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Eswatini

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Eswatini
Lagekarte
Flagge
Kurzdaten
HauptstadtLobamba,
Mbabane
Regierungsformabsolute Monarchie
Währungeswatinischer Lilangeni (SZL)
Fläche17.364 km²
Einwohnerzahl1.230.506(2023)
AmtsspracheEnglisch, Siswati
ReligionProtestanten 37 %, Afrikanische Christen 29 %, Katholiken 11 %, Animisten 21 %
Strom/Stecker230 V, 50Hz;
M
Telefonvorwahl+268
Domain.sz
ZeitzoneMEZ + 1h

Eswatini, Langform Königreich Eswatini, bis 2018 Swasiland (engl. Swaziland), liegt als Binnenland im südlichen Afrika.

Regionen

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Regionen Eswatinis

Eswatini liegt im südlichen Afrika im Binnenland zwischen seinen Nachbarn Südafrika und Mosambik. Das Land misst von Nord nach Süd etwa 180 km, von Ost nach West gar nur 120 km. Politisch wird es eingeteilt in vier Regionen

Geografisch lässt sich das Land einteilen in vier Zonen, die in Nord-Süd-Richtung verlaufen:

  • das Highveld mit Höhen über 1000 m. Die bergige Landschaft wird forstwirtschaftlich genutzt mit Eukalyptus- und Kiefernwäldern.
  • das Middleveld, eine fruchtbare hügelige Landschaft rings um das Zentrum Manzini.
  • das Lowveld ist eine afrikanische Savannenlandschaft. Obwohl es keine besonders hohen Niederschläge gibt, ist das Lowveld durch einige Flüsse durchzogen und bietet gute Anbaumöglichkeiten für Zuckerrohr, für Zitrusfrüchte und Ananasplantagen.
  • das Lubombo Plateau ist ein schmaler Höhenzug entlang der Grenze zu Mosambik, es wird als Acker- und Weideland genutzt.

Städte

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Karte
Karte von Eswatini
  • 1 Mbabane – Administrative und wirtschaftliche Hauptstadt mit schöner Lage in den Mdzimba-Bergen und Zugang zum Sibebe Rock, einem der größten Granitfelsen der Welt.
  • 2 Manzini – Wirtschaftsmetropole des Landes
  • 3 Lobamba – Königliche und Regierungshauptstadt
  • 4 Piggs Peak - hauptsächlich für ihren großen Hotel- und Kasinokomplex, sowie die Phophonyane Falls bekannt
  • 5 Nhlangano - kleiner Ort ohne Sehenswürdigkeiten.
  • 6 Big Bend - kleiner Ort ohne Sehenswürdigkeiten.

Weitere Ziele

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Weitere Ziele
Hippo Pool im Hlane Royal National Park
  • 1 Hlane Royal National Park, MR3, Simunye, Lubombo Region . Der größte Park Eswatinis bietet gute Möglichkeiten zur Beobachtung der "Big Five", besonders Nashörner und Löwen.
  • 2 Mkhaya Game Reserve . Bei exklusiven Safaris hier liegt der Fokus auf bedrohten Tierarten wie Breit- und Spitzmaulnashörnern.
  • 3 Mlilwane Wildlife Sanctuary . Viele Antilopen, Zebras und Flusspferde. Merkmal: ★★.
  • 4 Malolotja-Nationalpark (Malolotja Nature Reserve) . mit spektakulären Berglandschaften, Wasserfällen und einer der längsten Zipline-Strecken Afrikas.
  • 5 Phophonyane Falls . der Phophonyane River stürzt über rund 2 km in mehreren Stufen ab und endet in einem 80 m hohen Wasserfall. Es gibt vier verschiedene Trails, die zu Aussichtspunkten führen. Von diesen aus hat man einen schönen Blick auf Wasserfälle, Schluchten und Naturpools.
  • 6 Mantenga Nature Reserve and Cultural Village . Mit einen Freilichtmuseum zum Leben und der Kultur der Einwohner mit Tanzvorführungen. Merkmale: Rastplatz, Restaurant, Dorf, Felsen, Lodge, Tierbeobachtung, Vogelbeobachtung, Wald, Wanderweg, Wasserfall.
  • Cuddle Puddle (am Nordende von Lobamba). Eine 32 Grad warme Thermalquelle mit hohem Magnesiumanteil. Sauberkeit von Becken und Toiletten entspricht afrikanischem Standard. Preis: kostet Eintritt.
  • 7 KaMsholo . Zu den Aktivitäten gehören geführte Pirschwanderungen, Wildbeobachtungsfahrten, Ponyreiten und Reiten, während Übernachtungsgäste den Park auf eigene Faust erkunden können.

