Colorado
| Bundesstaat Colorado | |
| Hauptstadt | Denver |
|---|---|
| Einwohnerzahl | 5.773.714 (2020) |
| Fläche | 269.837 km² |
| Postleitzahl | |
| Vorwahl | |
| Webseite | www.colorado.gov |
| Social Media | |
Der Bundesstaat Colorado liegt in den USA in den Rocky Mountains und grenzt im Uhrzeigersinn an die Bundesstaaten Wyoming, Nebraska, Kansas, Oklahoma, New Mexico, Arizona und Utah.
Hintergrund
[Bearbeiten]1 Colorado ist benannt nach dem 1 Colorado River (spanisch: „der Gefärbte, der Rote“), dessen 2 Quelle des Colorado River sich im Bundesstaat in den 3 Rocky Mountains in der Nähe des 4 La Poudre Pass befindet. Diese bedecken rund 50 % der Fläche des Bundesstaats. In dieser Bergkette liegt der höchste Berg Colorados, der 4401 m hohe 5 Mount Elbert . Er gehört zu den 53 Bergen Colorados, die über 3900 Meter hoch sind. Der namensgebende Colorado River ist allerdings nicht der längste Fluss, sondern mit 3051 Kilometern der ebenfalls in Colorado entspringende 6 Rio Grande , dessen 7 Quelle des Rio Grande östlich des 4102 m hohen 8 Canby Mountain liegt. Der größte und tiefste See in Colorado ist der 9 Grand Lake mit einer Fläche von 2,05 km² und einer maximalen Tiefe von 119 Metern.
Geschichte
[Bearbeiten]Die ersten Siedler erreichten das heutige Colorado um 11000 vor Christus. Die von 750 bis 1200 nach Christus andauernde Pueblo-Periode ist dadurch gekennzeichnet, dass die indigenen Siedler ihre Wohnstätten in Felsen bauten (englisch: cliff dwellings) und diese zu Dörfern zusammenfassten.[1] Etwa um 550 nach Christus siedelten sich in der Gegend des späteren Mesa Verde National Parks die von den Navajos als Anasazi („die alten Feinde“ in der Sprache der Diné) bezeichneten indigenen Völker an und betrieben auf der Ebene des Tafelbergs Landwirtschaft. Um 1190 zogen einige in die Felsabris unterhalb der Felsüberhänge und nutzten diese als Wohnstätten.[2] Im dortigen 1 Cliff Palace wohnten über 200 Indigene. Es wird vermutet, dass eine lang anhaltende Dürreperiode zwischen 1276 und 1299 die Comanchen, Arapahoe und Anasazi aus der Gegend vertrieb, so dass ihre verlassenen Wohnstätten für mehr als 600 Jahre unentdeckt blieben.
Wahrscheinlich war Juan de Archuleta der erste Spanier, der zwischen 1641 und 1664 in einem Dorf namens 1 El Quartelejo (in der Gegend des heutigen 2 Pueblo ) auf indigene Pueblos stieß.[3]
Durch den Louisiana Purchase erhielten die USA am 30. April 1803 den Osten Colorados. Als Ergebnis des im Mai 1846 begonnenen Mexikanisch-Amerikanischen Krieges kam am 2. Februar 1848 der westliche Teil Colorados hinzu. Im Juni 1858 brach ein Goldrausch in den Rocky Mountains aus[4], durch den später Städte wie Denver entstanden (Gründung am 22. November 1858). Im Februar 1861 formte der US-Kongress das Colorado-Territorium. Am 29. November 1864 fand das 1 Sand Creek massacre zwischen den indigenen Cheyenne und Arapaho statt, am 1. August 1876 wurde Colorado zum 38. Bundesstaat der USA.
