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Grimma

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Grimma
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Grimma liegt am Mittellauf der vereinten Mulde und ist die größte Stadt des Mittelsächsischen Hügellandes. Es zeichnet sich durch einen der größten und sehenswertesten historischen Stadtkerne im westlichen Sachsen aus.

Hintergrund[Bearbeiten]

Pöppelmannbrücke, im Hintergrund Schloss/Amtsgericht und St.-Augustin-Gymnasium

Grimma wurde um 1170 gegründet und erhielt 1220 das Stadtrecht. Sein Wachstum verdankte es der günstigen Lage an der Mulde. Die 1200 erstmals erwähnte Burg diente als häufig genutzte Residenz der Markgrafen von Meißen, die später den Titel der Herzöge von Sachsen erhielten. Eine erste hölzerne Brücke über die Mulde gab es hier spätestens 1292. Seit 1440 wurde der Sächsische Landtag mehrmals in Grimma abgehalten. Die 1550 gegründete Fürstenschule St. Augustin auf dem Gelände des ehemaligen Augustinerklosters ist eines der traditionsreichsten Gymnasien in Sachsen. Im beginnenden 18. Jahrhundert war Grimma eine wichtige Etappe auf der Eilpostlinie zwischen Leipzig und Dresden. Damit im Zusammenhang steht der Bau der ersten Steinbrücke im Jahr 1719, die der Barockbaumeister Matthias Daniel Pöppelmann entwarf.

Grimma war stark vom Jahrhunderthochwasser der Mulde im August 2002 betroffen. Viele der historischen Bauwerke in der Altstadt wurden stark beschädigt, die barocke Pöppelmannbrücke stürzte teilweise ein. Der Besuch des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder in Gummistiefeln machte Schlagzeilen und trug möglicherweise zu dessen Wiederwahl im selben Jahr bei. Der Schaden betrug über 220 Millionen Euro. An vielen Gebäuden erinnern Plaketten oder Linien an den damaligen Wasserstand. Kaum waren die Wiederaufbauarbeiten abgeschlossen, wurde Grimma im Mai und Juni 2013 erneut von einer außergewöhnlichen Flut getroffen, die einen Schaden von nochmals 150 Millionen Euro verursachte.

Seit Mitte der 2000er-Jahre wurden mehrmals benachbarte Gemeinden nach Grimma eingemeindet, bis hin zum 16 Kilometer vom Stadtkern entfernten Mutzschen. Die Bevölkerungszahl stieg dadurch von rund 18.000 auf über 28.000 Einwohner.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

1 Grimma ob Bf Typ ist Gruppenbezeichnung (oberer Bahnhof) ist stündlich mit einer Regionalbahn aus Leipzig bzw. Döbeln erreichbar (Fahrtzeit jeweils 33 Minuten). Aus Richtung Chemnitz kommend, muss man in Döbeln umsteigen (insgesamt 1:15 Std.), aus Richtung Dresden in Borsdorf (rund zwei Stunden).

Vom Bahnhof ist es etwa ein Kilometer bis in die Altstadt. Wer nicht zu Fuß gehen will, kann die Buslinie A nehmen (nur werktags).

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Sogenannte „PlusBus“-Linien verbinden Grimma stündlich mit Wurzen, Colditz, Bad Lausick (Fahrtzeit jeweils 30 Minuten) und Wermsdorf (40 Minuten). In allen Nahverkehrsmitteln der Region gilt der Tarif des Mitteldeutschen Verkehrsverbunds (MDV).

Auf der Straße[Bearbeiten]

Grimma liegt an der A 14 LeipzigDresden und an der B 107 ChemnitzEilenburg. Von Leipzig fährt man etwas mehr als eine halbe Stunde, von Dresden oder Chemnitz jeweils rund eine Stunde.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Grimma liegt am Muldental-Radweg. Flussabwärts sind es 17 km von Colditz, 49 km von Döbeln. Flussaufwärts fährt man 20 km von Wurzen, 36 km von Eilenburg. Von Leipzig fährt man über die Parthe-Mulde-Radroute knapp 60 km, auf dem direkten Weg über Großpösna und Naunhof nur etwas über 30 km.

