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Castell (Steigerwald)

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Ort Castell mit Ruine Oberes Bergschloss (Treppenturm)
Ort Castell mit Ruine Oberes Bergschloss (Treppenturm)
Castell
Regierungsbezirk Unterfranken
Einwohner 809 (Dez. 2009)
anderer Wert für Einwohner auf Wikidata: 796, 829, 736, 534, 655 Einwohner in Wikidata aktualisieren Eintrag aus der Quickbar entfernen und Wikidata benutzen
Höhe
317 m
Tourist-Info Web http://www.castell-gemeinde.de/
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Der renommierte Weinort und Fürstensitz Castell liegt auf einem westlichen Ausläufer des Steigerwalds in Unterfranken.

Hintergrund[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Castell gehören seit der bayerischen Gebietsreform im Jahre 1977 auch die beiden bis dahin selbstständigen Ortsteile Greuth und Wüstenfelden. Die Gemeinde Castell gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Wiesentheid und zum Landkreis Kitzingen.

kleine Chronik[Bearbeiten]

Auf dem Bergrücken über Castell sind durch archäologische Funde umfangreiche Burg- und Wehranlagen bereits für das Früh- und Hochmittelalter belegbar. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes Castell (lateinisch für Burg oder Schloss) erfolgte im Jahr 816 in einer Stiftungsurkunde für das Kloster Megingaudeshausen bei Oberlaimbach (später verlegt nach Münsterschwarzach).

Die Adelsfamilie tauchte im Jahre 1091 erstmals auf: ein edelfreier Rupert nennt sich in einer Würzburger Bischofsurkunde erstmals “de Castello”, seit 1202 führen die Herren zu Castell den Grafentitel.

Um 1266 erfolgte dann eine nachhaltige Teilung der Grafschaft Castell in eine Linie vom oberen Schloss auf dem Schlossberg, sie verblieb den Grafen zu Castell, und in eine Linie vom unteren Schloss auf dem Herrenberg, das Schloss gehörte von da an zu den an die Burggrafen von Nürnberg bzw. die späteren Markgrafen von Brandenburg-Ansbach. In dieser Teilungsurkunde wurden auch erstmals die Weinlagen Schlossberg und Hohnart in Castell namentlich bezeichnet.

Im 14. Jahrhundert war Castell die Hauptstadt der Grafschaft. Wegen des im Ort vorkommenden Heilwassers war Castell im Mittelalter auch ein bei Adel und Volk beliebtes "Wildbad" (Kur- und Heilmittelbad), erstmalig belegt für das Jahr 1399.

Castellsches Archiv, ehemaliges "Neues Wildbad"
Schloss Castell, Südseite / Straßenseite

Im Bauernkrieg 1525 wurden beide Burgen zerstört, aber nur die obere Burg auf dem Schlossberg wurde wieder aufgebaut: die Burg der Markgrafen auf dem Herrenberg blieb eine Ruine, das brandenburgische Amt Castell wurde nach Kleinlangheim verlegt.

1600 bis 1601 entsteht das Neue Wildbad. Infolge des Dreißigjährigen Krieges gingen die Badegastzahlen aber merklich zurück. Im Jahre 1680 wurde das Wildbad geschlossen, anschließend zogen die Regierungsbeamten der Grafschaft Castell vom oberen Bergschloss in die Gebäude des ehemaligen Wildbads ein.

Von 1607 - 1615 entstand der Neu- und Erweiterungsbau der Burg auf dem Schlossberg über dem Ort.

1680/84 konnten Wolfgang Dietrich Graf zu Castell-Remlingen die ehemals brandenburgische Dorfhälfte zurück erwerben, er ließ hier sein neues Barockschloss errichten.

Im Jahre 1774 wurde die Castell-Bank als Gräflich Castell-Remlingen'sche Landes-Credit-Cassa gegründet, sie war im heutigen Castell'schen Archiv (Bau des Neuen Wildbads) untergebracht. Die Bank ist heute Bayerns älteste Privatbank.

