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Freiberg (Sachsen)

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Freiberg
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Die Bergbaustadt Freiberg (Sachsen) liegt am Nordrand des Osterzgebirges auf einem Hochplateau, 2 km westlich der Freiberger Mulde. Mit ihrem typisch sächsischen Stadtbild zählt sie zu den sehenswertesten Städten des Bundeslandes.

Hintergrund[Bearbeiten]

Untermarkt mit Dom und Bergbaumuseum

Freiberg, um 1162 aufgrund der Silberfunde und des Landesausbaues entstanden, war einstmals die größte Stadt in der Markgrafschaft Meißen und wichtiger Handelsstandort. Ihr Silberreichtum und die bedeutsame Münzstätte machte die Markgrafschaft Meißen, das spätere Kurfürstentum und Königreich Sachsen zu einem wohlhabenden Staatswesen. Erst 1913 wurde der Silberbergbau eingestellt. Dafür gab es nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1969 wieder verstärkt Bergbauaktivitäten im Bereich der Blei-, Zink- und Zinngewinnung. Die Verhüttung von Erzen erfolgte hingegen bis heute ununterbrochen. Freiberg ist Standort einer der weltweit ältesten bergbautechnischen Hochschulen und weiterer wissenschaftlicher Einrichtungen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Flughäfen sind Dresden-Klotzsche (45 km) und Leipzig/Halle (110 km).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Freiberg(Sachs) liegt südlich der Altstadt (Gehentfernung vom Obermarkt ca. 15 Minuten). Freiberg liegt an der Bahnstrecke von Dresden nach Werdau (weiter nach Hof; Sachsen-Franken-Magistrale), auf der die Linien RE 3, RB 30 und S 3 verkehren. Hier zweigt die nicht elektrifizierte Nebenbahn nach Holzhau ab. Alle anderen Bahnstrecken, die früher ins Umland von Freiberg führten (beispielsweise nach Nossen (tw. noch Traditionszugbetrieb), Langenau und Halsbrücke), werden nicht mehr planmäßig betrieben.

Folgende Linien halten in Freiberg(Sachs):

  • RE 3: Hof Hbf - Plauen - Zwickau Hbf - Chemnitz Hbf - Freiberg - Dresden Hbf (60-Minuten-Takt)
  • RB 30: Zwickau Hbf - Chemnitz Hbf - Freiberg (- Dresden Hbf) (60-Minuten-Takt)
  • S 3: Freiberg - Klingenberg-Colmnitz - Tharandt - Freital - Dresden Hbf (nur Mo-Fr in der Hauptverkehrszeit; 60-Minuten-Takt)
  • FEG: Freiberg - Mulda - Holzhau (Mo-Fr 60-Minuten-Takt, Sa-So 120-Minuten-Takt)

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der Busverkehr im Landkreis Mittelsachsen wird durch das Unternehmen Regiobus durchgeführt. Regiobus betreibt die Regionalbuslinien als auch Stadtbusverkehre in Freiberg und weiteren mittelsächsischen Städten.

Aus den Richtungen Dresden und Annaberg-Buchholz ist Freiberg auch mehrmals täglich mit der Buslinie 400 erreichbar.

Auf der Straße[Bearbeiten]

ChemnitzZwickauAueSchwarzenbergAnnaberg-BuchholzSchneebergSchlemaSchlettauGeyerEhrenfriedersdorfMarienbergOlbernhauScheibenbergPobershauSaydaBrand-ErbisdorfHartha
Freiberg an der „Silberstraße“

Aus der Ferne erreicht man Freiberg komfortabel über die Abfahrt Siebenlehn der Autobahn A4 und die anschließende Bundesstraße B101. Aus Richtung Dresden und Chemnitz verläuft außerdem die Bundesstraße B173. Deren östlicher Teil ab Dresden ist Teil der Silberstraße, die sich dann südlich über die Bundesstraße B101 in das Erzgebirge fortsetzt.

