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Karpatenvorland

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Karpatenvorland
Karte von Karpatenvorland

Die Woiwodschaft Karpatenvorland (polnisch: Województwo podkarpackie, IPA: [vɔjɛˈvut͡stfɔ pɔtkarˈpatskʲɛ]) liegt im südöstlichen Polen mit der Hauptstadt in Rzeszów. Bis auf die Hauptstadt gibt es keine weiteren Großstädte. Die Woiwodschaft grenzt im Osten an die Ukraine, im Süden an die Slowakei, im Westen an die Woiwodschaft Kleinpolen und im Norden an die Woiwodschaften Lublin und Heiligkreuz. Das Karpatenvorland ist, wie der Name vermuten lässt, durch die Karpaten, insbesonder die Waldkarpaten, geprägt. Der Norden der Woiwodschaft reicht bis zur Weichsel, wo es an einen Anteil am Sandomirer Becken hat.

In dieser Region findet man zahlreiche Renaissance-Schlösser polnischer Magnaten, barocke römisch- und griechisch-katholische Kirchen, prächtige Holzkirchen in den Bergtälern, Burgruinen, Zeugen jüdischen und lemkischen Lebens sowie wunderschöne wilde Gebirgszüge. Barocke Lebenslust paart sich mit K.-und-K.-Romantik des alten Galizien und Lodomerien, der brave Soldat Schwejk lässt aus Sanok grüßen. Gute Wassersportmöglichkeiten (Kajaken, Baden, Segeln, Tauchen) gibt es an den großen Stauseen sowie den Flüssen. Die Kajakroute entlang des San ist sehr abwechslungsreich. Wintersport kann in den Beskiden getrieben werden. In den Bieszczady, die auf dem Woiwodschaftsgebiet mit der Tarnica eine Höhe von über 1.300 Höhenmeter erreichen, kommen Wanderer und Wintersportler auf ihre Kosten. Das hügelreiche Karpatenvorland hat seinen eigenen Charme. Insbesondere die Woiwodschaftshauptstadt und Universitätsstadt Rzeszów bietet ein interessantes Kulturprogramm. Die Region wird oft als polnisches Piemont bezeichnet.

Regionen[Bearbeiten]

Der Name Karpatenvorland leitet sich von dem Gebirgszug ab. Die geographische Region Karpatenvorland nimmt jedoch nur einen Teil der Woiwodschaft ein und liegt auch außerhalb dieser in Schlesien und Kleinpolen, ist also nicht deckungsgleich mit dieser.

Den Großteil der Woiwodschaft macht der Östliche Teil des historischen Kleinpolens aus. Im Osten gehören auch Teile der historischen Region Rote Burgen zur Woiwodschaft Karpatenvorland.

Die Woiwodschaft Karpatenvorland besteht aus mehreren Regionen und kann grob in vier Teile unterteilt werden. Im Süden liegen die Gebirgszüge der Waldkarpaten und der Niederen Beskiden, die zu den Ostbeskiden gezählt werden. Nördlich daran schließt sich das Karpatenvorland an. Im Nordosten am unteren San befinden sich die Roten Burgen. Der Nordwesten ist ein historischer Teil Kleinpolens im fruchtbaren Sandomirer Becken.

  • Im Nordwesten erstreckt sich des Sandomirer Becken von der Weichsel bis an den Nordrand der Gebirgszüge. Das fruchtbare und sonnenverwöhnte Gebiet wird zum Obst- und Gemüse- sowie immer mehr auch wieder zum Weinanbau genutzt. Gleichzeitig ist die Region an der mittelalterlichen Handelsstraße von Krakau nach Kiew die bevölkerungsreichste der Woiwodschaft.
  • Im äußersten Nordosten an der Grenze zur Woiwodschaft Lublin hat die Woiwodschaft Anteil am Hügelzug des Roztocze, in dem die Tanew entspringt.
  • Östlich daran schließen sich die Roten Burgen, eine geschichtsträchtige Region um die alte Stadt Przemyśl im unteren Santal, das im Hochmittelalter zwischen Polen und der Kiewer Rus umkämpft war.
  • Südlich des Sandomirer Beckens und der Roten Burgen liegt das Karpatenvorland mit seiner malerischen Hügellandschaft um das zentral gelegene fruchtbare Jasło-Krosno-Becken.
  • Südlich des Karpatenvorland befinden sich die Karpaten, deren Hauptkamm die Grenze zur Slowakei bildet.
    • Im Südwesten liegen die Niederen Beskiden mit dem Magura, die bereits teilweise in der Woiwodschaft Kleinpolen liegen.
    • Im Südosten schließen sich die Waldkarpaten mit den Bieszczady an, die bis in das Dreiländereck zur Slowakei und Ukraine reichen.

