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Schwanberg

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Vorderer Schwanberg, Blick von Rödelsee
Schwanberg
BundeslandBayern
Einwohnerunter 100
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Lage
Lagekarte von Deutschland
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Schwanberg

Schwanberg ist der Name eines kleinen Ortes auf dem gleichnamigen Berg in der bayerischen Gemeinde Rödelsee. Der Berg ist relativ bekannt, weil er exponiert ist und eine der markantesten Erhebungen des Steigerwaldes darstellt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Schwanberg (474 m) liegt an der Westflanke des Steigerwaldes. Hier fällt das Gelände relativ abrupt zum Maintal am Maindreieck hin ab, sodass die höchsten Erhebungen des Steigerwaldes etwa 300 m über dem Main liegen, der nur wenige Kilometer weiter westlich fließt. Der Schwanberg liegt etwa in der Mitte der westlichen Steigerwaldflanke oberhalb des Weinbauorts Rödelsee, zu dessen Gemeindegebiet die wenigen Häuser auf dem Gipfelplateau auch gehören. Der Berg ist oben bewaldet, im unteren Teil der Hänge befinden sich Weinberge verschiedener Weinorte der Gegend, u.a. auch Weinlagen der Stadt Iphofen, die direkt südlich liegt. Der Schwanberg ist vom Maintal aus relativ leicht erkennbar, weil sich auf dem Gipfelplateau mehrere Sendeanlagen befinden.

Der vordere Keltenwall mit Informationstafel

Das Plateau des Schwanbergs schiebt sich relativ isoliert und weit nach Westen vor, die Hänge fallen an drei Seiten recht steil ab. Dadurch hat man in viele Richtungen eine hervorragende Aussicht. An der flachen Seite nach Osten hin verengt sich das Plateau an einigen Stellen. Durch diese günstigen natürlichen Gegebenheiten war der Schwanberg recht gut zu verteidigen und daher schon in vorchristlicher Zeit besiedelt. An der flachen Ostseite standen an den schmaleren Stellen Befestigungswälle, deren Überreste noch heute deutlich erkennbar sind.

Die typischen Abstufungen des Schwanbergs verdanken ihre markante Formen dem häufigen Wechsel aus unterschiedlich verwitterungsresistenten Gesteinen in der Schichtung des Steigerwalds aus Keuper und verschiedenen Sandsteinen, entstanden in der Trias- und Jurazeit. Seit dem Jahre 2007 werden die Schichtstufen am Schwanberg zu dem 2002 neu gestarteten Projekt "Bayerns schönste Geotope" (Bayerisches Landesamt für Umwelt) gezählt.

Relativ auffällig ist auch das Schloss Schwanberg an der Hangkante. Eine erste Burganlage stammte wahrscheinlich aus dem 13. Jahrhundert; das heutige Gebäude entstand im Zuge des Wiederaufbaus älterer Gebäude am Anfang des 18. Jahrhunderts. Zum Schloss gehört eine Parkanlage vom Anfang des 20. Jahrhunderts, in der auch das Mausoleum der Herren vom Schwanberg steht.

Seit den 1960er Jahren lebt auf dem Schwanberg mit der „Communität Casteller Ring“ eine evangelische klösterliche Gemeinschaft von Frauen. Mit dieser Gemeinschaft ist das „Geistliche Zentrum Schwanberg“ eng verbunden, dem einige Gebäude auf dem Schwanberg gehören.

Durch seine Lage und durch das Kloster ist der Schwanberg ein wichtiges Ziel sowohl für Menschen, die eine Auszeit vom Alltag suchen, wie auch für Wanderer, Spaziergänger und Sonntagsausflügler.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächsten Flughäfen sind der Flughafen in Nürnberg und in Frankfurt am Main.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der nächste Bahnhof befindet sich in Iphofen am Fuß des Schwanbergs. Von dort besteht keine öffentliche Verkehrsverbindung. Will man wandern, kann man vom Bahnhof Iphofen durch die Stadt und die Weinberge auf den Berg laufen, allerdings muss man über 200 m aufsteigen; insgesamt beträgt der Fußweg etwa eine Stunde.

