Unesco-Welterbestätten in Afrika
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Karnak

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Sphingenallee vor dem Karnak-Tempel
el-Karnak ·الكرنك
Gouvernement Luxor
Einwohner
26.488 (2006)
Höhe
82 m
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Lage
Lagekarte von Ägypten
Reddot.svg
Karnak

Die ägyptische Stadt el-Karnak (arabisch: ‏الكرنك‎, al-Karnak) befindet sich 3 Kilometer nördlich von Luxor im Gouvernement Luxor. Sie beherbergt mit dem Tempel von Karnak die bedeutendste und größte Tempelanlage Ägyptens. Der Tempelkomplex von Karnak zählt zu Ägyptens Unesco-Welterbe-Stätten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Lage und Name der Stadt[Bearbeiten]

Die drei Kilometer nördlich von Luxor gelegene Stadt wurde zuerst südlich des Karnak-Tempels angelegt. Die Sphingenallee, die den Karnak- mit dem Luxor-Tempel verbindet, verläuft direkt durch das einstige Dorf. Erst im 20. Jahrhundert erfolgte die Besiedlung nördlich der Tempelanlage. Dieser Stadtteil wird Neu-Karnak, englisch: New Karnak, arabisch: ‏الكرنك الجديدة‎, al-Karnak al-Ǧadīda, genannt. Im Westen und Osten des Vorplatzes des Karnak-Tempels beginnen zwei etwa parallel verlaufende Straßen durch Neu-Karnak. Die westlichere der beiden Straßen ist die Nile Hilton Hotel St., arabisch: ‏شارع فندق النيل هيلتون‎.

Der moderne arabische Name Karnak ist erst seit 17. Jahrhundert belegt.[1] Die Herkunft des Namens ist unbekannt. Möglicherweise nimmt er Bezug zur altägyptischen Tempelanlage oder ihrer Umfassungsmauer und bedeutet Festung oder befestigtes Dorf.[2] Das Dorf ist der Namensgeber der hiesigen Tempelanlagen.

Pharaonische Geschichte[Bearbeiten]

Der Tempel des Amun-Re besteht an dieser Stelle (wohl) seit der 11. Dynastie bis in die römische Zeit. Dieser Ort wurde in pharaonischer Zeit Ipet-sut, „auserwählter Ort“, genannt. Der Zeitpunkt der frühesten Bauten ist umstritten. Es ist der größte und wohl auch der beeindruckendste Tempelkomplex Ägyptens. Das älteste Zeugnis ist die Säule Antefs II. (11. Dynastie) mit einer Widmung an Amun. Sie befindet sich heute im Museum von Luxor. Dies ist die Zeit, in der Theben zur Residenz aufsteigt.

Neben Amun-Re wurden hier auch seine Frau, die Göttin Mut und ihr Sohn Chons sowie zahlreiche weitere Gottheiten verehrt.

Die Bauten des Mittleren Reiches befanden sich im Bereich der Freifläche vor der Festhalle Thutmosis’ III. Vom Tempel Sesostris’ I., einer etwa 40 × 40 Meter großen Anlage, sind aber nur noch wenige Grundmauerreste erhalten. Vom selben König stammen Reste eines Sedfesttempels im Hof vor dem 7. Pylon. Die bedeutendste Anlage dieses Königs fand man in einem Pylon verbaut. Sie ist aber heute im Freilichtmuseum wiedererrichtet: die Weiße Kapelle (chapelle blanche) Sesostris’ I.

Die heute erhaltenen Tempelteile stammen aus den Zeiten ab der 18. Dynastie. Als grobe Regel mag gelten, dass die jüngeren Tempelteile dem Tempel im Westen vorgelagert worden; die Tempelteile am Eingang sind somit die jüngsten. Neben dem Haupttempel wurden mehrere weitere Tempel, z.B. für Chons, Apet und Ptah, und zahlreiche Kapellen angelegt.

Außerhalb des Tempelkomplexes befinden sich im Norden der Tempel des Month und im Süden der Tempel der Mut. Der Mut-Tempelkomplex ist mittlerweile auch für Reisende zugänglich.

