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Elfenbeinküste

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Die Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire) liegt in Westafrika. Angrenzende Länder sind Liberia und Guinea im Westen, Mali und Burkina Faso im Norden und Ghana im Osten.

Regionen[Bearbeiten]

Offiziell ist die Elfenbeinküste in zwölf Distrikte und zwei autonome Distrikte (für die großen Städte Abidjan und Yamoussoukro) gegliedert. Aus Sicht von Reisenden ist hingegen eine Einteilung in vier naturräumliche Regionen sinnvoller:

Städte[Bearbeiten]

Karte der Elfenbeinküste
  • Yamoussoukro - Hauptstadt mit der Basilika Notre Dame de la Paix, einer Kopie des Petersdoms in Rom
  • Abidjan - die ehemalige Hauptstadt und noch heute das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes
  • Dabou
  • Korhogo
  • San Pédro

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Grand Bassam Seebadeort nicht weit von Abidjan. Altstadt wegen seiner Kolonialarchitektur teilweise UNESCO-Welterbe.

Es sind mehrere Nationalparks ausgewiesen. Das Réserve naturelle intégrale du Mont Nimba ist Weltnaturerbe und liegt zum Teil in Guinea.

Hintergrund[Bearbeiten]

Nach der Unabhängigkeit 1960 war Félix Houphouët-Boigny bis zu seinem Tode 1993 der dominierende Politiker. Unter seiner Regierung blieb das Land dem Westen als halb-kolonialer Rohstoffliferant der kapitalistischen Weltordnung verbunden und lieferte vor allem Kakao, teils bis zu 40% der Weltproduktion. Auch wurde Erdöl entdeckt. 1995-99 kam es nach Preisverfällen auf den Weltmärkten, die durch Auflagen des Internationalen Währungsfonds verschärft wurden zu ersten Unruhen, die dann in einen ausgewachsenen Bürgerkrieg mündeten. Effektiv war das Land bis zum Friedensvertrag im Juli 2007 in Nord und Süd geteilt. Auch als Folge der Präsidentenwahl Ende 2010 (der Abgewählte wollte nicht gehen) kam es 2011 wieder zu Auseinandersetzungen; ebenso 2013 und Anfang 2017, als sich die Armee in die Politik einmischte.

2012 lagen die Tageslöhne für Hilfarbeiter bei 3000-4000 CFA, Facharbeiter erhielten ø 10000 CFA.

Anreise[Bearbeiten]

Offizielle Politik ist es den Landesnamen ausschließlich als Côte d’Ivoire zu geben.

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Europäische Reisende in die Elfenbeinküste benötigen grundsätzlich ein Visum, das in der Botschaft beantragt werden kann, aber online über einen externen Dienstleister abgewickelt wird:

Das Visum kostet einheitlich 50 Euro (auch für Schweizer; Wechselkurs beachten!). Der Paß muß noch mindestens sechs Monate gültig sein, verlangt wird zudem der Nachweis einer Gelbfieberimpfung sowie der Nachweis einer Hotelreservierung oder ausreichend finanzielle Mittel für die Rückreise.

Ausschließlich für die Einreise über den Flughafen Abidjan gibt es die Möglichkeit der Beantragung eines E-Visums. Dieses muss auf der offiziellen Webseite[1] mindestens drei Tage vor der geplanten Anreise beantragt werden, zudem müssen Gebühren in Höhe von 73 Euro (ausschließlich zahlbar per Visa oder Mastercard) beglichen sein. Mit der Bestätigung des E-Visums erhält man dann am Flughafen eine Einreiserlaubnis.

Visumsverlängerungen kosten 2018 65500 CFA, wer länger als 90 Tage bleiben will benötigt eine Carte de Résident, für 300000 CFA.

Zoll[Bearbeiten]

Touristen dürfen bar bis 10000 CFA oder den Gegenwert von 500000 CFA in Valuta ausführen.

