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Laufen (Salzach)

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Laufen
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Die ehemalige Handelsstadt Laufen liegt mit ihrer historischen Altstadt in einer Flußschleife am Westufer der Salzach im Rupertiwinkel in Oberbayern und unmittelbar an der Grenze zu Österreich.

Hintergrund[Bearbeiten]

Salzach

Die Altstadt von Laufen liegt strategisch günstig und von drei Seiten geschützt in einer Salzachschlaufe, der Fluß ist hier auch die Grenze nach Österreich. Die neuzeitlichen Siedlungen von Laufen schließen sich nach Westen an die Altstadt an.

Der ostseitig auf der anderen Flußseite gegenüber liegende Ort Oberndorf war früher ein Vorort von Laufen, liegt aber heute in Österreich. In diesem Ort wurde im Jahr 1818 von Joseph Mohr das Weihnachtslied "Stille Nacht, heilige Nacht" gedichtet.

Die Altstadt von Laufen ist auch bundesweit bekannt als Filmkullisse für die von 1968 bis 1970 gedrehte und seitdem auf vielen Kanälen mehrfach wiederholte Fernsehserie „Königlich-Bayerisches Amtsgericht“: Die Außenszenen der fiktiven und verträumten bayerischen Kleinstadt Geisbach zur Prinzregentenzeit anno 1912 wurden in Laufen gedreht, das Rathausportal von Tittmoning wurde zum Eingang in das "Königlich Bayerische Amtsgericht" umdekoriert.

kleine Chronik[Bearbeiten]

Im Jahre 748 wurde Laufen erstmals urkundlich erwähnt. Der Stadtname Laufen leitet sich von castellum ad louffi', das ist das Kastell an den Stromschnellen (in der Salzach) ab. Verantwortlich für die Stromschnellen, war ein Flußfelsen genannt der "Nocken", er war auch der Grund für die Bedeutung der Stadt als Umladeplatz: Die Stromschnellen konnten mit den Schiffen von flußaufwärts aus Salzburg nicht passiert werden, die Handelswaren mussten ausgeladen, über Land transportiert und salzachabwärts auf dann größeren Schiffen weiter transportiert werden.

Johann Franz Michael Rottmayr

ist der bekannteste Sohn der Stadt, er gilt als der bedeutendste Salzburger Maler des Barock und einer der Begründer des österreichischen „Kaiserstils“.

Er kam in Laufen zur Welt und wurde am 10. Dezember 1654 hier getauft. Nach Lehrjahren in Italien wohnte er ab 1698 in Wien und 1710-1711 auch in Salzburg. Johann Michael Rottmayr verstarb am 25. Oktober 1730 im Alter von 75 Jahren in seinem Wohnhaus in Wien.

Das Werk Rottmayrs steht aus heutiger Sicht stellvertretend für die Farbenpracht der barocken Kunst. Als seine berühmtesten Werke gelten die Fresken der Stiftskirche in Melk und in der Karlskirche in Wien. Ausgeführte Werke in Laufen sind Bilder für die Johannesspitalkirche und für die Wallfahrtskirche Maria Bühel. Im Ort erinnert außerdem noch ein Gymnasium und eine Straße an den Künstler (wikipedia: Johann Michael Rottmayr).

Bereits in der Mitte des 11. Jahrhunderts ist Laufen eine Schiffersiedlung mit Handelsplatz und Salzbörse. 1333 ordnet dann Kaiser Ludwig von Bayern an, dass das Salz aus Hallein nur noch ausschließlich zu Wasser verfrachtet werden darf, Laufen hat von da an ein Handelsmonopol.

Strenge Zunftregeln ordnen das Leben der Stadtbürger: Schiffer dürfen nur zu Schifferfamilien und Händler nur zu Händlerfamilien heiraten.

1663 ist für Laufen ein Katastrophenjahr, ein Großbrand zerstört am 30. August fast die halbe Stadt.

Der Felsen Nocken in der Salzach wurde 1773 gesprengt. In Folge der Säkularisierung in Salzburg kam der Rupertiwinkel mit dem Ort Laufen ab 1810 vorläufig und ab 1816 dann endgültig zu Bayern. Laufen gerät in bayerische Randlage und verliert an wirtschaftlicher Bedeutung, erschwerend hinzu kommt der Bau der Eisenbahnlinie 1860. Der letzte Salztransport fand 1866 statt, die Stadt erlebt einen dramatischen wirtschaftlichen Abschwung, erst der Tourismus der Neuzeit brachte wieder eine gewisse Erholung.

