!

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

In allen touristisch erschlossenen Städten und Regionen gibt es im Allgemeinen eine große Anzahl von öffentlich zugänglichen Internet-Cafés, meist mit der Möglichkeit von dort auch internationale Telefonanrufe zu tätigen.

Mit dem eigenen Handy kann man fast überall in Thailand problemlos telefonieren, jedoch sind die Minutenpreise für Gespräche nach Europa bisweilen atemberaubend. Thailändische Prepaid-SIM-Karten für das Handy - wiederaufladbar - sind dagegen vergleichsweise billig (etwa 200 Baht inkl. 50 Baht Gesprächsguthaben). Damit kostet die Gesprächsminute nach Europa nur etwa 10 Baht pro Minute. Recht problemlos funktioniert beispielsweise die Happy-Card der thailändischen Mobilfunkgesellschaft DTAC, erhältlich in Handy-Shops, Drogerien, Foto-Läden und in jedem 7-Eleven-Laden. Die freundlichen Bedienungen helfen gerne bei der sachgerechten Code-Eingabe. Solche SIM-Cards kann man allerdings nur nutzen, wenn das eigene Handy SIM-Lock-frei ist.

Zum Wählen nach Deutschland gibt man +49 oder 00149 und danach die Rufnummer ohne die 0 der Städtevorwahl ein. Billiger geht es aber mit 00949. Dann telefoniert man über VoIP (Voice over IP).

Mittlerweile bieten Supermärkte wie 7-Eleven und Minimart eigene Prepaid-Karten an, die einen International Call auch nach Europa für nur 1 Baht pro Minute ermöglichen.

Auslandsvertretungen[Bearbeiten]

In Thailand[Bearbeiten]

Von Thailand[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

zur Geschichte Siams & Thailands:

  • Andreas Stoffers: Im Lande des weißen Elefanten - Die Beziehungen zwischen Deutschland und Thailand. Schriftenreihe der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft Köln:Band 22, 1995, S. 340 (Deutsch).
  • Ampha Otrakul: König Chulalongkorn's Reisetagebuch-Glai Baan. Schriftenreihe der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft Köln:Band 23, 2001, S. 103 (Deutsch).
  • Sven Trakulhun: Siam und Europa-Das Königreich Ayutthaya in westlichen Berichten (1500 - 1670). Schriftenreihe der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft Köln:Band 24, 2006, ISBN 3865252508, S. 283 (Deutsch).
  • Adolf Bastian: Die Völker des Östlichen Asiens-Reisen in Siam im Jahre 1863. Adamant Media Corporation, 2001, ISBN 1421245663, S. 563 (Deutsch).
  • Markus Bötefür: Auf Elefantenrücken durch das alte Siam. Ostasien Verlag, 2009, ISBN 3940527386, S. 128 (Deutsch).

zur Kultur Thailands:

  • Werner Schäppi: Feste in Thailand. Schriftenreihe der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft Köln:Band 10, 1985, S. 100 (Deutsch).
  • Phya Anuman Rajadhon: Leben und Denken in Thailand. Schriftenreihe der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft Köln:Band 14, 1988, S. 167 (Deutsch).
  • Ampha Otrakul: Perlen vor die Säue werfen oder dem Affen einen Kristall geben-Thailändische und deutsche Sprichwörter im Vergleich. VVB Laufersweiler Verlag, 1995, ISBN 3930954362, S. 129 (Deutsch).
  • Rainer Krack: KulturSchock Thailand. Reise Know-How Verlag, 2012, ISBN 9783831716333, S. 264 (Deutsch).

Thai-Küche:

  • Vatcharin Bhumichitr: Schnelle Thai-Küche. Fona, Januar 2006 (1. Auflage), ISBN 3037802340; 160 (Deutsch).
  • Vatcharin Bhumichitr: Thailändisch Kochen. Moewig, November 2007 (1. Auflage), ISBN 3927801518; 144 (Deutsch).

weitere empfehlenswerte Literatur:

  • Wolf-Ulrich Cropp: Models und Mönche: Reise ins Innere Thailands. Wiesenburg, April 2010, ISBN 394075692X, S. 340 (Deutsch).

Autoren über Siam & Thailand:

  • Johann Jakob Merklein * 1620; † 3. September 1700, als junger Mann besuchte er 1644 Indien und war von Asien fasziniert. Im Dienste der ostindischen Compagnie bereiste er dann bis 1653 grosse Teile Asiens und führte danach seine Reisen nach Persien, Vorderindien, Ceylon, Taiwan, Südostasien und Japan weiter. 1663 erschienen in Nürnberg sein Werk Wahrhaftige Beschreibungen zweyer mächtigen Königreiche Japan und Siam. Er gilt als erster Deutscher, der die Stadt Ayutthaya betrat.

Glossar[Bearbeiten]

Einige spezielle Begriffe, die in den Thailand-Artikeln immer wieder auftauchen, seien hier im Vorfeld kurz erklärt:

  • Farang (thailändisch: ฝรั่ง, gesprochen: fà-ràng): Umgangssprachliche Bezeichnung für einen westlichen Ausländer.
  • Khlong (thailändisch: คลอง, gesprochen: klɔɔng): Ein Wasserkanal.
  • Wat (thailändisch: วัด, gesprochen: wád): Ein Tempel oder eine Tempelanlage des Theravada-Buddhismus.
  • Chedi (thailändisch: เจดีย์, gesprochen: djee-dii): Teil einer Tempelanlage ähnlich einer Stupa.
  • Wihan oder Vihara (thailändisch: วิหาร, gesprochen: wí-hǎan): Pali- und Sanskrit-Bezeichnung für ein buddhistisches Klostergebäude.
  • Prang (thailändisch: ปรางค์, gesprochen: bpraang): Turm in einer Tempelanlage, die im Stil der Angkorzeit gebaut wurden.
  • Soi (thailändisch: ซอย, gesprochen: soi): Nebenstraße oder Gasse; in der Regel tragen nur die Hauptstraßen einen Namen, die Nebenstraßen oder Gassen (Soi) sind durchnummeriert, gerade Zahlen auf der einen, ungerade auf der anderen Seite.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Multiple visa a trade boom, say operators (2015-08-06)
  2. http://www.thaiprisonlife.com/thai-prison-statistics/
  3. John Le Fevre: Thailand has Asia’s Most Deadly Roads In: The Establishment Post, 23. Februar 2014.
  4. Wanwisa Ngamsangchaikit: Songkhran deaths up 11%. In: TTR Weekly, 17. April 2015.
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