Freimengen

Ab 15 Jahren:

  • 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 25 Zigarren oder 250 g Tabak
  • 1 Flasche Wein und 1 Flasche Schnaps
  • ¼ l Parfüm oder ½ l kölnisch Wasser

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der einzige Flughafen, der aus Europa angeflogen wird, ist der 1 Aéroport International Félix Houphouët-Boigny in der Nähe von Abidjan (Einzelheiten im Stadtartikel).

Die anderen Flughäfen im Land dienen hauptsächlich dem Regionalverkehr und werden allenfalls aus benachbarten afrikanischen Ländern angeflogen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es fahren zwei Züge wöchentlich auf der Bahnstrecke von Abidjan nach Ouagadougou in Burkina Faso (Obervolta) über 1260 km.

Passagiere befördert die Niger-Bahn.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Fernverbindungen in die Hauptstädte der Nachbarländer gibt es ab Abidjan.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Der internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem heimatlichen Führerschein gültig. Abhängig vom Grenzübergang wird für Fahrzeuge ein Laissez-Passer ausgestellt, dessen „Gebühr“ dann jeweils auszuhandeln ist. Obwohl offiziell nicht wirklich vorgeschrieben fragen Polizisten gerne danach und lassen sich ein Fehlen entsprechend abgelten (ohne Quittung).

Prinzipiell ist die Anreise mit dem eigenen Auto aus allen Nachbarländern der Elfenbeinküste möglich. Aufgrund der prekären Sicherheitslage in Westafrika kommt aber derzeit nur die Einreise aus Ghana ernsthaft in Frage.

Im Sommer 2016 wurden die Landgrenzen nach Liberia wieder geöffnet. Übergänge sind bei 1 Péhékanhouébli, 2 Bin-Houyé und ganz im Süden bei (Harper) Pedebo / Duokudi (Tabou), wo es in kleinen Booten über den Fluß geht, ungeeignet für KfZ.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Inwieweit es sinnvoll ist im Golf von Guinea zu segeln, sollte genau geprüft werden. Vermehrte Piratenangriffe, vor allem vor Nigeria, wurden im April 2018 gemeldet.[2]

Abidjan ist der einzige Hafen zum einklarieren; die 2 Zufahrt erfolgt in den Frachthafen. Angelegt wird in Carena oder beim Segelverein 3 Cercle de la Voile d'Abidjan Büro (9.00-17.00). Spezialisierte Dienstleistungen braucht man nicht erwarten. Zu beachten ist, daß die Lagune teilweise nur 1,20 Meter tief ist.

Mobilität[Bearbeiten]

Die A3 ist die einzige autobahnähnliche Straße im Lande, auf ihr gelangt man in knapp drei Stunden von Yamoussoukro nach Abidjan (236 km). Auch andere Hauptstraßen sind geteert und für afrikanische Verhältnisse in ordentlichem Zustand. Am Land gibt es die bekannten Pisten, die während der Regenzeit schwer zu passieren sein können.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprache ist Französisch, gesprochen werden siebzig bis achtzig einheimische Sprachen, die fast alle zu den Kwa-Sprachen zählen. Gerade die an der Küste gebräuchlichen „Lagunen-Sprachen“ sind linguistisch von den Hauptzweigen vergleichsweise weit entfernt.

Kaufen[Bearbeiten]

Aufgrund der politisch gewollten starken Überbewertung des CFA-Franc sind Preise für die gebotenen Qualität generell zu hoch.

Küche[Bearbeiten]

Speisen
Kplô (frz.: peau de bœuf geräucherte, dann gekochte Rinderhaut üblicherweise mit sauce graine oder gombo. Traditionell bei Familienfeiern serviert, heute vor allem ein Arme-Leute-Essen von Buden am Straßenrand.

Foufou ist die häufigste Sättigungsbeilage in ganz Westafrika. Es handelt sich um einen festen Brei aus Maniok oder Yams, dem auch Kochbananen beigemischt sein können. Ansonsten gibt es oft Reis.

