Kerala

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Aus Wikivoyage
Kerala
HauptstadtThiruvananthapuram
Einwohnerzahl34.523.726 (2017)
Fläche38.863 km²
Webseitekerala.gov.in
DelhiGoaDadra und Nagar HaveliTamil NaduKeralaAndhra PradeshTelanganaArunachal PradeshAssamBiharChhattisgarhGujaratHaryanaHimachal PradeshJammu und KashmirJharkhandKarnatakaMadhya PradeshMaharashtraManipurMeghalayaMizoramNagalandOdishaPunjabRajasthanSikkimTripuraUttarakhandUttar PradeshWestbengalenAndamanen und NikobarenLakshadweepMaledivenSri LankaIndonesienAfghanistanNepalBhutanBangladeschPakistanChinaMyanmarThailandTadschikistanKerala in India (claimed and disputed hatched).svg
Über dieses Bild

Kerala ist ein indischer Bundesstaat an der Westküste Südindiens.

Hintergrund[Bearbeiten]

Szene in den Backwaters

Der indische Bundesstat Kerala erstreckt sich von Nord nach Süd auf rund 600 km Länge zwischen dem Bundesstaat Karnataka im Norden fast bis zur Südspitze des Subkontinents am Kap Komorin. Die Berge der Westghats trennen Kerala von Tamil Nadu, und die Malabar-Küste bildet die natürliche Grenze zum Arabischen Meer. Das langgestreckte Bundesland ist dicht besiedelt, seine fruchtbaren Ebenen ermöglichen bis zu drei Reisernten im Jahr. Zwischen Kochi im Norden und Kollam im Süden erstreckt sich ein weit verzweigtes System von Seen, Flüssen, Kanälen und Lagunen. Diese Gewässer bilden die Backwaters. Sie werden intensiv landwirtschaftlich genutzt, dienen als Verkehrswege, auf denen Lastkähne und Hausboote verkehren. Auch der Tourismus hat diese malerische Landschaft für sich entdeckt.

Geschichte[Bearbeiten]

Vasco da Gama beim Zamorin von Calicut (historistisches Gemälde von Veloso Salgado, 1898)
Traditionelle Fischernetze in Kochi

Die Malabarküste, an der Kerala liegt, wurde im Europa der frühen Neuzeit „Pfefferküste“ genannt, da Calicut (das heutige Kozhikode) ein wichtiges Zentrum des Gewürzhandels war. Im Jahr 1498 landete Vasco da Gama hier, der das Gewürzmonopol der Araber brechen wollte. In der Folgezeit gründeten die Portugiesen entlang der Malabarküste mehrere Kolonien (Cochin oder „Neu-Goa“, Kollam=Coulão, Kannur=Cannanore, Calicut und Kodungallur=Cranganore). Das Hinterland wurde aber weiter von einheimischen Herrschern, den Zamorinen von Calicut beherrscht. Ab 1603 versuchte die Niederländische Ostindien-Kompagnie im Verein mit den Zamorinen, die Portugiesen, deren Macht im Niedergang begriffen war, von der Malabarküste zu vertreiben, was bis 1663 letztendlich auch gelang. Bis ins 18. Jahrhundert blieben die Niederländer die wichtigste europäische Macht in der Region. Zugleich schlossen aber auch die Briten Handelsabkommen mit den Zamorinen, gründeten Niederlassungen und gewannen zunehmend an Einfluss. Nach der Invasion des benachbarten Fürstenstaats Mysore in den 1760er Jahren schwand der Einfluss der Niederländer endgültig und die Briten etablierten sich als einzige Kolonialmacht und gliederten Malabar 1802 in die Präsidentschaft Madras ein. Das südliche Travancore blieb jedoch ein autonomer Fürstenstaat unter britischem Protektorat.

Vorläufer von Kerala waren die beiden Fürstenstaaten Travancore und Cochin, die sich 1947 der in die Unabhängigkeit entlassenen Indischen Union anschlossen und 1949 zu einer Föderation vereinigten. Im Jahr 1956 wurden die Grenzen des Staats noch einmal geändert, um alle Gebiete zu vereinigen, in denen mehrheitlich Malayalam gesprochen wird. Fast 97 % der Keralesen sprechen diese Sprache. Seither heißt der Bundesstaat Kerala. Ausgenommen wurde lediglich die ehemalige französische Kolonie Mahé, in der zwar auch ganz überwiegend Malayalam gesprochen wird, die aber dem Unionsterritorium Puducherry zugeordnet wurde. Da Mahé vollständig von Kerala umgeben ist, geographisch hingegen nicht mit den übrigen Teilen Puducherrys verbunden ist, wird es dennoch mit in diesem Reiseführer abgehandelt.

