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Bautzen

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Bautzen
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Bautzen (sorbisch Budyšin) ist eine über tausendjährige Stadt in der Oberlausitz und gilt als die Hauptstadt der Sorben. Sie besitzt eine sehr gut erhaltene bzw. restaurierte Altstadt inkl. Kneipenszene. Daneben ist Bautzen überregional für seinen Senf sowie als Standort des "Stasi-Knasts" Bautzen II bekannt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Bautzen, ursprünglich eine slawische Niederlassung Budissin, erscheint schon um 1004, wo es vom König Heinrich II. erobert wurde, als befestigte Stadt. Zur Hebung derselben trug der Ruf einer Reliquie bei, eines Arms von St. Petrus. Hier wurde 1018 der Friede zwischen dem Polenherzog Boleslaw und Kaiser Heinrich II. und 1350 der Vertrag zwischen Karl IV. und Ludwig von Brandenburg geschlossen, wodurch Ludwig seinen Ansprüchen auf die Niederlausitz entsagte, aber Brandenburg verbürgt erhielt. Im Hussitenkrieg litt Bautzen viel, schlug aber 1431 einen Sturm ab. Im Dreißigjährigen Krieg nahm es Kurfürst Georg 1620 nach vierwöchentlicher Belagerung ein; 1633 wurde es von Wallenstein erobert, und am 4. Mai 1634 brannte es der vom Kurfürsten von Sachsen belagerte kaiserliche Oberst v. Goltz nieder, bevor er sich ergab. Im Jahre 1813 wurde Bautzen berühmt durch die Schlacht vom 20. und 21. Mai, in der die Armeen Napoléons gegen die Verbündeten Russland und Preußen kämpften.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen
Cottbus80 km
Liberec72 km
Dresden63 km
Görlitz48 km
Zittau46 km
Hoyerswerda36 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Dresden-Klotzsche (IATA CodeDRS). Nach der Ankunft fährt man entweder mit dem Auto ca. 50 km über die A 4 Richtung Görlitz oder mit der S-Bahn oder dem Bus 80 zum Bahnhof Dresden-Klotzsche und dort mit dem Zug (RE 1 oder RB 60) nach Bautzen.

Der ehemalige Militärflughafen Litten in unmittelbarer Nähe der Stadt Bautzen wird von Sportflugzeugen und für Veranstaltungen wie das „VW-Pfingsttreffen“ oder die „Flugtage Bautzen“ („Flugtage Litten“) genutzt.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Mit dem Regionalexpress von Dresden Hauptbahnhof oder Görlitz bis Bahnhof Bautzen. Der 1 Bahnhof liegt anderthalb Kilometer südlich des Zentrums; entsprechend ist es dann zu Fuß 10 bis 15 Minuten in die Altstadt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Aufgrund seiner Lage an der Ost-West-Magistrale A 4 ist Bautzen Haltepunkt zahlreicher Buslinien aus verschiedenen Teilen Deutschlands auf dem Weg Richtung Tschechien. Es gibt mehrere Fernbushalte. Dies ist zum Einen ein 2 Halt am Bahnhof, zum Anderen ein Halt an der Ausfallstrasse Richtung Autobahn (3 Flixbushalt)

Auf der Straße[Bearbeiten]

Bautzen liegt an der A4 und damit an einer großen Ost-West-Achse. Die Stadt ist dadurch u.a. von Dresden her aus dem Westen und von Görlitz aus dem Osten schnell und bequem zu erreichbar. Von Norden reist man am besten über die Bundesstraßen 96 oder 156 an.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Bautzen

Die Sehenswürdigkeiten der Altstadt von Bautzen liegen dicht beieinander und sind leicht zu Fuß zu erreichen. Bautzen verfügt mittlerweile auch über ein gut ausgebautes Netz von Radwegen. Es gibt zudem mehrere Stadtbus-Linien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Türme und Basteien[Bearbeiten]

Bautzen wird mit Recht auch als Türme-Stadt bezeichnet. Mehr als 20 Türme und Basteien zieren die Stadtsilhouette. Die insgesamt 17 Türme und Basteien der Altstadt machen dabei die mehr als 1000jährige Stadtgeschichte erlebbar.