Wenn man an Tagungen und Veranstaltungen des Geistlichen Zentrums teilnimmt, können die Schwestern die Abholung in Iphofen organisieren.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von Osten: Über die Autobahn A 3 (Nürnberg - Würzburg), RWBA Autobahnausfahrt.svg Wiesentheid, weiter über Rüdenhausen und Wiesenbronn in Richtung Rödelsee; noch vor Rödelsee zweigt links die Straße auf den Schwanberg ab;

Kommt man aus anderen Richtungen, reist man normalerweise über Kitzingen an:

  • Von Westen: Über die Autobahn A 3 (Würzburg - Nürnberg), RWBA Autobahnausfahrt.svg Rottendorf, weiter über die Bundesstraße 8 in Richtung Nürnberg/Neustadt a.d. Aisch bis Ortsausgang Kitzingen.
  • Von Norden: Über die Autobahn A 7 (Kassel - Ulm), RWBA Autobahnausfahrt.svg Kitzingen, weiter über die Bundesstraße 8 bis Ortsausgang Kitzingen;
  • Von Süden: Über die Autobahn A 7 (Ulm - Kassel), RWBA Autobahnausfahrt.svg Marktbreit, weiter über Marktbreit nach Kitzingen, dort auf die B 8 in Richtung Nürnberg bis zum Ortsausgang.

Am Ortsausgang Kitzingen hält man sich am Kreisverkehr in Richtung Hoheim und Rödelsee, fährt auf dieser Straße unter Beibehaltung der Richtung an Rödelsee vorbei und biegt dann rechts ab. Von der Abzweigung windet sich die Straße am Hang hinauf bis zum 200 m höher gelegenen Gipfelplateau. Eine andere öffentliche Zufahrt zum Schwanberg gibt es nicht. Am Ortseingang gibt es einen großen kostenlosen Parkplatz (keine Parkmöglichkeit im Ort).

Mobilität[Bearbeiten]

