Südsudan
| Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat zu diesem Land eine Reisewarnung veröffentlicht. Vor Reisen nach Südsudan wird gewarnt. Insbesondere in den Landesteilen Upper Nile State, Unity und Jonglei State, aber auch in anderen Landesteilen, ist die Situation angespannt. In fast allen Landesteilen finden bewaffnete Konflikte statt und es kann zu Luftangriffen kommen. Rebellenverbände aus Sudan operieren im Grenzgebiet zwischen beiden Staaten. Ausländern ist es derzeit nicht möglich, ohne weiteres nach Südsudan einzureisen und sich im Land frei zu bewegen. Landesweit finden zahlreiche Kontrollen statt. Ausländer werden unter Hinweis auf angeblich notwendige Genehmigungen verstärkt von Sicherheitskräften angehalten und erpresst. Datum der letzten Reisewarnung: 08.09.2025. |
| Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat zu diesem Land eine Reisewarnung veröffentlicht (Weblink) Von Reisen in den Südsudan und Aufenthalten jeder Art wird abgeraten. Es besteht landesweit Minengefahr. Die Lage ist unberechenbar und im ganzen Land bestehen erhebliche Sicherheitsrisiken. Immer wieder kommt es zu kriegerischen Auseinandersetzungen Datum der letzten Reisewarnung: 15.11.2024. |
| Südsudan | |
| Flagge | |
| Kurzdaten | |
| Hauptstadt | Juba |
|---|---|
| Regierungsform | Bundesstaat |
| Währung | südsudanesisches Pfund (SSP) |
| Fläche | 644.329 km² |
| Einwohnerzahl | 12.575.714 (2017) |
| Amtssprache | Englisch |
| Religion | Christen, lokalen Religionen (25 %), Muslime |
| Telefonvorwahl | +211 |
| Domain | .ss |
| Zeitzone | MEZ+2h |
Der Südsudan (offiziell Republic of South Sudan (RoSS), arabisch: جنوب السودان, Ǧanūb as-Sūdān) ist ein Staat in Afrika, an der Grenze von Zentral- und Ostafrika.
Der Südsudan bietet beeindruckende Naturlandschaften wie die intakte Sudd-Sumpfregion, faszinierende Wildtiere und eine reiche kulturelle Vielfalt in einer weitgehend touristisch unerschlossenen Umgebung.
Regionen
[Bearbeiten]- Zentral-Äquatoria (engl. Central Equatoria)
- Ost-Äquatoria (engl. Eastern Equatoria)
- Jonglei
- Seen (engl. Lakes)
- Gazellenfluss (Nord) (engl. Northern Bahr el-Ghazal)
- Einheit/West-Obernil (engl. Unity/Western Upper Nile)
- Obernil (engl. Upper Nile)
- Warrap
- Gazellenfluss (West) (engl. Western Bahr el-Ghazal)
- West-Äquatoria (engl. Western Equatoria)
Städte
[Bearbeiten]- 2 Bor Eine historische Stadt am Nil, die für ihre Bedeutung im Südsudanesischen Unabhängigkeitskampf und die nahe gelegenen Dinka-Dörfer bekannt ist.
- 3 Rumbek Die Stadt gilt als kulturelles Zentrum der Dinka-Gemeinschaft und bietet einen authentischen Einblick in das traditionelle Leben.
- 4 Wau Die Ortschaft weist koloniale Einflüsse auf und beherbergt mit der Kathedrale von Wau eines der größten christlichen Bauwerke im Südsudan.
Weitere Ziele
[Bearbeiten]Nationalparks
[Bearbeiten]- 1 Boma-Nationalpark (Boma National Park) Heimat großer Tierwanderungen, u.a. von Antilopen, und interessant für Vogelliebhaber.
- 2 Bandingilo-Nationalpark (Bandingilo National Park) Bekannt für seine saisonalen Tierwanderungen und als Lebensraum für Elefanten, Giraffen und Löwen.
- 3 Nimule-Nationalpark (Nimule National Park) Ein kleiner Park am Weißen Nil, ideal für Flusssafaris und die Beobachtung von Flusspferden und Krokodilen.