Geschichte seit der Zeitenwende[Bearbeiten]

In koptischer Zeit wurde der Karnak-Tempel für Mönchsunterkunfte, Klosteranlagen und Kirche(n) genutzt, wie dies z. B. an den Fresken in der Festhalle Thutmosis’ III. ersichtlich ist. Möglicherweise waren die noch bis ins 11. nachchristliche Jahrhundert in Gebrauch. Auch wenn der Ort von mehreren arabischen Autoren besucht wurde, sind nur dürftige Informationen aus dem Mittelalter überliefert. Die in christlichen Quellen genannte Zweizahl für die Stadt Luxor, el-Uqṣurein, ‏الأقصرين‎, nimmt Bezug auf die beiden Tempelanlagen von Karnak und Luxor.

Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Zu den frühesten Reisenden, die Karnak bzw. ihre Tempelanlagen besucht haben, gehört der aus Marokko stammende Reisende Abū Dschaʿfar el-Idrīsī (1173–1251) mit seinem Vater. In seinem Bericht aus seinem Pyramidenbuch beklagte er die unsinnige Zerstörung der Tempelanlagen.[3]

„Wenn ich mich an die Ereignisse der Zeit und die Begebenheiten der Vergangenheit erinnere, fällt mir wieder ein, daß ich einmal in Gesellschaft meines verewigten Vaters am Tempel von Luxor am Nil [Tempel des nördlichen Luxor] vorbeikam, als wir beide auf dem Weg nach Šāma und Ṭāma im Süden waren. Damals war die Hand der Zerstörung noch nicht zu den Reliefs dieses Tempels gelangt, die die Zeitläufte unversehrt gelassen hatten, und noch waren von den Steinplatten seiner Wände die Linien der Inschriften nicht getilgt. Er zählt zu den weiträumigsten und größten [Tempeln] mit den höchsten und erhabensten Mauern. … Mein Vater sprach zu mir: ‚Mein Sohn, schau dir an, was die Pharaonen gebaut haben, und wie es diese Toren zerstören! … Hätte ich die Möglichkeit dazu, so würde ich diese Dummköpfe ihr Zerstörungswerk nicht vollbringen lassen! Denn welche Weisheit verschwindet mit ihnen von Erden!‘“

Der koptische Schriftsteller Abū el-Makārim, in der Überlieferung durch Abū Ṣāliḥ dem Armenier, berichtete Anfang des 13. Jahrhunderts von der Sphingenallee zwischen den Tempelanlagen von Karnak und Luxor.[4]

Europäer gelangten erst im 17. Jahrhundert nach Karnak. Als erste besuchten 1668 die französischen Kapuziner-Mönche Protais und Charles-François d’Orléans nach Karnak.[5] Ein reichliches halbes Jahrhundert später, um 1737/1738, folgte der englische Reisende Richard Pococke (1704–1765) und berichtete über seine Anstrengungen, den Tempel von Carnack zu vermessen.[6]

Umfangreiche Ausgrabungen am Karnak-Tempel erfolgten im 19. und 20. Jahrhundert und dauern auch heute noch an.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Am Ufer der großen Freifläche vor dem Karnak-Tempel befinden sich Anlegestellen für Kreuzfahrtschiffe. Luxor und/oder Karnak sind Ausgangs- oder Endpunkt von Nilkreuzfahrten, zumeist von bzw. nach Assuan, seltener von und nach Kairo.

Aus Luxor[Bearbeiten]

Karnak lässt sich von Luxor aus mit dem Taxi oder Minibus erreichen. Zu Fuß benötigt man vom Zentrum in Luxor etwa 45 bis 60 Minuten.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Touristengruppen reisen häufig mit ihrem Reisebus an. Ein großer Busparkplatz befindet sich südlich des Besucherzentrums.

