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Ebrach

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Ebrach
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Ebrach ist ein Markt im Steigerwald in Oberfranken. Die ehemalige Zisterzienserabtei Ebrach war das erste rechtsrheinische Zisterzienserkloster in Deutschland.

Karte von Ebrach

Hintergrund[Bearbeiten]

Ebrach liegt an der alten Poststraße von Bamberg nach Würzburg im Tal der Mittleren Ebrach.

Neben Ebrach sind heute die Gemarkungen Buch, Großbirkach, Großgressingen und Neudorf b. Ebrach Teil der politischen Gemeinde, das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 2.958 Hektar.

Entfernungen (Straßen-km)
Wiesentheid16 km
Iphofen33 km
Bamberg36 km
Schweinfurt39 km
Würzburg53 km
Nürnberg83 km

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Nächste internationale Flughäfen sind der Flughafen in Nürnberg (77 km, ca. eine Autostunde), der Flughafen in Frankfurt am Main (171 km, ca. zwei Autostunden) und der in Erfurt (194 km, ca. 2 Autostunden).

Mit Bahn und Bus[Bearbeiten]

Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Bamberg und Würzburg, dann weiter mit dem Bus.

Der öffentliche Nahverkehr der Metropolregion Nürnberg wird vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg VGN betrieben. Es ist möglich, mit einem Ticket verschiedene Verkehrsmittel, wie Bus, Zug, S-Bahn oder U-Bahn zu nutzen. Die Tickets können online oder über eine App erworben werden.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Über die Autobahn A70 Schweinfurt - Bayreuth, Symbol: AS Eltmann, weiter noch 24 km über die Staatsstraße 2258 nach Ebrach.

Mobilität[Bearbeiten]

  • ÖPNV: Die Buslinien der Region betreut der Omnibusverkehr Franken; (Info);
Panoramaansicht: Klosterkirche von Osten

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kloster Ebrach[Bearbeiten]

Das Kloster wurde 1127 gegründet und war ein Ableger des vierten Stammklosters des Ordens Morimond in Frankreich und vermutlich das dritte deutsche Zisterzienserkloster. Gründer war ein Edelfreier oder Ministeriale genannt Berno und dessen Verwandtschaft. Der Start begann mit zwölf Mönchen in einem damals noch sumpfigen Tal des Steigerwalds. Dank der Disziplin des Ordens erlebte das Kloster schon sehr bald eine Blütezeit. Es wurde noch unter seinem Gründungsabt Abt Adam (ein vertrauter Mitarbeiter des Hl. Bernhard) mit sechs Tochterklöstern (und später neun insgesamt) bedeutend.

Die Abtei war dem Bistum Würzburg unterstellt. Bis in das späte Mittelalter werden die Herzen der Würzburger Bischöfe in Ebrach beigesetzt. Das Kloster hatte auch enge Beziehungen direkt zum regierenden Stauferkönig Konrad III.. Der König war Mitstifter des Klosters, seine Gemahlin Gertrud von Sulzbach und ihr Sohn Herzog Friedrich von Rothenburg sind in Ebrach beigesetzt. Das Kloster ist das älteste und bedeutendste und später auch das wohlhabendste in Franken, mit zuletzt Grundbesitz in mehr als 700 Orten und zeitweise über einhundert Ordensbrüdern.

Michaelskapelle
Kirchenschiff: Westseite mit Orgel und Fensterrosette

Die Michaelskapelle wurde am 7. Oktober 1134 durch Bischof Embricho von Würzburg geweiht und ist der erste Sakralbau des Klosters. Das Gebäude schließt an das nördliche Querhaus der Abteikirche an und gilt als ein Musterbeispiel für die romanische Baukunst der Zisterzienser in Deutschland.

Der Grundstein für die Abteikirche wurde am 4. Juli 1200 gelegt, die Einweihung fand 1285 statt. Das Kirchengebäude entstand im Stil der frühen Gotik (auch als spätromanisch eingestuft) als eine dreischiffige Basilika und gilt als eine der großartigsten frühgotischen Kirchen in Deutschland. Die Abmessungen betragen 88 m Länge für das Schiff und 49 m Breite für das Querhaus. Es konkurriert mit dem nahen Bamberger Dom (1237 erneute Domweihe, Abmessungen 99 m x 28,50 m). Im 18. Jahrhundert erhielt die Abteikirche dann ihre heutige frühklassizistische Innenausstattung, die in diesem Reichtum und in ihrer stilreinen Geschlossenheit ebenfalls in Deutschland ihresgleichen sucht. Auftraggeber war Abt Wilhelm Roßhirt, Gestalter waren die Würzburger Künstler Matero Bossi (Stuckateur) und Johann Peter Wagner (Bildhauer).

