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Unterfranken

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Unterfranken
Hauptstadt Würzburg
Einwohner
1.298.849 (2014)
Fläche
8.530,99 km²
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Lage
Lagekarte

Unterfranken ist der nordwestlichste Regierungsbezirk von Bayern. Die Kernregion von Unterfranken ist der Teil, der vollständig vom Main durchflossen wird, sie wird auch als Mainfranken bezeichnet. Der Regierungssitz von Unterfranken ist Würzburg.

Die Festung Marienberg in Würzburg vom Mainkai aus gesehen.

Regionen[Bearbeiten]

Bad Neustadt:Salzburg, Münze und Kapelle

Der Regierungsbezirk Unterfranken besteht aus den drei kreisfreien Städten Aschaffenburg, Schweinfurt, Würzburg, und aus den neun Landkreisen Aschaffenburg, Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main-Spessart, Miltenberg, Rhön-Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg.

Der Bezirk Unterfranken ist verwaltungstechnisch die dritte kommunale Ebene in Bayern als Vertretung der Kommunen und Kreise, der Bezirk ist mit der Fläche des Regierungsbezirks identisch.

Sitz der Verwaltung des Regierungsbezirks und des Bezirks ist Würzburg.

Touristisch bedeutende Regionen sind:

  • Das Mainviereck, die Flussschleife des Mains zwischen den Städten Gemünden, Wertheim, Miltenberg und Aschaffenburg;
  • Der fränkische Teil am Mittelgebirge der Rhön und die Region Rhön-Saale im Nordwesten des Regierungsbezirks;
  • Der fränkische Teil des Spessart im Nordwesten;
  • Unter dem Begriff Deutscher Burgenwinkel vermarktet sich die burgen- und schlösserreiche Region der nördlichen Haßberge (Unterfranken) und auch die anschließende Nachbarregion in Oberfranken.

Orte[Bearbeiten]

Aschaffenburg, Schloss Johannisburg
Kurgarten Bad Kissingen
Iphofen, Rödelseer Tor
  • Amorbach, mit der über 1250 Jahre alten Benediktinerabtei.
  • Bad Kissingen, bayerisches Staatsbad und bekanntester Kurort Deutschlands.
  • Bad Bocklet, Biedermeierbad im Tal der fränkischen Saale;
  • Castell, renommierter Weinort mit Barockschloss.
  • Fladungen - mittelalterlich-romantisches Fachwerkstädtchen in der Rhön.
  • Gerolzhofen am Steigerwald, mit gut erhaltener mittelalterlicher Altstadt;
  • Hammelburg - älteste Weinstadt Frankens, in der südlichen Rhön.
  • Haßfurt, Kreisstadt des Landkreises Haßberge
  • Iphofen, renommierter Weinort mit hervorragend erhaltener Stadtbefestigung;
  • Kitzingen am Main, historische Weinhandelsstadt;
  • Münnerstadt - am Südrand des Naturparkes Bayerische Rhön, prächtige Fachwerkbauten.
  • Oberelsbach - Marktgemeinde und staatlich anerkannter Erholungsort in der Rhön.
  • Röttingen - südlichste Stadt im Landkreis Würzburg, Stadtmauer mit sieben Türmen, Weinbau.
  • Volkach mit Riemenschneiders berühmter "Madonna im Weingarten".
  • Werneck mit Schloss Werneck und Parkanlage im englischen Stil.
  • Wiesentheid, mit Schloss und der Pfarrkirche St. Mauritius nach Plänen Balthasar Neumanns.
  • Würzburg - Bischofssitz und Universitätsstadt, überragt von der Festung Marienberg.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • Das Grüne Band ist das erste gesamtdeutsche Naturschutzprojekt und entstand entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens, es verläuft entlang der nördlichen Grenzen Unterfrankens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Unterfranken ist der westlichste der drei fränkischen Regierungsbezirke und liegt im Nordwesten des Freistaat Bayerns. Der Bezirk Unterfranken ist verwaltungstechnisch der Zusammenschluss der Kreise in Unterfranken (kommunale Ebene) und in der Fläche deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Unterfranken.

In bayerischen Gemeinden mit überwiegend Angehörigen der katholischen Kirche ist nach dem Gesetz Mariä Himmelfahrt (15. August) ein gesetzlicher Feiertag. Dies trifft für alle Gemeinden in Altbayern zu und für etwa die Hälfte der fränkischen Gemeinden. Für geplante Aktivitäten und auch Einkaufen sollte man sich vorher erkundigen, ob am Urlaubsort ein Feiertag ist.