Mobilität[Bearbeiten]

Den Tempel muss man zu Fuß ergründen. Man sollte mindestens einen halben Tag für einen (groben) Überblick vorsehen. Für einen ausgedehnten Besuch benötigt man zwei oder drei Tage.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Tempel von Karnak bzw. Tempelkomplex von Karnak ist die Haupsehenswürdigkeit der Stadt. Es handelt sich hierbei um den Sammelbegriff aller Tempelbezirke vor Ort. Der mit Abstand bedeutendste Tempelbezirk ist der des Amun-Re.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise[Bearbeiten]

  • 1 Tempelbezirk des Amun-Re (‏معبد الكرنك‎, Maʿbad al-Karnak). Wikipedia-Artikel zu dieser Einrichtung Wikimedia Commons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien zu dieser EinrichtungWikidata – Daten zu dieser Einrichtung. Er ist eine der bedeutendsten Tempelanlagen Ägyptens. Geöffnet: Täglich 6–18 Uhr, während des Ramadans bis 17:00 Uhr, (Mai bis September) bzw. 6–17 Uhr (Oktober bis April). Preis: Eintritt LE 120, Studenten LE 60 (Stand 10/2017). (25° 43′ 7″ N 32° 39′ 31″ O)
  • 2 Freilichtmuseum von Karnak (‏المتحف المفتوح بالكرنك, al-Matḥaf al-Maftūḥ bi-l-Karnak). Wikipedia-Artikel zu dieser Einrichtung Wikimedia Commons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien zu dieser EinrichtungWikidata – Daten zu dieser Einrichtung. Das innerhalb des Karnak-Tempelkomplexes angelegte Museum beherbergt wiedergefundene frühere Tempelteile. Preis: Eintritt LE 60, Studenten LE 30 (Stand 10/2017). Seit 2004 befindet sich das Tickethäuschen unmittelbar vor dem Freilichtmuseum. (25° 43′ 10″ N 32° 39′ 27″ O)
  • 1 Besucherzentrum (مركز الزوار, Markaz az-Zuwwār) (südwestlich der Freifläche vor dem Tempelbezirk des Amun-Re). Wikimedia Commons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien zu dieser EinrichtungWikidata – Daten zu dieser Einrichtung. In diesem Zentrum können ein Modell des Tempelbezirks des Amun-Re, zahlreiche historische Fotografien und Arbeitsmittel der Ausgräber besichtigt werden. Preis: Eintritt kostenfrei. (25° 43′ 12″ N 32° 39′ 11″ O)

Tempelbezirk des Amun-Re[Bearbeiten]

Eingangspylon des Tempelbezirk des Amun-Re

In östlicher Richtung, vorbei an einem Obelisken Sethos’ I. und den Resten der Sphingenallee erreicht man der I. Pylon in der Tempelumfassungsmauer des Tempelbezirks, der auch den Eingang zum Tempel des Amun-Re bildet. Im Süden erkennt man Überreste der Kapelle der Hakoris. Im Hof vor dem II. Pylon findet man an zentraler Stelle den Säulengang des Taharqa (25. Dynastie), zur linken sieht man die Barkenschreine für Mut, Amun und Chons aus der Zeit Sethos’ II. (19. Dynastie), zur rechten erkennt man den Eingang zum Tempel Ramses’ III. (20. Dynastie), der ebenfalls als Barkenstation diente. Auf an der nördlichen und südlichen Hofmauer sind Reihen von widderköpfigen Sphingen zu sehen. In der Südostecke dieses Hofes befindet sich das sog. Bubastitentor (22. Dynastie). Den Eingang zum zweiten Pylon flankieren zwei Kolossalstatuen Ramses’ II. Verlässt man diesen Hof durch das Nordtor, so gelangt man zum Freilichtmuseum.

Durchschreitet man diesen II. Pylon – unter Haremhab (18. Dynastie) errichtet –, befindet man sich im einzigartigen Großen Säulensaal mit seinen 132 vorwiegend Papyrusbündel-Säulen aus Sandstein, die das Dach trugen, von dem heute nur noch einzelne Fenster erhalten sind. Die Halle ist 104 Meter breit und 52 Meter tief. Von den zahlreichen Reliefs sollten wenigstens die von Sethos I. an der Nordwand betrachtet werden.

