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Salamanca

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Salamanca ist eine Universitätsstadt im westlichen Spanien. Sie gehört zur Region Kastilien-León und hat etwa 160.000 Einwohner. Die Stadt liegt am Rio Tormes 220 km nordwestlich von Madrid.

Plaza Mayor
Salamanca
Region Salamanca
Einwohner
144.949 (2016)
Höhe
802 m
Tourist-Info Web http://www.salamanca.es
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Lage
Lagekarte von Spanien
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Salamanca

Hintergrund[Bearbeiten]

In der Antike nannte man die Stadt Salamantica. Die Römer machten sie zu einem bedeutenden Handelszentrum. Die Mauren eroberten Salamanca im 8. Jh. unter der Führung von Musa ibn Nusayr. Alfons VI von León konnte sie erst 1085 zurückerobern, wobei die Gebäude weitgehend zerstört wurden. Sie blieb für längere Zeit unbewohnt. Die Wiederbevölkerung begann 1102 unter Raimundo de Borgoña. Im 16. Jh. erlebte Salamanca die höchste Blüte. Es wurden viele sakrale und zivile Gebäude errichtet. Eine britisch-portugiesische Armee besiegte die Franzosen unter Marmont im Jahre 1825 in der Nähe von Salamanca. 1980 vereinbarten Würzburg und Salamanca eine Städte-Partnerschaft. Seit 1988 gehört Salamanca zum Weltkulturerbe der UNESCO. Im Jahre 2002 wurde die Stadt zusammen mit Brügge in Belgien europäischen Kulturhauptstadt.

Man nennt Salamanca auch die goldene Stadt, weil die Fassaden aller historischen Gebäude aus einem goldfarbenem Stein gebaut sind, der nicht oxidiert. Salamanca ist wohl die schönste spanische Stadt und lohnt auf jeden Fall einen Besuch.

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Es gibt einen kleinen Flughafen, der aber nur inländische Verbindungen nach Barcelona, Málaga und Palma de Mallorca anbietet. Von Deutschland aus könnte man zu den drei Zielorten fliegen und dort nach Salamanca umsteigen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt eine Zug-Verbindung nach Madrid mehrmals am Tag. Die Strecke ist ausgesprochen schön. Der RENFE Bahnhof liegt im Norden der Stadt.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Es gibt eine Vielzahl von sehr billigen Angeboten von allen großen Städten Spaniens. Der Busbahnhof liegt im Westen der Stadt.

Auf der Straße[Bearbeiten]

  • Von Madrid aus kann man auf der Autovia A-6 in nordwestlicher Richtung bis zum Abzweig nach Ávila und dann auf der AP-51 (gebührenpflichtig) oder der N-110 nach Ávila und weiter auf der N-501 nach Salamanca. Die Entfernung beträgt 212 km.
  • Von Cáceres oder Plasencia aus über die Via de la Plata (N-630) nach Salamanca. Die Entfernung beträgt 130 km (Plasencia) und 215 km (Cáceres).
  • Von Leon auf der A-66 bzw. N-630, der Via de la Plata südwärts nach Salamanca. Die Strecke beträgt ca. 220 km.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Sehenswürdigkeiten von Salamanca kann man zu Fuß erkunden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

  • Catedral Nueva die neue Kathedrale wurde im plateresken Stil gebaut.
    Die Doppelkathedrale von Salamanca
Convento San Esteban
Astronautenfigur im Ornament eines Portals

Das ist ein in Spanien weit verbreiteter Stil zwischen der Gotik und der Renaissance. Die platereske Kunst ist sehr dekorativ, detailliert und verspielt. An ihrer Seite hat die neue Kathedrale noch die alte, die man beim Bau der neuen erhalten wollte. In der Goldenen Kapelle stehen hervorragende Skulpturen. Der Patio chico, der kleine Hof, ist der Übergang von der alten zur neuen Kathedrale. Die plateresken Portale der Kathedrale mit ihren vielen Details verdienen Beachtung. Auf der der Universität zugewandten Seite wurden die Verzierung des Portals erneuert und man hat der Neuzeit entsprechend, auch einen Astronaut in die Verzierungen eingebaut.