Religion[Bearbeiten]

Während fast alle Keralesen die gleiche Muttersprache haben, ist die Bevölkerung in religiöser Hinsicht sehr divers. 55 % sind Hindus, 27 % Muslime (vor allem im nördlichen Teil, als Erbe der einst hier ansässigen arabischen und persischen Händler) und 18 % Christen (vor allem im zentralen Teil, Distrikte Kottayam und Ernakulam). Letztere sehen sich in der Tradition des heiligen Thomas, der das Christentum Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. nach Indien gebracht haben soll. Sie feiern ihre Gottesdienste nach ähnlichen Riten wie die orientalischen Christen in Syrien und dem Irak. Ein großer Teil ist mit der römisch-katholischen Kirche uniert, erkennt also den Papst als Oberhaupt an, ein anderer Teil steht in Kommuniongemeinschaft mit der anglikanischen Kirche. Zusätzlich gibt es in Kerala auch „richtige“ Anglikaner und Katholiken des lateinischen (westeuropäischen) Ritus.

Soziales[Bearbeiten]

Obwohl Kerala wirtschaftlich nicht besonders stark ist, gilt es in Fragen der sozialen Entwicklung als der Musterstaat Indiens. Alphabetisierungsrate, Lebenserwartung, Säuglingssterblichkeit und Geburtenziffer sind schon fast auf dem Niveau der „Ersten Welt“. Auch ist die Benachteiligung von Frauen viel weniger stark ausgeprägt als in anderen Teilen Indiens. Laut Transparency International ist Kerala auch der indische Bundesstaat mit der geringsten Korruption.

Orte[Bearbeiten]

Kerala (reinzoomen für Details, rauszoomen für ganz Indien)
  • 1 Kannur wikivoyagewikipediacommonswikidata Seit dem Mittelalter wichtiger Hafen für den Überseehandel, später portugiesischer, dann niederländischer Stützpunkt
  • 2 Kozhikode internet wikivoyagewikipediacommonswikidata (früher: Calicut) Historische Hauptstadt Malabars und Residenz der Zamorine
  • 3 Thrissur internet wikipediacommonswikidata
  • 4 Kodungallur wikivoyagewikipediacommonswikidata
  • 5 Kochi internet wikipediacommonswikidata (früher: Cochin) Zweitgrößte Stadt Keralas; einstiger Fürstensitz, erst portugiesische, dann niederländische Kolonie; im Vorort Ernakulam Sitz des Großerzbistums der syro-malabarischen Kirche und eines römisch-katholischen Erzbistums
  • 6 Alappuzha internet wikivoyagewikipediacommonswikidata
  • 7 Kottayam internet wikivoyagewikipediacommonswikidata Zentrum der keralesischen Christen: Sitz des Katholikos der indisch-orthodoxen Kirche und des Bistums der anglikanischen Church of South India
  • 8 Kollam internet wikivoyagewikipediacommonswikidata
  • 9 Thiruvananthapuram internet wikivoyagewikipediacommonswikidata (früher: Trivandrum) Hauptstadt Keralas
  • 10 Kovalam wikipediacommonswikidata Bekannter Badeort an der Westküste
  • 11 Palakkad wikivoyagewikipediacommonswikidata
  • 12 Agali Hills wikipediawikidata

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Elefanten im Periyar-Wildtierreservat

Hintergrund[Bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Malayalam. Die Englischkenntnisse sind im indischen Vergleich leicht überdurchschnittlich. Der Anteil der Englischsprecher wird mit 32 % beziffert.

Anreise[Bearbeiten]

Begrüßung im Hafen von Cochin

Aus Deutschland ist der 1 Flughafen Kochi internet wikipediacommonswikidata (IATA: COK) per Umstieg im Nahen Osten mit einigen arabischen Fluglinien zu erreichen. Weitere nennenswerte Flughäfen sind der 2 Flughafen Trivandrum wikipediacommonswikidata (IATA: TRV) und der 3 Flughafen Kozhikode wikipediacommonswikidata (IATA: CCJ), die beide auch von internationalen Verbindungen aus den Golfstaaten erreicht werden.

Mit dem Zug kann man von Bengaluru (Bundesstaat Karnataka), Salem, Erode, Tiruppur und Coimbatore (Tamil Nadu) sowie Margao (Goa) und Mangaluru (Karnataka) nach Kerala reisen. Aus Richtung Mysore kommend muss man entweder über Bengaluru oder Magaluru fahren. Aus Richtung Madurai gibt es eine Verbindung über Nagercoil in den Süden und eine über Erode ins Zentrum Keralas.