Durch den unter Amenophis III. errichteten III. Pylon erreicht man einen breiten Mittelhof geringer Tiefe. In der Mitte befindet sich ein von ehemals zwei Obelisken Thutmosis’ I. (18. Dynastie), die vor dem von ihm errichteten IV. Pylon stehen. Durch diesen Pylon erreicht man eine Säulenhalle, der ummauerte Obelisk stammt von Hatschepsut, auf die der V. Pylon, ebenfalls unter Thutmosis I. errichtet, folgt. Nach einer weiteren Säulenhalle gelangt man zum kleinsten aller Pylone. Der VI. Pylon wurde unter Thutmosis III. errichtet. Im anschließenden Saal, zur rechten (Südseite), findet man die beiden Wappenpfeiler aus Granit. Dieser Halle folgt das eigentliche Kultzentrum, der Barkenschrein aus Granit. An seinem Südende sollte man sich nach links wenden: Hier findet man die Annalen Thutmosis’ III. von seinen Feldzügen nach Palästina. Geht man an das Ende des Annalensaals, so erreicht man durch ein Tor die Kapelle der Hatschepsut, die noch Reste ihrer ursprünglichen Farbigkeit birgt – nur die Königin ist ausgehackt.

Großer Säulensaal im Tempelbezirk des Amun-Re

Von der Barkenkapelle aus erreicht man über eine große Freifläche mit den bescheidenen Resten der Tempelanlage des Mittleren Reiches die Festhalle Thutmosis’ III. Der etwa 44 Meter breite Raum wird von 20 Säulen und 32 Pfeilern eingenommen. An der Nordseite findet man noch Statuenreste, im Südwestteil befand sich ehedem die Königstafel von Karnak (heute im Louvre).

Wenn man weiter nach Osten läuft, sollte man sich einer kleinen Halle mit vier Säulen in Ost-West-Richtung links der Mitte zuwenden. Der sog. Botanische Garten zeigt zahlreiche Pflanzen- und Tierdarstellungen. Über Holztreppen erreicht man die Rückseite des Tempelgebäudes, die hier befindlichen Kapellen stammen aus der Zeit Thutmosis’ III. Weiter im Osten befinden sich noch Tempelteile Ramses’ II. und des Taharqa. Der hier nicht mehr vorhandene Obelisk schmückt heute den Lateran in Rom.

Üblicherweise wendet man sich nun nach Süden. An der Nordseite des heiligen Sees findet man eine gedeckte Treppe („Nilometer“) aus der 25. Dynastie, Reste vom Tempel des Re-Harachte aus der Zeit des Taharqa, an dessen Südseite den Kolossalskarabäus Amenophis’ III. und die Spitze des zweiten Obelisken der Hatschepsut.

Westlich davon trifft man auf die südliche Erweiterung, die Prozessionsstraße mit dem VII. bis X. Pylon. Westlich vor dem VII. Pylon traf man auf die berühmte Cachette (ein Statuenversteck nicht mehr benötigter Statuen), deren Statuen heute im Ägyptischen Museum von Kairo zu sehen sind. Unmittelbar vor dem VII. Pylon finden sich sieben Kolossalstatuen von Königen aus dem Mittleren und Neuen Reich. Die Südseite des VII. Pylons setzt die Kriegsberichterstattung Thutmosis’ III. fort. Der VIII. Pylon wurde unter Hatschepsut errichtet. Seine Südseite zeigt die Feindniederschlagung Amenophis’ II. Davor befinden sich vier Kalksteinstatuen, eine zeigt Amenophis I. Die beiden weiteren Pylone befinden sich noch in der Restauration. Im neunten Pylon fand man zahlreiche, so genannte Talatat-Blöcke des Tempels Gem-pa-Aten Echnatos. Ein Teil dieser Blöcke werden rekonstruiert im Museum von Luxor präsentiert.

Weitere Tempelanlagen im Tempelbezirk des Amun-Re[Bearbeiten]

