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Karwendel

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Ahornboden

Das Karwendel oder auch Karwendelgebirge gehört zur Nordkette der Kalkalpen und liegt in Nordtirol (Österreich) und Oberbayern (Deutschland). Der schroffe Gebirgsstock wird durch den Alpenpark Karwendel geschützt.

Regionen[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte von Österreich
Karwendel
Karwendel

Das Karwendel umfasst ca. 800 km² Fläche. Rund 80 % davon liegen auf Tiroler Grund, wobei davon wiederum der größte Anteil auf die Gemeinde Vomp, Bezirk Schwaz entfällt, der übrige Teil des Karwendel gehört zu Oberbayern.

Nach der Topografie ist das Karwendel durch seine tief eingeschnitten Täler in mehrere Untergruppen aufgeteilt.

  • Die Falkengruppe schließt sich unmittelbar östlich an die nördliche Karwendelkette an.
  • Die Gamsjochgruppe ist eine kleinere Untergruppe nördlich der Hauptkette und zwischen der Falken- und Sonnjochgruppe.
  • Die Inntalkette ist der südlichste Gebirgsteil bei Innsbruck;
  • Die Soierngruppe ist die kleinste Untergruppe im Nordweste des Karwendel;
  • Das Vorkarwendel mit dem Naturschutzgebiet Karwendel sind die Berge unmittelbar nordöstlich des Rißtals und ganz im Nordosten des Gebirges.

Orte[Bearbeiten]

Das Gebirge Karwendel selbst ist nur sehr dünn besiedelt, es gibt hier keine richtigen Ortschaften sondern nur ein paar kleinere Weiler und Almen. Die größeren Siedlungen befinden sich alle am Gebirgsrand, größter Siedlungsraum ist das südlich anschließende Inntal.

in Nordtirol[Bearbeiten]

Hinterriß: Hauptstraße mit Kirche und Gasthof zur Post

Im Tiroler Unterinntal südlich des Karwendels:

  • Vomp (563 m) - Ferienort im Inntal. Zu Vomp gehören große Teile des Karwendels, u.a. auch der nur von Deutschland aus zugängliche Weiler Hinterriß und das Almdorf Eng.
  • Terfens (591 m) - kleiner Ort im Inntal, Anteil am Alpenpark Karwendel;
  • Stans (Tirol) (563 m) - Bergdorf am Fuße des Karwendels, Wolfsklamm im Karwendel ist hier v.a. beliebt;
  • Schwaz - liegt im Inntal, sehenswert sind u.a. Schloss Tratzberg und das Silberbergwerk. Schöne historische Altstadt;
  • Innsbruck (600 m) - Alpenmetropole und internationales Zentrum für Fremdenverkehr und Wintersport im Inntal;
  • Zirl (622 m) , Marktgemeinde

Im Westen des Karwendels:

  • Scharnitz (954 m) - Grenzort und Wintersportgebiet;
  • Seefeld (1.180 m) - Höhenluftkurort mit Heilquelle;

Im Osten und am Achensee:

  • Hinterriß (931 m) - Bergdorf an der Straße zum Großen Ahornboden, dem vielbesuchten Talschluss am Ende des Rißtals;

in Bayern[Bearbeiten]

Nordwestlich am Karwendel im Isartal:

  • Mittenwald (913 m), Geigenbauer- und Luftkurort, Touristenzentrum am Fuße der westl. Karwendelspitze;
  • Krün (875 m), Landwirtschaft und Tourismus, mit Ortsteil Klais;
  • Wallgau (866 m), Tourismusgemeinde an der Isar;

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Karwendel Ostseite (vom Rofan), in Bildmitte: Birkkarspitze, rechts davon Ödkarspitzen

Die Bezeichnung Karwendel wurde ursprünglich nur für das Karwendeltal verwendet und dehnte sich später auf das ganze Gebirge aus. Die Erklärung für die Herkunft des Namens ist die eines Germanen namens Kérwentil (in der Bedeutung: Speerwender), der in der Au im oberen Isartal bei Scharnitz einen Hof besaß. Nach dem Hof erfolgte die Bezeichnung des Tals als Kerwéndelau.

Geographisch wird das Karwendel an seiner Südseite vom Inntal zu den Kitzbüheler Alpen und Tuxer Alpen, an der Ostseite vom Achensee zum Rofan, an der Nordseite von der Isar zu den bayerischen Voralpen und an der Westseite ebenfalls von der Isar zum Wetterstein begrenzt.

Das Gebirge besteht im Wesentlichen aus vier gewaltigen Bergkämmen in Ost-West-Richtung mit dazwischen tief eingeschnittenen Tälern und noch einigen kleineren Gebirgsgruppen.

Geologisch gehört die Bergregion zu den nördlichen Kalkalpen, es besteht überwiegend aus Kalkgestein (Calciumcarbonat, Kalk: CaCO3) , aber auch aus Dolomit (Magnesium-Calciumcarbonat: MgCa(CO3)2 ). Entstanden ist der Kalk des Karwendels als Sedimentgestein (Ablagerungen) in einem flachmarinen Beckenbereich mit tropischen Temperaturen.

Kristallingesteine (z.B. Granite) oder Metamorphe Gesteine (z.B. Gneise) kommen im Karwendel so gut wie nicht vor. Bei den wenigen Ausnahmen handelt es sich um Gerölle bzw. Geschiebe, die in den Eiszeiten als Gletscherfracht aus dem zentralalpinen Bereich herbeigeschafft wurden und sich in der Region ablagerten.

Wichtigster Ort für den mittelalterlichen Bergbau im Karwendel war Schwaz, die ersten Silberadern wurden im Jahre 1490 am Falkenstein entdeckt und machten aus den bis dahin armen Markt zu einer großen und reichen Silberstadt und zur größten Bergbaustadt Europas mit bis zu 30.000 Knappen in den Bergwerken. Weitere Erzadern befanden sich im Hochtal der Lafatsch (Flurname „Silberne Hansl“) über Hall. Bergbau wurde im Mittelalter auch in der Seefelder Gruppe (ölhaltiger Bitumenschiefer) und in Mittenwald (Gold und Silber, erhaltener Flurname sind Goldanders Hütte) betrieben.

Die touristische Erschließung der Berge des Karwendels erfolgte im 19. Jahrhundert, der maßgebliche Name war hier Hermann von Barth (* 5. Juni 1845 auf Schloss Eurasburg (Bayern), † 7. Dezember 1876 in São Paulo de Luanda, Angola, auf einer Expedition). Er zeichnet sich für zahlreiche Erstbegehungen im Gebirge verantwortlich; im Sommer 1870 besteigt er insgesamt 88 Gipfel, davon 12 erstmals. Im Jahre 1874 veröffentlicht er sein Buch "Aus den Nördlichen Kalkalpen", heute ein Klassiker der alpinen Literatur. Der Name des wichtigsten Erschließers des Karwendels lebt heute im Karwendel noch im Barthgrat, in der Barthspitze und im Barthkamin fort.

Sprache[Bearbeiten]

Im Inntal an der Südseite des Gebirges spricht man Tirolerisch, an der Nordseite Oberbayerisch, beides sind südbayerische Dialekte.

Die sprachreinen Dialekte der Einheimischen sind nicht jedem Fremden zugänglich, in der Regel wird aber stark mit Hochdeutsch durchsetzt gesprochen, die Einheimischen sind damit auch den nichtbayerischen Muttersprachlern verständlich.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Westseitig führt die Bahnlinie München - Innsbruck über Mittenwald und Scharnitz in das Inntal. Beide letztgenannten Orte sind wichtige Einstiegspunkte in den Naturpark Karwendel.

Südseitig führt die Unterinntalbahn als Teil der Bahnlinie Rosenheim - Kufstein - Innsbruck in ganzer Länge am Karwendel vorbei.

Ostseitig führt aus Jenbach im Unterinntal (Anschluss an die Unterinntalbahn) die Achenseebahn bis an den Achensee.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die großräumige Anfahrt aus dem Norden ist über mehrere Routen möglich:

  • Aus dem Raum München führt auch die B 13 über Bad Tölz und Lenggries an den Nordrand des Gebirges.

An der Südseite ist die großräumige Anfahrt in das Karwendel über die mautpflichtige Inntalautobahn möglich.

Mobilität[Bearbeiten]

Waldweg im Vorkarwendel

Eine Durchquerung des Karwendelgebirges mit dem PKW ist, weder längs noch quer, nicht möglich, es muss umfahren werden.

Achtung: Wegen Bauarbeiten am Damm des Sylvensteinspeichers wird die auf dem Damm verlaufende B307 im Norden des Karwendels nur einspurig geführt. Daher ist bis zum Ende der Bauarbeiten voraussichtlich im Jahre 2015 insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten am Wochenende und zu den Urlaubszeiten mit zeitweise erheblichen Behinderungen und Stauungen am Sylvensteinspeicher und auf der Verbindungsstraße vom Sylvensteinspeicher zum Achensee / Tegernsee zu rechnen.

