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Grabfeld (Unterfranken)

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Das Grabfeld oder auch Grabfeldgau ist eine Ebene in der Mittelgebirgsregion im nördlichen Unterfranken in Bayern sowie im Süden der Landkreise Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen in Südwestthüringen.

Regionen[Bearbeiten]

Orte[Bearbeiten]

Bad Königshofen
  • Trappstadt - Marktgemeinde.

Auch zum Grabfeld gehören die in Südwestthüringen gelegene Stadt Römhild und die Gemeinde Grabfeld.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Das Grüne Band ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt und entstand entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, der in der Zeit des Kalten Krieges das Grabfeld undurchdringlich in den unterfränkischen und Thüringer Teil zertrennte.

Hintergrund[Bearbeiten]

Das Grabfeld ist ein ehemaliger ostfränkischer Gau.

Geographisch grenzt das Grabfeld im Nordwesten an die Region Rhön-Saale, im Nordosten an das Werratal und im Süden an die Haßberge.

Die erstmalige Erwähnung des Grabfelds als "Theil Ostfrankens" erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahre 813. In dieser Urkunde wird zwischen einem östlichen und einem westlichen Grabfeld unterschieden. Dem Gau sind auch zahlreiche Untergaue zugeteilt, die Bezeichnung "provincia" wird ausdrücklich geführt. Fulda wird noch schlicht dem Grabfeld zugeteilt.

Landwirtschaft: Die Gäulandschaft des Grabfelds ist ein Keuper-Hügelland und wird wegen seiner günstigen klimatische Bedingungen und wegen der guten Bodenverhältnisse überwiegend ackerbaulich genutzt. Grünlandwirtschaft gibt es in den Talniederungen entlang der Fränkischen Saale, hinzukommen noch viele alten Streuobstwiesen. Die Naturräume im Grabfeld sind geprägt von Kalk-Halbtrockenrasen, Frischweidenbeständen, Wacholderheiden, lichten Kiefernwäldern und auch einigen naturnahen Laubwäldern.

Die Region ist namensgebend für die Grabfeld-Formation, ein geologischer Begriff für die Bodenschicht des Gipskeuper, die in ganz Deutschland auftritt und für die das Grabfeld typisch ist. Die Bodenschicht entstand als Ablagerungsgestein vor ca. 230 Mio. Jahren, das ist der Zeitraum mit den allerersten Sauriern (wikipedia:Grabfeld-Formation).

Brauchtum[Bearbeiten]

Lichtstuben[Bearbeiten]

Lichtstuben sind ein alter Brauch, der im nördlichen Franken auf dem Land früher weit verbreitet war:

Zur Winterzeit trafen sich kleinere Gruppen der Dorfgemeinschaft bei den Lichtstubenwirten in der Spinnstube zu Gesellschaftsspielen, zum Wollstricken oder zum Klöppeln und allgemein zum geselligen Beisammensein, man sparte dadurch auch noch Geld für Kerzenlicht und das Holz für die Heizung zuhause ein. Der Lichtstubenwirt erhielt einen Obolus für das Überlassen seiner Räume.

Besonders aktiv war mangels eines anderen Treffpunkts meist die unverheiratete Dorfjugend, gepflegt wurde dabei das bäuerliche Lied- und Erzählgut und mit Bier und der Musik ging es dabei oft auch recht lustig zu. Die wichtigen Termine waren der Ursulatag (21. Oktober), die Woche nach Martini (11. November), das Ende der Lichtstuben war dann Maria Lichtmess (2. Februar). Verschiedentlich waren die Lichtstuben und Spinnstuben für Burschen und Mädchen auch getrennt, was natürlich Regelverletzungen provozierte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war das Brauchtum so gut wie ausgestorben, in jüngerer Zeit wird aber die Tradition der Lichtstuben und Spinnstuben in vielen Orten des Grabfelds von den Einheimischen wiederbelebt, oft als auch für ortsfremde offene Veranstaltungen mit einem kulturellem Hintergrund und auf Initiative durch die Orts- oder Heimatvereine.

Ostern[Bearbeiten]

Zur Osterzeit kann das 100 Jahre verschollenen Heilige Grab täglich zwischen 8.00 Uhr und 18.00 Uhr in Eyershausen, einem Ortsteil von Bad Königshofen besichtigt werden.

