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Nationalpark Bayerischer Wald

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Der Nationalpark Bayerischer Wald ist ein Nationalpark, der im gleichnamigen Mittelgebirge an der Grenze zu Tschechien liegt. Das deutsche Schutzgebiet am Hauptkamm des Bayerischen bzw. Böhmer Waldes bildet zusammen mit dem tschechischen Nationalpark Sumava ein großes Urwaldgebiet.

Blick vom Rachel über die weiten Wälder zum Falkenstein

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Park hat eine Gesamtfläche von 24.217 Hektar (etwa 242,2 km²) und dessen vorrangig geschützte Lebensräume sind Buchen-Bergmischwälder mit Tanne, Hochlagen-Fichtenwälder, Moore, Bergbäche und Blockhalden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Nationalpark Bayerischer Wald war bei seiner Gründung 1970 der erste Deutsche Nationalpark.

"Natur Natur sein lassen"

Anfang der 1990 Jahre starb der Wald besonders in den Gipfellagen des Nationalparks großflächig ab. Schuld war der Borkenkäfer, der mit den durch Umwelteinflüsse ("sauerer Regen" der 1970er und 1980er Jahre) schon geschwächten Fichtenmonokulturen leichtes Spiel hatte. Stürme wie z. B. Kyrill taten ihr Übriges. Im Sinne des Nationalparkgedanken "Natur Natur sein zu lassen" entschied man sich nicht zum Eingreifen. Heute, 15 bis 20 Jahre später, wächst nun zwischen den Baumruinen ein natürlicher, robusterer Bergmischwald nach, der bereits eine Höhe von 2 bis 3 Metern erreicht hat. Dieser wird für den Borkenkäfer dann weniger anfällig sein. Das Motto "Natur Natur sein lassen" stammt übrigens vom langjährigen Nationalparkleiter Hans Bibelriether, der den Satz Anfang der 1990er Jahre prägte, als der "alte Wald" großflächig abstarb.[1] Mit diesem Motto verteidigte die Nationalparkverwaltung damals die Strategie der "natürlichen Dynamik" gegen das "traditionelle forstliche Eingreifen" (also das Beseitigen der erkrankten und abgestorbenen Bäume um dem Schädling Einhalt zu gebieten). Diese Maßnahme wurde von lokalen Akteuren vehement gefordert, da man um den Tourismus in der Region fürchtete. Heute, 20 Jahre später, zeigt sich, dass die damalige Entscheidung der Experten richtig war: Der Weg vom ehemaligen Wirtschaftswald zum Beginn eines Urwald war natürlich "brutal", dafür aber kurz. Heute können Besucher nun hautnah das Heranwachsen einer "richtigen" Wildnis miterleben. Bis sich der natürliche Zustand von vor 1850 mit einem natürlichen Bergmischwald mit hohem Tannenanteil wieder herausgebildet hat, werden trotzdem noch mehrere Baumgenerationen bzw. Jahrhunderte vergehen.

Landschaft[Bearbeiten]

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Für den Hinteren Bayerischen Wald charakteristisch sind hauptsächlich Hochlagen-Fichtenwälder, Bergmischwälder (z.T. Urwälder), Blockhalden, Moore, Moorwälder, ehemalige Hochweiden (Schachten), Schluchttäler und Seen. Wälder dürfen dort wachsen und vergehen, ohne dass durch Menschenhand lenkend oder pflegend eingegriffen wird.

Klima[Bearbeiten]

Anreise[Bearbeiten]

Die Hauptwandergebiete mit allen wichtigen Einrichtungen sind ohne PKW erreichbar. Für die Mobilität zum und im Nationalpark Bayerischer Wald sorgen die Waldbahn und die Igelbusse.

Siehe Netzplan des ÖPNV auf bayerwald-ticket.com und etwas großer auf nationalpark-bayerischer-wald.de.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die Waldbahn fährt entlang der Nationalparkgrenze und verbindet im Stundentakt Bayerisch Eisenstein, Ludwigsthal “Haus zur Wildnis”, Zwiesel, Regen von und nach Plattling (Linie № KBS 905). Ab Zwiesel fahren die Triebwagen Züge der Waldbahn von und nach Frauenau, Spiegelau, Sankt Oswald und Grafenau (Linie № KBS 906) in Zwiesel zur ungeraden Stunde und in der Gegenrichtung ab Grafenau zur geraden Stunde ab. Ab Zwiesel fahren ebenfalls die Triebwagen Züge der Waldbahn von und nach Bodenmais (Linie № KBS 907) ab.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Bei der Ausflugsplanung sind die saisonalen Fahrplanabweichungen zu beachten. Der Sommerfahrplan gilt jeweils vom 15. V bis 31. X.