Der Landkreis Laufen, der als Verwaltungseinheit den ganzen Rupertiwinkel umfasste wurde 1972 im Zuge der bayrischen Gebietsreform aufgelöst und der südliche Teil kam mit der Stadt Laufen zum Landkreis Berchtesgaden.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Straßen-km)
Freilassing14 km
Salzburg20 km
Tittmoning20 km
Traunstein32 km
Burghausen38 km
Altötting45 km
Mühldorf am Inn57 km
Berchtesgaden44 km
Passau100 km
München151 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächster größerer internationaler Flughafen ist der Flughafen München (auch "Franz Josef Strauß", 158 km, eineinhalb Autostunden). Vom zweitgrößter Flughafen Deutschlands aus bieten vor allem Lufthansa und ihre Partner der Star Alliance Verbindungen zu Städten in Deutschland, Europa und weltweit.

Schnell erreichbar ist auch der Flughafen in Salzburg (21 km, eine gute halbe Autostunde);

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Laufen liegt an der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing und hat in Freilassing Anschluss an die ICE-Strecke Salzburg-München.

Der Bahnhof befindet sich ca. einen Kilometer westlich der Altstadt.

Im österreichischen Oberndorf, ein ehemaliger Vorort von Laufen auf der anderen Seite der Salzachbrücke, befinden sich Haltestellen der S1 und S11 der S-Bahn aus Salzburg.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von Westen (München) und Osten (Österreich): über die Autobahn A8, Abfahrt Symbol: AS Bad Reichenhall (in D) und auf der Bundesstraße B12 über Freilassing nach Laufen;

Laufen liegt an der Blauen Route, das ist die Bundesstraße B20 von Straubing über Burghausen bis nach Freilassing. Die Trasse verläuft entlang der deutsch-österreichischen Grenze (Blauer Punkt an den Hinweisschildern):

  • Von Osten (Passau) über Burghausen und dann auf der Bundesstraße 20 bis Laufen.
  • Von Süden (Berchtesgadener Land) und Salzburg: über die Bundesstraße B20 ("Blaue Route") bis Laufen.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Ein Linienverkehr mit dem Schiff findet auf der Salzach nicht statt;

Mobilität[Bearbeiten]

Karte von Laufen (Salzach)
  • Der Stadtbus Laufen befährt an den Schultagen zwei Linien, Info;
  • der RVO (Regionalverkehr Oberbayern / DB) betreibt die Buslinien in der Region;
Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Stützpunkt Berchtesgaden, Im Stangenwald 1, 83471 Berchtesgaden; Tel.: 08652 / 944 80; www.rvo-bus.de;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Mariä Himmelfahrt
Innenraum
Kreuzgang

Kirchen[Bearbeiten]

  • Stiftskirche Mariä Himmelfahrt, älteste gotische Hallenkirche Süddeutschlands: Gebaut wurde die Stiftskirche in der Mitte des 14. Jahrhunderts an Stelle einer romanische Pfeilerbasilika, der Turm, Säulen und die Portallöwen wurden erhalten. Sehenswert ist der Kreuzgang als Bogengang um drei Seiten der Kirche mit zahlreichen Totentafel, die zum Teil recht private Details aus dem Leben der Verstorbenen schildern, und die zwei Portallöwen aus dem 12. Jahrhundert. Im Inneren der Kirche besonders sehenswert sind der frühklassizistische Hochaltar, die gotischen Tafelbilder. Das Altarblatt des Schifferaltars zeigt den heiligen Rupert, Bischof von Salzburg, und stammt von dem gebürtigen Laufener Johann Michael Rottmayr. Das Kirchengeläute besteht aus sieben historischen Bronzeglocken aus verschiedenen Jahrhunderten, sie wurden vorwiegend von Salzburger Meistern gegossen, die ältesten stammen noch aus der Gotik.
  • Michaelskapelle, unmittelbar an der Stifstkirche gelegen.

