Erioll world 2.svg
Brauchbarer Artikel

Rudolstadt

Aus Wikivoyage
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick über Rudolstadt
Rudolstadt
BundeslandThüringen
Einwohner
22.667 (2015)
Höhe
195 m
Tourist-Info WebRudolstadt.de
keine Touristinfo auf Wikidata: Touristeninfo nachtragen
Lage
Lagekarte von Thüringen
Reddot.svg
Rudolstadt

Rudolstadt liegt im Saaletal zwischen Saalfeld und Jena. Die Stadt wird auch Schillerstadt genannt, weil Friedrich Schiller hier erstmals auf Goethe traf, und zwar im Beulwitzschen Haus, das heute Museum ist.

Hintergrund[Bearbeiten]

Schloss Heidecksburg bei Nacht

Rudolstadt wurde erstmals 776 als Rudolfestat urkundlich erwähnt und besitzt seit 1326 Stadtrecht. Im 13. Jahrhundert gehörte die Stadt zur Grafschaft von Orlamünde, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ging sie in den Besitz der Grafen von Schwarzburg über. 1710 wurde Rudolstadt Residenz des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.

Einen Namen machte sich die Stadt im 19. Jahrhundert mit den Anker-Steinen der einstigen Firma Richter, den Vorläufern der Legosteine.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Fernzüge halten in Jena-Paradies und in Saalfeld. Am 1 Bahnhof Rudolstadt hält die im Saaletal verkehrende Regionalbahn (stündlich) und der Regionalexpress von Nürnberg.

Auf der Straße[Bearbeiten]

In Rudolstadt bündelt sich die B 85 aus Weimar und die B 88 aus Jena. 6 km südlich trennen sich die Straßen wieder; die B 85 führt nach Saalfeld, die B 88 nach Ilmenau. Die nächste Abfahrt der Autobahn ist in Jena, weiter auf der B 88. Busverbindungen nach Erfurt und Weimar vorhanden, die Haltestelle ist nahe dem Bahnhof.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Saaleradweg verläuft durch den Ort.

Mobilität[Bearbeiten]

Zwei Stadtbuslinien verbinden im Halbstundentakt die Orte im Städtedreieck Saalfeld - Blankenburg - Rudolstadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Innenhof der Heidecksburg mit Weihnachtsmarkt

1 Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, Schloßbezirk 1, 07407 Rudolstadt. Tel.: (0)3672 42900, E-Mail: . Die Stadt wird von dem mächtigen Schloss Heidecksburg überragt, das nach einem Brand ab 1737 von den Fürsten zu Schwarzburg-Rudolstadt im barocken Stil neu aufgebaut wurde. Die majestätische, dreiflügelige Barockanlage liegt ganze 60 m über der Saale und beherbergt mehrere Prunkräume. Hier finden sich außerdem das Thüringer Landesmuseum Heidecksburg, das Thüringer Staatsarchiv Rudolstadt und die Ausstellung Roccoco en miniature. Die Heidecksburg ist das Wahrzeichen von Rudolstadt und zeugt noch heute von der einstigen Macht des Fürstenhauses. Der Marsch Hoch Heidecksburg bezieht sich auf die Heidecksburg. Geöffnet: di-so, 10-17 Uhr.

2 Stadtschloss Ludwigsburg. Wikipedia-Artikel zu dieser Einrichtung Wikimedia Commons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien zu dieser EinrichtungWikidata – Daten zu dieser Einrichtung. Das zweite Schloss der Stadt beherbergt heute den Thüringer Rechnungshof.

3 Schillerhaus Rudolstadt, Schillerstr. 25, 07407 Rudolstadt. Tel.: (0)3672 486470. Im 1720 erbauten heutigen Schillerhaus (Beulwitzsche Haus) trafen sich 1788 Goethe und Schiller. Aus diesem ersten Zusammentreffen entwickelte sich eine fruchtbare Dichterfreundschaft. Hier trafen aber auch Friedrich Schiller und Louise v. Lengefeld mit den bezaubernden Töchtern Caroline und Charlotte aufeinander. Der Sommer 1788 wurde für die Beteiligten unvergesslich, es reifte eine Liebesbeziehung zwischen den adligen Töchtern Caroline und Charlotte und dem jungen Dichter Schiller, aus der schließlich die Ehe mit Charlotte von Langefeld hervorging. Das Geschehen des "Rudolstädter Sommers 1788" wurde im Berlinalebeitrag "Die geliebten Schwestern" filmisch verarbeitet.

Die historische Altstadt lockt weiterhin mit ihren Renaissance-Bürgerhäusern, dem 4 Rathausplatz mit der Fontäne und dem 5 Alten Rathaus, daran angebracht die "Rudolstädter Elle", ein Normmaß für Tuch- und Leinwandhandel, und der Stadtkirche St. Andreas.

6 Stadtkirche St. Andreas, Am Gatter 2, 07407 Rudolstadt. Tel.: (0)3672 412108. Kirchenraum mit reicher Innenausstattung, Deckenbemalung und dem plastisch ausgebildeten Stammbaum der Fürstenlinie. Geöffnet: Mo-Fr, 11-16 Uhr, Ostern, Reformationstag.

7 Bauernhäuser Rudolstadt, Kleiner Dammn 12, 07407 Rudolstadt. Tel.: (0)3672 422465. Ein kleines Bauernhofmuseum findet sich jenseits der Saale, aber dem Stadtzentrum gegenüber im Heinepark. Thüringer Bauernhäuser geben einen Einblicke in das einstige bäuerliche Leben in der Region. Malerisch anzusehen ist eine Hofanlage aus dem 17. und 18. Jahrhundert und die Einrichtung einer alten Dorf-Apotheke. Geöffnet: Apr-Okt, Mo-So, 11-18 Uhr.

