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Franken

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Karte von Franken

Die Region Franken liegt, kulturell und historisch definiert, zum größten Teil im politischen Bundesland Bayern, ein kleiner Teil auch in Baden-Württemberg, im Südwesten Thüringens und auch im Osten Hessens. Dieser Wikivoyage-Beitrag beschränkt sich geographisch auf den politisch in Bayern gelegenen Teil. Für Franken in Baden-Württemberg gibt es einen entsprechenden Zweitartikel. Für Franken in Südthüringen ist der Artikel Südwestthüringen relevant.

Regionen[Bearbeiten]

Die Region Franken in Bayern umfasst verwaltungstechnisch die bayerischen Regierungsbezirke:

  • Unterfranken - wird vollständig vom Main durchflossen und weist im Gegensatz zu Oberfranken ein vergleichsweise mildes Klima auf.
Der Fichtelsee im Fichtelgebirge
Der Main bei Schwürbitz im Obermainland
Blick auf den Stollberg in Handthal, höchstgelegenes Weinanbaugebiet Deutschlands
Die Rhön, das Land der offenen Fernen
Der Große Brombachsee im Fränkischen Seenland

Geografische Einteilung Frankens:

Hohe Berge fehlen in Franken, der höchste Berg ist der Schneeberg mit 1.051 m ü. NN. Es gibt jedoch ein Vielzahl von Mittelgebirgen in Franken:

  • Fichtelgebirge im Nordosten von Oberfranken an der Grenze zu Tschechien.
  • Die Rhön liegt im Nordwesten im Länderdreieck Hessen, Thüringen und Bayern.
  • Spessart, ganz im Westen im Grenzraum von Hessen und Unterfranken.
  • Der Steigerwald liegt zentral in Ober- Mittel- und Unterfranken.
  • Das Grabfeld ist eine Ebene in der Mittelgebirgsregion Unterfrankens.

Touristisch bedeutende Regionen am Main sind:

  • Das Mainviereck, die Flussschleife des Mains zwischen den Städten Gemünden, Wertheim, Miltenberg und Aschaffenburg;

Weitere Gebiete:

  • Der Aischgrund liegt südlich des Steigerwaldes, in einem Dreieck, dass die Städte Nürnberg, Bamberg und Neustadt a. d. Aisch bilden und ist berühmt für seine Karpfen.
  • Der Süden Mittelfrankens hat Anteile am Altmühltal.

Orte[Bearbeiten]

In Auswahl und nach der Größe (ca. Einwohner) sortiert:

  • Nürnberg (503.000) - das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum Frankens. Fachwerkhäuser und Christkindlesmarkt.
  • Würzburg (133.000) - Bischofssitz, überragt von der Festung Marienberg.
  • Fürth (121.000) - im Osten mit Nürnberg zusammengewachsen, Innenstadt im Stil des Historismus und des Jugendstils.
  • Erlangen (105.000) - Industriestadt in Mittelfranken.
  • Bayreuth (73.000) - Richard-Wagner-Festspiele.
  • Bamberg (70.000) - der historische Stadtkern ist Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Schweinfurt (54.000) - Kugellagerindustrie und Mainhafen.
  • Hof (48.000) - Industriestadt im äußersten Nordosten Bayerns.
  • Ansbach (40.500) - Residenzstadt und Sitz der Regierung von Mittelfranken.
  • Forchheim (30.500) - alte Königsstadt und Kaiserpfalz.

Heilbäder und Kurorte[Bearbeiten]

  • Bad Alexandersbad - Die Luisenquelle ist bekannt für ihren hohen Kohlensäure- und Eisengehalt
  • Bad Berneck - Nordbayerns einziges Kneippheilbad
  • Bad Bocklet - "Stahlwasser" aus Deutschlands stärkster Eisenquelle, der Balthasar-Neumann-Quelle
  • Bad Brückenau - Verschiedene Quellen, calcium-, magnesium-, eisen-, schwefelhaltiges Wasser
  • Bad Kissingen - Verschiedene Quellen, wie der eisenhaltige Natrium-Chlorid-Säuerling "scharfer Brunnen"
  • Bad Königshofen - Quellen mit Sulfationen, die mit Natrium und Magnesium Salze, wie Glaubersalz bilden und ein Naturheilwassersee
  • Bad Neustadt - Salz- und kohlensäurehaltige Quellen mit hohen Gehalt an Bitter- und Glaubersalzen
  • Bad Rodach - Quellen mit hohen Magnesium- und Calciumgehalt, Frankens wärmste Thermalquelle
  • Bad Staffelstein - Der Natrium-Chlorid-Säuerling ist die wärmste und stärkste Sole Bayerns
  • Bad Steben - Quellen mit hohem Calcium- und Magnesiumgehalt, Radonbad, Bayerns höchstgelegenes Staatsbad
  • Bad Windsheim - Heilquellen mit Mineralwässern, Thermalsole, beheizter Salzsee
  • Bischofsgrün - Kein Bad, sondern ein Heilklimatischer Kurort, der einzige in Franken, Klimatherapie in föhnfreier Umgebung
  • Treuchtlingen - Einziger Heilkurmittelbetrieb im Naturpark Altmühltal
  • Weißenstadt - Quellen mit radonhaltigem Wasser für niedrigdosierte Strahlentherapie

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Das Grüne Band ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt und entstand entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, es verläuft entlang der nördlichen Grenzen Frankens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Zu Franken in Baden-Württemberg gehören die Landkreise Main-Tauber, Hohenlohe, Heilbronn und Hall. Im Norden und Osten grenzt das bayerische Franken an.

Nach der Konfession ist der bevölkerungsreichste Regierungsbezirk Mittelfranken mit der Metropole Nürnberg als ein historisches Zentrum der Reformation mehrheitlich protestantisch, Oberfranken gemischt, und Unterfranken mit Würzburg als Sitz der Fürstbischöfe mehrheitlich katholisch.

