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Oberbayern

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Oberbayern
Hauptstadt München
Einwohner 4.430.706 (31.12.2011)
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Fläche 17.529,63 km²
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Lage
Lagekarte

Oberbayern ist ein Regierungsbezirk im Süden des Bundeslandes Bayern.

Regionen[Bearbeiten]

Der Regierungsbezirk Oberbayern besteht aus den drei kreisfreien Städten München, Ingolstadt, Rosenheim, und den folgenden 21 Landkreisen: Altötting, Bad Tölz-Wolfratshausen, Berchtesgadener Land, Dachau, Ebersberg, Eichstätt, Erding, Freising, Fürstenfeldbruck, Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech, Miesbach, Mühldorf a. Inn, München, Neuburg-Schrobenhausen, Pfaffenhofen a. d. Ilm, Rosenheim, Starnberg, Traunstein und Weilheim-Schongau.

Der Bezirk Oberbayern ist verwaltungstechnisch die dritte kommunale Ebene in Bayern als Vertretung der Kommunen und Kreise; der Bezirk ist mit der Fläche des Regierungsbezirks identisch.

Sitz der Verwaltung des Regierungsbezirks und des Bezirks ist München.

Kloster Andechs, Ansicht von Osten.

Touristisch bedeutende Regionen sind:

  • Hallertau, größtes zusammenhängendes Hopfenanbaugebiet.
  • Das Mangfalltal, die Region nördlich des Tegernseer Tals.

Orte[Bearbeiten]

Schloss Linderhof
Schloss Schleißheim
  • Altötting, in der Zeit der Karolinger das "Herz Baierns" und heute eine der meistbesuchten Wallfahrtsstätten in Europa.
  • Burghausen (421 m), historische Altstadt im Inn-Salzach-Stil, längste Burg Europas;
  • Dachau mit Schloss und Schlosspark
  • Erding, mit historischem Ortskern und der größten Weißbierbrauerei der Welt.
  • Freising, Dom und älteste Brauerei der Welt.
  • Ingolstadt, historische Altstadt und Festungsbauten.
  • Neuburg an der Donau, die Altstadt mit zahlreichen historischen Bauten aus allen Epochen zählt zu den schönsten in ganz Bayern.
  • Oberammergau, Tourismusgemeinde, Lüftlmalerei und weltweit bekannter Passionsspielort.
  • Rottach-Egern (736 m), Tourismuszentrum und Kurort am Tegernsee.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Naturparks[Bearbeiten]

Im Südosten von Oberbayern befindet sich der Nationalpark Berchtesgaden.

Im Norden hat Oberbayern Anteile am Naturpark Altmühltal.

Aussichtsberge[Bearbeiten]

Wendelsteingipfel, Ansicht von Westen

Als Einzelziele leicht erreichbare Gipfel in Oberbayerns Bergwelt mit einer besonders weiten Aussicht:

  • Die Zugspitze (2.962 m), exponierter geht es in Deutschland nicht, die Aussicht am Gipfel reicht bei entsprechender Witterung über mehrere hundert Kilometer in den Ostalpen vom Großglockner bis zur Ötztaler Wildspitze. Der Gipfel ist mit mehreren Bergbahnen leicht zu erreichen.
  • Der Wendelstein (1838 m), im Osten der Oberlands hat einen weiten Blick über das Inntal, die Voralpenregion und bis zu den Tauern. Zwei Bahnen führen fast bis zum Gipfel.
  • Der Hohe Peißenberg (988 m), im Westen der Region gelegen, wird mit einem 360° Panorama im Voralpenland auch mit dem "schönsten Rundblick Bayerns" beworben. Die Fahrstraße führt bis zum Parkplatz fast am Gipfel.
  • Der Schachen ist ein kleiner Gipfel an der Nordseite des Wettersteins und bekannt für das Königshaus Ludwigs II. Von hier aus gibt es einen weiten Blick über das ganze Gebirge und das Werdenfelser Land, zu erreichen ist die Schachen-Alpe zu Fuß und mit dem Fahrrad.

Hintergrund[Bearbeiten]

Maximilianstraße 39, Regierung von Oberbayern

Oberbayern ist nach Schwaben (Oberallgäu) der südlichste der sieben Regierungsbezirke im Freistaat Bayern, Sitz der Bezirksregierung ist die bayerische Landeshauptstadt München.

Der Bezirk Oberbayern ist verwaltungstechnisch der Zusammenschluss der Kreise in Oberbayern (kommunale Ebene) und in der Fläche deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Oberbayern.

Bei insgesamt ca. 4,3 Millionen Einwohnern sind die größten Städte Oberbayerns München (ca. 1,3 Mio. Einwohner), Ingolstadt (ca. 123.000) und Rosenheim (ca. 61.000).

Die flächenmäßige Ausdehnung reicht über ca. 17.500 km² vom Lech im Westen bis zur Salzach im Osten, im Süden sind die nördlichen Kalkalpen mit dem Ammergebirge, Wetterstein, Karwendel und Chiemgauer Alpen die Grenze, im Norden reicht Oberbayern bis an die Donau und darüber hinaus. Von der gesamten Fläche Oberbayerns sind 4,5 % geschützt, sie verteilen sich auf 131 Naturschutzgebiete mit insgesamt 789 km².

Die höchste Stelle ist der Gipfel der Zugspitze (2.962 m), die tiefste Stelle liegt bei Marktl (364 m) am Inn.

Seen und Gewässer: Die größten Flüsse sind Inn und Donau, hinzu kommen Altmühl, Lech und Isar. Oberbayern ist äußerst seenreich, zu nennen sind die Alpenseen Königssee, Tegernsee und Chiemsee, Kochelsee und Walchensee und im Voralpenraum der Chiemsee, Starnberger See und Ammersee.

