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Inn-Radweg

Fahrrad
Brauchbarer Artikel
Aus Wikivoyage

Der Inn ist einer der längsten Alpenflüsse. Entlang seines abwechslungsreichen Flusstals gibt es viel zu erleben. Die Tour startet man übrigens am bestem im Engadin auf 1800 m, da die Mündung des Inn in Passau auf 400 m Höhe liegt.

Silser See (Lej da Segl) in Graubünden

Streckenprofil

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  • Länge: 517 km
  • Ausschilderung: - nicht komplett
    Schweiz: Regionalroute 65 Inn-Radweg Maloja – Martina, teilweise auch Nationalroute 6 Graubündenroute
    Tirol: Bezeichnung: „Inntal-Radweg“
    Zwischen Kufstein und Wasserburg: Landeswegweiser mit grünen Figuren auf weißem Hintergrund
    Ab der Salzachmündung: „Naturerlebnisweg Unterer Inn“.
  • Steigungen: − im Engadin teilweise erheblich, in Österreich und Bayern fast immer flach. Ausnahme: bei Imst, Griesstätt bis Wasserburg und hinter Wasserburg bis Gars.
  • Wegzustand: Schotter, Asphalt
  • Verkehrsbelastung: − nur wenige Teile sind auf Straßen, aber in Tirol auf langen Strecken in der Nähe der lärmenden Autobahn.
Engadiner Seenplatte mit den Seen von Staz, St. Moritz, Silvaplana und Sils
  • Geeignetes Fahrrad: Fahrrad mit bergtauglicher Gangschaltung und Bremsanlage, keine Rennräder
  • Familieneignung: − für Kinder ab 12 Jahre geeignet
  • Inlinereignung: teilweise: zwischen der deutschen Grenze und Innsbruck für Inliner geeignet. Einige kurze Stücke sind geschottert.

Hintergrund

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Die Namensherkunft ist im Artikel Inn zu finden.

Vorbereitung

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Eine Tour auf dem Inn-Radweg ist nicht ganzjährig möglich. Im Winter verhindert Schnee auf weiten Teilen des Weges die Fahrt. Eine Tour sollte im Frühjahr erst nach dem Ende der Schneeschmelze gestartet werden, da während der Schneeschmelze mit Überflutungen flussnah gelegener Streckenabschnitte und schlammigen Verhältnissen auf den nicht asphaltierten Streckenabschnitten gerechnet werden muss. Derartige Streckenverhältnisse können jedoch auch in der warmen Jahreszeit durch Starkregen hervorgerufen werden. Bei einer Tour im Herbst ist zu beachten, dass der Winter im Engadin sehr viel früher als in den tiefen Lagen einsetzen kann.

Da es im Oberengadin auch im Hochsommer empfindlich kalt werden kann, gehört bei einer Tour auf diesem Teil des Inn-Radweges eine Garnitur warme Fahrradkleidung mit ins Gepäck.

In Tirol sind vor allem zwischen Pfunds und Innsbruck die blutsaugenden Bremsen sehr zahlreich vertreten. Hier sollte ein Repellent benutzt werden.

Anreise

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Öffentliche Verkehrsmittel

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Die Fahrradmitnahme ist von Mai − Oktober möglich. In der Schweiz kostet die PostAuto/Bahn-Fahrrad-Tageskarte 18,- CHF; in Österreich mit Regionalbahnen 5,- € (nur Tirol 2,50 €), im Intercity 10,- €; in Deutschland 5,- €, im Intercity 9,- €; von Deutschland ins Ausland 10,- €, von Österreich ins Ausland 12,- €.

  • PostAuto an: Maloja von St. Moritz (CH) − aufgrund flacher Strecke überflüssig.
  • PostAuto an Silvaplana aus Chur über Julierpass 2284 m (La Veduta) − 3 Verbindungen täglich á 2 h 19 min., 33.00 CHF.
  • Bahn: Zwischen St. Moritz und Scuol wird der Radweg durch die Bahn begleitet.
    • St. Moritz − St. Moritz ist außerdem Endstation von zwei Abzweigen der Strecke ChurBerninapass (2253 m − Lecco (Italien). Aus Chur benötigt der stündliche RegioExpress genau 2 Stunden.
    • Scuol-Tarasp aus Chur und St. Moritz − Endstation.
  • PostAuto an Scuol-Tarasp und Martina (CH) von Nauders (A)
  • Postbus fährt zwischen Nauders am Reschenpass, Pfunds u. Landeck (A) − Von Nauders kann man nach Martina runterradeln.
  • Bahn an: Landeck aus Bregenz und Innsbruck
  • Von Landeck bis Passau besteht fast immer begleitende Bahnanbindung.