In bayerischen Gemeinden mit überwiegend Angehörigen der katholischen Kirche ist nach dem Gesetz Mariä Himmelfahrt (15. August) ein gesetzlicher Feiertag. Dies trifft für alle Gemeinden in Altbayern zu und für etwa die Hälfte der fränkischen Gemeinden. Für geplante Aktivitäten und auch Einkaufen sollte man sich vorher erkundigen, ob am Urlaubsort ein Feiertag ist.

Frankenlied[Bearbeiten]

Die inoffizielle Hymne Frankens ist das Frankenlied oder auch "Lied der Franken", es beginnt mit den Zeilen:

"Wohlauf die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt muss rosten
den allerschönsten Sonnenschein lässt uns der Himmel kosten"
Staffelberg

Der in hochdeutsch gehaltene Text stammte aus dem Jahre 1859 und aus der Feder des im 19. Jahrhundert recht beliebten badischen Schriftstellers Joseph Victor von Scheffel (* 16. Februar 1826 in Karlsruhe; † 9. April 1886 ebenda) und während eines Besuchs des Dichters am Staffelberg bei Bad Staffelstein.

Die Melodie stammt aus dem Jahre 1870 und von Valentin Eduard Becker, Komponist und Gründer des Würzburger Sängervereins. Der Anlass der Vertonung des Gedichts war damals ein Preisausschreiben des "Allgemeinen Deutschen Kommersbuches".

Das Lied ist jedem musikalischen Franken bekannt und wird zu allen möglichen inoffiziellen und offiziellen Anlässen gespielt und auch gesungen.

Refrain:

"Valleri, vallera, valleri, vallera, ins Land der Franken fahren!"

Vollständiger hochdeutscher Text und die Noten bei www.ergweb.de, in fränkischer Sprache und in lateinischer Sprache auf www.staffelberg.de.

Brauchtum[Bearbeiten]

Eine regionale Gesamtübersicht zum Brauchtum im Freistaat siehe auch im Artikel Bayern.

Faschingsbräuche[Bearbeiten]

  • Fasching als Brauchtum mit altüberlieferten und traditionellen Faschingsfiguren und mit geschnitzten hölzernen Masken gibt es in der unterfränkischen Rhön.

Osterbrunnnen[Bearbeiten]

Osterbrunnen in Rossdorf
  • Osterbrunnen: In früheren Zeiten herrschte auf den karstigen Hochflächen der Fränkischen Schweiz häufig Wassermangel. Man hoffte jedes Frühjahr, dass im Laufe des Sommers die Brunnen und Quellen nicht versiegen. Aus diesem Grund hat man kurz nach 1900 begonnen, in der Zeit vor Ostern die Brunnen und Quellen zu reinigen und festlich zu schmücken. Zwischenzeitlich werden in vielen Dörfern in Franken die Brunnen wieder geschmückt. Von der fränkischen Schweiz ausgehend haben die geschmückten Osterbrunnen ihre Verbreitung auch in den fränkischen Nachbarregionen gefunden, gelegentlich sind sie auch in Altbayern zu beobachten.

Kirchweih[Bearbeiten]

Früher hatten alle Dörfer, egal ob evangelisch oder katholisch, jeweils einen eigenen Termin zur Kirchweih. Der Obrigkeit wurde zu viel und zu lange gefeiert, so führte sie ab Mitte des 18. Jahrhunderts und im Zug der sogenannten Aufklärung statt der vielen Feiern zu unterschiedlichen Terminen, die Allerweltskirchweih ein: einen Kirchweihtag für alle. Erstmals einheitlich in Österreich im Jahre 1786, Bayern folgte am 23. Oktober 1806 in einer Provinzialverordnung: Der dritte Sonntag im Oktober wurde als Termin für die Allerweltskirchweih (Allaweldskerwa) festgesetzt. In vielen fränkischen Ortschaften wird dieser Festtag heute noch begangen. Allerdings gibt es auch noch viele Kirchweihen, die am tatsächlichen Tag der Kirchenweihe stattfinden.

Der Plantanz ist ein traditioneller sommerliche Kirchweihtanz mit einem extra gefällten Planbaum auf dem Plan (Dorfplatz) als eine Freiluftveranstaltung mit traditionellen fränkischen Figurentänzen und in Trachtenkleidung, oft mit verschiedenen weiteren Bräuchen um das Fest.

Beispiele für einen Plantanz finden sich im Ort Obereßfeld (Ortsteil von Sulzdorf an der Lederhecke) und in Arnshausen (Stadtteil von Bad Kissingen)

Verschiedenes[Bearbeiten]

Beispiele für ein ursprünglich eher in Altbayern beheimatetetes Brauchtum, das aber auch im fränkischen Raum gepflegt wird:

  • Die Lichtstuben waren ein im ganzen nördlichen Unterfranken früher weit verbreiteter Brauch der Dorfbevölkerung zur Winterzeit, der in der Region um das Grabfeld heute wiederbelebt wird.

