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Freital

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Freital
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Freital ist eine Stadt im Freistaat Sachsen nahe dessen Landeshauptstadt Dresden.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Stadt Freital entstand 1921 aus dem Zusammenschluss von drei Gemeinden, die sich im Zuge der Industrialisierung im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert von bäuerlich geprägten Dörfern zu bedeutenden Industriestandorten in Sachsen entwickelt hatten. Auslöser dieser Entwicklung war zunächst der Abbau von Steinkohle, der noch bis in die 1950er Jahre betrieben wurde. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich zunehmend auch die Schwerindustrie, von der die Stadt bis heute noch geprägt ist. In Freital bestand das größte Edelstahlwerk der DDR mit zeitweise 5.000 Arbeitern. Neben zahlreichen weiteren metallverarbeitenden Betrieben war Freital zudem Standort der Glas- und Papier- sowie der optischen Industrie. Die wirtschaftlichen Umwälzungen der Nachwendezeit führten aber vielerorts zur Schließung von Betrieben und Reduzierung der Belegschaft.

Der Name der Stadt entstammt dem Döhlener Becken, das von der Weißeritz durchflossen wird und vom Hausberg der Stadt, dem Windberg, als „freies Tal“ überblickt werden kann. Bedingt durch den Zusammenschluss der Gemeinden gibt es in Freital kein erkennbares Stadtzentrum, die Kernstadt befindet sich jedoch an der Weißeritz und erstreckt sich über die Stadtteile Potschappel, Döhlen, Deuben und Hainsberg. Die Stadt breitete sich nach ihrer Gründung durch Eingemeindungen auch in die Gegenden außerhalb des Weißeritztales aus, sodass sie heute aus 15 teils städtisch, teils dörflich geprägten Stadtteilen besteht.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen Dresden befindet sich in Luftlinie etwa 16 Kilometer von Freital entfernt.

Der Dresdner Flughafen besitzt direkten Anschluss an das Dresdner S-Bahn-Netz. Mit der Linie S2 ist die Fahrt zum Dresdner Hauptbahnhof und anschließend von dort mit der S3 Richtung Tharandt bzw. Freiberg möglich, um nach Freital zu kommen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Potschappler Bahnhof befindet sich direkt neben dem Rathaus.

Die bereits erwähnte S-Bahn-Linie 3 vom Dresdner Hauptbahnhof steuert alle vier Freitaler Bahnhöfe an. Dies sind Freital-Potschappel, Freital-Deuben, Freital-Hainsberg und Freital-Hainsberg West. Die S3 fährt zur Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt über Freital bis Tharandt und im 60-Minuten-Takt weiter bis Freiberg. Über das Regionalbahnangebot besitzt Freital auch einen Anschluss von Dresden bis zum Zwickauer Hauptbahnhof. Eine Fahrt von Dresden nach Freital-Deuben dauert rund zehn Minuten.

Am Bahnhof Freital-Deuben ist der Umstieg in Regionalbusverkehr am einfachsten, doch auch an den Bahnhöfen Potschappel und Hainsberg befinden sich Bushaltestellen.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Von Dresden aus fährt die Freitaler Stadtbuslinie A durch das gesamte Döhlener Becken bis in den Stadtteil Hainsberg. Die A beginnt in Dresden-Löbtau an der Haltestelle Tharandter Straße, einem Verkehrsknotenpunkt, an dem die Straßenbahnlinie 7 vom Dresdner Hauptbahnhof sowie weitere Dresdner Stadtbuslinien halten. Die A fährt meist im 15-Minuten-Takt. Freital und Dresden gehören zum gleichen Verkehrsverbund, dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), es gilt also in der näheren Umgebung überall der gleiche Tarif. Zu beachten ist jedoch, dass für die Fahrt von Dresden nach Freital zwei Tarifzonen durchfahren werden und so ein Zweizonenticket nötig ist.