Am Rand der Innenstadt existieren mehrere Parkhäuser, so z.B. am Tivoli sowie neben dem Kornhaus.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Freiberg (Sachsen)

Die Stadt verfügt über ein sechs Linien umfassendes Busnetz. Alle Linien fahren die zentralen Haltestellen Bahnhof und Busbahnhof an:

  • Linie A: (Seilerberg -) Wasserberg - Bahnhof - Busbahnhof - Tuttendorf - Halsbrücke (tgl., Mo-Fr im 30-Minuten-Takt, Sa/So im 60-Minuten-Takt Wasserberg - Busbahnhof und einzelne Fahrten bis Halsbrücke)
  • Linie B: Friedeburg - Bahnhof - Busbahnhof - Zug - Brand-Erbisdorf (tgl., Mo-Fr im 30-Minuten-Takt bis Zug und jede zweite Fahrt bis Brand-Erbisdorf, Sa/So als Anruflinientaxi mit Bedienung der Innenstadt)
  • Linie C: Bahnhof - Busbahnhof - Uni-Gelände - Friedeburg - Wasserberg - Häuersteig (tgl., Mo-Fr im 20-Minuten-Takt, Sa/So im 60-Minuten-Takt)
  • Linie D: (Zug -) Seilerberg - Bahnhof - Busbahnhof - Frauensteiner Straße - Reiche Zeche (tgl., Mo-Fr im 30-Minuten-Takt, Sa/So im 60-Minuten-Takt)
  • Linie F: Brand-Erbisdorf - Industriegebiet Nord - Häuersteig - Bahnhof - Busbahnhof (tgl., Mo-Fr im 30-Minuten-Takt (einige Fahrten über Wasserberg), Sa/So im 60-Minuten-Takt als Fortsetzung der Linie D)
  • Linie I: Donatsring - Friedeburg - Wasserberg - Bahnhof - Busbahnhof - Gewerbegebiet Süd - Industriegebiet Saxonia - Gewerbegebiet Pulvermühlenweg (ausschl. Fahrten zu den Schichtzeiten der Unternehmen in den Gewerbe-/Industriegebieten, alle Fahrten als Anruflinientaxi)

Es gilt der Tarif des Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS), das Freiberger Stadtgebiet liegt in der Tarifzone 10. Im Tarifgebiet des VMS gelten Verbundfahrscheine in allen öffentlichen Verkehrsmitteln der jeweiligen Tarifzone, die man jeweils beim Busfahrer oder im Mobilitätszentrum am Busbahnhof erwerben kann. Auch das Sachsen- (Sachsen-Anhalt-,Thüringen-)Ticket gilt in allen Verkehrsmitteln des VMS.

In der Freiberger Altstadt sind alle wesentlichen Bereiche fußläufig erreichbar, die Straßen Petersstraße, Erbische Straße und Burgstraße sind als Fußgängerzone ausgewiesen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Freiberger Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich auf die Altstadt, die – ähnlich wie z.B. in Leipzig – von einem Straßenring umgeben ist.

Kirchen[Bearbeiten]

Silbermannorgel im Freiberger Dom

Zu den ganz großen Sehenswürdigkeiten zählt der 1 Dom St. Marien Dom St. Marien in der Enzyklopädie Wikipedia Dom St. Marien im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDom St. Marien (Q592392) in der Datenbank Wikidata, eine spätgotische Hallenkirche (1484 bis 1501) am Untermarkt. An den Dom schließt sich die 1594 im italienischen Renaissancestil ausgebaute, 1885 restaurierte kurfürstliche Begräbniskapelle, die Ruhestätte aller protestantischen Fürsten der Albertinischen Linie von Heinrich dem Frommen (gest. 1541) bis auf Johann Georg IV. (gest. 1694). Am sehenswertesten unter den hier befindlichen Grabmälern ist das des Kurfürsten Moritz (gest. 1553) mit dessen lebensgroßer, von dem Antwerpener Künstler Anton van Zerum gefertigter Statue von Marmor. Im Innern des Doms verdienen noch Beachtung: die großartige romanische Goldene Pforte (im Schutzbau an der Südseite), die frei stehende steinerne, spätgotische Kanzel (Tulpenkanzel) und die große Orgel, ein Werk Silbermanns.

Bemerkenswert ist auch die 2 Petrikirche Petrikirche in der Enzyklopädie Wikipedia Petrikirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPetrikirche (Q2327461) in der Datenbank Wikidata, auf dem höchsten Punkte der Stadt, mit drei Türmen, deren höchster, 72 m hoch, das Bergglöckchen trägt. Sie besitzt ebenfalls eine Silbermannorgel.

