Internet-web-browser.svg
Brauchbarer Artikel

Bayerischer Wald

Aus Wikivoyage
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Bayerische Wald ist ein Mittelgebirge in Bayern und erstreckt sich über die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz. Er umfasst die Landkreise Cham, Straubing-Bogen (nördlicher Landkreis), Regen, Deggendorf, Freyung-Grafenau und den nördlichen Landkreis Passau.

Regionen[Bearbeiten]

Der Woid, wie er von den Einheimischen genannt wird, lässt sich aufteilen in:

  • Unterer Bayerischer Wald - Landkreis Freyung-Grafenau und nördlicher Landkreis Passau.
  • Die Region Vorderer Bayerischer Wald ist geografisch nicht völlig exakt definiert und umfasst hier verwaltungstechnisch die Regionen nordöstlich der Donau im Regierungsbezirk Niederbayern (Landkreise Regen und Freyung-Grafenau).

Als Vorderer Bayerischer Wald wird auch die Region östlich von Regensburg (Regierungsbezirk Oberpfalz), mit dem als "ein Tor zum Bayerischen Wald" bezeichneten Wörth an der Donau sowie das niederbayerische Straubing und Cham in der Oberpfalz bezeichnet.

Orte[Bearbeiten]

Stadtpfarrkirche mit Regenbrücke in Bad Kötzting
Wörth: im Hintergrund der Bayerische Wald, im Vordergrund die Donau

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Winter am Großen Arber: Gipfelkreuz, rechts im Hintergrund der Rachel - mit 1453 m der zweithöchste Berg des "Bayerwaldes"
  • Großer Arber - mit 1.456 m höchste Erhebung des Gebirges; im Winter ein attraktives Skirevier (Info).
  • Großer Rachel - ist mit 1.453 m zweithöchster Berg, der im Nationalpark liegt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Schachten im Woid
Als Schachten werden im Bayerischen Wald die in den Höhenlagen liegenden Waldweiden genannt (ähnlich den Almen im Alpenraum). Die Hirten nutzten früher diese fast baumlosen Flächen als Übernachtungsplätze und für Pausen. Beispiele hierfür sind der Bretterschachten, der Kohlschachten oder der Verlorene Schachten. Diese Plätze können im Nationalpark Bayerischer Wald mit einem Schachtenwanderweg begangen werden.

Der Bayerische Wald ist mit dem Böhmerwald in Tschechien eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in Europa. Im Nationalpark Bayerischer Wald wird versucht, aus dem Wirtschaftswald wieder einen Urwald zu formen.

Das Holz und Quarzvorkommen bildeten die Grundlage zur Entstehung der Glasindustrie. Die Glasstraße zieht sich durch ganz Ostbayern, es sind noch viele Glashütten und Glasveredlungsbetriebe zu besichtigen (z.B. in Frauenau).

Die Einheimischen nennen sich selbstbewusst Waidler und sind stolz auf Ihren Woid. Die inoffizielle Hymne: "Mir san vom Woid dahoam ...".

Sprache[Bearbeiten]

Offizielle Amtssprache ist deutsch. Allerdings unterscheidet sich der "Waidler"-Dialekt von Ort zu Ort und ist für ungeübte Ohren schwer zu verstehen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem PKW[Bearbeiten]

Der Bayerische Wald wird durch keine Autobahn erschlossen. An den Rand vom Woid gelangt man mit A 3 (Nürnberg - Linz), A 92 (München - Deggendorf und A 93 (Hof - Regensburg).

Die B85 durchzieht den Wald von Schwandorf (A 93) über Cham, Regen bis nach Passau auf voller Länge. Von Deggendorf geht es mit der B11 über Regen nach Bayerisch Eisenstein an der Grenze zu Tschechien.

Mit der Bahn und Regionalbus[Bearbeiten]

Mit ICE oder IC/ EC kommt man bis zum Rand des Mittelgebirges. Haltestellen des Fernverkehrs sind Regensburg, Plattling oder Passau. Hier besteht Anschluss mit dem Nahverkehr in den Bayerischen Wald.

Von Regensburg besteht über Schwandorf Anschluss mit der Bahn in den Oberen Bayerischen Wald. Von Schwandorf aus ist Cham, Bad Kötzting bis Lam mit der Oberpfalzbahn erreichbar. Ebenso verkehren Busse von Regensburg in den oberen Bayerischen Wald.