Klima, Flora und Fauna
[Bearbeiten]Das Klima ist in den Rocky Mountains alpin und in den flachen Regionen Colorados trocken-kontinental. Im Sommer ab Juni erreichen die durchschnittlichen Tagestemperaturen in den niedrigeren Lagen bis zu 35 °C, im Gebirge um die 25 °C. Typisch sind heftige Sommergewitter. Nachts kühlt es in den Höhenlagen stärker ab auf etwa 15 °C. Der Winter ab November ist besonders in den Bergen kalt und schneereich, die Tagestemperaturen liegen dort bei -18 °C bis -26 °C. Die günstigen Schneebedingungen haben zur Gründung von Wintersportorten wie Aspen oder Vail geführt.
Unter den mindestens 128 Säugeiterarten befinden sich als Großtiere Bisons, Dickhornschafe, Elche, Maultiertierhirsche, Schwarzbären und Wölfe. Zu den über 400 Vogelarten gehören Bergdrossel, Kanadakranich und zahlreiche Kolibris. Zu den mehr als 3200 Pflanzenarten zählen auch 71 Baumarten wie die Colorado-Blaufichte, Douglasie, Engelmann-Fichte, Gelb-Kiefer, Grannenkiefer, Wacholder und Zitterpappel. Die Baumgrenze liegt je nach Region zwischen 3000 und 3500 Metern. Alle 16 Gletscher befinden sich in der Bergkette der 10 Front Range , einem Teil der Rocky Mountains. Größter Gletscher in Colorado ist der 11 Arapaho Glacier mit einer Fläche von 15,8 Hektar.
Sprache
[Bearbeiten]Amtssprache und am meisten verbreitete Umgangssprache ist amerikanisches Englisch. Rund 22 % der Bevölkerung sprechen ausschließlich Spanisch.
Regionen
[Bearbeiten]Von den 64 Counties in Colorado sind touristisch relevant:

Orte
[Bearbeiten]- Denver – Hauptstadt und größte Stadt des Staats mit reichem kulturellen Angebot (Museen und Galerien, Musik, Theater)
- Aspen – Wintersportort (eines der bekanntesten Skigebiete der USA), großes Festival für klassische Musik; Sitz der Denkfabrik Aspen Institute
- Boulder – Sitz der University of Colorado, fast die Hälfte der Bevölkerung sind Studenten oder Universitätsangehörige, gilt als eine der lebenswertesten, gebildetsten, gesündesten und liberalsten Städte der USA mit lebendiger Kunst-, Musik- und LGBT-Szene
- 24 Colorado Springs – zweitgrößte Stadt in Colorado; Ausgangspunkt für Touren in die Front Range der Rocky Mountains und zum Garden of Gods, Bergzoo, Museen und Luftwaffenakademie
- 25 Durango , Tor zum Mesa Verde National Park, Abfahrtsort der historischen Durango & Silverton-Schmalspurbahn, archäologische Zeugnisse der „Korbmacher“-Kultur (frühe Phase der Anasazi)
- Golden – westlicher Vorort von Denver, am Fuße des Vorgebirges, hier sitzt eine der größten Brauereien der USA
- 26 Grand Junction
- 27 Lakewood – westlicher Vorort von Denver
- 28 Loveland
- Pueblo
- 29 Vail - weiterer Wintersportort
- 30 Winter Park - erst im August 1978 gegründeter Wintersportort.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Nationalparks
[Bearbeiten]
In Colorado gibt es vier Nationalparks:
Sonstige Schutzgebiete
[Bearbeiten]- 16 Bent's Old Fort National Historic Site
- 17 Colorado National Monument
- 18 Curecanti National Recreation Area
- 19 Dinosaur National Monument
- 20 Florissant Fossil Beds National Monument
- 21 Garden of the Gods
- 22 Granada War Relocation Center
- 23 Hovenweep National Monument
- 24 Sand Creek Massacre National Historic Site
- 25 Yucca House National Monument .