Verschiedene Stichstraßen führen als Sackgasse in das Gebirge hinein, sie sind größtenteils mautpflichtig oder auch komplett für Fahrzeuge gesperrt, siehe dazu jeweils bei den Tälern.

Übergänge[Bearbeiten]

Einziger Alpenpass für Fahrstraßen ist der eher unauffällige Achenpass ganz am nordwestlichen Rand des Karwendels und vom Achensee zum Tegernseer Tal.

Im weiteren gibt es eine Anzahl an Übergängen entlang der Wanderwege.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Lamsenspitze (Ostwand) vom Hochnissl aus

Berge und Gipfel[Bearbeiten]

Die Berge und Gipfel im Karwendel reichen in den technischen Anforderungen der Anstiege vom reinen Wanderberg bis hin zu reinen Kletterbergen, dazwischen gibt es auch eine größere Anzahl an Bergen mit stellenweise erforderlichen kurzen Kletterstücken und auch verschiedene Berggipfel mit Zustiegen als Klettersteig. Die konditionellen Anforderungen der Anstiege können, je nach der persönlichen Einteilung der Etappen, auch für Trainierte anstrengend sein.

Wegen der schlechten Erreichbarkeit mangels Fahrstraßen ist für einige der Touren im Gebirgsinneren ein ganzer Tag nur für den Zustieg zu den Hütten einzuplanen, die Gipfelbesteigungen sind dann mindestens Zweitagestouren.

Im folgenden eine Auswahl an interessanten Bergen und Gipfeln, sortiert nach den Bergketten: die Gebirgszüge im Karwendel werden traditionell nach den Tälern benannt, die sie im Süden begrenzen:

Karwendel-Hauptkette[Bearbeiten]

Karwendelhauptkette / Hinterautalkette
von der Pleisenspitze bis zur Birkkarspitze mit Schlauchkar

Der Hauptkamm des Karwendels wird häufig auch als Hinterautal-Vomper-Kette bezeichnet, wobei der westliche Teil die Hinterautal-Kette am Hinterautal und der östliche Teil die Vomperkette am Vomper Tal ist.

  • 1 Pleisenspitze, 2.569 m hoch, westlichster Gipfel in der mächtigen Karwendel-Hauptkette über dem Zusammenschluss des Karwendeltals mit dem Hinterautal. ZUSTIEG von Scharnitz (Parkplatz Karwendeltäler) über die Pleisenhütte in ca. 4-5 Stunden, einfache Tour, als Tagestour aber anstrengend (ca. 1.600 mH). Im Winter beliebtes Ziel für Skitouren- und Schneeschuhgänger, bis zur Pleisenhütte (auch im Winter am Wochenende bewirtschaftet) auch für Fußgänger.
  • 2 Ödkarspitzen (Mittlere: 2.745 m). Zweithöchster Karwendelberg und unmittelbar westlich benachbart zur Birkkarspitze.

Aufstieg über den "Brendelsteig": vom Stützpunkt Karwendelhaus nach Südosten ins Schlauchkar, dann aber nach Westen unter die Nordwand der Ödkarspitzen abzweigen, über Schrofen in Kehren auf den Nordwestgrat der Ödkarspitzen, über das Maxenkar zur westlichen und auf dem Gipfelgrat zur mittleren Ödkarspitze und östlichen Ödkarspitze, Abstieg zum Schlauchkarsattel, weiter siehe Birkkarspitze folgend.

Gratbereiche sind drahtseilversichert, stellenweise ausgesetzt, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit ist unbedingt erforderlich.

  • 3 Birkkarspitze (2.749 m). Höchster Gipfel des Gebirges über dem Karwendeltal. Die Erstbesteigung erfolgte am 6. Juli 1870 durch Hermann von Barth.

Aufstieg vom Stützpunkt Karwendelhaus nach Südosten über das "Schlauchkar" durch den Schlauchkarsattel (2635 m, der Name ist Programm: 2-3 Stunden mühsamer Karschutt, besser im Abstieg), vorbei an der Notunterkunft Birkkarhüttl und dann nach Osten über mit Drahtseil versicherten Steig in knapp einer halben Stunde zum Gipfel. Im Frühjahr im oberen Teil des Schlauchkars bei Neuschnee Lawinengefahr und Rutschgefahr auf evtl. gefrorenen Schneeresten, schwierige Orientierung bei Nebel.

Der Aufstieg über den Brendelsteig ist technisch anspruchsvoller und auch länger, er erfolgt ebenfalls vom Karwendelhaus und mit Überschreitung der Ödkarspitzen (vor) und Abstieg zum Schlauchkarsattel. Von dort weiter auf den Gipfel der Birkkarspitzen wie vorher beschrieben.

  • 4 Lamsenspitze (2.508 m). Beherrschender Berggipfel im östlichen Karwendel mit einer markanten Ostwand zum Falzthurntal und herrlichen Ausblick zum großen Ahornboden und zum Achensee. Gipfelzustieg siehe im Abschnitt Klettersteige, Stützpunkt ist die Lamsenjochhütte.

Nördliche Karwendelkette[Bearbeiten]

Mittenwald und westliche Karwendelspitze
  • 6 Westliche Karwendelspitze (2.385 m). Der Gipfel markiert die Grenze zwischen Bayern und Tirol und ist der westliche Eckpfeiler der Nördlichen Karwendelkette. Eingerahmt wird der Berg vom Karwendeltal und Isartal und ist mit weiter Sicht rundum ein Panoramaaussichtsberg und einer der Hausberge von Mittenwald.

Die Gipfelregion ist recht einfach mit der Mittenwalder Karwendelbahn erreichbar, von der Bergstation sind es noch rund 20 Minuten auf einem Steig mit kurzen stahlseilversicherten Passagen durch die Felsen bis zum Gipfel.

An der Bergstation der Bahn befindet sich auch das 2008 neu eröffnete Naturinformationszentrum Bergwelt Karwendel in Form eines überdimensionalen Fernrohrs. Von der Bergstation aus nach Süden startet der Mittenwalder Klettersteig, ein Höhenweg als Klettersteig in Richtung Süden bis zum Brunnsteinanger, der Einsattelung vor der Brunnensteinspitze. Die Dammkarabfahrt ist mit sieben Kilometern Länge und einer Höhendifferenz von 1300 Metern Deutschlands längste unpräparierte Skiabfahrt und, bei entsprechenden Bedingungen, ein Tiefschneeklassiker. Die anspruchsvolle Abfahrt führt zunächst nördlich der Seilbahn durch einen 400 Meter langen Felsstollen zum Start in das Dammkar und dann nach unten bis nach Mittenwald. Die Strecke wird regelmäßig von einer Lawinenkommission der Karwendelbahn auf ihre Sicherheit überprüft und nur freigegeben, wenn ausreichende Sicherheit gegen Lawinen besteht. Bis 1999 wurde die Piste noch präpariert, wegen der nordseitigen Ausrichtung gibt es seitdem eine hohe Wahrscheinlichkeit für Pulverschnee.

Einfachster ZUSTIEG aus dem Tal zur Westlichen Karwendelspitze: vom Parkplatz in Nähe der Karwendelbahn (920 m) in Mittenwald auf einem Bergsteig in ca. 1½ bis 2 Stunden bis zur Mittenwalder Hütte und noch 2 Stunden bis zur Bergstation.

Wörner (2476 m) vom Wörnersattel
  • 7 Wörner (2.476 m). Markanter Grenzgipfel (D/A) und hervorragender Aussichtsberg in der Karwendel-Nordkette über Mittenwald. ZUSTIEG von Mittenwald (930 m, Parkplatz nach der Bahnunterführung der Zufahrtstraße Karwendelkaserne) über die Hochlandhütte (1.623 m) und den Wörnersattel (1.989 m). Wegen mehrerer kurzer Kletterstellen im II. Grad im Gipfelaufbau (seit 2002 deutlicher markiert) handelt es sich beim Wörner ab dem Wörnersattel nicht mehr um einen Wanderberg. Wegen starker Bodenerosion sollte man unterhalb des Wörnersattels unbedingt auf dem Weg bleiben.
  • 8 Östliche Karwendelspitze (2.537 m). Höchster Gipfel der Nördlichen Karwendelkette und ein hervorragender Aussichtsberg in die Voralpenregion.

Nach Norden ist die Östliche Karwendelspitze eine abweisend steile Wand, der ZUSTIEG erfolgt auf der deutlich zahmeren Südseite und vom Karwendelhaus.

Falkengruppe[Bearbeiten]

Die Falkengruppe ist eine kleinere Untergruppe des Karwendels und schließt sich ostseitig an die Nördliche Karwendelkette an. Die Berge sind felsig steil, schroff und wild, die bekanntesten Gipfel sind Risser und Laliderer Falk. Nur auf den Steinfalk, mit 2.347 Metern Höhe der dritthöchste Gipfel der Falkengruppe, führt ein markierter Steig, die Falkengruppe gilt als die am geringsten erschlossene Gegend im ganzen Karwendel, dementsprechend einsam ist es hier. Wichtigster Stützpunkt ist die Falkenhütte.