Tourismus[Bearbeiten]

Oberbayern ist die beliebteste Urlaubsregion in Deutschland, die Statistik weist rund 32 Millionen Übernachtungen im Jahr aus. Der Regierungsbezirk steht damit auch an erster Stelle in Bayern mit ca. 40 % Anteil an den insgesamt 78 Millionen Übernachtungen des Freistaats (Zahlen für 2010 bei Bayern Tourismus Marketing).

Brauchtum[Bearbeiten]

Oberbayern ist Teil des Kulturraums Altbayern auf der Fläche des ehemaligen Kurfürstentums Bayern mit gemeinsamen Traditionen und Brauchtum. Eine Gesamtübersicht zum Altbayerischen Brauchtum (Schäfflertanz, Leonhardiritt, Georgiritt, Perchten usw.) befindet sich im Artikel zu Altbayern.

Geschichte[Bearbeiten]

Historisch hat das heutige Territorium Oberbayern seine Anfänge als der Ursprung des Adelsgeschlechts der Wittelsbacher (Scheyern und Bayrischzell) und ist damit das Kernland für Altbayern (Kurfürstentum Bayern) und seit 1806 auch für das Königreich Bayern (mit dem zugeschlagenen Franken) und den heutigen Freistaat Bayern:

Der Begriff Oberbayern taucht am 30. März 1255 erstmals auf, in der ersten bayerischen Landesteilung entstand am diesem Tag ein selbstständiges Herzogtum Oberbayern, das allerdings noch nicht deckungsgleich mit dem heutigen Regierungsbezirk Oberbayern war und bis zum Jahre 1505 bestand.

Nachdem Bayern im Jahre 1806 ein Königreich wurde, erfolgte 1808 eine grundlegende Verwaltungsreform und das Staatsgebiet wurde nach französischem Vorbild in 15 "Kreise" neu eingeteilt. Diese Kreise wurden zunächst nach Flüssen benannt, auf der Fläche Oberbayerns entstand der "Isarkreis" mit der Hauptstadt München. 1837 verfügte König Ludwig I. eine nochmalige Neueinteilung Bayerns und aus dem "Isarkreis" entstand der "Kreis Oberbayern" ungefähr in den heutigen Grenzen. Seine jetzige Verwaltungsgliederung erhielt der Regierungsbezirk Oberbayern mit der Gebietsreform 1972, damals wurde der Landkreis Eichstätt, vorher noch teilweise fränkisch, dem Bezirk Oberbayern zugeordnet.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit den Verkehrsverbindungen zur zentral in Oberbayern gelegenen bayerischen Landeshauptstadt München ist auch die gesamte Region gut aus allen Himmelsrichtungen zu erreichen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der zentrale Flughafen für Oberbayern ist München - Franz Josef Strauß, ca. 30 Kilometer nördlich von München gelegen. Vom zweitgrößten Flughafen Deutschlands aus bieten vor allem Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance Verbindungen zu vielen Städten in Deutschland, Europa und weltweit.

Zu Oberbayern benachbarte Flughäfen sind im Norden der Flughafen in Nürnberg (zweitgrößter Flughafen in Bayern), im Südosten der Flughafen in Salzburg, im Westen der Flughafen Memmingen und im Süden der Innsbruck Airport.

Außerdem gibt es in einigen Städten noch kleinere Flugplätze und Graspisten für Propellermaschinen und sonstiges nicht so großes Fluggerät.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Eisenbahngelände in München, Westend

Auch die Bahnlinien Oberbayerns führen sternförmig zum zentral gelegenen München, darunter sind mehrere ICE-Strecken; Oberbayern verfügt damit über eine überdurchschnittliche Anzahl an ICE-Bahnhöfen.

ICE-Bahnhöfe in Oberbayern sind:

Regionalbahnen zur Anfahrt nach Oberbayern sind:

  • Der Alex (Allgäu-Express) verbindet München mit Oberstdorf.

RIT-Ticket: Für die Anreise zum Urlaubsort kann man ein "Rail Inclusive Tour"-Ticket beim Tourismus-Verband München-Oberbayern online buchen, Preis 66 €, Hin- und Rückfahrt bis 400 km Entfernung.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

ZOB in München

Bundesweite und vor allem auch europaweite Busverbindungen gibt es vom ZOB Zentraler Omnibusbahnhof) in München.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Aus allen Richtungen führen die Autobahnen sternförmig zum zentral gelegenen München:

  • Aus dem Norden Deutschlands führt die Bundesautobahn A9 von Berlin über Nürnberg bis München durch den Norden Oberbayerns.
  • Aus dem Süden und aus dem Inntal führt die österreichische Autobahn A12 von Innsbruck aus bis zum Anschluss Dreieck Inntal an die A8 und weiter nach München.
Wallfahrtskirche Wilparting an der A8 vom Parkplatz Irschenberg aus
  • Aus dem Westen Bayerns führt die Autobahn A96 von Lindau bis nach München.

Insbesondere zu den Ferienzeiten sind die Hauptverbindungen und daher ohnehin viel befahrenen Strecken der Autobahnen A8 und A9 aus dem Westen und aus dem Norden Deutschlands äußerst anfällig für Stauungen im Urlaubsverkehr. Kundige Einheimische können anhand des Ferienbeginns im jeweiligen Bundesland und aus der nötigen Fahrzeit der Urlauber die Uhrzeit für den sicheren Beginn der Stauungen im Großraum um München abschätzen. Bei für alle Urlauber ungefähr gleicher Streckenleistung in der Anreise aus den nördlichen Bundesländern sind oftmals sogar die Tankstellen bei dem Massenansturm überlastet.

Das gilt insbesondere auch zur Skisaison für die Verbindung der A9 in die Berge und nach Salzburg. Auf dieser Route ist bei schönem Wetter an den Wochenenden bereits in der Frühe mit Stauungen infolge des Zubringerverkehrs in die Skigebiete zu rechnen. Besonders anfällig ist hier das Teilstück am Irschenberg der Autobahn A8 nach Salzburg.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Bootssteg zum Ammersee bei Stegen

Einen Linienverkehr zur Anfahrt gibt es auf den großen Flüssen Oberbayerns nicht.