Häufig gefangen wird in den Lagunen der Kreuzwels (frz.: Mâchoiron africain, biol.: Arius africanus). Zu allen möglichen Fleisch- und Fischgerichten ist Okra-Sauce (sauce gombo) beliebt. Ebenfalls häufig ist die aus Palmöl hergestellte sauce graine. Tchep (ivoirien), ist ein Allerweltsessen, andernorts als Wolof-Reis bekannt – ein fettiges Reisgericht mit Tomatenmark, dem etwas Maniok beigegeben wird. Traditionell gemeinsam aus dem Topf gelöffelt.

Der französische koloniale Einfluß wird auch daran erkennbar, daß Pommes Frites und Crêpes nicht selten zu haben sind.

An Bieren gibt es die Produkte der eingesessenen Solibra, Tochtergesellschaft der französischen Castel, mit ihrer Marke Bock und Brassivoire, einer 2016 gegründete Heineken-Tochter, die Ivoire vertreibt. Solibra füllt in Lizenz auch Guinness und die Brausen eines Herstellers aus Atlanta ab.

Nachtleben[Bearbeiten]

Existiert ausgerägt in gewissen Bezirken von Abidjan.

Unterkunft[Bearbeiten]

Es gibt in den meisten Orten einfache und saubere Hotels für unter 20 Euro. Hotels die dem europäischen Standard entsprechen, sind jedoch außerhalb der großen Städte selten und teuer.

Feiertage[Bearbeiten]

In der Elfenbeinküste werden folgende staatlichen Feiertage begangen: 1. Jan., Neujahr; 1. Mai, Tag der Arbeit; 8. Aug, Unabhängigkeitstag; 15. Nov., Tag des nationalen Friedens. Der Todestag von Félix Houphouët-Boigny, 7. Dez. wird nicht mehr begangen.

An religiösen Feiertagen begeht man Ostersonn- und Ostermontag (22. April 2019); 30. Mai 2019 Christi Himmelfahrt, 20. Juni 2019 Fronleichnam, Pfingsten inklusive dem folgenden Montag (10. Juni 2019); 15. Aug., Mariä Himmelfahrt; 1. Nov., Allerheiligen sowie Weihnachten. Basierend auf dem muslimischen Mondkalender begeht man das Neujahrsfest am 1. Muharram (01. September 2019); Ashura am 10. Muharram (10. September 2019); Mohammeds Geburtstag am 10. November 2019, den ersten Tag im Fastenmonat Ramadan dieses Jahr am 05. Mai 2019 sowie dessen Ende mit dem mehrtägigen Id al-Fitr ab 05. Juni 2019, auch begangen wird der 27. Ramadan (Laila tou-Kadr); das mehrtägige Opferfest (Aid el-Kebir) beginnt am 11. August 2019, dem 10. Dhū al-Ḥiddscha.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Sicherheitslage im Land ist seit Anfang 2017 wieder angespannter. Man sollte es tunlichst vermeiden, nachts das Hotel zu verlassen, da die Gefahr, auf der Straße ausgeraubt zu werden, um diese Uhrzeit besonders hoch ist.

Auf Drogenbesitz und -konsum stehen drei Monate bis fünf Jahre Haft, -handel wird mit bis zu zwanzig Jahren geahndet.

Homosexualität ist nicht strafbewehrt.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die medizinische Versorgung ist in der Hauptstadt besser als im restlichen Westafrika, besonders Medikamente französischer Produktion sind problemlos verfügbar.

Prostitution im Lande ist legal, Hilfsdienste hierzu nicht. Die AIDS-Epidemie hatte 2004 ihren Höhepunkt im Lande. Schätzungen für 2018 geben 1,8-4 % in der sexuell aktivsten Altersgruppe 18-45 an. Rund 45 % der Erkrankten werden mit Medikamenten versorgt.

Während der trockeneren Jahreszeit von Dezember bis April tritt überall in Westafrika Meningitis häufiger auf.

