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Galicien

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Die Autonome Gemeinschaft Galicien (span. Galicia, galic. Galicia oder Galiza, offiziell Comunidade Autónoma de Galicia (galic.) oder Comunidad Autónoma de Galicia (span.)) liegt im Nordwesten Spaniens.

Galicien Asturien Kantabrien Baskenland La Rioja Navarra Aragonien Katalonien Kastilien-León Madrid Kastilien-La Mancha Extremadura Andalusien Murcia Valencia Balearen Kanarische Inseln Portugal Andorra Frankreich Marokko Algerien
Lage der Region Galicien in Spanien
Landschaft an der Atlantikküste von Galicien

Regionen[Bearbeiten]

Im Norden grenzt Galicien an das Kantabrische Meer, im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Süden grenzt es an Portugal und im Osten an die spanischen autonomen Gemeinschaften Asturien und Kastilien-León. Die Autonome Region hat eine Fläche von 29.574 km², die Einwohnerzahl beträgt 2.767.524 Personen (2006).

Galicien gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña (La Coruña), Lugo, Ourense (Orense) und Pontevedra.

Der Küstenabschnitt mit den Meeresarmen an der Nordküste (Provinz A Coruña) wird als Rías Altas und die Region an der Westküste südlich des Cabo Fisterra als Rías Baixas bezeichnet.

Orte[Bearbeiten]

Provinzen in Galicien

Provinz A Coruña[Bearbeiten]

  • A Coruña (span. La Coruña), Handels- und Hafenstadt an der Nordküste.
  • Ferrol, bekannt für die Schiffswerften, Geburtsort des spanischen Diktators Francisco Franco.
  • Betanzos, hübscher Ort mit sehenswerten Herrenhäusern und drei gotischen Kirchen am Ende der Ría de Betanzos.
  • Santiago de Compostela, der weltbekannte Wallfahrtsort ist das Ziel des Jakobsweges.
  • Das Cabo Fisterra, (span. Cabo de Finisterre, von lat. finis terrae, "Ende der Erde/ Welt") ist ein Kap ca. 60 km westlich von Santiago de Compostela. Vielen Jakobspilgern gilt das Kap als das eigentliche Ende des Jakobsweges. Der westlichste Punkt des spanischen Festlands ist jedoch die Spitze Punta Laxial beim Kap Cabo Touriñán etwa 20 km nördlich.
  • Die nördlichste der Rías Baixas, die Ría de Muros e Noia mit dem Städtchen Noia liegt noch in der Provinz A Coruña.
Pilgerstiefel am Cabo Fisterra
Iglesia de San Francisco in Betanzos

Provinz Lugo[Bearbeiten]

  • Lugo, die Provinzhauptstadt ist die älteste Stadt Galiciens, vollständig von einer römischen Mauer aus dem 3. Jahrhundert umgeben.
  • Mondeoñedo ist eine Kleinstadt mit schönem alten Stadtkern, sehenswerte Kathedrale, früher Bischofssitz.
  • Viveiró: Küstenstädtchen an den Rías Altas mit schönen Stränden in der Umgebung. Der Stadtkern ist noch teilweise von der mittelalterlichen Stadtmauer umgeben.
  • Samos ist eine Kleinstadt am Jakobsweg, sehenswert ist das Benediktinerkloster San Xian (San Julián), das bereits im 7. Jahrhundert gegründet wurde.
  • Monforte de Lemos: Sehenswerte Renaissancebauten.
Mosterio de San Xulián in Samos
Colegio de Nuestra Señora la Antigua Monforte de Lemos

Provinz Ourense[Bearbeiten]

  • Ourense (span. Orense), drittgrößte Stadt Galiciens mit den bekannten Thermalquellen As Burgas.
  • Ribadavia mit seinem mittelalterlichen Ortskern liegt an der Mündung des Río Avia in den Río Miño. Die Judería ist das einzige erhaltene Judenviertel Galiciens. Zahlreiche sehenswerte Kirchen, Zentrum der Weinbauregion Ribeiro.
  • Rund um Ourense finden sich zahlreiche mittelalterliche Klöster und Festungsanlagen, wie z.B. das Mosteiro Santa Mariá de Oseira und das Castelo de Monterrei.
  • Das oberhalb des Cañón del Sil liegende Kloster Mosterio San Estevo de Ribas de Sil wurde bereits 909 als Priesterschule gegründet und bis ins 17. Jahrhundert ständig erweitert.
Ribadavia
Castelo de Monterrei