Mit ca. 1,34 Mio. Einwohnern in 307 Gemeinden macht der Bevölkerungsanteil Unterfrankens rund ein Drittel von Franken und 11 Prozent von Bayern aus.

Die größten Städte sind Würzburg (ca. 124.600 Einwohner), Aschaffenburg (ca. 68.700 Einwohner) und Schweinfurt (ca. 52.000 Einwohner).

Die gesamte Fläche umfasst 8.532 km², das sind wieder ein gutes Drittel von Franken und etwa 12 % der Fläche Bayerns. Von der gesamten Fläche Unterfrankens sind 2,15 % geschützt, sie verteilen sich auf 132 Naturschutzgebiete mit insgesamt 183 km².

Die nördlichste Stelle Unterfrankens befindet sich bei Fladungen am Schwarzen Moor und ist das Dreiländereck zu Hessen und Thüringen, gleichzeitig auch die nördlichste Stelle Bayerns. Die südlichste Stelle befindet sich bei Röttingen im Landkreis Würzburg, die Ausdehnungen von Nord nach Süd betragen damit rund 121 Kilometer. Die östlichste Stelle des Regierungsbezirks befindet sich im Itzgrund bei Ebern, die westlichste Stelle liegt bei Aschaffenburg, die Abmessungen von Ost nach West betragen damit rund 135 Kilometer. Geographischer Mittelpunkt Unterfrankens ist Büchold, ein Ortsteil der Stadt Arnstein im Landkreis Main-Spessart.

Kreuzberg(li) und Bischofsheim von Osten gesehen

Die höchste Erhebung in Unterfranken ist mit 930 Metern das Dammersfeld im fränkischen Teil der Rhön, er ist als Beschussberg des Truppenübungsplatzes Wildflecken nicht zugänglich. Höchste zugängliche Stelle in Unterfranken ist der benachbarte Gipfel des 928 Meter hohen Kreuzbergs.

Mainkai in Würzburg

Wichtigstes Gewässer ist der Main, er fließt von Ost nach West durch den südlichen und westlichen Teil von Unterfranken und verlässt die Region in Kahl am Main (110 m). Hier liegt mit 107 Metern Höhe auch die niedrigste Stelle in Unterfranken und auch für ganz Bayern.

Umgeben ist Unterfranken vom Bundesland Baden-Württemberg im Südwesten und vom Bundesland Hessen im Westen und Nordwesten, im Nordosten schließt der Freistaat Thüringen. Im Osten ist der Regierungsbezirk Oberfranken benachbart, im Südosten Mittelfranken.

Durch den Beitritt Kroatiens zur EU am 1. Juli 2013 liegt der geographische Mittelpunkt der Europäischen Union jetzt in Unterfranken und zwar auf einer Wiese an der Schulzengrundstraße im Ortsteil Oberwestern der Gemeinde Westerngrund. Die Gemeinde liegt im Westen Unterfrankens und nördlich von Aschaffenburg. Die exakte Koordinate ist 50° 07‘ 1‘‘ nördlicher Breite und 9° 14‘ 53‘‘ östlicher Länge (50° 7′ 1″ N 9° 14′ 53″ O) und wird berechnet vom französischen IGN (Institut national de l'information géographique et forestiere). Am 1. Januar 2014 tritt das französische Übersee-Departement Mayotte, das ist eine Inselgruppe nordwestlich von Madagaskar, der EU bei, dann verschiebt sich der Mittelpunkt nochmals um ca. 500 Meter, verbleibt aber auf der Fläche der Gemeinde Westerngrund.

kleine Chronik[Bearbeiten]

In der Kulturgeschichte gehörte die Fläche der heutigen Region Unterfranken zum reichsunmittelbaren Herzogtum Ostfranken, einem der fünf Stammesherzogtümer im Ostfrankenreich. Das zentrale Herzogtum Ostfranken konnte nach dem Zusammenbruch des Karolingerreiches um das Jahr 841 nicht mehr wieder errichtet werden, so wie z.B. in Bayern und Sachsen geschehen. Die Würde des Herzogstitels wurde anschließend noch verschiedentlich vergeben, unter anderem an die Würzburger Bischöfe, aber das geschah rein formal und ohne jeden Anspruch.