Was es gibt, ist ein Ausflugsverkehr auf den vielen Seen Oberbayerns und auf Teilstrecken der Altmühl und auf dem Inn. Siehe hierzu den Abschnitt Schifffahrt.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Radfernwege durch die Region sind:

  • Der deutsche Abschnitt des Inn-Radwegs im Osten Oberbayerns.

Regionale Radrouten siehe den Abschnitt bei Aktivitäten.

Mobilität[Bearbeiten]

Ausführungen zu den Transferrouten (Brennerroute, Felbertauernroute, Fernpassroute) zu den im Süden benachbarten Regionen finden sich im entsprechenden Absatz zum österreichischen Bundesland Tirol.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen, Moscheen, Synagogen, Tempel[Bearbeiten]

  • Als ältester Kirchenbau Oberbayerns gilt die Gnadenkapelle mit der "Schwarzen Madonna" in Altötting, sie ist das Ziel der Wallfahrt nach Altötting, ihre Entstehung wird in den Zeitraum um das Jahr 700 datiert.
  • Die Wieskirche "Zum gegeißelten Heiland" (Rokoko-Wallfahrtskirche) ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes;

Wallfahrtskirchen[Bearbeiten]

Klöster[Bearbeiten]

Die zahlreichen Klosteranlagen im streng katholischen Oberbayern gehören zum Landschaftsbild der Region, so wie der Voralpenraum mit den Bergen im Hintergrund.

Die bayerischen Klöster dienten in ihrer Frühgeschichte zunächst der Erschließung und der Urbarmachung der Region so wie auch im übrigen deutschsprachigen Raum. Später waren die Klöster Zentren der Kultur und wegen ihrer mit den Meierhöfen bewirtschafteten Ländereien oft auch ein Wirtschaftsfaktor und damit ein Machtinstrument der Herrschenden.

Die Wittelsbacher stellten ab 1180 die bayerischen Herzöge und kontrollierten von da ab bis in die Neuzeit einen nahezu geschlossenen Herrschaftsbereich. Es gab zwar einige Klöster die formell die Privilegien der Reichsfreiheit besaßen und damit eigentlich nicht den Wittelsbacher Herzögen unterstanden; dies wurde aber von den "heimstarken" Wittelsbachern einfach ignoriert, und die deutschen Kaiser verzichteten aus "politischem Understatement" gegenüber den wichtigen bayerischen Vasallen darauf, die eigentlich dem Reich zustehenden Steuern und Abgaben dieser Klöster selber einzutreiben.

Berchtesgaden, Schloss, Schlossplatz und Stiftskirche

Einziges wirklich konkurrierendes herrschaftliches Territorium im kurbayerischen Gebiet war das Fürstbistum Freising, aber auch hier konnten die Wittelsbacher eine Kontrolle ausüben: sie brachten ab dem Jahre 1648 insgesamt neunmal ein Familienmitglied auf den Bischofsstuhl.

Das kleine und machtpolitisch eher unbedeutende Hochstift Hochstift Berchtesgaden konnte wegen seiner Lage in Nähe des wirtschaftlich starken und politisch zu Bayern rivalisierenden Salzburg lange Zeit eine Sonderrolle als ein eigenständiger Kirchenstaat spielen; das Kloster war aber in Folge auch immer der Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Berchtesgaden fiel erst mit der Säkularisation im Jahre 1803 an Bayern.

Die Klosteranlagen Oberbayerns waren überwiegend auf dem Land und in den kleineren Städten verteilt, die Bettelorden (Franziskaner, Augustiner und Dominikaner) unterhielten aber auch in München sogenannte Pflegehäuser als eine Vertretung in der Hauptstadt, um ihre Verwaltungsangelegenheiten erledigen zu können. Die am 15. August 1534 von einem Freundeskreis um Ignatius von Loyola gegründeten strengen Jesuiten waren nur in den großen Städten München, Landsberg, Ingolstadt (Jesuitenkolleg) und Burghausen beheimatet und ein wichtiges Instrument der Gegenreformation, die katholische Antwort auf den Protestantismus.

Die größte Zeit der Klöster ist das 18. Jahrhundert. Mit der Glaubenssicherheit nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) erfuhr auch das Klosterleben eine Renaissance, und die Ordensbrüder erneuerten ihre Kirchen und Klostergebäude im Stil des Barocks.

Andechs: "Kunst und Bier"

Die Säkularisation in Bayern von 1802 bis 1803 war dann das Ende der Klöster auch als Wirtschaftsmacht: die Ordensgemeinschaften wurden fast alle aufgelöst und die kirchlichen Güter wurden verstaatlicht.

Nur wenige der Klöster in Bayern wurden unter Ludwig I. ab dem Jahre 1817 wieder- oder neugegründet, Ludwig I. war insofern der einzige unter den deutschen Landesfürsten.

Was für die Menschen der Gegenwart vom Erbe der einst zahlreichen oberbayerischen Klöster geblieben ist, sind die nicht zerstörten Klosteranlagen; alle sind sie aus kunsthistorischer Sicht hochinteressant. Aus den ehemaligen Wirtschaftsbetrieben sind zahlreiche Klosterbrauereien fortgeführt worden, in einigen dieser Klosterbrauereien wird auch heute noch das Bier von echten Mönchen gebraut. Zudem bieten die Klösterläden oft selbst hergestellte Produkte wie Lebensmittel oder Kunsthandwerk an. Außerdem gibt es in den Klöstern vieles zum Thema "christliche Spiritualität" wie Ausstellungen, Seminare und Fortbildung, und oft kommt auch das "Weltliche" in den vielfältigen Musik- und Kulturveranstaltungen auf dem Areal der Klosteranlagen nicht zu kurz.

Im Folgenden eine Auswahl an besonders sehenswerten und touristisch interessanten Klosteranlagen in Oberbayern.