Wichtige Sehenswürdigkeiten im Kircheninneren sind:

  • Die farbenprächtige Fensterrosette an der Westseite des Kirchenschiffs mit fast acht Metern im Durchmesser. Sie gilt als eine Weiterführung der Rosenfenster der Kathedrale Notre Dame in Paris. Wegen starker Verwitterung wurde die Rosette im 19. Jahrhundert durch eine originalgetreue Kopie ersetzt, das Original befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum in München;
  • Der Prospekt der Rokokoorgel aus dem Jahr 1743 von J. Jh. Seuffert mit Schnitzereien von A. Gutmann;
  • Das Chorgestühl und der Hochaltar aus den Jahren 1778/80.

Öffnungszeiten Klosterkirche: 15. Apr. bis 31. Okt.: 10 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Zugang frei, von Nov. bis März geschlossen.

Das von den Zisterziensern gut geführte Kloster bleibt von den allgemeinen Verfallserscheinungen in der Klostergesellschaft des 14. Jahrhunderts verschont, aber im Bauernkrieg und im Dreißigjährigen Krieg erleidet Ebrach schwere Schäden und Plünderungen. So gelangte 1631 der Ebracher Abtsstab zusammen mit dem Kirchenschatz unter Gustav Adolf von Schweden als Kriegsbeute nach Stockholm. 1555/1556 erfolgte eine erneute Klosterplünderung im Markgrafenkrieg.

Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts blühte das Kloster wieder auf und gewann wirtschaftliche Stärke zurück.

Die heutigen Gebäude der Klosteranlage entstanden im Stil des Barock in zwei Abschnitten von 1687 bis 1698 und von 1715 bis 1735. Die Baupläne für den ersten Bauabschnitt stammten vom jungen Leonhard Dientzenhofer, der hier schon mal sein Können für die künftigen Bauwerke des mainfränkischen Barocks (Kloster Banz, Bamberg, Waldsassen und auch in Fulda erprobte). Der zweite Bauabschnitt entstand unter der Leitung von Joseph Greising nach Vorbild von Schloss Weißenstein in Pommersfelden und der Würzburger Residenz. Die Anlage hat in seinen Dimensionen das Format eines Reichsklosters.

Wichtige Sehenswürdigkeiten in den Klostergebäuden sind:

  • Das Treppenhaus aus dem Jahre 1715 nach Planungen von Balthasar Neumann, es wird zu den prächtigsten in Franken gezählt und entstand nach dem Vorbild von Schloss Pommersfelden;
  • Der Kaisersaal ein großer Festsaal im Obergeschoss der Anlage, nach Plänen Balthasar Neumanns und mit Ebracher Marmor ausgestattet;

Führungszeiten Treppenhaus und Kaisersaal: 1. Apr. bis 31. Oktober täglich um 13.45 Uhr;

Detail: Orgelprospekt mit Fensterrosette

Ab dem späten Mittelalter steht das Kloster im Streit mit den Würzburger Bischöfen, da es versuchte sich von Würzburg zu lösen und die wirtschaftlich und rechtlich vorteilhafte Reichsfreiheit zu erlangen, was jedoch nicht gelang.

In der Säkularisation wurde das Kloster 1803 aufgelöst. Es war zu diesem Zeitpunkt geistig und wirtschaftlich in voller Blüte und noch von 51 Mönchen und 10 Laienbrüdern bewohnt. Das Klostervermögen wurde in bayerischen Staatsbesitz überführt. Die ehemalige Klosterkirche wurde zur Kirche der Pfarrgemeinde, blieb aber in seiner großartigen Architektur erhalten. Im Jahre 1808 kam der Ort dann zur Erzdiözese Bamberg.

In den Klosteranlagen ist seit 1850 eine Justizvollzugsanstalt untergebracht.