Im Mittelalter und bis in die Frühmoderne bestand die Fläche des heutigen Regierungsbezirks, so wie ganz Franken, aus einer Vielzahl von unabhängigen und eigenständigen Staaten mit kirchlichen und weltlichen Herrschaften sowie aus der freien Reichsstadt Schweinfurt mit den beiden freien Reichsdörfern Gochsheim und Sennfeld und noch aus zahlreichen weiteren kleineren Besitzsprengeln. Den größten Flächenanteil hatte das Fürstbistum und Hochstift Würzburg, weitere maßgeblichen Anteile hatte das Fürstbistum und Hochstift Bamberg, das Hochstift Fulda und das Kurfürstentum Mainz. Die Herrschaften waren meist reichsunmittelbar, das heißt sie waren direkt dem Kaiser unterstellt, ein Herzog (die späteren Könige) war nicht zwischengeschaltet.

Residenz Würzburg, Hofgarten

Die Barockzeit (Ende 16. Jhd. bis Mitte 18. Jhd.) ist eine kulturelle Blütezeit für die Region: Die Familie der Grafen von Schönborn stellt zahlreiche Fürstbischöfe in der Region und entwickelt eine umfangreiche Bautätigkeit: Es entstehen die Residenzen und Schlossanlagen in und um Würzburg und Aschaffenburg.

1803 ist das Jahr des Reichsdeputationshauptschlusses und damit der Auftakt zur Säkularisation, die weltlichen Fürsten sollten unter napoleonischem Einfluss für die vorangegangenen Revolutionskriege entschädigt werden. Dazu bediente man sich bei den geistlichen Fürstentümern und bei den freien Reichsstädten, welche aufgelöst wurden bzw. ihre Unabhängigkeit verloren. Schweinfurt wurde bereits 1803 bayrisch, die Flächen der Hochstifte wurden vorübergehend in das "Großherzogtum Würzburg", in das "Fürstentum Aschaffenburg" bzw. in das "Großherzogtum Frankfurt" umgewandelt, diese wurden aber spätestens bis 1814 wieder aufgelöst und ein Teil des Königreichs Bayern, zu dem bis dahin keinerlei historische oder politische Bindungen bestanden.

Die Schlösser der Fürstbischöfe in Würzburg und Aschaffenburg wurden von den bayrischen Fürsten privat genutzt, das Gebiet wurde ab 1814 zunächst verwaltungstechnisch als "Untermainkreis" und ab 1838 als "Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg" bezeichnet, seit 1946 ist es der Regierungsbezirk Unterfranken. Sitz der Regionalverwaltung war von Anfang an Würzburg.

Historische Eckdaten für ganz Franken siehe auch im entsprechenden Artikel.

Brauchtum[Bearbeiten]

  • Die Lichtstuben waren ein im ganzen nördlichen Unterfranken früher weit verbreiteter Brauch der Dorfbevölkerung zur Winterzeit, der in der Region um das Grabfeld heute wiederbelebt wird.

Sprache[Bearbeiten]

Nordheim vor der Rhön, der pittoreske Treppenaufgang fehlt in keinem Reiseführer zur Region

Im Gebiet wird Unterfränkisch, eine Variante des fränkischen bzw. ostfränkischen Dialekts, gesprochen. Regional kann dann noch einmal in den fränkisch-würzburgischen Dialekt im zentralen und südlichen Unterfranken, in den Bamberger Dialekt im östlichen Unterfranken, in den Rhöner Dialekt mit einem Spracheinschlag der Fuldaer Mundart und in einen Einschlag des Hennebergischen im Grabfeld unterschieden werden. Der Dialekt im Aschaffenburger Raum stellt einen Übergang zum hessischen Dialekt dar, am südlichen Rand von Unterfranken befindet sich der Sprachübergang in das Hohenlohische.

Deutlichstes Kennzeichen in der Aussprache, wie für das ganze Fränkische, ist der Ersatz der Konsonanten p und t durch b und d, in der Fachsprache als die binnendeutsche Konsonantenschwächung bezeichnet: aus "fränkisch" wird "frängisch", aus "Mutter" wird die "Mudda".

Unterschieden werden dann aber die Dialektformen untereinander weniger in der Aussprache, sondern besonders im benutzten Wortschatz für die allgemein verwendeten Begriffe. Im ländlichen Raum sind hier, je nach der Zersplitterung der regionalen Landesherrschaften, oft auch kleinräumig nochmals stark unterschiedliche Ortsdialekte auszumachen.

Aus den Medien der bekannteste Vertreter für das Unterfränkische, allerdings in einer bundesweit verständlichen zahmen Variante, ist die Kunstfigur Erwin Pelzig des Würzburger Kabarettisten Frank-Markus Barwasser.

Hochdeutsch wird natürlich überall verstanden und in den größeren Ortschaften auch gesprochen, die verschiedenen Dialektformen sind seit Mitte des letzten Jahrhunderts generell stark im Rückzug.