Orte[Bearbeiten]

Sandomirer Becken[Bearbeiten]

Roztocze[Bearbeiten]

Rote Burgen[Bearbeiten]

Ciężkowice-Gebirge[Bearbeiten]

Strzyżów-Gebirge[Bearbeiten]

Jasło-Krosno-Becken[Bearbeiten]

Jasło-Gebirge[Bearbeiten]

  • 40 Jasło Website dieser Einrichtung Jasło in der Enzyklopädie Wikipedia Jasło im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsJasło (Q848983) in der Datenbank Wikidata
  • 41 Dukla Website dieser Einrichtung Dukla in der Enzyklopädie Wikipedia Dukla im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDukla (Q336386) in der Datenbank Wikidata

Rzeszów-Gebirge[Bearbeiten]

Dynów-Gebirge[Bearbeiten]

Buków-Gebirge[Bearbeiten]

Bukowica-Kamm[Bearbeiten]

Przemyśl-Gebirge[Bearbeiten]

Saana-Berge[Bearbeiten]

Sanok-Turkaer Gebirge[Bearbeiten]

Niedere Beskiden[Bearbeiten]

Bieszczady[Bearbeiten]

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Nationalpark Bieszczady
Gebirgsbach Wetlina
  • Die 1 Sandomirer Heide Sandomirer Heide in der Enzyklopädie Wikipedia Sandomirer Heide im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSandomirer Heide (Q7416444) in der Datenbank Wikidata liegt im Norden der Woiwodschaft im Sandomirer Becken südlich der Weichsel.
  • Die 2 Janów-Heide Janów-Heide in der Enzyklopädie Wikipedia Janów-Heide im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsJanów-Heide (Q11753089) in der Datenbank Wikidata liegt im Norden der Woiwodschaft im Sandomirer Becken nördlich des San an der Grenze zur Woiwodschaft Lublin.

Nationalparks[Bearbeiten]

  • Der 3 Nationalpark Bieszczady Website dieser Einrichtung Nationalpark Bieszczady in der Enzyklopädie Wikipedia Nationalpark Bieszczady im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNationalpark Bieszczady (Q613888) in der Datenbank Wikidata wurde im Süden der Waldkarpaten 1973 eingerichtet. Der Nationalpark hat eine Fläche von 29.000 Hektar. Er ist damit der größte polnische Gebirgs-Nationalpark. In der teilweise menschenleeren Region haben viele seltene Tiere ihr Rückzugsgebiet, es gibt hier auch Wölfe und Bären. Durch den Park führen einige ausgewiesene Wanderwege. Am Rande des Nationalparks gibt es einige Unterkünfte. Im 650 Meter hoch gelegenen Ort Ustrzyki Górne hat die Verwaltung des Nationalparks ihren Sitz, hier laufen einige der schönsten Wanderwege zusammen.
  • der 4 Nationalpark Magura Website dieser Einrichtung Nationalpark Magura in der Enzyklopädie Wikipedia Nationalpark Magura im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsNationalpark Magura (Q622777) in der Datenbank Wikidata liegt im südöstlichen Teil des Landes in den Niederen Beskiden, an der Grenze zur Slowakei. Er liegt im Gebiet der Woiwodschaften Karpatenvorland und Kleinpolen. Die Landschaft des Parks ist typisch für die Landschaft der Niederen Beskiden mit ihren mittleren und niederen Bergen. Hauptteil des Parks ist der Magura Watkowska-Rücken mit dem Watkowa-Gipfel (847 m). Seine Nordhänge sind zerschnitten von den Bächen Bednarka und Klopotnica. Der östliche Teil der Magura bildet eine Reihe einzelner Bergsattel getrennt durch Bachtäler und tiefe Gebirgspässe. Im Park befindet sich das Quellgebiet der Wisłok. 137 Vogelarten sind hier vertreten, darunter viele seltene und bedrohte Arten, wie der Steinadler, der Schreiadler, der Uhu und der Wespenbussard, sowie schwarzer Storch, Uraleule und Weißrückenspecht. Es leben hier 35 Säugetierarten, darunter der Braunbär, der Luchs, die Wildkatze, der Wolf und der Otter, Feuersalamander, Molche, Bergunke, Kreuzotter, Schlingnatter und Ringelnatter. Die älteste Spur menschlichen Lebens in diesem Teil der Niederen Beskiden sind die Überreste einer ansehnlichen frühmittelalterlichen Burg auf dem Berg Walik am Fuß der Magura Watkowska. Sie gehörte zu einer Kette von mittelalterlichen Burgen im südöstlichen Grenzland von Wislanen. Schmuck der Landschaft sind die griechisch-orthodoxen Kirchen des Volkes der Lemken. Beachtung verdienen ebenfalls die weitgehend vergessenen und zerfallenen Friedhöfe aus dem I. Weltkrieg, mit den Überresten Tausender von nach dem Tode vereinigten Feinden. Tragische Gedenkstätte des Zweiten Weltkrieges ist ein Friedhof mit 1250 Opfern jüdischer Herkunft, die von den Nazis im Jahre 1942 auf dem Halbow-Pass ermordet wurden.