Die neugotische 3 Jakobikirche Jakobikirche in der Enzyklopädie Wikipedia Jakobikirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsJakobikirche (Q46625821) in der Datenbank Wikidata hat bedeutende Ausstattungsstücke aus älterer Zeit bewahrt. Darunter sind der Altar, der Taufstein und eine Silbermannorgel, die 2017 aufwändig restauriert wurde.

Die profanierte 4 Nikolaikirche Nikolaikirche in der Enzyklopädie Wikipedia Nikolaikirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNikolaikirche (Q1991114) in der Datenbank Wikidata stammt aus romanischer Zeit, wurde barock umgebaut und wird jetzt als Veranstaltungsraum der Stadt Freiberg genutzt.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Schloss Freudenstein Freiberg

Das 1572 vom Kurfürsten August neugebaute, 1804 in ein Militärmagazin umgewandelte 5 Schloss Freudenstein Schloss Freudenstein in der Enzyklopädie Wikipedia Schloss Freudenstein im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchloss Freudenstein (Q835458) in der Datenbank Wikidata liegt am Nordwestrand der Altstadt und beherbergt die Mineralienausstellung Terra mineralia (siehe unter Museen) und das Sächsische Bergarchiv.

Bauwerke[Bearbeiten]

Hervorzuheben sei am schönen 6 Obermarkt Obermarkt in der Enzyklopädie Wikipedia Obermarkt im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsObermarkt (Q2010374) in der Datenbank Wikidata das 1410 begründete Rathaus mit stattlichem Uhrturm, welches gleich neben dem 1545 erbauten Kaufhaus (Obermarkt 16, Ratskeller) liegt. Auf diesem bezeichnet ein durch ein eingehauenes Kreuz kenntlicher Stein die Stelle, wo 1455 der Prinzenräuber Kunz von Kaufungen hingerichtet wurde.

An vielen Stellen ist immer noch die Stadtmauer erhalten geblieben. Der 7 Donatsturm Donatsturm in der Enzyklopädie Wikipedia Donatsturm im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDonatsturm (Q49339784) in der Datenbank Wikidata am Ostrand der Altstadt ist der einzige erhalten gebliebene der fünf Stadttürme.

In einem um 1490 errichteten altertümlichen Gebäude mit hohem Ziergiebel am Untermarkt befand sich bis 1875 das Gymnasium. Auch zahlreiche Bürgerhäuser haben sich noch aus dem 16. Jh. erhalten. Von den neueren öffentlichen Bauten verdienen Erwähnung: der Bahnhof (seit 1862), das Justizgebäude, die Jägerkaserne, das Theater (1880 umgebaut), die Gebäude des Gymnasiums und des Realgymnasiums.

Denkmäler[Bearbeiten]

Das vor dem Peterstor stehende Schwedendenkmal erinnert an die heldenmütige Verteidigung der Stadt gegen Torstensson (1643).

Museen[Bearbeiten]

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Obermarkt - mit Wochenmarkt und in der Adventszeit dem Freiberger Christmarkt
  • Untermarkt - hier befindet sich der Ursprung der Stadt; am Untermarkt liegen sowohl der Dom als auch das Stadt- und Bergbaumuseum
  • Schlossplatz

Parks[Bearbeiten]

  • Donatsfriedhof
  • Albertpark

Verschiedenes[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kultur und Unterhaltung[Bearbeiten]

Das Freiberger Stadttheater am Buttermarkt ist das älteste Stadttheater der Welt (bezogen auf die Institution in einem historischen Gebäude) und wird aufgrund des prächtigen Saals als "kleine Semperoper" bezeichnet. Direkt gegenüber liegt die Nikolaikirche, die als städtisches Veranstaltungszentrum genutzt wird.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Freiberger Sommernächte
  • Freiberger Bergstadtfest mit traditioneller Bergparade
  • Freiberger Nachtschicht mit bergmännischem Zapfenstreich
  • Freiberger Christmarkt mit Bergparade im Fackelschein

Einkaufen[Bearbeiten]

In der Freiberger Innenstadt finden sich viele kleine Geschäfte und Boutiquen, welche zum Shoppingaufenthalt einladen. Außerdem findet sich am Stadtrand in Richtung Brand-Erbisdorf (direkt an der B101) das Fachmarktzentrum Häuersteig, unter anderem mit einem Supermarkt und einem Baumarkt.