  • 9 Steinfalk, 2.348 m hoch; Einfachster ZUSTIEG aus der Eng (ca. 1.200 m) zur Falkenhütte (1848 m) (knapp zwei Stunden für 650 Hm) und nochmals knapp zwei Stunden zum Gipfel (500 Hm).

Sonnjochgruppe[Bearbeiten]

Der rund sieben Kilometer langgezogene Kamm des Sonnjochs liegt im Osten des Karwendels am Achensee. Der namensgebende Hauptgipfel des Sonnjochs ist der höchste Berg in der Region nördlich am Achensee und damit ein Paradeaussichtsberg über das ganze Umfeld bei einem nicht all zu schweren ZUSTIEG an seiner Südseite und daher auch vielbesucht.

Sonnjoch von Westen aus der Eng, links vom Gipfel Bärenlahnersattel und Nordgrat
  • 10 Sonnjoch, 2.457 m; Der südseitige Anstieg aus Osten beginnt beim Parkplatz an der Gramaialm (1.267 m, Haltestelle Bergsteigerbus 9550 des RVO aus Pertisau) und führt im Falzthurntal zum Gramai-Hochleger (1.756 m) und weiter zum Gramaisattel. In Variante auch ZUSTIEG zum Gramaisattel von Westen aus der Eng (1.250 m) und über den Binsalm Niederleger (1.500 m). Am Sattel beginnt der Aufstieg über den Südwestgrat als eine Geröll- und Schrofenflanke zum Gipfel. Gesamte Aufstiegszeit: ca. 3 Stunden für 1.200 mH.

Der nordseitige ZUSTIEG über Bärenlahnersattel (1.995 m) und Nordgrat ist im oberen Teil ein mit losem Geröll durchsetzter Steig und mit mehreren Einser-Kletterstellen eine anspruchsvollere und in der Anstiegszeit insgesamt auch etwas längere Tour.

Gamsjochgruppe[Bearbeiten]

Inntalkette[Bearbeiten]

Ganz im Süden des Karwendels, auch als Nordkette bezeichnet weil direkt im Norden über Innsbruck aufragend.

Gleirsch-Halltal-Kette[Bearbeiten]

Soierngruppe[Bearbeiten]

Soierngruppe
Südansicht

Die Soierngruppe ist die kleinste Berggruppe im Karwendel und besteht aus sechs Gipfeln über der Zweitausendermarke, die sich hufeisenförmig im Süden und Westen um den nach Norden offenen Soiernkessel gruppieren. Verschiedentlich wird die Soierngruppe noch zum Vorkarwendel gezählt. Die Gipfel sind hervorragende Aussichtswarten in das Voralpenland und zu den Alpen. Im Soiernkessel befinden sich der türkisblaue Soiernsee und die kleinere Soiernlache.

Das Bergidyll aus den beiden Seen, Bergkessel und Gipfeln war auch König Ludwig II. bekannt: Am Soiernsee ließ er sich ein königliche Jagdhaus errichten, heute die Alpenvereinshütte Oberes Soiernhaus. Des Nachts ließ sich Ludwig in einem Boot über den See rudern, das Boot musste mühsam aus dem Tal antransportiert werden. Auf der Schöttelkarspitze wurde für Ludwig ein Pavillon erbaut, dem er den Namen Belvedere gab. Vom Gipfel wurden deswegen 14 m Felsen abgesprengt, hier pflegte der "Kini" dann seinen Tee einzunehmen, der Pavillon brannte später ab. Die ganze Region und auch den Gipfelzugang zur Schöttelkarspitze wurde damals für König Ludwig II. durch Reitwege erschlossen, heute bequeme, weil nicht zu steile Wanderwege für Bergwanderer.

Die Gipfelzustiege in der Soierngruppe sind technisch nicht allzu schwer, aber wegen des langen Zustiegs in den Soiernkessel als Tagestouren auch für Bergwanderer etwas anstrengend, es empfiehlt sich daher das Soiernhaus als Stützpunkt und zur Übernachtung. Da große Streckenteile nicht durch Wald vor der Sonne geschützt sind, sollte das im Hochsommer in der Terminplanung mit einem zeitigem Aufbruch entsprechend berücksichtigt werden.

Beliebt sind auch die Gratüberschreitungen zwischen den Gipfeln, auch als Teil einer Überschreitung oder Umrundung. Für die Teilabschnitte auf den Graten ist dann Trittsicherheit erforderlich.

  • 11 Soiernspitze,2.257 m hoch; Höchster Berg der Soierngruppe; Einfachster ZUSTIEG: In rund zwei Stunden aus dem Soiernkessel vom Soiernhaus zum Gipfel.
  • 12 Schöttlkarspitze, 2.049 m hoch; Einfachster ZUSTIEG: In rund einer Stunde vom Soiernhaus aus auf dem ehemals königlichen Reitweg zum Gipfel. ZUSTIEG von Krün aus in ca. 4½-5 Stunden

Vorkarwendel[Bearbeiten]

Spätherbstliche Ansicht vom Schafreuter (Bildmitte) und Vorkarwendel aus Nordwesten, rechts vom Gipfel der markante Nordwestgrat

Die Berge des Vorkarwendel sind etwas sanfter als die in den übrigen Teilen des Karwendelgebirges. Die Gipfel erreichen Höhen bis über 2.000 m und sind beliebte Wanderberge, im besonderen im Herbst zur Buntfärbung des Bergwalds.

  • 13 Montscheinspitze (2.106 m). Anspruchsvolle Wanderroute ab der Gernalm, weiteres siehe im Artikel zum Gerntal.
  • 14 Schafreuter (Schafreiter, 2.102 m). Höchster Gipfel im Vorkarwendel, Grenzgipfel zwischen Bayern und Tirol, vielbesuchter Panoramaberg und leichter Wanderberg mit kurzer stahlseilversicherter Stelle unterhalb des Gipfels.
Gipfelaufbau Schafreuter vom Nordwestgrat aus

Der übliche Normalweg führt aus dem Rißtal und vom Parkplatz Lecktal (903 m, Busverbindung nach Lenggries) über die Tölzer Hütte zum Gipfel.

Eine Zustiegsvariante ist die aus dem Rißtal, Parkplatz an der Oswaldhütte und in knapp drei Stunden über Moosenalm und Kälbersteig (Nordwestgrad);

Beide Anstiegsrouten sind gut ausgeschildert, eine längere Variante führt auch aus Fall über die Moosenalm zum Gipfel. Einkehrmöglichkeit ist die Tölzer Hütte (1825 m) unterhalb des Gipfels.

  • 15 Fleischbank, 2.026 m hoch: ZUSTIEG vom Parkplatz bei der Fuggerangeralm (960 m) einen knappen Kilometer hinter der Mautstelle, dann wie ausgeschildert zum Gipfel, das letzte Stück ist stahlseilversichert und etwas ausgesetzt.
  • 16 Seebergspitze, 2.085 m hoch und die 17 Seekarspitze, 2.026 m hoch; markieren den Bergkamm im Nordwesten direkt am Achensee, sie sind über den Wiesenkamm (Grat) miteinander verbunden. Üblicherweise werden die beiden Gipfel in einer Tagestour als mittelschwere Bergwanderung mit weiter Aussicht über den Achensee gemeinsam begangen.

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz am westlichen Ende des Achensees bei Achenkirch, der ausgeschilderte Anstieg führt zunächst auf Wirtschaftswegen durch Bergwald zur Seekaralm (1.508 m) und dann zum Teil über markierte steile und ausgesetzte Schrofen bis zum Gipfel der nördlicheren Seekarspitze. Für den technisch eher einfachen aber stellenweise etwas ausgesetzten Grat bis zur südlicheren Seebergspitze ist eine Stunde zu rechnen, der Rückweg führt dann westseitig vom Kamm auf Almwegen über die unbewirtschaftete Pasillalm (1.557 m) wieder nach Norden zur Seekaralm und zum Ausgangspunkt.

Dauer: zur Seekarspitze rund 3-4 Stunden, für die Runde insgesamt ca. 6-8 Stunden, (ca. 1.300 mH), Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Beste Zeit ist der Herbst mit den dann gelb gefärbten Lärchen des Bergwalds.

Täler[Bearbeiten]

Halltal[Bearbeiten]

Das Halltal ist ein südliches Karwendeltal mit Talzugang aus dem Unterinntal bei Absam nördlich von Hall in Tirol. Die Talstraße war früher eine Mautstraße und ist seit 2012 für den individuellen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Die Zufahrt in das Tal mit Taxiservice ist möglich.