Historische Eckdaten[Bearbeiten]

Vor- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

  • ca. 1000 v. Chr: Kelten siedeln in der Gegend des späteren Franken;
  • Ab 233: Völkerwanderung, Die Alemannen durchbrechen den Limes; Burgunder, Vandalen (406), und Ostgermanen ziehen durch die Gegend.
  • ab dem 4. Jahrhundert: infolge der Unsicherheiten in der Zeit der Völkerwanderung entstehen verschiedene Höhenbefestigungen, z.B. am Gangolfsberg und auf dem Staffelberg;

Mittelalter[Bearbeiten]

  • Im 5. Jahrhundert: die Franken besiegen 496 die Alemannen und 531 die Thüringer (alte Thüringer Ortsgründungen heute noch erkennbar an der Endung: ...ungen) und besetzen in Folge die Gegend zwischen Tauber und Rennsteig.
  • 5. bis 9 Jahrhundert: Fränkisches Reich unter Pippiniden und Karolingern, Karl der Große (747-814);
  • 689: Der erste Versuch der Christianisierung Frankens scheitert: Der irische Missionar Kilian und seine Gefährten Kolonat und Totnan werden in Würzburg enthauptet.
  • 742: der irische Missionar Bonifatius (später: "Apostel der Deutschen") gründet die Bistümer Eichstätt und Würzburg;
  • 843: Im Vertrag von Verdun wird das Frankenreich in ein Mittel- Ost- und Westreich geteilt.
  • 895 - 906 Kampf zwischen den Babenbergern und Konradinern um die Vorherrschaft in Ostfranken;
  • 906: Konrad wird Herzog von Ostfranken und im Jahre 911 deutscher König.
  • 939: das Herzogtum Franken wird unmittelbar dem König unterstellt;
  • 1156: Kaiser Friedrich Barbarossa heiratet in Würzburg Beatrix von Burgund und erhebt 1168 den Würzburger Bischof Herold auf dem Reichstag zu Würzburg zum Herzog von Ostfranken.
  • 1219: Kaiser Friedrich II. macht im Großen Freiheitsbrief Nürnberg zur Freien Reichsstadt.
Der Brief ist die Grundlage zur Blüte Nürnbergs und der unmittelbar benachbarten Städte Fürth, Erlangen und Schwabach als wirtschaftliches und kulturelles Zentrum Frankens und auch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts als wirtschaftlich stärkste Region in ganz Bayern.
Der Einfluss der Nürnberger Burggrafen, ein Nebenzweig der später ausgestorbenen Württemberger Zollern, wird in diesem Freiheitsbrief im Gebiet der Stadt Nürnberg weitestgehend auf das Areal der Burggrafenburg beschränkt. Die Adelssippe engagiert sich in Folge mit einer geschickten und teilweise auch kriegerisch-aggressiven Erwerbungspolitik in anderen Bereichen der Region, insbesondere im heutigen Mittel- und Oberfranken. Im Weiteren können die Nürnberger Burggrafen dann über den in Ansbach geborenen Albrecht von Brandenburg-Ansbach um das Jahr 1511 auch das Land Preußen erwerben, und stellen als fränkische Linie der Hohenzollern und als Könige von Preußen in den Jahren 1871 bis 1919 die wilhelminischen Kaiser des Deutschen Reiches.
  • 1356: Die Goldne Bulle, eines der wichtigsten Grundgesetze des Heiligen Römischen Reiches wird in Nürnberg durch Kaiser Karl IV verkündet. Es regelt die Modalitäten der Königswahl, seitdem muss jeder deutsche König seinen ersten Reichstag in Nürnberg abhalten.
  • 1423: Kaiser Sigismund übergibt die Reichskleinodien an die Stadt Nürnberg, hier werden sie bis Anfang des 19. Jahrhunderts aufbewahrt.
  • Um 1500 entsteht unter dem deutschen König und späteren Kaiser Maximilian I. der fränkische Kreis als einer von später insgesamt zehn Reichskreisen. Er umfasst die Bistümer Bamberg, Würzburg und Eichstätt, die hohenzollerischen Lande in Franken, die Grafschaft Henneberg, die Städte Nürnberg, Würzburg und viele weiteren kleineren Gebiete, im wesentlichen das frühere östliche Herzogtum Franken. Auf dem Areal von 26,950 km² leben ca. 1½ Millionen Einwohner.
  • Um 1525: Die Reformation erreicht Franken, der Bauernkrieg, eine "Erhebung des gemeinen Mannes" verwüstet die Region, die Aufstände werden jedoch schnell niedergeschlagen;
  • 1552-1555: Markgrafenkrieg: Der Markgraf von Brandenburg-Kulmbach und Bayreuth, Albrecht Alcibiades, greift die Hochstifte Bamberg und Würzburg und die Reichsstadt Nürnberg an: viele Orte in Süddeutschland werden geplündert, Aschaffenburg, Schweinfurt und Kulmbach werden zerstört.
  • 1582 Fürstbischof Julius Echter gründet die Universität Würzburg;
  • 1618 bis 1648: Dreißigjähriger Krieg: Krieg, Hungersnöte und Seuchen, nur ein Drittel der Bevölkerung überlebt;
  • 1620 - 1629: Höhepunkt der Hexenverfolgungen in Franken, 1642 verbietet Erzbischof Johann Phillipp von Schönborn die Prozesse für das Hochstift Würzburg und das Erzstift Mainz.
  • ab 1649: Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn lässt Würzburg zur Festung ausbauen;
  • 1713 - 1718 Lothar Franz von Schönborn erbaut Schloss Pommersfelden als Familiensitz;
  • 1720-1744: Die Residenz in Würzburg wird durch die Schönborns erbaut;
  • 1756-1763: Siebenjähriger Krieg: preußische Truppen dringen bis Haßfurt vor und besetzen Bamberg;
  • 1770 Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim gründet ein Schullehrerseminar in Würzburg, die allgemeine Schulpflicht bis zur 6. Klasse wird eingeführt.

