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Bierkeller in Franken

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Bierkeller sind ein wichtiger Bestandteil der fränkischen Kultur und beliebte Ausflugsziele im Sommer. Aus naheliegenden Gründen (Lage in der freien Natur zu weit von größeren Städten um zu Laufen) werden sie meist per Rad angefahren und folglich hat sich der Brauch etabliert, dort ein oder zwei "Radler" (Bier mit weißer Limo, in Norddeutschland bekannt als "Alsterwasser") zu trinken

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Gegensatz zum "Biergarten" den die südlichen Nachbarn kultiviert haben, hatten die meisten Bierkeller, wie der Name schon sagt ursprünglich den Zweck, Bier zu lagern und im Sommer vor Ort auszuschenken. Da viele in Wäldern, an Berghängen oder anderweitig in idyllischer Natur gelegen sind bzw. waren konnte sich ein erklecklicher Teil davon auch nach der Erfindung der künstlichen Kühlung durch Linde und Co. erhalten, wenn auch der ursprüngliche Sinn der Lagerung des Biers mehr und mehr abhanden gekommen ist. Noch heute befinden sich viele Keller in Familienhand und einige schenken nach wie vor hauseigenes "Kellerbier" aus (oftmals unfiltriert und dadurch höchstens wenige Wochen haltbar). Auf traditionellen Kellern (da man technisch gesehen oberhalb des Biers sitzt, sagt man geht oder fährt "auf den Keller") gilt das man seine eigene Brotzeit mit bringen darf, so lange man wenigstens ein Getränk kauft und keine Getränke mitbringt, es gibt jedoch auch hiervon Ausnahmen und man sollte sich nach Möglichkeit vorher schlau machen.

Hinkommen[Bearbeiten]

Zur Anreise bietet sich üblicherweise das Fahrrad an, jedoch sind einige Keller auch über ÖPNV gut erreichbar. Teilweise gibt es extra zur Keller-Saison im Sommer spezielle Busse, die jedoch teilweise einen nur sehr seltenen Takt bedienen. Wenn man mit dem Auto kommen will, sollte man vorher klar machen, wer auf dem Rückweg fährt und bedenken, dass das Bier zwar süffig und wohlschmeckend, aber auch überraschend stark ist, so dass man spätestens nach dem zweiten Seidla nicht mehr hinter's Steuer sollte.

Essen[Bearbeiten]

siehe auch: Essen und Trinken in Franken

Die allermeisten Keller bieten ein Sortiment an kalten und teilweise warmen Gerichten an, jedoch sollte man außer der traditionellen Kellerplatte und einiger Gerichte auf Basis von Bratwurst und Sauerkraut nicht allzu viel erwarten. Gerade vegetarische und vegane Gerichte finden sich eher selten. Gerade in jüngerer Zeit verwischen jedoch einige Bierkeller die Grenze zwischen Keller und klassischem Wirtshaus immer mehr, so dass man teilweise ein doch recht umfangreiches Sortiment an Fleisch (Schäufala, Schweinebraten...) Fisch (Gwedelter, Meefischli...) und sonstigem (Kloß mit Soß, Bratwurst mit Sauerkraut, halbe Sau auf Toast...) findet.

Trinken[Bearbeiten]

Prost

siehe auch: Brauereien in Franken

Neben mindestens einer Biersorte (üblicherweise Kellerbier, eine unfiltriete Spezialität die meist vor Ort produziert und ausgeschenkt und teilweise gar nicht in Flaschen verkauft wird) gibt es fast immer Mineralwasser (mit Kohlensäure) Apfelschorle, Cola, Spezi sowie weiße und gelbe Limo. Da viele mit dem Rad bzw. Auto anreisen gibt es auch oft Radler. Es versteht sich von selbst, dass man das Autofahren gründlich überdenken sollte, wenn man mehr als ein Seidla (0,5 Liter) Bier bzw. anderthalb Radler hatte.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Leerer Bierkrug auf die Seite

Wenn die Eigentümer nicht selber den falschen Begriff verwenden, sollte man vorsichtig sein, einen Bierkeller als Biergarten zu bezeichnen, viele Franken reagieren darauf ähnlich allergisch, wie wenn man sie als Baiern bezeichnet.

