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Nossen

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Nossen
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Die sächsische Kleinstadt Nossen liegt am Übergang des Erzgebirges in das Norddeutsche Tiefland. Die ungefähre Trennstelle bildet hier die Freiberger Mulde. Touristisch ist die Stadt sowohl durch ihre reichhaltige Geschichte mit historischen Bauwerken als auch durch die landschaftliche Lage und den Zugang zum Muldental interessant.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das ganze Gebiet war vor der deutschen Einwanderung schon weit vor dem 9.Jahrhundert von slawischen Völkern besiedelt. Im frühen 9. Jahrhundert begann aber die deutsche Eroberung der Region aufgrund der strategisch wichtigen Position. Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte erst im Jahre 1185 als die Ritter der Burg Nossen mit dem in der Nähe befindlichen Kloster Altzelle um Besitzrechte stritten. Das Datum wird bis heute als das offizielle Gründungsdatum der Stadt gewertet. In den Folgejahren siedelten die Ritter zahlreiche Bauern um die Burg an. Die Siedlung Nossen war geboren. Doch die Besitzstreitigkeiten zwischen der Burg und dem Kloster hörten nicht auf und wurden zeitweise auch in gewaltsammen Auseinandersetzungen fortgesetzt. Finanziell ruiniert gaben die Ritter schließlich auf und verkauften die Burg an die Bischöfe von Meißen. In den nächsten Jahren wurde die Burg zum Schloss ausgebaut und wurde schließlich dem Kurfürsten zugesprochen. Im dreissigjährigen Krieg wurde Nossen schwer durch Plünderungen und Pest heimgesucht, konnte sich danach schnell als Verkehrsknotenpunkt erholen. Doch auch der siebenjährige Krieg traf die Stadt schwer, die mehrfach in den Frontverlauf geriet. Dabei wurde auch die Burg schwer beschädigt. Zum Ende des siebenjährigen Krieges waren die meisten Bürger aus Nossen mittlerweile geflohen. Zum Ende des 19.Jahrhunderts kam es zum großen wirtschaftlichen Aufschwung. Nossen wurde ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und in den folgenden Jahren kam das auch der Wirtschaft und den Bürgern zu gute. Trotz Brückensprengungen im zweiten Weltkrieg und einen auch hier zu verspürenden wirtschaftlichen Einbruch nach der Wende, hat sich durch die verkehrsgünstig neu angelegte Indusriegebiete eine gute industrielle Infrastruktur bis heute erhalten.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der nächste internationale Flughafen ist der Flughafen Dresden direkt an der A 4 Abfahrt Symbol: AS Dresden/Flughafen oder etwas weiter zum Flughafen Leipzig Halle. Für kleinere Flugzeuge ist der Verkehrslandeplatz Riesa-Göhlis der richtige Flughafen.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Nossen ist straßenverkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Östlich der Stadt mündet am Autobahndreieck Nossen die A 14 aus Leipzig in die A 4 von Chemnitz nach Dresden. Die Stadt besitzt gleich drei Anschlussstellen:

  • Symbol: AS 75 Siebenlehn an der A 4 für die Anfahrt aus Richtung Süden bzw. Chemnitz. Wechsel auf die B 101.
  • Symbol: AS 36 Nossen-Nord an der A 14 für die Anfahrt aus Richtung Nordwesten bzw. Leipzig. Wechsel auf die B 175 (endet in Nossen).
  • Symbol: AS 37 Nossen-Ost an der A 14 für die Anfahrt aus Richtung Osten bzw. Dresden. Wechsel auf die B 101.

Aus Richtung Freiberg und Meißen reist man über die B 101 an. Für diejenigen, die aus Richtung Meißen kommen: Blitzer in der Ortslage Katzenberg.

Der Bahnhof

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum Straßenverkehr ist Nossen nicht mehr an das Eisenbahnnetz angeschlossen, seit mit dem Fahrplanwechsel Dezember 2015 auch die RB 110 zwischen Meißen und Döbeln eingestellt wurde; noch in den siebziger Jahren existierten Bahnstrecken aus Freiberg, Klingenberg-Colmnitz, Freital, Riesa, Meißen und Döbeln.

Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind nun Freiberg, Döbeln oder Meissen, jeweils etwa 20 km entfernt. Es verkehren Busse. Nossen liegt am Rand des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO).