- 4 Sudd-Feuchtgebiet Eines der größten Feuchtgebiete der Welt, mit einer Vielzahl von Vögeln, Flusspferden und Fischarten.
- 5 Shambe-Nationalpark (Shambe National Park) Er gehört zu den Feuchtgebieten des Sudd. Seine Landschaft ist geprägt von Sümpfen und Grasländern, die zahlreichen Wasservögeln, Nilpferden, Krokodilen und Antilopen Lebensraum bieten.
- 6 Lantoto-Nationalpark (Lantoto National Park) Er überwiegend aus tropischem Regenwald, der allmählich in Savannen übergeht. Hier leben Elefanten, Büffel, Leoparden, Paviane und viele Vogelarten. Durch Wilderei und die Folgen des Bürgerkriegs ist der Park jedoch stark bedroht.
- 7 Südlicher Nationalpark (Southern National Park) Er liegt zwischen den Flüssen Sue, Gel und Balila und umfasst weite Savannen, Wälder und Flusslandschaften. In ihm finden sich Elefanten, Giraffen, Büffel, Löwen und eine große Vielfalt an Vögeln. Trotz seines ökologischen Reichtums leidet auch dieser Park unter den Auswirkungen von Jagd, Siedlungsdruck und fehlendem Schutzmanagement.
Wildreservate
[Bearbeiten]- 8 Ashana-Wildreservat (Ashana Game Reserve) Das Reservat ist sowohl als Wildreservat als auch als wichtiges Vogelschutzgebiet anerkannt. Es liegt am Lol-Fluss, der in der Nähe von Uwail die Eisenbahnlinie Babanusa–Wau überquert und durch das Gebiet des Reservats fließt. In dem Gebiet leben wichtige Wildtierarten, darunter Elefanten und Riesenantilopen. Aufgrund seiner Nähe zur Demarkationslinie zwischen Nord- und Südsudan war die Region insbesondere während des Sezessionskonflikts von Konflikten geprägt, die zu wiederholten Kämpfen und Vertreibungen führten.
- 9 Bengangai-Wildreservat (Bengangai Game Reserve) Das Schutzgebiet gilt als die letzte bedeutende Bastion intakter Tieflandwälder im Südsudan. Es bietet zahlreichen gefährdeten und bedrohten Arten einen wichtigen Lebensraum. Das Schutzgebiet beherbergt weltweit bedeutende Populationen von Schimpansen, Elefanten, Riesen-Erdpangolinen, Weißbauch-Pangolinen, Leoparden und afrikanischen Waldelefanten. Weitere dort vorkommende Säugetiere, deren Erhaltung weltweit von Bedeutung ist, sind Bongo, Riesenwaldschwein und verschiedene Duckerarten. In dem Gebiet sind über 270 Vogelarten heimisch.
- 10 Bire Kpatuos-WildresBire Kpatuos Game Reserveervat (Bire Kpatuos Game Reserve) Der fünf Quadratkilometer große tropische Waldlebensraum beherbergt wichtige Arten wie den Bongo und den Gelbrücken-Ducker. Das Reservat liegt nahe der Grenze zwischen der Flora und Fauna Zentral- und Ostafrikas und verfügt über einen „vergessenen Wald“, wie ihn einige Naturschützer nennen. Neben Bongo-Antilopen finden hier auch Dachsfledermäuse, Afrikanische Goldkatzen, Waldelefanten und Waldbüffel einen Lebensraum.
- 11 Boro-Wildreservat (Boro Game Reserve) Das Schutzgebiet ist durch groß angelegte, illegale Bergbauaktivitäten erheblich bedroht. Diese haben schwere Umweltschäden verursacht und das lokale Ökosystem vergiftet. Der Einsatz gefährlicher Chemikalien durch die illegalen Bergleute hat zum Tod von Wildtieren geführt. Deren Kadaver wurden in dem Gebiet gefunden und sind vermutlich auf die Verschmutzung zurückzuführen.