  • 1 Alte Wasserkunst, Wendischer Kirchhof. Alte Wasserkunst in der Enzyklopädie Wikipedia Alte Wasserkunst im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAlte Wasserkunst (Q436381) in der Datenbank Wikidata. Markanter Blickfang in der Stadtansicht.
  • 2 Alter Wasserturm, Mönchsgasse 4. Wasserturm unmittelbar an der Ruine der Mönchskirche
  • 3 Burgwasserturm, Osterweg.
  • 4 Gerberbastei. Gerberbastei in der Enzyklopädie Wikipedia Gerberbastei im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGerberbastei (Q1510314) in der Datenbank Wikidata. Sitz der Jugendherberge Bautzen.
  • 5 Lauenturm, Innere Lauenstraße. Lauenturm in der Enzyklopädie Wikipedia Lauenturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsLauenturm (Q1807352) in der Datenbank Wikidata. Turm mit charakteristischer barocker Haube.
  • 6 Matthiasturm, Schloßgraben (Nordostseite der Ortenburg, Nordostseite der Ortenburg). Matthiasturm in der Enzyklopädie Wikipedia Matthiasturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMatthiasturm (Q44401596) in der Datenbank Wikidata. Turm der Ortenburg (siehe unten).
  • 7 Mühlbastei. Mühlbastei in der Enzyklopädie WikipediaMühlbastei (Q1407655) in der Datenbank Wikidata.
  • 8 Mühltor, Wendischer Kirchhof 3. Mühltor in der Enzyklopädie Wikipedia Mühltor im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMühltor (Q1266942) in der Datenbank Wikidata.
  • 9 Neue Wasserkunst, Äußere Lauenstraße 58. Neue Wasserkunst in der Enzyklopädie Wikipedia Neue Wasserkunst im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNeue Wasserkunst (Q975040) in der Datenbank Wikidata. Auffälliger Turm mit Kuppelhaube aus dem 17. Jahrhundert.
  • 10 Nicolaiturm, Nicolaipforte 3. Nicolaiturm in der Enzyklopädie Wikipedia Nicolaiturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNicolaiturm (Q1986328) in der Datenbank Wikidata. Turm der Stadtbefestigung bei der ehemaligen Nikolaikirche.
  • 11 Rathausturm, Fleischmarkt 1. Rathausturm in der Enzyklopädie Wikipedia Rathausturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRathausturm (Q811923) in der Datenbank Wikidata. Barocker Turmaufsatz eines im Kern gotischen Turms des Rathauses in Bautzen.
  • 12 Reichenturm, Reichenstraße 33. Reichenturm in der Enzyklopädie Wikipedia Reichenturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsReichenturm (Q1265032) in der Datenbank Wikidata. Schiefer Turm von Bautzen, prägt mit seinem charakteristischen Turmaufsatz die Stadtansicht.
  • 13 Röhrscheidtbastei. Röhrscheidtbastei in der Enzyklopädie WikipediaRöhrscheidtbastei (Q1520228) in der Datenbank Wikidata.
  • 14 Schülerturm, Schülerstraße 11. Schülerturm in der Enzyklopädie Wikipedia Schülerturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchülerturm (Q2259727) in der Datenbank Wikidata.
  • 15 Turm der Berufsakademie, Löbauer Str. 1. Turm der Berufsakademie in der Enzyklopädie WikipediaTurm der Berufsakademie (Q828763) in der Datenbank Wikidata.
  • 16 Wendischer Turm, Wendischer Graben 3. Wendischer Turm in der Enzyklopädie Wikipedia Wendischer Turm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsWendischer Turm (Q1382745) in der Datenbank Wikidata.

