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Bergbau in Oberfranken

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In Oberfranken im Fichtelgebirge und im Frankenwald war Bergbau seit Jahrhunderten ein wichtiger Erwerbszweig. Die Berge lieferten die Erze und die zahlreichen Wälder die Energie für die Verhüttung. Noch heute findet man an vielen Stelle Zeugen der alten Bergbaukunst.

Geschichte[Bearbeiten]

Kupferlöcher

Bereits im frühen Mittelalter betrieb man im Fichtelgebirge Bergbau. Abgebaut wurden vor allem Gold, Zinn, Eisen, Minerale, Erden und Steine. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts ist der Bergbau unter Tage belegt. Seinen Höhepunkt erreichte er dann vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. Im Dreißigjährigen Krieg ging der Bergbau zurück, die Erzlagerstätten waren für die damaligen Verhältnisse weitgehend ausgebeutet. Alexander von Humboldt versuchte im 18. Jahrhundert, den Bergbau nochmals zu beleben. Einzelne Vorkommen wurden noch bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ausgebeutet. In Ausnahmefällen dauert der Bergbau bis heute an, z. B. in den Steinbrüchen bei Kupferberg.

In Hammerwerken (die Ortsnamen enden oft mit -hammer) an den Flüssen und Bächen, in Schmelzöfen und Schmiedebetrieben erfolgte die Weiterverarbeitung der gefundenen Erze zu Metallerzeugnissen. Die Wälder lieferten das erforderliche Holz für die Herstellung von Holzkohle.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Karte von Bergbau in Oberfranken

Bergwerke und Stollen[Bearbeiten]

  • Besucherbergwerke: Der Schmutzler-Stollen ist ca. 35 Meter, der Mittlere Tagesstollen - Name Gottes ist knapp 130 Meter begehbar, Anfahrt über Goldkronacher Ortsteil Brandholz (beschildert), Öffnungszeiten: vom 01.05. bis 30.09. sonntags von 11 bis 17 Uhr (Winterzeit= Fledermausschutz).
Rebecca-Stollen
Die ehemalige Grubenbahn
  • 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Das Schaubergwerk Friedrich-Wilhelm-Stollen im Höllental ist das einzige Besucherbergwerk im Naturpark Frankenwald. Es ist von Ende März bis Ende Oktober geöffnet. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gibt es Führungen zu um 11.00, 13.00 Uhr und 15.00 Uhr, während der bayerischen Sommerferien auch noch an Dienstagen. Die Führungen dauern etwa 90 Minuten und festes Schuhwerk sowie warme Kleidung sind zu empfehlen. Erwachsene zahlen 3,50 €, Schüler 2,50 €.
Der Stollen wurde 1793 von Alexander von Humboldt begonnen. Von 1792 bis 1795 hatte Humboldt vom preußischen Landesherrn den Auftrag, den Bergbau im Frankenwald und Fichtelgebirge wieder in Schwung zu bringen.
  • Der Rebecca-Stollen im Höllental ist ein aufgelassener Bergwerkstollen. Er war einst ein Teil des Friedensgrubener Ganges der von Lichtenberg über das Selbitz- und Issigbachtal bis nach Griesbach reichte. Noch um das Jahr 1800 wurde nach Kupfer- und Eisenerz gegraben. Heute ist der Stollen nicht mehr zugänglich, nur noch der Eingangsbereich ist zu sehen.
  • Im Steinachtal bei Stadtsteinach findet man die sogenannten Kupferlöcher, sie sind ehemalige Erzabbaustätten
  • Bergbau wird bis heute betrieben, auch die großen Steinbrüche bei Kupferberg sind sehenswert (Bilder).

Steinbrüche[Bearbeiten]

Diabasbruch bei Bernstein am Wald
  • Die Diabassteinbrüche bei Kupferberg sind sehenswert (Bilder). Die Steinbrüche sind in Betrieb und dürfen nicht betreten werden.
  • Der Diabasbruch am Galgenberg bei Bernstein am Wald, einem Ortsteil von Schwarzenbach am Wald ist ein Geotop mit kissenförmiger Basaltlava

Museen[Bearbeiten]