Provinz Pontevedra[Bearbeiten]

Die Illas Cíes von Vigo aus gesehen
  • Pontevedra liegt an der Ría de Pontevedra, der Mündung des Flusses Lérez, im 16. Jahrhundert strategisch bedeutender Hafen.
  • Vigo ist die größte Stadt Galiciens. Sie verfügt über einen der größten natürlichen Häfen Spaniens und ist Standort der größten Fischereiflotte des Landes.
  • Die Islas Cíes sind eine kleine Inselgruppe an der Mündung des Ría de Vigo. Der Archipel besteht aus den drei unbewohnten Inseln Monteagudo (Nordinsel), Monte Faro (Mittelinsel) und San Martiño (Südinsel). Im Jahr 1980 wurden die Islas Cíes zum Naturschutzgebiet erklärt. Seit 2002 ist die Inselgruppe Teil des Nationalparks Parque nacional de las Islas Atlánticas de Galicia.
  • Sanxenxo ist die „Tourismushauptstadt“ der Region Rías Baixas und der größte Badeort Galiciens mit einem schönen vier Kilometer langem Sandstrand.
  • Cambados, das Zentrum des Weinbaus (D.O. Albariño), liegt am Meeresarm Ría de Arousa. Schöne barocke Herrenhäuser.
  • Tui (span. Tuy), die stark befestigte Kathedrale des früher wichtigsten Postens wacht über den Grenzfluss Miño (Río Minho). Auf portugiesischer Seite liegt das ebenfalls früher stark befestigte Valença. Heute verbindet die Orte u.a. eine von Gustave Eiffel konstruierte Eisenbrücke.
  • A Guarda, der südlichste Ort Galiciens ist berühmt für seine Langusten. In der Nähe liegt der Monte Santa Tecla mit den Ausgrabungen eines keltischen Dorfes aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.
Sanxenxo bei Nacht
Keltisches Dorf auf dem Monte Santa Tecla

Hintergrund[Bearbeiten]

Steinzeit und Megalithkultur[Bearbeiten]

In Galicien wurden vereinzelte menschliche Siedlungsspuren gefunden, die in die Zeit zwischen 25.000 und 16.000 v. Chr., also in das Spätpaläolithikum, datiert wurden.
Ab 8000 v. Chr. wird an der Küste Fischfang betrieben und Funde von Steinwerkzeugen sind recht häufig, es taucht erste Keramik auf. Aus der Zeit ab 4000 v. Chr. sind 5000 Hügel über Megalithanlagen, sogenannte Mámoas zu finden, bekannt sind die Anlagen von Dombate, Axeitos, Pedra da Arca bei Baiñas oder Maus de Salas.

Dolmen von Pedra Cuberta
Dolmen von Pedra da Arca
Dolmen von Arca da Piosa

Bronzezeit[Bearbeiten]

San Cibrao das Viñas

Aus der Bronzezeit (ab 1800 v. Chr.) stammen in Stein gravierte Figuren (Petroglyphen) und es gibt Hinweise auf eine entwickelte Metallverarbeitung. Die wichtigsten Fundorte der Figuren liegen in der Provinz Pontevedra (Mogor, Castrove, Campolameiro).
In der nachfolgenden späten Bronzezeit und der Eisenzeit (etwa ab 1000 v. Chr. bis 400 v. Chr.) entstanden befestigte Siedlungen (castros), überwiegend auf Hügeln oder an geschützten Hanglagen. Die Befestigungen und die Grundrisse der meist ovalen Häuser sind teilweise noch sichtbar, z. Bsp. in Santa Tegra bei A Guarda, Castromao, Borneiro, San Cibrao das Viñas und Viladonga.

Das keltische Galicien[Bearbeiten]

Vermutlich ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. fielen die Kelten in verschiedenen Wellen (die späthallstattzeitlichen Keltenwanderungen) in Galicien ein und vermischten sich mit der einheimischen Bevölkerung. Von den keltischen Galläkern (lat. Gallaeci), die in diesem Gebiet siedelten, leitet sich der Name Galicien ab.