Rißbach
Großer Ahornboden

Rißtal[Bearbeiten]

Das ca. 30 km lange Tal führt von Norden in das zentrale Karwendel, es trennt das nordwestseitige Vorkarwendel von den übrigen Gebirgsteilen. Die einzigen größeren Ansiedlungen sind Hinterriß und das Almdorf Eng.

  • Großer Ahornboden (1.220 m, 47° 24′ 48″ N 11° 34′ 25″ O): Der vielbesuchte Talschluss des Rißtals wird auch Eng genannt und liegt im österreichischen Teil des Karwendels, es wird vom Rißbach nach Norden zur Isar hin entwässert. Der Talboden ist berühmt für seine bis zu 600 Jahre alten Ahornbestände (ca. 2.000 Stück auf 240 ha Fläche) und ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Herbstfärbung der Blätter der Bergahorne ist eines der bekanntesten Fotomotive der Region, allerdings ist dann zu dieser Jahreszeit und bei Ausflugswetter der sowieso ganzjährig beliebte Große Ahornboden und auch die Zufahrt durch das Rißtal von Besuchern und Bussen völlig überlaufen. Neben dem Bergpanorama gibt es auch noch Ausflugsgastronomie.

Die Zufahrt vom 1.Mai bis Ende Oktober erfolgt aus Vorderriß (zwischen Wallgau und Sylvensteinspeicher / Lenggries in Deutschland gelegen) über ca. 30 km Strecke relativ eben und ist auch bei Radfahrern äußerst beliebt. Maut für PKW : 3,50 € (2013, Mautstelle nach Hinterriß). Im Winter wird die Straße nicht geräumt und ist nur auf Skiern begehbar.

Aus Lenggries fährt die als „Bergsteigerbus“ bekannte Linie 9569 von Mitte Juni bis Mitte Oktober täglich über Vorderriß und Hinterriß bis in die Eng.

Karwendeltal[Bearbeiten]

Das Karwendeltal mit dem Karwendelbach hat seinen Taleingang ab Scharnitz im Westen des Karwendel, es trennt die Nördliche Karwendelkette von der südseitigen Karwendel-Hauptkette. Das Tal ist für Fahrzeuge gesperrt. Die Fahrt durch das Karwendeltal zum Karwendelhaus ist eine der beliebtesten Touren für MTB in der gesamten Alpenregion.

Hinterautal[Bearbeiten]

Hinterautal und junge Isar

Das Hinterautal mit dem Isarursprung und der jungen Isar trennt die nördliche Karwendel-Hauptkette von der südwestlichen Gleirsch-Halltal-Kette, der Talzugang erfolgt aus Scharnitz im Westen des Karwendels. Das Isartal ist für Fahrzeuge gesperrt.

Gerntal[Bearbeiten]

Zugang ab Pertisau am Achensee über die Mautstraße oder Wanderweg;

Siehe auch den eigenen Reiseführer zum Gerntal.

Falzthurntal[Bearbeiten]

Zugang ab Pertisau über Mautstraße oder Wanderweg. Es verkehrt ein Wanderbus (Linie 9550) aus Pertisau.

Seen und Gewässer[Bearbeiten]

Sylvensteinspeicher und Vorkarwendel, vom Schafreiter (2.102 m) aus

Trotz seines Wasserreichtums gibt es im Gebirge selbst nur eine Anzahl an kleineren Bergseen, die nennenswerten Gewässer sind hier die besonders im Frühjahr wasserreichen Bachläufe in den Tälern. Die bedeutenden Seenlandschaften befinden sich fast alle am Rand des Gebirges.

  • Der Sylvensteinspeicher, ein künstlicher Wasserspeicher zur Hochwasserregulierung der Isar nördlich des Vorkarwendels.
  • Soiernsee und die kleinere Soiernlache, idyllische Gebirgsseen im Soiernkessel der Soierngruppe.
  • Kochelsee und Walchensee mit dem bekannten Kraftwerk und in Lage bereits etwas nördlich vom Gebirgsrand.

Gebirgsbäche und Flüsse[Bearbeiten]

  • Die Isar hat ihre Quellregion im Isarursprung im Hinterautal;

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet Alpenpark Karwendel wurde 1928 gegründet und ist das älteste Schutzgebiet Tirols. Die gesamte Fläche beträgt 727 km², es wird in die folgenden Schutzzonen unterteilt:

Naturschutzgebiete sind:

  • Naturschutzgebiet Karwendel
  • Naturschutzgebiete Martinswand und Fragenstein im Raum Zirl (bei Innsbruck): die südseitig ausgerichteten Gebiete steht für eine sogenannte „Föhnflora“ mit wärmeliebenden Gebüschen und Trockenrasen.
Landschaftsschutzgebiet Bärenkopf: herbstlicher Westblick vom Bärenkopf über den Rücken "Am Filz" zum Weißenbach Sattel

Ruhegebiete sind:

  • Ruhegebiet Eppzirl
  • Ruhegebiet Achental-West

Landschaftsschutzgebiete sind:

  • Landschaftsschutzgebiet Bärenkopf, zerklüftete Berglandschaft im südöstlichen Bereich des Karwendelgebirges und südwestlich vom Achensee (oberhalb von Pertisau gelegen. Größe ca. 13 km²
  • Landschaftsschutzgebiet Falzthurntal-Gerntal,
  • Landschaftsschutzgebiet Großer Ahornboden
  • Landschaftsschutzgebiet Martinswand-Solstein-Reither Spitz,
  • Landschaftsschutzgebiet Nordkette
  • Landschaftsschutzgebiet Vorberg

Informationszentren[Bearbeiten]

Das Projekt in der Form eines überdimensionalen und im Inneren begehbaren, 34 Meter langen Fernrohrs mit 3,80 Meter Durchmesser ist der Versuch, ein integriertes Umweltbildungsangebot mit Führungen und eine verbesserte Besucherlenkung im Umfeld anzubieten, und das mitten in der Hochgebirgsregion des Naturschutzgebiets auf 2.244 m. Thematisch werden Eiszeit, Alpenfaltung, landschaftliche Gegebenheiten und die Entwicklung der Kulturlandschaft im Karwendel gezeigt. Eröffnet seit Juli 2008, gelegen an der Gipfelstation der Karwendelbahn aus Mittenwald.

Naturparkhaus in Hinterriß
  • 2 Naturparkhaus Karwendel, Hinterriß 4, 6215 Hinterriß (im Weiler Hinterriß im Rißtal). 2009 neu eröffnetes Informationszentrum des Tiroler Naturparks. Detailierte Infos siehe im Artikel Hinterriß.
  • 3 Informationszentrum Karwendel, Innsbrucker Straße 282, 6108 Scharnitz (an der Seefelder Straße / Hauptstraße, an der Isarbrücke). Detaillierte Infos siehe im Artikel Scharnitz.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wandern und Bergsteigen[Bearbeiten]

Die Gipfelanstiege/Normalwege auf die Karwendelberge sind bei den jeweiligen Gipfeln kurz beschrieben.

Weitwanderwege[Bearbeiten]

  • Adlerweg: Der Tiroler Hauptwanderweg führt in vier offizielle Etappen von Maurach a. Achensee über Lamsenjochhütte, Falkenhütte, Karwendelhaus, Birkkarspitze und Hallerangerhaus (Etappen Nr. 8 bis 11) durch das Karwendel.
  • Via Alpina: Die große Alpenroute von Triest an der Adria bis zum Fürstentum Monaco führt als "Roter Weg" in drei Etappen (R41, R42, R43) von Schwaz zur Lamsenjochhütte und über die Falkenhütte bis Scharnitz durch die Region.
  • München-Venedig: Die Hochgebirgsüberschreitung der Alpen führt in der Variante aus Hinterriß durch das Johannisbachtal und über das Karwendelhaus und die Halleranger Alm bis Wattens in Tirol im Inntal.
  • Karwendeltour: Beliebt die die dreitägige Wanderung durch das Karwendelgebirge. Auf den Spuren von König Ludwig II endet die König-Ludwig-Karwendeltour in der Eng am großen Ahornboden.

mehr dazu: www.koenig-ludwig-karwendeltour.com

Klettersteige[Bearbeiten]

Bei dem anspruchsvolleren Gipfelanstiegen gibt es verschiedentlich mit einem Stahlseil versicherte Anstiegsteile:

Hochnissl, Gipfelaufbau von Norden

Zirler Klettersteig[Bearbeiten]

Der Ziler Klettersteig ist ein anspruchsvoller und exponierter alpiner Klettersteig auf die Erlspitze (2.404 m) mit Einstieg beider Eppzirler Scharte (2.110 m), Stützpunkt ist das Solsteinhaus.

Hochnissl und Lamsenspitze[Bearbeiten]

Bei den Zustiegen zur Lamsenspitze und zum südlich benachbarten Hochnissl handelt es sich um Zustiege mit mehreren auch längeren Klettersteigteilen, Startpunkt ist die Lamsenjochhütte.