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Grimma

Im eigentlichen Stadtgebiet von Grimma (einschließlich Hohnstädt) fahren die zwei Buslinien A und B, die von Regionalbus Leipzig betrieben werden. Linie A fährt Mo-Fr tagsüber halbstündlich, samstagvormittags stündlich. Linie B fährt Mo-Fr bis 18.30 Uhr dreimal pro Stunde, Samstags 8.30–11 Uhr und 12.30–13 Uhr halbstündlich.

Im Umland von Grimma gibt es verschiedene Regionalbuslinien, die aber zumeist nur in großen Abständen fahren, am Wochenende zum Teil gar nicht. Ausnahmen sind die oben erwähnten „PlusBus“-Linien, die werktags bis 19 Uhr stündlich, samstags zweistündlich und sonntags immerhin noch mehrmals am Tag fahren. Dies sind die 610 Grimma–Großbardau–Bad Lausick; die 619 Grimma–Großbothen–Sermuth–Colditz (fährt Mo-Fr sogar bis 21 Uhr); die 630 Grimma–Bröhsen–Ragewitz–Mutzschen–Wermsdorf und die 693 Grimma–Trebsen–Pausitz–Bennewitz–Wurzen. Fahrpläne

Im übrigen bietet sich für Ausflüge das Fahrrad an. Auch für Fußgänger gibt es einige schöne und markierte Wege.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Frauenkirche
Muldeufer mit Gymnasium St. Augustin

In Grimma verdient besonders die historische Altstadt Erwähnung – eine der größten und interessantesten alten Stadtkerne im westlichen Sachsen. Dazu gehört unter anderem die frühgotische 1 Frauenkirche Frauenkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Frauenkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFrauenkirche (Q23856407) in der Datenbank Wikidata aus den Jahren 1230–40 und das Renaissance-Rathaus (erbaut 1538–85) am Marktplatz. Am Muldeufer findet sich das ehemalige 2 Augustinerkloster Augustinerkloster in der Enzyklopädie Wikipedia Augustinerkloster im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsAugustinerkloster (Q14537082) in der Datenbank Wikidata Typ ist Gruppenbezeichnung, das heute ein Gymnasium ist (eines der traditionsreichsten in Sachsen; gegründet 1550). Erhalten ist außerdem die gotische Klosterkirche. Gymnasium und Klosterkirche bilden ein sehr eindrucksvolles Ensemble unmittelbar am Flussufer. Das Grimmaer Schloss existiert mindestens seit 1200. Hier wurde 1443 Herzog Albrecht der Beherzte geboren, Begründer der Herrscherlinie der Albertiner, die Sachsen bis 1918 regierten, weshalb das Schloss auch als „Geburtshaus Sachsens“ apostrophiert wird. Die mittelalterliche Burg wurde Anfang des 16. Jahrhunderts zu einem repräsentativen Renaissance-Schloss umgebaut. Nach der Flut wurde es saniert und dient seit 2013 als Justizzentrum (Amtsgericht und Staatsanwaltschaft). Am ehemaligen Leipziger Tor steht eine Nachbildung der historischen Kursächsischen Postmeilensäule von 1723.

Sehenswert ist auch die barocke 3 Muldebrücke Muldebrücke in der Enzyklopädie Wikipedia Muldebrücke im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMuldebrücke (Q2120789) in der Datenbank Wikidata Typ ist Gruppenbezeichnung, 1719 erbaut nach Plänen von Matthäus Daniel Pöppelmann (bekannt als Architekt des Dresdener Zwingers und weiterer Repräsentationsbauten aus der Zeit Augusts des Starken), weshalb sie auch Pöppelmannbrücke genannt wird. Nur kurz nach ihrer gründlichen Sanierung 1999/2000 wurde sie beim Jahrhunderthochwasser 2002 stark beschädigt und stürzte teilweise ein. Die heutige Brücke von 2009–12 ist daher weitgehend ein Neubau, wobei am rechten Ufer statt den drei historischen Gewölbebögen nur einer wiedererrichtet wurde. Der erneuten Flut von 2013 hielt sie aber stand.