Die römische Provinz Gallaecia[Bearbeiten]

römische Brücke in Ourense

Die Römer führten erstmals in den Jahren 139/136 v. Chr. Expeditionen nach Galicien durch, unter Julius Caesar wurde Galicien im Jahre 60 v. Chr. zur römischen Provinz Gallaecia. Die Provinz umfasste Gebiete im westlichen Teil des heutigen Kastilien und im nördlichen Teil Portugals, sie bestand aus zwei Gerichtsbezirken, dem nördlichen von Lucus Augusti (heute Lugo) und dem südlichen von Bracara Augusta (heute Braga in Portugal).

Die Sueben und die Westgoten[Bearbeiten]

In der Zeit der Völkerwanderung ließen sich in Galicien im Jahr 409 die germanischen Sueben nieder und gründeten 411 unter König Hermerich (span. Hermerico), der bis 438 regierte, ein Königreich. 585 verwüstete Leovigild, König der Westgoten, Galicien, raubte den Kronschatz und machte das Land zu einer gotischen Provinz.

Die Mauren und Reconquista[Bearbeiten]

711 drangen Mauren in die christlichen Reiche der Westgoten im heutigen Spanien und Portugal ein. Unter ihrem Anführer Tāriq ibn Ziyād brachten sie den größten Teil der Iberischen Halbinsel in einem achtjährigen Feldzug unter islamische Herrschaft. Nach Galicien drangen sie das erste Mal im Jahr 716 ein. In den Randzonen des Landes wurden wohl einige kleinere Gruppen von Berbern sesshaft, eine Eingliederung Galiciens in das Herrschaftsgebiet von Al-Andalus erfolgte jedoch nicht. Im Jahre 739 wurden die Mauren von Alfons I. endgültig aus Galicien vertrieben, Galicien fiel an das Königreich Asturien.

Das Grab des Apostel[Bearbeiten]

Kathedrale von Santiago de Compostela

Im Jahr 813 wurden in einem Grab in der heutigen Stadt Santiago de Compostela die dort vermuteten Gebeine des Apostel Jakobus (spanisch Santiago), einem der zwölf Apostel Jesu, gefunden. In der Folgezeit pilgerten gläubige Christen aus ganz Europa auf dem Jakobsweg nach Galicien, um das Grab von Jakobus zu besuchen. 1075 wurde der Grundstein für die Kathedrale von Santiago de Compostela gelegt, die im Jahr 1211 geweiht wurde.
Um Jakobus ranken sich besonders in Spanien zahlreiche Legenden, so soll er der Apostel gewesen sein, der nach der Himmelfahrt Jesu auf der Iberischen Halbinsel predigte. Nach einer anderen, für den Jakobuskult in Santiago de Compostela grundlegenden Legende übergaben seine Jünger den Leichnam des Apostels nach der Enthauptung einem Schiff ohne Besatzung, das später in Galicien im Nordwesten Spaniens anlandete. Helfer setzten ihn weiter im Landesinneren bei.
Seit dem späten 9. Jahrhundert wurde dem Apostel, der sich zum Nationalheiligen entwickelte, zunehmend eine militärische Funktion zugeschrieben. König Alfons III. von Asturien (866-910) führte seine Siege auf das Eingreifen des Heiligen zurück. Die Eroberung der Stadt Coimbra 1064 durch König Ferdinand I. von Kastilien und León schrieb man der Hilfe des „Soldaten Christi“ Jakobus zu. Einer späten, aus dem 12. Jahrhundert stammenden Legende zufolge griff Jakobus schon im Jahre 844 in der Schlacht von Clavijo auf der Seite der Christen gegen die Mauren ein und führte den Sieg herbei, wobei er als Ritter auf einem Schimmel erschien. In den Chroniken finden sich viele Berichte solcher Art. Jakobus erhielt den Beinamen Matamoros (Maurentöter). Im Spätmittelalter wurde er bildlich als galoppierender Ritter dargestellt. ¡Santiago y cierra, España! (Sankt Jakob und greif an, Spanien!) wurde zum traditionellen Schlachtruf der spanischen Heere.
Im 10. und 11. Jahrhundert war Galicien jeweils kurzzeitig ein selbstständiges Königreich, im 13. Jahrhundert fiel Galicien zusammen mit dem Königreich León an die kastilische Krone. 1833 wurde das Königreich Galicien formell aufgelöst und in vier Provinzen aufgeteilt, die direkt der spanischen Zentralregierung unterstanden.

