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Äquatorialguinea

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Äquatorialguinea ist das einzige spanischsprachige Land in Afrika. Es setzt sich aus einem Festlandgebiet mit den angrenzenden Ländern Kamerun und Gabun und mehreren Inseln, darunter der Insel Bioko mit der Hauptstadt Malabo, zusammen.

Das Land ist touristisch noch wenig erschlossen, bietet aber einige Reize für Reisende. So sind in Malabo viele Kolonialbauten erhalten, während auf dem Festland Möglichkeiten zum Ökotourismus in den schwindenden Regenwaldgebieten bestehen.

Regionen[Bearbeiten]

  • Bioko ehemals Fernando Póo - die Insel, auf der die Hauptstadt Malabo liegt. Etwa 200 km nördlich des Festlandsteils gelegen.
  • Mbini mit der Großstadt Bata - der Festlandsteil, er hat früher Rio Muni geheißen. Hier leben 70 Prozent der Bevölkerung. Im Aufbau ist die geplante Hauptstsadt Djibloho/Oyala. Wichtigstes Exportprodukt hier sind Tropenhölzer, speziell Okoumé (Aucoumea klaineana), die vor allem nach China gehen. Zwischen 2000 und 2025 gingen 11,5% der Waldfläche verloren.
  • Annobón - eine abgelegene Insel 500 km südwestlich des Festlandteils, der näher an São Tomé und Príncipe als am eigentlichen Äquatorialguinea liegt.

Städte[Bearbeiten]

Lagekarte von Äquatorialguinea
Monte Alén
Monte Alén
Mengomeyén
Mengomeyén
Karte von Äquatorialguinea
Orte auf dem Festland.
  • Malabo - Hauptstadt auf der Insel Bioko (90000 Einwohner)
  • Bata - Größte Stadt des Landes (170000 Einwohner), wirtschaftliches Zentrum des Festlandes an der Küste mit einigen Kolonialbauten.
  • Djibloho - (nahe Mengomeyén) eine Planstadt in der Mitte des Festlandes, die irgendwann nach 2020 als Ciudad de la Paz Hauptstadt werden soll. Nach Vorstellung der portugiesischen Stadtplaner von FAT sollen hier 200.000 Menschen auf 8150 Hektar leben. Die Anreise erfolgt über 1 President Obiang Nguema International Airport President Obiang Nguema International Airport in der Enzyklopädie WikipediaPresident Obiang Nguema International Airport (Q19931170) in der Datenbank Wikidata (IATA CodeGEM, ). Nördlich ist das Schutzgebiet Natural Monument de Piedra Bere.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Blick auf Elobey Grande und Elobey Chico in der Bucht von Corisco.

Vor der kleinen, wenig besuchten Insel Corisco (syn. Mandji) ist ein Zentrum der Erdöl- und Erdgasförderung des Landes. Die Konzessionen haben sich in den 1990er amerikanische Konzerne gesichert. Pläne hier ein visumsfrei zugängliches Touristenziel zu entwickeln gibt es seit 2011, die Umsetzung wird nach 2020 erwartet.

Elobey Grande und Elobey Chico sind beide unbewohnt, werden jedoch von Fischern aus Cogo aufgesucht. Preise für eine Bootscharter sind Verhandlungssache. An der Küste der großen Insel, gelandet wird am Punto Becoloco, findet man am Meer einige Ruinen und einen schönen Strand. Auf der kleinen Insel, mit sehr viel Siedlungen da hier bis 1926 die Kolonialverwaltung ihren Sitz hatte, hat die Natur die Reste mehrerer europäischer Handelsposten mit teilweise 400jähriger Geschichte wieder überwuchert.

In der Bucht von Corisco sind auch die drei, mit Gabun umstrittenen Inselchen Conga, Cocotiers und Mbañe/Mbanié, nur letztere ist von gabunischen Fischern bewohnt.

Nationalpark Monte Alén[Bearbeiten]

Der Nationalpark Monte Alén (Parque nacional de Monte Alén) ist auf dem Festland gelegen. Hier werden über 1400 km² Regenwald auf verschiedenen Höhenlagen (400-1200 m) geschützt. 25 km von der Stadt 1 Niefang (1° 51′ 0″ N 10° 15′ 4″ O) entfernt. In der Regel wir man einen Reiseveranstalter mit Flug über Bata nutzen müssen. Es gibt ein Besucherzentrum. Beliebt ist eine Wanderung zu den Wasserfällen von Mosumo.