Mobilität[Bearbeiten]

Stadtplan von Nossen

Das eigentliche Stadtgebiet befindet sich bis auf eine Eisenbahnersiedlung und das Gebiet um das Freibad am Südhang der Freiberger Mulde. Weitere Ortschaften wie Deutschenbora oder Heynitz kommen zwar hinzu, werden hier aber nicht weiter behandelt.

Die bergwärts führenden Straßen sind teilweise recht steil. Stadtbusse existieren nicht, sind aber angesichts der geringen Größe auch nicht notwendig.

Die auf dem Stadtplan verzeichneten Parkplätze sind gebührenpflichtig. Die dem Marktplatz am nächsten gelegenen gebührenfreien Parkmöglichkeiten sind in der Waldheimer Straße, der Bismarckstraße (beide parkzeitbegrenzt) und in der Siebenlehner Gasse. Anzumerken sei noch, dass zahlreiche Straßen nur in eine Richtung befahren werden können.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten
Schloss Nossen
  • 1 Schloss Nossen, Schloss 3. Tel.: +49 (0)35242 68700. Schloss Nossen in der Enzyklopädie WikipediaSchloss Nossen (Q2242706) in der Datenbank Wikidata. eine unregelmäßige Anlage mit einem überwiegend ovalen Hof. Das Schloss beherbergt auch das Heimatmuseum;Führungen nach Vereinbarung. Geöffnet: Di-Fr 10.00 bis 17.00 Uhr, Sa/So/Feiertag 10.00 bis 18.00 Uhr, Mo geschlossen. Preis: Eintritt: Erwachsene 2 €, ermäßigt 1,50 €..

Zum Marktplatz hin liegt die Nossener 1 Pfarrkirche Pfarrkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Pfarrkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPfarrkirche (Q49489239) in der Datenbank Wikidata , ursprünglich ein Renaissancebau von 1565. Nach diversen Bränden in den Jahren 1577, 1618 und 1719 wurde sie beim Wiederaufbau stark verändert. Die Kirche wurde mit Teilen des im 16. Jahrhundert aufgegebenen 2 Klosters Altzella Klosters Altzella in der Enzyklopädie Wikipedia Klosters Altzella im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKlosters Altzella (Q314478) in der Datenbank Wikidata errichtet. Dessen Ruinen befinden sich zwei Kilometer südwestlich der Stadt. Der umgebende und ehemals klostereigene Zellwald eignet sich hervorragend für ausgiebige Spaziergänge. Neben der Kirche eine Kursächsische Postmeilensäule. Auf dem westlichen Ende des Marktplatzes, am Rathaus, steht ein Brunnen 2 , der von der Geschichte der Stadt erzählt.

Nossen ist aufgrund der früheren Bedeutung als Eisenbahnknoten heute Sitz eines Vereins 3 , der u.a. betriebsfähige Dampflokomotiven unterhält:

  • IG Dampflok Nossen e.V., Döbelner Str. 19 (nördlich der Straßenbrücke rechts). Tel.: +49 (0)35242 439684, Fax: +49 (0)35242 439684, E-Mail: . . Neben mehreren 52ern befindet sich auch die 18 201, die schnellste betriebsfähige Dampflok der Welt, im Bestand. An einigen Wochenenden werden Sonderfahrten über die „Zellwaldbahn“ nach Freiberg angeboten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Schüttgebäude im Kloster Altzella
  • Vorschlag für einen Stadtrundgang (5 km): Bahnhof–Ladestraße–Pöppelmannbrücke–Schloss Nossen–Markt–Freiberger Straße–Zellwald/Kloster Altzella–Bahnunterführung Strecken nach Roßwein/Riesa–Döbelner Straße (Bahnüberführung)–Bismarckstraße–Bahnhof.
  • 1 Städtisches Volksbad, Grunaer Weg. Tel.: +49 (0)35242 68433. Volksbad seit 1907; modernisiert.
  • Rundwanderung über den 1 Kirschberg (3 km): Auch für diesen Weg sei als möglicher Ausgangs- und Endpunkt der Bahnhof angenommen. Zuerst geht's über die Bismarckstraße zur Döbelner Straße, wo nach rechts die Bahnanlagen überquert werden. Die Döbelner Straße weiter gerade aus, bis die Freiberger Mulde überquert wird, danach scharf rechts in den schmalen Weg entlang der Mulde einbiegen. Vom Kirschberg hat man nun einen schönen Blick auf die Stadt. Der Weg führt anschließend weiter und wieder talwärts, bis ein asphaltierter Weg erreicht wird. Nach rechts auf den Weg, und man kommt am Volksbad raus. Über eine Fußgängerbrücke wird wieder die Südseite der Mulde erreicht. Anschließend nach rechts in die Talstraße, kurz darauf nach links durch den Fußgängertunnel. Als Abschluss führt der Weg über den Güterbahnhof (Ladestraße).
Autobahnbruecke Siebenlehn
  • Rundwanderung über Siebenlehn (15 km): Hier folgt man zunächst dem Stadtrundgang-Weg bis zur Pöppelmann-Brücke 4 . Auf der der Stadt zugewandten Seite findet man eine Tafel mit Übersichtskarte. Über die Eichholzgasse führt der Weg nun auf dem Westufer der Mulde entlang. Wer möchte, kann das Ufer über eine nach dem Hochwasser 2002 neu errichtete Fußgängerbrücke wechseln. Wir nehmen diese Variante und wandern unterhalb des Bastei genannten Aussichtspunkts entlang zur nächsten Zwischenstation, der Autobahnbrücke Siebenlehn 5 . Auf dieser Seite der Mulde ist eine Gedenktafel angebracht, die an die verhinderte Sprengung der Brücke im Mai 1945 erinnert. Unweit hinter der Autobahnbrücke eine überdachte Fußgängerbrücke aus Holz, über die wir wieder auf das westliche Muldenufer wechseln. Nun kann man gleich bergwärts nach Siebenlehn laufen oder noch etwas weiter südwärts bis zu einem Fabrikgelände. Hier folgt der steilste Anstieg der Tour. Nach Ende des Anstieges trifft man auf einen Weg, der rechts ab nach Siebenlehn führt. Über diesen Weg führte bis vor kurzem die Straße von Siebenlehn nach Reinsberg, die aber verlegt wurde. Der Markplatz wird überquert und an der Hauptstraße kann man im „Bosporus Döner“ Rast machen (wer es konservativer mag: im Gasthof nebenan). Anschließend geht es westwärts in den Zellwald 2 , wobei die Siebenlehner Umgehungsstraße (B 101) überquert wird. Kurz vor der Ankündigung der Zellwaldbahn von Nossen nach Freiberg biegt man rechts ab und lauft nun nordwärts unter die A 4 hindurch und parallel, aber größtenteils nicht in Sichtweite zur Zellwaldbahn. Nach drei Kilometern trifft man wieder auf die als Stadtrundgang beschriebene Route und läuft über das Kloster Altzella 6 und das anschließende Muldental zurück zum Bahnhof.

Einkaufen[Bearbeiten]

Denkmalgeschützte Häuser am Markt

Einkaufen kann man sehr gut in der Innenstadt am Markt 1 und in der Waldheimer Straße 2 . Nossen besitzt das übliche Angebot an Discountern wie Aldi und Penny 3 , Edeka 4 sowie Netto.

Küche[Bearbeiten]

In Marktplatznähe gibt es zwei Döner-Imbisse: einen in der Waldheimer Straße (am Ende der verkehrsberuhigten Zone) und einen auf dem Markt (Richtung Rathaus/Siebelehner Gasse).

Neben dem Penny-Markt befindet sich ein Imbiss mit indischer und internationaler (Pizza/Pasta/Schnitzel) Küche: Schlemmerpizzaservice, Fabrikstraße 3 (Im Penny). Tel.: +49 (0)35242 666493, Fax: (0)35242 666495. Geöffnet: Mo-Sa 10.30 bis 21.00 Uhr, Fr 11.00 bis 21.00 Uhr, So/Feiertage: 15.00 bis 20.45 Uhr.

Einige Gaststätten mit deutscher Küche:

  • 1 Gasthaus Edelweiß, Freiberger Str. 16 (oberhalb des Marktes an der B 1 Ri. Siebenlehn). Tel.: +49 (0)35242 68302, Fax: +49 (0)35242 68302. Gutbürgerliche Küche, Party-Service und Räume für Feiern. Geöffnet: Di-Do 11.00 bis 19.00 Uhr, Fr 11.00 bis 21.00 Uhr, Sa 11.00 bis 14.00 Uhr u. 17.00 bis 23.00 Uhr, So 11.00 bis 14.00 Uhr, Mo Ruhetag.
  • 2 Gaststätte Zum Anker, Markt 44. Tel.: +49 (0)35242 68588, Fax: +49 (0)35242 43588, E-Mail: . Geöffnet: Mo 11.00 bis 14.00 Uhr, Di-Do 11.00 bis 22.00 Uhr, Fr-Sa 11.00 bis 23.00 Uhr, So 11.00 bis 20.00 Uhr. Preis: Hauptgerichte üblicherweise im Preisbereich zwischen 7 und 10 €.
  • 3 Jägerhof, Waldheimer Straße 31 (nahe Ecke Friedrich-List-Str.). Tel.: +49 (0)3524 2762733. Hausmannskost zu günstigen Preisen..