Neuzeit[Bearbeiten]

in der Nähe von Queiruga

Die sich unter anderem aus der Abgelegenheit der Region ergebende wirtschaftliche Rückständigkeit Galiciens führte im 19. Jahrhundert zu dem Beginn einer Massenauswanderung. Zwischen 1836 und 1980 wanderten rund 2,5 Millionen Menschen aus. Das beliebteste Ziel war Lateinamerika. Als Resultat dieser damals beginnenden Auswanderungswelle leben noch gegenwärtig rund 1,4 Millionen Galicier in der Emigration, wobei mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Spanien etwa seit 1980 eine Rückkehrbewegung eingesetzt hat.
Während der Zweiten Spanischen Republik fand im Juni 1936 eine Volksabstimmung über die Autonomie Galiciens statt, die Abstimmung im spanischen Parlament fand jedoch wegen des Bürgerkrieges nie statt. Der Diktator General Francisco Franco (selbst Galicier) widerrief das Autonomiestatut und untersagte den Gebrauch der galicischen Sprache.
Im Zuge der Demokratisierung Spaniens in den 1970er Jahren wurde Galicien neben Katalonien, Navarra und dem Baskenland als eine der historischen Nationalitäten Spaniens anerkannt und erhielt deshalb 1980/1981 als eine der ersten Regionen Spaniens ein Autonomiestatut. Seitdem ist es eine der Autonomen Gemeinschaften Spaniens.

Sprache[Bearbeiten]

Die galicische Sprache (Galicisch, galic. Galego, span. Gallego) ist seit 1982 in dieser Region, neben dem Spanischen, Amtssprache. In Galicien wird es von vier Fünfteln der Bevölkerung gesprochen. Das Galicische weist aufgrund seines gemeinsamen Ursprungs aus dem Galicisch-Portugiesischen eine sehr hohe Ähnlichkeit mit der portugiesischen Sprache auf.
Seit dem Ende des Mittelalters haben sich beide Varietäten jedoch parallel und relativ unabhängig voneinander entwickelt. Unterschiede bestehen vor allem in Aussprache und Wortschatz. Betrachtet man abstrakt die Morphosyntax beider Sprachen, so gibt es durchaus Gründe, sie als Varietäten ein und desselben Sprachsystems zu klassifizieren, weswegen allgemein die Galicistik oft noch als Untergebiet der Lusitanistik, die sich mit der portugiesischen Sprache und Kultur befasst, aufgefasst wird.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bezeichnete Manuel Murguía, Autor eines monumentalen galicischen Geschichtswerks und erster Präsident der Real Academia Gallega, die Ähnlichkeit mit dem Portugiesischen als Maßstab für die Reinheit des Galicischen. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Johan Viqueira die Übernahme der portugiesischen Orthographie für das Galicische gefordert. Immer wieder galt das Portugiesische als Orientierungspunkt, führende Köpfe des galicischen Nationalismus hatten die Zugehörigkeit zum enormen portugiesisch-brasilianischen Sprachraum als Argument gegen galicische Minderwertigkeitsgefühle und das Gefühl des sprachlicher Isoliertheit aufgeführt.
Aus der Perspektive der Sprecherinnen und Sprecher wird heute allerdings gefordert, das Galicische als eigene romanische Standardsprache anzuerkennen.

Übersetzungsprogramm Galicisch-Spanisch & Galicisch-Portugiesisch der Universität Vigo