Kajak- bzw. Hausbootwanderwege[Bearbeiten]

San von der Burg Sobień

Seen[Bearbeiten]

Solina-Stausee
  • der 1 Stausee Solina Stausee Solina in der Enzyklopädie Wikipedia Stausee Solina im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsStausee Solina (Q1760896) in der Datenbank Wikidata wurde 1968 angelegt und hat eine Fläche von 2200 Hektar. Am Meer der Bieszczady bieten sich Möglichkeiten zum Surfen und für andere Wassersportarten. Die beliebtesten Ferienorte am Rande des Sees sind Solina und Polańczyk. Dort gibt es eine große Zahl von Hotels, Pensionen, Erholungszentren und Privatquartieren.
  • der 2 Stausee Myczkowce Stausee Myczkowce in der Enzyklopädie Wikipedia Stausee Myczkowce im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsStausee Myczkowce (Q11726770) in der Datenbank Wikidata wurde 1925 angelegt und liegt unterhalb des Stausees Solina am San. Am See bieten sich Möglichkeiten zum Wassersportart. Zentraler Ort ist Myczkowce.
  • der 3 Stausee Sieniawa Stausee Sieniawa in der Enzyklopädie Wikipedia Stausee Sieniawa im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsStausee Sieniawa (Q11726770) in der Datenbank Wikidata wurde 1978 angelegt und hat eine Fläche von 1300 Hektar. Am See bieten sich Möglichkeiten zum Wassersportart. Zentraler Ort ist Sieniawa.

Hintergrund[Bearbeiten]

Weintage in Jasło 2013...
... und 2015

Die Woiwodschaft Karpatenvorland ist 1999 als neue Woiwodschaft entstanden.

Ihr Gebiet war in der polnischen Adelsrepublik Bestandteil Kleinpolens im Westen bzw. der Roten Burgen im Osten. In der frühen Neuzeit errichteten große Magnatenfamilien hier ihre Schlösser und Paläste. Die Gegend lag günstig an der Handelsstraße von Krakau nach Lemberg und weiter auf der Seidenstraße nach Asien. Przemyśl am San gehört zu den ältesten Städten Polens. In den Waldkarpaten siedelten die orthodoxen Lemken und Bojken. In den Städten lebten Polen, Juden (hier entstand die Glaubensrichtung der Chassiden), Armenier, Deutsche und Italiener zusammen.

Nach der ersten polnischen Teilung 1772 kam Karpatenvorland als Teil Galiziens zu Österreich. Im 19. Jahrhundert wurde hier zum ersten mal auf der Welt Erdöl gefördert, dessen Weiterverarbeitung ein polnischer Apotheker aus Lemberg erfunden hatte. Im Ersten Weltkrieg wurden hier blutige Schlachten geschlagen, als die russische Armee 1914/15 versuchte über die Waldkarpaten nach Ungarn einzumarschieren. 1918 kam die Region wieder an Polen und in Mielec und Rzeszów wurde die polnische Luftfahrtindustrie angesiedelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Waldkarpaten in der Aktion Weichsel entvölkert und der Stausee Solina angelegt.

Seit den 1980er Jahren entwickelte sich der Weinbau wieder in der Region. Mittlerweile ist das Karpatenvorland wieder Polens wichtigste Weinanbauregion, inbesondere das warme und sonnenverwöhnte Sanoker Flachland bzw. Jasło-Krosno-Becken mit seinem angrenzenden fruchtbaren Hügelland.

