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Tittmoning

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Tittmoning
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Die Stadt Tittmoning liegt mit Schloss und historischer Altstadt am westlichen Hochufer der Salzach im Rupertiwinkel in Oberbayern und unmittelbar an der Grenze zu Österreich. Der Stadtplatz mit den Fassaden im Inn-Salzach-Stil gilt als der größte seiner Art.

Karte von Tittmoning

Hintergrund[Bearbeiten]

Tittmoning wird im Jahr 788 als "Titamanninga" erstmals urkundlich erwähnt. 1234 ist das Datum der Stadterhebung und ab 1234 wird auch die Burg vom Salzbuger Erzbischof Eberhard II. als Grenzbefestigung gegen das verfeindete Bayern ausgebaut.

In der Folgezeit erlebt Tittmoning als Handels- und Handwerksort, Mautstation, Verwaltungszentrum und später auch als Jagdresidenz unter den Salzburger Erzbischöfen eine lang anhaltende wirtschaftlicher Blüte. Der Handel und die Schifffahrt auf der Salzach hatten hier aber nicht die selbe Bedeutung wie in den benachbarten Orten Laufen und Burghausen.

Wichtigste Person im mittelalterlichen Stadtleben von Tittmoning war der vom Salzburger Erzbischof eingesetzte Stadtrichter, der im Rathaus die beiden Bürgermeister und die elf Ratsherren aus der Bürgerschaft überwachte.

Im Jahre 1571 wird Tittmoning durch einen verheerenden Stadtbrand verwüstet.

Ab dem Spätmittelalter wird im Ort die Metallverarbeitung von Bedeutung, im 16. Jahrhundert kommt das Tuchmachergewerbe dazu, in der Barockzeit entsteht das Kunstgewerbe.

In Folge der Säkularisierung in Salzburg kam der Rupertiwinkel mit dem Ort Tittmoning ab 1810 vorläufig und dann ab 1816 endgültig zu Bayern. Tittmoning gerät in bayerische Randlage und verliert an wirtschaftlicher Bedeutung.

Im Jahre 1842 wurde die erste Brücke über die Salzach gebaut und 1933 durch eine neue Brücke ersetzt.

1862 wurde das Landgericht aufgelöst, es entsteht der Landkreis Laufen, der als Verwaltungseinheit den ganzen Rupertiwinkel umfasste. Im Zuge der bayrischen Gebietsreform wurde dann 1972 auch der Landkreis Laufen aufgelöst und der nördliche Teil kam mit der Stadt Tittmoning zum Landkreis Traunstein.

Zur politischen Gemeinde Titmoning gehören heute auch noch die Ortschaften Ästen, Kay, Kirchheim und Törring.

Neben dem Tourismus ist noch die pharmazeutische Industrie und ein Gummiwerk von wirtschaftlicher Bedeutung.

Die Altstadt ist auch bundesweit bekannt als Filmkulisse für die von 1968 bis 1970 gedrehte und seitdem auf vielen Kanälen mehrfach wiederholte Fernsehserie „Königlich-Bayerisches Amtsgericht“: Die Außenszenen der fiktiven und verträumten bayerischen Kleinstadt Geisbach zur Prinzregentenzeit anno 1912 wurden in Tittmoning und in Laufen gedreht, das Rathausportal von Tittmoning wurde zum Eingang in das "Königlich Bayerische Amtsgericht" umdekoriert.

Bekanntester Bewohner Tittmonings war Papst Benedikt XVI: Joseph Ratzinger und seine Familie lebten von 1929 bis 1932 im Ort und ging hier auch in den Kindergarten. Papst Benedikt XVI. ist seit dem 24. Januar 2007 Ehrenbürger von Tittmoning.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Straßen-km)
Burghausen18 km
Laufen20 km
Altötting25 km
Traunstein32 km
Freilassing33 km
Mühldorf am Inn37 km
Salzburg39 km
Berchtesgaden63 km
Passau100 km
München140 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächster größerer internationaler Flughafen ist der Flughafen München (auch "Franz Josef Strauß", 123 km, eine gute Autostunden). Vom zweitgrößter Flughafen Deutschlands aus bieten vor allem Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance Verbindungen zu Städten in Deutschland, Europa und weltweit.