  • Convento de San Esteban wurde im 16. Jh. von Juan de Alava gebaut. Das Kloster hat einen Hochaltar von Churriguera im plateresken Stil.
  • Convento y Museo de las Dueñas ist eine platereskes Bauwerk aus dem 16. Jh. Das Klaustrum ist sehenswert. Das gilt auch für den Hof mit den schönen Säulen-Kapitellen.
  • Convento La Clereccia ist ein Jesuitenkloster aus dem 18. Jh. Es hat eine Kirche mit einer großen Kuppel und einen vergoldeten Altar.

Burgen, Schlösser und Paläste[Bearbeiten]

  • Palacio Anyana ist sein sehenswerter Renaissancepalast im Universitätsviertel.
Casa de las Conchas
  • Casa de las Conchas ist ein Wahrzeichen der Stadt. Die Fassade des Renaissancepalasts im plateresken Sil ist mit 300 Jacobs-Muschel Reliefs geschmückt. Er wurde im 15. Jh. erbaut.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Universität von Salamanca wurde im Jahre 1218 gegründet. Zur Zeit studieren hier 40.000 Studenten.
    Portal der Universität

Im 16. Jh. waren es schon 8.000. Sie ist nach Palencia die zweitälteste in Spanien und eine der ältesten Europas. Nur Bologna und Paris wurden früher errichtet. Die Reyes catholicos, die katholischen Könige, ließen das Gebäude errichten. Es ist ein Meisterwerk der plateresken Baukunst. Die Fassade ist mit vielen Figuren verziert, u. a. dem Frosch auf dem Totenkopf. In der Universität befindet sich eine Bibliothek mit 160.000 Bänden von unschätzbarem Wert. Der Teil der Bibliothek, der die alten Bücher enthält, kann nicht unmittelbar besichtigt werden. Man kann aber durch eine Glaswand hineinschauen. Das Treppenhaus mit Stierkampf-Reliefs sollte man besichtigen. An der Universidad de Salamanca haben berühmte Männer gelehrt bzw. studiert. Fray Luis de León, Miguel de Unamuno, Lope de Vega, Calderón de la Barca und Miguel de Cervantes sind nur einige. Der Dominkanerpater Francisco de Vitoria hat hier im Jahre 1540 die Grundzüge des Völkerrechts entworfen.

  • Das alte Universitätskrankenhaus liegt etwas seitwärts. Man betritt einen schönen Renaissance-Hof durch einen Torbogen. Der Hof wird von salmantinischen Arkaden umgeben.
alte Bibliothek der Universität
  • Mercado Central de Salamanca ist eine eiserne Markthalle, wie sie im 19. Jh. gebaut wurden. Sie ist aus architektonischen Gründen sehenswert. Vor allem aber wegen des reichen Angebots an Produkten. Wenn es die Zeit zulässt sollte man den Mercado nicht auslassen.
  • El Puente Romano, die römische Brücke über den Rio Tormes ist sehr gut erhalten und kann von Fußgängern noch benutzt werden.
  • Gran Via (Große Straße) ist sehenswert. Alle Gebäude mit schönen Arkaden sind aus dem goldfarbenen Sandstein von Villamayor gebaut, der sich nicht schwarz verfärbt. Aus diesem Stein sind die meisten anderen Gebäude in Salamanca gebaut.
Storchennester sind überall

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

  • Plaza Major ist der größte und schönste in Spanien. Churriguera hat sie im 18. Jh. gestaltet. Auftraggeber war König Philipp V, der erste spanische König aus dem Hause Bourbon, der sich bei den Einwohnern für ihre Loyalität im Erbfolgekrieg bedanken wollte. Die Plaza befindet sich genau im Zentrum der Stadt unweit der Iglesia de la Purisima und dem Convento Santa Ursula (Kloster Sankt Ursula). Das Convento de los Irlandeses ist ein sehenswertes Gebäude aus dem 16. Jh. Der Hof ist im spanischen Renaissancestil gehalten und wurde von Berrugeute geschaffen. Auf dem Platz herrscht immer reges Treiben. Artisten und Künstler produzieren sich und die Menschen genießen den Tag in der Cafés. Auf den Türmen nisten die Störche. Früher wurden hier Stierkämpfe veranstaltet.
Plaza Mayor


Aktivitäten[Bearbeiten]

Feste[Bearbeiten]

  • Fregeneda (Feste der Mandelblüte) im Februar.
  • Lunes de Aguas (Ostermontag). Das Fest hat eine kuriose Tradition. Früher durften sich die Dirnen während der 40-tägigen Fastenzeit nicht in der Stadt aufhalten. Am Ostermontag holte man sie mit Booten zurück. Heute ist es eher ein Familienfest.
  • Corpus Christi Prozessionen
  • Ofertorio in Alberca ist eine Feier zu Ehren der heiligen Jungfrau. Ein farbenprächtiges Fest mit Trachten und viel Folklore.