Der Hafen von Kochi ist das Ziel von Kreuzfahrtschiffen.

Mobilität[Bearbeiten]

An der gesamten Küste Keralas entlang gibt es eine Eisenbahnlinie: Mangaluru – Kasaragod – Kannur – Mahé – Kozhikode – Tirur – Shoranur – Thrissur – Ernakulam (bei Kochi) – Alapphuzha – Kollam – Thiruvananthapuram. Bei Shoranur zweigt die Bahnlinie über Palakkad Richtung Coimbatore ab, sodass es auch direkte Zugverbindungen zwischen Ernakulam bzw. Kozhikode und Palakkad gibt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hausboot in den Backwaters von Kerala
Basilika Santa Cruz im historischen Fort Cochin (Kochi)

Die Hauptsehenswürdigkeit sind die 20 Kerala Backwaters wikivoyagewikipediacommonswikidata, auf denen Bootstouren von einigen Stunden bis zu mehreren Tagen mit Hausbooten unternommen werden können. Kerala beherbergt außerdem einige interessante Nationalparks wie den Periyar-Nationalpark internet wikipediacommonswikidata, den Eravikulam-Nationalpark internet wikivoyagewikipediacommonswikidata und das 21 Kumarakom-Vogelschutzgebiet wikipediacommonswikidata . In den Bergen der Westghats, z.B. um Munnar, sind außerdem eindrückliche Teeplantagen zu bestaunen.

Die geschichtsreiche Stadt Kochi mit Überresten des portugiesischen Forts aus dem 16. Jahrhundert (mit dem Grab Vasco da Gamas), dem ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammenden Palast der Rajas und verschiedenen Tempeln und Kirchen ist einer der sehenswertesten Orte Südindiens. Weitere sehenswerte Städte mit historischem Erbe sind Kannur (historische Hafenstadt mit Ruinen des portugiesischen Forts), Mahé, Kozhikode, Trichur, Kottayam, Kollam und natürlich die Hauptstadt Thiruvananthapuram mit dem Padmanabhaswamy-Tempel.

Eine weitere Natursehenswürdigkeit sind die Steilküsten von Varkala nördlich von Thiruvananthapuram mit dem davorliegenden 1 Varkala-Strand wikipediacommonswikidata.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Kostümierter Theyyam-Darsteller
  • Bootsrennen mit Riesenkanus (Vallam Kali) wikipediacommonswikidata. Serie von Kanurennen mit jeweils um die 100 Paddlern pro Boot.
  • Theyyam (तेय्यम्) wikipediacommonswikidata. Einzigartiges rituelles Tanztheater der Hindus im Norden Keralas.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Kochi Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez    
Mittlere höchste Lufttemperatur in °C 30.5 30.6 31.1 31.4 30.8 29.0 28.1 28.0 28.3 29.1 29.8 30.3 Ø 29.8
Mittlere tiefste Lufttemperatur in °C 23.1 24.2 25.6 25.9 25.7 23.9 23.7 23.9 24.1 24.1 24.1 23.4 Ø 24.3
Regentage im Monat 2 2 4 9 14 25 25 21 16 16 11 4 Σ 149

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Flag of India.svg
Regionen: Nordindien • Zentralindien • Westliches Indien • Südindien • Ostindien • Nordostindien
Bundesstaaten/
Unionsterritorien:
Andamanen und Nikobaren (UT) • Andhra Pradesh • Arunachal Pradesh • Assam • Bihar • Chandigarh (UT) • Chhattisgarh • Dadra und Nagar Haveli und Daman und Diu (UT) • Delhi (UT) • Goa • Gujarat • Haryana • Himachal Pradesh • Jammu und Kashmir (UT) • Jharkhand • Karnataka • Kerala • Ladakh (UT) • Lakshadweep (UT) • Madhya Pradesh • Maharashtra • Manipur • Meghalaya • Mizoram • Nagaland • Odisha • Puducherry (UT) • Punjab • Rajasthan • Sikkim • Tamil Nadu • Telangana • Tripura • Uttar Pradesh • Uttarakhand • Westbengalen
Städte: Agra • Ahmedabad • Bengaluru • Bhopal • Chennai • Delhi • Faridabad • Ghaziabad • Hyderabad • Indore • Jaipur • Kanpur • Kolkata • Lucknow • Ludhiana • Mumbai • Nagpur • Nashik • Patna • Pimpri-Chinchwad • Pune • Surat • Thane • Vadodara • Visakhapatnam
Themen: Welterbe in Indien UNESCO-Welterbe • Flughäfen in Indien • Schmalspurbahnen in Indien • Indrail Pass
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