  • 3 Tempel des Chons, ‏معبد خونسو‎, Maʿbat Chōnsū, wurde unter Ramses III. und seinen Nachfolgern errichtet. Er befindet sich in der Südwestecke des Tempelbezirks. Durch eine Sphingenalle Ramses’ IX. gelangt zum Eingangspylon auf der Südseite. Über einen offenen Hof gelangt man zum Säulensaal und danach zum Allerheiligsten. Dahinter befindet sich ein kleiner Säulensaal mit vier Säulen. Die drei Räume zur rechten verdienen wegen der gut erhaltenen Dekoration Beachtung. Das Betreten des Daches ist (eigentlich) nicht möglich. Man hätte von hier aus eine gute Aussicht auf das südliche Tempelgelände.
  • Westlich des Tempels des Chons befindet sich der 4 Tempel der Ipet, auch Tempel der Opet, ‏معبد أوبت‎, Maʿbat Ubit, aus der Zeit Ptolemaios’ VIII. Der Tempel ist (noch) nicht zugänglich.
  • An der Südseite des Hofes zwischen dem ersten und zweite Pylon befindet sich der 5 Tempel Ramses’ III., ‏معبد رمسيس الثالث‎, Maʿbat Ramsīs ath-Thālith. Im Hof stehen zu beiden Seiten acht Osirispfeiler und am Südende nochmals vier. Im Süden erreicht man einen Säulensaal mit acht Säulen und drei Kapellen für Mut, Amun und Chons.
  • In der Mitte der Nordumfassung befindet sich der 6 Tempel des Ptah, ‏معبد بتاح‎, Maʿbat Btāḥ, der unter Thutmosis III. errichtet wurde. Auf dem Wege dahin befinden sich mehrere spätzeitliche Kapellen.
  • Zum Tempelbezirk des Amun-Re gehören weiterhin der 7 Tempel Ramses’ II., ‏معبد رمسيس الثاني‎, Maʿbat Ramsīs ath-Thānī, im Osten des Bezirks, der 8 Tempel Amenophis’ II., ‏معبد أمنحتب الثاني‎, Maʿbat Aminḥotib ath-Thānī, zwischen dem 9. und 10. Pylon und der 9 heilige See.

Tempel außerhalb des Tempelbezirks des Amun-Re[Bearbeiten]

  • Im Norden befindet sich der 10 Tempelbezirk des Month und der Maat, ‏منطقة معبد منتو‎, Minṭaqat Maʿbat Montū, der unter Amenophis III. in der 18. Dynastie errichtet wurde. Der Bereich ist nur von außen einsehbar.
  • Im Süden befindet sich der 11 Tempelbezirk der Mut, ‏منطقة معبد موط‎, Minṭaqat Maʿbat Mūṭ. Er stammt aus der Zeit Amenophis III. In der Anlage findet man im Nordosten die Reste eines Amun-Tempels aus der Zeit Amenophis’ III., zahlreiche Statuen der Sachmet aus den Jahren der Krankheit Amenophis’ III. Im Süden befinden sich die Reste eines Heiligen Sees und die Überreste eines Tempels Ramses’ III. Eigentlich ist der Tempel nicht zugänglich; bei höfliches Fragen und Bakschisch manchmal. Dieser Tempel ist nicht einfach zu erreichen, weil man nicht einfach um die Ecke des Tempelkomplexes laufen kann. Man muss sich südlich von Karnak zur östlich der Hauptstraße gelegenen Sphingenalle begeben und würde so am Mut-Tempel vorbei zum verschlossenen Südtor des Amun-Tempelkomplexes gelangen.
  • Nordöstlich des Mut-Tempelbezirks befindet sich der kleine 12 Tempel des Amun-Kamutef. Er ist nicht zugänglich.

Freilichtmuseum[Bearbeiten]

Vom Hof zwischen dem ersten und zweiten Pylon im Tempelbezirk des Amun-Re erreicht man durch das Nordtor das Freilichtmuseum. Bevor man zum Museum eilt oder bei der Rückkehr sollte man an der Nordseite der Tempelnordwand innehalten und sich die – für diese Stelle übliche – Wanddekoration ansehen: dies sind Schlachtenszenen Sethos’ I.

Das Freilichtmuseum zeigt Tempelteile, die in späteren Zeiten abgebrochen wurden, um sie als Bau- bzw. Füllmaterial für andere Tempelteile, z.B. für Pylone, wiederzuverwenden. Sie sind hier wiedererrichtet worden. Zu den wichtigen Gebäuden zählen:

  • die Weiße Kapelle (chapelle blanche) Sesostris’ I.,
  • die Rote Kapelle der Hatschepsut,
  • und das Alabastersanktuar Amenophis’ I.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Zumeist dreimal täglich findet die 1 Licht- und Tonshow am Tempel von Karnak statt. Der Eintrittspreis beträgt für Ausländer LE 100. An den Shows müssen mindestens 10 Interessenten teilnehmen. Eine Stunde vor der ersten Show kann zusätzlich eine in arabischer Sprache angeboten werden. Im Winter kann um 22:00 Uhr eine weitere Show gebucht werden.