Offiziell zuständig für die Sprachforschung in der Region ist das Unterfränkische Dialektinstitut an der Universität Würzburg.

Siehe auch das Literaturverzeichnis.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der von Frankfurt am Main im Westen, der in Nürnberg im Südosten und der Flughafen Erfurt im Norden.

Außerdem gibt es in vielen Städten kleinere Flugplätze und Graspisten für Propellermaschinen und sonstiges kleineres Fluggerät.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

ICE-Bahnhöfe in Unterfranken sind Aschaffenburg Hbf und Würzburg Hbf. Im südöstlich benachbarten Mittelfranken ist der Bahnhof Fürth schnell erreichbar, vom nördlichen Unterfranken aus in Osthessen der Bahnhof Fulda.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Autobahnrouten durch Unterfranken sind:

  • Wichtigste Nord-Süd-Verbindung ist die Autobahn A7 (Flensburg- Füssen): Deutschlands längste Autobahn führt mit vierspurigem Ausbau von Nord nach Süd durch Unterfranken.
  • Die Autobahn A3 (von der niederländischen Grenze bis Passau und Österreich) ist Deutschlands zweitlängste Autobahn. Die Route führt aus dem Frankfurter Raum von Westen nach Südosten durch Unterfranken und weiter nach Mittelfranken (Nürnberg) und über die Autobahn A9 bis nach München im Süden. Der Abschnitt von Aschaffenburg bis Biebelried ist teilweise sechsspurig ausgebaut.

Die beiden vorgenannten Routen sind als bundesweit wichtige Nord-Süd-Verbindungen auf den gesamten Teilstücken in der Region anfällig für die Ferienstaus während der Urlaubszeiten, insbesondere zu Ferienbeginn- und Ferienende in den bevölkerungsreichen Bundesländern West- und Norddeutschlands.

  • Die vierspurige Autobahn A70 ist die Maintalautobahn und führt vom Dreieck Werntal bei Schweinfurt nach Osten bis Bamberg und Bayreuth.
  • Die Autobahn A71 ist die Thüringer-Wald-Autobahn und führt von Schweinfurt aus nach Erfurt.
  • Die vierspurig ausgebaute Autobahn A81 führt von Würzburg aus nach Süden in den Raum Stuttgart und weiter bis in die Nähe der schweizerischen Grenze.

Autobahnknoten sind das Kreuz Biebelried (A3, A7) und Schweinfurt-Werneck (A7, A70), das Dreieck Werntal (A70, A71) und das Dreieck Würzburg-West (A3, A81).

Bundesstraßen durch Unterfranken sind:

Die B19 führt aus Thüringen durch Unterfranken weiter nach Süden bis in das Allgäu.

Die B27 führt aus Sachsen-Anhalt und Osthessen durch Unterfranken weiter nach Baden-Württemberg.

Touristische Straßenrouten durch Unterfranken sind:

  • Die Romantische Straße ist die älteste Ferienstraße in Deutschland und führt vom Main in das Allgäu.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

in Würzburg (Ringpark Glacis)

Der Main ist bis Bamberg und damit in Unterfranken auf ganzer Länge schiffbar:

Am Mainviereck:

Am Maindreieck:

  • Von Volkach aus wird mit dem Schiff die Volkacher Mainschleife bedient.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Radfernwege durch die Region sind:

  • Der Main-Radweg führt von der Weißmain- und Rotmainquelle südöstlich von Kulmbach bis an den Rhein in Mainz-Kastel in Hessen;
  • Der Rhön-Radweg führt aus Thüringen über Osthessen und die Hochrhön bis nach Hammelburg.

Regionale Radrouten siehe im Abschnitt Aktivitäten.

Mobilität[Bearbeiten]

Am bayerischen Untermain im Raum Aschaffenburg befindet sich das Tarifgebiet der VAB mit Sitz in Aschaffenburg. Es besteht ein Übergangstarif zum Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Der OVF - Omnibusverkehr Franken verkehrt in ganz Unterfranken mit Ausnahme des vorgenannten Tarifgebietes der VAB, Einzelheiten über Strecken, Fahrpläne und Preise finden sich im Internet OVF.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

St.Johannes Baptista in Brend
Kirchenburg Ostheim

Die ältesten Kirchen Unterfrankens sind in Brendlorenzen, einem Ortsteil von Bad Neustadt, die karolingische Pfarrkirche St. Johannes Baptista, ihre Entstehung wird auf um das Jahr 700 datiert, und in Würzburg auf der Feste Marienberg die Marienkirche, sie wird in das Jahr 705 eingeordnet. St. Johannes Baptista, das exakte Datum ist hier nicht belegbar, ist möglicherweise der älteste unversehrte Kirchenbau Deutschlands, beide Kirchen gehören zu den ältesten Gebäuden im Land.