Der Mittlere Bayerische Wald ist von Plattling über Deggendorf, Zwiesel bis Bayerisch Eisenstein mit der Waldbahn erschlossen. Von Zwiesel zweigen Strecken nach Bodenmais und Grafenau ab.

Im Unteren Bayerischen Wald ist von Passau aus lediglich in der Saison von Mitte April bis Ende Oktober die ehrenamtlich betriebene Ilztalbahn an Wochenenden und Feiertagen von Passau nach Waldkirchen und Freyung in Betrieb. Darüber hinaus verkehren Buslinien in den Vorderen Bayerischen Wald.

Mit dem Fernbus[Bearbeiten]

Berlin - Bayerischer Wald - Berlin mit der BVG; Bus-Verkehr-Berlin KG, Grenzallee 13-15, 12057 Berlin, Tel: 030 68389143
Busanreise nach Bodenmais von über 140 Orten deutschlandweit; Tel: 01805 - 144514

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Flughäfen Nürnberg und München sind mit ca. 1-2 Stunden Autofahrt erreichbar. In Vilshofen kann man mit kleinen Privatmaschinen landen.

Mobilität[Bearbeiten]

Die meisten Regionalbusverbindungen werden von der RBO gefahren. Teilweise sind nur vereinzelte Verbindungen geboten. Im Sommer wird im Nationalpark mit den Igelbussen der Nationalpark erschlossen. Im Winter gibt es sehr gute Skibusse zum Bretterschachten (Skilanglaufzentrum) und Großer Arber (Alpin, Weltcupstandort), z.B. von Bodenmais.

Die Waldbahn fährt von Zwiesel sternförmig nach Bodenmais, Bayerisch Eisenstein (teilweise über die Grenze nach Tschechien) und Plattling (hier Anschluss an den Fernverkehr der DB) im Stundentakt. Im Zweistundentakt geht es zusätzlich nach Grafenau entlang des Nationalparks Bayerischer Wald.

Mit dem Bayerwaldticket gibt es eine günstige Tageskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel. In mehreren Gemeinden ist dieses Tagesticket mit dem GUTi (Gästeservice Umweltticket) bzw. VLC-Karte bereits in der Kurkarte mit enthalten. Feriengäste mit Kurkarte können in diesen Gemeinden kostenlos den öffentlichen Nahverkehr in den Landkreisen Cham, Freyung-Grafenau und Regen (letztere beiden nur mit GUTi) nutzen.

Elektromobilität[Bearbeiten]

Seit der Wahl durch die bayerische Staatsregierung im Juli 2013 ist der Bayerische Wald "Modellregion für Elektromobilität". Ziel des Projekts ist es aufzuzeigen, dass die Förderung der Elektromobilität im ländlichen Raum auch unter schwierigen natürlichen Rahmenbedingungen möglich ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Der Baumwipfelpfad in Neuschönau
  • Museumsdorf Bayerischer Wald - Herrenstr. 11; 94104 Tittling; Tel: 08504 - 40461; Viele, teils schön restaurierte Häuser vermitteln die Lebensweise "Woid", schöne Wirtschaft in altem Ambiente.
  • Der Baumwipfelpfad in Neuschönau, gilt mit einer Länge von 1320 m und einer Höhe von 44 m als der weltweit größte.

Berggipfel[Bearbeiten]

Die folgenden sehenswerten Berggipfel gehören streng genommen geografisch zum Böhmerwald, touristisch aber zur Reiseregion "Bayerischer Wald". Der Deutsche Anteil am Böhmerwald wird auch als "Innerer Bayerischer Wald" bezeichnet.

Unterkünfte[Bearbeiten]

Basierend auf der gesammelten Datenbank aller Gemeine- und Stadtverwaltungen der gesamten Landkreise des Bayerischen Waldes stellt der Tourismusverband Ostbayern ein Gastgeberverzeichnis zur Verfügung, in dem sämtliche Privatvermieter, Ferienwohnungen, Pensionen, Hütten, Ferienhäuser oder Hotels des Bayerischen Waldes vertreten sind.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Bayerische Wald ist insbesondere als Wandergebiet bekannt. Von leichten Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Touren mit großen Höhenunterschieden ist alles dabei.