Die Kirchen beim Pfarrverband Laufen: www.pfarrverband-laufen.de;

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Schloß Triebenbach[Bearbeiten]

Das Schloss Triebenbach besteht aus Teilen einer mächtigen Burganlage aus dem 14. und 15. Jahrhundert.

Bedeutung hat das Schloß durch Wolfgang Amadeus Mozart, der mit seiner Familie einige Wochen hier verweilte und als Stätte für die Salzachfestspiele.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Kapuzinerkloster: erbaut von 1655 bis 1659:
  • Klosterkirche St. Peter
  • Altes Rathaus , entstanden aus zwei benachbarten Häusern, die im Jahre 1474 von der Stadt zur Nutzung als Rathaus erworben wurden. Umbauphasen in den Jahren 1564 - 1566 und im Jahre 1862, als Rathaus bis 1975 genutzt. Heute dient das Gebäude für repräsentative Zwecke und für kulturelle Veranstaltungen.
  • Länderbrücke, die Salzachbrücke wurde von 1901 bis 1903 im Jugendstil gebaut.
Die Eisenbrücke ist die Nachfolgerin einer im Jahre 1899 durch Hochwasser zerstörten Holzbrücke, entstanden in Gemeinschaftsarbeit von Österreichern und Bayern.
Salzburgtor
  • Oberes Stadttor, auch Salzburgtor, viergeschossiger Bau aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Stadtzentrum ist der Marienplatz mit dem Marienbrunnen. Das heutige Aussehen des Platzes entstand nach dem großen Stadtbrand von 1843: An der Nord- und Westseite sind noch Gebäude Inn-Salzach-Baustil erhalten geblieben, die übrigen Fassaden zeigen die schlichten Stilformen des 19. Jahrhunderts.
Der Brunnen mit Pferdeschwemme stammt aus dem Jahre 1540, die Mariensäule wurde 1692 aufgestellt bis zum Ende des 18. Jhd. hies der Platz auch Marktplatz oder Schrannenplatz.
  • Rupertusplatz, auch Unterer Platz, entstanden 1914, mit dem Rupertusbrunnen und der Statue des Heiligen Rupert.
  • Sehenswert ist auch die Rottmayrstraße vom Zentrum zur Stiftskirche hin, mit zahlreichen alten Bürgerhäusern und Fassaden im Inn-Salzach-Stil.

Parks[Bearbeiten]

  • Der Stadtpark ist der frühere Wehrgraben, er wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zugeschüttet.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • Der Abtsdorfer See, auch Haarsee genannt, ist ein Moorsee und entstand in der Eiszeit. Der See ist ca. 1,6 km lang 0,53 km breit, hat eine Fläche von 0,84 km² und ist bis zu 20 m tief und gilt als einer der wärmsten Seen in Bayern. Dem See vorgelagert ist das Feuchtgebiet des Haarmooses;
Freizeitanlagen mit Strandbad, Liegewiese, Kinderspielplätzen und Kiosk.

Aktivitäten[Bearbeiten]

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Schifferstechen
  • Venezianische Nacht Straßenfest der Wirte in der Rottmayrstraße mit italienischer Stimmung, alljährlich Ende August;

Einkaufen[Bearbeiten]

Stifstkirche, Westansicht

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

  • Die Kleinkunstbühne, Salzachhalle, Briouder Platz 1, 83410 Laufen. Tel.: +49 (0)8682 8987 26.

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Allgemeinmediziner, Zahnärzte und Fachärzte sind in Laufen mehrfach vertreten.
Kurzinfos
Telefonvorwahl08682
Postleitzahl83410
KennzeichenBGL
ZeitzoneUTC+1
Notruf112 / 110

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Oberndorf bei Salzburg Salzburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Dopsch; Hans Roth; Friedrich Besl; Gerald Schwedler: Laufen Und Oberndorf: 1250 Jahre Geschichte, Wirtschaft Und Kultur an Beiden Ufern Der Salzach. Stadt Laufen, 1998, ISBN 9783000033599; 628.
  • Reindel-Schedl, Helga: Laufen an der Salzach. - Die alt-salzburgischen Pfleggerichte Laufen, Staufeneck, Teisendorf, Tittmoning, Waging. 1989, (Historischer Atlas von Bayern), (Heft 55), ISBN 3769699408; 868.

Weblinks[Bearbeiten]


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