  • Das Kloster Benediktbeuern wurde um 739/740 gegründet und ist das älteste existierende Kloster in Oberbayern. Sehenswert sind die Klosteranlage, besuchenswert sind auch die regelmäßigen Veranstaltungen im Meierhof des Klosters.
  • Das Kloster Schlehdorf im Tölzer Land ist eine Gründung vermutlich ebenfalls um das Jahr 740, sehenswert ist die ehemalige Augustinerchorherren-Klosterkirche.
  • Das um 753 gegründete Benediktinerkloster Wessobrunn war Sitz der Wessobrunner Stukkatorenschule, die einheimischen Künstlerfamilien waren im spä­ten 17. und frü­hen 18. Jahr­hun­dert die Meister des Stuckhandwerks und versorgten ganz Europa mit dem Stuck des Barocks und des Rokoko.
  • Die Gründung des Klosters Tegernsee wird von der Hauslegende des Klosters in das Jahr 746 datiert, die moderne Forschung hält aber die frühen 760-iger Jahre als wahrscheinlich. Im Jahre 752 sollen die Gebeine des hl. Quirinus von Rom nach Tegernsee gelangt sein. Sie machten das Kloster im Mittelalter zu einem der bedeutendsten Kulturmittelpunkte des karolingischen Kaiserreichs.
  • Die Benediktinerabtei Kloster Schäftlarn liegt im Süden von München und ist eine der ältesten Klostergründungen in der Region (um 762), von hier stammen vermutlich auch die namensgebenden Mönche der Münchner Stadtgründungsgeschichte (1155). Sehenswert im Kloster sind die Klosteranlage und die Klosterkirche, sie gilt heute als eine Glanzstunde des bayerischen Rokoko.
  • Das Kloster der Augustiner-Chorherren in Bad Reichenhall hat seine Anfänge in einer um 803 durch den Salzburger Erzbischof Arno gegründeten Mönchszelle. Das Münster St. Zeno wurde 1228 geweiht und ist mit 90 m Länge, 30 m Breite und 16 m Höhe Altbayerns größte romanische Kirche.
  • Das im Jahre 994 gegründete ehemalige Benediktinerkloster Seeon liegt im Chiemgau und nördlich des Chiemsees in malerischer Lage auf einer Halbinsel im Klostersee. Es war bis zur Säkularisation das kulturelle Zentrum des Chiemgaus und eines der reichsten Klöster in Altbayern. Sehenswert ist unter anderem die Klosterkirche St. Lambert mit Ursprüngen als romanische Säulenbasilika. Im Kloster befindet sich die Bildungsstätte des Bezirks Oberbayern.
  • Das Augustiner-Chorherrenstift in Rottenbuch wurde 1073 durch Herzog Welf I. von Bayern geweiht, es hatte eine frühe Bedeutung als Mutterkloster für mehrere weitere bayerische Klosteranlagen. Die Stiftskirche "Mariä Geburt" entstand als eine romanische dreischiffige Basilika, barockisiert zählt sie zu den prächtigsten Rokokokirchen in ganz Bayern.
  • Das Benediktinerkloster in Fischbachau wurde um 1080 gegründet, die ehemalige Klosterkirche St. Martin, entstanden ab 1096, gilt als die am besten erhaltene romanische Basilika Südbayerns, sie erhielt im Inneren eine Spätbarock- und Rokokoausstattung. "Mariä Schutz", die heutige Friedhofskirche, wurde 1087 als erste Klosterkirche erbaut, sie gilt als älteste in ihrer ursprünglichen Bausubstanz erhaltene Kirche Oberbayerns.
Dießen: Orgelprospekt
  • Das im Jahre 1132 neu gegründete Augustinerchorherrenstift in Dießen am Ammersee hatte wegen seiner Lage auf einer Anhöhe über dem Ammersee auch eine strategische Bedeutung. Das Marienmünster, das ist die ehemalige "Klosterpfarrkirche Mariä Himmelfahrt", zählt ebenfalls zu den großartigsten Barockkirchen Süddeutschlands und wurde von 1732 bis 1739 erbaut.
  • Das ehemals reiche Prämonstratenserkloster Steingaden wurde 1147 gegründet, sehenswert sind ein romanischer Kreuzgang aus dem 12. Jahrhundert und der Wessobrunner Stuck in der Klosterkirche.
  • Das ehemalige Zisterzienserkloster Fürstenfeld in Fürstenfeldbruck und nordwestlich von München gelegen ist wohl das wichtigste Hauskloster der Wittelsbacherfamilie, es wurde um 1263 gegründet. Die ehemalige Klosterkirche St. Maria ist eine der größten Barockkirchen in Bayern und eines der Hauptwerke des süddeutschen Spätbarocks.
Andechs: Klosterkirche
  • Das Benediktinerkloster Andechs am Ammersee, wegen seiner von den Mönchen geführten Klosterbrauerei sicherlich weltweit das bekannteste Kloster in Oberbayern, ist überregional bekannt auch durch die alljährlichen Carl-Orff-Festspiele.
  • Die Benediktinerabtei Kloster Ettal liegt malerisch in den Ammergauer Alpen, sehenswert ist die von 1400 bis 1700 entstandene Klosteranlage mit der barocken Basilika; Freunde der bayerischen Küche kommen im Klosterladen und in einer Schaukäserei auf ihre Kosten.
  • Die Benediktinerabtei Scheyern liegt in der Hallertau und entstand ab dem Jahre 1119 aus der Stammburg der Grafen von Scheyern, den Vorfahren des Hauses Wittelsbach. Sehenswert ist die im Ursprung romanische Basilika, sie wurde von 1768 bis 1770 im Zeitgeist des Rokoko umgestaltet und später teilweise reromanisiert. Besonders besuchenswert ist Scheyern auch wegen seiner noch von Mönchen geführten Klosterbrauerei und wegen seiner Ausstellungen und Kulturfestivals.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Burgen[Bearbeiten]

Burg und Stadt Tittmoning

Die mittelalterlichen Burgen sind in Oberbayern nach der Anzahl deutlich übersichtlicher vertreten, als zum Beispiel im Vergleich zum nördlich benachbarten und territorial stark zersplitterten Franken: Die Wittelsbacher, ab dem 12. Jahrhundert die einzigen bayerischen Herrscher, ließen keine verteidigungsbereite Konkurrenz im Kurfürstentum Bayern zu. Die mittelalterlichen Verteidigungsanlagen sind meist an der Grenze Bayerns gegen die äußeren Feinde positioniert und wurden oft spätestens ab dem 15. Jahrhundert nicht mehr weiter gepflegt.