Unterfrankens einziger Dom, gebaut ab 1040, steht ebenfalls in der Bischofsstadt Würzburg. Würzburg hat mit insgesamt über 50 Kirchen auch die größte Anzahl vorzuweisen.

Die mittelalterlichen Kirchenburgen sind eine unterfränkische Spezialität: Viele gut erhaltenen Exemplare gibt es in der fränkischen Vor-Rhön zu besichtigen, beispielsweise die in Ostheim vor der Rhön, die Kirchenburg gilt als die größte Anlage ihrer Art in Deutschland und ist hervorragend erhalten.

Sehens- und besuchenswerte unterfränkische Klosteranlagen sind zum Beispiel:

  • Die Benediktinerabtei in Amorbach wurde nach der Überlieferung im Jahre 734 gegründet. Sehenswert ist die barockisierte ehemalige Abteikirche mit ihrer Orgel.
  • Die Abtei Münsterschwarzach ist heute eines der wichtigsten Benediktinerklöster in Deutschland. Ein erstes Kloster wurde im Jahre 780 gegründet.
  • Das Franziskanerkloster Kreuzberg mit einer eigener Klosterbrauerei.
  • Das Franziskanerkloster Engelberg im südlichen Spessart, ausgeschenkt wird ein dunkles Klosterbier aus dem Holzfass.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Schloss Werneck

Unterfranken ist, wie ganz Franken, Schlösserland: in der Barockzeit entstanden unter den bauwütigen Kirchenfürsten der Familie der Grafen von Schönborn eine Reihe an Schlössern und Prachtbauten; Glanzstück ist die Residenz in Würzburg (geschaffen von Balthasar Neumann) als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO, weitere Bauten Neumanns sind die Schlösser in Veitshöchheim und Werneck;

Eine besonders hohe Dichte an Landschlössern hat das Grabfeld und der Raum Haßberge zu bieten.

Museen[Bearbeiten]

Museum Georg Schäfer

Die überregional bedeutendsten Museen der Region sind das Mainfränkische Museum auf der Feste Marienberg in Würzburg, gezeigt werden Werke Tilman Riemenschneiders, außerdem eine vorgeschichtliche Sammlung, Zeugnisse fränkischer Weinkultur und eine Volkskunde-Abteilung. In Schweinfurt befindet sich das Museum Georg Schäfer, es ist die bedeutendste Privatsammlung der Kunst des deutschsprachigen Raums im 19. Jahrhundert.

Die Museen Schloss Aschach in Aschach bei Bad Bocklet (Graf-Luxburg-Museum, Volkskundemuseum und Schulmuseum) sind Museen des Bezirks Unterfranken.

In Fladungen befindet sich das Fränkische Freilandmuseum: gezeigt wird die ländliche Baukultur und das dörfliche Wohnen und Wirtschaften in Unterfranken auf einem Museumsgelände mit 7 Hektar Fläche und acht bäuerlichen Hofstellen.

Museen zu speziellen Themen sind zum Beispiel das Deutsche Fahrradmuseum (in Bad Brückenau), das Bismarck-Museum (in Bad Kissingen), oder die Erich-Kästner-Bibliothek in Oberschwarzach am Steigerwald. In Klingenberg am Main gibt es ein Weinbaumuseum.

Hinzu kommen noch zahlreiche weitere Museen mit einem heimatkundlichen Schwerpunkt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Ein Wildpark befindet sich in Heigenbrücken im Spessart bei Aschaffenburg.

Nostalgiebahnen[Bearbeiten]