Der ZUSTIEG durch die steile Nordostwand (125 Hm fast senkrecht) und den Durchstieg des Lamsentunnels (auch Brudertunnel) ist für beide Gipfel gleich, an der Westseite teilen sich dann die Anstiege:

  • Zur Lamsenpitze ist noch ein steiler Anstieg zum nördlich gelegenen Gipfel zu bewältigen.
  • Zum Hochnissl im Süden ist es noch ein deutlich längeres Wegstück in den Felsen des Kamms, das immer wieder mit klettersteigähnlichen Teilstücken durchsetzt ist.

Schwierigkeitsskala KS2 (Einfach, stark exponiert beim ZUSTIEG durch den Tunnel von der Lamsenjochhütte).

Der ZUSTIEG zur Lamsenspitze ist eine Halbtagestour, der ZUSTIEG zum Hochnissl ist eine Tagestour. Beide Gipfel als Tagestour ohne Übernachtung ist auch für Trainierte anstrengend. Komplette Klettersteigausrüstung und Helm ist erforderlich.

Stützpunkt für Hochnissl und Lamsenspitze ist die Lamsenjochhütte, Anfahrt von Pertisau zur Gramaialm (Parkmöglichkeit) im Falzturntal, Hüttenaufstieg in ca. 2 Stunden.

Innsbrucker Klettersteig[Bearbeiten]

Der Innsbrucker Klettersteig ist ein alpiner Klettersteig als Gratbegehung und befindet sich im Hafelekar der Nordkette südseitig hoch über den Dächern von Innsbruck (rund 2.000 Meter weiter unten), er gilt als derzeit schwerster (aber nicht zu schwerer) und längster ausgewiesener Klettersteig im Karwendel. Mit einer weiten Aussicht über das Inntal nach Süden bis zum Alpenhauptkamm, mit einem Verlauf überwiegend auf dem Grat entlang und wegen seiner leichten Erreichbarkeit mit der Seilbahn der Nordkettenbahn ist der Steig hoch attraktiv und viel begangen. Der Klettersteig wurde 2008 umfassend saniert und befindet sich in einem guten Zustand.

Üblicherweise wird der Klettersteig von Ost nach West begangen und besteht aus zwei Abschnitten:

  • Der erste Teil führt vom Hafelekar (ca. 2.250 m, in Nähe der Seilbahnstation) bis zum Langen Sattel (ca. 2.260 m, Abstieg möglich). Der Teil verläuft überwiegend auf dem Grat, Dauer ca. 3 Stunden.
  • Der zweite Teil führt vom Langen Sattel zum Frau-Hitt-Sattel (2.230 m) und ist der rassigere und ausgesetztere Teil, er verläuft recht verwinkelt und über Scharten, Felsentürme und senkrechte oder sogar leicht überhängende Teile. Dauer ca. 1½ Stunden.

Abschließend ist noch der Abstieg zurück zur Station Seegrube (1.905 m) der Bergbahn (ca. 1 Stunde) erforderlich.

Einstufung der Schwierigkeiten: durchgehend A und B, Stellen C und so gut wie keine längeren Gehpassagen. Beste Zeit: etwa von Mitte Juni bis Oktober, Insgesamt ca. 7 Stunden und ca. 650 Hm Höhendifferenz; Komplette Klettersteigausrüstung und Helm, evtl. Klettersteighandschuhe sind erforderlich.

Mittenwalder Klettersteig[Bearbeiten]

Der Mittenwalder Klettersteig, auch Mittenwalder Höhenweg, beginnt bei der der Bergstation der Karwendelbahn aus Mittenwald unterhalb des Gipfels der Westlichen Karwendelspitze (2.384 m). Es handelt sich um eine aussichtsreiche Kammüberschreitung über zahlreiche Felsgipfel (Nördliche Linderspitze / 2.372 m, Südliche Linderspitze / 2.306 m, Sulzleklammspitze / 2.321 m, Kirchlspitz / 2.302 m) nach Süden bis in den Brunntalanger (2.095 m), einer Einsattelung im Gratverlauf, wobei der Gipfelkamm hier auch die Landesgrenze (D/A) markiert. Vom Sattel beginnt der Abstieg zur Brunnsteinhütte (1.560 m) und weiter zurück bis Mittenwald.

Bergerfahrung und Trittsicherheit ist unbedingt erforderlich, für weniger Geübte empfiehlt sich ein Klettersteigset, ein Steinschlaghelm empfiehlt sich ebenfalls. Dauer für die reine Kammüberschreitung ca. 4 Stunden, der Abstieg (1.400 Hm) sind dann nochmals 3 Stunden. In umgekehrter Richtung nur für besonders konditionsstarke, die zu Fuß aufsteigen und mit der Bahn abfahren wollen. Beste Zeit ist Mai bis Oktober.

Mountainbiken[Bearbeiten]

Ehemals gab es im Karwendel die sog. Tirol-Vital-Route. Diese gibt es jedoch seit einigen Jahren nicht mehr. An deren Stelle wurden Touren im Zusammenarbeit mit dem Land Tirol als offizielle Radstrecken beschildert. Diese Route und einige andere haben sich bei den Bikern als fahrbar herauskristallisiert:

Karwendeldurchquerung Scharnitz-Achensee[Bearbeiten]

Talschluss Rißtal
  • Scharnitz 950 m - Karwendeltal - Karwendelhaus (1771 m:) Strecke führt über geschotterte Fahrwege (Tourenradtauglich). Nächtigung im Karwendelhaus möglich.
  • Karwendelhaus 1.771 m - Hochalmsattel 1803 - Rißtal 960 m Im Bereich Hochalmsattel - Kleiner Ahornboden (1400 m) Karrenweg (für MTB fahrbar). Der Weg ist nicht tourenradtauglich. Ab dem kleinen Ahornboden geschotterte Fahrwege bis ins Rißtal.
  • Abstecher Großer Ahornboden 1.220 m: vielbesuchter Talschluss (zugänglich über die Mautstraße)
  • Rißtal 950 m - Plumssattel (etwa 1.650 m) Die Westauffahrt vom Rißtal zum Plumssattel ist im Prinzip mit dem Tourenrad möglich (an einigen schlechteren Wegstellen muß allerdings evtl. geschoben werden. Dazu: Zuerst Fahrt auf der Mautstraße (für Radfahrer frei). Dann geschotterte Fahrwege zum Plumssattel hinauf. Nächtigung in der kleinen Plumsjochhütte möglich.
  • Plumssattel (ca. 1.650 m)- Pertisau (Achensee 950 m): Ostrampe: Der Abschnitt Plumssattel - Gernalm (1166 m) ist ein sehr steiler Fahrweg an dem geübte MTB'ler ihren Spaß haben. Aufgrund des losen Schotters und der Absturzgefahr (durch Wegrutschen des Rades beim Bremsen) kann der Fahrweg für Tourenradler nicht empfohlen werden. Tourenräder schiebt man hier am besten auch bergab. Ab der Gernalm geht es auf der ausgebauten Mautstraße mit Asphaltbelag nach Pertisau.

weitere Touren[Bearbeiten]

  • Lamsenjoch Die Mountainbike-Route von der Engalm zur Lamsenjochhütte ist ganz neu in das Verzeichnis der offiziell genehmigten Routen aufgenommen worden. Vom Almdorf Eng geht es auf der Forststraße zur Binsalm. Von dort weiter zur oberen Binsalm zum Joch. Dort beginnt ein Trail, Unerfahrene sollten auf jeden Fall schieben, bevor die Lamsenjochhütte erreicht ist. Von dort würde könnte man auch weiter nach Schwaz fahren.
  • Falkenhütte. Die Tour zur Falkenhütte gehört zu den beliebteren Mountainbike-Routen im Karwendel. Entweder von Scharnitz aus oder von Hinterriss über das Johannistal. Beliebtes Fotomotiv auf der Hütte: Ein in der Luft hängendes MTB.
  • Es gibt einen kostenlosen Mountainbikeführer beim Tourismusverband zu bestellen. Auf der Website sind die 42 Routen online und GPS-Tracks kostenlos zum Herunterladen.

Wintersport[Bearbeiten]

Skitouren[Bearbeiten]

Ski Alpin[Bearbeiten]

Skigebiete im Gebirgsinneren gibt es nicht, der Massentourismus hat im Winter seinen Weg noch nicht in die zentralen Teile des Karwendels gefunden. Die Skipisten befinden sich alle in den Randtälern.

Skigebiete im Süden (im Inntal):

Skigebiete im Osten (Region Achensee):

  • In Achenkirch ist das Skigebiet Christlum mit insgesamt 50 km Abfahrten das größte Skigebiet am Achensee.

Skigebiete im Westen:

  • In Mittenwald ist die Dammkarabfahrt ein anspruchsvoller Abfahrtsklassiker im Dammkar und auf einer 7 km langen, unpräparierten Piste.