Für den Besuch der Naturschutzgebiete wir per diem eine “Conservation Fee” erhoben, die vor Ort fällig wird.

Hintergrund

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Das Land wird zu etwa zwei Dritteln von Südafrika im Westen und einem Drittel von Mosambik im Westen begrenzt. Zum Anlass der 50-jährigen Unabhängigkeit verfügte König Mswati III, dass das Land künftig offiziell „Eswatini“ (eswatinsche Schreibweise eSwatini) heißen soll.

Geschichte

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Etwa um 1750 kamen Nguni aus Zentralafrika unter der Führung des Dlamini-Clans in die Gegend des heutigen Eswatini. Nach Auseinandersetzungen mit den benachbarten Zulu gelang es dem damaligen König Mswati II. um 1850, sein Herrschaftsgebiet zu festigen. Auf diesen Ngwenyama (= „Löwe“) geht der Name des Volkes der Swasi zurück. Die Buren und in Folge die Briten benannten deren Siedlungsgebiet daher einfach Swasiland. Seine Nachfolger verkauften Bergbaukonzessionen und Nutzungsrechte an Ländereien an Europäer, Buren und Briten. Dies gab immer wieder Streitereien über die Besitzverhältnisse, da nach Vorstellung der Swasi das Land Eigentum des Königs bleibt. Die Nachnamen Simelane oder Maseko deuten auf Swazi-Abstammung hin.

Um 1880 geriet daher das Land immer stärker unter den Einfluss der Briten, und 1894 wurde es schließlich britisches Protektorat. Erst am 6. September 1968 wurde Swasiland unabhängig, damals herrschte König Sobhuza II. aus dem immer noch regierenden Dlamini-Clan. Nach seinem Tod ging die Regentschaft zunächst an seine Witwe Dzeliwe; anschließend übernahm Ntombi, eine seiner Witwen, das Amt der Ndlovukazi (wtl. „Elefant“ aber „Mutter des Königs“ bedeutend), bis ihr damals minderjähriger Sohn Makhosetive neuer Ngwenyama unter dem Namen Mswati III. wurde. Dieser regiert seit 1986 als absoluter Herrscher, er hat zur Zeit (Stand 2024) 16 Frauen (davon von Fünfen geschieden) und den Hang zu einem luxuriösen Leben sowie für jede Gespielin einen separaten „Palast“. So soll er Ende 2019 19 Rolls-Royce und 120 andere BMWs für seinen königlichen Fuhrpark gekauft haben. Im Juli 2020 waren 35 Kinder bekannt. Seine Mutter Ntombi, eine der jüngeren unter den siebzig Frauen, die sein 82 Jahre regierender Vater Sobhuza II. gehabt hatte. Etwa 63% seiner Untertanen, vor allem am Land, müssen mit weniger als der Armutsgrenze auskommen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten haben 2015–17 die Textilindustrie (Stundenlöhne um 25 E) und seitdem mehrere Trockenjahre die Landwirtschaft schwer getroffen. 2021 kam es deshalb zu Unruhen, gleichzeitig geht Südafrika seit 2025 verschärft gegen illegal eingereiste „Flüchtlinge“ vor. 2024 lag der durchschnittliche Monatslohn bei 4530 E, deutlich schlechter zahlt die Textilbranche, hier ist das untere Ende bei 1120 E. Die Arbeitslosenquote bei Frauen ist 53%.

Offiziell gibt es ein Zweikammerparlament und eine Regierung.

Land und Leute

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Mantenga Cultural Village

Etwa 1,3 Millionen Menschen leben im Lande, etwa so viele wie in München. Weitere zwei- bis dreihunderttausend Landeskinder leben in Südafrika, vor allem in der grenznahen Provinz Mpumalanga (= Eastern Transvaal).