Als Folge der Säkularisation (1803) wurde in den Pariser Verträgen vom 12. Juli 1806 (Rheinbundakte) die Herrschaft der Grafen Castell aufgelöst, die Orte wurden Bayern zugeschlagen.

1898 heirateten Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen und Ottilie von Faber, Erbin des Bleistiftfabrikanten Faber. Aus dieser Verbindung entstand der für Bleistifte und Schreibgeräte bekannte Name Faber-Castell.

1950 wurde die Communität Casteller Ring gegründet, der evangelische Orden befindet sich seit 1957 auf dem nahen Schwanberg.

Anreise[Bearbeiten]

Lage
Lagekarte von Bayern
Castell (Steigerwald)
Castell (Steigerwald)
Entfernungen (Straßen-km)
Kitzingen 14 km
Würzburg 38 km
Schweinfurt 41 km
Bamberg 70 km
Nürnberg 85 km
Frankfurt am Main 158 km

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächste internationale Flughäfen sind der der Flughafen in Nürnberg (79 km, ca. eine Autostunde), und der Flughafen in Frankfurt am Main (157 km, ca. 1 ½ Autostunden).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

  • Der Bahnhof Iphofen liegt an der Bahnstrecke Würzburg - Nürnberg und ist Haltestelle für alle Regionalzüge auf dieser Verbindung. Weiter noch 11 Kilometer mit Bus oder Taxi nach Castell.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Überregional ist Castell am einfachsten über die über die Autobahn A 3, (Nürnberg - Würzburg, RWBA Autobahnausfahrt.svg Wiesentheid), und weiter noch gut 4 km über Rüdenhausen bis Castell zu erreichen.
  • Über die schnellstraßenartige Bundesstraße B286 mit Anschluß an die Autobahn A70 (Maintalautobahn, Bamberg - Schweinfurt, RWBA Autobahnausfahrt.svg Schweinfurt Ost) und über Gerolzhofen und ab Wiesentheid wie vor ist Castell auch von Norden erreichbar.

Mobilität[Bearbeiten]

  • ÖPNV: Die Buslinien der Region betreut der Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken GmbH;
Info: Fahrpläne; Tel.: 01801 886 886 ; mailto:mail@vvm-info.de; www.vvm-info.de;

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Johannis
Schloss: Nordseite / Schlossgartenseite
  • Ev. Kirche St. Johannis: erbaut 1783-1792 durch Baumeister Joseph Albert aus Tirol und seinerzeit Ersatz für die Schlosskirche. Sehenswert im Inneren ist der Kanzelaltar aus dem Casteller Alabaster.
  • Schloss Castell: das Barockschloss entstand von 1686 bis 1691 als eine der ersten Dreiflügelanlagen Frankens und nach den Plänen des Künzelsauer Baumeister Peter Sommer. Das Schlossgebäude ist bewohnt und daher im Inneren für Touristen nicht zugänglich.
  • Der ehemals barocke Schlossgarten wurde um 1820 in einen Landschaftsgarten im englischen Stil umgewandelt. Der größte Teil des Gartens ist frei zugänglich und dient auch als Areal für verschiedene Veranstaltungen.
  • Oberes Bergschloss: erhalten ist noch der achteckige Treppenturm.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Silvanerweg, Wanderweg am Casteller Schlossberg mit Informationstafeln über die Burgen und die Weinlagen am Schlossberg und zu Geologie und Klima in der Region.
  • Kugelspielweg, Wanderweg durch die Weinberge am Kugelspiel.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Casteller Weinfest, am 3. und 4. Juliwochenende im Schlossgarten.
  • Weinwandertag, alljährlich am 1. oder 2. Sonntag im September.
  • Bürgerumzug zur Kirchweih, am letzten Wochenende im Oktober.

Einkaufen[Bearbeiten]

Außer Wein und Zubehör gibt es in Castell keine besonderen Einkaufsmöglichkeiten.

