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Santiago de Compostela

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Kathedrale
Kathedrale
Santiago de Compostela
Region Galicien
Einwohner
95.966 (2016)
Höhe
260 m
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Lage
Lagekarte von Spanien
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Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist ein Wallfahrtsort im spanischen Galicien mit der zum Welterbe gehörenden Kathedrale.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Namensgeber der Stadt ist der Heilige Jakob (Sant-Jago), dessen Grab im 9. Jahrhundert ein Einsiedler auf einem Sternenfeld (lat. Campus stellae > Compostela) gefunden haben will. Kurz darauf wurde eine Siedlung gegründet, die schnell zu einer Stadt wuchs. Santiago wurde zu einem geistigen Zentrum des Kampfes gegen die Mauren, weshalb im Jahre 997 durch dem Emir von Cordobar der Feldherr Almanzor nach Compostela geschickt wurde. Dieser fackelte nicht lange und zerstörte die rund 100 Jahre alte Pfeilerbasilika mit den ihr umgeben Gebäuden. Doch von diesem Schicksalsschlag erholte sich die Stadt recht schnell. Bereits 1188 war die romanische Kathedrale an der Stelle der zerstörten Basilika errichtet. Mit der Reformation in Europa flaute der Pilgerstom nach Santiago immer mehr ab und die Stadt wurde immer mehr zu einer bloßen Randerscheinung. Dies änderte sich Ende des 18. Jahrhunderts, als Pilger wieder begannen, nach Santiago zu reisen. Das Franco-Regime nutzte die Stadt und ihren Heiligen zu propagandistischen Zwecken. Ab 1933 wurde eine Spende an die Kathedrale per Gesetz eingeführt. 1981 als Galizien den neuen Autonomiestatus erhielt, wurde hier der Sitz des Präsidenten und des galizischen Parlaments eingerichtet, obwohl Santiago administrativ der Provinzhauptstadt A Coruña unterstellt ist.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Flughafen Santiago de Compostela42.896333-8.4151451 Flughafen Santiago de Compostela (Aeropuerto de Santiago de Compostela, IATA: SCQ). Wikipedia-Artikel zu dieser Einrichtung Wikimedia Commons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien zu dieser EinrichtungWikidata – Daten zu dieser Einrichtung. Er liegt rund 11 Kilometer östlich der Stadt. Angeflogen wird der Flughafen u.a. von Basel-Mulhouse, Genf, Zürich und Frankfurt aus.

Zwischen dem Stadtzentrum und dem Flughafen verkehren alle 30 Minuten Shuttlebusse. Der Bus fährt in Santiago von der Haltestelle „Rúa do Doutor Teixeiro“ von 6:00 bis 0:00 und hält unter anderem auch am „Plaza de Galicia“ und am 42.88796-8.53292 Busbahnhof. Vom Flughafen nach Santiago fährt der erste Shuttlebus um 6:45 und der letzte um 0:45 Uhr. Die Fahrt kostet 3 €, ein Ticket für die Hin- und Rückfahrt 5 €. Stand: September 2015.
Mit dem Privat- oder Mietwagen kann der Flughafen vom Stadtzentrum aus über die N 634a erreicht werden.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Santiago de Compostela hat einen 42.87074-8.544773 Bahnhof, welcher südlich der Altstadt am Ende der Rúa do Hórreo liegt, von welchem häufig Züge der RENFE nach A Coruña und Vigio verkehren (fast stündlich). Daneben gibt es noch rund 6 Züge nach Ourense, sowie ein Zug täglich nach León und Burgos.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

  • Es fahren unter anderem internationale Busse der ALSA zu und von einer Vielzahl von Städten auch im deutschsprachigen Bereich.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Von A Coruña aus führt die Autobahn AP9 Autopista AP-9 (E1) an der Stadt Santiago vorbei bis nach Vigo und zur Grenze nach Portugal, parallel dazu verläuft die nicht mautpflichtige N-550.
Von Lugo im Osten resp. von der A6 Autovía A-6 aus führt die N-540 südwestlich, bis nach 16 km auf die N-547 gewechselt werden muss, um dan aus östlicher Richtung Santiago de Compostela zu erreichen. Die N-547 endet in der A54 Autovía del Aeroporto A-54 ins Stadtzentrum.
Die mautpflichtige AP53 Autopista AP-53 führt in südöstlicher Richtung nach Ourense, wo sie auf die westwärts führende A52 Autovía A-52 in Richtung León führt. Begleitet wird sie von der nicht mautpflichtigen N-525.
Die AG-56 resp. die im Bau befindliche CG-1.5 und parallel die AC-543 führen westwärts nach Noia an der Ría de Muros und weiter in Richtung Fisterra.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Santiago ist der Endpunkt des europäischen Fernradwegs EuroVelo 3 (auch „Pilgerroute“ oder «La Scandibérique» genannt), der von Skandinavien durch Nordwestdeutschland, Belgien und Frankreich hierher führt. Die spanische Post bietet den Service, das Fahrrad in einer Transportverpackung zurück zu schicken.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Der traditionelle Weg nach Santiago de Compostela ist die Fußwanderung, auf dem Pilgerweg (Jakobsweg). Hier ist der Endpunkt aller Jakobswege: Camino Francés von der französischen Grenze in den Pyrenäen, Camino del Norte an der spanischen Nordküste entlang, Camino de Madrid, Caminho Português von Lissabon sowie der Camino a Fisterra vom/zum Cabo Fisterra am Westende des europäischen Festlands.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Altstadt ist verkehrsberuhigt und daher ist die Erkundung zu Fuß fast unumgänglich. Die Sehenswürdigkeiten befinden sich allerdings weitgehend innerhalb der Altstadt und sind innerhalb von wenigen Minuten zu erreichen.
Ein kommunales Busnetz mit ca. 20 Linien wird von der städtischen Busgesellschaft TUSSA unterhalten. Eine Vielzahl der Bushaltestellen ist als solche nicht erkennbar, es ist hilfreich Einheimische nach der nächsten Bushaltestelle zu fragen. Erschwerend kommt hinzu das in den Bussen die Haltestellen nicht angekündigt werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Praza del Obradoiro