Schnell erreichbar ist auch der Flughafen Salzburg (40 km, eine gute halbe Autostunde);

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Tittmoning-Wiesmühl (ca. 9 km südwestlich von Tittmoning) liegt an der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing und hat in Freilassing Anschluss an die ICE-Strecke Salzburg-München.

Weiter von Tittmoning-Wiesmühl nach Tittmoning mit Bus oder Taxi, der Bahnbetrieb auf der Verbindungsstrecke von Wiesmühl nach Tittmoning wurde schon 1978 eingestellt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von Westen (München) : auf der Bundesstraße B12 über Mühldorf und Altötting (teilweise bereits als Autobahn - A 94 - ausgebaut) bis Burghausen;

Tittmoning liegt an der Blauen Route, das ist die Bundesstraße B20 von Straubing über Burghausen bis nach Freilassing. Die Trasse verläuft entlang der deutsch-österreichischen Grenze (Blauer Punkt an den Hinweisschildern):

  • Von Osten (Passau) über Burghausen und die Bundesstraße 12;

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Ein Linienverkehr mit dem Schiff findet auf der Salzach nicht statt; Ausflugsfahrten siehe im Abschnitt Ausflüge.

Mobilität[Bearbeiten]

  • der RVO (Regionalverkehr Oberbayern / DB) betreibt die Buslinien in der Region;
Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Stützpunkt Traunstein; Chiemseestraße 58, 83278 Traunstein; Tel.: 0861 / 70863-0; www.rvo-bus.de;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Friedhofskapelle
  • Pfarrkirche St. Laurentius: Die spätgotische Kirche wurde 1514 als Stiftskirche gebaut, die barocke Innenausstattung entstand im wesentlichen nach einem Kirchenbrand im Jahre 1820.
Besonders sehenswert im Innern sind der Gnadenstuhl-Altar mit Evangelistenfiguren (1699) nach Entwurf des Mondseers Meinrad Guggenbichleln in der Kreuzkapelle und die beiden Gemälde "Schutzengel" und "Immaculata" von Cosmas Damian Asam aus dem Jahr 1720.
  • Allerheiligenkirche, mit einem für den Salzburger Raum typischen schwarz-goldenen Altar aus dem Jahr 1683.
Die Kirche ist die ehemalige Stiftskirche des am 9. Oktober 1681 gegründeten Klosters der Augustinereremiten aus München, das Stift wurde in der Säkularisierung 1806 aufgelöst.
  • Friedhofskapelle vor dem südlichen Stadttor, entstanden nach dem Brand der Stiftskirche im Jahre 1815 und der nachfolgenden Friedhofsverlegung an den Stadtrand. Im Inneren besonders sehenswert ist der Altar des Landshuter Bildhauers Hanns Dreysmich aus dem Jahr 1625, ursprünglich geschaffen für die 1816 abgebrochene Katharinenkapelle am Stadtplatz.
  • Wallfahrtskapelle Maria Brunn in Ponlach: Die heutige barocke Kapelle entstand 1715 und ersetzte einen Vorgängerbau von 1624. Sehenswert sind die Gewölbefresken des einheimischen Künstlers Adam Panhamber, der Hochaltar von Thaddäus Baldauf aus Salzburg und die beiden Seitenaltäre von J. G. Itzlfeldner. Dem Quellbach an der Kapelle wird Wunderheilung zugeschrieben.
Lage: im Stadtteil Ponlach westlich vom Zentrum, zu Fuß vom Stadtplatz in etwa 15 Minuten durch den Ponlach-Hain zu erreichen.
Der Pon-Lach (=Bann-Wald) gehörte bis 1611 als Nutzwald zur erzbischöflichen Burganlage und durfte von den Bürgern der Stadt nicht betreten werden.