Küche[Bearbeiten]

  • 49.7428210.348511 Gasthaus Zum Schwan, Birklinger Straße 2, 97355 Castell. Tel.: (0)9325 90133, Fax: (0)9325 90134, E-Mail: . Küche mit vorwiegend regionalen Gerichte. Geöffnet: Öffnungszeiten: So ab 11.00 Uhr, Mo, Do – Sa 11.00 – 14.00 Uhr + ab 17.00 Uhr, Di + Mi sind Ruhetage. Preis: Übernachtungen sind möglich: EZ ab 55 €, DZ ab 75 €.
  • 49.7414210.352592 Weinstall Castell (gehobenes Weinrestaurant, Weinlaube mit Sommer-Terrasse), Schlossplatz 3, 97335 Castell. Tel.: +49 9325 902561, Fax: +49 9325 902681. Geöffnet: Mo + Di sind Ruhetage, Mi – So 12.00 – 20.30 Uhr.. Im ehemaligen Pferdestall des Schlosses Castell.
  • 49.7419210.350653 Kniebrecher (Bistro Cafe), Breite Str. 2, 97355 Castell. Tel.: +49 9325 6649.

Wein[Bearbeiten]

Weingarten in Castell
Silvaner aus Castell im Bocksbeutel

In den Wirren des Dreißigjährigen Krieges waren seinerzeit rund 75 % der Fränkischen Weinanbauflächen verloren gegangen, hinzu kam eine Klimaverschlechterung in Form einer "kleinen Eiszeit".

Reitsteig ist der Name der 16 ha großen Weinlage, in der nachweislich am 10. April 1659 insgesamt „25 Österreichische Fechser“ angepflanzt wurden, diese Datum steht damit für die erste Silvanerpflanzung in Deutschland, der heute gebräuchliche Rebenname wird auf den vermuteten Ursprung bei Wildreben im Donautal abgeleitet. Der besonders winterharte Silvaner ist auch unter Sylvaner oder Frankenriesling, Johannisberger, Arvine Grande, Gros-Rhin, Gamay Blanc, Zeleny und Silvania bekannt und bis in die Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts mit mehr als 30% Flächenanteil die meistangebaute Rebsorte in Deutschland, seitdem sinkt der Anteil etwas.

Der Silvaner ergibt im Zusammenspiel von Boden und Klima besonders authentische und wiedererkennbare Weine für die gesamte Weinbauregion Franken.

Das Fürstlich Castell'sche Domänenamt betreibt auf 70 Hektar Fläche ökologischen Weinbau und ist das älteste Weingut in Franken und das größte private Weingut Bayerns. Die Weine des Fürstlich Castell`schen Domänenamt gibt es zum Listenpreis auch außerhalb der Geschäftszeiten (sonntags) im Weinstall Castell.
  • Weingut Brügel, Hauptstraße 49, 97355 Castell-Greuth. Tel.: +49 9383 7619, Fax: +49 9383 6733, E-Mail: . Geöffnet: Mo. - Fr. von 9.00 - 12.00 und 13.00 - 18.00 Uhr, Sa. von 9.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr; und nach Vereinbarung.. Weingut mit 7,60 ha Anbaufläche.

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Im Ort gibt es eine Pension und mehrere Anbieter von Ferienwohnungen.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die nächste Apotheke befindet sich in Wiesentheid

Kurzinfos
Telefonvorwahl 09325
Postleitzahl 97355
Kennzeichen KT
Zeitzone UTC+1
Notruf 112 / 110

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Filiale Deutsche Post, Im Oberdorf 3, 97355 Castell.

Ausflüge[Bearbeiten]

im Schlossgarten
  • Der Schwanberg, beliebtes Ausflugsziel mit Aussicht, Schloss, Schlosspark und Cafe ist auf der Fahrtstraße (ca. 7 km) oder als Wanderung auch zu Fuß in ca. zwei Stunden erreichbar.
  • Weitere Weinorte im unmittelbaren Umfeld sind zum Beispiel Abtswind (ca. vier Kilometer), Rödelsee (ca. 9 km), Iphofen (ca. 12 km) oder Volkach am Main (ca. 25 km);

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]



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