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Fürstenstraße der Wettiner

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Fuerstenstrasse der Wettiner Schild.svg

Die Fürstenstraße der Wettiner bezeichnet eine Themenstraße mit fünf Teilrouten im ehemaligen Herrschafts- und Wirkungsgebiet des Fürsten- und Königshaus der Wettiner in den fünf deutschen Bundesländern Bayern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Teilen Polens. Die Länge der Gesamtstrecke beträgt 3.330 Kilometer.

Hintergrund[Bearbeiten]

Burg Wettin am Saaleufer

Die Wettiner sind ein deutsches Uradelsgeschlecht, deren urkundlich dokumentierte Geschichte bis ins erste Jahrtausend zurückreicht. Erste Besitzungen waren die namensgebende Burg Wettin an der Saale und Eilenburg an der Mulde. 1089 übernahmen die Wettiner die Markgrafschaft Meissen, die sie bis 1918 beherrschten. In der Folgezeit dehnten sie dieses Gebiet Richtung Westen (Leipziger Raum) und Süden (Erzgebirge) aus. 1264 erlangten sie im Erbgang die Landgrafschaft Thüringen und beherrschten ein mehr oder minder zusammenhängendes Gebiet zwischen Werra und Oder.

Einen Machtzuwachs erfuhren die Wettiner 1423 durch die Belehnung des Kurfürstentums Sachsen-Wittenberg (Residenzstadt Wittenberg, mit dem die Kurwürde verbunden war. 1485 teilten die Brüder Ernst und Albert das Territorium und begründeten nie nach ihnen benannten Familienzweige. Die Ernestinische Linie übernahm die Kurwürde, Sachsen-Wittenberg und Thüringen, die Albertinische Linie die Markgrafschaft Meissen. Der ernestinische Kurfürst Friedrich der Weise schützte Martin Luther und die junge Reformation. Im Schmalkaldischen Krieg 1547 standen Ernestiner und Albertiner auf unterschiedlichen Seiten der Front, die Albertiner auf der siegreichen Seite. Daher übernahmen sie die Kurwürde, die Ernestiner konnten nur Thüringen behalten.

Während die Albertiner das Kurfürstentum und spätere Königreich Sachsen zu einem der deutschen Machtzentren ausbauten und mit August dem Starken auch die polnische Königskrone erlangten und ihre Residenz Dresden, auch durch die Erträge reicher Silberminen, zu einer prunkvollen Residenz ausbauten, verloren die Ernestiner in Thüringen politischen Einfluss durch zahlreiche Erbteilungen in kleinteilige Fürstentümer. Erfolgreicher war die Heiratspolitik der Ernestiner an europäische Königshäuser, so Albert von Sachsen-Coburg-Gotha mit Königin Victoria von Grossbritannien.

Mitglieder der Familie stellten über die Jahrhunderte zahlreiche Markgrafen von Meißen, Landgrafen von Thüringen, Herzöge und Kurfürsten von Sachsen sowie Könige in Sachsen, Polen, Belgien, Portugal, Bulgarien und Großbritannien. Die Königin Elisabeth II. von Großbritannien und Nordirland und König Albert II. von Belgien entstammen der ernestinischen Linie.

Träger des Projekts ist der Verein „Fürstenstraße der Wettiner“.

Routenübersicht[Bearbeiten]

Zur Fürstenstraße der Wettiner gehören fünf Routen, in deren Zentrum natürlich der Ursprungssitz Wettin befindet. Die nachfolgenden Entfernungen beziehen optionale Abstecher nach Polen nicht mit ein. Kreuzungspunkte der verschiedenen Routen sind in Fettschrift dargestellt.

Ostroute (302 Kilometer)

Hauptroute[Bearbeiten]