Alle Informationen zur Türme-Stadt Bautzen findet man unter: http://bautzen.info/tuerme-stadt/ .

Kirchen[Bearbeiten]

  • 17 Dom St. Petri, An der Petrikirche 1. Dom St. Petri in der Enzyklopädie Wikipedia Dom St. Petri im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDom St. Petri (Q317346) in der Datenbank Wikidata. Ostdeutschlands einzige Simultankirche (sowohl römisch-katholisch als auch evangelisch-lutherisch) ist eine spätgotische Hallenkirche mit dem höchsten Turm in Bautzen, auffälligem Knick in der Längsachse und schönen Maßwerkfenstern. (Über den Eingang auf der Westseite ist eine Turmbesteigung mit Blick auf Bautzen und Umgebung möglich.)
  • 18 Domstift mit Domschatzkammer. Tel.: +49 3591 35 19 50, Fax: +49 3591 35 19 522, E-Mail: . Domstift mit Domschatzkammer in der Enzyklopädie Wikipedia Domstift mit Domschatzkammer im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDomstift mit Domschatzkammer (Q70366431) in der Datenbank Wikidata.
  • 19 Michaeliskirche, Wendischer Kirchhof 4. Michaeliskirche in der Enzyklopädie Wikipedia Michaeliskirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMichaeliskirche (Q1546343) in der Datenbank Wikidata. Spätgotische dreischiffige Hallenkirche aus dem 15. Jahrhundert.
  • 20 Mönchskirche, Große Brüdergasse 7. Mönchskirche in der Enzyklopädie Wikipedia Mönchskirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMönchskirche (Q1958015) in der Datenbank Wikidata. Ehemalige gotische Franziskanerklosterkirche, als Ruine erhalten.
  • 21 Nikolaikirche, Nicolaipforte 1a. Nikolaikirche in der Enzyklopädie Wikipedia Nikolaikirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNikolaikirche (Q2316608) in der Datenbank Wikidata. Als Ruine erhaltene Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • 22 Ortenburg, Ortenburg 9. Ortenburg in der Enzyklopädie Wikipedia Ortenburg im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsOrtenburg (Q1255971) in der Datenbank Wikidata. Große Burganlage, im Kern aus dem 15. Jahrhundert mit reicher Geschichte.

Bauwerke[Bearbeiten]

Reichenturm und -straße
  • Alte und Neue Wasserkunst (siehe oben)
  • Reichenturm (Aussichtsturm und „Schiefer Turm von Bautzen“, siehe oben)
  • Kirchen (siehe oben)
  • Zahlreiche barocke Bürgerhäuser, unter anderem „Handtuchhaus“

Denkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Hauptmarkt mit Rathaus und schönen Bürgerhäusern
  • Reichenstraße zwischen Hauptmarkt und Reichenturm

Parks[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kirchgangstracht verheirateter (rechts) und unverheirateter (links) Sorbinnen um Bautzen

Bautzen und seine Umgebung sind besonders zur Osterzeit ein beliebtes Reiseziel, da hier die sorbischen und deutschen Osterbräuche, wie zum Beispiel das Osterreiten oder das „Eierschieben“ am Protschenberg noch mit sehr viel Liebe gepflegt werden.

Zu Pfingsten wird auf der Ortenburg jährlich ein Mittelalterlicher Markt mit Ritterspielen u. Ä. veranstaltet. Ebenso im Hof der Ortenburg findet alljährlich der Bautzener Theatersommer statt. Es werden vornehmlich unterhaltsame Theaterstücke unter freiem Himmel aufgeführt.

Natürlich kann man auch den Rest des Jahres viel unternehmen. Vor allem für Naturliebhaber gibt es einiges zu entdecken. Zu erwähnen wäre der Bautzener Stausee, wo man im Sommer baden, Windsurfen usw. kann. Es gibt auch sehr viele schöne Radwege (etwa um den Stausee oder an der Spree entlang).