Mit dem Fahrrad

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Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten

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Karte
Karte vom Innradweg
Silsersee (Lay da Segl) bei Maloja im Oberengadin mit Blick auf das Örtchen Isola am Süd-Ufer
St. Moritz im Herbst

Oberengadin

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Nach der Anreise sollte man sich ein paar Tage in dieser schönen Gegend gönnen. Mit der Bahn kommt man bequem aus drei Richtungen nach St. Moritz. Von dort sind es nur 20 km bis zum Pass Maloja, der gerade mal 40 m höher liegt als der Bahnhof von St. Moritz. Dazwischen liegen mehrere Seen in der Hochgebirgslandschaft. Warum nicht im Bernina- oder Inntal übernachten und mit leichtem Gepäck eine „Seetour“ und zwischendurch noch eine kleine Bergwanderung machen?

Maloja − St. Moritz − Zernez: 57 km

  • 1 Maloja (Passo del Maloja) · km: 0 - 1815 m − Am See „Lej da Segl“ (Silsersee) links entlang, flache Strecke.
    Verkehrsreiche Hauptstraße Maloja – Sils. In höheren Lagen sind rauhe oder sumpfige Wege möglich.
  • Sils (Segl) · km: 8 - 1799 m − durch Dorf, dann halblinks zum See „Lej da Silvaplauna“ auf der rechtsseitige auf Schotterwegen.
  • Silvaplana (Silvaplauna) · km: 13 - 1815 m − über die Brücke, dann linksseitig an den Seen „Lej suot dat Silvaplauna“ und „Lej da Champfer“ neben der Straße entlang.
  • → Champfer · 1799 m − rechts des Inns (En)
  • St. Moritz-Bad · 1774/1769 m − linksseitig am „Lej da San Murezzan“
  • St. Moritz im Engadin (San Murezzan) · km: 20 - 1770 m am See, 1822 m (Stadtmitte) − über die Innbrücke zum kleinen „Lej da Staz“ (Stazersee) (1809 m) und auf Schotterwegen durch den Wald zum Fluss Flax
  • → Celerina (Schlarigna) · 1730 m
  • → Pontresina · 1805 m

Route durch die Stadt Samaden (Samedan). Man kann auch auf Schotterwegen links der Flax weiterfahren bis man auf den Inn wieder trifft.

  • Samaden (Samedan) · 1706 m − hinterm Bahnhof rechts, dann neben der Hauptstraße. Beim Flussknick die Straße kreuzen.
  • La Punt · km: 35 - 1687 m − Abzweig der Graubündenroute 6 nach Chur - Ausschilderung: Graubündenroute 6 bis Martina
  • Zuoz · 1669 m, Ortsmitte: 1716 m
  • S-chanf · km 41 - 1667 m
  • Zernez · km 57 - 1473 m

Unterengadin

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Unterengadin oberhalb Lavin
Scuol (Schuls) im Unterengadin

Zernez − Scuol − Martina − Pfunds: 65 km

  • Zernez · 1473 m
  • Susch · 1422 m
  • Lavin · 1412 m − es geht 280 Höhenmeter kontinuierlich bergauf. Alternative: auf die Bundesstraße ausweichen oder rechts des Ins auf dem Feldweg bis Giarsum zum Bahnhof
  • Guarda · 1654 m, höchster Punkt 1666 m
  • Ardez · 1464 m ÷ ein nicht ganz so dramatischer Anstieg von 170 hm. Alternative, Straße oder Bahn bis Bahnhof Baraigla (1335 m)
  • Ftan · 1633 m
  • Scuol (Schuls) · 1303 m (Bahnhof: 1286 m, Stadtmitte: 1243 m)
  • Pradella · 1172 m
  • Sur En · 1125 m
  • San Nicla · 1067 m − Wechsel über die Kajetansbrücke auf die rechte Seite im Bogen zum Fluss.
  • Strada · 173 m
  • Martina (Martinsbruck) (CH) · 1035 m → Passhöhe Vinadi Weinhöhe (1086 m)
    Bis kurz vor Pfunds läuft der Radweg 10 km auf der Straße.
  • Vorderrauth (A) · 991 m − Wechsel auf die rechte Seite
  • Pfunds (A) · 971 m