Wintersport[Bearbeiten]

Ski Alpin[Bearbeiten]

  • Skigebiet Großer Arber mit einer 6er-Gondelbahn, zwei Sesselbahnen sowie drei Schleppliften. Das recht schneesichere Gebiet liegt zwischen 1050 - 1450 m hoch. Es besitzt insgesamt 7 km Pisten (3 km leicht, 2 km mittel und 2 km schwer). Zusätzlich gibt es noch eine 5 km lange Tourenabfahrt bis nach Bodenmais. Schneetelefon: 0 99 25 - 94 14 80; weitere Infos siehe Arber.de
  • Skizentrum Mitterdorf - es gibt insgesamt 5 Schlepplifte und eine Sesselbahn. Die Pisten liegen recht schneesicher zwischen 850 m und 1140 m Höhe (Info).
  • Skigebiet "Hohenbogen" bei Neukirchen bei heiligen Blut. Das zwischen 650 und 1.050 m hoch gelegene Skigebiet besitzt 6 km Pisten (teilweise beschneibar). Erschlossen wird das Gebiet im wesentlichen durch eine längere Sesselbahn mit Mittelstation. Des weiteren gibt es einen Schlepplift sowie einen Babylift. Weiteres siehe Hohenbogen.de.
  • Skilift am Großen Riedelstein - Es gibt einen Skilift, der drei Pisten erschließt: leicht (1,3 km), mittel (1,1 km) und schwarz (1,1 km). Weiters siehe Liftseite).
  • Bergbahn Silberberg in Bodenmais, ein Sessellift und eine kurze Skipiste und Rodelbahn. Für Anfänger und Familien mit kleinen Kindern mit dem Kinderskipark ideal. Schneetelefon: 09924 778139; weitere Infos siehe Silberberg.de
  • Skilift Dreisessel - Im Dreiländereck Bayern - Tschechien - Österreich nahe Altreichenau liegt der Skilift Dreisessel. Der Schlepplift reicht dabei fast bis zum Gipfel des Berges (circa 1300 Metern).


Ski Nordisch[Bearbeiten]

  • Bayerwaldloipe - Die 150 km lange Loipe erschließt die Kammregion des Gebirges vom Arber über den Nationalpark bis hin zum Dreisessel. Die mit einer Schneeflocke ausgeschilderte Loipen kann durchgehend nur in einer Richtung befahren werden und zwar vom Arber Richtung Dreisessel.
  • Langlaufzentrum Bretterschachten bei Bodenmais, mit über 1000 m ü. NN sehr schneesichere Lage, 106 km klassische Loipen gespurte Loipen (klassisch und Skating). Skibus im Halbstundentakt ab Bodenmais, nur wenige Parkplätze die relativ teuer bezahlt werden müssen (6,- € für 3 Stunden). Schneetelefon: 09924 - 77 81 39; weitere Infos siehe Bretterschachten.de
  • Skiwanderzentrum Zwieslerwaldhaus - Das Loipenzentrum liegt auf 700 m zu Füßen des Großen Falkensteins zwischen Bayerisch Eisenstein und Zwiesel. Es gibt insgesamt 35 km Loipen, die zwischen 700 und 850 m Höhe liegen: klassische Rundkurse mit 3, 5, 9 und 13 km. Ferner gibt es eine 3 km lange Skatingloipe (Loipenplan als PDF-Datei). Neben den Loipen werden auch einige Winterwanderwege gewalzt. Weitere Infos siehe Skiwanderzentrum.de
  • Loipennetz im Dreiländereck zu Füßen des Dreisessel. Im Bereich Mittelfirmansreut, Haidmühle, Altreichenau und Neureichenau findet man hier ein großzügiges regionales Loipennetz von 270 km Länge (Info siehe Wintersportkarte als PDF-Datei). Besonders zu erwähnen ist hierbei der Skatingpark in Altreichenau. Dort kann in den Wintermonaten zwei mal wöchentlich bei Flutlicht und kostenlos geskatet werden. Weitere Infos siehe Skatingpark Altreichenau


Veranstaltungen[Bearbeiten]