  • In Reichenhall und in der Grenzregion zu Salzburg entstand die Burgruine Gruttenstein vermutlich um 800, die Burgruine Karlstein hat ihre Anfänge um 1150.
  • Die dreiteilige Höhlenburg Schloss Stein in Stein an der Traun ist die bedeutendste Höhlenburg Deutschlands und wurde im Jahr 1135 erstmals urkundlich erwähnt. Besitzer waren unter anderem die Grafen Toerring-Seefeld und die Fugger, im romantischen 18. Jahrhundert wurde die Burg zur finsteren und düsteren Stätte des Mittelalters und zum Ort zahlreicher Sagen umstilisiert. Die Höhlenburg gehört heute einer Brauerei und gilt nach einer Restaurierung als die am besten erhaltene ihrer Art in Deutschland.
  • Die Anfänge der Burg Tittmoning in dem früher Salzburgischen Rupertiwinkel werden um das Jahr 1150 vermutet, sie hatte ihre Funktion als ein Bollwerk der Salzburger Bischöfe gegen das "feindliche" Bayern an der wichtigen Handelsroute Salzach.
  • Die Anfänge der Burg Grünwald im Süden Münchens und über dem Hochufer der Isar werden in die Mitte des 12. Jahrhunderts und noch unter die Grafen von Andechs datiert, im 14. Jahrhundert wird die Burg zum Jagdschloss der Wittelsbacher. In der Neuzeit deutschlandweit bekannt wurde die Burg Grünwald durch Karl Valentin: er widmete der Burg seine "Bierhymne" und "Gaudilied" "Ja so warn's die alten Rittersleut" (Ursprungstext und Melodie von Karl Valentin), bekannt auch durch die Jazzversion der Hot Dogs und in der Version des Barden Fredl Fesl.
  • Die Burg Hohenaschau hoch über Aschau im Chiemgau wurde in den Jahren 1165 und 1170 durch die Brüder Alhardt und Conrad von Hirnsberg erbaut und erlebte anschließend mehrere Besitzerwechsel und mehrere Umbauphasen; sie wurde ab dem 16. Jahrhundert zum Renaissanceschloss und ist bis heute gut erhalten.
Burghausen: Salzach, Altstadt und Burg
  • Die ersten Teile der Burg zu Burghausen entstanden ab dem Jahr 1255. Vom späten 15. bis in das frühe 16. Jahrhundert erfolgte der Ausbau der Burg zu einem gewaltigen Bollwerk und zur stärksten Festung im Lande; die heute gut erhaltene Burg gilt mit über einem Kilometer Länge als längste Burganlage Europas.
  • Die Burgruine Auerburg auf einem sagenreichen Felsen oberhalb von Oberaudorf wird im Jahre 1329 erstmals erwähnt und 1745 im österreichischen Erbfolgekrieg von den Panduren erobert und fast vollständig zerstört.
  • Die Willibaldsburg bei Eichstätt entstand ab 1353 und wurde von den Eichstätter Fürstbischöfen (fränkisches Hochstift) zur kanonensicheren Festung ausgebaut.
  • Der Alte Hof in München war die Kaiserburg der Wittelsbacher, einziger bayerischer Kaiser war im 14. Jahrhundert Ludwig IV., der Bayer.

Stadtbefestigungen[Bearbeiten]

In den Vordergrund der oberbayerischen Verteidigungsanlagen traten spätestens ab dem Ende des Mittelalters die Stadtbefestigungen und Festungsanlagen zur Kontrolle der wichtigen Handelswege.

Wasserburg am Inn: Innbrücke

Der wichtigste mittelalterliche Handelsweg der Region war die Salzstraße, sie führte von den Förderstätten und Salinen in Bad Reichenhall und Berchtesgaden aus nach Westen quer durch das heutige Oberbayern bis zur damals europaweit bedeutenden Handelsmetropole Augsburg und weiter in die Region am Bodensee und bis in die Schweiz.

Salz war das das weiße Gold des Mittelalters, es diente vor allem zur Konservierung von Lebensmitteln oder der Herstellung von Gerbmitteln und war entsprechend begehrt und auch teuer. Zur Kontrolle und Sicherung des lukrativen Salzhandels entstanden an den wichtigen Flussübergängen und Brücken und im Abschnitt von Tagesetappen befestigte Städte als gesicherte Handelsniederlassungen und Umschlagplätze. Diese Städte hatten Handelsprivilegien und waren im Gegenzug dem Landesfürsten gegenüber abgabepflichtig. Der Salzhandel war eine der wichtigsten Einnahmequellen der bayerischen Herzöge. Das lukrative Salzniederlagsrecht ist ein ausschließliches Recht zum Verkauf von Salz vor Ort in den Salzmärkten und führte in der Folge zu reichen und blühenden Städten.