Einkaufen[Bearbeiten]

  • 1 Bautz´ner Senfladen, Manufaktur & Museum, Fleischmarkt 5, 02625 Bautzen. Tel.: +49(0)3591 597118. Die Geschichte des Bautz´ner Senf wird in mehreren Vitrinen gezeigt und es gibt eine Senfmühle aus dem letzten Jahrhundert. Senf probieren und kaufen kann man auch. Geöffnet: täglich von 10.00 - 19.00 , Januar bis März bis 17.00 Uhr.
  • Reichenstraße
  • Kornmarkt-Center

Küche[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Theater:

  • Deutsch-Sorbisches Volkstheater
  • Burgtheater

Kneipen & Restaurants:

  • Altstadt:
    • Mönchshof
    • Sam's Bar
    • La Bodega
    • Schloss Schänke
    • Bar Caracas
    • Alte Räucherei
    • Bierakademie
    • Zum Karasek
    • Surprise Cafe
    • Burghof Ortenburg
    • Sorbisches Restaurant „Wjelbik“
    • Hotel „Goldener Adler“
    • L´abiente
  • Weiteres Stadtgebiet:
    • Tiroler Stuben
    • Bautzner Brauhaus
    • Zum Haseneck
    • Zum Zollhaus

Für die Jugend:

  • Steinhaus

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

In Bautzen befindet sich neben sechs Grundschulen, vier Mittelschulen, fünf Gymnasien und drei Förderschulen auch die Berufsakademie Sachsen – Staatliche Studienakademie Bautzen.

Arbeiten[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Die Vorwahl von Bautzen ist 03591, die Postleitzahl 02625.

Ausflüge[Bearbeiten]

Interessante Orte:

  • Kleinwelka (5 km nordwestlich, B 96) – Saurierpark, Irrgarten, Miniaturenpark.
  • Neschwitz (14 km nordwestlich, B 96 über Kleinwelka) – Schloss und Park.
  • Bischofswerda (20 km westlich, B 6) – Stadt an der Wesenitz; „Schiebocker Tage“.
  • Löbau (20 km südöstlich, B 6) – König-Friedrich-August-Turm.

Weitere Ziele:

  • Der Findlingspark Nochten wurde am ehemaligen Tagebau Nochten errichtet. Der Park bietet auf 17 Hektar blühende Heidemore und -dünen mit ca. 3000 Findlingen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Joachim Meffert: Die Ortenburg in Bautzen – Der archäologische Forschungsstand und die Ausgrabungen von 1999–2001. Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege 44, 2002, 75–177.
  • Karin Sczech: Archäologische Untersuchungen zu Bautzen in der Oberlausitz in slawischer Zeit. Archäologische Forschungen am GWZO. Berichte und Beiträge des Geisteswissenschaftlichen Zentrums Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas e. V. 2003, 49–64.
  • Grit Richter-Laugwitz: Der 17. Juni 1953 in Bautzen, hrsg. vom Stadtarchiv Bautzen, Bautzen 2004, ISBN 3-936758-04-2
  • Andreas Bensch: Chronologie der Stadt Bautzen 1002–2001, Bautzen 2001, ISBN 3-930625-31-8
  • Christine Seele und Jürgen Matschie: Bautzen und seine Kirchen. Ein kleiner ökumenischer Kirchenführer, Leipzig 1996, ISBN 3-7462-1118-2
  • Deutscher Städteatlas; Band: IV; 3 Teilband. Acta Collegii Historiae Urbanae Societatis Historicorum Internationalis – Serie C. Im Auftrag des Kuratoriums für vergleichende Städtegeschichte e. V. und mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, hrsg. von Heinz Stoob †, Wilfried Ehbrecht, Jürgen Lafrenz und Peter Johannek. Stadtmappe Bautzen, Autor: Karlheinz Blaschke, ISBN 3-89115-033-4; Dortmund-Altenbeken 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

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