Ski nordisch[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Wildwasserfahrten[Bearbeiten]

Rißtal und Rißbach unterhalb von Hinterriß

Der Rißbach ist bei Wildwassersportlern beliebt. Detaillierte Informationen zur Strecke sind auf www.kajaktour.de zu finden.

Almabtrieb[Bearbeiten]

Im Herbst gibt es einen Almabtrieb durch die Fußgängerzone in Schwaz. Die Kühe kommen den weiten Weg von der Engalm nach Schwaz und gehen prächtig geschmückt heim zum Marterer-Bauernhof in Schwaz.

Küche[Bearbeiten]

Bewirtschaftete Almen ohne reguläre Unterkunft (wenn nicht ausdrücklich angegeben) und Berggasthöfe in der Almenregion außerhalb von Ortschaften. Auf Almen gibt es Getränke und einfache Speisen wie Brotzeiten oder auch Suppen und die Produkte der Alm.

Almen im Süden[Bearbeiten]

Almen und Berggasthöfe außerhalb der Ortschaften und im Süden des Karwendels oder mit einfachstem ZUSTIEG von Süden aus dem Tiroler Unterinntal:

  • 2 Höttinger Alm. Tel.: +43 (0)676 3056228. 15 Zimmerbetten, 15 Matratzenlager; Einfachster ZUSTIEG: Abstieg von der Bergstation der Innsbrucker Hungerburgbahn in ca. 1,25 Stunden; Geöffnet: Anfang Mai bis Anfang November.
  • 3 Alpengasthof Hinterhornalm (1.522 m, privates Berggasthaus), Nr. 54, 6069 Gnadenwald. Tel.: +43 (0)5223 41375. Anfahrt aus St. Martin (890 m) auf der asphaltierten und serpentinenreichen Hinterhornstraße (mautpflichtige Bergstraße) bis zur Alm. Geöffnet: Mitte Mai bis Anfang November.
  • 4 Walder Alm (1.511 m), Nr. 54, 6069 Gnadenwald. Einfachster Zusteig: Vom der benachbarten Hinterhornalm aus (siehe vor) zu Fuß auf einem Almenweg in ca. 30 Minuten bis zur Alm. Geöffnet: Mitte Mai bis Anfang November.


  • 5 Ganalm. Einfachster ZUSTIEG von Terfens aus in ca. 1 Stunde auf einem bequemen Waldweg. Geöffnet: im Sommer je nach Witterung.
  • 6 Stallenhütte (Stallenalm, 1.340 m, privat). Einfachster ZUSTIEG aus Vomp, Gehzeit ca. 2 Stunden Geöffnet: im Sommer.


Almen im Osten[Bearbeiten]

Bärenbadalm

Almen und Berggasthöfe außerhalb der Ortschaften und im Osten des Gebirges oder mit einfachstem ZUSTIEG von Osten aus dem Raum Achensee:

Die Falkenmoosalm ist seit 2011 nicht mehr bewirtschaftet !

  • 7 Bärenbadalm (1.457 m) (am Sattel zwischen Bärenkopf und Zwölferkopf). Tel.: +43 (0)664 9059345. Einfachster ZUSTIEG: Auffahrt aus Pertisau mit der Zwölferkopf-Bahn und Abstieg ca. 15-30 Minuten zur Alm Geöffnet: je nach Witterung von Mitte Mai bis Mitte Oktober.

Im Falzthurntal, im Sommer über eine Mautraße aus Pertisau erreichbar, im Winter nur zu Fuß (14 Kilometer, Langlaufskier):

  • 8 Falzthurnalm, Pertisau 23, 6213 Pertisau am Achensee.
  • 10 Gramai-Hochleger (1.756 m, Alpengasthof). Aufstieg von der Gramaialm (Niederleger) in ca. 2 Stunden und mit 590 m Höhendifferenz

Im Gerntal, über eine Mautstraße aus Pertisau erreichbar:

  • 11 Gernalm (1.166 m, Alpengasthof, Zimmer), Pertisau 24a, 6213 Pertisau am Achensee (am Ende des Gerntals). Tel.: +43 (0)5243 5579.
  • 12 Pletzach Alm (1.040 m, Alpengasthaus) (im Gerntal). Tel.: +43 (0)5243 5573. Geöffnet: von Mai bis Ende Oktober und von Weihnachten bis Ostern.
  • 13 Feilalm (1.372 m), Pertisau 23d, A-6213 Pertisau. Tel.: +43 (0)676 61 58 919. Geöffnet: Im Sommer, im Winter ab Weihnachten bis Ende März/Anfang April.

Im Norden des Achensees:

  • 14 Gaisalm (938 m), auf einer kleinen Halbinsel direkt am westlichen Seeufer des Achensees. Bootsanlegestelle der Achsenseeschifffahrt. Zu Fuß zu erreichen aus Achenkirch über den Gaisalmsteig am Seeufer entlang und aus Pertisau über den Mariensteig (eine gute Stunde). Trittsicherheit ist erforderlich, beide Steige sind im Winter lawinengefährdet. Geöffnet: Mai bis September.
  • 15 Seekaralm (1.508 m), an der Seekarspitze westlich vom Achensee. Geöffnet: Mitte Juni bis Mitte Oktober.

Almen im Norden[Bearbeiten]

Garberl Alm

Almen und Berggasthöfe außerhalb der Ortschaften und im Norden des Karwendels und Vorkarwendels oder mit einfachstem ZUSTIEG von Norden:

Im Rißtal:

  • 16 Oswaldhütte (820 m) (an der Straße von Vorderriß nach Hinterriß.).
  • 17 Fuggerangeralm (960 m), im Talgrund des Rißtals.
  • 18 Garberl Alm (966 m), im Talgrund des Rißtals.

Almdorf Eng[Bearbeiten]

Kapelle der Eng

Das Almdorf Eng ist mit rund 15 Holzhütten das größte Almdorf Europas, verwaltungstechnisch liegt es auf der Fläche der Gemeinde Vomp. Wegen der Lage direkt am Großen Ahornboden ist der äußerst idyllisch gelegene Weiler, im besonderen im Herbst bei gefärbten Ahornbäumen, wahrscheinlich der größte Publikumsmagnet im ganzen Karwendel. Im Sommer wird die Alm von etwa 500 Rindern beweidet, der Name leitet sich vom Talanger ab. Im Winter ist die Eng unbewohnt.

Almdorf Eng im Herbst und von Süden

In der Eng gibt es einen Bauernladen mit Einkaufsmöglichkeiten (Almprodukte / Käse), ein Teil der historischen Almhütten ist museal hergerichtet. Das ganze Umfeld der Alm ist hoch beliebtes und gut erschlossenes Wanderrevier.

  • 19 Rasthütte Engalm (1.250 m, Berggasthof). Geöffnet: im Sommer je nach Witterung von Mai bis Oktober.
  • 20 Moar Hütte (1.250 m, Bergalm). Geöffnet: im Sommer je nach Witterung von Mai bis Oktober.
Almgebäude Engalm
  • 21 Alpengasthof Eng (Hotel * * *, 1.250 m, Wandergasthof), Eng 1, 6215 Hinteriß (am Almendorf Eng). Tel.: +43 (0)5245 231-80. Geöffnet: im Sommer je nach Witterung von Mai bis Oktober.
  • 22 Binsalm (1.500 m), Hinterriß 10, 6215 Hinterriß. Geöffnet: Mitte Mai bis Ende Oktober.

Anfahrt in die Eng über die Mautstraße von Hinterriß durch das Rißtal. Zu beachten ist: im Herbst ist die eher schmale Anfahrtsstraße bei Schönwetter mehr als überlaufen sondern zeitweise einfach nur noch zugeparkt, stellenweise beidseitig. Wer einen der regulären Parkplätze ergattern möchte, sollte sehr früh anfahren.

Almen im Westen[Bearbeiten]

Almen und Berggasthöfe außerhalb der Ortschaften und im Osten des Karwendels oder mit einfachstem Zustieg von Westen aus dem Raum Mittenwald / Scharnitz:

  • 23 Scharnitzer Alm (im Talboden des Isartals). Tel.: +43 (0)5088040. Einfachster ZUSTIEG: Durch das Isartal aus Scharnitz in ca. ½ Stunde Geöffnet: Ende Mai bis Anfang Oktober.
  • 24 Oberbrunnalm (1.522 m). Tel.: +43 (0)664 9244460. Einfachster ZUSTIEG ab ab Gießenbach (2 km südlich von Scharnitz) auf einem Wanderweg und mit ca. 2-2½ Stunden Gehzeit. Geöffnet: Ende Mai bis Anfang Oktober.

Die 1954 abgebrannte und im Jahre 2010 neu gebaute Rehbergalm (1.560 m, auch Mathilde-Hurter-Hütte) oberhalb von Mittenwald wird von der Mittemwalder Forst- und Weidegenossenschaft betrieben und ist für den Publikumsverkehr nicht zugänglich.