Unter anderem lebt hier der größte Frosch der Welt, der Goliathfrosch (Conraua goliath). Unter den 105 gezählten Säugetierarten sind sechzehn Primaten. Dazu kommen 65 Reptilienarten und etliche, gefährdete Amphibien.

Im Süden schließt sich das Reserva Natural del Estuario del Muni an. Theoretisch könnte man von Cocobeach hierher gelangen.

Annobón[Bearbeiten]

Annobón.
Im Anflug auf San Antonio de Palé (2007).

Annobón hat seinen Hauptort 2 San Antonio de Palé (1° 24′ 27″ S 5° 37′ 57″ O) mit gut 600 Einwohnern (etwa 2500-3500 auf der ganzen Insel) und einem neuen 2013 fertiggestellten Flughafen (IATA: NBN) im Norden. Angeflogen wir dieser nur von CEIBA.

Die Annobonesische Sprache ist ein portugiesisches Kreol.

Hintergrund[Bearbeiten]

Äquatorialguinea ist eines der kleinsten Länder Afrikas, gleichzeitig ist es eines der potenziell reichsten. Seit in den 1990er Jahren Ölvorkommen entdeckt wurden, stieg das Bruttoinlandsprodukt auf den fast unglaublichen Wert knapp 30.000 US-$ pro Kopf. Von diesem Reichtum profitiert jedoch vor allem die politische Elite. Die Familie des von den USA gestützten Staatschefs Teodoro Obiang, dem, wie es sich für Afrika gehört, Korruption und Wahlmanipulation vorgeworfen werden, besitzt etwa 600 Millionen US-$ Privatvermögen. Auf der anderen Seite leben, je nach Schätzung, 60-75 % der Einwohner in Armut.

Ethnische Gliederung. 1. Fernandinhos, 2. Bubi, 3. Igbo, 4. Baka, 5. Bujeba (syn. balengue oderr bisio), 6. Benga (syn. Ndowe oder Playeros), 7. Gaboner, 8. Annobonesen, 9. Fa D'Ambô (poertugiesisch-kreolische Mischlinge), 10. Fang.

Auf Bioko dominieren die Bubi. Die Stämme der Bakola-Bagyeli-Pygmäen findet man am Festland im Grenzbereich zu Kamerun. In anderen Regionen wurden sie durch die Ndowe-Bantus und die im 18. Jhdt. zugewanderten Fang verdrängt. Der Fluß Niefang (Rio Benito) ist die traditionelle Grenze zwischen beiden. Die Bisso wanderten vom Inland zur Küste.

Ursprünglich eine portugiesische Kolonie, wurde das Land 1778 an Spanien übergeben. Im 19. Jahrhundert wurde auf Bioko eine Plantagenwirtschaft errichtet, der kontinentale Teil wurde jedoch erst ab 1926 kolonisiert. Es entstanden Kakao- und Kaffeeplantagen, die nach der Unabhängigkeit fast alle aufgegeben wurden. Auf dem Höhepunkt des Booms, ab 1890, wurden Arbeiter aus Liberia angeworben und bis 1926 unter sklavenmäßigen Bedingungen gehalten. Hauptnutznießer der Ausbeutung war der nach außen hin salbungsvoll auftretende John Cadbury und seine Firma. Während der Weltwirtschaftskrise bis 1945 wanderten zahlreiche nigerianische Igbo und Ibibo zu. Der spanische Bürgerkrieg fand in Guinea nur in Form der Landung von 500 francistischen Truppen im Oktober 1936 mit einem kurzen Feuergefecht statt. Seit 1944 konnten westlich gebildete Eingeborene volles spanisches Bürgerrecht erhalten. Rassenschande weißer Frauen mit Negern blieb jedoch strafbewehrt.

Briefmarke für Elobey, Annobón und Corisco (1910).