Um die 42.88045-8.545711 Praza do Obradoiro sind die Kathedrale, der Sitz des Galizischen Präsidenten, der Bischofspalast und das Hostal dos Reis Católicos (heute Staatshotel Parador Nacional) angeordnet, womit schon 5 der wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt erwähnt sind. Umgeben sind sie von den Gässchen der Altstadt mit malerischen Häusern, häufig mit typischen verglasten Balkonen.

Kirchen[Bearbeiten]

Santiago hat 15 Kirchen, darunter als bedeutendste die 1120 vollendete romanische Kathedrale mit zwei 78 m hohen Türmen, dreischiffigem Querhaus und dem angeblichen Grab des Apostels Jakobus (d. Ä.), des Schutzpatrons von Spanien, dazu kommen mehrere ehemalige Klöster.

Kathedrale[Bearbeiten]

Kathedrale
Kathedrale
Kathedrale, im Innern
Hauptalter, hinter der Statue des Hl. Jakobus passieren Pilger
  • 42.880556-8.5438892 Kathedrale von Santiago de Compostela. Wikipedia-Artikel zu dieser Einrichtung Wikimedia Commons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien zu dieser EinrichtungWikidata – Daten zu dieser Einrichtung. Sie ist mindestens der dritte an dieser Stelle errichtete Sakralbau. Der Bau der heutigen Kathedrale wurde um 1075/77 begonnen. Zu Beginn als romanische Kathedrale geplant, wurde der Bau während der langen Bauzeit – wie es so üblich war – in den aktuellen Stilrichtungen abgeändert.

Sie wurde 1985 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Die Obradoiro-Fassade ist die Westfassade zum Praza do Obradoiro. Sie wurde im 18. Jahrhundert fertiggestellt und ist im üppigen Stil des Barock gehalten. Sie verdeckt nun die frühere Fassade, von der nur das Glorienportal noch erhalten ist.

Der Nordturm wird Carraca benannt, der Südturm Campanas (Glockenturm). Beide haben einen Aufbau im Barockstil auf dem unteren romanischen Turmteil.

Die Praterías-Fassade ist die Südfassade des Kreuzschiffes. Es handelt sich um die einzige Fassade, an der die romanische Struktur noch erhalten ist.

Der Uhrenturm (Torre del Reloj) wurde im 16. Jahrhundert errichtet und ist ein Werk des Rodrigo Gill de Hontañón; er befindet sich an der Südostecke des südlichen Seitenschiffes. An der Südostecke des Südanbaus befindet sich der Schatzturm (Torre del Tesoro).

An der Ostseite befinden sich das Königsportal und die Heilige Pforte. Die heilige Pforte (Puerta Santa) ist die zweite von rechts an der östlichen Seite der Kathedrale, sie wird nur während dem Compostelanischen Heiligem Jahr geöffnet. Diese Festlichkeit wird seit dem 12. Jahrhundert in dem Jahr begangen begangen, wenn der Namenstag des Apostels, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt. Es dauert immer vom Nachmittag des 31. Dezember bis zum nächsten 31. Dezember.

Auf der Nordseite befindet sich die Azabachería-Fassade zum gleichnamigen Platz. Früher wurde sie Paradies-Fassade genannt. Hier endet der französische Jakobsweg, welcher der meistbegangene ist. Bei dieser Fassade befinden sich die ersten klassizistischen Elemente, die in Compostela zur Anwendung kammen.

Der Innenraum der Kathedrale wird vom Hauptaltar, der sich über dem Apostelgrab befindet, dominiert.

