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Oberpfalz

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Oberpfalz
Hauptstadt Regensburg
Einwohner 1.081.536 (31. Dez. 2011)
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Fläche 9.691,03 km²
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Lage
Lagekarte

Die Oberpfalz ist eine Region und ein Regierungsbezirk in Bayern. Der Regierungssitz ist Regensburg.

Regionen[Bearbeiten]

Der Regierungsbezirk Oberpfalz besteht aus den drei kreisfreien Städten Amberg, Regensburg, Weiden, und aus den folgenden sieben Landkreisen: Amberg-Sulzbach, Cham, Neumarkt in der Oberpfalz, Neustadt an der Waldnaab, Regensburg, Schwandorf und Tirschenreuth.

Der Bezirk Oberpfalz ist verwaltungstechnisch die dritte kommunale Ebene in Bayern als Vertretung der Kommunen und Kreise, der Bezirk ist mit der Fläche des Regierungsbezirks identisch.

Sitz der Verwaltung des Regierungsbezirks und des Bezirks ist Regensburg.

Die touristisch orientierte Regionseinteilung sieht wie folgt aus:

Stadtpfarrkirche mit Regenbrücke in Bad Kötzting

Orte[Bearbeiten]

Die wichtigsten Orte in der Oberpfalz sind:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Die Oberpfalz ist vor allem für Wanderer interessant. Der Hirschwald bei Amberg ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. In den Tälern von Vils, Naab, Lauterach, Regen, Altmühl und Waldnaab lässt sich auch hervorragend Fahrrad fahren, z. B. auf dem Fünf-Flüsse-Radweg.

Ein Schmankerl ist auch der Monte Kaolino bei Hirschau. Ein etwa 120 Meter hoher Sandberg, der aus dem nicht verwendbaren Sand des Kaolinabbaus entstand und der Austragungsort der jährlichen Sandboard-WM ist.

Viele schmucke Kleinstädte und Dörfer, zum Teil mit Burg oder Ruine laden ebenfalls zum Verweilen ein. Ein schönes Beispiel ist das Künstlerstädtchen Kallmünz am Zusammenfluss der Vils in die Naab.

Die Naturparks der Oberpfalz sind:

  • Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald
  • Naturpark Oberer Bayerischer Wald
  • Naturpark Oberpfälzer Wald
  • Naturpark Steinwald

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Landschaft der Oberpfalz ist sehr abwechslungsreich. Von Westen nach Osten folgt aufeinander zunächst der Oberpfälzer Jura, ein Ausläufer der Fränkischen Alb, mit zahlreichen Trockentälern und Hochebenen. Dann das Vils- und Naabtal mit den Städten Amberg, Schwandorf und Weiden und vielen Burgen und schließlich der Bayerische Wald mit seinen Ausläufern Oberpfälzer Wald, Steinwald und das Waldnaabtal.

Der Name Oberpfalz kommt von der Bezeichnung „obere Pfalz“, wie die Region früher hieß. Tatsächlich gehörte das Gebiet bis zum Dreißigjährigen Krieg zur Pfalz mit seiner Hauptstadt Heidelberg. Die Gegend um Amberg war das sog. Ruhrgebiet des Mittelalters mit reichlich Eisenerzvorkommen, Bergbau und Verhüttung, wovon heute noch zahlreiche Hammermühlen im Vils- und Naabtal zeugen. Durch die günstige Flussschifffahrt bis Regensburg konnte Amberg im Tauschhandel Eisen gegen Salz zu großem Reichtum kommen, der heute noch in den Straßen Ambergs bemerkbar ist. Heute liegen zwei große Truppenübungsplätze der USA in der Oberpfalz: Hohenfels und Grafenwöhr. Leider gehört das Gebiet zu bayerischem Grenzland und ist wirtschaftlich eher ins Hintertreffen geraten; dafür hat es sich vielerorts eine bäuerliche, ländliche Atmosphäre erhalten.

Brauchtum[Bearbeiten]

Die Oberpfalz ist ein Teil des Kulturraums Altbayern auf der Fläche des ehemaligen Kurfürstentums Bayern mit gemeinsamen Traditionen und Brauchtum. Eine Gesamtübersicht zum altbayerischen Brauchtum (Schäfflertanz, Leonhardiritt, Georgiritt, Perchten usw.) befindet sich im Artikel zu Altbayern.