Bergpässe
[Bearbeiten]Einige Bergpässe über die Rocky Mountains in Ost-West-Richtung bieten spektakuläre Ausblicke auf die Umgebung und sind über serpentinenreiche Panoramastraßen zu erreichen:
- Der Interstate
verläuft von Denver in westlicher Richtung auf einer 256 km langen Gebirgsstrecke in engen Schluchten und durch Tunnels durch die Rocky Mountains. Der I-70 führt zum Wintersportort Vail und weiter durch den 21 km langen 26 Glenwood Canyon , einer Felsschlucht, in der sich der Highway, eine zweispurige Eisenbahn und der Colorado River hindurch schlängeln, die Felswände bis an den Fahrbahnrand heranreichen und die Gegenspur auf einer anderen Ebene entlangführt. Es folgt der 2725 m lange und 3401 m hoch gelegene 1 Eisenhower Tunnel , der am 8. März 1973 eröffnet wurde. - Der 27 Independence Pass des Colorado State Highway
ist 3686 m hoch und bietet ab 31 Glenwood Springs atemberaubende Blicke auf die auch im Sommer schneebedeckten Höhen. - Der U.S. Highway
überschreitet die Front Range und damit die nordamerikanische kontinentale Wasserscheide über den 3655 m hohen 28 Loveland Pass . - Der 2 Million Dollar Highway ist ein spektakulärer, 38 km langer und kurvenreicher Teilabschnitt mit gefährlichen Steilabhängen des U.S. Highway
zwischen 32 Ouray und 33 Silverton . - Der Fernzug California Zephyr fährt von Denver kommend durch den 9,92 km langen und 2816 m hoch gelegenen 2 Moffat Tunnel , der am 26. Februar 1928 eröffnet wurde. Nächster Bahnhof nach dem Tunnel ist 3 Winter Park Resort .
In allen Fällen handelt es sich um sehenswerte Bergpässe über oder durch die Rocky Mountains.
Anreise
[Bearbeiten]Mit dem Flugzeug
[Bearbeiten]Der mit Abstand größte Flughafen des Staats ist der 4 Denver International Airport (IATA: DEN) , einer der größten Flughäfen der USA, der sowohl direkt aus Europa als auch mit United, Southwest oder Frontier Airlines aus allen Teilen des Landes erreichbar ist.
Ein weiterer größerer Flughafen ist der 5 Colorado Springs Airport (IATA: COS) . Kleinere Flughäfen mit Linienverkehr sind 6 Grand Junction Regional Airport (IATA: GJT) , 7 Aspen Airport , 8 Durango–La Plata County Airport (IATA: DRO) und der 9 Eagle County Regional Airport (IATA: EGE) .
Mit der Bahn
[Bearbeiten]Durch Colorado führen zwei Fernbahnlinien der Amtrak: Der California Zephyr (Chicago–Denver–Emeryville bei San Francisco) fährt in ost-westlicher Richtung oder umgekehrt mitten durch Colorado und hält außer in Denver u. a. in 34 Granby am Rocky Mountain National Park und Glenwood Springs in der Nähe des Wintersportorts Aspen. Der Southwest Chief (Chicago–Kansas City–Los Angeles) führt nur ein kleines Stück durch den Südosten von Colorado mit Halt in 35 La Junta und 36 Trinidad .
Mit dem Auto
[Bearbeiten]In West-Ost-Richtung verläuft der Interstate
über 37 Burlington und Denver nach Grand Junction , in Nord-Süd-Richtung der
über 38 Colorado City und Fort Collins und der
von 39 Julesburg nach Denver sowie zwei Nebenstrecken
und
.
Ausflüge
[Bearbeiten]Im äußersten Südwesten befindet sich das 3 Four Corners Monument . Es zeigt die einzige Stelle in den USA an, wo vier Bundesstaaten aufeinander treffen, und zwar außer Colorado auch Arizona, New Mexico und Utah.