- 12 Chelkou-Wildreservat (Chelkou Game Reserve) Der Lebensraum „Savannenwald” beherbergt wichtige Tierarten wie Elefanten, Riesenantilopen und Büffel. Der Jabal Kurkura ist der höchste und markanteste Berg dieser Region.
- 13 Ez-Zeraf-Wildreservat (Ez Zeraf Game Reserve) Es ist international bedeutend für seine großen Säugetierkonzentrationen in einer überwiegend saisonal überfluteten Gras- und Waldlandschaft. Ein großer Teil des Schutzgebiets befindet sich auf der Insel Zeraf, die im Westen vom Weißen Nil und im Osten vom Fluss Bahr el Zeraf umgeben ist.
- 14 Fanikang-Wildreservat (Fanyikang Game Reserve, Fanikang Game Reserve) Das Schutzgebiet umfasst überflutete Graslandschaften und Waldgebiete. Diese bieten wichtigen Tierarten wie der Nil-Lechwe Lebensraum.
- 15 Juba-Wildreservat (Juba Game Reserve) Das Schutzgebiet erstreckt sich über etwa 200 Quadratkilometer Savannengrasland und Waldgebiet. Es dient sowohl als Wildreservat als auch als wichtiges Vogelschutzgebiet und bietet einheimischen Arten wie Gazellen, Antilopen und zahlreichen Vogelarten, darunter Heuglins Spornhuhn und die Arabische Trappe, einen lebenswichtigen Rückzugsort. Das vielfältige Ökosystem des durch den Weißen Nil geprägten Reservats beherbergt eine reiche Vielfalt an Wildtieren. Malerische Wanderwege schlängeln sich durch offene Savannen und Waldgebiete. Die beste Zeit für einen Besuch ist die Trockenzeit von November bis April, wenn kühlere Temperaturen und optimale Lichtverhältnisse die Beobachtung von Wildtieren erleichtern.
- 16 Kidepo-Wildreservat (Kidepo Game Reserve) Das Schutzgebiet liegt an der Grenze zwischen dem Südsudan und Uganda und bildet mit dem Kidepo Valley National Park in Uganda ein zusammenhängendes Ökosystem. Es zeichnet sich durch vielfältige Lebensräume aus, darunter Savanne, Grasland, Waldland und felsige Hügel, wobei die Akazien-Kurzgrassavanne die Ebenen dominiert. Trotz seiner ökologischen Bedeutung ist der aktuelle Erhaltungszustand seiner Wildtiere, darunter Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien, weitgehend unbekannt. Zu befürchten ist, dass langwierige Konflikte und andere Herausforderungen im Naturschutzbereich zu einem Rückgang der Wildtierpopulationen geführt haben, ähnlich wie in anderen Schutzgebieten im Südsudan.
- 17 Mbarizunga-Wildreservat (Mbarizunga Game Reserve) Es wurde angenommen, dass an diesem Standort Schimpansen vorkommen. Aufgrund des Bürgerkriegs gibt es jedoch keine aktuellen Informationen über das Vorkommen von Schimpansen an diesem Standort. Der tropische Waldlebensraum beherbergt jedoch wichtige Arten wie Bongo, Buschbock und Gelbrücken-Ducker.
- 18 Numatina-Wildreservat (Numatina Game Reserve) SieE umfasst eine Savannenwaldlandschaft von 2.100 Quadratkilometern und ist die Heimat von Arten wie Elefanten, Rieseneland und Roanantilopen.
Naturschutzgebiete
[Bearbeiten]- 19 Imatong-Gebirge (Imatong Mountains) Das Imatong-Gebirge zählt landschaftlich zu den beeindruckendsten Regionen des Landes. Die Kombination aus üppigen Bergwäldern, kühlem Klima und der Abgeschiedenheit einer weitgehend unberührten Natur ist faszinierend. Der höchste Gipfel ist der über 3.100 Meter hohe Mount Kinyeti. Die Gegend ist reich an endemischen Pflanzen und Vögeln. In den umliegenden Dörfern der Völkergruppen Acholi und Latuka erhält man Einblicke in traditionelle Lebensweisen, Landwirtschaft und Bergkulturen, die sich deutlich von denen der Savannenebenen unterscheiden.