Wer aufmerksam durch die Stadt schlendert und vielleicht zu Boden schaut, wird hier und da Stolpersteine entdecken, die vor dem letzten Wohnhaus eines dem NS-Regime nicht genehmen Bürgers in den Bürgersteig eingelassen sind, um an das Schicksal dieser Verfolgten zu mahnen. Näheres bei Wikipedia.

Aktivitäten[Bearbeiten]

TFF

Jährlich findet am ersten verlängerten Wochenende im Juli das Rudolstadt-Festival (bis 2016 TFF.Rudolstadt, von Tanz&FolkFest) statt. Es gilt als größtes Roots-Folk-Weltmusik-Festival und ist ein Besuchermagnet.

Zusätzlich zu den Konzerten auf mehr als 20 Bühnen kann man tanzen (großes Tanzzelt) oder an Tanz- oder anderen Workshops und Präsentationen der Musiker teilnehmen. Die ganze Stadt ist voller Musik auf den Bühnen, in den Straßen und mit kleineren Konzerten auf manchen Hinterhöfen. Teilnehmer prägten den Spruch: Wer einmal beim TFF war, fährt das nächste Mal wieder hin! Die Stadt bietet bei vorzeitiger Buchung Übernachtungsmöglichkeiten in Gemeinschaftsunterkünften und Campingplätzen.

  • Rudolstadt-Festival. Preis: alle vier Tage: 80 €, ermäßigt 40 € (ohne Übernachtung).

Einkaufen[Bearbeiten]

Der Markt am Mittwoch auf dem Marktplatz und der Marktstraße ist bekannt für sein Obst und Gemüse aus der Region. Im Sommer gibt es auch Pilze und Schwarzbeeren aus den umliegenden Wäldern. Zudem gibt es auch Naturholz-Objekte wie Rechen, Leitern und Korbwaren, auch die traditionellen Huckelkörbe.

Rudolstadt liegt an der Porzellanstraße, und man kann bei den noch aktiven Porzellanmanufakturen ab Werk einkaufen. Im Handwerkerhof in der Innenstadt gibt es eine Porzellangalerie.

Küche[Bearbeiten]

Traditionelle Gerichte, wie Braten mit echten Thüringer Klößen, gibt es direkt am Marktplatz, wo auch traditionell auf offenem Feuer Thüringer Bratwürste gebraten werden. Gebratene Würste mit dem typischen Holzfeuer-Geschmack gibt es auch eingeschweißt in den Metzgereien zum Mitnehmen. Dort erhält man weitere Thüringer Wurstspezialitäten. Im Pronto Pronto am Neuen Markt direkt hinter dem Gerichtsgebäude wird sehr gut auf italienische Art gekocht. Die Gerichte aus der Monatskarte sind zu empfehlen, aber auch die einfache Pizza nur mit Öl und Rosmarin ist köstlich. Den besten Blick über die Stadt hat man vom Schlosscafé, im Sommer mit Balkon über der Altstadt, wo der Turm des alten Rathauses zum Greifen nahe scheint. Von dort auch der kürzeste Aufstieg von der Stadtmitte über einen Treppenweg.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Eine kleine, ruhige Stadt, in der man zeitig ins Bett geht.

Günstig[Bearbeiten]

  • 1 Fröbelhaus, Schillerstraße 50, 07407 Rudolstadt. Jugendgästehaus.
  • 2 Privatvermietung Rüdiger, Rudolstädter Str. 3a, 07407 Rudolstadt. Tel.: (0)3672 413604. Preis: DZ ab 25 Euro.
  • 3 Begegnungs- und Bildungsstätte Schwarzenshof gGmbH, Schwarzenshofer Weg 10, 07407 Rudolstadt-Schaala. Tel.: (0)3672 480 10. Gruppenunterkunft, 136 Betten, 4km vom Bahnhof Preis: DZ ab 29 Euro.

Mittel[Bearbeiten]

  • 5 Hotel Adler, Markt 1, 07407 Rudolstadt (am Marktplatz). Tel.: (0)3672 4403. Zimmer im Landhausstil. Preis: DZ ab 87 Euro.

Gehoben[Bearbeiten]

Praktische Informationen[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Bad Blankenburg (9 km südwestlich, B 88) - Ausgangspunkt für Ausflüge in das Schwarzatal.
  • Uhlstädt (10 km östlich, B 88 über Kirchhasel) - Uhlstädt bietet touristische Floßfahrten und Kanuwandern auf der Saale.
  • Schloss Kochberg (11 km nordöstlich über die „Bier- und Burgenstraße“ B 85) - Familienbesitz von Charlotte von Stein, die eine Freundschaft zu Goethe unterhielt.
  • Saalfeld (12 km südlich, B 85) - die Stadt der „Feengrotten“; Eisenbahnknoten.
  • Ilmenau (35 km westlich, B 88) - Goethestadt.
  • Schwarzatal

Literatur[Bearbeiten]

Ursula Steinhausen: Rudolstadt, Justus Perthes Verlag Gotha ISBN 3-623-00975-X, erhältlich auch bei Tourist Info. Kompakt (48 Seiten) und sehr informativ.

Weblinks[Bearbeiten]

Brauchbarer ArtikelDies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.