Bedeutende regelmäßige Veranstaltungen:

Küche[Bearbeiten]

  • Schweinebraten mit Sauerkraut und Semmelknödel
  • Dampfnudeln
  • Fleischsulz
  • Gansjung
  • Pichelsteiner, ein Eintopf aus verschiedenen Gemüse- und Fleischsorten.
  • Sterz, Kartoffelgericht - am besten selbst probieren
  • Bärwurz-Verdauungsschnaps, wird aus der Bärwurz(el) (lateinisch: Ligusticum Mutellina) hergestellt
  • Blutwurz, wird aus der gleichnamigen Wurzel destilliert und bekommt von dieser die charakteristische rote Farbe

Nachtleben[Bearbeiten]

In vielen Dörfern wird der Gehsteig schon relativ früh hochgeklappt. Mancherorts hält sich aber noch die typische Dorfwirtschaft mit Stammtisch.

Die Jugend ist teilweise weit unterwegs um die angesagten Lokalitäten aufzusuchen.

Diskothek Vulcano
Erlebnispark Geiersthal - bei Bodenmais
Diskothek Martinique in Regen
Diskothek Papilio in Bischofsmais
Diskothek Tanzboden in Regen
Diskothek Eazy in Zwiesel

Wer es etwas ruhiger mag:

Dorf-Stadl - Erlebnisgastronomie in Bodenmais

Sicherheit[Bearbeiten]

Auch nach der Grenzöffnung zu Tschechien (Schengener Abkommen) bleibt der Bayerische Wald sehr sicher. Durch die Schleierfahndung, einer Art mobiler Grenzkontrolle im Hinterland, ist teilweise mit verstärkten Kontrollen zu rechnen.

Klima[Bearbeiten]

An den Rändern des Bayerischen Waldes bis zu den Gipfellagen steigen die durchschnittlichen Niederschlagsmengen an und erreichen in den Höhenlagen 1.300–1.400 mm im Jahr.

Allgemein jedoch sind die hier gemessenen Niederschlagswerte aufgrund der östlicheren, kontinentaleren Lage des Bayerischen Waldes niedriger als beispielsweise in den vergleichbaren Regionen des Schwarzwaldes.

Die Luft im gesamten Gebiet ist außergewöhnlich trocken; Werte um 35 % relativer Luftfeuchte treten häufig auf. Die Durchschnittstemperaturen liegen bedingt durch die Höhe und den vorherrschenden Ostwind im unteren Bereich. Besonders kann es in den Höhenlagen sowohl im Spätfrühjahr, Herbst, als auch im Sommer empfindlich kühl werden. Nachtfröste sind keine Seltenheit.

Der Bayerische Wald ist für seinen Schneereichtum bekannt. Bedingt durch die Stauniederschläge und der relativ hohen Lage des Mittelgebirges und letztlich auch aufgrund der kontinentalen Ostlage ist in den Kammlagen mit 120-180 Tagen Schneedecke zu rechnen. Je nach Winter kann die Schneehöhe bis über 250 cm betragen. Die durchschnittlichen Schneehöhen liegen jedoch bei ca. 40–90 cm.

Der Einflussbereich des Alpenföhns reicht oft bis an den Donaulauf und den Bayerischen Wald heran. Besonders an klaren Herbsttagen mit starkem Föhn ist deshalb von den Bergen des Bayerischen Waldes die Kette der Alpen zu erkennen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bayerischer Wald - Wo Wildnis erwacht von Sven Zellner, Verlag Tecklenborg 2000 ISBN 3924044570
  • Schee is gwen, owa hirt. Alte Bilder aus dem Bayerischen Wald von Martin Ortmeier, Buch- und Kunstverlag Oberpfalz 2003 ISBN 393571923X
  • Folgende GPS-fähige digitale Handylandkarten gibt es bei Fritsch Wanderkarten direkt auf das eigene Mobiltelefon oder als CD.
    • 656 NP Oberer Bayerischer Wald, Handykarte
    • 658 Ferienland Naturpark Bayerischer Wald, Handykarte
    • 660 Mittlerer Bayerischer Wald, Handykarte
    • 662 Südlicher Bayerischer Wald, Handykarte

Weblinks[Bearbeiten]

WebCams[Bearbeiten]


Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.