Neuzeit[Bearbeiten]

  • 1791 Der kinderlose Markgraf Karl Alexander verkauft in einem Geheimvertrag gegen eine lebenslängliche jährliche Leibrente von 300.000 Gulden die Städte Ansbach und Bayreuth an die Preußen.
  • 1803: Reichsdeputationshauptschluß: das letzte wichtige Gesetz des Heiligen Römischen Reiches, verabschiedet auf der letzten Sitzung des Immerwährenden Reichstags am 25. Februar 1803 in Regensburg: Alle weltlichen Fürsten des Reiches, die im Rahmen der Revolutionskriege Besitz verloren haben, werden durch Säkularisation kirchlicher Güter entschädigt: Die Hochstifte Bamberg und Würzburg, dazu die Reichsstädte Rothenburg, Windsheim und Weißenburg fallen an das Kurfürstentum Bayern. Anschließend werden im Jahre 1803 alle Stifte und Klöster aufgehoben, der verwertbare Besitz wird vom Staat einkassiert. Eine für das "Moderne Europa" bis in die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts beispiellose kulturelle Barbarei ist die Folge, die jahrhundertealten Kulturschätze in den Klosteranlagen werden geplündert und zerstört. So werden zum Beispiel vielfach die Bestände der Klosterbibliotheken von den umliegenden Bauern zum Heizen ihrer Häuser benutzt.
  • 1806 gestärkt durch die territorialen Zugewinne in Franken wird Kurbayern zum Königtum: Am 1. Januar 1806 erhält der Bayerischer Kurfürst offiziell den Titel „König Maximilian I. von Bayern“.
  • Weitere Eckdaten zur politischen Neuzeit in Franken siehe auch im Artikel zu Bayern, das nun aus Altbayern, Franken und Schwaben besteht.

wikipedia: Herzogtum Franken, Burggrafschaft Nürnberg, Fränkischer Reichskreis, Reformation, Bauernkrieg, Markgrafenkrieg, Siebenjähriger Krieg, Reichsdeputationshauptschluss, Säkularisation, Königreich Bayern;

Sprache[Bearbeiten]

In Franken sagt man Grüß Gott oder Guten Tag, wobei dies einen religiösen Hintergrund hat, der heute allerdings nicht mehr wirklich anwendbar ist, sondern eher regional bedingt. Wir befinden uns in einer Region, die in Teilen sehr stark von Martin Luther beeinflusst wurde und demnach hauptsächlich evangelisch ist. Noch vor ca. 30 Jahren konnte man die Regel anwenden: katholische Bürger sagen Grüß Gott und evangelische Bürger sagen Guten Tag. Heute ist das eher regional, so sagt man in Coburg meistens Guten Tag und z.B. in Bamberg eher Grüß Gott. Aber egal, welche Version Sie verwenden: jeder freut sich über einen freundlichen Gruß.

Es gibt viele fränkische Dialekte, die sich zum Teile erheblich unterscheiden. Was allen gemein ist, es fehlen zwei Buchstaben. Es gibt ein hartes ´D´ und ´B´ (T und P) und ein weiches ´D´ und ´B´.

La-Le-Li

- sche - ganz im Westen gibt es einen hessischen Einschlag man spricht vom Mädsche und vom Hündsche

- li - folgt danach Richtung Osten bis etwa in den Schweinfurter Raum mit Mädli und Hundli

- le - ist vor allem im Coburger Raum und in Gebieten die an Thüringen grenzen verbreitet

- la - ist am weitesten verbreitet in Oberfranken und Mittelfranken

- ln - an der Grenze zur Oberpfalz ganz im Osten gibt es Madln und Hundln

Die Uhrzeiten werden wie folgt angegeben: viertel Drei (14.15 Uhr), halb Drei (14.30 Uhr), dreiviertel Drei (14.45 Uhr).

Ausführungen zu den regionalen Dialektformen des Fränkischen siehe auch in den entsprechenden Abschnitten der Artikel zu Mittelfranken, Oberfranken und Unterfranken.

Weiteres zum Fränkischen Dialekt im Nürnberger Raum siehe auch Fränkisch-Wörterbuch im Frankenwiki.

Anreise[Bearbeiten]

Auf der A 9 Richtung Nürnberg in Mittelfranken

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der internationale Flughafen für Franken ist in Nürnberg. Um vom Flughafen zum Hauptbahnhof zu gelangen, benutzt man am besten die U-Bahn (circa 12 Minuten). Dank der exzellenten ICE-Verbindung kann es für den Nordwesten Frankens günstiger sein, nach Frankfurt zu fliegen, zumal dieser Flughafen direkt ans Bahnnetz angebunden ist.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

ICE-Halte gibt es in Bamberg, Erlangen, Nürnberg und Würzburg. Die S-Bahn Nürnberg und der VGN-Tarifverbund decken den größten Teil Frankens, insbesondere den Süden und Osten beinahe vollständig ab. Kleinere Orte haben leider oft ihre Bahnstrecken im Laufe der 70er Jahre still gelegt. Allerdings wird die S-Bahn in letzter Zeit Stück für Stück ausgebaut und auch sonst sind Neu- und Wiedereröffnungen von Bahnstrecken kommunal ein Thema.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von Norden

Von Süden

Von West nach Ost

  • über die A7 von Schweinfurt bis Kulmbach

Mobilität[Bearbeiten]

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Der OVF - Omnibusverkehr Franken ist in allen drei fränkischen Bezirken aktiv, Einzelheiten über Strecken, Fahrpläne und Preise finden Sie im Internet OVF .

Mit dem Zug[Bearbeiten]

Besonders die S-Bahn Nürnberg und die - lokal als "R-Bahn" bezeichneten - in den VGN integrierten Regionalzüge stellen bequeme Verbindungen im Stundentakt oder häufiger zu allen größeren Städten sicher. Von dort kommt man mit dem Bus auch in die meisten abgelegeneren Regionen, allerdings kann der Takt der Busse unzureichend sein

Mit dem Auto[Bearbeiten]

Eine der wichtigsten Autobahnen durch Franken ist die A73, auch als "Frankenschnellweg" bekannt. Entgegen ihrem Namen herrscht hier jedoch - besonders zur Hauptverkehrszeit - Stau.