Anreise[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Flughafen Santiago de Compostela (IATA-Code SCQ) liegt 15 km nordöstlich der Stadt. Die nationale Fluggesellschaft Spaniens Iberia fliegt mehrmals täglich nach Madrid und Barcelona, Vueling nach Barcelona. Ab dem Flughafen Frankfurt/ Hahn gibt es mehrmals wöchentlich einen Direktflug mit Ryanair.
Der Flughafen von A Coruña (IATA-Code LGC) ist etwa 7 km vom Stadtzentrum entfernt. Iberia fliegt von hier aus nach Madrid und Bilbao, Clickair nach Barcelona.
Der Flughafen Vigo (IATA-Code VGO) liegt 15 km vom Stadtzentrum Vigos entfernt. Iberia fliegt von hier aus nach Madrid und Barcelona, Clickair nach Barcelona. Über Paris-Charles de Gaulle kann man mit Air France fliegen. Der Flughafen Porto (IATA-Code OPO) liegt 10 km nördlich der portugiesischen Stadt, bis zur Grenze bei Tui sind es etwa 110 km, bis Santiago de Compostela 200 km. Dieser Airport bietet zahlreiche Verbindungen zu vielen europäischen Destinationen: Lufthansa fliegt direkt ab Frankfurt, Ryanair ab Frankfurt/ Hahn, Iberia ab Madrid, TAP Portugal ab Genf, Luxair ab Luxemburg und Portugália ab Amsterdam, Madrid und Barcelona.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Alternativ kann man fast jede größere Stadt Galiciens auch mit Fernbussen erreichen, z.B. mit der Eurolines Linie T118 (Touring und Eurolines), man muss jedoch mit Fahrzeiten um 30 Stunden (z.B. ab Frankfurt/Main mit Umstieg in Burgos) rechnen. Die Preise liegen oft über denen günstiger Flugtickets.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Ab Frankfurt/ Main oder Stuttgart mit dem ICE oder TGV nach Paris und weiter zur spanischen Grenze bei Irún dauert die Fahrt inzwischen nur noch 11 Stunden. Von hier aus weiter mit der spanischen Eisenbahn dauert die Fahrt nochmals mindestens weitere 16 Stunden, da sich das Schnellverkehrsnetz in Nordspanien noch im Bau oder in der Planung befindet.

Mobilität[Bearbeiten]

Ap9 bei Chapela, Richtung Vigo

Am unabhängigsten ist man bei Reisen innerhalb des Landes mit dem eigenen PKW oder einen Mietwagen. Die Straßen sind zum größten Teil in sehr gutem Zustand. Die Autobahnen (autopista) sind überwiegend gebührenpflichtig, sie gehören zu den teuersten in Europa. Die vierspurigen Schnellstraßen (autovia) sind hingegen kostenlos befahrbar und verlaufen teilweise parallel (etwa von Vigo zur portugiesischen Grenze). Auch die Fahrt auf den normalen Straßen ist eine Alternative, zumal in den letzten Jahren viele Ortsumgehungen gebaut wurden.

Autobus in Vigo

Wegen des starken Verkehrs, den vielen Einbahnstraßen und der wenigen Wegweiser ist das Autofahren in den großen Städten (wie in ganz Spanien) oft recht abenteuerlich. Auch ist die Parkplatzsituation schwierig, man sollte sich davor hüten, sein Auto im Parkverbot abzustellen, es wird abgeschleppt! Lieber einen gebührenpflichtigen Parkplatz oder ein Parkhaus (Achtung: diese sind manchmal abenteuerlich eng und schlecht beleuchtet) etwas außerhalb ansteuern und den Weg ins Stadtzentrum zu Fuß oder mit dem Stadtbus zurücklegen.
Innerhalb der Städte empfiehlt sich aus o.g. Gründen die Benutzung der städtischen Busse. Das Liniennetz ist z.B. in Santiago de Compostela und A Coruña sehr dicht und Busse verkehren auch ins Umland.

Das Reisen mit dem Bus ist in Spanien beliebt und preiswert, nicht nur auf Kurzstrecken. Viele verschiedene, oft nur lokal operierende, Gesellschaften teilen sich den Markt, allerdings gibt es in fast allen Städten einen zentralen Busbahnhof. Die Verbindungen zwischen den Städten und zu den Ferienorten sind sehr gut, auf dem Land fahren allerdings oftmals nur ein oder zwei Busse am Tag. In der Regel werden Fahrräder kostenlos mitgenommen.

Im Binnenland Galiciens gibt es nur wenige Eisenbahnstrecken:

  • Ferrol - A Coruña - Santiago de Compostela - Pontevedra - Vigo - (Porto)
  • A Coruña - Lugo - Ourense - Vigo
  • Santiago de Compostela - Ourense - (Madrid)

Das Bahnfahren ist jedoch recht preiswert, so kostet die Strecke A Coruña - Santiago de Compostela 5,25 € (2008) bei einer Fahrtdauer von 40 min.

Zwischen Ferrol und Ribadero (und weiter nach Oviedo in Asturien) verkehrt an der Nordküste entlang die Schmalspurbahn der FEVE (Ferrocarriles Españoles de Vía Estrecha). Hier können auch Fahrräder kostenlos mitgenommen werden.