Tag Erste Show Zweite Show Dritte Show
Montag English Français Español
Dienstag English 日本語 Deutsch
Mittwoch Deutsch English Français
Donnerstag English Français اللغة العربية الفصحى
Freitag English Français keine Show
Samstag Français English Deutsch
Sonntag Deutsch English Italiano
Oktober bis März, Start 19:00 Uhr 20:00 Uhr 21:00 Uhr
April bis September, Start 20:00 Uhr 21:00 Uhr 22:00 Uhr

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Vor dem Tempel befinden sich mehrere Souvenirgeschäfte.

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Die meisten Touristen wählen zwar ihre Unterkunft in Luxor. Einige Hotels gibt es jedoch auch im Norden von Karnak:

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

  • 2 Hilton Luxor Resort & Spa, New Karnak. Tel.: +20 (0)95 237 4933, Fax: +20 (0)95 237 6571, E-Mail: . Das reichlich einen Kilometer nördlich vom Karnak-Tempel gelegene 5-Sterne-Hotel verfügt über 236 Zweibettzimmern, drei Restaurants (Hauptrestaurant Rosetta, Silk Road Restaurant mit asiatischer Küche, Olives Restaurant mit mediterraner Küche), Citrus Bar, Pool-Bar und Teebar, Ballsaal für etwa 180 bis 200 Personen, zwei Konferenzräume für etwa 15 Personen, je 1,20 Meter tiefen Pool und Infinity-Pool (letzterer im Spa-Bereich), Fitness-Zentrum, Spa sowie Geschäfte. Die Zimmer, darunter Standard-, Deluxe-Zimmer und Suiten (Junior, Nile und Spa Suite), sind mit LCD-TV und Safe sowie Bad mit Dusche ausgestattet. Im etwa 1.200 Quadratmeter großen Spa-Bereich gibt es u. a. Dampfbad, Kräuterbäder, Kneippbecken und Whirlpools. Die Nutzung der Bäder ist im Preis inbegriffen. Anwendungen wie Massagen sind gegen Gebühr erhältlich. Das Mindestalter für die Nutzung des Spa-Bereichs beträgt 16 Jahre. Auch wenn man kein Hotelgast ist, kann man eine Tageskarte erwerben, um die Einrichtungen des Hotels wie das Spa nutzen zu können. Freies WiFi mit abgestufter Geschwindigkeit. Flughafentransfer möglich, jedoch meist kostenpflichtig. Freier Shuttlebus nach Luxor zwischen 11–13 und 20–22 Uhr. In geringem Maße Parkplätze. Sturzgefahr an einer etwa einen halben Meter hohen Stufe im Bereich des Nilufers. Preis: EZ 175 US-$ Standard, 215 $ Deluxe, DZ 190 $ Standard, 230 $ Deluxe, Garden Suite 250 $, Nile Suite 465 $, jeweils ÜF (Stand 3/2017). Akzeptierte Kreditkarten: alle. (25° 43′ 49″ N 32° 39′ 23″ O)
  • 3 Mercure Luxor Karnak (Karnak Resort Luxor, ehemals Sofitel Karnak Hotel), El-Zinia Gebly St., New Karnak. Tel.: +20 (0)95 237 8020, (0)95 237 8025, (0)95 237 8026, Fax: +20 (0)95 237 8021, E-Mail: . Zweieinhalb Kilometer nördlich vom Karnak-Tempel gelegenes 5-Sterne-Hotel mit 347 Zweibettzimmer mit Balkon oder Terrasse, davon 22 Suiten und 110 Nichtraucherzimmer. Zum Hotel gehören drei Restaurants (Hauptrestaurant Opet, À-la-carte-Restaurant O Nile, Karnak Restaurant mit orientalische Küche und Grill), drei Bars (Carter’s Bar, Sundowner Bar, Moorich Café), Swimmingpool, Fitness-Studio, Minigolfanlage, Tennisplatz, Sauna, Solarium und Whirlpool. Für 4- bis 12-Jährige stehen Kinderclubs zur Verfügung. Babysitter werden auf Anfrage vermittelt. Safe an der Rezeption, WiFi im öffentlichen Teil des Hotels, 100 Parkplätze. (25° 44′ 26″ N 32° 39′ 45″ O)