Im Lande sind über neunzig Prozent ethnische Swasi, daneben gibt es weitere Bantu wie Zulu, Tsonga und Sotho sowie einige wenige Weiße und Farbige (Inder, Pakistani). Die Landwirtschaft kommt nur in Ausnahmefällen über den Status einer Subsistenzwirtschaft hinaus, so dass viele Swazi förmlich von der Hand in den Mund leben. Dies ist allerdings auch ein Problem der Ausbildung. Schulpflicht besteht offiziell nicht, dennoch geht ein Großteil der Kinder regelmäßig in die Primary school. Der Großteil der Swasi bekennt sich zu einer von der reinen Lehre der römisch-katholischen Kirche weit entfernten Form des Christentum, dem „afrikanischen Zionismus“ (englisch: “African Zionism”) wobei dessen Glaube stark mit Naturreligion vermischt ist. Dazu gibt es noch Methodisten und die niederländisch-reformierte Kirche, beide mit engen Anbindungen an deren Verbände in Südafrika.

In der Medizin spielen Wahrsager und Naturheiler (Inyanga) eine große Rolle, ebenso wie in der Gesellschaft. In den Familien sind die Rollen von Mann und Frau noch sehr den Traditionen verhaftet. So ist das Bezahlen von Brautgeld (meist in Form mehrerer Rinder) immer noch gängige Praxis.

Wirtschaft

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Wirtschaftlich bedeutend ist die enge Verflechtung des Landes mit Südafrika, die Währung Lilangeni (Plural: Emalangeni mit E abgekürzt) ist dem südafrikanischen Rand gleichgesetzt. Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft mit Zucker, Ananas und Zitrusfrüchten. Darüber hinaus werden Baumwolle, Mais, Tabak, Reis, Hirse und Erdnüsse in nennenswertem Umfang angebaut. Der überwiegende Teil der Bevölkerung betreibt Landwirtschaft nur für den Eigenbedarf und nicht für den Verkauf auf dem Markt oder den Export. Auch die Forstwirtschaft und einfach industrielle Produkte aus Holz spielen eine Rolle, im Bergbau ist es der Kohleabbau. Trotz der weitverbreiten Armut kommen Wanderarbeiter aus dem noch ärmeren Nachbarland Mosambik. In den letzten Jahren gewann der Tourismus an Bedeutung.

Anreise

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Ein Visum ist für Europäer (abgesehen von Bürgern einiger Länder des Westbalkans), Türken und Briten nicht mehr erforderlich (offiziell gibt es bei Ankunft ein “visa on arrival”). Touristen dürfen 30 Tage einreisen, was beim Innenministerium verlängert werden kann.

Siehe auch: Einreisebestimmungen Südafrikas falls man mit Kindern reist

Zollfreimengen
  • 2 l Wein oder 1 l Schnaps [ist in Südafrika teurer]
  • 200 Zigaretten, 20 Zigarren oder 250 g Tabak [kostet in Südafrika etwa gleichviel]
  • 50 ml Parfüm oder 250 ml kölnisch Wasser
  • Bargeld über 15000 E (= ZAR) muß angemeldet werden.

Ein- und Ausfuhrbeschränkungen bestehen für tierische und landwirtschaftliche Produkte. Swaziland gehört zur Zollunion des südlichen Afrikas.

Flugzeug

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Wirtschaft und Verkehr
Terminal des King Mswati III International Airport

In Eswatini gibt es nur einen internationalen Flughafen. Dies ist der mit großer Verzögerung 2014 fertiggestellte 1 King Mswati International Airport (King Mswati III International Airport, ​IATA: SHO) . Anfang 2026 gibt es nur Vebindungen in südafrikanische Städte. International hat man bessere Angebote, wenn man nach Jo’burg oder Maputo fliegt. Flüge hierher werden von Eswatini Air (eine Tochter der [South African] Airlink) aus Johannesburg angeboten. Am Flughafen gibt es auch einen Mietwagenverleih. Bei der Ausreise mit dem Flugzeug wird eine Steuer von 20 E pro Person erhoben.