  • Wasserburg am Inn ist im Osten das Ende der ersten Etappe an der Salzstraße mit Beginn in Reichenhall / Berchtesgaden und am Flussübergang über den Inn. Stadt und Handelsweg sind älter, im Jahre 1247 kann Wasserburg nach 17-wöchiger Belagerung unter Herzog Ludwig für die Wittelsbacher erobert werden. Ab 1415 erfolgt ein starker Ausbau der Stadtbefestigung.
München: Isartor von der Ostseite
Landsberg: Bayertor
  • Rosenheim liegt an einer Streckenvariante der Salzstraße und ist ein weiterer Flussübergang über den Inn als Handelsweg zu Wasser. Das Jahr 1276 ist das Jahr der ersten Erwähnung der Rosenheimer Innbrücke und des Salzhandels. Im Jahr 1810 erhielt Rosenheim sogar eine eigene Saline.
  • München liegt am Flussübergang über die Isar als Handelsweg für die Flößer von Süden. Die Stadt wurde um 1158 von Heinrich dem Löwen, Herzog von Bayern und Sachsen, gegründet. Die Stadtgründung an einer neuen Isarbrücke und in Konkurrenz zu einer bestehenden Brücke des Freisinger Bischofs (siehe Stadtgründung) ist unmittelbar vor dem Hintergrund der Kontrolle des Handelsweges "Salzstraße" zu sehen. Um 1240 wird der Alte Hof Sitz der Wittelsbacher und später Kaiserresidenz unter Kaiser Ludwig IV. dem Bayern. Bereits ab 1332 hat München ein Salzhandelsmonopol für den gesamten süddeutschen Raum, wird zum Hauptsitz der Wittelsbacher und ist heute drittgrößte Stadt Deutschlands. Von der ersten Stadtbefestigung existieren nur noch Spuren, unter Ludwig IV. dem Bayern (1281 - 1347) wird München zu einer Festung, von der dann ab 1619 entstandenen neuzeitlichen Stadtbefestigung zum Schutz vor den modernen Artilleriegeschützen sind noch das Karlstor, das Isartor und das Sendlinger Tor erhalten.
  • Landsberg am Lech liegt am Übergang über den Lech (Gütertransport über die Flößerei) und ist die letzte Station vor der Fugger- und Handelsstadt Augsburg im damaligen Schnittpunkt mehrerer europäischer Fernwege. Ebenfalls unter Heinrich dem Löwen wurde im Jahr der Münchner Stadtgründung 1158 auch am Lech der Übergang der Salzstraße an die heutige Stelle der Stadt Landsberg verlegt und eine neue Burg gebaut. Die Stadtrechtsverleihung an die neue Siedlung bei Brücke und Burg erfolgte etwa zwischen 1260 und 1280. Die neue Stadt wurde bereits von den Wittelsbachern kontrolliert und erhielt 1364 unter Herzog Stephan II. (1319 – 1375) das ewigliche Salzniederlagsrecht. Landsberg blühte in Folge auf, bereits zwischen 1415 und 1435 wurde ein weiterer Stadtmauerring erforderlich. Die gut erhaltene und in insgesamt drei Bauphasen entstandene Stadtbefestigung mit ihren zahlreichen Türmen hat heute Bedeutung als eine überregionale Sehenswürdigkeit.
Ingolstadt, Klenzepark: Turm Triva
  • Die Stadtbefestigung von Ingolstadt ist für Oberbayern die größte erhaltene Verteidigungsanlage der Neuzeit: in strategisch günstiger Lage (Donau, Flussübergang und Handelswege) galt die Stadt schon im Mittelalter als der Schlüssel zu Bayern und war in der Folge entsprechend umkämpft. Im Jahre 1285 entstand die allererste Stadtbefestigung, sie ist über die Zeiten immer wieder in Kriegshandlungen verstrickt und wird auch auch öfters zerstört; die jüngste Stadtbefestigung ist in der Zählweise die fünfte und entstand ab 1827. Die Festungsfunktion für Ingolstadt wurde erst 1875 aufgegeben, zahlreiche Verteidigungsanlagen sind noch zu besichtigen.

Schlösser[Bearbeiten]

Münchner Residenz: Königsbau

Oberbayern ist ein Land der Schlösser.

Im späten Mittelalter ist das Herzogtum Bayern unter den Wittelsbacher Linien in zeitweise bis zu vier Teilherzogtümer aufgeteilt. Der Kölner Schiedsspruch vom 30. Juli 1505 beendet den Landshuter Erbfolgekrieg; Sieger sind die in München ansässigen Wittelsbacher des Teilherzogtums Bayern-Landshut unter Herzog Albrecht IV. (reg. 1465-1508), Verlierer war die kurpfälzische Linie.

Die Herzogtümer in Altbayern wurden dauerhaft wiedervereinigt und München zu einer Art "Hauptstadt" der Wittelsbacher.

  • Sitz der bayerischen Herzöge wurde ab 1506 die Münchner Residenz. In verschiedenen Bauphasen bis in das 19. Jahrhundert hinein wurde die Residenz von einer wehrhaften mittelalterlichen Wasserburg zum heute größten innerstädtischen Schloss Deutschlands umgebaut.

Nach dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs (1618 bis 1648) kehrten auch in Bayern ruhigere Zeiten ein. Die Wittelsbacher hatten ab 1638 die Kurwürde (Maximilian I.), sie entwickelten in der Folge eine über Jahrhunderte unstillbare Bauwut für repräsentative Bauwerke. Das Ergebnis dieser Bauwut sind die zahlreichen Schlösser in ihrem Herrschaftsbereich, sie sind heute das Ziel für Touristen aus der ganzen Welt.