Die Inseln Elobey, Annobón und Corisco waren 1907-26/59 eine eigene Kolonie als Teil Spanisch-Afrikas, die 36 km² mit 2950 Einwohnern (1910) sie wurden endgültig 1959 mit Río Muni vereinigt. 1968 erklärte Äquatorialguinea seine Unabhängigkeit von Spanien. Nach Unruhen 1969 errichtete Staatschef Francisco Macías Nguema ein beispielloses Terrorregime, dem zahlreiche Regierungskritiker zum Opfer fielen. Nguemas Neffe Teodoro Obiang stürzte ihn 1979 und ließ ihn hinrichten. Er regiert seitdem ununterbrochen. Zwar führte er formell die Demokratie und 1991 auch ein Mehrparteiensystem ein, de facto bleibt das Land jedoch eine autoritär regierte Diktatur, da die Wahlen weitgehend manipuliert werden. So gewann Obiangs Partei PDGE bisher alle Wahlen mit mehr als 90 Prozent der Stimmen. 2001 ließ Obiang, immer schon ein von US-Präsidenten geschätzer treuer Klient, nach Meinung vieler Kritiker sogar eine ganze Volkszählung manipulieren, deren Ergebnis eine doppelt so hohe Einwohnerzahl wie die von den internationalen Organisationen und der Opposition geschätzte Zahl war. Mit Hilfe der Werbeagenturen Cassidy Associates und Qorvis ist es Obiang seit 2004 bzw. 2010/11 gelungen sein internationales Image aufzupolieren. Zugleich hat er ein gutes Verhältnis zur Regierung des freien Teil Chinas. Seit der Verfassungsänderung 2011 hat der Sohn Teodorin Obiang als einer der zwei Vizepräsidenten zunehmend Einfluss. Trotz statistisch sehr hohem Pro-Kopf-Einkommen leben weiterhin mindestens zwei Drittel der Bevölkerung in Armut.

Touristisch interessant sind vor allem die Strände sowie die Regenwaldregionen. 2015 waren noch 45 % des Landes bewaldet, 19 % Naturschutzgebiete. Dennoch sind die meisten Besucher des Landes bisher Geschäftsreisende und Wanderarbeiter. Die Preise sind hoch, vergleichbar mit denen Deutschlands und im Fall der Unterkunft sogar deutlich teurer.

Auf den Inseln ist die Infrastruktur gut, die Sauberkeit europäisch.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Die Einreise nach Äquatorialguinea galt in der Vergangenheit aufgrund einer außerordentlich restriktiven Einreisepolitik als nahezu unmöglich. Im Jahr 2016 wurden diese Kriterien wenigstens ein wenig gelockert, so dass der Antrag wenigstens theoretisch möglich ist, sofern man ein polizeiliches Führungszeugnis zur Hand hat, das keine drei Monate alt ist.

„Für Reisen als Tourist, muss der Antragsteller eine bestätigte Buchung für den Hotelaufenthalt im Land vorweisen. Sie benötigen kein Einladungsschreiben von einer Person oder einer Regierungsbehörde von Äquatorialguinea, das beglaubigt durch das Ministerium für nationale Sicherheit ist.”

Das Visum kostet 120 € (+ Porto), die ausschließlich in bar und zwar vor Ort in den Räumlichkeiten der Botschaft bezahlt werden können (keine Banküberweisung, keine Kreditkarte). Die Möglichkeit, Geldscheine per Post zu verschicken, dürfte angesichts der durchaus vorhandenen Probleme mit Briefdiebstahl bei der Deutschen Post wohl kein Thema sein.

Die Botschaftsmitarbeiter gelten allerdings als hochgradig korrupt. Man muss damit rechnen, dass der Visumsantrag sachgrundlos abgelehnt wird. Die bezahlte Gebühr wird dann selbstverständlich einbehalten und in die eigene Tasche des Botschaftsmitarbeiters gesteckt.

Etwas einfacher haben es nur Staatsbürger der Vereinigten Staaten und Chinas, da diese (und nur diese) ein Visa on Arrival am Flughafen beantragen können. Auch Geschäftsreisende, gleich welcher Staatsbürgerschaft, werden es nicht so schwer haben ein Visum zu erhalten.

Eine Botschaft in Österreich existiert nicht. Für Schweizer ist offiziell die Botschaft in Paris zuständig.

Reisegenehmigung

Ist man erst einmal als Tourist im Lande, so hat man für gewisse Gebiete, z.B. die Nationalparks Pico Basilé und Ureka eine Autorización de Turismo für CFA 15000 beim Tourismusministerium in Malabo oder Bata zu besorgen.[1] Auf dieser Genehmigung sind die Orte aufgeführt, die man besuchen will/darf. Kontrollpunkte sind häufig, geprüft wird genau und Schmiergeld regelmäßig verlangt. Vor Inlandsflügen findet ebenfalls eine Gepäckkontrolle durch Zöllner statt.