Er liegt etwa 70 km östlich der Hauptstadt Mbabane und 45 km vom Wirtschaftszentrum Manzini entfernt. Landesweite Shuttle-Busse sind buchbar. Er ist durch eine 17 Kilometer lange Zufahrtsstraße mit der Hauptstraße MR3 verbunden und ist somit bis zur Hauptstadt ausnahmslos auf asphaltierten Straßen erreichbar.

Der ehemalige internationale Matsapha Airport, der circa 1 km westlich von Manzini liegt, dient nur noch Flügen der königlichen Familie, Regierungsmitgliedern, Hilfstransporten und der Luftwaffe.

Flüge ab Johannesburg sind wenig sinnvoll, außer man steigt direkt um. Es dauert lange um überhaupt zum Flughafen Jo’burg-Tambo zu gelangen, dann braucht man gut 2½ Stunden für check-in, Sicherheitskontrolle usw. Der Flug selbst ist nur 50 Minuten, aber dann steht man JWD in Swaziland. Rechnet man all das zusammen ist man im Bus oder Auto schneller in Mbabane, selbst wenn man an der Grenze warten müssen sollte.

Auf dem rudimentären Schienennetz (rund 300 km) der Eswatini Railways werden nur Güter transportiert.

Es gibt einen hochpreisigen “Ses’khona Tourist Train” mit dem man auf der Goba railway saisonal mit Verpflegung und zwei Übernachtungen nach Mosambik und zurück fahren kann. In der einfachen Klasse (2026: ca. €140) wird man vor Ort in einfache Hotels gebracht, in der ersten (“platinum” drei Mal so teuer) schläft man im 4-Bett-Abteil des Schlafwagens.

Es gibt Busverbindungen in die Nachbarländer, u. a. nach Johannesburg, Durban und Maputo.

Aus Jo’burg sind Minibusse, so genannte Kombi Taxi eine kostengünstige Alternative. Vorausbuchen kann man nicht, abgefahren wird von verschiedenen Orten (“bus stand”). Morgendliche Abfahrten sind häufiger.

Busunternehmen gehobener Klasse, die mit Südafrika verbinden sind SiyeSwatini TransMagnific (etwa drei Mal teurer als Kombi Taxis) oder King Travel für Minibus-Shuttle.

Auto/Motorrad/Fahrrad

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Achtung: Linksverkehr! Der internationale Führerschein ist erforderlich.
Die Geschwindigkeitsbegrenzung außerorts liegt generell bei 80 km/h, auf einigen Straßen ist laut Beschilderung auch eine Geschwindigkeit von 120 km/h erlaubt. Man kann praktisch das ganze Land in einem normalen PKW bereisen, d. h. ohne Allradantrieb (4×4). Nichtasphaltierte Straßen (“gravel roads”) abseits der größeren Strecken können meist auch ohne Allradantrieb befahren werden.

Unbedingt vorsehen sollten man sich vor Schlaglöchern (“Potholes”) sowie Fußgängern und Tieren. Viele ältere PKWs und LKWs sind nur langsam unterwegs und teilweise schlecht beleuchtet. Gerade nachts sollte man die Geschwindigkeitsbegrenzung daher unbedingt einhalten! In Dörfern (und wenn es nur wenige Hütten sind) und bei Schulen gilt generell eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Eventuelle Geldbußen werden sofort fällig.

Vor der Einreise mit Mietwagen aus Südafrika sollte man sich erkundigen, ob der Grenzübertritt gestattet ist, die Genehmigung des Vermieters und Versicherungsunterlagen werden geprüft. Beim Grenzübertritt ist zu beachten, dass die meisten Grenzstationen abends schließen. Autokennzeichen werden zusammen mit den Personalien bei der Einreise erfasst und bei der Ausreise überprüft.