Schlösser am Starnberger See
  • Das Starnberger Schloss steht stellvertretend für eine der frühen Schlossanlagen der bayerischen Herrscher: Es wurde im 15. Jahrhundert aus einer ehemaligen Verteidigungsanlage zum Vergnügungsschloss umgebaut.
Der See ist bereits zu Ende des 15. Jahrhunderts der Vergnügungssee des ganzen Hofstaats. Die Wittelsbacher errichteten oder besaßen hier zahlreiche Schlösser (Starnberger Schloss, Schloss Possenhofen, Schloss Garatshausen, Schloss Ammerland, Schloss Allmannshausen, Schloss Berg), ihnen gehörte auch die Roseninsel.
Das letztgenannte Schloss Berg steht dann auch für das Ende der gesamten Bauwut in der Wittelsbacher-Ära: Hier findet am 13. Juni 1886 König Ludwig II., einer der glanzvollsten und der letzte der Wittelsbacher Schlösserbauer, seinen bis heute mysteriösen Tod.
Hinzu kommen am Starnberger See noch mehrere Schlösser, die nicht den Wittelsbachern gehörten (Altes Schloss Tutzing, Kempfenhausen) und die zahlreichen Villen aus den letzten beiden Jahrhunderten.
Schloss Nymphenburg
  • In München beauftragten im Jahre 1664 Kurfürst Ferdinand Maria und seine Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen die Errichtung von Schloss Nymphenburg als ein Sommerschloss und damals noch weit vor den Stadtgrenzen. Die Anlage zählt heute zu den größten Königsschlössern Europas. Um das Schloss entstand ein ausgedehnter Schlosspark mit einer Anzahl an weiteren Parkburgen (Lustschlösschen).
  • Die monumentale Anlage der Schlossanlagen in Schleißheim mit einer Ausdehnung des Schlossparks von über einem Kilometer befindet sich nördlich von München. Das Alte Schloss entstand von 1616 bis 1623 noch als eher einfache Landresidenz. Das Schloss Lustheim entstand 1684/1685 als ein Lustschloss. Das Neue Schloss entstand von 1701 bis 1726: Die Wittelsbacher machten sich zeitweise Hoffnung auf die deutsche Kaiserwürde, das neue Schloss war als Kaiserhof geplant und entsprechend waren die Dimensionen, von der ursprünglich geplanten Vierflügelanlage wurde dann nur der Hauptflügel realisiert und seitdem auch niemals richtig "benutzt".

Die Französische Revolution von 1789 bis 1799 und die folgenden Napoleonischen Kriege von 1803 bis 1815 brachten einschneidende Veränderungen für ganz Europa und auch Bayern. 1806 entsteht das Königreich Bayern mit großen territorialen Zugewinnen vor allem in Franken; die Wittelsbacher erhielten die Schlösser der fränkischen Fürstbischöfe und nutzen sie zum Teil privat, ebenso andere Anlagen wie z. Bsp. Kloster Tegernsee und Berchtesgaden. Die Bayerische Konstitution vom 1. Mai 1808 bringt eine erste ständeunabhängige Volksvertretung, die Wittelsbacher regieren nicht mehr absolut.

Die Barockzeit und die große Zeit der Wittelsbacher Schlossbauten ist anschließend erst einmal vorbei, nicht aber die Bauwut der Wittelsbacher: die Herrscher verwirklichten sich in der Hauptstadt München ihres neuen Königreichs mit repräsentativen neuen Prunkstraßen und mit Prachtbauten entlang dieser Straßen:

Münchner Prachtstraßen
Maximlianstraße, ehemalige Münze
  • Die Brienner Straße entstand von 1804 bis 1814 und war zunächst nur der Fahrweg der Wittelsbacher von ihrer Residenz zum Sommerschloss Nymphenburg.

In Bayern gehen die Uhren anders, das gilt auch für die Schlossbauten der Wittelsbacher: zu einem Zeitpunkt, als im übrigen Europa die Aristokratie als Bauherren von Schlössern und Villen bereits viel von ihrer Bedeutung an das Bürgertum verloren hatte, gibt es noch ein spätes eigenes Kapitel als Höhepunkt und Schluss, und dieses bayrische Sonderkapitel heißt König Ludwig II. von Bayern:

König Ludwig II. von Bayern bestieg im März des Jahres 1864 als 18-Jähriger und weitestgehend unvorbereitet für das Amt den bayerischen Königsthron. Mit dem Kriegsgeschäft und der realen Politik hatte Ludwig nicht viel am Hut, er wurde menschenscheu, träumte von einem absolutistischen Königtum und schaffte sich eine Traumwelt aus Schlossbauten nur für seinen privaten Gebrauch.

Schlösser Königs Ludwig II.
Königshaus am Schachen
  • Schloss Linderhof in den Ammergauer Alpen wurde in den Jahren 1872 bis 1878 im Stil des Rokoko als eine "Königliche Villa" erbaut, es war der eigentliche Wohnort Ludwigs.
  • Schloss Herrenchiemsee entstand in den Jahren 1879 bis 1890 mit Anlehnung im Baustil an die Anlagen in Versailles. Das Schloss gefiel Ludwig dann aber irgendwann nicht mehr, es ist bis heute nicht ganz fertig geworden.
  • Weltweit der bekannteste Schlossbau Ludwigs ist das Märchenschloss Neuschwanstein, es wurde in den Jahren 1869 bis 1880 gebaut und steht eigentlich schon im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und gehört damit nicht mehr zu Oberbayern, es liegt allerdings grenznah. Die Baumaßnahme führte zur völligen Verschuldung des Königs, er konnte das Schloss bis zu seinem mysteriösen Tod im Starnberger See am 13. Juni 1886 auch nur wenige Tage für sich selber nutzen.

Das letzte Schloss der Wittelsbacher ist Schloss Ringberg am Tegernsee. Die Schlossanlage entstand ab 1913 unter Herzog Luitpold von Bayern, der Bau wurde aber bis zum Tod des Herzogs im Jahre 1973 nie fertig.

Bauwerke[Bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

München, Alter Hof: Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern

Das Museumsportal der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern im Alten Hof in München listet insgesamt rund 360 Museen in Oberbayern, wobei das breite Spektrum der Münchner Museumslandschaft der Schwerpunkt ist.

In Auswahl sind im Folgenden einige der interessantesten Museen in Oberbayern gelistet:

  • Das Deutsche Museum, eine technische Sammlung, ist eines der berühmtesten Museen der Welt und nach der Besucherzahl das beliebteste Museum in Deutschland.
  • Das BMW-Museum, ein modernes Firmenmuseum, ist das zweithäufigste besuchte Münchner Museum.

Museen zum Thema Kunst sind:

Museen zum Thema Musik sind:

  • In Mittenwald gibt es das Geigenbaumuseum zum Geigenbauerhandwerk und dessen Geschichte im Ort.

Museen zum Thema Literatur sind:

  • In Garmisch-Partenkirchen gibt die Michael-Ende-Ausstellung als Dauerausstellung zu Leben und Schaffen des Schriftstellers.

