Schlehdorf

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Schlehdorf
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Schlehdorf ist eine Urlaubsgemeinde am Kochelsee im Voralpenland.

Karte von Schlehdorf

Hintergrund[Bearbeiten]

Erste urkundliche Erwähnung des Ortes in der Gründungsurkunde des Klosters Schlehdorf-Scharnitz vom 29. Juni 763.

1846 wurde das Dorf bei einem Großbrand fast vollständig zerstört. Das heutige Ortsbild entstand im anschließenden Wiederaufbau in einer Planung mit regelmäßig rechtwinkligen Straßenzügen um die beiden Hauptachsen der Seestraße und der Mittelstraße.

Die Gemeinde Schlehdorf bildet politisch eine Verwaltungsgemeinschaft mit Kochel am See, Haupteinnahmequelle ist neben der Landwirtschaft der Tourismus.

Anreise[Bearbeiten]

Entfernungen (Strassen-km)
Kochel am See5 km
Benediktbeuern11 km
Murnau13 km
Bad Tölz35 km
Mittenwald37 km
Garmisch33 km
München67 km
Innsbruck75 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächster Großflughafen ist der Flughafen München Website dieser Einrichtung Flughafen München in der Enzyklopädie Wikipedia Flughafen München im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFlughafen München (Q131402) in der Datenbank Wikidata (IATA: MUC) nahe München (ca. 103 km Entfernung);

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der nächste Bahnhof befindet sich in Kochel, mit stündlicher Bahnverbindung nach München (eine gute Stunde Fahrzeit), von Kochel weiter nach Schlehdorf mit dem Bus oder Taxi.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Autobahn A95 München - Garmisch-Partenkirchen, Symbol: AS Kochel, weiter Richtung Kochel über Großweil nach Schlehdorf.

Mobilität[Bearbeiten]

Schlehdorf mit Kochelsee (Westufer) und Loisach vom Herzogstand aus
  • Der RVO (Regionalverkehr Oberbayern / DB) betreibt die Buslinien in der Region:
Regionalverkehr Oberbayern GmbH, Stützpunkt Bad Tölz; Im Farchet 22, 83646 Bad Tölz; Tel.: 08041 / 9655; www.rvo-bus.de
  • Der Ort mit Kloster ist recht übersichtlich und kann zu Fuß erkundet werden.
  • Schlehdorf ist Anlegestelle der Motorschifffahrt auf dem Kochelsee: Infos siehe im Artikel Kochel am See

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Informationen zum Kochelsee siehe im Artikel zum Nachbarort Kochel am See.

Kloster Schlehdorf[Bearbeiten]

Der genaue Gründungszeitpunkt des Klosters Schlehdorf liegt im Dunkel der Geschichte, vermutlich um 740 durch die Huosi Dynastie vom Kloster Benediktbeuern aus, es existieren Urkunden aus der Tassilozeit vom 29. Juni 763 und weitere aus den Folgejahren, das Kloster zählt damit zu den bayerischen Urklöstern. Das Kloster befand sich damals noch unmittelbar am Seeufer im Bereich der heutigen Bootsanlegestelle, ein Feldkreuz markiert den Standort. Die Kirche ist seinerzeit noch dem Frankenheiligen Dionysius geweiht.

Belegt ist ebenfalls der Umzug des vor 763 entstandenen Klosters St. Peter vom Pass der alten Römerstraße bei Scharnitz an den klimatisch günstigeren Kochelsee spätestens im Jahr 772. Mit der Wahl des Schlehdorfer Abts Atto zum Bischof von Freising (Amtszeit 783-811) wird das Kloster fortan als Eigenklöster der Freisinger Bischöfe geführt, gelegen im Gebiet des Bistums Augsburg.

Letztmalige Erwähnung des Klosters dann 837, vermutlich wurde es im 10. Jahrhundert von den Ungarn zerstört. Belegt ist der Wiederaufbau für den Zeitraum ab 1140 durch Bischof Otto von Freising am heutigen südlichen Ortsrand. Unter den Augustiner Chorherren wird das Klosterleben wiederbelebt, steht aber immer in Konkurrenz zum nahen und wirtschaftlich stärkeren Kloster in Benediktbeuern. Ab 1717 wird die Klosteranlage wegen wiederholter Überschwemmungen vom Klosteranger auf den jetzigen Klosterhügel, den Kirchbichl verlegt. Die alte Anlage brennt 1784 fast vollständig ab.

In der Säkularisation wird das Kloster 1803 aufgelöst, 1904 von den Missions-Dominikanerinnen von King-Williams-Town erworben und wird seitdem als Stützpunkt für die Missionsarbeit in Südafrika genutzt.

Pfarrkirche St. Tertulin (ehem. Augustinerchorherren-Klosterkirche)[Bearbeiten]

Das Gebäude entstand ab 1727 nach Plänen von Hofbaumeister Johann Georg Ettenhofer. Infolge von Geldmangel zog sich die Bauzeit über 53 Jahren. Der Kirchenbau spiegelt im Inneren noch einige Elemente des Barocks wieder, steht jedoch mit seiner strengen Fassade und dem kühlen Inneren für den Übergang vom Rokoko zum Klassizismus.

Die Kirche wurde 2007/2008 im Inneren restauriert, ist aber seit September 2008 wieder zugänglich.

Besonders sehenswert an der Kirche ist vor allem die Schlehdorfer Orgel mit ihrem Orgelprospekt aus 1783, gebaut von dem Allgäuer Orgelbaumeister Franz Thoma. Im Jahr 2000 wurde die Orgal restauriert.

Adresse: Kloster der Missions-Dominikanerinnen von Schlehdorf am Kochelsee, Kirchstraße 9, D-82444 Schlehdorf; Tel.: (0) 8851 / 181-0

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Heilig-Kreuz Kirche
  • Das Kloster im Haus der bayerischen Geschichte,
  • Die Heilig-Kreuz Kirche (Friedhofskapelle) von 1692, im Inneren befindet sich das Schlehdorfer Kreuz mit einem romanischen Christus, entstanden um das Jahr 970 und eines der ältesten erhaltenen lebensgroßen Kruzifixe der Christenheit.
  • Seestraße, entstanden in der Wiederaufbauphase nach den Großbrand von 1864, steht mit 12 aneinander gereihten und annähernd gleichen Bauernhäusern unter Denkmalschutz.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Klosterladen
  • Fischerei Schretter, Seestr. 20, 82444 Schlehdorf. Tel.: (0)8851 1345. Räucher- und Frischfische aus dem Kochelsee. Geöffnet: Do,Fr 8:00-12:00, 14:00-17:30; Sa 8:00-12:00.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

  • Haus Dominikus, religiöse Erwachsenenbildung, betrieben von den Dominikanerinnen siehe Kloster.

Arbeiten[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • Allgemeinmediziner und Zahnarzt sind im Ort vorhanden.
  • Die nächsten Apotheken befinden sich in Kochel.
  • Die nächsten Krankenhäuser befinden sich in Ohlstadt, Bad Tölz, Murnau und in Garmisch-Partenkirchen.
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 01805 191 212.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Tafel an der Heilig-Kreuz Kirche
  • Banken mit Bankomaten sind mehrfach in Schlehdorf vertreten (Sparkasse, Volksbank-Raiffeisenbank).

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Neu, Volker Liedke, Michael Petzet, Otto Braasch: Oberbayern: Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Geländedenkmäler. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1986, ISBN 3486523929, S. 109; 783 Seiten.

Weblinks[Bearbeiten]

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