Weitere Hotels befinden sich auf dem Westufer in Gazīrat el-Baʿīrāt und Gazīrat er-Ramla‎, Ṭōd el-Baʿīrāt sowie Scheich ʿAbd el-Qurna.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Auf dem Weg zum Freilichtmuseum nördlich des Vorhofes des Tempelbezirks des Amun-Re gibt es Toiletten.

Ausflüge[Bearbeiten]

In der näheren Umgebung[Bearbeiten]

Am Standort der Hauptstadt des Neuen Reiches gibt es mehrere Tempel, Gräber von Königinnen, Königen, Angehörigen des Königshauses und hoher Beamter. der Großteil von ihnen befindet sich auf dem Westufer:

Entfernte Reiseziele[Bearbeiten]

Weitere Reiseziele sind in den Artikeln über die Gouvernements Luxor, Qinā und Neues Tal zu finden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Timm, Stefan: Karnak. In: Das christlich-koptische Ägypten in arabischer Zeit ; Bd. 3: G - L. Wiesbaden : Reichert, 1985, (Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients : Reihe B, Geisteswissenschaften ; 41,3), ISBN 978-3-88226-210-0, S. 1225–1229.
  • Haarmann, U.: al-Uḳṣur. In: Bearman, Peri J. (Hg.): The Encyclopaedia of Islam : Second Edition ; Bd. 10: T - U. Leiden : Brill, 2000, ISBN 978-90-04-12761-6, S. 795.

Literatur zu den Tempelanlagen ist in den zugehörigen Artikeln gelistet.

Einzelnachweise

  1. Siehe Timm, Das christlich-koptische Ägypten, unter Literatur.
  2. Wilkinson, John Gardner: Topography of Thebes, and general view of Egypt. London : John Murray, 1835, S. 414, Fußnote (arabisches Wort für Festung).Sauneron, Serge: Villes et légendes d’Égypte (§ VII-XI). In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), ISSN 0255-0962, Bd. 64 (1966), S. 185-191, insbesondere „VIII: Le Nom Karnak“, S. 186 f.
  3. Haarmann, Ulrich: Luxor und Heliopolis : Ein Aufruf zum Denkmalschutz aus dem 13. Jahrhundert n. Chr. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo (MDAIK), ISSN 0342-1279, Bd. 40 (1984), S. 153–157.Idrīsī, Muḥammad Ibn-ʿAbd-al-ʿAzīz al- ; Haarmann, Ulrich [Bearb.]: Kitāb Anwār ʿulwī al-aǧrām fi 'l-kašf ʿan asrār al-ahrām : Das Pyramidenbuch des Abu Gaʿfar al-Idrisi. Stuttgart : Steiner [u.a.], 1991, ISBN 978-3-515-05116-3.
  4. Abû Sâliḥ the Armenian ; Evetts, Basil Thomas Alfred (Übers.): The churches and monasteries of Egypt and some neighbouring countries attributed to Abû Sâliḥ, the Armenian. Oxford : Clarendon Press, 1895, S. 284, Fol. 104b f. Verschiedene Nachdrucke, z.B. Piscataway : Gorgias Press, 2001, ISBN 978-0-9715986-7-6.
  5. Sauneron, Serge: Villes et légendes d’Egypte (§ XXV-XXIX). In: Bulletin de l’Institut français d’archéologie orientale (BIFAO), ISSN 0255-0962, Bd. 67 (1969), S. 117–145, insbesondere S. 122, 131–135.
  6. Pococke, Richard  ; Breyer, Johann Friedrich [Bearb.]; Windheim, Christian Ernst von [Übers.]: Richard Pococke’s Beschreibung des Morgenlandes und einiger anderer Länder ; 1: Von Egypten. Erlangen : Walther, 1771 (2. Auflage), S. 134 f., Tafel XXVIII.
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