Unterkünfte[Bearbeiten]

Hotels und Pensionen gibt es in fast allen größeren und kleinen Orten. Die Preise sind mit Ausnahme der Küste zur spanischen Haupturlaubszeit und Santiago de Compostelas recht günstig. Einen ausführliche Übersicht zu Hotels, Pensionen, Appartements und Campingplätzen bietet Turgalicia.
Die Paradores Nacional, staatlich betriebene komfortable und stilvolle 3- bis 5-Sterne-Hotels in oft historischer Bausubstanz findet man hier.
In den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist der sogenannte turismo rural, eine Art Bed and Breakfast in alten, restaurieren Häusern auf dem Land. (Reservierungen z.B. über Turgalicia

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hórreos in Galicien
Hórreo de Carnota
  • Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist die Kathedrale von Santiago de Compostela, wo der Leichnam des Apostel Jakobus aufbewahrt wird.
  • Das "Ende der Welt" wurde im Mittelalter am Cabo Fisterra vermutet, der Jakobsweg setzt sich bis zu diesem an der Westküste gelegenen Kap fort.
  • Überall in Galicien fallen die Horreos auf, in den Getreidespeichern mit Lüftungsschlitzen wird Getreide und Mais trocken durch den Winter gebracht, der größte Horreo soll derjenige von Carnota sein.
  • 1 Pazo de Oca, La Plaza, 16, 36685 A Estrada, Pontevedra. Tel.: +34 986 58 74 35. das galizische Versailles, auch Palast der Gans

Aktivitäten[Bearbeiten]

Küche[Bearbeiten]

Die Küche Galiciens ist einfach und bodenständig aber ausgesprochen vielfältig. Allen Gerichten ist gemein, dass sie aus frischen, lokal verfügbaren Produkten hergestellt werden. Die Zubereitung (und die Zutaten) der einzelnen Gerichte ist in verschiedenen Landstrichen oft unterschiedlich.

Pulpo Galego

Vor der Küste werden Fische wie Dorsch, Steinbutt und Zackenbarsch gefangen und frisch auf die Märkte und in die Restaurants gebracht. Eine Spezialität ist der gesalzene Stockfisch (bacallau). Im Binnenland werden Süßwasserfische wie Forelle, Lachs, Aal, und die Lachsforelle gefangen. Eine wichtige Rolle spielen auch die Meeresfrüchte wie Jakobsmuscheln (vieiras) , Austern (ostras) und Venusmuscheln, die in unzähligen Saucen zubereitet werden. Ebenso werden Langusten, Hummer, und Langschwanzkrebse gefangen. Eine bekannte Spezialität ist der Pulpo galego, klein geschnittener, gekochter Krake, mit Paprika, Salz und Öl angemacht.

Die in ganz Spanien und Lateinamerika beliebten Empanadas oder Empanadillas (gefüllte Teigtaschen, span. pan Brot) stammen ursprünglich aus Galicien. Die Füllung enthält als Grundlage Paprika, Tomaten und Zwiebeln und zusätzlich je nach Zubereitung Thunfisch, Meeresfrüchte wie Tintenfische oder Krake oder auch Hackfleisch. Die Empanada ist meist kreisrund mit ca. 30 cm Durchmesser oder nimmt gleich ein ganzes Backblech ein. In Galicien werden auch kleinere, halbmondförmige Versionen der Empanada zubereitet, die hier Empanadillas genannt werden.

Eine andere typische Speise ist der galicische Eintopf mit Schinken, Rindfleisch, Huhn, Paprikawurst (chorizo), Steckrüben oder Kohl, Kartoffeln und Kichererbsen. Eine typische Speise des Winters ist der lacón con grelos (gepökelter Vorderschinken mit jungen Steckrübenblättern).

In A Coruña befindet sich die 1906 gegründete Brauerei Estrella Galicia, die hervorragende Biere herstellt.