Küche[Bearbeiten]

  • Salamancas Küche hat einen guten Ruf. Die bekanntesten Rezepte sind: Chafaina (Reis Fleisch und Chorizo-Wurst), Cochinillo al Fuego (gegrilltes Spanferkel), Hornazo (Fleisch, Schinken, Chorizo und Eier im Teigmantel) und Chocos (Süßspeise mit Anis).

Nachtleben[Bearbeiten]

  • In der Universitätsstadt gibt es eine Vielzahl von Bars, Discotheken und Lokalen. Die Gran Via und Umgebung bietet diesbezüglich einiges. Im Viertel um die Calle San Justo nahe der Plaza Mayor gibt es ein alternatives Publikum, das Reggae, Ska und Punk bevorzugt. Wenn Salmantiner ausgehen nennen sie das Ir de pinchos. Pinchos nennt man hier die Tapas. In der Stadt gibt es originelle Studentenlokale vor allem in der Neustadt, in der Calle Van Dyke. Die Lokale sind zum Beispiel wie eine Moschee oder ein Boot dekoriert. Die Stadt bietet gute Laune bis zum frühen Morgen. Sie sagen: Salamanca por la noche como ninguna was soviel bedeutet wie "Salamanca bei Nacht ist wie keine andere".

Unterkunft[Bearbeiten]

alle Preisangaben April 2008 (Internet)

Günstig[Bearbeiten]

  • Hotel Empertriz I** 40,00 €
  • Hotel Mozarbez** 42,50 €
  • Jugendherberge Italia**, 40,00 €

Mittel[Bearbeiten]

  • Hotel Stil Salamanca****, 50,00 €
  • Hotel Emperatriz III****, 50,00 €
  • Hotel Salamanca Forum Resort****, 59,00 €
  • Hotel Monterrey****, 60,00 €
  • Hotel Plaza del Angel****, 70,00 €

Gehoben[Bearbeiten]

  • Parador von Salamanca liegt auf einer Anhöhe am Südrand der Stadt und bietet einen herrlichen Blick auf die Altstadt.

Lernen[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Die Sierra de Francia im Südwesten hat den 1723 m hohen Berg Peña de la Francia. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel und bietet eine schöne Aussicht. Man fährt auf der N-630 südwärts nach Béjar und dann auf der schönen SA-220 nach Miranda del Castanar und Sequeros. Ein Abstecher nach Alberca lohnt sich. Es soll eines der schönsten Dörfer Spaniens sein und wurde schon 1940 zum nationalen Denkmal erklärt. Von da ist es nicht weit bis zum Peña de la Francia. Über Ciudad Rodrigo und die Autovia A-62 gelangt man nach Salamanca zurück.
  • Die Stadt Béjar in der Sierra de Béjar ist sehenswert. Sie war in der maurischen Zeit und im 16. Jh. viel bedeutender als heute. Die Plaza de Toro (Stierkampfarena) ist eine der ältesten in Spanien. Sehenswert sind der Palacio Ducal (Herzogspalast) aus dem 17. Jh. und Reste der maurischen Stadtmauern. In der Nähe liegt der interessante Ort Candelario mit seinen steilen Straßen. Das Dorf ist für seine Chorizo (Wurst)bekannt.
  • Am Rio Tormes südöstlich von Salamanca liegt der Wallfahrtsort Alba de Tormes mit Reliquien der Heiligen Theresa.
  • Ciudad Rodrigo ist über die A-62 gut zu erreichen (86 km). Die Stadt ist ganz von einer mittelalterlichen Mauer umschlossen. Die romanische Kathedrale, das Ayuntamiento (Rathaus) aus dem 15. und 16. Jh., Casa de los Aguilas (gotisches Haus) und ein paar Paläste sind sehenswert.

Weblinks[Bearbeiten]

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