Aktivitäten
[Bearbeiten]- Wandern und Klettern in den Rocky Mountains
- Aspen, Vail und Winter Park sind die bekanntesten Skigebiete in den USA. Ein weiteres größeres Skigebiet gibt es bei 40 Steamboat Springs im Nordwesten von Colorado. Kleinere Skigebiete findet man entlang der Rocky Mountains in der ganzen Westhälfte des Bundesstaats.
Küche
[Bearbeiten]In Colorado wird – neben der allgegenwärtigen Fast-Food- und Finger-Food-Gastronomie – auch die Rocky Mountain cuisine angeboten. Wesentliche Gerichte sind Bison-Fleisch (als Steaks oder Burger), frittierte Stierhoden (englisch: Rocky Mountain Oysters), Cheeseburger in Chili-Soße (englisch: Sloppers), Forelle (englisch: Rainbow Trout) und das Denver-Omelette mit Speck und Paprika. Einen überregionalen Ruf genießt das im November 1893 eröffnete legendäre Steakhaus 1 Buckhorn Exchange (1000 Osage St, Denver), dem ältesten Restaurant in Denver.
Nachtleben
[Bearbeiten]Ein ausgeprägtes Nachtleben gibt es in Denver und den Ski-Orten Aspen und Vail.
Unterkunft
[Bearbeiten]Colorado ist ein ausgesprochenes Touristenziel, so dass hier ausreichend Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auch zur Hauptsaison zur Verfügung stehen. Der Rocky Mountain-Nationalpark ist einer der wenigen größeren Schutzgebiete der USA, die über keine parkeigene Lodge verfügen. Die Webseite Booking.com listet anstatt dessen insgesamt 798 Hotels/Lodges/Motels in der Umgebung des Parks auf, insbesondere in 41 Estes Park (429), Granby (186), 42 Grand Lake (118) und Loveland (65).
Sicherheit
[Bearbeiten]Siehe auch: Sicher reisen
Die Kriminalität ist in Colorado höher als im US-Durchschnitt, wobei Colorado nach Louisiana als der zweitgefährlichste Bundesstaat der USA rangiert. Konkret werden 476 Gewalttaten pro 100000 Einwohner verübt, die Quote für Vermögensdelikte liegt gar bei 2593/100000. Touristen sind naturgemäß häufige Tatopfer, so dass insbesondere in den Städten auf eine hohe Aufmerksamkeit und Eigensicherung Wert zu legen ist.
Die Gefahr von Wildwechseln ist für Autofahrer und Wanderer besonders in abgelegenen Regionen und den Schutzgebieten sehr hoch.
Gesundheit
[Bearbeiten]Colorado war der erste US-Bundesstaat, der im November 2012 Marihuana legalisiert hat; zunächst nur zum medizinischen Gebrauch, seit 2014 aber auch zu „Erholungszwecken“, d. h. als Genussmittel. Seither hat sich der Staat zum Zentrum der amerikanischen Cannabisproduktion und zum Ziel eines regelrechten „Kiffer-Tourismus“ aus Landesteilen mit strengeren Gesetzen entwickelt. Besonders in Denver ist der Geruch häufig wahrzunehmen.
Literatur
[Bearbeiten]- Amy Balfour, Lonely Planet Reiseführer USA: Westen, MairDumont, 2012, S. 271 ff.; ISBN 978-3829723336.
Weblinks
[Bearbeiten]- www.colorado.gov (en) – Offizielle Webseite von Colorado
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Carl Ubbelohde/Maxine Benson/Duane A. Smith, A Colorado History, Pruett Publishing Company, 2006, S. 4
- ↑ Caroline Arnold, The Ancient Cliff Dwellers of Mesa Verde, Houghton Mifflin Harcourt, 1992, S. 4 ff.
- ↑ Carl Ubbelohde/Maxine Benson/Duane A. Smith, A Colorado History, Pruett Publishing Company, 2006, S. 13
- ↑ Thomas J. Noel, Colorado: A Historical Atlas, University of Oklahoma, 2015, S. 97