Am südlichen Ende von Grimma befindet sich die markante, 80 Meter lange Hängebrücke. Sie wurde im Jahre 1924/25 errichtet, am Ende des 2. Weltkriegs 1945 gesprengt, anschließend wiederaufgebaut. Auch sie musste nach der Beschädigung durch die Flut von 2002 repariert werden.

Göschenhaus

4 Göschenhaus, Schillerstr. 25, Grimma-Hohnstädt (2 km nördlich der Innenstadt; Bus A "Schillerstraße/Göschenhaus"). Der Landsitz des Leipziger Verlegers Georg Joachim Göschen (1752–1828), der seinerzeit die Werke von Goethe, Schiller, Klopstock und Wieland herausbrachte. Mit Schiller war er auch eng befreundet, dieser war wenigstens einmal in Grimma zu Gast. Mehrere Zimmer des Hauses sind im Stil des 19. Jahrhunderts eingerichtet, zum Teil mit Original-Hausrat der Familie Göschen. Ein Freund Göschens und Korrektor in seinem Verlag war außerdem Johann Gottfried Seume, der 1801 von Grimma zu Fuß bis ins 7000 Kilometer entfernte Sizilien reiste. Sein Reisetagebuch wurde unter dem Titel „Spaziergang nach Syrakus“ veröffentlicht. Eine Seume-Gedenkstätte befindet sich neben Göschens Gut. Ganz in der Nähe ist auch der Seumepark. Geöffnet: Mi-So 11–17 Uhr, Führungen immer zur vollen Stunde.

Klosterruine Nimbschen
Schiffsmühle bei Höfgen
In den Ortsteilen außerhalb der Kernstadt
  • 5 Klosterruine Nimbschen Typ ist Gruppenbezeichnung (3 km südlich des Stadtkerns), ehemaliges Zisterzienserinnenkloster Marienthron, das vom 13. bis 16. Jahrhundert bestand. Seine berühmteste Nonne war Katharina von Bora, die 1523 mit acht ihrer Ordensschwestern von hier floh und anschließend den Reformator Martin Luther heiratete.
  • Von Ostern bis Ende Oktober fährt zwischen Nimbschen und Höfgen eine Seilfähre (Mi–So).
  • Höfgen (4 km südöstlich) mit Schiffsmühle, spätgotischer 6 Wehrkirche Typ ist Gruppenbezeichnung und 7 „Denkmalschmiede“ Typ ist Gruppenbezeichnung (Künstler- und Tagungszentrum)
  • 8 Wilhelm-Ostwald-Gedenkstätte Typ ist Gruppenbezeichnung in Großbothen (Wohnhaus des Chemikers und Nobelpreisträgers; 6 km südlich von Grimma)

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Wandern auf dem Lutherweg entlang der Mulde, flussaufwärts zur Klosterruine Nimbschen, dem Kloster von Katharina von Bora (3 km) und Colditz (22 km) oder flussabwärts nach Trebsen (14 km), sowie weiteren markierten Wanderwegen in der Umgebung
  • Radfahren auf dem Muldental-Radweg flussabwärts nach Wurzen (20 km) oder flussaufwärts nach Colditz (17 km). Der Muldentalbahn-Radweg (nicht verwechseln!) führt auf der anderen Muldeseite, asphaltiert auf einer ehemaligen Bahnlinie (auch für Inliner geeignet), ebenfalls nach Wurzen. Zudem kann man auf der Parthe-Mulde-Radroute nach Naunhof (15 km) oder sogar bis nach Leipzig (knapp 60 km; zurück ggf. mit dem Zug) fahren.
  • Paddeln oder Schlauchbootfahren auf der Mulde, z. B. von Leisnig (Tagestour) oder Schloss Podelwitz (Halbtag) nach Grimma. Schlauchbootvermietung und organisierte Touren u. a. bei Unger Outdoor Team.