- 20 Ambadi-See (Lake Ambadi) Der See gehört zum Bahr-al-Ghazal-Sumpf, dem westlichen Ausläufer des Sudd, und entwässert bei Hochwasser über den Bahr al-Ghazal. Das Wasser des Sees verschwindet jedoch hauptsächlich durch Verdunstung. In der Umgebung bestehen weite Flächen aus undurchdringlichen Sümpfen. Der See erstreckt sich auf einer Länge von ca. 44 km von Norden nach Süden. Die abgelegene Region ist kaum touristisch erschlossen und nicht unter Schutz gestellt, bietet vogel- und naturkundlich interessierten Reisenden aber Potenzial durch unberührte Sumpflandschaften und seltene Tierarten.
- 21 No-See (Lake No) Der No-See im Südsudan ist vor allem wegen seiner Lage am Rande des riesigen Sudd-Sumpfgebiets von Interesse. Es zählt zu den größten Binnenfeuchtgebieten der Welt und ist geprägt von Kanälen, Papyrusfeldern und Überschwemmungsflächen. Hier gibt es eine enorme Artenvielfalt, darunter über 400 Vogelarten wie Pelikane und Schuhschnäbel sowie Flusspferde, Krokodile und wandernde Antilopenherden. Hydrologisch ist der See von Bedeutung, da dort die Zuflüsse zum Weißen Nil zusammenlaufen. Besonders reizvoll für Besucher sind Bootsfahrten, Vogelbeobachtung und Naturerlebnisse, jedoch erfordert die abgelegene Region eine gute Planung, erfahrene lokale Guides und die Beachtung der aktuellen Sicherheitslage.
Hintergrund
[Bearbeiten]Geschichte: Der Südsudan ist der jüngste Staat Afrikas und der ganzen Welt und wurde am 9. Juli 2011 vom Sudan unabhängig. Im Unabhängigkeitsreferendum, das entsprechend dem Friedensabkommen vom 9. bis 15. Januar 2011 durchgeführt wurde, sprachen sich rund 99 % der abstimmenden Südsudanesen für die Unabhängigkeit aus.
Die Staatsgründung stand unter keinem guten Stern, da das Land kurz nach der Unabhängigkeit in einen blutigen Bürgerkrieg fiel. Obwohl es 2018 zu einem Waffenstillstand kam, ist der äußerst fragile Frieden im Land immer wieder bedroht. Der Präsident, Salva Kiir Mayardit, regiert seit der Unabhängigkeit mit diktatorischer Macht, Oppositionelle werden willkürlich inhaftiert, die Gefängnisse sind völlig überfüllt und es gibt kaum genug Nahrung für die Bevölkerung. Versprochene Wahlen wurden immer wieder verschoben und fanden bis heute nie statt.
Der Südsudan verfügt zwar über umfangreiche Bodenschätze wie Erdöl, ist aber mangels eigenem Zugang zum Meer vom Wohlwollen seines Erzfeindes, dem (Nord-)Sudan abhängig, sodass der Wohlstand bei der Bevölkerung nicht ankommt. Daneben gibt es Grenzstreitigkeiten mit dem Sudan über Ölfelder im Grenzgebiet, die die Beziehungen zwischen den beiden Staaten stark belasten.
Aufgrund der prekären Sicherheitslage ist der Südsudan kein touristisches Reiseziel, wenngleich das Land mit seinem Artenreichtum und der Möglichkeit zu Safaris grundsätzlich touristisches Potential böte.