Der zentrale Platz für den Busverkehr ist der Deubener Busbahnhof, der nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt ist.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von der Bundesautobahn 4 aus ist es am günstigsten, am Autobahndreieck Dresden-West auf die Bundesautobahn 17 Richtung Prag aufzufahren. Dort an der Anschlussstelle „Dresden-Gorbitz“ ausfahren und der Beschilderung nach Freital folgen. Ein Ausfahren an der A4-Anschlussstelle „Wilsdruff“ ist der alte Weg nach Freital, aber inzwischen langsamer. Von dort aus zunächst Richtung Kesselsdorf fahren und vor dem Ort links auf die Bundesstraße 173 Richtung Dresden abbiegen. Von dort ist Freital wieder ausgeschildert.

Aus der näheren Umgebung ist auch die Anreise über die Landstraßen möglich. Hier kann von der Bundesstraße 170 in Possendorf oder von der Bundesstraße 173 in Kesselsdorf nach Freital abgebogen werden. Die Anfahrt durch Dresden ist vor allem in der Hauptverkehrszeit nicht empfehlenswert. Von Dresden aus führt eine Straße vom Landtag an der Elbe aus bis nach Freital, hier ist die Stadt jedoch nicht durchgängig ausgeschildert. Diese Straße führt durch die Dresdner Stadtteile Löbtau und Dölzschen durch den „Plauenschen Grund“ entlang der Weißeritz, es wird auch ein kurzer Straßentunnel durchfahren.

In Freital ist es mittlerweile am Besten, die Umgehungsstraße anstatt der vielfach noch von Navigationsgeräten empfohlenen „Dresdner Straße“ zu nutzen. Die Dresdner Straße wurde in den letzten Jahren so zurückgebaut, dass der Durchgangsverkehr hier nicht mehr gut durchkommt. Dafür wurden beidseitig der Straße Parkbuchten geschaffen. Freital verfügt über ein Parkleitsystem, das die großen Parkplätze ausschildert.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Freital
Die Stadtbuslinie F am Busbahnhof.

Für den Busverkehr in Freital und Umgebung ist die Regionalverkehr Dresden GmbH (RVD; Tel. 0351 4921-320) zuständig. Der RVD betreibt in Freital sechs Stadtbuslinien, die mit den Buchstaben A–F bezeichnet sind. Sie verkehren vom Deubener Busbahnhof aus in alle Stadtteile und die umliegenden Gemeinden. Busse mit dreistelliger Linienbezeichnung sind Überlandlinien in die weiter entfernten Orte. Am Deubener Busbahnhof gibt es ein Service-Center des RVD, das jedoch nicht durchgängig geöffnet hat. Einen Fahrkartenschalter gibt es auch am Bahnhof Hainsberg, die anderen Bahnhöfe sind mit Fahrkartenautomaten ausgerüstet. Fahrkarten für Busse können beim Fahrer gelöst werden, an einigen Haltestellen in den Kernstadtteilen gibt es auch Fahrkartenautomaten.

Ein Einzelfahrschein für eine Tarifzone und eine Stunde Fahrzeit kostet normal 2,20 € und ermäßigt 1,50 €. Für mehrere Fahrten ist die 4er-Karte günstiger. Eine Tageskarte für eine Person kostet 6 € bzw. 5 € (ermäßigt). Als ermäßigt gilt, wer das 15. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Fahrpreise beim Verkehrsverbund Oberelbe