Mit dem Rad[Bearbeiten]

Städte wie Erlangen zählen bundes-, wenn nicht weltweit zu den fahrradfreundlichsten und auch zwischen den Städten gibt es einige idyllische Routen, zum Beispiel entlang des ehemaligen Ludwig Donau Main Kanals (Vorläufer des heutigen Kanals) auf den alten Treidelpfaden. Die fränkische Schweiz bietet darüber hinaus anspruchsvollere Strecken für sportlich Interessierte und Mountainbiker.

Mit der Straßenbahn[Bearbeiten]

Nürnberg und Würzburg sind die letzten fränkischen Städte mit Straßenbahn. Pläne in Erlangen eine neue Linie (zunächst nach Herzogenaurach) zu bauen existieren.

Mit der U-Bahn[Bearbeiten]

Nürnberg hat drei U-Bahn-Linien, von denen eine nach Fürth führt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Vierzehnheiligen

Bedeutende Kirchenbauten sind:

  • Der Bamberger Dom wurde 2012 tausend Jahre alt. Der Dom beherbergt den Bamberger Reiter, das steinerne Abbild eines unbekannten Mannes auf seinem Pferd, eines der bedeutendsten mittelalterlichen Kunstwerke des Abendlandes, geschaffen um das Jahr 1230.
  • Die Basilika Vierzehnheiligen wurde nach den Plänen von Balthasar Neumann erbaut, ist eine weithin über dem Tal des Obermains bei Bad Staffelstein sichtbares Wahrzeichen, eine Glanzstunde des Rokoko und eine der bekanntesten Wallfahrtskirchen Deutschlands.
  • Die Würzburger Marienkirche hat ihren Ursprung in der Michaelskapelle des Kastells aus dem Jahre 705, sie gilt als Kern des im Jahre 742 gegründeten Bistums Würzburg und ist eines der ältesten Gebäude Deutschlands.

Klöster[Bearbeiten]

Burgen[Bearbeiten]

Kirchenburg Ostheim
Viele gut erhaltenen Exemplaren gibt es in der fränkischen Vor-Rhön zu besichtigen, beispielsweise die in Ostheim vor der Rhön, sie gilt als die größte Anlage ihrer Art in Deutschland und ist hervorragend erhalten.
Auch Effeltrich (in Oberfranken) hat eine Kirche als Wehrburg.

Festungen[Bearbeiten]

Die Hochzeit der Festungsanlagen als feuerwaffenfester Nachfolger der mittelalterlichen Burg ist der Zeitrahmen ab dem Anfang des 16. Jahrhunderts, der Beginn der Renaissance, deren Baukunst stark auf die militärischen Anlagen abfärbte. Viele der Festungsanlagen in Franken entstehen aus mittelalterlichen Burgen und erhalten zusätzlich eine repräsentative Funktion durch schlossähnlichen Charakter der architektonischen Gestaltung. Motivation für die Entstehung der aufwändigen Bastionsanlagen ist der verheerende dreißigjährige Krieg (1618-1648) und zuvor die zerstörerischen regionalen Konflikte in Franken: der Bauernkrieg (ab 1525) und der Markgräflerkrieg (1552-1555). Bauherren waren die freien Reichsstädte und die Fürstbischöfe als die territorialen Herrscher.

Das Ende der Festungsanlagen beginnt mit dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts, als die Anlagen der Feuerkraft der modernen Geschütze nicht mehr gewachsen waren. Beispiel ist der 27. Juli 1866, als preußische Truppen die Festung Marienberg ohne maßgebliche Gegenwehr der Festungsartillerie zusammenschießen konnten. Die Aufhebung der Festung Marienberg als die letzte Festungsanlage in Bayern war die Folge.

Die folgend genannten Festungsanlagen sind fast alle hervorragend erhalten.

  • Die Festungsanlagen in Nürnberg: Die Stadtmauer mit fünf Kilometern Länge ist eine der ältesten Bastionsanlagen in Deutschland und zugleich die letzte noch weitgehend erhaltene spätmittelalterliche Großstadtbefestigung in Mitteleuropa;
Festung Marienberg;
  • Festung Forchheim, die zweite Festungsstadt der Fürstbischöfe von Bamberg mit teilweise erhaltenen Bastionen;
  • Reichsstadt Schweinfurt: von den ehemaligen Bastionsanlagen der Stadtbefestigung sind Teile der Stadtmauer restauriert, sie sind Zeuge für eine militärisch äußerst wechselhafte Stadtgeschichte;
  • Bad Königshofen, Festungsstadt der Würzburger Fürstbischöfe mit nur noch teilweise erhaltenen Festungsanlagen;

Schlösser[Bearbeiten]

Residenz Würzburg, Ostgarten

Franken ist Schlösserland. Das historische Gebiet Frankens spiegelt als Flickenteppich die mittelalterliche Adelsgesellschaft und ihre Zersplitterung wider. Ein Großteil des Gebiets war im ausgehenden Mittelalter "reichsunmittelbar", das heißt, dass die regionalen Herscher und Institutionen unmittelbar unter dem Kaiser standen.

Aus dieser starken Position heraus begann der Klerus in den Fürstbistümern Würzburg, Bamberg und Eichstätt seine Macht auch in weltlichen Dingen zu demonstrieren, und er tat dies im Bau von repräsentativen Residenzen. Der übrige Adel folgte dem Beispiel, und so entstand seit der frühen Neuzeit eine Vielzahl an Schlössern und Prachtbauten mit einem Höhepunkt der Bautätigkeit im Barock und im fränkischen Rokoko.

Weltberühmt sind die Residenzen in Würzburg (geschaffen von Balthasar Neumann) und Bamberg, in Aschaffenburg (Schloß Johannisburg), in Ansbach (Markgräfliche Residenz), in Bayreuth (Neues Schloss) und in Coburg (Ehrenburg).