Landesnatur: Das Land wird von weitläufigen Savannen, tropischen Regenwäldern, Sümpfen und Flusslandschaften geprägt. Der Weiße Nil, einer der beiden Hauptquellflüsse des Nils, durchzieht das Land von Süden nach Norden und prägt maßgeblich das Landschaftsbild sowie das Leben vieler Menschen. Rund um den Nil erstrecken sich ausgedehnte Sumpfgebiete, darunter das Sudd, eines der größten Binnenfeuchtgebiete der Welt. Es spielt eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht und den Wasserhaushalt des gesamten Nilsystems. Während im Süden feuchte, waldreiche Regionen mit dichter Vegetation vorkommen, ist der Norden von trockeneren Savannen und Dornbuschlandschaften geprägt. Die Tierwelt des Landes ist außergewöhnlich reich und umfasst zahlreiche afrikanische Großtierarten wie Antilopen, Elefanten, Büffel, Giraffen sowie Raubtiere wie Löwen und Leoparden. Durch die jahreszeitlich wechselnden Regen- und Trockenzeiten verändert sich die Landschaft im Jahresverlauf deutlich.
Bevölkerungsstruktur: Die größte Bevölkerungsgruppe sind die zu den w:Niloten/Niloten zählenden Dinka, daneben gibt es die ebenfalls nilotischen Nuer und Schilluk, die Azande und etliche weitere Gruppen.
Religion: Im Gegensatz zum mehrheitlich islamischen Sudan bekennt sich die Bevölkerung im Südsudan vorwiegend zum Christentum oder zu lokalen Religionen. 76,8 % der Einwohner gehören christlichen Konfessionen an, 21 % sind Anhänger afrikanischer Religionen und 2,2 % sind Muslime.
Anreise
[Bearbeiten]Einreisebestimmungen
[Bearbeiten]
Bei der Einreise ist zu erwarten, dass ein Nachweis über eine Gelbfieberimpfung verlangt wird. Diese ist für alle Personen vorgeschrieben, die älter als 9 Monate sind.
Visa, die abgesehen von wenigen afrikanischen Nachbarländern, jeder Besucher benötigt gibt es online. Dabei kostet eine Einreise für 20 Tage 100 US$, mehrere Einreisen bis 90 Tage 200 US$ und 6 Monate 350 US$. (Stand: Feb 2025)
Alle ausländischen Reisenden benötigen bei der Einreise einen Reisepass mit gültigem Visum. Für Deutsche und Österreicher ist dies erhältlich bei der
- Südsudanesischen Botschaft, Leipziger Platz 8, 10117 Berlin. Tel.: +49 30 206 445 90. Auch zuständig für Österreich. Geöffnet: Mo.-Fr. 10-12, 13.00-15.00. Preis: 100 US$ zum Tageskurs.
Südsudan hat in Genf eine offizielle Vertretung in der Schweiz akkreditiert:
- Ambassade de la République du Soudan du Sud, Ave de France 23, 1202 Genève. Tel.: +41227405736, E-Mail: mission.rss.geneve@hotmail.ch.
Anmeldung: Wer länger als 72 Stunden im Lande bleibt, muß sich beim Innenministerium in Juba innerhalb dieser Zeit anmelden, worüber ein Kärtchen ausgestellt wird, das bei der Ausreise vorzulegen ist, sonst kann man sich hohen Schmiergeldforderungen gegenüber sehen.
Zollbestimmungen
[Bearbeiten]Im Südsudan sind die Einfuhrbestimmungen noch nicht abschließend geregelt. Es muss deshalb bei der Einreise unter Umständen mit Einzelfallentscheidungen gerechnet werden. Privatreisende dürfen bis zu 10.000 US-Dollar steuer- und abgabenfrei einführen. Bei Überschreitung dieses Betrages fallen 10 % Zollgebühren und 15 % Steuer an.[1]
Flugzeug
[Bearbeiten]Zwischen Deutschland und dem Südsudan bestehen keine direkten Flugverbindungen. Eine Anreise mit dem Flugzeug ist mit Egyptair via Kairo, mit Ethiopian Airlines via Addis Abeba oder mit Kenya Airlines über Nairobi möglich.