Küche[Bearbeiten]

  • 2 Restaurant Athos, Markt 14, 04668 Grimma. Tel.: (0)3437 914097. Griechische Küche. Geöffnet: Mo – Mi 17.00 – 23.00 Uhr, Do – So 11.30 – 14.00 Uhr + 17.00 – 23.00 Uhr.
  • 8 Restaurant Panda, Leipziger Str.49, 04668 Grimma. Tel.: (0)3437 911411. Asiatische Küche. Geöffnet: Di – So 11.30 – 14.30 Uhr + 17.30 – 22.30 Uhr, Mo ist Ruhetag.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 2 Hotel Goldenes Schiff, Leipziger Platz 6, 04668 Grimma. Geöffnet: Restaurant: Mo – Mi 17.00 – 22.00 Uhr, Do ist Ruhetag, Fr 17.00 – 22.00 Uhr, Sa 11.00 – 14.30 Uhr + 17.00 – 22.00 Uhr, So 11.00 – 14.30 Uhr. Preis: EZ ab 47 €, DZ ab 67 € (inkl. Frühstücksbuffet).
  • 3 Hotel Kloster Nimbschen, Nimbschener Landstraße 1, 04668 Grimma. Tel.: (0)3437 995-0, Fax: (0)3437 995-299, E-Mail: . Restaurant mit deutscher und internationaler Küche. Den Gästen steht u.a. eine Minigolfanlage zur Verfügung (Eintritt für Erwachsene: 2,50 € / Kinder 1,50 €); des weiteren ein Fitness-Bereich mit über 1000 m² Trainingsfläche und Sauna. Geöffnet: Hotelrestaurant täglich 12.00 – 23.00 Uhr (Küche bis 22.00 Uhr). Klosterschänke: täglich 11.30 – 22.00 Uhr. Preis: 4-Sterne Hotel: EZ ab 79 €, DZ ab 99 €; 3-Sterne Gästehaus: EZ ab 65 €, DZ ab 85 €.
  • 4 Erlebnishotel Zur Schiffsmühle, Zur Schiffsmühle 2, 04668 Grimma OT Höfgen. Tel.: (0)3437 76020, Fax: (0)3437 910287, E-Mail: . Küche mit typisch sächsischen sowie internationalen Gerichten. Das Hotel bietet außerdem eine Bowlingbahn, eine Minigolfanlage, einen Abenteuerspielplatz, sowie einen Fahrradverleih (Tagesnutzung 10 € pro Fahrrad). Geöffnet: Restaurant: täglich 11.00 – 0.00 Uhr (Küche 11.00 – 22.00 Uhr). Preis: DZ zur Einzelnutzung ab 65 €, DZ ab 90 €.
  • 5 Hotel Gattersburg, Colditzer Straße 3, 04668 Grimma. Geöffnet: Frühstück 6.30 – 9.30 Uhr. Preis: EZ ab 30 €, DZ ab 50 € (kleines Frühstück 5 €, Frühstücksbuffet 10 €).

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Kirche in Pomßen
Naunhof, Uhrenmuseum

Von Grimma erreicht man über die A 14 in etwa einer halben Stunde Leipzig. Kleinere Ziele in der Umgebung sind:

  • Grethen (5 km westlich) - Feuerwehrmuseum, Teiche aus dem 15. Jahrhundert
  • Trebsen (7 km nordöstlich) - spätgotisches Schloss und romanische Stadtkirche
  • Pomßen (9 km westlich) - romanische Wehrkirche mit der ältesten spielbaren Orgel Sachsens, neoklassizistisches Schloss
  • Naunhof (12 km nordwestlich) - Uhrenmuseum, Grillen- und Moritzsee
  • Bad Lausick (14 km südwestlich) - Freizeitbad RIFF.
  • Colditz (15 km südlich) - das Schloss Colditz war im Zweiten Weltkrieg ein Kriegsgefangenenlager, dessen prominentester Gefangener Winston Churchills Neffe Giles Romilly war.
  • Wurzen (15 km nördlich, B 107) - Dom, Geburtshaus des Dichters Ringelnatz.
  • Mutzschen (16 km östlich) – Schloss
  • Leisnig (22 km südöstlich) - Burg Mildenstein.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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