Sprache[Bearbeiten]

Der oberpfälzerische Dialekt ist ein nordbaierischer Dialekt, dessen Ausprägung sich von Ort zu Ort unterscheiden kann, so dass der Dialekt des Nachbardorfs hinter dem nächsten Hügel bereits etwas abweicht. Wer meint, des Baierischen mächtig zu sein, weil er die Münchner und Altbaiern versteht, wird in der Oberpfalz bald merken, dass sich das Oberpfälzerische nicht unerheblich vom altbaierischen Dialekt unterscheidet. Das Oberpfälzerische enthält viele vom altbaierischen Dialekt abweichende Diphthonge. Deshalb erzählen böse Zungen den Witz, dass man, will man einen Oberpfälzer zum Bellen bringen, ihm nur sagen muss, dass es Freibier gibt. Er wird fragen: „wou, wou?“. Ein Leichenfund wird mit den Worten "Dou, dou lichd a Douder dou!" kommentiert.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Auto am besten über die Autobahnen A 6, A 3 oder A 93. Wer von Süden kommt, sollte in Regensburg von der A 93 und dann durch das Naabtal über Mariaort, Kallmünz fahren. Die Fahrt lohnt sich wirklich. Die drei Autobahnen, die die Region durchqueren, sind

Alle großen Städte der Oberpfalz sind per Bahn erreichbar. Bis Regensburg oder Nürnberg mit Fernverkehr, ab dann Nahverkehr (die Strecke Nürnberg - Amberg - Schwandorf war die erste, auf der der Neigetechnikzug Pendolino eingesetzt wurde). Von Nürnberg bis Amberg günstig mit dem VGN-Ticket, von Regensburg bis nach Schwandorf gelten die RVV-Ticketpreise. Durch die Oberpfalz führen die Bahnstrecken:

Der nächste internationale Flughafen ist in Nürnberg.

Mit dem Rad kann man von Regensburg aus, das am Donauradweg liegt, sehr gut die Flüsse aufwärts in die Oberpfalz hinein fahren. Alle anderen Wege sind nur für gute Radfahrer geeignet, da viele Berge in der und um die Oberpfalz.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt mehrere Touristen- und Wandererbuslinien, die die schönsten Flecken der Oberpfalz anfahren. Daneben gibt es die Vogtlandbahn und die Regentalbahn, auf deren Routen Fahrradmitnahme möglich ist. Diese fahren die Städte Cham, Schwandorf, Weiden und Tirschenreuth an, halten aber auch an kleineren Orten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Altstadt von Regensburg mit Dom St. Peter und Steinernen Brücke
  • Walhalla bei Donaustauf östlich von Regensburg an der Donau
  • Schwandorfer Felsenkellerlabyrinth: Bayerns größtes Felsenkellersystem dieser Art
  • Altstadt von Amberg: Basilika St. Martin, Stadtmauer, St. Georg, Maria-Hilf-Bergkirche
  • Künstlerort Kallmünz: Im Schatten einer Ruine fast in den Fels gebaut
  • Klosterburg Kastl mit mittelalterlichem Wappenfries
  • Bayerischer Wald und Oberpfälzer Wald: Sanfte Berge mit wildromantischer Natur
  • Waldnaabtal: Wasser, Steine, Wälder...
  • Basilika und Kloster Waldsassen mit berühmter Stiftsbibliothek

In der Oberpfalz befinden sich mit 600 Burgen und Schlösser die meisten Bayerns. Dazu gehören u. a:

  • Die Burg Falkenstein, die sich über dem gleichnamigen Ort erhebt. Jedes Jahr finden im dortigen Innenhof Burghofspiele statt, außerdem gibt es ein Museum „Jagd und Wild“.
  • Die wildromantische Burgruine Flossenbürg. Tragischerweise ist der Ort, über den sich diese Burg erhebt, wegen etwas anderem bekannt geworden: dem KZ Flossenbürg, in dem etwa 30.000 Menschen umkamen.
  • Das Schloss Wörth an der Donau ist eines der großen Schlösser in der Oberpfalz. Die mächtige Anlage ist vollständig erhalten, im Renaissancestil errichtet und hat Festungscharakter.