Museen zum Thema Religion sind:

  • Jeweils in den Bischofsstädten Eichstätt und Freising gibt es ein Diözesanmuseum, im Wallfahrtsort Altötting gibt es gleich mehrere Museen rund um die Wallfahrt.
  • In München gibt das Jüdische Museum Einblicke in das jüdische Leben und in die jüdische Kultur in der Landeshauptstadt München.

Museen rund um das Thema Essen und Trinken sind:

Museen für Kinder und die Themen drumherum sind:

Museen zum Thema Verkehr:

  • In Freilassing zeigt die Lokwelt in einem Rundlokschuppen auf 17 Geleisen Exponate zur gesamten Eisenbahngeschichte.
Ingolstadt, Neues Schloss

Weitere Spezialmuseen in der Region Oberbayern:

Und nicht zuletzt gibt es noch eine Vielzahl an Heimatmuseen zur Region selber, im folgenden auch nur in Auswahl gelistet:

Parks[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Starnberger See: Schloss Ammerland

Schifffahrt[Bearbeiten]

Im wasser- und seenreichen Oberbayern gibt es auf den Gewässern zahlreiche Möglichkeiten für Rundfahrten und Ausflugsschifffahrt:

  • Die Staatliche Bayerische Seenschifffahrt bedient die Seen Oberbayerns mit einer modernen Bootsflotte:
  • Der Ammersee wird mit zwei Motorschiffen und zwei Schaufelraddampfern vom Frühjahr bis Oktober bedient.
  • Der Starnberger See wird mit sechs Motorschiffen von etwa Anfang April bis Ende Oktober bedient.
Königssee, Anlegestelle St. Bartholomä;
  • Die Chiemsee-Schifffahrt bietet ganzjährig neben den regulären Fahrten eine Vielzahl an Sonderfahrten.
  • Auf dem Schliersee finden ganzjährig Rundfahrten mit dem Motorschiff Schliersee III statt, soweit von der Eisbildung aus möglich.
  • Die Schifffahrt auf dem Staffelsee verkehrt von April bis Allerheiligen;

Auf den oberbayerischen Flussabschnitten:

  • Auf der Altmühl gibt es im ausgebauten Unterlauf von Mai bis Oktober Linienfahrten, außerdem finden ganzjährig Sonderfahrten statt.
  • Auf dem Inn und an der oberbayerischen Grenze führt die Innschifffahrt (Tirolschifffahrt) aus dem österreichischen Unterinntal heraus von Anfang Mai bis Ende Oktober Rundfahrten durch.

Regionale Radrouten[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Schrobenhausener Spargelstangen

Mehr zu diesem Thema findet man auf Essen und Trinken in Altbayern.

  • Das größte bayerische Spargelanbaugebiet befindet sich um Schrobenhausen (Hallertau), hier gibt es zur Saison im Frühjahr die Stangen direkt und frisch vom Erzeuger und in den Gastronomiebetrieben ein besonderes Angebot an Gerichten rund um die schmackhaften Gemüsestangen;

Klima[Bearbeiten]

Föhn[Bearbeiten]

Ein besonderes Phänomen in der oberbayerischen Voralpenregion ist der Föhn. Er entsteht als Folge eines Schlechtwettergebietes in Italien, wenn feuchtwarme Luft von Süden als Föhnsturm über die Gipfel der Alpen gedrückt wird und beim Aufsteigen abregnet. Diese Luft weht dann an der Alpennordseite als warmer Wind in den Voralpenraum und beschert dort besonders im Frühjahr und Herbst eine trockene, mildwarme Witterung mit weiter Fernsicht, während das übrige Bayern von Wolken bedeckt ist. Allerdings kann der Föhn bei den dafür empfindlichen Menschen auch Müdigkeit und Kopfschmerzen auslösen. Diese Befindlichkeiten entstehen bei den Betroffenen oft erst nach mehrjährigem Aufenthalt in der Region, Besucher sind eher selten betroffen. Neueste Forschungen machen elektromagnetische Wellen als Begleiter des Föhns dafür verantwortlich, wobei in anderen Studien Föhnopfer in Schlaflabors keine Föhn- von Nicht-Föhn-Wetterlagen unterscheiden konnten.

Gesundheit[Bearbeiten]

  • bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116 117 (kostenfrei)

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Service und Adressen:

  • Tourismusamt München-Oberbayern e.V., Rudolfzellerstr. 15, 81243 München, Tel.: (089) / 8292180, Fax (089) 8291828. Info. Öffnungszeiten: Mo-Do 9-12, 13-16 Uhr. Fr 9-12.30 Uhr.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Petzet, Otto Braasch, Wilhelm Neu, und Volker Liedke ; Bayern, Landesamt für Denkmalpflege, München (Hg.): Denkmäler in Bayern, 7 Bde. in 8 Tl.-Bdn., Bd.1/2, Oberbayern: I/Teil 1. München : Oldenbourg, 1986, (Denkmäler in Bayern), ISBN 978-3486523928; 1032. Denkmalliste, ca. 160€

Kultur und Brauchtum[Bearbeiten]

  • Sabine Reithmaier und weitere Autoren: Schäfflertanz & Perchtenlauf, Lebendige Traditionen und Bräuche in Altbayern. Süddeutsche, Oktober 2009 (1. Auflage), (Süddeutsche Zeitung Edition), ISBN 978-3-86615-729-3; 192. 19,90 €
  • Thomas Grasberger: Grant: Der Blues des Südens. Diederichs, April 2012, ISBN 978-3424350708; 192. Der Autor beschreibt den Grant als vielschichtigen Teil des bayerischen Kulturguts und Lebensgefühls und als Gegenpol zu den Ja-Sagern und Handlangern einer globalen Konsum- und Verblödungsmaschinerie. Den "Großgrantlern" Karl Valentin und Gerhard Polt ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Weblinks[Bearbeiten]

Skigebiete in Deutschland


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