  • 1 Bayreuth - In der einstigen Residenzstadt der Markgrafschaft Brandenburg-Bayreuth heiratete 1693 die bayreuther Prinzessin Chistiane Eberhardine den sächsischen Prinzen Friedrich August, der Nachwelt allgemein als August der Starke bekannt, in eine nicht allzu glückliche Ehe..
  • 3 Sonnefeld - seit 1705 zum ernestinischen Fürstentum Sachsen-Hildburghausen gehörend
  • 4 Coburg - Seit 1353 wettinisch, eine der südlichsten Besitzungen der Wettiner, mit einer mächtigen Burg (Veste Coburg) gesichert. Später Residenzstadt des ernestinischen Fürstenhauses Sachsen-Coburg
  • 6 Sonneberg - seit 1353 wettinisch. Später im ernestinischen Gebiet, gehörte Sonneberg als Art ernestinischer Wanderpokal mal zu Sachsen-Coburg, Sachse-Gotha, Sachsen-Eisenach, Sachsen-Altenburg, dann wieder an Sachsen-Gotha und zuletzt Sachsen-Meiningen .
  • 8 Schleusingen - kam erst 1583 nach dem Aussterben der Grafen von Henneberg, die ein eigenes Territorium im Heiligen Römischen Reich beherrschten, an die Wettiner. Die Bertholdsburg wurde Verwaltungssitz der Statthalter der -wechselnden- ernestinische Fürsten, die fortan Schleusingen beherrschten
  • 9 Hildburghausen - Residenzstadt des ernestinischen Fürstentums Sachsen-Hildburghausen
  • 10 Bad Colberg-Heldburg – Veste Heldburg war eine weitere Burg, die das wettinische Gebiet nach Süden bewachte
  • 11 Römhild – die einstige Residenz der Grafen von Henneberg mit der Glücksburg fiel an die Wettiner und war kurzzeitig Residenz der Herzöge von Sachsen-Römhild.
  • 12 Kloster Veßra - im 12. Jh gegründetes Prämonstratenserkloster, nach der Reformation säkularisiert und sächsische Staatsdomäne
  • 13 Henneberg – Stammsitz der Grafen von Henneberg, deren Territorium 1583 an die Wettiner fiel. Die bis ins 17. Jh genutzte Henneburg ist eine der grössten Burgruinen Thüringens.
  • 14 Meiningen – einstige Residenzstadt des wettinischen Herzogtums Sachsen-Meiningen
  • 15 Wasungen – seit 1583 ernestinisch und 1747 Gegenstand eines kriegerisch ausgetragenen Erbschaftsstreits zwischen Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Gotha-Meiningen, der allerdings in einen Streit um die Regentschaft in Sachsen-Weimar-Eisenach überging.
  • 16 Schmalkalden – Schmalkalden war nie wettinischer Besitz (es war bis ins 20. eine hessische Enklave), aber 1530 Gründungsort des Schmalkaldischen Bundes protestantischer Fürsten, die sich der antireformatorischen Politik Kaiser Karl V. entgegenstellten.
  • 17 Liebenstein – mit der Burg Liebenstein, die das Geratal bewacht.
  • 18 Ruhla – Eisenerzfunde und das im Thüringer Wald reichlich vorhandene Holz waren wirtschaftliche Grundlage für (Waffen-)Schmieden, die Ruhla seit dem 14. Jh Bedeutung gaben. So viel Bedeutung, dass gleich mehrere ernestinische Herzogtümer Teile des Ortes beherrschten. So gab es „Ruhla Tenneberger Orts“ und „Ruhla Uetterodtschen Orts“, später zu „Ruhla Gothaischer Anteil“ verschmolzen und daneben das „Ruhla Weimarischen Anteils“
  • 19 Eisenach – Die Wettiner übernahmen 1264 Eisenach nach einem kriegerischen Einsatz aus der Erbmasse der ausgestorbenen Landgrafen von Thäüringen. Mit der mächtigen Wartburg, die eine der bedeutendsten Burgen der deutschen Geschichte wurde der südwestliche Eckpfeiler des wettinischen Herrschaftsgebietes. Später Residenz des Herzogtums Sachsen-Eisenach.
  • 20 Bad Langensalza – Eine der flächenmässig grössten Städte Thüringens, kam das damalige Salza 1345 durch Kauf an die Wettiner (es musste nicht immer Krieg oder Erbfall sein). Bei der Leipziger Teilung als Exklave an die albertinische Linie gelangt, kam Langensalza nach dem Wiener Kongress an Preussen.
  • 21 Gotha – An der alten Handelsstrasse Via Regia gelegen und der starken Burg Grimmenstein bewacht, wuchs die Stadt zur späteren Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg bzw. Sachse-Coburg-Gotha heran. Schloss Friedenstein ist eine der grössten Residenzen der Wettiner.
  • 23 Erfurt – Ausgerechnet die schon im Mittelalter grösste Stadt Thüringens gehörte nie den Thüringer Landgrafenlat=50.9774 | long=11.0250 oder später den Wettinern. Die alte Handels- Messe- und Universitätsstadt gehörte zum Erzbistum Mainz.
  • 24 Ettersburg – Kleinstadt nördlich von Weimar mit Schloss und Schlosspark der späteren Herzöge von Sachsen-Weimar
  • 25 Weimar – Seit 1365 wettinisch, wurde Weimar nach den Schmalkaldischen Krieg und Verlust der Kurwürde 1547 Residenzstadt der ernestinischen Herzöge. Später entwickelte sich Weimar zu einem der kulturellen Zentren Deutschlands.
  • 26 Liebstedt – 1331 vom Markgrafen Friedrich II. von Meissen an den Deutschen Orden getauscht, der dort eine Ordensburg errichtete.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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