Jede wichtige Persönlichkeit braucht natürlich auch ein Wochenendhaus, und so entstanden als Landsitz der Bamberger und Würzburger Bischöfe das Schloss Weißenstein in Pommersfelden, eines der Hauptwerke des deutschen Barocks, und die Schlösser Balthasar Neumanns in Veitshöchheim, Werneck und Schloss Seehof bei Bamberg.

Weitere bedeutende Schlösser befinden sich unter anderem in Wiesentheid, Kleinheubach und Ellingen. Eine besonders hohe Dichte an Landschlössern hat das Grabfeld zu bieten.

Bauwerke[Bearbeiten]

Fränkisches Fachwerk[Bearbeiten]

Bamberg, Altes Rathaus und Obere Brücke

Der Fränkische Fachwerk als Begriff für die historischen Skelettbauweise in Holz, oft auch als "mitteldeutsches Fachwerk" und zur Unterscheidung vom Sächsischen oder "niederdeutschen Fachwerk" bezeichnet, ist regionsübergreifend über Franken hinaus bis nach Polen und in das Elsass verbreitet. Der Fachwerkstil findet seinen Einsatz vom Bauernhaus mit der Scheune bis zu Schlossbauten und bei den Bürgerhäusern ganzer Innenstädte.

Maßgebliche Kennzeichen für das Fränkische Fachwerk sind gezapfte Verbindungen, der unregelmäßige Abstand der (vertikalen) Holzständer und vor allem auch der insgesamt gehäufte Einsatz von handwerklich aufwändigen und lebhaft bis verspielt ausgeführten Fachwerkelementen wie den Andreaskreuzen aus gebogenen Balken, Feuerböcken Rosetten und Rauten aus den Schrägbalken in der Ausfachung. Gehäuft kommen auch bemalte Schnitzereien an Eckpfosten und Zwischenständern zum Einsatz.

Um das Jahr 1600 erlebte die Baukunst des Fachwerkbaus seinen Höhepunkt. In den folgenden Jahrhunderten kam dann das Fachwerk aus der Mode, es galt als „bäuerlich“, modern war das Bürgerhaus aus Stein. Das freiliegende Fachwerk war auch brandgefährdet, die bestehenden Gebäude wurden daher verputzt. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann aber auch in Franken der ästhetische Charme des Fachwerks wiederentdeckt und die Fachwerksfassaden freigelegt, sie stehen heute für die romantisch verklärte Sichtweise auf die "gute alte Zeit".

Folgende Übersicht ist nur exemplarisch für bedeutende Beispiele des Baustils "Fränkisches Fachwerk" in der Region Franken zu sehen.

Königsberg, Fachwerkhäuser am Salzmarkt;
  • Die Deutsche Fachwerkstraße berührt ganz im Westen auch Unterfranken und Miltenberg als ein bedeutendes Beispiel für altfränkische Fachwerkhäuser in der Stadt. Im Artikel zur Touristenroute finden sich auch weitere Infos allgemein zum Fachwerk.
  • Der historische Stadtkern von Bamberg gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO, hier finden sich zahlreiche Beispiele für fränkisches Fachwerk, das Fachwerk am Alten Rathaus ist eines der Wahrzeichen der Stadt.
  • Das romantische Dinkelsbühl gehört oft zum Pflichtprogramm der Deutschlandtouristen aus Übersee, fränkisches Fachwerk ist ein Teil des Stadtbilds, die reich verzierte Fachwerkfassade des "Deutschen Hauses" wird zu den schönsten in ganz Süddeutschland gezählt.
  • Das Städtchen Königsberg in Bayern ist ein Kleinod der fränkischen Fachwerks-Baukunst und eigentlich zur Gänze ein Fachwerksmuseum.

Mühlen[Bearbeiten]

Mühlen als Mahlstein gab es schon in der Steinzeit. In der Antike, im Mittelalter und bis in die Neuzeit waren Mühlen technische Meisterwerke: die meist komplizierten mechanischen Antriebe zur Kraftumsetzung erfordern handwerkliche Höchstleistungen und waren über zwei Jahrtausende die einzige verbreitete "Maschinentechnik", die Mühlenbauer waren die Ingenieure ihrer Zeit.

Im Mittelalter gab es einen Mahl- und Mühlenzwang und Mühlbann: die Bauern durften nicht bei jeder Mühle mahlen lassen. Seit der karolingischen Zeit standen die Wassermühlen unter königlichem Schutz und hatten Asylrecht ähnlich den Kirchen. Wegen der besonderen Bedeutung für das Allgemeinwohl waren Mühlen besonders geschützt: im Sachsenspiegel hieß es 1235 lapidar: "Mühlen haben steten Frieden - wer Mühlen beraubt wird gerädert".

Mit der aufkommenden Industrialisierung waren die Mühlen zunächst führend in der Einführung von elektrischer Energie und in der Motorisierung, sie verloren dann seit der Mitte des 19. Jahrhunderts aber zusehends an Bedeutung und verfielen. In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Mühlenstilllegung und der Verzicht auf das Mahlrecht vom Staat noch zusätzlich finanziell gefördert, funktionsfähig erhalten geblieben sind heute nur noch wenige meist "museale" Mühlen.

In Franken gab es überwiegend Wassermühlen entlang der Flussreviere, Windmühlen waren selten. Gemahlen wurde überwiegend Getreide, es gab aber auch Flachsmühlen (Pochwerke), Senfmühlen, Fruchtmühlen und Hammerschmieden bis hin zu Erzmühlen im Bergbau.

Ausführlichere Infos zu historischen Mühlen bei der Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) und beim Bayerischer Landesverband für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung e.V..