Hinter dem Hauptaltar befindet sich die über eine Seitenpforte mit einigen Treppenstufen erreichbare Camarín (St.-Jakobs-Nische), in ihr befindet sich die Sitzstatue des Jakobus als Meister. Es ist Brauch, dass die Pilger die Statue nach Erfüllung ihrer Pflichten umarmen. Deshalb hat die Steinstatue eine Heiligenschein, da viele ihren Hut auf seinen Kopf legen, um ihn besser umarmen zu können. Ein eigenartiges Schauspiel ist es, wenn sogar während der Messe der Strom der Pilger hinter der Jakobus-Statue auf dem Hauptalter nicht abbricht.

Eine weitere Besonderheit ist der Botafumeiro. Das gewaltige an einem Seil hängende Räuchergefäß wird von einer kräftigen Mannschaft in Schwingung versetzt und pendelt bis weit gegen das Dach des Querschiffs hinauf.

In der Krypta, hinter dem Hauptaltar befindet sich das Grabmal des Jakobs und seiner beiden Begleiter Athanasios und Theodoros.

Das Glorienportal ist nun von der Obradorio-Fassade verdeckt. Das reich verzierte Portal wurde im Auftrag von Ferdinand II. von seinem Hofarchitekten Mateo gestaltet. Das Portal spiegelt den Glaubenssatz Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes sind aufgebaut auf dem Fundament der Apostel und Propheten wieder. Die Mitte dominiert ein fast drei Meter hohe sitzender Jesus, bei ihm halten die vier Evangelisten Wache.

Führungen durch die Kathedrale (etwa der Dachrundgang) müssen z. T. vorab reserviert werden, dies kann online oder vor Ort erfolgen. Pilger mit Pilgerausweis erhalten eine Preisermäßigung.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

Paläste in Santiago
Hostal dos Reis Católicos
  • Das 42.88101-8.545723 Hostal dos Reis Católicos, wurde als Pilgerhospiz 1498 von den katolischen Königen errichtet. Heute beherbergt es wohl den berümtesten und auch teuersten Parador Spaniens. Es handelt sich hierbei um ein staatliches 5-Sterne-Hotel. Es befindet sich an der Nordseite der Praza do Obradoiro.
  • Der 42.8804-8.546114 Pazo de Raxoi, ist der Sitz des galicischen Präsidenten. Er stammt aus dem Jahre 1777 und befindet sich an der Westseite der Praza do Obradoiro.
  • Der 42.88002-8.545535 Pazo de Xelmíres (auch Palacio de Arzobispo), stammt aus dem 12./13. Jahrhundert. Das romanische Gebäude hat einen 32 Meter langen und 8 Meter breiten Festsaal, und wird oft für Adelshochzeiten benutzt. Das Gebäude kann besichtigt werden. Er befindet sich am südlichen Seite des Praza do Obradoiro. (Öffnungszeiten: Di-So 10:00-13:30 u. 16:30-19:30)

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Der Pferdebrunnen befindet sich auf dem Plaza de Platerías.

Museen[Bearbeiten]

  • 42.88052-8.545227 Museum der Kathedrale (Museo Catedral), Catedral de Santiago (Eingang in der Kathedrale, im rechten Seitenschiff). Geöffnet: 09:00-20:00 (Winter 10:00-20:00).

Parks[Bearbeiten]

Verschiedenes[Bearbeiten]

Santiago de Compostela: Pilgerbüro

Im 42.87965-8.544175 Pilgerbüro in der Casa do Deán in der Rua do Vilar erhalten diejenigen, welche die letzten 100 km des Jakobswegs bis zur Kathedrale zu Fuß oder die letzten 200 km per Fahrrad oder auf einem Reittier zurückgelegt haben, nach Vorlegen des abgestempelten Pilgerpasses die Pilgerurkunde, die Compostela.

Aktivitäten[Bearbeiten]

  • In einer Seitenkapelle innnerhalb der Kathedrale wird in der Pilgersaison täglich um 08:00 Uhr eine deutschsprachige Messe gefeiert.
  • Die Deutschsprachige Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela bietet in der Pilgersaison täglich um 19:00 Uhr (ab 1. Oktober: 18 Uhr) eine Führung (sog. „geistlichen Rundgang“) um die Kathedrale an. Treffpunkt ist das Nordportal.

Einkaufen[Bearbeiten]

Rua do Vilar

Zahlreiche Ladengeschäfte, die unter anderem Andenken und Devotionalien verkaufen, finden sich in der Fußgängerzone um die Rua do Vilar.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Günstig[Bearbeiten]

Pilger, die die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer per Fahrrad oder mit einem Pferd zurückgelegt haben, können hier günstig übernachten:

Mittel[Bearbeiten]

Gehoben[Bearbeiten]

  • NH Collection, Av. do Burgo das Nacións, s/n, 15705 Santiago de Compostela, A Coruña.


Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

  • das 42.87884-8.545192 Hauptpostamt liegt an der Rua do Franco,4

Ausflüge[Bearbeiten]

  • zum Ende der Welt in Fisterra, wo für die ganz unentwegten Pilger der Jakobsweg an der Atlantikküste seinen Abschluss findet.
  • an die Badestrände der Rías Baixas

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


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