Die Sehenswürdigkeiten auf dem Schwanberg sind nur zu Fuß erreichbar. Am Parkplatz gibt es Tafeln mit Informationen und Karten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St. Michael
Der Kreuzgang der Kirche
Die Lindenallee im Schlosspark mit Mausoleum
Der Kappelrangen
  • Kirche St. Michael: Die Kirche St. Michael des Münchner Architekten Alexander Freiherr von Branca ist die Kirche der Communität Casteller Ring. Sie wurde 1987 eingeweiht und ist ganztags (bis zum Nachtgebet) öffentlich zugänglich. Ein daneben gelegener kleiner und ruhiger Kreuzgang ist ebenfalls öffentlich zugänglich.
    • Die Architektur der Kirche soll die Offenheit ausstrahlen, der sich die Communität verpflichtet fühlt. So verfügt jede Seite der Kirche über ein halbrundes Fenster; das Dach ist teilweise als Glasdach ausgeführt.
    • Anders als in traditionellen Kirchen befinden sich der Altar und das Gestühl der Schwestern am tiefsten Punkt und in der Mitte der Kirche; die Schwestern sitzen also gerade nicht höher als die Gemeinde, sondern sitzen mitten in der Gemeinde um den Altar an der tiefsten Stelle im Sinne des biblischen „Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir. (Ps. 130)“
    • Das Dach über dem Altar ruht auf vier Säulen, was an den Baldachin bei einer jüdischen Trauung (die Schwestern geben unter diesem Baldachin ihre Gelübde ab) erinnern soll.
    • Die Kirche verfügt noch über drei Kapellen (im Vorraum sowie links der Orgel durch den Bogen); eine davon ist explizit als Rückzugsort für Stille und Gebet gedacht.
  • Schloss Schwanberg: Das Schloss gehört zum geistlichen Zentrum Schwanberg und ist daher nicht zu besichtigen. Allerdings werden im Sommerhalbjahr am 1. Sonntag des Monats Führungen durch Schloss und Kirche angeboten. Gelegentlich kann man das Schloss auch im Rahmen von Veranstaltungen (Schwanbergtag, Konzerte) besuchen.
  • Der Schlosspark ist öffentlich zugänglich; man erreicht ihn, indem man an der Kirche vorbei geradeaus durch den Torbau geht und sich dann gleich wieder rechts wendet (Treppe). Alternativ kann man der Straße um die Kirche folgen und dann am Ende des Zauns links abbiegen. Der Schlosspark verbindet Elemente eines klassischen Barockgartens und eines englischen Landschaftsgartens. In den letzten Jahrzehnten war der Park etwas heruntergekommen; ab 2009 wurde er im Verlauf mehrerer Jahre wieder saniert und ist inzwischen in großen Teilen wieder hergestellt.
    • Im vorderen Teil des Parks (an der Schlossseite bzw. am Zugang über die Treppe beim Torbau) befinden sich Steinbänke und einige Putten sowie ein Obelisk.
    • In Ostrichtung schließt sich eine ausgedehnte Lindenallee an; etwa auf der Hälfte befindet sich ein rundes Becken mit einer Neptunfigur, der sogenannte Neptunbrunnen. Er wurde als einer der ersten Teile des Parks vollständig saniert.
    • Auf Höhe des Neptunbrunnens verläuft eine Querachse; links befindet sich eine ehemalige Aussichtsterrasse (momentan sieht man allerdings nichts mehr, weil die Bäume vor der Terrasse zu hoch sind), rechts befindet sich eine Pergola mit der Bronzefigur „Hubertushirsch“.
    • Hinter dem Neptunbrunnen setzt sich die Allee fort, ehe sich eine Wiese anschließt. Von dieser Wiese geht nach etwa halber Strecke rechts ein kleiner Weg ab, der zum Friedhof der Communität führt. Den Abschluss des Parks bildet das Mausoleum der Herren vom Schwanberg.
  • Ein Stück hinter dem Mausoleum befindet sich der erste und bislang einzige Friedwald in kirchlicher Trägerschaft.
  • Folgt man dem Fahrweg parallel zum Park weiter in den Wald (wenn man im Park war: vor dem Mausoleum rechts, dann wieder links), stößt man nach kurzer Zeit auf einen mehrere Meter hohen Wall, den sogenannten „Keltenwall“, der quer zum Weg verläuft und durch den für den Weg eine Bresche geschlagen wurde. Es handelt sich dabei um die Überreste eines alten Befestigungsbauwerks, mit dem das Gipfelplateau des Schwanbergs an der flachen Ostseite geschützt wurde. Die Reste eines weiteren Walls befinden sich ein ganzes Stück tiefer im Wald (einige weitere Hinweise findet man hier).
  • Am Schwanberg gibt es einige Aussichtspunkte, die einen einen sehr schönen Blick in die Landschaft am Main erlauben. Zwei Aussichtspunkte befinden sich am Südende des Berges direkt an der letzten scharfen Kurve der Straße. In Richtung Süden sieht man unter anderem Iphofen; nur wenige Meter daneben hat man an einem zweiten Aussichtspunkte freie Sicht in Richtung Westen und erkennt Kitzingen und die umliegenden Orte im Maintal. Der bekannteste Aussichtspunkt des Schwanbergs ist allerdings der sogenannte „Kappelrangen“ oder „Kapellrangen“. Zu diesem exponierten Aussichtspunkt knapp unterhalb des Schlosses kommt man, wenn man gegenüber der Kirche die Treppe hinuntersteigt und dann dem Weg entlang der Schlossmauern folgt. Nach dem Turm führt der Weg noch einige Meter durch die Büsche, ehe er auf einer freien Fläche mündet, von der aus man einen weiten Blick über die Landschaft hat (Bronzetafel mit Erläuterungen ist vorhanden). An klaren Tagen kann man von hier bis in die bayerische Rhön blicken. Auch zum Beobachten von Sonnenuntergängen bei einem Glas Wein ist der Kappelrangen ein hervorragender Platz.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Innenansicht der Kirche St. Michael

Der Schwanberg ist ein schönes Ziel für einen Tagesausflug oder für Wanderungen in diesem Teil des Steigerwaldes. An schönen sonnigen Tagen wird man allerdings in der unmittelbaren Umgebung des Ortes relativ vielen Menschen begegnen, die hier wandern oder auch nur spazierengehen wollen. Eine ganze Reihe von Wanderwegen beginnt am Schwanberg oder führt dort entlang, darunter auch regional wichtige wie der Keltenwanderweg oder der Steigerwald-Panoramaweg. Kürzere Wege führen u.a. nach Iphofen und Castell.