Unterkunft[Bearbeiten]

18-05-2007: Winter auf der Tölzer Hütte

Liste der Berghütten des deutschen Alpenvereins (DAV) und des österreichischen Alpenvereins (OeAV) sowie private Hütten für Wanderer und Bergsteiger. Die meisten Hütten sind nur im Sommer (von Mai/Juni bis Oktober) geöffnet. Vor dem Aufstieg am besten noch mal mit dem Hüttenpersonal telefonieren, ob wirklich geöffnet ist. Eine Reservierung ist zweckmäßig und ist gerne gesehen. Bitte aber auch wieder absagen, wenn man dann doch nicht kommt.

Viele Hütten haben auch einen Winterraum, der außerhalb der Bewirtschaftungszeit zugänglich sind. Der Hüttenschlüssel ist in der Regel bei der zuständigen betreuenden Sektion abzuholen.

Hütten im Süden[Bearbeiten]

Hütten und Unterkünfte mit einfachstem Zugang aus dem Süden des Karwendels aus dem Tiroler Unterinntal.

  • 1 Nördlinger Hütte (2238 m), Innsbruck-Land, 6100, Österreich (auf dem Südgrat der Reither Spitze). Tel.: +43 664 9142262 (Hütte), Mobil: +49 176 62032531 (Tal). Nördlinger Hütte in der Enzyklopädie Wikipedia Nördlinger Hütte im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNördlinger Hütte (Q2006799) in der Datenbank Wikidata. 31 Plätze Zimmerlager, 34 Plätze Matratzenlager; ZUSTIEG von Reith bei Seefeld (1.130 m) in ca. 4 Stunden; Geöffnet: Ende Mai bis Anfang Oktober.
  • 2 Solsteinhaus (1.805 m, Sektion Innsbruck des OeAV) (westlich vom Großen Solstein). Tel.: +43 (0)664 3336531. Solsteinhaus in der Enzyklopädie Wikipedia Solsteinhaus im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSolsteinhaus (Q2299354) in der Datenbank Wikidata. Die Hütte wurde 2008 umfassend saniert. 22 Plätze Zimmerlager, 50 Plätze Matratzenlager, 30 Plätze Notlager, 3 Plätze Winterraum (AV-Schloss);Einfachster ZUSTIEG aus Hochzirl (920 m) in ca. 2½ Stunden. Geöffnet: Anfang Juni bis Mitte Oktober.
  • 3 Neue Magdeburger Hütte (Martinsbergalam, 1.633 m, DAV Sektion Geltendorf), Wetterkreuzweg 12a, 6170 Zirl. Tel.: +43 (0)664 1633861 (mobil), +43 (0)5238 88790. Neue Magdeburger Hütte in der Enzyklopädie Wikipedia Neue Magdeburger Hütte im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNeue Magdeburger Hütte (Q1979613) in der Datenbank Wikidata. 23 Plätze Zimmerlager, 50 Plätze Matratzenlager, 6 Plätze Winterraum (AV-Schloss): Einfachster ZUSTIEG aus Zirl, Gehzeit ca. 2½ Stunden. Geöffnet: Anfang Juni bis Anfang Oktober.
  • 4 Pfeishütte (1.950 m, OeAV Innsbruck) (am Ende des Samertals). Tel.: +43 (0)664 914 84 34. Pfeishütte in der Enzyklopädie Wikipedia Pfeishütte im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPfeishütte (Q1516644) in der Datenbank Wikidata. 30 Plätze Zimmerlager, 50 Plätze Matratzenlager, 10 Plätze Notlager; Einfachster ZUSTIEG ab Hall in Tirol: 3-3½ Stunden, aus Scharnitz: ca. 5 Stunden; Geöffnet: im Sommer von Anfang Juni bis Ende Oktober.
  • 6 Aspachhütte (1.535 m, nur Bergrettungsstützpunkt, nicht bewirtschaftet, OeAV Innsbruck).
  • 7 Bettelwurfhütte (2.077 m, OeAV Innsbruck), Halltal 30, 6067 Absam (am Bettelwurf über Hall). Tel.: +43 (0)5223 53353 (Hütte), Mobil: (0)699 1068 4073 (ganzjährig). Bettelwurfhütte in der Enzyklopädie Wikipedia Bettelwurfhütte im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBettelwurfhütte (Q832325) in der Datenbank Wikidata. 24 Plätze Zimmerlager, 38 Plätze Matratzenlager, 6 Plätze Notlager;Einfachster ZUSTIEG aus Absam (632 m) bei Hall, Gehzeit: 3½ Stunden. Geöffnet: im Sommer von Juni bis Oktober.

Hütten im Osten[Bearbeiten]

Hütten und Unterkünfte mit einfachstem Zugang aus dem Osten des Karwendels von der Region am Achensee aus:

  • 8 Lamsenjochhütte (1.953 m, DAV Sektion Oberland) (unterhalb der Felswände von Lamsenspitze und Hochnissl). Tel.: +43 (0)5244 620 63. Die Lamsenjochhütte wurde 1906 eröffnet und gehört wegen ihrer spekatkulären Lage in großartiger Felsenkulisse und wegen der leichten Erreichbarkeit zu den beliebtesten Hütten der Region. Im Jahre 2004 wurde sie wegen vorbildlicher umweltverträgliche Bewirtschaftung mit dem Alpenvereins-Umweltgütesiegel ausgezeichnet. 31 Zimmerlager, 96 Matratzenlager; getrennte Waschräume, Trockenraum, offener Winterraum im Nebenhaus (6 Lager);Einfachster ZUSTIEG: Vom Achensee aus Pertisau in ca. 2½ Stunden; Geöffnet: Juni - Okt.
  • 9 Plumsjochhütte (1.630 m, privat). Tel.: +43 (0)5243 5487. 20 Plätze Matratzenlager; Einfachster ZUSTIEG: Ab Pertisau Ab der Gernalm (bis hierher Mautstraße für KFZ): 1 - 1 1/2 h. Von der Mautstraße im Rißtal (ab Hagelbachhütte): 2 - 2 1/2h und insgesamt ca. 3½ Stunden. Geöffnet: Anfang Mai bis Ende Oktober.
  • 10 Seewaldhütte (1.582 m, DAV Sektion Achensee) (auf einer Hochfläche am Fuße der Hochplatte). Tel.: +43 (0)664 3537019. Übersichtliche Berghütte ,20 Plätze Matratzenlager; Einfachster ZUSTIEG: vom Parkplatz Christlum Hochalmlifte (bei Achenkirch ) in ca. 2 Stunden 640 Höhenmeter) zur Hütte. Geöffnet: Mitte Juli bis Mitte September, ansonsten nach Witterung und unter der Woche keine durchgehende Öffnung.

Hütten im Norden[Bearbeiten]

Hütten und Unterkünfte mit einfachstem Zugang von der Nordseite des Karwendels.

  • 11 Falkenhütte (1.848 m, DAV Oberland/ München), 6215 Hinterriß, Österreich (am Fuß der Lalidererwände). Tel.: +43 (0)5245 245. 28 Plätze Zimmerlager, 120 Plätze Matratzenlager, offener Winterraum mit 11 Plätzen; Einfachste Zustiege: ab Hinterriß / Alpenhof (950 m) 3½ Stunden, ab Eng im Großem Ahornboden (1.218 m) 2½ Stunden Geöffnet: Juni bis Oktober. Achtung: Wegen Umbau bis auf weiteres geschlossen!
Tölzer Hütte
  • 12 Tölzer Hütte (1.825 m, DAV Bad Tölz), Tölzer Hütte, Eben 1, A-6215 Hinterriß (am Schafreiter). Tel.: +43 (0)664 180 179 0. 18 Plätze Zimmerlager, 55 Plätze Matratzenlager, offener Winterraum mit 4 Plätzen;Einfachste Zustiege: ab Weiler Fall, 4-6 Stunden (verschiedene Wege), vom Parkplatz nahe Hinterriß (Gasthaus Kaiserhütte, 850 m) Gehzeit: 2½ Stunden. Geöffnet: Mitte Mai Juni bis Mitte Oktober.

Detailierte Informationen siehe auch im Reiseführer Tölzer Hütte.

  • 13 Rotwandlhütte (1.525 m, DAV Neuland/München). Die Hütte ist nur für Mitglieder des Vereins zugänglich.