Öffnungszeiten der Grenzübergänge:

  • 1 Jeppes Reef – Matsamo : 7.00–20.00 Uhr; Fahrzeit Nelspruit 1½ h
  • 2 Josefdal – Bulembu : 8.00–16.00 Uhr
  • 3 Oshoek – Ngwenya : 7.00–22.00 Uhr, direkt am Südende des Malolotja-Nationalparks; Fahrzeit Jo’burg 3½–4 h (in SA teilw. mautpflichtig)
  • Waverly – Lundzi: 8.00–16.00 Uhr
  • Sandlane – Nerston: 8.00–16.00 Uhr
  • Houtkop – Sicunusa: 8.00–18.00 Uhr
  • Bothashoop – Gege: 8.00–16.00 Uhr
  • Mahamba – Mahamba: 7.00–22.00 Uhr
  • Onverwacht – Nsalitie: 8.00–16.00 Uhr
  • Golela – Lavumisa: 7.00–22.00 Uhr; Fahrzeit Durban 3½ h
  • Goba – Mhlumeni: 7.00–22.00 Uhr; Fahrzeit Maputo 1 h
  • Namaacha – Lomahasha: 7.00–22.00 Uhr; Fahrzeit Maputo 1 h

Erfahrungsgemäß ist an den größeren Übergängen Oshoek bzw. Golela am frühen Morgen am wenigsten Betrieb.

Mobilität

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Busse, gerne afrikanisch überfüllt oder etwas teurere aber schnellere Minibusse (Kombi taxi).

Sprache

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Englisch, die offizielle Amts- und Geschäftssprache, wird praktisch überall gesprochen und verstanden. Auch sind sämtliche offiziellen Websites des Landes sowie die zwei größten Zeitungen des Landes in englischer Sprache gehalten. Kenntnisse in Siswati, der zweiten Amtssprache sind nicht unbedingt erforderlich, helfen aber sicherlich Sympathie bei den Einheimischen zu gewinnen. Es handelt sich um eine Bantu-Sprache der Nguni-Sprachen zu denen u. a. Ndebele, Xhosa und Zulu zählen. Nguni-Sprecher können sich meist untereinander verständigen.

Aktivitäten

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Reed Dance Festival
Incwala ceremony

Viele der zwei Millionen Besucher sind aus den Nachbarländern, um hier konzessioniertem Glücksspiel in Spielbanken zu frönen.

  • 1 Umhlanga-Schilfrohrfest . Das Umhlanga ist eine öffentliche Veranstaltung, die von einer farbenfrohen Atmosphäre geprägt ist. Im Rahmen dieses Festes sammeln tausende unverheiratete junge Frauen Schilfrohr und überreichen es dem König und der Königinmutter. Im Anschluss daran tanzen sie in traditionellen Gewändern vor dem König. Die Veranstaltung wird Ende August oder Anfang September stattfinden, abhängig vom jeweiligen Mondkalender. Die jungen Frauen legen eine mehr Kilometer lange Strecke zurück, um das benötigte Schilfrohr zu holen. Die Tracht besteht aus bunter traditioneller Kleidung, und der Tanz wird in Gruppen ausgeführt. Dabei werden auch Gesänge angestimmt und es wird rhythmische Trommelmusik gespielt. In diesem Rahmen findet gelegentlich eine königliche Hochzeit statt, die international Beachtung findet. Fotografieren ist streng geregelt, da die Teilnehmerinnen spärlich bekleidet und oben ohne tanzen.
  • 2 Incwala-Königsritual (Incwala Day) . Die Incwala-Zeremonie stellt das wichtigste kulturelle und spirituelle Ritual in Eswatini dar. Es handelt sich um traditionelle königliche Rituale, das auch als „Erntedankfest“ bezeichnet wird. Es dient der Stärkung der Verbindung zwischen dem Volk, dem König und den Ahnen. Die verschiedenen Feierlichkeiten finden zwischen Dezember und Januar statt, abhängig vom Mondkalender. Das Fest dauert etwa drei Wochen und gipfelt in der sechstägigen „großen“ Incwala-Zeremonie. Bei dieser Zeremonie isst der König symbolisch die ersten Früchte der neuen Ernte – jedoch nur nach spiritueller Vorbereitung und ritueller Reinigung. Traditionelle Tänze, Gesänge, Rituale und Prozessionen sind wesentliche Elemente der Feier. Gemäß der Tradition isst der König als Erstes das Obst, woraufhin das Volk die Ernte beginnen darf. Dies symbolisiert die Einheit und Abhängigkeit zwischen König und Volk. Weibliche Besucher sollen Röcke oder Sarongs tragen, männliche sofern Kopfbedeckung dann nur traditionelle. Die königliche „Loge“ Inhlambelo darf nicht photographiert werden.
  • Das Buganu Festival spielt sich um die Reife der für viele Zwecke verwendeten Marula-Frucht ab und wird im Anfang März (±10 Tage) begangen. Die herabgefallenen grünen Früchte werden gelagert, bis sie gelb nachgereift sind. Der König hält jährlich in einer anderen Region eine Zeremonie ab.