Burg Tittmoning[Bearbeiten]

Eine befestigte Anlage auf dem strategisch günstigen Bergsporn über der Salzach wird schon um 1150 vermutet. Eine durch Schriftstücke sicher belegte Bauphase beginnt ab 1234, im Jahre 1324 wurde die Befestigung von den Bayern nach Verrat erobert und drei Jahre lang besetzt, bevor die zerstörte Anlage durch Erzbischof Friedrich III. teuer zurück gekauft werden konnte.

Ab 1420 entsteht dann durch Wiederaufbau und Erweiterungen die heutige Burganlage als Bollwerk der Salzburger Bischöfe gegen das "feindliche" Bayern an der wichtigen Handelsroute Salzach.

Nach erlittenen Belagerungsschäden wurde die Burg dann ab 1614 zum Jagdschloss der Salzburger Erzbischöfe umgebaut, die Anlage war der seinerzeit modernen Artillerie nicht mehr gewachsen.

  • Schlosskapelle der Burg, sehenswert ist der Marmoraltar mit dem Engelsturz-Gemälde, geschaffen von Rottmayr im Jahr 1697;
  • Zu den Museen auf der Burg siehe den entsprechenden Abschnitt;

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Rathaus, erbaut im 13. Jahrhundert und anschließend wiederholt umgestaltet. Auffällig ist neben dem Dachreiter auch der Gebäudeüberstand nach Süden, um dem Stadtrichter und den übrigen Amtspersonen einen besonderen Überblick über den Stadtplatz zu gewähren.
Salzburger Tor / südliches Stadttor
  • Die Stadtmauer ist noch zu 80% in ihrer Substanz aus dem 14. und 15. Jahrhundert erhalten;
  • Burghauser Tor, das nördliche Stadttor in Richtung Burghausen;
  • Salzburger Tor, auch Laufener Tor, das südliche Stadttor an der Straße nach Salzburg.

Museen[Bearbeiten]

Sammlungen zur Volkskunst, zu Handwerks- und Landwirtschaftsgeräten, Öfen und Gemälde; größte Schützenscheibensammlung in Bayern aus der Zeit von 1600 bis 1930.
  • Gerbereimuseum, Burg Tittmoning, 84529 Tittmoning (im ehemaligen Getreidespeicher der Burg). Tel.: (0)8683 700710. Preis: Heimatmuseum mit Gerbereimuseum: Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre: 2,50 €.
Das Museum zeigt die Werkstatteinrichtung der Rotgerberei Wandinger (1878-1953), die für die Tradition des seit dem 16. Jahrhundert in Tittmonig nachgewiesenen Gerberhandwerks steht.
Zu sehen gibt es Kulturgut aus den Vertreibungsgebieten (Gablonzer Schmuck, Trachten, böhmische Gläser und Keramik), ein Schwerpunkt zeigt die Wechselbeziehungen zwischen Bayern und Böhmen.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Stadtplatz, Nordteil: Herrenmarkt mit Rathaus (Dachreiter)
  • Der Stadtplatz mit seiner Bebauung im Inn-Salzach-Stil gilt mit ca. 300 m Länge und ca. 30 m Breite im Süden und ca. 60 m im Norden als der größte und weitläufigste der Region, er wird mit seinen farbigen Fassaden im Stil des Barock-, Rokoko-, Biedermeier auch als der schönste seiner Art gewertet. Entstanden ist der Stadtplatz in seiner heutigen Form nach einem großen Stadtbrand im Jahre 1571 und blieb seitdem im Wesentlichen unverändert.
Der nördliche Teil des Stadtplatzes ist der "Herrenmarkt" der Stadtbürger, der südliche Teil ist der "Saumarkt" der Handwerker. Bis zum verheerenden Brand 1571 waren die beiden Plätze noch durch eine Häuserzeile zweigeteilt. Die St.-Katharinen Kapelle in der Platzmitte stand noch bis 1816, heute ist hier nur noch der Stadtbach verblieben.
Der Stadtplatz hat neben vielen historischen Gebäuden auch zahlreiche Denkmäler aufzuweisen:
  • Die Mariensäule (1758) mit der Jungfrau Maria auf der von Schlangen umwundenen Erdkugel. Das Werk stammt vom einheimischen Joh. Georg Itzlfeldner;
  • Die Nepomuk-Statue am Stadtbach stammt Joseph Anton Pfaffinger (1717);
  • Der Floriansbrunnen vor dem Rathaus stammt aus dem Jahre 1706;
  • Storchenbrunnen: auf der Säule steht ein Storch mit einer Schlange im Schnabel, er symbolisiert den Sieg des Guten über das Böse. Der Storch gilt auch als das echte Wahrzeichen von Tittmoning.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Tittmoning mit der wasserreichen Umgebung ist der Brutplatz für einige Storchenfamilien.