Derzeit wird die Kirche mit Fassade und Tragkonstruktion und ihre noch im historischen Bestand erhaltene klassizistische Raumschale denkmalpflegerisch untersucht, konserviert und restauriert.

Kirchen[Bearbeiten]

  • St. Johanniskirche, im Ortsteil Großbirkach.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Wächterturm an der Klosterumfassung.
  • Oberes Tor der Klosternmauern.

Museen[Bearbeiten]

  • Museum der Geschichte Ebrachs, Martkplatz 1, 96157 Ebrach (im Klosterbau in den ehemaligen Privatgemächer des Abtes). Tel.: +49 9553 9220 0, Fax: +49 9553 9220 20. Geöffnet: April-Okt. tägl. 14 - 16 Uhr.
Klostergebäude und unterer Abteigarten
Treppenaufgang zum oberen Abteigarten im Osterschmuck
Klostergebäude: Giebel Abtswohnung

Parks[Bearbeiten]

  • Konventgarten.
  • Unterer Abteigarten. Entstanden ab 1744 unter Abt Hieronymus Held; Herkulesbrunnen.
  • Oberer Abteigarten.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Ebracher Musiksommer: Festival für klassische Musik im Kaisersaal und in der Abteikirche des ehemaligen Zisterzienserklosters; Tel.: 09552 / 297; www.ebracher-musiksommer.de;
  • Zahlreiche Rundwege mit Start im Ort führen in den Naturpark Steigerwald;
  • Der Methusalempfad im Naturschutzgebiet Spitzenberg und westlich von Ebrach führt als ein ca. 2 km langer Rundwanderpfad mit einer Stunde reiner Gehzeit zu mehreren besonders alten Charakterbäumen des Steigerwalds.
Start am Wanderparkplatz Radstein an der Bundesstraße 22 (von Ebrach aus etwa 1,5 km Richtung Breitbach);

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Ebrach ist ein Dorf: wenn es dunkel wird, ist es meist auch still. Außerhalb der Gastronomiebetriebe empfiehlt sich Gerolzhofen, oder gleich Schweinfurt, Bamberg oder Würzburg;

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

  • 2 Hotel Klosterbräu (Tagungshotel), Marktplatz 4, 96157 Ebrach (im Viehhof der historischen Klosteranlage). Tel.: (0)9553 18-0, Fax: (0)9553 18-88. Preis: EZ ab 50 €;.

Gesundheit[Bearbeiten]


Nächste Krankenhäuser[Bearbeiten]

ca. 14,5 km:

ca. 20 km:

Kurzinfos
Telefonvorwahl09553
Postleitzahl96157
KennzeichenBA
ZeitzoneUTC+1
Notruf112 / 110
Ärztlicher Bereitschaftsdienst:116117

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • Markt Ebrach, Rathausplatz 2, 96157 Ebrach. Tel.: (0)9553 9220 0, Fax: (0)9553 9220 - 20.
  • Fremdenverkehrsverein Ebrach, Brucksteigstr. 34, 96157 Ebrach. Tel.: (0)9553 92200.
  • Deutsche Post Filiale, Rathausplatz 1, 96157 Ebrach. Tel.: (0)9553 980380.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Ebrach liegt mitten im Naturpark Steigerwald mit zahlreichen Wandermöglichkeiten. Im Norden grenzen die Haßberge an den Steigerwald;
  • Es führt ein Rad- und Wanderweg nach Handthal
Wächterturm

Literatur[Bearbeiten]

  • Jürgen Kaiser: Klöster in Bayern, 1200 Jahre Kunst, Kultur und Alltagsleben. Stuttgart : Theiss, 2005 (1. Auflage), ISBN 3-8062-1897-8, S. 91-97; 160.
  • Wolfgang Wiemer, Constantin Beyer: Abteikirche Ebrach. regensburg : Schnell & Steiner, 2008 (22. Auflage), (Kleine Kunstführer), ISBN 3795442117; 26.
  • Klaus Guth, Franz Machilek, Siegfried Glotz, Werner Wagenhöfer ; Wolfgang Wiemer (Vorwort, Autor, Herausgeber), (Hg.): Ebrach - 200 nach der Säkularisation - 1803. Regensburg : Forschungskreis Ebrach, 2004 (1. Auflage), ISBN 3930104113; 520. ca. 25.- €

Weblinks[Bearbeiten]


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