Gebühren[Bearbeiten]

Das Schutzgebiet ist frei zugänglich.

Mobilität[Bearbeiten]

Öffentlicher Verkehr[Bearbeiten]

Die Nationalparkregion ist gut mit Bus und Bahn erschlossen. Die Waldbahn erschließt die am Parkrand gelegenen Urlaubsorte. Ferner gibt es in der Sommersaison zwischen dem 15. Mai und dem 2. November Nationalparkbuslinien ("Igelbus"), die die Sehenswürdigkeiten bzw. Wandergebiete im Park erschließen. Fahr- und Netzpläne sowie weitere Infos siehe Bayerwald Ticket.

Radfahren[Bearbeiten]

Im Park ist das Radfahren nur auf den markierten Radwanderwegen gestattet. Insgesamt gibt im Nationalpark rund 200 km Radwanderrouten. Pedelecs (elekrounterstützte Fahrräder bis 25 km/h) gelten als Fahrrad und dürfen ebenfalls genutzt werden. Das gilt aber nicht für reine Elektrofahrräder und sogenannte Selbstbalanceroller ("Segways"). Beide Fahrzzeugtypen dürfen im Parkgebiet nur auf öffentlichen Straßen genutzt werden.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Das Wandern ist die mit Abstand beliebteste Aktivität im Nationalpark. Insgesamt gibt es im Schutzgebiet 300 km markierte Wanderwege. In der Kernzone des Parks herrscht Wegegebot (d. h. die Markierten Wanderwege dürfen nicht verlassen werden). Aber auch in den anderen Parkbereichen sollte man das Vorrecht der Natur respektieren und auf den Wegen bleiben.

Zum Teil sind Wanderwege aus Naturschutzgründen zeitweise gesperrt. So ist zum Beispiel der inoffizielle, unmarkierte und wenig begangene Grenzsteig im Kammbereich aufgrund des Auerhuhnschutzes nur vom 15. August bis 15. November begehbar. Der Grenzpfad führt über sehr lange Strecken durch abgestorbene Wälder in Kammlage entlang der deutsch/tschechischen Grenze. Daher der Name "Grenzsteig".

Aktuelle Informationen zum Wegezustand im gesamten Schutzgebiet können hier auf der Seite des Nationalparks abgerufen werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Berggipfel[Bearbeiten]

Großer Falkenstein (1315 m)[Bearbeiten]

Wasserfall im Höllbachgspreng am Großen Falkenstein

Vom Gipfel hat man einen schönen Blick hinüber zum großen Arber. Im Bereich des Gipfels liegt ein Schutzhaus des Bayerischen Wald Vereins, in dem man einkehren und auch übernachten kann (Hausseite). Der Gipfel des Berges kann übrigens über Fahrwege auch mit dem Fahrrad erreicht werden (die Forstwege sind tourenradtauglich). Am Gipfel gibt es sogar einen Fahrradparkplatz mit Anlehnbügeln.

Wer von Zwieslerwaldhaus (auf 700 m Höhe gelegen) auf den Falkenstein wandert kann während des Aufstiegs zum Gipfel auch den Ruckowitzschachten, die größte Hochweide im Bayrischen Wald, besuchen. Sehenswert ist auch das Höllbachgespreng am südöstlichen Berghang. In einer kleinen wilden Schlucht fließt hier ein Bergbach in Kaskaden zu Tal. Ein Bergpfad erschließt diese Natursehenswürdigkeit (festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind zur Begehung des Wanderpfads notwendig).
Eine Wanderkarte zum Großer Falkenstein als PDF-Datei ist hier zu finden.
Lage des Großen Falkenstein: 49° 5′ 3″ N 13° 16′ 48″ O

Rachel (1.453 m)[Bearbeiten]

Rachelkapelle mit Talblick zum gleichnamigen See

Der Große Rachel (1 Typ ist Gruppenbezeichnung) ist der zweihöchste Berg des Bayrischen Waldes. Ein schönes Wanderziel ist neben dem Berggipfel auch der auf etwa 1000 m Höhe gelegene Rachelsee. Von der kleinen Rachelkapelle auf 1222 m Höhe hat man einen schönen Blick auf den 5,7 Hektar großen See, der als Gletschersee in der letzten Eiszeit entstand. Große Teile des Bergfichtenwaldes am Rachel sind dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen.