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Eingangsportal und Turm der Lutherkirche.
  • Die Lutherkirche Döhlen (Lutherstraße 33, Tel. 0351 6491319) war jahrelang die bedeutendste Kirche im Döhlener Becken, wurde 1882 für einen Vorgängerbau errichtet. Nebenan befindet sich eine Denkmalhalle, die unter anderem vom russischen Zaren Nikolaus finanziert wurde.
  • Die Christuskirche Deuben (Pestalozzistraße 6, Tel. 0351 6491396) ist heute die größte Freitaler Kirche und gehört zu den bedeutendsten sächsischen Kirchenbauten ihrer Zeit. Auf dem etwas weiter entfernten Johannisfriedhof befindet sich die anfang des 20. Jahrhunderts errichtete Johanniskapelle.
  • Hoffnungskirche Hainsberg (Kirchstraße 12, Tel. 0351 6491384). Sie wurde als letzte der heutigen Freitaler Kirchen erbaut. Architekt war Paul Reuter, der eine neoromanische Kirche entwarf, die bei späteren Kirchenbauten in die Umgebung mit als Vorbild diente. Im Kirchturm befindet sich ein Museum zur Kirchgeschichte.
  • Die 1877 geweihte Emmauskirche Potschappel (Kantstraße 7, Tel. 0351 6491028) weist Einflüsse aus dem Klassizismus und der Neorenaissance auf. Sie wurde zunächst privat errichtet und später der neugegründeten Kirchgemeinde zu Potschappel übergeben, die sich von der Pesterwitzer abgespaltet hatte.
  • Die Pesterwitzer St.-Jakobuskirche (Zauckeroder Straße 3, Tel. 0351 6503341) ist derzeit noch unabhängig vom Freitaler Kirchspiel und wurde im Stil des Historismus errichtet. Auf dem Friedhof befindet sich die Grabstätte der Familie des „Seeteufels“ Felix Graf von Luckner.
  • Die Georgenkriche Somsdorf (Höckendorfer Straße 60, Tel. 0351 6441884) ist Freitals älteste noch bestehende Kirche und wurde 1238 errichtet. Sie war ursprünglich romanisch, wurde im 18. Jahrhundert aber in eine barocke Saalkirche umgebaut, die 1824 mit einer Orgel der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich ausgestattet wurde.

Schlösser[Bearbeiten]

Das Schloss Burgk in Freital.
  • Im gleichnamigen Freital Stadtteil befindet sich das Schloss Burgk (Altburgk 61, Tel. 0351 6491562), umgeben von einem Schlosspark. Von hier aus steuerte Carl Friedrich August Dathe von Burgk seit 1819 seine Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerke und damit einen Großteil des Bergbaus im Döhlener Becken. Heute kann das Schloss für Veranstaltungen gemietet und besichtigt werden. Gleichzeitig ist darin das Freitaler Stadtmuseum untergebracht. Auf dem Gelände ist zudem die erste elektrische Grubenlok ausgestellt, begehbar ist des Weiteren ein Besucherbergwerk.
  • Ebenfalls mit August Dathe von Burgk hängt die Geschichte des Jochhöhschlösschens im Stadtteil Pesterwitz zusammen. Er kaufte das ursprünglich als Winzerhaus erbaute Anwesen und schenkte es seinem Sohn zur Hochzeit. Nach Nutzung als Lusthaus und Altenheim befinden sich heute Wohnungen im Jochhöhschlösschen.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Das König-Albert-Denkmal, auch Windbergdenkmal genannt, gilt als das Wahrzeichen der Stadt Freital. Der siebzehn Meter hohe Sandsteinobelisk befindet sich auf der talzugewandten Seite des Windberges und ist aus dem Tal deutlich zu erkennen. Das Denkmal wurde dem sächsischen König Albert von Sachsen zuehren in den Jahren 1903 und 1904 errichtet. Es sollte die Dankbarkeit der Bevölkerung für die militärischen Hilfen während des Hochwassers an der Weißeritz 1897 zum Ausdruck bringen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