Einkaufen

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Die seit Wechsel des Landesnamen neu ausgegebenen Geldscheine sind aus Plastik
Verkauf landestypischer Souvenirs

Bezahlen kann man mit dem südafrikanischen Rand oder der einheimischen Währung Lilangeni. Deren Kurs ist als Teilnehmer an der Common Monetary Area eins zu eins an den südafrikanischen Rand gebunden, Wechselkurs: 18,99 R = € 1. In der Praxis geht es meist um mehr als nur einen Lilangeni, was zur Folge hat, dass bei Preisangaben fast ausschließlich der mit E abgekürzte Plural Emalangeni Verwendung findet. Gelegentlich wird als Währungssymbol auch das £ verwendet. Südafrikanische Münzen wird man nicht los. Man sollte beim Wechselgeld aufpassen, das man in Südafrika weiter verwenden kann, was beim Lilangeni nicht gegeben ist.

In Eswatini gibt es nur wenige industrielle Produkte, die für Touristen interessant sind. An Kunsthandwerk sind nennenswert Glasfiguren, Schnitzereien, Schmuck, Stoffe und Batiktücher sowie kunstvoll gestaltete Kerzen. Einzelne Künstler haben sich darauf spezialisiert, aus Draht und anderen Abfällen der Zivilisation originelle Gegenstände zu fertigen. Die Preise auf den Märkten sind moderat, ansonsten sind sie mit denen des benachbarten Südafrika gleichzusetzen. Die Preisgestaltung auf Märkten ist „dynamisch,“ abhängig von der Hautfarbe des potentiellen Kunden.

Öffnungszeiten

Die normalen Geschäfte haben in der Regel geöffnet Mo.-Fr. von 8.00–17.00 Uhr, Sa. 8.00–13.00 Uhr. Banken Mo.-Fr. 8.30–14.30 Uhr, Sa. 8.30–11.00 Uhr. Das Bezahlen mit gängigen Karten wie Maestro-Card ist verbreitet und auch in kleineren Geschäften üblich. Postämter sind geöffnet Mo.-Fr. 8.30–16.00 Uhr.

Küche

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Maisbrei kochen
Der vergorene Saft der Marula (Sclerocarya birrea vor allem ssp. caffra) ist leicht alkoholisch. In Südafrika ist es Zutat im Amarula-Likör. Das würzige, aus den Kernen gewonnene, Öl nutzt man beim Kochen.

Eingeborenes Essen in Swaziland unterscheidet sich wenig von dem der anderen Bantu-Stämme in südlichen Afrika. Für die größtenteils arme Landbevölkerung ist das Vorhandensein von Essen an sich wichtiger als raffinierte Zubereitung. Grundnahrungsmittel sind Hirse(arten) und Mais, sofern es Fleisch gibt meist von der Ziege.

  • Sishwala— ist ein dicker Brei vom Maismehl mit Gemüse und/oder Fleischeinlage, beliebig gewürzt
  • Incwancwa— säuerlicher Brei auf Basis von 24 Stunden vergorenem Maismehl, oft zum Frühstück oder Zwischenmahlzeit
  • Sitfubi— frische Milch aufgekocht mit Maismehl
  • Siphuphe setindlubu— dicker Brei von zerstoßenen Erdnüssen
  • Emasi etinkhobe temmbila— Maisschrot vermischt mit saurer Milch
  • Emasi emabele— (mehrere Stunden gekochter) Hirseschrot vermischt mit saurer Milch, das wohl typischte Gericht
  • Sidvudvu— Brei vom Kürbis mit Mais, eine häufige Beilage
  • Umncweba— ungekocht getrocknetes Fleisch (entspricht biltong)
  • Siphuphe semabhontjisi— Brei von zerstampften Bohnen
  • Tinkhobe— gekochter Maiskolben
  • Umbidvo wetintsanga— Blätter der Kürbispflanze mit gemahlenen Nüssen, Gemüsen und ggf. Wasermelone
  • Emahewu— ein Getränk auf Basis von gegorenem Brei, der etwa 45 Minuten geköchelt wird
  • Umcombotsi— hausgebrautes „Bier“ aus Mais und Hirse auf Siswati genannt tjwala erreicht etwa 3 % Alk. Hergestellt wird es für Feste z.B. wie der Vorhautamputation bei Knaben oder zu Hochzeiten.