Küche[Bearbeiten]

Gut verteilt finden sich in der Freiberger Altstadt Gaststätten und Restaurants verschiedener Preisstufen und Geschmacksrichtungen. Zur "Kneipenmeile" hat sich die Meißner Gasse in der Unterstadt entwickelt.

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Die 1765 gegründete Technische Universität Bergakademie Freiberg (TUBAF) ist die fünftälteste bergbautechnische Hochschule der Welt. Sie besitzt sechs Fakultäten:

  • Fakultät für Mathematik und Informatik (Fakultät 1)
  • Fakultät für Chemie und Physik (Fakultät 2)
  • Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau (Fakultät 3)
  • Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik (Fakultät 4)
  • Fakultät für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie (Fakultät 5)
  • Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (Fakultät 6)

Arbeiten[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Kreiskrankenhaus Freiberg, Donatsring 20. Tel.: +49 3731 770, Fax: +49 3731 77 2399. Das Kreiskrankenhaus dient der umfassenden medizinischen Versorgung der Bevölkerung Mittelsachsens. Es ist akademisches Lehrkrankenhaus an der TU Dresden.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Tourist-Information, Schloßplatz 6. Tel.: +49 3731 273664, Fax: +49 3731 273665, E-Mail: . Tourist-Information auf Facebook Tourist-Information auf Twitter Tourist-Information auf YouTube. Geöffnet: Mo., Di., Do., Fr. 10:00-18:00, Mi. 10:00-14:00, Sa.-So. 10:00-12:30 und 13:15-16:00 (01.01.-14.03. Sa. nur 10:00-13:00, So. geschlossen).

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Halsbrücke (4 km nördlich) – die in den Jahren 1888/89 erbaute „Halsbrücker Esse“ mit einer Höhe von 140 m war damals der höchste Schornstein der Welt. Außerdem befindet sich in der Nähe des Ortes ein „Kahnhebehaus“, welches vermutlich das älteste Schiffshebewerk der Welt ist.
  • Über die „Silberstraße“ nach Brand-Erbisdorf (7 km südlich, B 101) – spätgotische Pfarrkirche mit lebensgroßem Bergmann von 1585.
  • Oederan (15 km westlich, B 173) – „Klein-Erzgebirge“, der älteste Miniaturpark Deutschlands.
  • Siebenlehn (16 km nördlich, B 101) – die zwischen Zellwald und Freiberger Mulde gelegene Kleinstadt (2003 Stadt-Status an Großschirma). Sehenswert sind Kirche und Wasserturm, in der Nähe die einstmals höchste Autobahnbrücke Europas.
  • Hainichen (19 km nordwestlich, S 205 über Kleinwaltersdorf) – an der Stiegis, einem Nebenfluss der Freiberger Mulde, gelegen. Geburtsstadt des Dichters und Philosophen Christian Fürchtegott Gellert.
  • Frauenstein (20 km südöstlich) – sehenswerte Burgruine, Schloss Frauenstein mit Gottfried-Silbermann-Museum und viele Wanderwege.

Literatur[Bearbeiten]

  • A. Breithaupt: Die Bergstadt Freiberg im Königreich Sachsen. Craz und Gerlach Verlag, Freiberg 1847.
  • Yves Hoffmann, Uwe Richter (Hrsg.): Denkmale in Sachsen. Stadt Freiberg. Beiträge I-III. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Werbung & Verlag, Freiberg 2002–2004. ISBN 3-936784-00-0
  • Hanns-Heinz Kasper, Eberhard Wächtler (Hrsg.): Geschichte der Bergstadt Freiberg. Böhlau, Weimar 1986. ISBN 3-7400-0051-1
  • Otfried Wagenbreth, Eberhard Wächtler (Hrsg.): Der Freiberger Bergbau. Technische Denkmale und Geschichte. 2. Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1988. ISBN 3-342-00117-8

Weblinks[Bearbeiten]

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