Bocke(r)le am Bahnhof Ostheim
  • Die Museumsbahn Rhönzügle des Freilandmuseums in Fladungen fährt im Sommer auf der Trasse der ehemaligen Streutalbahn, Haltestellen sind Fladungen, Ostheim vor der Rhön und Mellrichstadt. Die Dampflokomotive „98 886“ mit dem Spitznamen „Bocke(r)le“ stammt aus dem Jahre 1924 und wurde von Krauss-Maffei in München/Allach gebaut, sie steht unter Denkmalschutz, wird bis zu 40 km/h schnell und ist eine Leihgabe der Stadt Schweinfurt an das Museum.
Rhönzügle. Geöffnet: ab Anfang April bis Ende Oktober. Preis: einfache Fahrt Erwachsene 6,- €.
  • Die Mainschleifenbahn verkehrt im Sommer zwischen Volkach-Astheim, Escherndorf und Seligenstadt bei Würzburg am Nordhang der Volkacher Mainschleife, gefahren wird in einem Schienenbus Jahrgang 1960. Die Strecke ist insgesamt 10 Kilometer lang. Am Bahnhof Seligenstadt besteht Anschluss an die Bahnlinie Würzburg – Schweinfurt. In Volkach besteht Anschluss an die Personenschifffahrt auf dem Main bzw. das Fahrgastschiff Undine im Zweistundentakt.
Mainschleifenbahn. Tel.: +49 (0) 152 02482125. Geöffnet: Ab Ostern bis Ende Oktober. Preis: einfache Fahrt Erwachsene 4,- € (Stand 2014).

Wintersport[Bearbeiten]

Rothanglift

Alpiner Wintersport in nennenswertem Umfang ist in mehreren Skigebieten der Rhön, insbesondere von Bischofsheim aus am Kreuzberg und am Arnsberg möglich, ausführliche Infos siehe hierzu im Themenartikel Wintersport in der Rhön.

regionale Radrouten[Bearbeiten]

regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Eine Übersicht zu den zahlreichen Weinfesten in der Region befindet sich im Artikel zur Region Mainfranken.
Erstmals im Jahre 1933, seitdem im fünfjährigen Turnus in den Monaten Juni bis September, das nächste Mal im Jahr 2018; Info ;

Küche[Bearbeiten]

Die unterfränkische Küche als ein Teil der fränkischen Küche kann insgesamt als herzhaft-deftig bezeichnet werden: die Hauptspeise ist immer Fleisch, die Hauptbeilage wie Klöße, Kartoffeln oder Nudeln sind sättigend, die Portionen immer ausreichend.

Mit der Annäherung an die Weinbauregionen am Main gewinnen aber die weiteren Essensbeilagen wie Gemüse und Salat zunehmend an Bedeutung, auch Gewürzkräuter werden intensiver eingesetzt und auch die Zubereitungsmethoden werden raffinierter.

Die Weinbauregion Unterfranken hat auch einige durch die Medien bekannte Star- und Sterneköche hervorgebracht: Bernhard Reiser kocht in Würzburg im Reisers am Stein, Fernsehkoch und Sternekoch Stefan Marquard, gebürtig in Schweinfurt, lernte in Volkach Metzger, Ralf Zacherl hat seine Berufsanfänge im Gasthaus der Eltern im tauberfränkischen Wertheim nahe der unterfränkischen Grenze.

Silvaner aus Castell im Bocksbeutel

Ausführliche Informationen zur Fränkischen Küche insgesamt gibt es im eigenen Themenartikel Essen und Trinken in Franken, zum Bier Brauereien in Franken und zu geistigen Getränken in Brennereien in Franken.

Ausführliche Informationen zum Frankenwein siehe im Artikel zur Region Mainfranken.

Regionale Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Fränkische Blaue Zipfl: kleine Bratwürste in einem Sud aus Wurzelgemüse, Zwiebeln, Weißwein und etwas Essig ziehen lassen;
  • Meterbratwurst, fränkische Rostbratwurst, gerollt in Längen ab einem halben Meter gibt es in Sulzfeld am Main;
  • Fränkischer Schmorbraten
  • Ribb'le mit Graud: ähnlich dem Kassler Rippchen auf Sauerkraut
  • Krengemüse: Meerrettich mit Butter und Gemüsefond angemacht.
  • Würzburger Bratwurst auch "Winzerbratwurst", ist eine etwas schärfer gewürzte Bratwurst, die zusätzlich einen Anteil weißen Frankenweins enthält. Sie wird nicht gegrillt, sondern in der Pfanne in Fett gebraten und in der Mitte geknickt als "Geknickte" im Brötchen (Weck) serviert.
  • Würzburger Knäudele rot oder weiß: kleine Griebenwurst (geräucherte Blutwurst oder geräucherte Leberwurst), auch "Blunzn" genannt;

Brauchgebäck[Bearbeiten]

Wallweck

Brauchgebäck sind Backwaren zu einem bestimmten Termin oder aus Anlass im Jahreslauf:

  • Krapfen zur Faschingszeit, die "Fosenochdsgrobfe" sind in Unterfranken aus einem Hefeteig gebacken und ausschließlich mit Hiffenmark (Hagebuttenmarmelade) oder auch gar nicht gefüllt und auch nicht mit Staubzucker bestäubt.
  • Wallweck: sind ein Backwerk in Hörnchenform, das früher oft am Ziel der Wallfahrt an die Wallfahrer verkauft wurde und heute zum Anlass einer Wallfahrt nur noch selten erhältlich ist.
  • Muskatzinen, ein Gebäck, dass es nur in Dettelbach gibt. Es wurde speziell für die Wallfahrer erfunden und ist mit Zimt, Nelken und Muskat gewürzt.
  • Ein Plootz ist ein flach und groß im Blech ausgebackener Hefekuchen der unterschiedlich belegt ist: als eher süßer Käseplootz (Kaseplootz) mit dunkel angebackenem Quark, als deftiger Zwiebelplootz dick mit Zwiebeln und Speck belegt, oder auch in Varianten mit Kartoffeln oder auch mit Obst (Zwetschgenplootz, Apfelplootz).
Der Plootz wird heute als ein Alltagsgebäck ganzjährig und zu verschiedenen festlichen Anlässen gebacken. Der Käseplootz hatte seine historische Bedeutung vor allem zur Kirchweih, wo er beim Dorfbäcker wegen der großen Stückzahlen vorab bestellt werden musste.

Bier[Bearbeiten]

Mit seiner Kernregion Weinfranken steht Unterfranken zwar für den Frankenwein, Bier spielt in dem bayerischen Regierungsbezirk aber ebenfalls eine erhebliche Rolle als Volksgetränk.

Prägend für die Region sind die eher klein- und mittelständischen Brauereien: Mit dem allgemeinen Brauereisterben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind noch knapp fünfzig Betriebe verblieben. Das sind zwar nach der Anzahl deutlich weniger als zum Beispiel im benachbarten Oberfranken, aber immer noch mehr als in den Millionenstädten Berlin, Hamburg und München zusammen. Die im bundesdeutschen Vergleich eher kleinen unterfränkischen Brauereien werden oft als Familienbetrieb geführt, sie sind meist nur lokal vertreten und schon im übernächsten Landkreis in den Getränkemärkten nicht mehr präsent, allgemein pflegen die Brauereien den Heimatbezug.

Eine spezielle unterfränkische Biersorte gibt es nicht, gebraut und getrunken wird überwiegend Pils und auch Exportbier, die Brauereien haben aber darüber hinaus immer auch Spezialbiere und Saisonbiere im Angebot, Beispiele sind Ökobier (Brauerei Rother Rhön), Weisse, Rauchbier oder Kellerbier. Solarbier, 80 Prozent der in der Herstellung aufgewendeten Energie stammt von der Sonne, gibt es bei Brauerei Raab in Hofheim. Krautheimer in Volkach betreibt noch eine brauereieigene Mälzerei.

Hausbräu kommt vor allem auf dem Land zunehmend wieder in Mode, hat aber vielfach noch so etwas wie "Experimentiercharakter". Gemeindebrauereien waren noch bis Mitte des letzten Jahrhunderts in ganz Franken weit verbreitet. Privatpersonen mit Braurecht durften im Brauhaus der Gemeinde ihr eigenes, einfaches und preisgünstiges Hausbräu-Bier brauen. Die Weitergabe der nach Braurecht jährlichen steuerfreien Braukontingente (bis zu 200 Liter/Person) waren im Erbrecht der Familien geregelt.

In den Dörfern im nördlichen Unterfranken kann in den letzten Jahren eine Wiederbelebung dieser Tradition des Hausbräu beobachtet werden: Ein für jeden zugängliches Gemeindebrauhaus auch mit Vorführungen gibt es im Fränkischen Freilandmuseum in Fladungen, außerdem gibt es noch ein gutes Dutzend weiterer Gemeindebrauereien z.B. in Thundorf (bei Bad Kissingen), in Höchstädten (bei Ebern) oder auch in Unterwaldbehrungen (nördlich von Bad Neustadt).

Prägend im feierfreudigen Bierland Unterfranken sind die zahlreichen Bierfeste im Sommer: die Aktivisten in den Sport-, Musik-, Schützen- und sonstigen Vereinen warten oft nur auf ein Jubiläumsjahr, um ein Bierzelt aufzustellen und dann über das Wochenende ein großes Fest zu veranstalten: trotz oder vielleicht auch wegen des großen Angebots, zeitweise fanden ein Drittel aller durch Vereine in der Bundesrepublik organisierten nichtkommerziellen Feste in Unterfranken statt, sind die Bierzelte meist gut besucht. Die klassischen bayerischen Biergärten sind in Folge in Unterfranken eher unterdurchschnittlich repräsentiert. Einige der Brauereien halten regelmäßig alljährliche Brauereifeste ab.