Bei der Anreise mit Egyptair ist eine Übernachtung in Kairo in einem Transithotel im Flugpreis enthalten. Passagiere, die diese Übernachtung in Anspruch nehmen möchten, müssen sich in der Ankunftsebene des internationalen Flughafens Kairo am Transit-Desk melden. Hier erhalten sie die Gutscheine für die Übernachtung. Mit einem eigenen Shuttle geht es z. B. ins Novotel Kairo-Airport. Abendessen ist inklusive, ebenfalls der Shuttle-Service am nächsten Morgen zum Flughafen. Am Customer-Center erhält der Reisende seinen Pass zurück und kann den Weiterflug zum Flughafen Juba antreten.
Bahn
[Bearbeiten]Seit Einstellung des Zugverkehrs im Sudan, wird auch die Strecke nach Waru nicht mehr bedient.
Bus
[Bearbeiten]Innerhalb des Landes gibt es Busverbindungen zwischen der Hauptstadt und der Grenze zu Uganda bei Nimule. Ebenfalls gibt es Buslinien in die Imatong-Berge.
Auto/Motorrad/Fahrrad
[Bearbeiten]Sudan und Südsudan verhandeln seit 2017 über die Eröffnung von insgesamt zehn Grenzübergängen. Bis April 2018 wurden vier geplant, drei genauer festgelegt:
- Den Grenzfluß Bahr al-Arab überschreitet man bei 10°23'30.6" N, 25°24'55.2" O auf der Straße von Raja (Südsudan) nach Buram (Sudan).
- Zwischen Bentiu (Südsudan) und Heglig (هجليج; Sudan) bei 9°45'00.1" N, 29°32'08.3" O.
- Gut zehn Kilometer nördlich Geigar, bei 12°14'10.6" N, 32°45'41.6" O an der Straße, die parallel zum weißen Nil zwischen Renk (Südsudan) und Kusti (كوستي; Sudan) dann direkt nach Norden bis Khartoum verläuft.
Lediglich letzterer eröffnete bisher im Februar, er wurde aber schon im April 2018 wieder einmal geschlossen und Ende Juni geöffnet gemeldet. Ob und wann hier eine (dauerhafte) Durchreisemöglichkeit für Ausländer bestehen wird ist im Juli 2018 nicht absehbar und muß vor Ort erfragt werden.
Mobilität
[Bearbeiten]

Die Überlandstraßen sind überwiegend ausgebaut, weisen jedoch oftmals Straßenschäden auf. Viele Straßen, auch in der Hauptstadt Juba, sind “Dirt-Roads,” die oftmals von Felsen, Löchern und Wasser durchsetzt sind. Die Fahrt mit Fahrzeugen ist nur äußerst langsam und extrem vorsichtig möglich.
Innerhalb der Hauptstadt Juba sind lokale Kleinbusse im Einsatz, welche bestimmte Routen fahren. Fahrpläne hierfür gibt es nicht. Eine kostengünstige Möglichkeit individuell von Ort zu Ort gebracht zu werden, bieten die Motorrad-Taxis, welche an allen Verkehrsknotenpunkten bereitstehen. Es empfiehlt sich, über das Hotel einen Fahrer mit entsprechendem geländefähigem Fahrzeug tageweise anzumieten.
Sprache
[Bearbeiten]Amtssprache ist Englisch. Teilweise ist auch Arabisch (Juba-Arabisch) gebräuchlich. Daneben gibt es regional verbreitete Stammessprachen.
Aktivitäten
[Bearbeiten]Einkaufen
[Bearbeiten]Wechselkurse: 1 US$ = 641 „südsudanesische Pfunde“ (SSP; UN operational rate: 1 US$ = 651[2]). Die Zentralbank veröffentlicht offizielle Kurse.
„Kreditkarten (Mastercard/Visa) können in Dschuba in ausgewählten Geschäften, Hotels und Restaurants verwendet werden. Andere ausländische Bankkarten werden in Südsudan nicht akzeptiert. Bargeld, vorzugsweise in USD, sollte mitgeführt werden. USD-Noten sollten aktuell sein, ältere Scheine werden häufig zurückgewiesen. Bevorzugt werden 100 USD-Noten.“[3]
Da es sich bei den im Südsudan anzutreffenden Ausländern vor allem von Mitarbeiter von Hilfsorganisationen handelt, die über entsprechend dicke Spesenkonten verfügen, werden von Reisenden oft unangemessene Mondpreise verlangt.