Hütten im Westen[Bearbeiten]

Hütten und Unterkünfte mit einfachstem Zugang aus dem Westen des Karwendels aus der Region Mittenwald / Scharnitz:

  • 14 Oberes Soiernhaus (1.616 m, DAV Sektion Hochland) (über dem Soiernkessel). Tel.: +49 (0)171 5465858. Die Berghütte wurde im Jahre 1866 als Königliches Jagdhaus für König Ludwig II. erbaut und 1920 von der Sektion Hochland als Bergsteigerunterkunft übernommen. Ausstattung: 60 Schlafplätze im Matratzenlager;Einfachster ZUSTIEG: über Krün (875 m) - Fischbschalm: 3,25 Stunden (Nächster Bahnhalt ist Klais. ca 1 Stunde zu Fuß von Krün entfernt). Geöffnet: von Anfang / Mitte Mai bis Mitte Oktober.
  • 15 Hans-Mertel-Hütte (1.560 m, DAV Sektion Hochland) (am Soiernsee). Entstanden als Pferdestall zum Jagdhaus für König Ludwig II. Die Hütte ist nur für Mitglieder des Vereins zugänglich.
  • 16 Krinner-Kofler-Hütte (1.407 m, bewartete Selbstversorgerhütte DAV Sektion Mittenwald), Im Schwarzenfeld 16, 82481 Mittenwald (auf der Fereiner Alm westlich der Soiernspitze). Tel.: +49 (0)8823 5584 (Hüttenwart). 30 Schlafplätze im Matratzenlager; Einfachster ZUSTIEG: Vom Wanderparkplatz Aschauer Alm nördlich von Mittenwald in 2-3 Stunden Geöffnet: Anfang Juni bis Mitte September.
Hochlandhütte vor dem Wörner
  • 17 Hochlandhütte (1.623 m, DAV Hochland/München), Schöttlkarstr. 10, 82481 Mittenwald. Tel.: +49 (0)174 9897863. 39 Schlafplätze Matratzenlager, 12 Schlafplätze im Notlager; Einfachster ZUSTIEG aus Mittenwald: ca. 2-2½ Stunden (P nach Bahnunterführung nordseitige Kasernenanfahrt). Geöffnet: von Ende Mai bis Mitte Oktober, im Winter wegen Lawinengefahr geschlossen.

Tourenmöglichkeiten:

  • Wörner (2.476 m, der Hausberg der Hütte) ca. 3 Stunden , Tiefkarspitze (2.431 m), ca. 3½ Stunden Mittlere Großkarspitze (2.361m), ca. 2½ Stunden;
  • Nördliche Großkarspitze (2.426 m), ca. 5 Stunden, Südliche Großkarspitze (2.289 m) ca. 3 Stunden, Hochkarspitze über Wörner (2.484 m), ca. 5 Stunden;
  • 18 Dammkarhütte (1.650 m, privat), Schöttlkarstr. 10, 82481 Mittenwald (am Dammkar). Tel.: +49 (0)173 3514659. 12 Schlafplätze im Matratzenlager (Reservierung unbedingt sinnvoll);Einfachster ZUSTIEG: von der Talstation der Karwendelbahn (in Mittenwald) ca. 2,0 h; Geöffnet: von Anfang / Mitte Mai bis Mitte September.
Pleisenhütte
  • 20 Pleisenhütte (1.757 m, privat). Tel.: +43 (0)664 9158792. Interessant ist die Geschichte der Pleisenhütte, die von Toni Gaugg nach dem Krieg noch ohne die Zufahrtsstraße zum Antransport der Baumaterialien alleine erbaut wurde; 40 Lagerplätze; Einfachster ZUSTIEG vom Parkplatz Karwendeltäler in Scharnitz in ca. 2-2½ Stunden. Tourenmöglichkeiten: Pleisenspitze (2-2½ Stunden). Querung zum Karwendelhaus. Geöffnet: im Sommer von Anfang Juni bis Ende Oktober, im Winter nur an den Wochenenden.
  • 21 Karwendelhaus (1.765 m, DAV-Sektion MTV Männer-Turnverein München). Tel.: +43 (0)720 98 35 54. Das Karwendelhaus wurde 1908 erbaut und seitdem verschiedentlich modernisiert und erweitert. Die Berghütte gilt als vergleichsweise komfortabel und geräumig bei einer guten Essensauswahl. Die Hütte ist tagsüber und bei schönem Wetter von Mountainbikern übervölkert. Geöffnet: im Sommer von Anfang Juni bis Mitte Oktober.

Ausstattung: 52 Betten, 141 Lager, Winterraum mit 14 Lagern, Dusche, getrennte Waschräume, Trockenraum, Schuhraum;

Einfachste Zustiege: aus Scharnitz (964 m, gebührenpflichtiger Großparkplatz) durch das Tal des Karwendelbachs in ca. 4½ Stunden; aus Hinterriß (848 m, mautpflichtige Anfahrtsstraße) in ca. 3½ Stunden durch das Johannistal und über den Kleinen Ahornboden. Alle Zustiege sind technisch völlig unschwierig, aber nach der Strecke "lang", die Anfahrt aus Scharnitz ist bei Mountainbikern äußerst beliebt und wird daher verschiedentlich von Wanderern gemieden.

Tourenmöglichkeiten: Birkkarspitze (2.749 m), Ödkarspitzen (2.745 m), Östliche Karwendelspitze (2.537 m);

  • 22 Brunnsteinhütte (1.523 m, DAV Sektion Mittenwald). Tel.: +49 (0)8823 326951. 42 Schlafplätze im Matratzenlager; Einfachster ZUSTIEG aus Mittenwald oder aus Scharnitz jeweils ca. 1½-2 Stunden; Geöffnet: Mai bis Oktober, im Winter an schönen Wochenenden.

Biwakschachteln[Bearbeiten]

Notunterkünfte und Unterstandshütten mit vier Wänden und einem Dach, im Regelfall keine weitere Ausstattung und keine sonstige Infrastruktur.

  • 23 Birkkarhütte (2.635 m, DAV Sektion MTV, Männer Turnverein München).
  • 24 Breitgrieskarschartenbiwak (2.388 m).
  • 25 Lalidererspitzen-Biwak (Karl-Schuster-Biwak, 2.500 m, OeAV Innsbruck).

Klima[Bearbeiten]

Das Klima im Karwendel ist stark unterschiedlich und reicht von der gemäßigten Zone eines milden und geschützten Alpentals am Inn, in Zirl an der Südseite des Karwendels wird Weinbau betrieben, bis in das extreme Klima im hochalpinen Bereich über 2.000 m Höhe, die höchsten Berggipfel erreichen fast 2.800 Meter Höhe.

Für die Wetterverhältnisse am Berg großen Einfluss haben die Nordstaulagen: die atlantischen Tiefdruckgebiete treffen auf die Nordseite des Karwendels als den ersten höheren Gebirgszug der Alpen, überdurchschnittlich kräftige Regenfälle im Sommer und heftige Schneefälle im Winter, meist deutlich mehr als am Alpenhauptkamm, sind die Folge. Nebel im Karwendel ist eher selten.

Maßgebend für die klimatischen Verhältnisse der allgemein tief eingeschnittenen Täler im Inneren des Karwendels ist ihre überwiegende Ausrichtung in Ost-West Richtung: Der Südföhn kann im Frühjahr nicht in die oft noch tagsüber im Dauerschatten verbleibenden Böden der Täler eingreifen, der Schnee hält sich damit recht lange und verschiedentlich an Nordseiten bis in den Frühsommer hinein.

  • Lawinenwarndienst für Bayern.

Literatur[Bearbeiten]

Wegweiser an der Tölzer Hütte

Mark Zahel: Karwendel–Rofan, 60 Gipfeltouren, Höhenwege, Klettersteige. München : Bruckmann, 2008, (Tourenführer), ISBN 978-3-7654-4570-5; 216. 19,95 €

  • siehe auch den Artikel Bergsteigen - enthält außerdem Infos zum Thema Bergwandern;

Karten[Bearbeiten]

  • Bayerisches Landesvermessungsamt "Karwendelgebirge" 1:50000, Blatt UKL30, Wanderwege, Radwanderwege, GPS-Gitter.
  • Freytag & Berndt (1:50.000) Blatt WK323, WK5322 (Wanderer, Rad und Schitourenkarte).
  • Alpenvereins Karten (1:25000) Blatt 5/1, 5/2, 5/3. (für Bergsteiger)
  • Wanderkarte Karwendelgebirge 1:50000 Kompassverlag (Blatt 26) inkl. informativem Beiheft mit Sehenswürdigkeiten, Wandertouren und Hüttenliste. Die Karte enthält auch Rad und MTB-Routen. Diese sind allerdings lediglich als grüne Linie eingezeichnet. Preis 6,95 Euro. ISBN 3-85491-027-4 (Datenstand 08-2006)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Silberregion Karwendel - offizielle Website der Silberregion Karwendel mit aktuellen Wettervorhersagen, Unterkünften, Veranstaltungen im Karwendelgebirge.
  • Das Karwendel - grenzüberschreitende Urlaubsinformationen im Karwendelgebirge Reiseblog
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Winterpanorama Karwendelgipfel von Südwesten: Links von der Bildmitte die Birkkarspitze und die Ödkarspitzen, ganz rechts der Bettelwurf, im Vordergrund unter Nebel das Inntal
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