  • Zu den ältesten erhaltenen Mühlen in Franken zählen die Stadtmühle in Dinkelsbühl am Nördlinger Tor der Stadtbefestigung (Mühlenprivileg seit 1378), die Heilsbronner Klostermühle (1366 urkundlich erwähnt) und die Amorbacher Klostermühle, 1448 neu erbaut.
  • Im Freilandmuseum Fladungen gibt es eine Ölschlag- und auch eine Getreidemühle, beide betriebsfähig. Das Museum ist zu Pfingsten 2012 auch Gastgeber des Deutschen Mühlentags.

Denkmäler[Bearbeiten]

Bildstöcke[Bearbeiten]

Bildstock in Aschach

Ein Kennzeichen für ganz Franken sind die zahlreichen Bildstöcke und Flurdenkmäler. Die Gesamtzahl ist unbekannt, aber viele Orte können gleich mehrere der Kleindenkmäler aufweisen. Alleine für den Raum unmittelbar um Würzburg sind um die fünfhundert Stück gezählt, einige gehen bis in das 15. Jahrhundert zurück. Einzelne sind auch noch deutlich älter, die Altersangaben auf den Bildstöcken sind dann, falls überhaupt vorhanden, oft nicht mehr lesbar.

  • Das Bildstockzentrum Werneck (Ortsteil Egenhausen) wurde 2010 neu eröffnet. Es dokumentiert in einer modernen Dauerausstellung die Kulturgeschichte der Bildstöcke in Franken.
  • In Aschach gibt es einen Bildstockwanderweg.

Museen[Bearbeiten]

Das Museumsportal der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern listet insgesamt 169 Museen in Unterfranken, 183 Museen in Mittelfranken und 170 Museen in Oberfranken. Nachfolgend eine Übersicht:

Die bekanntesten Museen Frankens sind in Nürnberg das Germanische Nationalmuseum und in Würzburg das Mainfränkische Museum auf der Feste Marienberg.

Fränkische Freilandmuseen sind das in Bad Windsheim und das in Fladungen.

Essen und Trinken hat in Franken einen hohen Stellenwert:

Kulmbach: Burgberg mit Plassenburg

Verschiedenes[Bearbeiten]

Im Fichtelgebirge und im Frankenwald war der Bergbau über Jahrhunderte ein wichtiger Erwerbszweig. Eine Übersicht zu Bergwerken, Stollen und Museen um das Thema gibt es im Artikel Bergbau in Oberfranken.

Tanzlinden[Bearbeiten]

Tanz- und Stufenlinden
Tanzlinde Peesten

Tanzlinden sind, in der strengen Definition, Dorflinden, deren unterer Ästekranz in den frühen Wachstumsphasen des Baumes so in die Horizontale gezogen und abgestützt wurden, dass später in der Krone des ausgewachsenen Baumes ein hölzernes Podest als Tanzboden eingebaut werden konnte.

In der erweiterten Definition sind Tanzlinden auch einfach nur Bäume in der Dorfmitte, um die am Boden herumgetanzt wurde.

Von den ursprünglich in ganzen deutschen Sprachraum weit verbreiteten Tanzlinden haben sich im oberfränkisch-thüringischen Raum und im Raum um Schweinfurt einige alte Exemplare noch gut erhalten.

  • Die Tanzlinde in Limmersdorf (ein Ortsteil von Thurnau) wurde irgendwann im 17. Jahrhundert gepflanzt. Die Linde ist bei einem Stammumfang von ungefähr fünf Metern rund 16 Meter hoch, getanzt wird ca. 4 Metern Höhe.
  • Der Lindensaal in der Tanzlinde in Peesten (ein Ortsteil der der Gemeinde Kasendorf), befindet sich drei Meter über dem Boden. Der erhaltene Zugang als steinerne Wendeltreppe wurde 1837 errichtet. Die alte Linde aus dem 16. Jahrhundert musste 1947 gefällt werden, doch pflanzte man 1951 eine Sommerlinde neu, der hölzerne Boden wurde 2001 rekonstruiert.

Im Sommer 2011 wurde in Limmersdorf (Ortsteil von Thurnau) das Deutsche Tanzlindenmuseum neu eröffnet.

Seit Sommer 2012 gibt es auch einen Tanzlindenradrundweg: er verbindet im Landkreis Kulmbach/Oberfranken die drei betanzten Linden von Peesten, Limmersdorf und Langenstadt. Flyer als pdf;

Alte Bäume[Bearbeiten]

  • 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Die König-Ludwig-Eiche steht drei Kilometer nordöstlich von Bad Brückenau. Es ist eine Stieleiche, die je nach Schätzung zwischen 360 bis 700 Jahre alt ist. Sie hat Berühmtheit erlangt, weil prominente Besucher des Staatsbades der Eiche Besuche abstatteten, darunter auch König Ludwig I.
  • 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Die Kasberger Linde ist eine Sommer-Linde am Rand des Gräfenberger Ortsteils Kasberg, die zwischen 600 bis 1000 Jahre alt geschätzt wird. Der Sage nach soll die heilige Kaiserin Kunigunde, die Gemahlin von Kaiser Heinrich II., vor etwa 1000 Jahren die Linde eigenhändig gepflanzt haben
  • 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Die Tausendjährige Eiche ist eine Stieleiche in Küps, sie steht am Außenzaun des Schlosses Alte Kemenate im Ortsteil Nagel. Im Stamm sich noch Bleikugeln und Bolzen aus dem Dreißigjährigen Krieg.
  • 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Die Große Linde ist eine Sommerlinde in Heiligenstadt in Oberfranken. Die steht etwa 700 Meter östlich des Ortsteils Teuchatz, unmittelbar neben der Straße von Teuchatz nach Burggrub. Nach der Sage soll sie im Dreißigjährigen Krieg auf Schwedengräbern gepflanzt worden sein. Ihr Umfang in einem Meter beträgt über 8 Meter.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Feste[Bearbeiten]

siehe hierzu auch den Abschnitt Brauchtum

  • Der Tag der Franken wechselt von Jahr zu Jahr zwischen den fränkischen Bezirken, er findet jedes Jahr um den 2. Juli herum statt.
  • Ende Juli (10 Tage um den 26.7.) Anna-Fest in Forchheim
  • Ende Juli - Bierwoche in Kulmbach
  • Anfang Oktober Michaelis-Kirchweih in Fürth
  • Vor Weihnachten - Nürnberger Christkindlesmarkt

Kultur[Bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten]

  • Der Frankenweg - vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb, verläuft auf 123 km vom Frankenwald durch die Fränkische Schweiz. Den Wanderführer "Der Frankenweg im Frankenwald" gibt es beim Frankenwaldverein für € 2,00.