Galicische Weine

In Galicien werden hervorragende Weine angebaut, fünf Regionen tragen den Titel einer Denominación de Orixe (D.O.), also eine geschützte Herkunftsbezeichnung:
Die Weinregion D.O. Rías Baixas liegt in der Provinz Pontevedra an der Südwestküste. Dominiert wird das Gebiet von der weißen Rebsorte Albariño. Der Legende nach wurde sie zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert von Mönchen aus Deutschland oder Frankreich über den Jakobsweg nach Galicien gebracht. Der Albariño wird meist jung getrunken, besitzt eine feine Säure und passt sehr gut zu Fisch und zu Meeresfrüchten. Er gilt als einer der besten Weißweine.
Das Gebiet der D.O. Ribeiro liegt nahe der portugiesischen Grenze beiderseits des Río Miño sowie seiner Nebenflüsse Avia, Arnoia und Barbantiño im Nordwesten der Provinz Ourense. 90% des erzeugten Weines ist Weißwein, vorwiegend aus den Rebsorten Treixadura, Torrontés und Albariño.
Das Gebiet der D.O. Monterrei liegt im Südosten der Provinz Ourense.
In der D.O. Ribeira Sacra hingegen machen Rotweine 95% der erzeugten Weine aus, vorherrschende Rebsorte ist die Mencia. Das Gebiet liegt an den Flüssen Sil und Miño im Nordwesten der Provinz Ourense sowie im südlichen Teil der Provinz Lugo und weist schon kontinentales Klima auf.
Die D.O. Valdeorras liegt ganz im Nordosten der Provinz Ourense und ist die wärmste und trockenste Zone innerhalb Galiciens. Auch hier herrscht die rote Sorte Mencia vor.
Daneben gibt es noch drei Regionen die Herkunftsbezeichnung Vino de la Tierra tragen: Betanzos, Valle del Miño-Orense und Barbanza e Iria.

Nachtleben[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Da Galicien ganz im Westen der Zeitzone der MEZ liegt, geht die Sonne morgens spät auf und vor allem im Sommer abends extrem spät unter. Die Essenszeiten und der Tagesablauf sind daran angepasst, indem Geschäfte oft von 10.00-13.30 und abends von 16.30-20.30 h geöffnet haben. Zeit zum Abendessen nimmt man sich nach 21 Uhr, da es im Sommer bis 23 Uhr hell bleiben kann.

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Zum typischen galicischen Haus (oftmals mit bunten Keramikplatten) gehört ein Hórreo

Das Klima wird vom Atlantik geprägt und ist ausgesprochen mild, dabei jedoch sehr feucht. Kennzeichnend sind milde Winter mit heftigen Niederschlägen und nicht allzu heiße Sommermonate. Die mittleren Temperaturen an der Küste liegen im Jahresdurchschnitt bei 13,8 °C (A Coruña) bis 14,7 °C (Vigo), in Ourense im Binnenland liegt der Jahresdurchschnitt bei 14 °C. In den Bergen liegen die Durchschnittstemperaturen deutlich darunter, etwa zwischen 8 °C und 10 °C. Der Nordwesten Galiciens weist rund 150 Regentage im Jahr auf und ist damit nicht nur die regenreichste Region Spaniens, sondern eine der regenreichsten Europas. Nach Südosten wird das Klima zunehmend trockener, der Südosten Galiciens weist nur noch 50 Regentage im Jahr auf.

Aufgrund des Klimas ist Galicien auch im Sommer grün, neben dem allgegenwärtigen Kohl und den an Mais hochgezogenen Stangenbohnen gehören auch Palmen und Bougainvilea zum Landschaftsbild, welches an den englischen Süden erinnert.


Klima in A Coruña, Galicien Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 13.0 13.3 14.4 15.1 17.1 19.5 21.6 22.1 21.5 18.9 15.5 13.5 Ø 17.1
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 7.5 7.7 8.2 9.2 11.1 13.4 15.2 15.6 14.7 12.6 9.8 8.3 Ø 11.1
Niederschläge in mm 131.1 103.7 86.3 83.3 78.2 48.8 25.2 28.8 62.5 104.0 116.2 127.8 Σ 995.9
Regentage im Monat 16 16 13 12 13 8 4 6 7 11 12 14 Σ 132
Sonnenscheindauer pro Tag 3.3 3.9 4.8 5.6 6.4 7.3 8 7.6 5.8 5.0 3.7 3.0 Ø 5.4
Klimadaten Wetterkontor

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Reiseführer:

  • Thomas Schröder: Nordspanien, Michael Müller Verlag, Erlangen, 6. Aufl., 2008
  • Andreas Drouve: Nordspanien und der Jakobsweg.(Reise Know-How), Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld, 5. Aufl. 2006
  • Peter Bohning: Galicien und der Jakobsweg durch den Norden Spaniens, pmv Peter Meyer Verlag, Frankfurt am Main, 6. Aufl., 2003
  • Tobias Büscher: Galicien und Jakobsweg. (DuMont Reise-Taschenbücher), Dumont Reise Verlag, Ostfildern, 4. Aufl., 2008
  • Dana Facaros, Michael Pauls: Northern Spain, Cadogan Guides, London, 5. Aufl. 2006
  • Andy Symington: Northern Spain, Footprint, Bath, 3. Aufl. 2005
  • Teresa Farino: Northern Spain.(Insight Guides), APA Publications, Singapore, 3. Aufl. 2003
  • José Formigo Couceiro, Rubén Camilo Lois González: Santiago de Compostela. Vive y Descubre, Editorial Everest, León