Aktivitäten[Bearbeiten]

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Georgiritt: Bis zu 300 Pferde mit Reitern, geschmückte Kutschen und Musikkapellen ziehen vom historischen Stadtplatz in Tittmoning in das knapp drei Kilometer südlich gelegene Kirchheim, wo auch die Segnung der Pferde stattfindet. Die Tradition der Veranstaltung wurde im Jahre 1921 nach fast 300-jähriger Pause wiederbelebt. Der Termin ist um den Patronatstag des Heiligen Georg am 23. April.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Wein- und Käseladen Dörfel (nationale und internationale Feinkost), Stadtplatz 15, 84529 Tittmoning. Tel.: (0)8683 373. Geöffnet: Mo. bis Fr. 9-13 und 14-18 Uhr; Mi nachm. geschl.; Sa.: 8-13 Uhr.

Küche[Bearbeiten]

Die Preise sind im Vergleich eher niedrig, in der Standardgastronomie gibt es das Schnitzel noch für unter zehn Euro.


Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]


Lernen[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Allgemeinmediziner sind in Tittmoning mehrfach vertreten.
  • Stadt-Apotheke, Stadtplatz 12, 84529 Tittmoning. Tel.: (0)8683 247.
  • Das nächste Krankenhaus zur medizinischen Grundversorgung ist die
Salzachklinik Fridolfing, Krankenhausstr. 1 83413 Fridolfing (Fridilfing liegt ca. 9 Kilometer nördlich von Tittmoning an der Salzach). Tel.: (0)8684 9 85-0, Fax: (0)8684 9 85-1 70.
Kurzinfos
Telefonvorwahl08683
Postleitzahl84529
KennzeichenTS
ZeitzoneUTC+1
Notruf112 / 110

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Filiale Deutsche Post in Tittmoning: Stadtplatz 6, 84529 Tittmoning;

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Plättenfahrt auf der Salzach von Tittmoning nach Burghausen, von Mai bis Mitte September unter Vorbehalt jeden Sonntag 14 Uhr: Die Plätten sind Nachbildungen der mittelalterlichen "platten" Salzkähne, mit denen das "weisse Gold" von Hallein salzachabwärts geschafft wurde. Fahrzeit ca. 90 Minuten, Preis 14,50€ / Person;

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Tittmoning (Hg.): Stadt Tittmoning 1234-1984. Festschrift zur 750-Jahrfeier. Pustet, Walter, 1984.
  • Erwin Keller, Helmut Bender, Günther E Thüry: Tittmoning in römischer Zeit. Pustet, Walter, 1984, ISBN 978-3925712005; 92.

Karten[Bearbeiten]

  • ADAC Wander- & RadKarte 79 Altötting, Burghausen, Marktl, Tittmoning, 1:40.000. 2007, ISBN 978-3826417597.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Die Burg Tittmoning beim Haus der Bayersichen Geschichte (hdbg): www.hdbg.eu;


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