Zoll[Bearbeiten]

„Die Einfuhr von pornografischen Werken, Büchern und Filmen über Kriege und Terror, uniformähnlicher Kleidung, Ferngläsern und professionellen Kameras ist verboten.“

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Flughafen Malabo (9 km westlich der Stadt) wird direkt von Deutschland und anderen Staaten Europas angeflogen.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt keine Eisenbahn in Äquatorialguinea.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Es gibt Grenzübergänge an den Landgrenzen zu Kamerun und Gabun. Das größte Hindernis bei der Einreise auf diesem Weg sind die Grenzposten, die teilweise auch mit gültigem Visum die Einreise ohne sachlichen Grund verweigern. Auch sollte man vorab prüfen ob die Grenzübergänge überhaupt geöffnet sind.

Es herrscht Rechtsverkehr.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Es gibt Fährverbindungen zwischen Gabun und Äquatorialguinea. Einzelheiten wird man vor Ort eruieren müssen.[2]

Zwischen 3 Cogo (1° 5′ 0″ N 9° 41′ 38″ O) (Äquatorialguinea) und 4 Cocobeach verkehren Einbäume. Es handelt sich hierbei um eine legitime Grenzübergangsmöglickeit, sofern man ein Visum bekommt.

Mobilität[Bearbeiten]

Es gibt sowohl Fähr- als auch Flugverbindungen zwischen Malabo und Bata.

In älteren Reiseführern wird teilweise noch beschrieben dass die Straßen in Äquatorialguinea selbst für afrikanische Verhältnisse katastrophal seien und man ohne Allradfahrzeug von vornherein keine Chance habe. Das kann so heute nicht mehr aufrechterhalten werden; in den letzten Jahren wurden viele Straßen im Land asphaltiert und ausgebaut. Inzwischen werden sogar die ersten Autobahnen nach westlichen Standards im Land gebaut - wer diese allerdings angesichts der grassierenden Armut im Land benutzen soll, ist nicht so ganz klar.

Flüge der Inlandsgesellschaften CEIBA Intercontinental und CRONOS können 2018 nicht online gebucht werden, sondern sind bar im Reisebüro vor Ort zu bezahlen.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Spanisch, das etwa für sechzig bis siebzig Prozent der Bevölkerung die Muttersprache darstellt. Geringe Unterschiede zum Standard-Spanisch sind der häufigere Gebrauch des höflichen Usted statt tú, der dritten Person Singular am Wortende, auch wenn eine andere Person korrekt wäre sowie das Weglassen oder falscher Gebrauch von Präpositionen. Die beiden letzten Faktoren sind ein Zeichen der Vereinfachung der Grammatik.

Daneben wird regional auch Portugiesisch-Kreol sowie die Bantu-Sprachen Bubi auf Bioko und Fang und Französisch, das seit 1988 auf allen Lehrplänen steht, gesprochen. Englisch wird kaum und wenn, dann nur sehr rudimentär gesprochen.

Kaufen[Bearbeiten]

Währung ist der CFA-Franc BCEAO (XOF), der fest mit dem überbewerteten Wechselkurs 655,957 zu 1 an den Euro gekoppelt ist. Das Preisniveau ist hoch. Selbst bei bescheidenen Ansprüchen sollte man 2018 ein Tagesbudget von 150 € einplanen.

Küche[Bearbeiten]

Die Küche Äquatorialguineas basiert auf tropischen Gemüsesorten, Fisch und Fleisch. Viele Gerichte beinhalten Maniok, das hier Yuca genannt wird. Das Bambucha ist eine Mischung aus Maniokblättern, Mais und Datteln. Weiterhin gibt es viele Gerichte mit der Basis von Yamswurzeln (ñame) sowie der Malanga, ebenfalls ein Wurzelgemüse. Erdnusssauce findet Verwendung. Pepesup ist eine viel gegessene würzige Fischsuppe. Andok ist ein Gewürz. Durch den Einfluss der Spanier ist jedoch auch europäische Küche anzutreffen. Wer selbst kochen will, kann sich in jeder Stadt auf den zentralen Märkten mit den nötigen Lebensmitteln versorgen.
Der Fang von “Bush meat” ist zwar verboten, wird aber nicht immer streng durchgesetzt.

Alkoholischer Favorit ist Bier. Aus Palmen gewinnt man Tope und Palmwein. Malamba-„Bier“ wird aus Zuckerrohr hergestellt.

Der Preis für ein Essen im Restaurant liegt bei etwa 10-20 € pro Person.