Wenn das Bier in Steinkrügen ausgeschenkt wird, sehen die Bedienungen nicht wann der Krug leer ist. Es hat sich eingebürgert, nach dem Austrinken, wenn man noch ein weiteres Bier trinken möchte, den Krug auf die Seite zu legen. So bestellt der wortkarge Franke sein Bier. Mit Gläsern macht man das nicht und man sollte außerdem sicher stellen, dass der Krug auch wirklich leer ist.

In einigen fränkischen Bierkellern ist es noch eine gute Tradition, seine Brotzeiten selber mitzubringen. Dies gilt für kalte typische Brotzeitzutaten, wie Wurst, Käse, Brot oder Salat. Es gilt nicht für warme Gerichte oder gar den Pizzaservice. Brotzeit macht man am späten Nachmittagen, nicht in der Mittagszeit, da möchte der Wirt sein Essen verkaufen.

Bierkeller[Bearbeiten]

Der Neder-Keller im Forchheimer Kellerwald
  • Im 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Forchheimer Kellerwald findet man mit einer zweistelligen Anzahl wohl die größte Ansammlung von Kellern in Franken.
  • Auf dem Kreuzberg bei Hallerndorf gibt es neben der Wallfahrtskirche die Keller von drei Brauereien und am Fuße des Bergs noch einen vierten.
    • 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Rittmayer-Keller - Biergarten oder Gaststube mit Kachelofen
    • 1 Friedel`s Brauhaus am Kreuzberg - Das Brauhaus wurde 2007 neu errichtet mit großem Kinderspielplatz
    • 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Lieberth - Kreuzbergkeller -
    • 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Roppelts Keller - Am Fuß des Kreuzbergs, nur einen kurzen Spaziergang vom Kreuzberg entfernt
  • In Bamberg hat man auf dem 5 Typ ist Gruppenbezeichnung Spezial-Keller einen herrlichen Blick über die Stadt, daneben ist gleich der 6 Typ ist Gruppenbezeichnung Wilde Rose Keller
  • In Burgebrach der 8 Typ ist Gruppenbezeichnung Schwana Keller, der Bierkeller der Brauerei Schwan und der 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Herrmann's Keller der Brauerei Herrmann
  • Die beiden Keller in Buttenheim liegen nahe beieinander. 10 Typ ist Gruppenbezeichnung Löwenbräu Keller Buttenheim mit Gasthof mit großem Biergarten und fränkischer Küche und der 11 Typ ist Gruppenbezeichnung St. GeorgenBräu Keller ist ein großer Biergarten mit Kinderspielplatz
Der Schmausenkeller
  • Der 13 Typ ist Gruppenbezeichnung Wagner-Bräu-Keller ist ein großer Biergarten außerhalb von Kemmern am Berg.
  • Der 16 Typ ist Gruppenbezeichnung Scheubel-Keller in Schlüsselfeld liegt unter alten Bäumen mit Spielplatz und Parkplätzen. Keine warmen Gerichte, es gibt dafür Brotzeiten.
  • 18 Typ ist Gruppenbezeichnung Lederer Kulturbrauerei, die Lederer Bräu in Nürnberg war eine der ältesten Brauereien Deutschlands und gehört heute zur Tucher Bräu. Uriges Ambiente mit Dampfmaschine und Krokodil an der Decke und großem Biergarten mit alten Bäumen.

Ausflüge[Bearbeiten]

Oftmals sind Bierkeller nah aneinander, so dass man mit dem Fahrrad ohne allzu viel Aufwand von einem zum anderen ziehen kann. Auch sind oft landschaftliche Attraktionen oder Wanderwege in unmittelbarer Umgebung.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christof Herrmann und Helmut Herrmann: Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz. Heinrichs-Verlag (3. Vollständ. überarb. (2015). Auflage), ISBN 3898891771, S. 120. Preis 10 €
  • Helmut Herrmann: Biergartenwanderungen Bamberg und Umland. Heinrichs-Verlag (2. (2. Januar 2015). Auflage), ISBN 3898891747, S. 184. Preis 10 €

Siehe auch[Bearbeiten]



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