  • 3 Bergbau-Museum Kupferberg, Kirchplatz 3, 95362 Kupferberg. Tel.: +49 9227 5342. Das Museum bietet Informationen und Bilder zu der Bergbaugeschichte. Geöffnet: Di bis Fr 9.00 - 17.00, Sa, So, Feiertag 13.30 - 17.00 Uhr , von November bis März Samstag geschlossen.
  • 4 Goldbergbaumuseum, Bayreuther Str. 21, 95497 Goldkronach. Tel.: +49 9273 502026, Fax: +49 9273 96380 (Stadtverwaltung). Geöffnet: von April bis zum 3.Advent an allen Sonn- und Feiertagen 13 bis 17 Uhr. Preis: Eintritt: 2 €, Jugendliche 1 €, unter 12 Jahre frei.
  • Die Bergbau-Infostelle 6 Kleiner Johannes, Altes Bergwerk 1, 95659 Arzberg. Außerdem gibt es den historischen Eisenhammer auf dem Rathausparkplatz. (info) Geöffnet: täglich von 09.00 bis 17.00 Uhr, geschlossen ist vom 05. 12. – 19.03. Typ ist Gruppenbezeichnung
  • 7 Infostelle Bergbau Pegnitz, Verkehrsamt Pegnitz, Hauptstr. 37,91257 Pegnitz, Ansprechpartnerin: Frau Waltraud Bullinger. E-Mail: . Geöffnet: Führungen auf Anfrage durch einen ehemaligen Bergmann, Herrn Josef Pitsch, Tel. +49 (0)9241/1272.
  • 8 Waldhaus Mehlmeisel, Waldhausstrasse 100, 95694 Mehlmeisel. Tel.: +49 9272 909812. Es wird die geologische Struktur des Fichtelgebirges gezeigt, Bodenprofile, Bodenarten und Gesteine. Geöffnet: 01.04. bis 01.11. 10.00 - 17.00 Uhr; Montag geschlossen; 02.11. bis 31.03. Wochenende und Feiertage 10.00 - 16.00 Uhr, 24.12./ 31.12./ 01.01. geschlossen.

Natur[Bearbeiten]

Der Peterleinstein
  • Der 589 Meter hohe Magnetberg Peterleinstein von Kupferberg in Richtung Marktleugast ragt markant aus dem Wald heraus. Besonders machen den Peterleinstein die seltenen Pflanzen, die dort zu finden sind. Der Berg besteht aus grünlichen Serpentinit, einem sehr basischen Gestein, auf dem nur karge Vegetation gedeiht, außerdem ist das Gestein magnetisch.
  • 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Der Weißenstein (Wikipedia) 668 m ü. NN bei Stammbach besteht im Wesentlichen aus Eklogiten, einem Basaltgestein, das unter ultrahohen Druckbedingungen gebildet wurde. Der Aussichtsturm auf dem Gipfel ist der weltweit einzige Turm aus dem Baumaterial Eklogit.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • Durch das Naturschutzgebiet G’steinigt bei Arzberg verläuft ein geologischer Wanderlehrpfad entlang der Röslau durch die Röslauschlucht. Das Naturschutzgebiet G'steinigt wurde in die einhundert schönsten Geotopen Bayerns aufgenommen.
  • Der Bergbauhistorischer Wanderweg führt von Kupferberg nach Wirsberg und zurück, etwa 13 km, mit 24 Stationen
  • Erlebnispfad Geologie und Bergbau ist ein Rundweg mit 7 Kilometern Länge und 13 Stationen pdf im Höllental
  • Goldwaschen auf Anfrage im Museumsgarten und am Infohaus der Besucherbergwerke in Goldkronach möglich.
  • Der GEO-Erlebnisweg Historischer Zinnbergbau am Rudolfstein ist ein 7 km langer Rundweg mit 17 Informationstafeln der im Kurpark in Weißenstadt startet. Es gibt Informationen über die Entstehung der Zinnlagerstätten, deren Abbau, sowie die Bedeutung für die Menschen in früheren Zeiten.

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Mäuser, Wolfgang Schirmer, Hermann Schmidt-Kaler: Wanderungen in die Erdgeschichte, Bd.12 : Obermainalb und Oberfränkisches Bruchschollenland. Pfeil, Oktober 2002 (1.. Auflage), ISBN 978-3899370041, S. 152.

Weblinks[Bearbeiten]

  • stmwivt.bayern.de - Von Bergwerken, Hütten und Hämmern: Besucherbergwerke, Museen mit Bergbauausstellungen, Geotope, Lehrpfade und Besucherhöhlen
  • geopark-schieferland.de - Informationen zum Schiefer-Bergbau in Thüringen und Franken
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