Wenn man spirituelle Erlebnisse oder eine Auszeit vom Alltag sucht, kann man an Angeboten der Communität teilnehmen; in der Regel handelt es sich dabei um Veranstaltungen mit Übernachtung, es gibt aber auch Angebote, die für jedermann offen sind. Schwerpunkte sind christliche Themen und Meditation. Öffentlich sind auch die drei wöchentlichen Gottesdienste mit Abendmahl (Sonntag 9.00 Uhr, Dienstag 19.30 Uhr und Freitag 6.30 Uhr) und die Gebetszeiten der Schwestern mit traditionellen gregorianischen Elementen (täglich 6.30 Uhr, 12 Uhr, 18 Uhr und 20 Uhr, am Sonntag abweichend) in der Kirche St. Michael.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • Im „Treffpunkt“, zugleich Empfang für die Tagungshäuser (unter dem Café) werden u.a. religiöse und Kunstgegenstände und Arbeiten aus Behindertenwerkstätten verkauft.
  • Im Café werden in einem kleinen Rahmen regionale Produkte verkauft (v.a. Wein, Liköre und Brände, teilweise auch Lebensmittel).

Die nächsten „richtigen“ Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in Rödelsee, Supermärkte und speziellere Geschäfte in Kitzingen.

Küche[Bearbeiten]

Hinweisschild des Cafés

Ein wichiger Anlaufpunkt für Ausflügler und Wanderer ist das Schwanbergcafé neben der Kirche:

  • Schwanberg Café & Wein, Schwanberg, 97348 Rödelsee. Tel.: (0)9323 32-130, Fax: (0)9323 32-230, E-Mail: . Das Café mit angeschlossenem Biergarten bietet durchschnittliche Preise und sehr gute, hausgemachte Kuchen und Torten. Von den Sitzplätzen am Fenster oberhalb der Straße hat man einen herrlichen Blick in das Maintal. Geöffnet: Di-Sa: 11.00-19.30 Uhr, So 10.00-19.30 Uhr.

Nachtleben[Bearbeiten]

Es entspricht vermutlich ziemlich exakt dem Charakter des Schwanbergs und des Ortes, dass ein „Nachtleben“ im eigentlichen Sinne nicht existiert. Sofern es gelegentlich Abendveranstaltungen gibt, handelt es sich in der Regel um Konzerte in der Kirche oder im Schloss.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Das ehemalige Forsthaus Schwanberg wurde umgebaut und beherbergt jetzt drei Ferienwohnungen; wer sich nicht selbst um das Essen kümmern will, kann an den Mahlzeiten im Schloss teilnehmen.
  • In den Tagungshäusern (Schloss, Meditationshaus St. Michael) kann man grundsätzlich ebenfalls - auch außerhalb von Veranstaltungen - ein Zimmer nehmen.

Der Empfang des Geistlichen Zentrums gibt weitergehende Auskünfte für die genannten Unterkünfte; E-Mail: anmeldung@schwanberg.de; Tel.: 09323/32-128; Fax: 09323/32-116.

Arbeiten[Bearbeiten]

Auf dem Schwanberg gibt es verschiedene Möglichkeiten des Mit-Lebens und -Arbeitens auf Zeit, u.a. Praktika und FSJ.

Gesundheit[Bearbeiten]

Allgemein- und Fachärzte sowie ein größeres Klinikum befinden sich in Kitzingen (ca. 10 km entfernt).

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Am Schwanberg macht Wandern besonders im Frühjahr Spaß
  • Ein öffentliches WC befindet sich im Untergeschoss des Kirchturms.
  • Am Schwanberg gibt es an verschiedenen Stellen Informationstafeln, am Parkplatz auch eine Karte der Umgebung. Verschiedene Wanderwege sind beschildert, es gibt immer wieder auch Wegweiser, die zum Ort zurückführen. Die Orientierung im Wald ist teilweise nicht ganz einfach, allerdings kann man kaum verloren gehen, wenn man nicht vom Plateau absteigt und nicht in den Wald hinter dem vorderen Keltenwall hineinläuft, weil man sich dann auf einer relativ klar begrenzten - wenn auch relativ großen - Fläche bewegt.

Am Schloss gibt es einen öffentlichen Briefkasten und eine Telefonzelle.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Iphofen ist ein bekannter fränkischer Weinort am Südhang des Schwanbergs.
  • Der Schwanberg ist Ortsteil der Weinbaugemeinde Rödelsee, das ebenfalls am Fuß des Berges liegt.
  • Kitzingen am Main mit seinem bekannten Falterturm ist mit dem Auto in etwa 10 Minuten erreichbar.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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