Malariaprophylaxe ist ganzjährig nötig. Dengue-Fieber kommt seit 2014 vermehrt vor. Man sollte daher den gazen Tag auf Mückenschutz achten. Medikamente meist französischer Herstellungen sind ausreichend erhältlich.

Infektionen mit dem Medinawurm sind dank besserer Wasserversorgung stark zurückgegangen, gerade in der Trockenzeit kommen aber Fälle von Dracontiasis immer noch vor.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramme für die Elfenbeinküste.
Abidjan und Küste, intensive Regenzeit im Mai/Juni.

Heiß und tropisch, mit ausgeprägten Regenzeiten.

Respekt[Bearbeiten]

Die beiden verbreitesten Glaubensrichtungen sind Katholizismus und Islam, wobei hier im Lande ein Süd-Nord-Gefälle besteht.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Kosulate siehe den entsprechenden Abschnitt im Hauptstadtartikel.

Die Stromversorgung hat sch seit Einweihung des mit chinesischer Entwicklungshilfe finanzierten Damms bei Soubré stabilisiert. Es verfügen Ende 2017 nur 88% der städtischen und 36% der ländlichen Haushalte über Stromversorgung. Ebenso schlecht steht es um sicheres Trinkwasser, nur 57% haben Zugang zu sauberem Wasser. Besonders in Bouaké kommt es während der Trockenzeit zu Knappheit.

Mobilfunk
Tipp
Seit 1. März 2018 gibt es die westafrikanische “free mobile roaming zone,” so daß man mit SIM-Karten von Benin, Senegal, Cote d’Ivoire, Guinea, Mali, Burkina Faso, Sierra Leone, Senegal und Togo ähnlich wie in der EU zum lokalen Tarif telephonieren kann. Für eingehende Gespräche gilt jedoch eine Obergrenze von 300 Minuten im Monat.

Den Markt für Festnetztelephonie dominiert die ehemals staatliche CI-Telecom, die von Orange aufgekauft wurde. Handys sind weit verbreitet. Orange Ivory Coast hatte 2016 einen Marktanteil von 45%, auch weil mit Orange Pay eine Zahlungsfunktion angeboten wird, die in einem Land wo Armut den Zugang zum Bankensystem erschwert, unbare Zahlungen möglich macht. Ein Viertel der Bevölkerung nutzt diese Funktion bereits 2017. Die Regierung unterstützt solche Initiativen. So ist es möglich Schulgebühren per Handy zu bezahlen, auch kann man in ländlichen Gebieten Geburten mobil beim Standesamt anzeigen.

Seit 2017 dürfen SIM-Karten nur noch in zugelassenen Geschäften vertrieben und registriert werden, Personen unter 16 erhalten keine.

Weitere Anbieter sind 2018 MTN Côte d'ivoire, MOOV (Maroc Telecom) und YooMee, die sich auf Datenverkehr (LTE) spezialisiert haben.
Die Konzessionen von KoZ, Green Network (Libyan Post Telecommunications), Warid Telecom und Cafe Mobile wurden zum 1. April 2016 widerrufen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Allou, Kouamé René; Les Akan: peuples et civilisations; Paris 2015 (Harmattan); ISBN 9782343049878
  • Fofana, Youssouf; Côte d'Ivoire: eine Auswahlbibliographie (1990 - 1999); Hamburg 1999; ISBN 392285284X
  • Höttler, Lutz; Côte d'Ivore: geteiltes Land; Bad Honnef 2007; ISBN 9783895022418 (Bürgerkrieg 1999-2003)
  • Schlosser, Katesa; Marktleben auf der Elfenbeinküste: Reisebilder aus dem Jahr 1963 von den Märkten in Abidjan/Treichville und in Bouaké; Kiel 2003 (Museum für Völkerkunde); ISBN 392879437X

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. Beachte, daß die Webseite im Aug. 2018 teilweise unsichere Elemente enthält, inwieweit hier die Übertragung von Kreditkarteninformationen sinnvoll ist, sollte man prüfen.
  2. 2018-04-29 (zggr. 2018-08-09).