Die wichtigsten Museen:

  • Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern in Theuern.
  • Deutsches Knopfmuseum in Bärnau.
  • Internationales Keramik-Museum in Weiden.
  • Oberpfälzer Fischereimuseum in Tirschenreuth.
  • Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen

Aktivitäten[Bearbeiten]

Natürlich Wandern und Radsport, die Seenplatte bei Schwandorf mit zahlreichen Baggerseen lädt aber auch zum Baden ein. Hier gibt es auch mehrere Wasserski-Anlagen.

Kanufahren auf den Flüssen Regen, Naab, Vils und Altmühl erfreut sich auch immer größerer Beliebtheit. Die Flüsse sind sehr ruhig und nicht tief und führen oft durch traumhafte Landschaften.

Küche[Bearbeiten]

Alles, was die bayerische Küche zu bieten hat, gibt es auch in der Oberpfalz. Schweinebraten, Knöcherl und Schäuferl, sowie Weißwurst, Leberkäse, Bratwurst und Sauerkraut. Auf den kargen und sandigen Böden der Oberpfalz wächst häufig nur die Kartoffel, weshalb der Kartoffelknödel und der Kartoffelpuffer (hier: Reiberdaatschi, oder Dotsch) häufig angetroffen werden. Daneben findet man auch viele Wildgehege und Restaurants mit hervorragenden Wildgerichten.

Eine Spezialität der Oberpfalz ist der Spiegelkarpfen. Besonders im Herbst kann man ihn in fast jedem einheimischen Lokal in den unterschiedlichsten Variationen bekommen.

In der nördlichen Oberpfalz sollte unbedingt das Zoigl-Bier probiert werden. Ein Bier, das meistens in den Wirtshäusern in kleinen Mengen selbst gebraut wird und unfiltriert und ungespundet vom Sudkessel direkt in die Flasche bzw. auf den Tisch kommt.

Karpfen[Bearbeiten]

Die Geschichte der Karpfenzucht hat in der nördlichen und mittleren Oberpfalz eine fast 100-jährige Geschichte. Damals begannen die Menschen, gerodete Waldflächen für die Teichwirtschaft zu nutzen, dies prägt bis heute die Landschaft. Einerseits ging es um die Ernährung der Bevölkerung mit Fisch, andererseits auch um die Versorgung der örtlichen Kloster. Im Mittelalter gab es sehr viele religiöse Fastentage im Jahr, an denen kein Fleisch gegessen werden durfte. So war eine ausreichende Speisung der Mönche mit Fisch an diesen Tagen lebensnotwendig. Nach Abnahme der Nachfrage im Dreißigjähriger Krieg und der Säkularisation, kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Wiederbelebung. Heute gibt es in der Oberpfalz etwa 3 000 Betriebe mit ca. 10.000 Hektar Teichfläche, die Teichwirtschaft betreiben.

Die einheimische Gastronomie greift gerne von September bis April auf den Karpfen zurück und bringt ihn in einer Vielfalt an Gerichten auf den Teller. Als Besucher sollte man es nicht versäumen die oberpfälzer Fischküche zu probieren. Zentrum der Fischzucht sind Wiesau und Tirschenreuth.

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

  • bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116 117 (kostenfrei)

Klima[Bearbeiten]

Die Oberpfalz wird auch als „Klein-Sibirien“ oder „Bayerisch Sibirien“ bezeichnet. Das sagt schon alles. Häufig Wind, etwas kühler als im Rest Bayerns und im Winter recht schneesicher.

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Franz X. Bogner: Die Oberpfalz aus der Luft. Regensburg : Pustet, 2010, ISBN 978-3791722498; 128. 29,90 €
  • Sabine Reithmaier und weitere Autoren: Schäfflertanz & Perchtenlauf, Lebendige Traditionen und Bräuche in Altbayern. Süddeutsche, Oktober 2009 (1. Auflage), (Süddeutsche Zeitung Edition), ISBN 978-3-86615-729-3; 192. 19,90 €
  • Hubert Treml: Hawadehre! Oberpfälzisch in 30 x 2 Minuten: Ein vergnüglicher Sprachkurs oberpfälzisch. Weiden : Stangl Taubald, September 2009 (1. Auflage), ISBN 978-3-924783-464; 128. 6,50 €
  • Harald Schieder, Ralph Forster: Oberpfälzer Bierführer: Alle Brauereien, alle Biere. Mit Ausflugs- und Wandertips. Mz Buchverlag, 1999, ISBN 978-3931904562.

Weblinks[Bearbeiten]


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