Tirol

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Pfunds − Landeck: 31 km

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Die Strecke verläuft überwiegend auf Wirtschaftswegen (land- und forstwirtschaftlicher Kraftverkehr, von einheimischen Kraftfahrern teilweise als Schleichwege genutzt) und wenig befahrenen Straßen. Das Profil ist nahezu durchgängig wellig.

Landeck − Innsbruck: 79 km

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Bis Haiming ist das Profil wellig, in der Imster Schlucht ist in beiden Fahrtrichtungen eine Rampe mit 18 % Steigung zu überwinden. Von Haiming bis Innsbruck verläuft der Weg größtenteils flach.

  • Zams
  • Imst - lohnender Abstecher
  • 2 Innsbruck - kulturelles Herz Tirols

Innsbruck − Kufstein: 82 km

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Dieser Abschnitt wird überwiegend von der stark befahrenen Inntal-Autobahn begleitet und ist deshalb sehr laut. Ein Umstieg auf die Bahn ist deshalb empfehlenswert.

Der Inn bei Kufstein

Oberösterreich und Bayern

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Ab der Mündung der Salzach in den Inn westlich von Braunau am Inn bildet der Inn die Staatsgrenze zu Österreich (Bundesland Oberösterreich). Ab hier führt auf österreichischer Seite in Richtung Passau parallel der die Salzach begleitende Tauernradweg, sodass wahlweise auf beiden Seiten gefahren werden kann.

Kufstein – Wasserburg: 65 km

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Westufer:

Ostufer bis Rosenheim:

Alternativ am Ostufer bis 3 Wasserburg

Westufer:
Die Strecke bis Marktl beträgt am Westufer 80 km.
Man fährt bis Königswart ununterbrochen auf Asphalt und meistens auf befahrenen Strassen. Die Strecke ist leicht bergig. Da der Inn hier stark mäanderförmig verläuft, bekommt man ihn nur selten zu sehen. Meistens befindet man sich sehr hoch über dem Fluß, teilweise bis zu ca. 100 m. Die Tour hat nichts Besonderes. Die Strecke ist schlecht ausgeschildert.

Ab Königswart hat man die Möglichkeit fernab von Autostrassen durch einen Wald und ab und zu neben dem Inn zu fahren. Die Strecke ist sehr hügelig und nach Regen auch längere Zeit schlammig. Diese Strecke ist nicht ausgeschildert.

Ostufer:

Nord/West-Ufer:
Man fährt die gesamte Strecke auf Asphalt und meistens auf befahrenen Strassen. Die Berge bzw. Hügel werden im weiteren Verlauf immer weniger. Lange Zeit fährt man südlich neben dem Innwerkkanal, einem Seitenarm des Inns. Die Tour hat nichts Besonderes. Die Strecke ist, einschließlich in Mühldorf, schlecht ausgeschildert.

Süd/Ost-Ufer:

  • Neuötting
  • Altötting (berühmter Wallfahrtsort)
  • Marktl ist der Geburtsort von Papst Benedikt, das Geburtshaus ist ein Museum

Nord/West-Ufer:
Die Strecke führt komplett über geschotterte und ebene Wege, fernab von befahrenen Straßen. Man bewegt sich fast die gesamte Zeit neben dem Inn. Ca. 2 km vor Marktl sollte man sich entscheiden, ob man sich ganz nah auf schmalster Spur neben dem Inn mit höchster Aufmerksamkeit und sich manchmal zu Fuß bewegen möchte, oder ob man ab hier doch lieber auf einer daneben befindlichen kaum befahrenen Straße fahren möchte.