Unterkunft

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Etliche Behausungen sehen noch immer aus wie aus einem Almanach der Kolonialisten. Diese „Rückständigkeit“ macht den Reiz für viele europäische Besucher aus. In einigen Lodges kann man für Touristen in sauberem Zustand gehaltene “beehive huts” mieten.

Eswatini ist zwar sehr klein, bietet aufgrund seiner vielen Attraktionen aber eine relativ hohe Anzahl an Hotels, Lodges und anderen Unterkünften. In sogenannten “tented camps” schläft man zwar in Zelten, es handelt sich dabei um solide Dauerkonstruktionen oft mit Betten darin.
Die Webseite der Fremdenverkehrinfo bietet eine Unterkunftssuche aber mit dem Schwerpunkt auf gute Mittel- und Oberklasse.

Eine dreiprozentige “bed levy” wird auf sämtliche Übernachtungen erhoben.

Feiertage

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TerminNameBedeutung
Fr, 1. Jan. 2027 Neujahrstag
Fr, 26. Mär.. 2027 Karfreitag
Mo, 19. Apr. 2027 Geburtstag des Königs Mswati III.
So, 25. Apr. 2027 Nationaler Flaggentag
Sa, 1. Mai 2027 Tag der Arbeit
Do, 14. Mai. 2026 Karfreitag
Mi, 22. Jul. 2026 Geburtstag des früheren Königs Sobhuza
ab ersten Montag im September, 8 Tage Umhlanga Umhlanga oder Reed Dance (Schilftanzfest).
So, 6. Sep. 2026 Somhlolo Unabhängigkeitstag. Swasiland war ab 1903 britisches Protektorat und wurde am 6.9.1968 unabhängig.
Dezember/Januar iNcwala-Fest Incwala-Zeremonie.
Fr, 25. Dez. 2026 Weihnachtsfeiertag

Sicherheit

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Homosexuelle Handlungen sind in Eswatini weiterhin gesetzlich verboten, werden aber nicht verfolgt. Besitz, Konsum und Handel mit illegalen Drogen wird streng bestraft. Miserable Haftbedingungen mit Berichten über Folter herrschen vor.

Gesundheit

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Das Hauptproblem des Landes heißt AIDS. Zur Spitze um 2004 waren rund 40 % (nach Altersgruppe 25–52%) der Bevölkerung HIV-positiv, 2012 etwas über ein Viertel. Es wird geschätzt, dass die tatsächliche Zahl höher liegt. Bis 2025 hatten etwa 80% der Infizierten Zugang zu Medikamenten. Tuberkulose-Koinfektionen bleiben ein Problem. Prostitution ist an sich verboten, es gibt jedoch geschätzt 4000 weibliche Nutten unter denen Infektionsraten besonders hoch sind. Angesichts der nicht calvinistischen Dogmen entsprechenden Sexualmoral der Einheimischen ist der Übergang zu „Ehe“ sowieso fließend. Eswatini ist der einzige Staat in Afrika, wo es trotz recht hoher Geburtenrate kaum Bevölkerungswachstum gibt.

Das Risiko einer Malaria-Erkrankung ist gering, jedoch zumindest in der Regenzeit vorhanden.

Bei Einreise aus einem Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten ist der Nachweis einer Impfung erforderlich.