Sprache[Bearbeiten]

Polnisch ist die Amts- und Umgangssprache. Man spricht Polnisch mit kleinpolnischem Dialekt, in den Bergen auch mit goralischem Dialekt. Für viele Polen außerhalb der Region hören sich die örtlichen Dialekte wie Singen an. Im Karpatenvorland sind die Fremdsprachenkenntnisse der Bevölkerung gut. Fast alle jüngeren Bewohner sprechen sehr gut oder gut Englisch. Und schließlich ist das Polnische nicht so schwer zu erlernen, wie man vielleicht zunächst meint.

Anreise[Bearbeiten]

Die Anreise empfiehlt sich mit dem Flugzeug, PKW, Bus oder der Bahn.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Mit dem Flugzeug kann man von Deutschland, Österreich und der Schweiz den 1 Flughafen Jasionka Website dieser Einrichtung Flughafen Jasionka in der Enzyklopädie Wikipedia Flughafen Jasionka im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFlughafen Jasionka (Q1432651) in der Datenbank Wikidata bei Rzeszów anfliegen. Ein anderer internationaler Flughafen in der Nähe befinden sich in Krakau.

Straße[Bearbeiten]

Die Straßenverhältnisse und das Schienennetz sind mittelmäßig. Die Anreise empfiehlt sich aus Krakau über die sehr gut ausgebaute Autobahn Autostrada A4.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Das Schienennetz ist ebenfalls mittelmäßig. Die Anreise empfiehlt sich aus Krakau nach Rzeszów. In den Bieszczady und den Mittelgebirgen gibt es historische Schmalspurbahnen, die Touristen durch die Berglandschaft fahren.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Mit dem Ausflugsschiff kann man über die Weichsel und den San von Norden anreisen. Auf dem Stausee Solina verkehren ebenfalls Ausflugsboote.

Mobilität[Bearbeiten]

Das Zentrum des Karpatenvorlandes ist Rzeszów, von da aus sind alle wichtigen Orte mit dem PKW, der Bahn oder den Omnibussen gut erreichbar. Die Fahrpreise sind sehr niedrig. Das Benzin ist innerhalb Polens im Karpatenvorland am günstigsten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Marktplatz, Rzeszów
Lubmomirski-Schloss, Rzeszów
Lubmomirski-Palais, Rzeszów
Leszczyński-Schloss, Baranów Sandomierski
Königsschloss, Przemyśl
Kapuzinerkirche, Krosno
Synagoge, Lesko

Sehenswert sind vor allem die zahlreichen Renaissance-Schlösser der polnischen Magnaten und die Holzkirchen der orthodoxen Lemken in den Gebirgen. In Gorlice steht der älteste Ölförderturm der Welt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die erste Verarbeitungsmethode von Erdöl hat ein polnischer Apotheker aus dem benachbarten Lemberg entdeckt.