Marktl – Stammham, ca. 10 km

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Ufer auf deutscher Seite:
Auch wenn der Weg schmal aussieht, man kann gleich nach der Brücke unmittelbar am Inn weiterfahren. Nach ca. 1 km kommt eine Umleitung mit dem Hinweis auf umstürzende Bäume und herabfallende Äste. Man kann sich also entscheiden zwischen Risiko Verkehrsunfall auf der Straße oder Unglück am Waldrand. Der Weg neben dem Inn ist schmal und ca. 2 km lang. Tatsächlich versperren (wenige) umgefallene Bäume den Weg und er verläuft manchmal sehr nah neben dem Inn und man sollte vor manchen Senken doch mal vom Fahrrad absteigen. Dann folgt eine asphaltierte, aber wenig befahrene Straße. Achtung: in Stammham die scharfe Rechtskurve auf den schmalen Fahrradweg zum Inn nicht verpassen.

Stammham – Bergham

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Ufer auf deutscher Seite:
Hier fährt man weiter neben dem Inn bis zur Einmündung der Salzach in den Inn bei Bergham. Da der Weg direkt an der Mündung abknickt und der Wasserstrom insgesamt sehr breit ist, bekommt man vom Zusammenfluß jedoch nicht viel mit.

Ufer auf deutscher Seite:
Teilweise Fahrt auf der Dammkrone.

Ufer auf deutscher Seite:
Die Fahrt führt vorbei am Naturschutzgebiet Innauen. Dieses Biotop entstand in der Folge des in den 1930er Jahren errichteten stromabwärts befindlichen Wasserkraftwerkes. Jedes Jahr ruhen hier Vögel auf ihrer Wanderung nach und von Süden. Auch viele einheimische und sehr unterschiedliche Arten können hier auf einer Vogelwarte beobachtet werden. Wenn man Glück hat, lassen sich sogar Seeadler entdecken.

Frauenstein (A) – Obernberg, 19 km

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Ufer auf österreichischer Seite, "Innweg":
Nach Frauenstein überquert man ein Wasserkraftwerk. Für rund 5 km ist zunächst auf einer asphaltierten Strecke zwischen Dörfern zu fahren. Danach fährt man wieder 8 km am Naturschutzgebiet entlang, das einem zeitweise das Gefühl vermittelt, Teil davon zu sein. Der Radweg auf der österreichischen Seite ist deutlich besser ausgeschildert als auf deutscher Seite. Auch gibt es mehr Einkehrmöglichkeiten und immer wieder Hinweisschilder zu nahegelegenen Gaststätten.

Obernberg – Neuhaus/Schärding, 20 km

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Ufer auf deutscher Seite:
Die Strecke verläuft durchwegs auf einem ebenen, mit feinem Schotter besandeten Dammkopf. Diese Strecke weist kaum Kurven auf und ist monoton. Auch die Landschaft wirkt eintönig, da Bäume und der große Abstand des Weges zum Wasser den Blick zum Inn verhindern. Entlang des Wegs gibt es allerdings einen Fischereilehrpfad mit Informationstafeln, die ca. alle 400 m aufgestellt sind.

In Schärding sollte man etwas mehr Zeit einplanen, um einen Abstecher in die Altstadt und verschiedenen Sehenswürdigkeiten zu machen. In Schärding gibt es zwei Brücken über den Inn.

Ufer auf deutscher Seite:
Man fährt fast ausschließlich durch Waldgebiet nahe am Inn. Nur einmal ist kurz diese Strecke auf eine Hauptverkehrsstraße zu verlassen. Als Entschädigung darf man dann über eine der seltenen überdachten Holzbrücken fahren. Die Strecke ist leicht bergig und dürfte Mountainbikern entgegenkommen. Vorsichtig fahren, da auf diesem Abschnitt viele Spaziergänger unterwegs sind!

In 4 Passau gelangt man an die ‚Innmündung‘ in die Donau, wobei der Inn der mächtigere Strom ist.

Ausflüge

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GPS - Daten

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  • Routenprofil mit GPS-Daten und Google Earth KMZ-Datei im Radreise-Wiki

Literatur- und Kartenhinweise

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  • Bruckmanns Radführer Inn-Radweg, 13 Tagesetappen von Innsbruck nach Passau mit Karten 1:75.000, 1 Auflage. Bruckmann Verlag, München 2013, ISBN 978-3-7654-5279-6, Thorsten Brönner, 192 Seiten, 14,95 €.
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