Sprache[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Das Grabfeld ist über die Bahnstrecke Erfurt – Schweinfurt zu erreichen. Bahnhöfe sind hier Rentwertshausen, Mellrichstadt und Bad Neustadt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Durch das Grabfeld führt die Bundesautobahn 71 mit den Anschlussstellen Rentwertshausen, Mellrichstadt und Bad Neustadt.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Grabfeld liegt beidseits der Bundesstraße B279 von Bad Neustadt nach Bamberg, und ist über diese gut zu erreichen. Anschlussstelle der B279 an die Autobahn A71 (Thüringerwald-Autobahn): Abfahrt Bad Neustadt;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

kleiner und großer Gleichberg
  • Gleichberge, (679m), Großer- und Kleiner-; bewaldete Zwillings-Vulkankegel im Thüringer Teil des Grabfelds;

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Burgen und Schlösser
Brennhausen mit See
  • Burg Brennhausen - spätmittelalterliche einsame Wasserburg bei Sulzdorf an der Lederhecke, erste Baudetails vermutlich schon im 13. Jahrhundert, im Jahre 1393 urkundlich erstmals erwähnt;
  • Burg Wildberg - Burgruine aus Mauer- und Gewölberesten auf der Haßberghöhe bei Sulzdorf, Stammsitz der gleichnamigen Dynastie die hier von 1123 bis 1305 urkundlich nachgewiesen ist. 1525 im Bauernkrieg zerstört. 1977 wurden die Gewölbe wieder frei gelegt und gesichert.
  • Veste Irmelshausen, eines der schönsten Wasserschlösser Frankens und seit sechshundert Jahren im Besitz der Herren von Bibra.
  • Kleinbardorf, Renaissance-Wasserschloss mit reich geschmückten Portalen; erbaut 1589/1590 von Heinrich von Bibra; 1766 renoviert;
  • Wasserschloss Roßrieth erstmals erwähnt 1140, die jetzige Anlage entstand ab 1589 auf den Trümmern der alten Burg, die als Räubernest zerstört worden war. Derzeit in stark renovierungsbedürftigem Zustand;
  • Schloss Trappstadt,
  • Schloß Sternberg, Burgveste der Grafen Henneberg auf dem Sterenberg, urkundlich 948 erstmals erwähnt. Im 14. Jahrhundert Ganerbenburg;

Museen[Bearbeiten]

In Bad Königshofen:

  • Archäologisches Museum, ein Zweigmuseum der archäologischen Staatssammlung in der „Alten Schranne“. Das Museum zeigt einen umfassenden Überblick über die Vor- und Frühgeschichte des östlichen Unterfranken, insbesondere der Rhön und des Grabfeldes.

In Römhild:

Museen zur ehemaligen innerdeutschen Grenze:

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Märchenwald Sambachshof in Sambachshof bei Bad Königshofen. In idyllischer Lage, im Wandergebiet der Kurstadt Bad Königshofen, abseits des großen Autoverkehrs erfreuen sich jung und alt über die beliebtesten Märchen der Gebrüder Grimm.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Auferstehungsweg, am Ostermontag 2012 als der erste in Bayern neu eröffnet: ein acht Kilometer langer Rundweg verbindet als Fußweg und auch als Radweg die evangelischen Kirchengemeinde Irmelshausen, Höchheim und Rothausen. Ausgestattet ist er mit 13 großformatigen Tafeln, die Bilder auf den Tafeln zu Worten aus der Bibel wurden von dem verstorbenen Künstler Werner Steinbrecher aus Allenbostel bei Uelzen geschaffen.

Küche[Bearbeiten]

Die einzige Brauerei im Grabfeld ist die Brauerei Lang in Waltershausen;

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roswitha Altrichter, Anette Faber, Reinhold Albert, Hannsfriedrich, Stefan Kritzer ; Kulturagentur des Landkreises Rhön-Grabfeld (Hg.): Kirchen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Rötter Druck, 2010 (1. Auflage), ISBN 978-3-939959-06-9; ca. 300. Kirchenführer, umfassende Darstellung der Kirchen.

Spezielles:

  • "Der Sagenschatz des Frankenlandes", und "Die Sagen des Rhöngebirges und des Grabfeldes", herausgegeben von Ludwig Bechstein, Voigt und Nocker, Würzburg (1842), Reprint im September 1979 durch Rainer Hartmann, Sondheim v.d.Rhön ---im Antiquariat.
  • Die Kunstdenkmäler von Bayern, III, Bezirksamt Königshofen; Verlag R. Oldenbourg, München 1915; Nachdruck München 1983, ISBN 3-486-50467-3;

Weblinks[Bearbeiten]

  • Kommunale Allianz Fränkischer Grabfeldgau ("Grabfeldallianz") : www.allianz-grabfeldgau.de (ein Zusammenschluss von zehn Kommunen im Grabfeld);
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