Klima und Reisezeit

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Mbabane
J F M A M J J A S O N D
25
15.1
15
24.8
14.9
14
23.7
13.9
13
22.7
11.6
8
21.1
7.7
4
19.1
4.7
3
19.9
5.1
3
21.4
7.1
4
23
10
7
23.1
13.4
12
24
13.4
14
25
14.5
16
243 212 187 71 34 19 23 28 62 126 169 213
22.7
Mittlere Jahreshöchsttemperaturen in °C
11
Mittlere Jahrestiefsttemperaturen in °C
1387
Jahresniederschlag in mm
|
113
Anzahl der Regentage

Das nebenstehende Diagramm bezieht sich auf die Wetterstation in Mbabane, die Hauptstadt liegt im Highveld auf etwa 1150 m Höhe Das Klima hat eine ausgeprägte Regenzeit im Sommer von November bis März, die Winter sind trocken. Man muss vier Klimazonen unterscheiden:

  • das Highveld im Westen des Landes hat häufige Niederschläge (Steigungsregen), hohe Luftfeuchtigkeit
  • das Middelveld mit subtropischem Klima, mäßige Niederschläge
  • das Lowveld ist subtropisch - tropisch warm, nur wenig Regen
  • das Lebombo Plateau hat klimatische Bedingungen ähnlich dem Middelveld

Regeln und Respekt

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  • Das Fotografieren von Angehörigen der königlichen Familie und des königlichen Palastes ist verboten. Auch Polizei und Militär dürfen nicht fotografiert werden.
  • Traditionelle Zeremonien wie der Umhlanga dürfen nur fotografiert werden mit Erlaubnis des Government Information Service, P.O. Box 372, Mbabane.
  • In Restaurants werden Trinkgelder auf den Rechnungen normalerweise nicht ausgewiesen, etwa 10% sind üblich.

Praktische Hinweise

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Post und Telekommunikation

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Mobilfunkanbieter sind Swazi Mobile und Swazi MTN.

Auslandsvertretungen

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Siehe auch: Konsulate Mbabane

Literatur

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Die meisten Reiseführer für Südafrika behandeln Swaziland mit.

  • Ayee, Joseph R. A.; A Note on the Machinery of Government during the Sobhuza II Era in Swaziland; Research Review (University of Ghana. Institute of African Studies), Vol. 5 (1989), № 1, S. 54–68
  • Ebewo, Patrick; Swazi Incwala: The Performative and Radical Poetics in a Ritual Practice; South African Theatre Journal, Vol. 25 (2011), № 2, S. 89–100; doi:10.1080/10137548.2011.636976
  • Kuper, Hilda; A Ritual of Kingship among the Swazi; Africa (London. 1928); Vol. 14 (1944), № 5, S. 230–257
  • Kuper, Hilda; Sobhuza II, Ngwenyama and King of Swaziland; London 1978 (Duckworth)
  • Evangelisches Missionswerk in Deutschland; Swasiland: Monarchie ohne Menschenrechte; Hamburg 2018
  • Kumalo, Simangaliso; Religion and Politics in Swaziland; Bloemfontein 2013 doi:10.18820/9781920382230
  • Prinsloo, Jeanne; News Constructs of Customary Identity versus Democratic Practice: The Case of Lindiwe Dlamini and Mswati III of Swaziland; Communicatio, Vol. 33 (2007),№ 1, S. *Resane, Kelebogile Thomas; African Zionism and Its Contribution to African Christianity in South Africa; Scriptura, Vol. 119 (2020), № 1, S. 1–16; doi:10.7833/119-1-1768
  • Seibold, Birgit Susanne; Großbritannien und die Kolonialisierung Swazilands: die Geschichte eines afrikanischen Königreichs, 1880-1902; Stuttgart 2012 (Ibidem-Verl.)
  • Vialatte, Jérôme; Swaziland, un royaume en Afrique australe: bibliographie thématique commentée (1886-2000); Pessac 2001 (Centre d’Étude d’Afrique Noire)
Landkarten

Eine Kartenserie im Maßstab 1:50.000 wurde 2005 herausgebracht vom Surveyor General's Office, Government of Swaziland. Mbabane. Die einzelnen Blätter sind 48×60 cm

Historisch

O’Neil, Owen Rowe; Adventures in Swaziland; New York 1921 Volltext

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(Stand: Jan 2026)

Landkarten

Eine Kartenserie im Maßstab 1:50.000 wurde 2005 herausgebracht vom Surveyor General's Office, Government of Swaziland. Mbabane. Die einzelnen Blätter sind 48×60 cm

Offizielle Reisehinweise
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