Nachtleben[Bearbeiten]

In den beiden Städten gibt es Diskotheken und Bars.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotelpreise sind durchgehend in oberen Bereich. Unter 100 € ist in der Hauptstadt wenig zu bekommen, üblicher sind 300 € oder mehr. Man erwarte nicht, dass vorhandene Klimaanlagen o. ä. auch funktionieren. Billigunterkünfte gibt es nicht. Das liegt daran, dass der Großteil der Bevölkerung zu arm ist irgendeine Art von Hotel nachzufragen, andererseits die wenigen Touristen sich den Gebräuchen der Geschäftsreisenden der Ölfirmen anzupassen haben, die über Spesenkonten verfügen.

Lernen[Bearbeiten]

Gegen Ende der Kolonialzeit schlossen 93 % der Eingeborenen mindestens die Volksschule ab. 2014 schieden 45 % der Schüler während der Grundschule aus dem System der formalen Bildung aus, lediglich 22 % besuchten die Sekundarstufe. Auslandsstipendien für universitäre Bildung schiebt man Kindern der korrupten Eliten zu, „gespendet“ werden diese meist von amerikanischen Ölfirmen.

Wer als Expat seine Kinder hier ausbilden lassen muss, hat die Auswahl zwischen dem jeweiligen Colegio Español in Bata und Malabo, die zum anerkannten spanischen Abschluss führen, oder dem Lycée français in Malabo. Dort gibt es noch eine internationale türkische Schule bis zur 6. Klasse.

Feiertage[Bearbeiten]

An staatlichen Feiertagen begeht man: 1. Jan., Neujahr; 8. März, intl. Frauentag; 1. Mai, Tag der Arbeit; 25. Mai, Afrikatag; 5. Mai Tag des Präsidenten, d.h. sein Geburtstag; 3. August, Tag der Befreiung d. h. Tag der Machtergreifung von Teodoro Obiang Nguema Mbasogo; 15. August, Verfassungstag; 8. Dez. Dazu kommen die primär katholischen: Karfreitag (19. April 2019) und Ostern, Christi Himmelfahrt (30. Mai 2019) sowie Weihnachten.

Sicherheit[Bearbeiten]

Die Polizeikräfte im Land sind korrupt und im Fall der Fälle keine große Hilfe. Im Gegenteil, sie versuchen noch aus der Not heraus Profit zu schlagen und verlangen Schmiergeld, um einer in der Regel willkürlichen Anklage zuvorzukommen. Das Fotografieren des Präsidentenpalastes, von militärischen Anlagen und Anlagen von strategischer Bedeutung ist verboten. Die Vorschrift, dass man zum Fotografieren überhaupt erst eine Erlaubnis des Tourismusministeriums braucht, wurde abgeschafft, Polizisten versuchen trotzdem immer wieder Schmiergelder wegen verbotener Aufnahmen zu kassieren.

Man beachte, dass es sich um eine der übleren Diktaturen weltweit handelt. Da Folter und Todesstrafe weiterhin an der Tagesordnung sind, ist es gefährlich, sich in der lokalen Politik zu engagieren. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes gibt es zwar keine aktive Behinderung der politischen Opposition mehr, es herrscht aber strenge Zensur aller Medien und es gibt weiterhin politische Gefangene.[3] Die Lage verbessert sich nur langsam. In den beiden großen Städten sind Raubüberfälle nicht selten.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die Gelbfieberimpfung ist bei der Einreise vorgeschrieben. Es besteht ein hohes Malariarisiko, insbesondere bei der Variante malaria tropica, daher ist eine Prophylaxe nötig.

In den Städten sind die Straßen unafrikanisch sauber. Es gibt eine funktionierende Müllabfuhr in den Innenstädten.

In den Wäldern leben etliche Schlangenarten, neun davon sind giftig.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist tropisch-feucht mit einer Durchschnittstemperatur von 26 °C. Die Regenzeiten dauern von Februar bis Juni und von September bis Dezember, der Rest des Jahres ist relativ trocken. Es ist oft schwül und wolkig, die Niederschläge betragen an der Küste etwa 2500 mm im Jahr, im Inland etwas weniger.

Die angenehmste Zeit am Festland ist Juli-August. Geringer Temperaturabfall und wenig Regen machen diese Zeit erträglicher.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Landesvorwahl: ☎ +240

Es gibt ein GSM-Netz (3G) sowie in den Großstädten auch ein Festnetz. Ein halbstaatlicher Ableger von Orange, GETESA, operiert im Lande, Ausländer erhalten SIM-Karten nur in deren Zentrale in Malabo bzw. Bata.