Küche
[Bearbeiten]
Nachtleben
[Bearbeiten]Unterkunft
[Bearbeiten]Die größeren Städte bieten Unterkünfte aller Kategorien an. Ein 5-Sterne Haus entspricht allerdings höchstens einem 3*S-Hotel der deutschen Kategorie. Bessere Häuser bieten einen kostenfreien Zugang per WiFi ins Internet an.
Lernen und Studieren
[Bearbeiten]Feiertage
[Bearbeiten]Sicherheit
[Bearbeiten]
Das deutsche Auswärtige Amt hat eine Reisewarnung für den Südsudan erlassen. In der Hauptstadt Juba ist die Sicherheit gewährleistet. Übliche Vorsichtsmaßnahmen wie in anderen Städten der Welt sind angeraten. Bei Reisen über Land sollte das UNMISS konsultiert werden. Nimule an der Grenze zu Uganda, sowie der Nimule-Nationalpark kann als sicher eingestuft werden. Reisen in die nördlichen Provinzen sollten aufgrund der inner-Südsudanesischen Auseinandersetzungen vermieden werden.
„Das Fotografieren und Filmen im öffentlichen Raum ist nicht gestattet. Bei Verstößen ist mit hartem Vorgehen der Sicherheitskräfte zu rechnen. Professionelle Fotografen und Journalisten bedürfen einer gebührenpflichtigen Fotoerlaubnis der Media Authority.“
Gesundheit
[Bearbeiten]| Hilfe | |
| Notrufnummer(n) | 911 |
|---|---|
Tropenkrankheiten aller Art kommen vor.
Die teuren Platinum-Pakete einer Krankentransport-/Rettungsflug-Zusatzversicherung (normalerweise nur sehr bedingt von Auslandskrankenversicherungen abgedeckt) für Ostafrika von AMREF (2022: 30 Tage 16-80 US$) decken den Südsudan mit ab.
Klima und Reisezeit
[Bearbeiten]
Hohe Temperaturen und eine Regenzeit von April bis Oktober prägen das tropisch-feuchte Klima. In der Trockenzeit steigen die Temperaturen auf durchschnittlich 36 Grad Celsius am Tag und weit über 20 Grad Celsius in der Nacht. In der Regenzeit liegen die Temperaturen bei 30–33 Grad Celsius tagsüber und 21–23 Grad Celsius nachts. Die Luftfeuchtigkeit liegt dann bei 70–80 %. Die Häufigkeit und Intensität der Regenfälle nimmt von Süden nach Norden ab.
Regeln und Respekt
[Bearbeiten]Post und Telekommunikation
[Bearbeiten]In den Städten des Landes und an den wichtigsten Überlandstraßen ist ein gut ausgebautes Mobilfunknetz, auch mit schnellem Internet bis zu 3,7 G verfügbar.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]Auslandsvertretungen
[Bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten]Spezielle Reiseführer gibt es 2022 noch keine.
- Cormack, Zoe; Pieces of a nation: South Sudanese heritage and museum collections; Leiden 2021 (Sidestone Press); ISBN 978-94-6426-012-0
- Johnson, Hilde F.; South Sudan: the untold story; from independence to civil war; London 2016 (Tauris); ISBN 9781784536442
- Konopka, Torsten; Sudan und Südsudan; Paderborn 2018 (Ferdinand Schöningh), im Auftrag des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr
- Reinke, Sarah; Kein Blut für Öl!: westliche Konzerne und der Völkermord im Südsudan; Göttingen 2000
- Thomas, Edward; South Sudan: a slow liberation; London 2015 (Zed); ISBN 9781783604050
Landkarten
[Bearbeiten]- Sudan, South Sudan: Khartoum, Juba; map for businessmen & tourists; Budapest 2012 (Gizi), 1 zu 2,5 Mio.; ISBN 9786155010064
Weblinks
[Bearbeiten](Stand: Sep 2022)
- Reisebericht 2013
- Monitoring South Sudan (Nachrichtensammlung)