Nachtleben[Bearbeiten]

Als Kleinstadt besitzt Nossen kein herausragendes Nachtleben, so dass man immer nach außerhalb ausweichen muss.

Nossen besitzt den einzigen sehr großen Jugendstilsaal in Großraum Nossen/Meissen/Döbeln im Sachsenhof 7 . Er wurde aufwändig renoviert und als Vereins- und Bürgerzentrum wiedereröffnet.

Unterkunft[Bearbeiten]

Das Hotel „Stadt Dresden“

Bis auf das Hotel „Stadt Dresden“ am Markt befinden sich alle folgend genannten Übernachtungsmöglichkeiten oberhalb des Marktes in Richtung oder in Augustusberg. Am Kreisverkehr Waldheimer Straße/Döbelner Straße steht an einem stillgelegten Fabrikgebäude etwas von Hotel. Dabei wird aber schnell auffallen, dass die Preisangabe noch in D-Mark aufgeführt wird. Also nicht verwirren lassen, auch wenn das Hotel noch in der aktuellen Wanderkarte „Klosterbezirk Altzella“ verzeichnet ist!

  • 6 Pension Peter Riegler, Höhenweg 4. Tel.: +49 (0)35242 70258. Preis: DZ zur Einzelbelegung 30 €, DZ zur Doppelbelegung 48 € pro Nacht, Kinder bis 3 Jahre übernachten kostenfrei; Frühstückspreise: Erwachsene 6 €, Kinder 3 – 7 Jahre 3 €, Kinder 8 – 16 Jahre 5 €, Kinder bis 3 Jahre kostenfrei.

Ausflüge[Bearbeiten]

Gellert-Denkmal vor dem Rathaus von Hainichen
  • Siebenlehn (4 km südlich, B 101) - die zwischen Zellwald und Freiberger Mulde gelegene Kleinstadt (seit 2003 Stadt-Status an Großschirma). Sehenswert sind Kirche und Wasserturm, in der Nähe die einstmals höchste Autobahnbrücke Europas.
  • Roßwein (9 km westlich) - muldeabwärts, DDR-Kinderbuchliebhaber werden hier die Stelle finden, an der in Waldemar Spenders Buch „Vom Pferd, das Auto gefahren ist“ der Hengst Lotte aus der Kurve geriet und auf einem Apfelbaum landete.
  • Freiberg (16 km südlich, B 101) - Bergbaustadt. Auf dem Weg dorthin gibt es (z.B bei Halsbrücke) eine Reihe stillgelegter Tagebaue; mit etwas Glück kommen dort Mineraliensammler auf ihre Kosten.
  • Lommatzsch (17 km nördlich) - Zentrum der Lommatzscher Pflege; hier hielt sich während des Zweiten Weltkrieges der Schauspieler Mario Girotti, besser bekannt als Terence Hill, auf.
  • Döbeln (17 km nordwestlich, A 14 Richtung Leipzig) - sehr schöne Innenstadt: saniert, weil das Hochwasser 2002 bis zu 2 m in der Stadt stand; sehr schönes Theater. Wer mit der Bahn in die Innenstadt fahren will, benutzt die Regionalbahn bis zum Haltepunkt Döbeln Ost.
  • Meißen (17 km nordöstlich) - eines der erstrangigen Touristenziele in Sachsen; Albrechtsburg und Porzellanmanufaktur.
  • Hainichen (20 km südwestlich) - größte Stadt im Klosterbezirk; an der Striegis, einem Nebenfluss der Freiberger Mulde, gelegen. Geburtsstadt des Dichters und Philosophen Christian Fürchtegott Gellert, dem vor dem Rathaus ein Denkmal gewidmet wurde. Tuchmacherhaus im Fachwerkstil; Trinitatiskirche.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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