Internetzugänge sind nur wenig unter der Bevölkerung verbreitet. Teodoro Mangue ist Eigentümer des einzigen privaten Radiosenders von Äquatorialguinea, Radio Asonga und Direktor des staatlichen Fernsehsenders TV Asonga.

Wer konsularische Hilfe benötigt, sollte folgendes wissen: Deutschland hat eine kleine Botschaft in der Hauptstadt Malabo, die aber nur Nothilfe leistet. In anderen Angelegenheiten wird man auf die zuständige Botschaft in Kamerun verwiesen. Österreicher können sich auch an die anderen EU-Botschaften (insbesondere Spanien) wenden. Sollte man sich auf dem Festland befinden, kann sich der Zugang zu konsularischer Hilfe äußerst schwierig gestalten. Für EU-Bürger steht in derartigen Notfällen das spanische Generalkonsulat in Bata zur Verfügung.

Literatur[Bearbeiten]

Der größte Teil des Schrifttums über das Ländchen ist auf spanisch oder Französisch erschienen.

Bekanntere einheimische Literaten des 20. Jahrhunderts waren die Poeten Juan Chema Mijero und Donato Ndongo-Bidyogo. Siehe hierzu Antología de la literatura guineana. Novellisten sind Leoncio Evita, Daniel Jones Mathama, Constantino Ocha'a Mve Bengobesama, Raquel Ilonbé, Maria Nsué Angüe, Juan Balboa Boneke, Cesar Mba Abogo sowie Justo Bolekia Boleká. Die meisten waren mehr oder weniger lange im spanischen Exil.

  • Burton, Richard Francis [1821-90]; Wanderings in West Africa from Liverpool to Fernando Po; London 1863 (Tinsley) Bd. 2
  • Chaillu, Paul Belloni du, war der erste westliche Forschungsreisende im Rio Muni-Gebiet, der in den 1860ern Berichte seiner Expeditionen veröffentlicht hat.
  • Klitgaard, Robert E.; Tropical gangsters; New York 1990 (Basic); ISBN 0465087582; [Bericht eines vor dem Ölboom 2½ Jahre für die Weltbank im Lande tätigen Experten.]
  • Klotchkoff, Jean-Claude; La Guinée équatoriale aujourd'hui; Paris 2009 (Éd. du Jaguar); ISBN 978-2-86950-440-0 [frühere Auflagen 1999, 2005]
  • Liniger-Goumaz, Max; Guinea Ecuatorial: bibliografía general; Genève 1985-2006 (Ed. du Temps), 15 Bde.
  • Mann, Simon; Cry Havoc: When I set out to overthrow an African tyrant, I knew I would either make billions or end up getting shot; Johannesburg und New York 2011; [Über den vom Verfasser als Söldner angeführten Putschversuch 2004.] Hintergrundinfo
  • Perrois, Louis; Sierra Delage, Marta; Art of Equatorial Guinea: the Fang tribes; New York 1990 (Rizzoli); ISBN 0847812758; [Die dominante Ethnie am Festland schnitzt vor allem kunstvolle Masken und Skulpturen.]
  • Priority Areas for Large Mammal Conservation in Equatorial Guinea; PLOSone 2017-09-13; [Schutzgebiete; engl.]
  • Scafidi, Oscar; Equatorial Guinea; Chalfont St. Peter 2015, ISBN 9781841629254; [Karten ungenau]
  • Stehrenberger, Cécile Stephanie; Wissenschaftliche Formierungen von Körpergrenzen im colonial contact. Die Äquatorialguinea-Studien des Instituto de Estudios Africanos, 1945–1966; Figurationen, Bd.12, Heft 2 Volltext
  • Wulf, Valérie de; Histoire de l'île d'Annobón (Guinée Équatoriale) et de ses habitants du XVe au XIXe siècle; Paris 2013 (EHESS); [Diss., 2 Bde.]; ISBN 9782343033990

Weblinks[Bearbeiten]

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  1. Vgl. Tips for Getting Your Equatoguinean Tourism Permit (2017-04-02, zggr. 2018-10-01).
  2. Es soll eine Fähre von/nach Douala geben, die 12 Stunden unterwegs ist. Aktuelle Informationen sind hierzu im Internet nicht zu finden. (2018-10-06)
  3. Vgl. hingegen die weniger freundliche Einschätzung von Jahresberichte von Amnesty International.