Anreise: Der Rachel und der Rachelsee sind nur zu Fuß zugänglich. Das Radfahren ist auf den Wanderwegen nicht gestattet.

  • Öffentlicher Verkehr: Der "Rachel-Bus" (Linie 7596) verbindet vom 15. Mai bis 2. November im Stundentakt den Bahnhof Spiegelau an der Waldbahn mit dem Rachelgebiet.
- Die nächste Haltestelle zum Berg ist die Endhaltestelle "Gfäll" auf 950 m Höhe am Südhang des Rachel (bei 2 Typ ist Gruppenbezeichnung); Toilette vor Ort, Halbstundentakt ab Spiegelau). Von hier läuft man 3,2 km mit rund 500 hm bis zum Gipfel des Großen Rachel (etwa eine gute Stunde bis 1½ Std. Gehzeit über steinigen Fahrweg). Ab dem Rachelschutzhaus (Waldschmidthaus) kurzer steiniger Bergpfad zum Gipfel.
- Alternativ kann man mit dem Rachel-Bus im Stundentakt auch bis zur Endhaltestelle "Racheldiensthütte" (3 Typ ist Gruppenbezeichnung) fahren, die südöstlich des Berges auf 860 m Höhe liegt. Von hier läuft man über den Rachelsee etwa 6 - 7 km mit rund 600 hm bis zum Gipfel des Großen Rachel.
  • Auf der Straße: Die Parkplätze "Gfäll" (4 Typ ist Gruppenbezeichnung) und "Racheldiensthütte" (5 Typ ist Gruppenbezeichnung) sind zwischen dem 15. Mai und dem 2. November nur vor 8 Uhr und nach 18 Uhr mit dem eigenen PKW erreichbar. Tasgsüber sind die Zufahrten gesperrt und man muss den Rachel-Bus ab Spiegelau nutzen (Park & Ride Parkplatz in Spiegelau bei 6 Typ ist Gruppenbezeichnung). Mit dem Fahrrad dürfen die beiden Parkplätze aber auch im Sommerhalbjahr ganztätig angefahren werden. Ab beiden Parkplätzen geht es aber auch für Radler nur zu Fuß weiter, da alle Wege Richtung Rachelgebiet reine Wanderrouten sind.
  • Tourenvorschlag: "Streckenwanderung Rachelübergang" als kleinere Tageswanderung: Aufstieg von der Endhaltestelle "Gfäll zum Rachelgipfel. Im oberen Teil des Aufstiegs ergeben sich schon die ersten Talblicke, da der Wald hier großflächig abgestorben ist. Über den steinigen Fahrweg erreicht man schließlich das Rachelschutzhaus (Waldschmidthaus), das auf 1360 m Höhe unterhalb des Gipfels (Einkehrmöglichkeit; Übernachtung ist nicht möglich; Aussichtspunkt mit ersten Talblick zum Rachelsee und hinüber zum Lusen). Ab hier steiniger Bergpfad zum Gipfel. Abstieg weiter durch großflächig abgestorbenen Wald über den Kapellensteig (steiniger Bergpfad) an der Rachelseekapelle vorbei zum Rachelsee (1071 m). Von hier stehen einem zwei Varianten zur Racheldiensthütte offen: Den Goldsteig über die "Felsenkanzel" (kleine Felsklippe auf einer Waldlichtung) mit noch einmal knapp 100 hm im Anstieg oder der direkte Abstieg über die "E6-Variante-Buntspecht". In der Racheldiensthütte(880 m) gibt es eine kleine Jausenstation. Die Hütte liegt landschaftlich ganz nett an der Klause, einem kleinen Stauteich im Wald. Von der Racheldiensthütte sind es nur noch wenige hundert Meter bergab bis zur Bushaltestelle "Racheldiensthütte" des Rachel-Buses.
Tourendaten: Streckenlänge etwa 10 bis 11 km mit rund 500 bis 600 hm im Anstieg je nach Wegwahl. Der Einsatz von festem Schuhwerk (ab besten knöchelhohe Bergwanderschuhe) ist sehr zu empfehlen, da über große Strecken naturnahe, z. T. steinige Bergpfade genutzt werden. Bei Gewittergefahr die Wanderung nicht in Angriff nehmen, da im Gipfelbereich des Rachel längere offene Strecken durch abgestorbenen Wald zurückgelegt werden müssen. Auch bei Sturm sollte man von einer Wanderung Abstand nehmen, da dann verstärkt Bruchgefahr durch Totholz besteht. Gehzeit: 3 1/2 bis 5 Stunden je nach individuellen Pausen und Fotostopps.
Herbst am Rachselsee Anfang Oktober 2010