  • Am Hainsberger Bahnhof startet die Weißeritztalbahn ihre Fahrt durch den Rabenauer Grund entlang der Weißeritz bis nach Dippoldiswalde. Sie ist die älteste in Betrieb befindliche Schmalspurbahn Deutschlands und verkehrt regelmäßig täglich im 2- oder 3-Stunden-Takt zwischen beiden Städten. Zum Erhalt der Bahnstrecke hat sich eine Interessengemeinschaft gegründet, die einen Fahrkartenverkauf mit Souvenirshop im Bahnhof Hainsberg betreibt (Öffnungszeiten: Mo–Fr 9:00–17:00 Uhr, Sa, So 9:00–15:00 Uhr).
  • Die Windbergbahn ist die zweite historische Bahnstrecke in Freital und Umgebung. Die Normalspurbahn wird auch als Sächsische Semmeringbahn bezeichnet und diente zum Abtransport der Kohlen nach Dresden. Bis 1998 wurden regelmäßig Sonderfahrten angeboten, derzeit kümmert sich ein Verein (Tel. 0351 4013463) um die Anlagen und möchte die Museumsbahn wieder eröffnen. Am Bahnhof Dresden-Gittersee gibt es eine Ausstellung zur Bahngeschichte, auf Anfrage sind Führungen und Besichtigungen möglich.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Umfangreiche Möglichkeiten zur Freizeitaktivität bietet das Freizeitzentrum Hains (An der Kleinbahn 24, Tel. 0351/6491795). Es besteht aus Schwimmhalle, Sauna, Bowlingbahn und einem Fitnessbereich. Im Sommer gibt in einem überdachten Freifeld Tennis- und Volleyballplätze, im Winter wird dieser zur Eisbahn umgebaut. Das Hains befindet sich direkt am Eingang zum Rabenauer Grund, der eine beliebte Laufstrecke ist.
  • Im Sommer haben die Freibäder Windi (Rotkopf-Görg-Straße, Tel. 0351 6413576) und Zacke (Zum Freibad, 0351/6506615) geöffnet. Das am Hang des Windbergs gelegene Windi hat ein beheiztes 25-Meter-Schwimmbecken, einen Kinderbereich und eine Ringelrutsche. Bedingt durch die Hanglage sind die Liegewiesen teils sehr steil. Das Zacke verfügt über ein 50-Meter-Schwimmbecken, ein Kinderbecken sowie drei Rutschen. Es ist jedoch nicht beheizt. Beide Bäder bieten auch Gastronomie an.
  • Im kulturellen Bereich bietet das Stadtkulturhaus Freital (Lutherstraße 2, Tel. 0351 6526180) einen Spielplan und Gastronomie an. Zu erkennen ist es an der großen Anzeigetafel über dem Eingang.

Einkaufen[Bearbeiten]

Der Weißeritzpark ist das größte Einkaufzentrum der Region.

Die größte Einkaufsmöglichkeit bietet der Weißeritzpark (An der Spinnerei 8, Tel. 0351 6477100) im Stadtteil Hainsberg in unmittelbarer Nähe des Hains-Freizeitzentrums. Er ist mit der Busline A zu erreichen und hat etwa 65 Geschäfte, darunter einen großen Lebensmittelmarkt, mehrere Bekleidungsläden sowie Gastronomie, Drogeriemärkte, einen Buchladen und einen Elektronikmarkt. Die Ladenpassage befindet sich in einer alten Spinnerei, es stehen 170 Parkplätze zur Verfügung.

Entlang der Dresdner Straße gibt es viele Läden im Billigbereich, hier sind auch regelmäßig Discounter in den für Ostdeutschland typischen Supermarktgebäuden zu finden. Souvenirs sind im Hains und in den Rathäusern Potschappel (Dresdner Straße 56) und Deuben (Dresdner Straße 212) erhältlich.

Eine große Sparkassenfiliale befindet sich in Potschappel an der Kreuzung Wilsdruffer/Dresdner Straße. Die Volksbank hat eine Filiale an der Dresdner Straße nahe Wehrstraße, am Busbahnhof befindet sich eine Geschäftsstelle der Deutschen Bank.

Küche[Bearbeiten]

  • 2 Eichbergbaude, Eichbergweg 28, 01705 Freital. Tel.: +49 351 4600276, Fax: (0)351 6526793, E-Mail: . Geöffnet: Mo + Di sind Ruhetage, Mi + Do 17.00 – 22.00 Uhr, Fr + Sa 17.00 – 0.00 Uhr, So + Feiertage 11.00 – 22.00 Uhr.
  • 5 Hirschbergschenke, Hirschbergstraße 1, 01705 Freital. Tel.: +49 351 6493474, Fax: +49351 6493479. Geöffnet: Mo ist Ruhetag, Di – Fr 17.00 – 22.00 Uhr, Sa 16.00 – 0.00 Uhr, So + Feiertage 11.00 – 21.00 Uhr.

Unterkunft[Bearbeiten]

Die Stadt Freital führt auf ihrer Website ein Gastgeberverzeichnis.

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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