Eine ausführliche Darstellung der einzelnen Brauereien in Unterfranken ist im Themenartikel Brauereien in Franken (gesamt) geführt.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116 117 (kostenfrei)

Klima[Bearbeiten]

Winter in der Rhön
Maria im Weingarten bei Volkach

Das Klima in Unterfranken ist im regionalen Vergleich als mild und gemäßigt einzustufen. Während im Nordteil um Rhön, nördliche Saale-Region und Grabfeld noch ein eher raues Mittelgebirgsklima vorherrscht, gilt die Region am Main als mild und geschützt mit nur wenigen Frosttagen im Winter, ein für Weinanbau gut geeignetes Klima.

Unterfranken ist niederschlagsarm. Im Maindreieck und in der Region Rhön-Saale liegen die Niederschläge nur wenig über 500 mm im Jahr, und auch im Spessart, der feuchtesten Ecke Unterfrankens, werden nur Werte von bis zu rund 800 mm im Jahr erreicht, was in etwa dem bundesdeutschen Mittelwert entspricht. Zum Vergleich: in den bayerischen Alpen sind Spitzenwerte von bis 2000 mm im Jahr möglich, was 2000 Litern je Quadratmeter entspricht.

Die Weinbauern in Mainfranken sind Profiteure des Klimawandels: Mit den steigenden Temperaturen steigen auch die Oechsle-Werte der Trauben für den Frankenwein, die Qualität wird in den letzten Jahren generell messbar besser. Das Mittel des Zuckergehaltes stieg in den letzten Jahrzehnten von rund 52 bis 53 Öchsle auf über 80 Öchsle im neuen Jahrtausend an.

Noch in der Mitte des letzten Jahrhunderts wurde der in den fränkischen Gefilden angebaute besonders wärmebedürftige Rotwein wegen der im Vergleich mit den südlichen Nachbarstaaten doch deutlich kälteren Jahresdurchschnittstemperaturen meistens eher belächelt, und diejenigen Weinbauern, die Rotweinreben anpflanzten, wurden als experimentierfreudig abgetan. Mittlerweile wird auch fränkischer Rotwein als weltweit voll konkurrenzfähig eingestuft.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Rahrbach, Jörg Schöffl, Otto Schramm: Schlösser und Burgen in Unterfranken: Eine vollständige Darstellung aller Schlösser, Herrensitze, Burgen und Ruinen in den unterfränkischen kreisfreien Städten und Landkreisen. Edelmann, 2002, ISBN 978-3871913099; 224. ca. 39.-
  • Michael Petzet, Denis A. Chevalley ; Bayern, Landesamt für Denkmalpflege, München (Hg.): Denkmäler in Bayern, 7 Bde. in 8 Tl.-Bdn., Bd.6, Unterfranken: VI, Bd. I/Teil 2. München : Oldenbourg, 1985, (Denkmäler in Bayern), ISBN 978-3486523973; 574. Denkmalliste, ca. 69,90€
  • Reinhard Worschech ; Bezirk Unterfranken (Hg.): Trachten in Bayern: UNTERFRANKEN. Würzburg : Echter Verlag, 1982, ISBN 3-429-00783-6; 176.

Geschichte[Bearbeiten]

  • Markus Naser: Unterfranken in Bayern 1814-2014 / Historischer Atlas zum 200-jährigen Jubiläum. 2014, ISBN 978-3-88778-405-8; 128. 24.- €

Sprache[Bearbeiten]

  • Monika Fritz-Scheuplein, Almut König, Sabine Krämer-Neubert u. a.: Wörterbuch von Unterfranken. Königshausen & Neumann, 2008 (3. Auflage), ISBN 9783826040337; 328. 29,80 € Eine lexikographische Bestandsaufnahme: 4500 Wörter aus allen Regionen Unterfrankens.
  • Almut König, Monika Fritz-Scheuplein, Claudia Blidschun, Norbert Richard Wolf: Kleiner unterfränkischer Sprachatlas (KUSs). Universitätsverlag Winter, 2007, ISBN 9783825353261; 121. 28.- € 50 Karten zu den Eigenarten der unterfränkischen Dialekte.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Frankenbund e.V.: www.frankenbund.de (Vereinigung für fränkische Landeskunde und Kulturpflege).
  • Frankenland online (Zeitschrift für fränkische Landeskunde und Kulturpflege, Frankenbund e.V.)


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