Wanderführer:

  • Cordula Rabe: Spanischer Jakobsweg. Camino francés von den Pyrenäen bis Santiago de Compostela. 41 Etappen, Bergverlag Rother, Ottobrunn, 4. Aufl. 2008
  • Michael Kasper, Raimund Joos: Jakobsweg: Camino Francés. OutdoorHandbuch Bd. 23, Conrad Stein Verlag, Welver, 11. Aufl. 2008
  • Michael Kasper, Michael Moll: Jakobsweg: Küstenweg. OutdoorHandbuch Bd. 71, Conrad Stein Verlag, Welver, 6. Aufl. 2007
  • Cordula Rabe: Via de la Plata. Jakobsweg von Sevilla nach Santiago de Compostela. 53 Etappen, Bergverlag Rother, Ottobrunn, 2006
  • Michael Kasper, Raimund Joos: Via de la Plata und Mozarabischer Jakobsweg. OutdoorHandbuch Bd. 116, Conrad Stein Verlag, Welver, 3. Aufl. 2007
  • Michael Hennemann: Mozarabischer Jakobsweg von Granada nach Mérida. OutdoorHandbuch Bd. 227, Conrad Stein Verlag, Welver, 2008
  • Raimund Joos: Jakobsweg: Caminho Português. OutdoorHandbuch Bd. 185, Conrad Stein Verlag, Welver, 2. Aufl. 2007
  • Hermann Hass: Jakobsweg: Ostportugal. OutdoorHandbuch Bd. 230, Conrad Stein Verlag, Welver, erscheint 2009
  • Miles Roddis: Walking in Spain, Lonely Planet Publications, Footscray, Victoria, 3. Aufl. 2003
  • Ilja Schroder, Jim Thompson: Trekking and Climbing in Northern Spain, Stackpole Books, Mechanicsburg, PA, 2003

Radwandern:

  • Andreas Drouve: Spanien per Rad. Bd. 1 - Jakobsweg, Galicien, Kettler, Neuenhagen, 2004
  • Christina Brugger, Alexandra Fritschi: Der Jakobsweg. Von Pamplona nach Santiago de Compostela. 14 Tagesetappen auf dem Original-Pilgerweg, Stöppel FreizeitMedien, Merching, 5. Aufl. 2005

Karten:

  • Mapa de carreteras de Galicia. 1 : 300 000, Editorial Everest, León, 2007
  • Spanien, Nord. 1 : 350 000, Reise Know-How Verlag Rump, Bielefeld, 4. Aufl. 2008
  • Spanien Nord-West. 1 : 400 000. Galicien. Michelin-Karten, Blatt 571, Travel House Media, München, 2003
  • Spanien 1/2. Spanische Atlantikküste. 1 : 300 000. RV Euro Cart. Euro-Regionalkarte, Blatt Nr.11274, Mairdumont, Ostfildern, 2005
  • Portugal. 1 : 300 000. RV Euro Cart. Euro-Regionalkarte, Blatt Nr.11280, Mairdumont, Ostfildern, 2005

Bildbände:

  • Camilo Franco: Galicia. Monumental y Turística, Editorial Everest, León, 2003
  • Eva Veiga: Santiago de Compostela. Monumental y Turística, Editorial Everest, León

Weiterführende Literatur:

  • Gisela Johannßen: Als Frau allein auf der Via de la Plata. OutdoorHandbuch Bd. 182, Conrad Stein Verlag, Welver, 2005
  • John Haywood: Die Zeit der Kelten. Ein Bildatlas., Zweitausendeins, Frankfurt am Main, 2003
  • Tatiana Saldaña López: Las mejores fiestas de Galicia, Editorial Everest, León, 2005
  • Academia Gallega de Gastronomía (Hrg.): Dónde comer bien en Galicia, Editorial Everest, León, 2005
  • Álvaro Cunqueiro, Araceli Filgueira Iglesias: Cocina Gallega, Editorial Everest, León

Weblinks[Bearbeiten]

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