Küche[Bearbeiten]

Schäufele

Ausführliche Informationen zur Fränkischen Küche insgesamt gibt es im eigenen Themenartikel Essen und Trinken in Franken .

Die Fränkische Küche ist bodenständig bis sehr fein, Beispiele sind Blaue Zipfel, Fränkischer Sauerbraten, Gerupfter, Knöchla mit Kraut, Schäuferla und vieles mehr. Franken ist das Land der Biere, Weine und der herrlichen Würste.

Kloß mit Soß steht zwar selten auf der Speisekarte, kann jedoch fast überall bestellt werden. Oft kann man die Soße wählen und auch die Anzahl der Klöße, was bei Kindern aber auch Vegetariern gut ankommt.

Ausführliche Informationen zum Frankenwein siehe im Artikel zur Region Mainfranken zum Bier Brauereien in Franken und zu geistigen Getränken in Brennereien in Franken.

Ein weiterer Ort für Essen und Getränke sind Bierkeller in Franken

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Nicht alle Franken mögen es, als Bayern bezeichnet zu werden. Man hält meist etwas Abstand zu den bayerischen Brüdern und Schwestern im Süden und achtet auf die fränkische Identität. Einen Schotten nennt man ja auch nicht "Engländer". Teilweise gibt es sogar offene Abneigung gegen die "Baiern" im Süden, was sich aber - vom Fußball einmal abgesehen - meist nur in harmlosen Frotzeleien und Beschwerden über das angeblich "kurz hinter München versickernde" Geld der bairischen Staatsregierung äußert.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima in Franken ist sehr breit gefächert. Im Hofer Land und in den nahegelegenen Fichtelgebirge und Frankenwald wird man wohl zu jeder Jahreszeit die niedrigsten Temperaturen finden. Am Main in Unterfranken, wo die Wärme den Weinbau zulässt, werden die Temperaturen immer ein paar Grad höher sein.

Ausflüge[Bearbeiten]

Als Tagestouren bieten sich an:

Die angrenzenden Mittelgebirge:

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhold Andert: Der fränkische Reiter, Dingsda-Verlag Querfurt, Leipzig 2006, ISBN 3-928498-92-4

Einkehren[Bearbeiten]

  • Markus Raupach, Bastian Böttner: Frankens schönste Bierkeller und Biergärten. Bamberg : Fränkischer Tag, 2008, ISBN 9783936897647; 640 S. Ein Muss für jeden Biergartenliebhaber
  • Markus Raupach / Bastian Böttner: Frankens schönste Weinstuben und Heckenwirtschaften. Fränkischer Tag Buchverlag, ISBN 978-3936897838; 384 S. Mit 300 Möglichkeiten auf einen guten Tropfen und eine gute Brotzeit

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Daniel Burger: Festungen in Bayern. Regensburg : Schnell + Steiner, 2008 (1. Auflage), (Deutsche Festungen / Band 1), ISBN 978-3-7954-1844-1; 208. 16,90 €
  • Herbert Liedel, Helmut Dollhopf, Carlheinz Gräter: Alte Mühlen in Franken / Bilder einer versunkenen Welt. Hahn, Elmar, 2002, ISBN 9783928645256; 128.
  • Carlheinz Gräter, Jörg Lusin: "dem got genat": Steinkreuz und Bildstock in Kunst und Literatur. Würzburg : Echter, 2008 (1. Auflage), ISBN 978-3429030513; 125. Entstehung und Entwicklung der unterfränkischen Bildstock- und Steinkreuztradition.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Anna Schiener: Kleine Geschichte Frankens. Regensburg : Pustet Friedrich KG, 2008-10, ISBN 978-3-7917-2131-6; 200. 14,90€;
  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. C.H. Beck, 2009, ISBN 978-3-406-59131-0; 288. 29,90€;

Eine umfassende und aktuelle Darstellung der fränkischen Geschichte erfolgte anlässlich der Landesausstellung 2004 im Pfalzmuseum Forchheim, veranstaltet vom "Haus der bayerischen Geschichte". Das fränkisch / bayerische Verhältnis, insbesondere die Diskussion zum Thema "fränkisches Herzogtums", wirkt in der Sichtweise allerdings etwas (alt-)bayernlastig.

  • Haus der Bayerischen Geschichte (Hg.): Edel und Frei, Franken im Mittelalter. Bobingen : Kessler Verlagsdruckerei, 2004, ISBN 3927233919; 352. Ausstellungskatalog zur Landesausstellung, verschiedene Veröffentlichungen;
  • Johannes Merz und Robert Schuh ; Kommision für bayerische Landesgeschichte (Hg.): Franken im Mittelalter, Hefte zur bayerischen Landesgeschichte. Bobingen : Hofmann Medien Druck, 2004, ISBN 3769665309; 326. paperback

Weblinks[Bearbeiten]

  • Die Regierungsbezirke:
  • Die Bezirke:
  • Frankenbund e.V.: www.frankenbund.de (Vereinigung für fränkische Landeskunde und Kulturpflege).
  • Frankenland online (Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege, Frankenbund e.V.)
  • Eine etwas andere Sichtweise auf Franken bei der Kamelopedia: Franken;



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