Lusen (1373 m)[Bearbeiten]

Von der freien, felsigen Gipfelkuppe des Lusen hat man einen schönen Rundblick. Am Lusen ist der alte Bergfichtenwald durch Borkenkäferbefall weitgehend verschwunden. Zwischen den abgestorbenen Stämmen kann man nun erleben, wie der Wald auf natürlichem Wege ohne Eingriffe des Menschen neu heranwächst.

  • Lage des Lusen: 7 Typ ist Gruppenbezeichnung
  • Im Lusenschutzhaus auf 1343 m kurz unterhalb des Gipfels kann man einkehren und auf Voranmeldung auch übernachten. Insgesamt gibt es Platz für 21 Personen in verschieden großen Zimmern. Es gibt keine Duschen, jedes Zimmer besitzt aber ein Waschbecken mit kaltem Wasser. Übernachtungspreis im Januar 2013: 28 € pro Person (inklusive Frühstück). Kontakt und weitere Infos siehe www.lusenschutzhaus.de

Schachten[Bearbeiten]

Der Baumturm des Baumwipfelpfads Neuschönau

Die Schachten sind ehemalige Waldweiden, die heute meist nicht mehr genutzt werden. Im Rahmen des Schutz der Kulturlandschaft werden diese Hochweiden auch heute noch offen gehalten. Ein Schachtenwanderweg verbindet die im Nationalpark gelegenen Hochweiden.

Baumwipfelpfad[Bearbeiten]

Den neuen Pfad findet man bei Neuschönau. Der architektonisch interessante Pfad windet sich unter anderen in einem 44m hohen "Baumturm" kreisförmig um 3 große Bäume. Auf dem Weg nach oben erfährt der Besucher wissenswertes zum Thema Wald. Insgesamt ist der Pfad 1300 m lang. Am Ende des Weges im Baumturm auf 44 m Höhe hat man einen weiten Blick über die Wälder des Nationalparks und den Bayerischen Wald bis hin zum Lusen. An sehr klaren Tagen kann man sogar die Alpen erkennen. Weitere Infos, Eintritt und Öffnungszeiten sowie Bilder siehe Artikel Neuschönau

Informationszentren[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Blick entlang der "Himmelsleiter" hinauf zum Lusen im September 2010. Entlang des Sommerwegs zum Berg (ist im oberen Teil ein Natursteintreppenpfad) starb in den 1990er der durch Umwelteinflüsse stark geschwächte Fichtenwald großflächig ab. Mittlerweile wächst zwischen den Baumruinen ein robuster natürlicher Bergmischwald nach.
  • Wandern - Attraktiv sind z. B. Gipfelwanderungen auf den Lusen, Großen Rachel oder auch auf den Großen Falkenstein (Gipfelbezogene Wandervorschläge siehe auch oben im Abschnitt Berggipfel.
  • Radfahren - ist im Nationalpark allerdings nur auf den markierten Radwanderwegen gestattet.

Kaufen[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Wanderkarten

Weblinks[Bearbeiten]

ArtikelentwurfDieser Artikel ist in wesentlichen Teilen noch sehr kurz und in vielen Teilen noch in der Entwurfsphase. Wenn du etwas zum Thema weißt, sei mutig und bearbeite und erweitere ihn, damit ein guter Artikel daraus wird. Wird der Artikel gerade in größerem Maße von anderen Autoren aufgebaut, lass dich nicht abschrecken und hilf einfach mit.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Magazin "Natur" Heft 3/2012 via Spiegel Online Wissenschaft vom 9. März 2013 "Unberührte Natur: Deutschland soll wilder werden" (abgerufen am 10. März 2013).
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