  • Rzeszów ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Karpatenvorland. In der durch Kriege mehrfach zerstörten Stadt gibt es noch einige sehenswerte Bauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die historischen Bauten am Marktplatz wurden erst vor wenigen Jahren saniert. Die Pfarrkirche stammt aus dem 15. Jahrhundert, das in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebaute Bernhardinerkloster verfügt über eine reiche barocke Ausstattung. Östlich vom Markt gibt es zwei Synagogen. Eine wird als Ausstellungshalle genutzt, die andere als Archiv. Der von Tylman van Gameren entworfene barocke Lubomirski-Sommerpalast im Süden der Stadt wird heute von der Pädagogischen Hochschule genutzt. Das imposante Schloss der Lubomirskis mit seinen barocken Befestigungsmauern wird als Gerichtsgebäude genutzt. Am Rande der Stadt gibt es einen internationalen Flughafen, von dem Ausflugsflüge über die Waldkarpaten angeboten werden. Alle drei Jahre findet in Rzeszów ein großes Festival der Auslandspolen statt, das von Bürgern aus vielen Teilen der Welt besucht und durch die Folklore ihrer neuen Heimat bereichert wird.
  • Przemyśl liegt am Ufer des San, dicht an der Grenze zur Ukraine. Der grenzüberschreitende Handel prägt heute die Stadt, die ein kulturelles Zentrum im Südosten Polens ist. Bekannt ist sie für die hier gefertigten Pfeifen und Glocken. Besiedelt war die Gegend schon vor 4000 Jahren, Przemyśl selbst ist mehr als 1000 Jahre alt und hatte seine Blüte in der Zeit der Renaissance. Unter österreichischer Herrschaft war die Stadt ab 1876 zu einer der größten Festungen Europas ausgebaut worden, die im Ersten Weltkrieg erfolgreich den Angriff der russischen Truppen abwehren konnte. Die Befestigungsanlagen prägen heute noch das Stadtbild. Zur Zeit von Kazimierz Wielki im 14. Jahrhundert wurde die Burg errichtet, die später mehrfach umgebaut wurde. In ihr hat heute das Stadttheater seine Spielstätte. Sehenswert in der Altstadt sind die ursprünglich gotische St. Johannes-Kathedrale, die später im Barockstil umgebaut wurde, ferner das barocke Karmeliterkloster, die im Stil des Rokoko gestaltete Franziskanerkirche und der barocke Uhrturm. Das Regionalmuseum zeigt einheimische Trachten sowie eine Ikonensammlung. Im Diözesanmuseum am pl. Czackiego 2 wird sakrale Kunst ausgestellt. In Przemyśl gibt es mehrere Galerien. Bekannt ist die Stadt für ihre Jazzszene. Im Sommer und im Herbst finden Jazz-Festivals statt.
  • Krosno liegt am Rande der Kleinen Beskiden zwischen Nowy Sącz und der Grenzstadt Przemyśl. Hier befindet sich das älteste Erdölfördergebiet der Welt. Dort entwickelte der Apotheker Ignacy Łukasiewicz 1854 die erste Petroleumlampe. Der Marktplatz von Krosno zählt zu den schönsten in Polen und ist eingerahmt von prächtigen Bürgerhäusern mit Laubengängen. Im ehemaligen Bischofspalais in der ul. Nowotki 16 gibt es eine Abteilung zur Geschichte der Beleuchtung mit einer Sammlung von alten Öllampen. Die älteste Erdölförderstelle, von Łukasiewicz 1854 eröffnet, befindet sich südwestlich von Krosno, in Bobrka. Dort wurde ein Freilichtmuseum mit alten Geräten eingerichtet.
  • Jarosław am Ufer des San, war im 15. und 16. Jahrhundert ein wichtiges Handelszentrum. Nach den Zerstörungen des Krieges wurde die Innenstadt wieder rekonstruiert. Rund um den Marktplatz befinden sich stattliche Patrizierhäuser. Schönstes Gebäude ist das im Renaissancestil gebaute Haus der Familie Orsetti am Rynek 4, das heute als Museum dient. Ebenfalls im Renaissancestil entstand das ehemalige Wehrkloster, das von hohen Mauern mit Wehrtürmen umgeben ist.
  • Sanok am Ufer des San ist mit 38.000 Einwohnern die einzige größere Stadt in den Bieszczady. Das Schloss stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde im frühen 19. Jahrhundert erweitert. Dort findet sich eine der größten Ikonensammlungen in Polen. Im Freiluftmuseum im Stadtteil Biała Góra werden typische historische Holzbauten aus der Region gezeigt.
  • Sandomierz hat eine der besterhaltenen Altstädte in Polen, geprägt von Mittelalter bis Barock, mit backsteinromanischer Sankt-Jakobs-Kirche, gotischem Dom und Rathaus, barocken Bürgerhäusern um den Altmarkt, Schloss und ehemaliger Synagoge. Etwa 30 km südwestlich liegt Baranów Sandomierski, eines der schönsten polnischen Renaissance-Schlösser. Erbaut wurde es von 1579 bis 1606 für die Familie Leszyński. Der große Innenhof wird von Arkadengängen gesäumt. Das Schloss nahe der Weichsel wird heute als Hotel genutzt.
  • Łańcut liegt ca. 10 km östlich von Rzeszów. Hier befindet sich eines der bedeutendsten Magnatenschlösser Polens. Das zweigeschossige Bauwerk mit einem Innenhof entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, der großzügig angelegte Park im 17. Jahrhundert. Das Haus gehörte zuletzt der Magnatenfamilie Potocki. Die Innenräume sind prunkvoll ausgestattet. Zu sehen ist dort unter anderem eine Gemäldesammlung. Im Park befinden sich eine Orangerie, ein Lusthäuschen und andere Bauten. Das Kutschenmuseum im Schlosspark zeigt eine der schönsten Kutschensammlungen in Europa. In einem Seitenflügel des Schlosses gibt es ein Hotel. In der Stadt lohnt ein Besuch der ehemaligen Synagoge, in der sich heute eine Ausstellung zur Regionalgeschichte befindet.
  • Leżajsk ist ein Bernhardinerkloster nordöstlich von Rzeszów. Dort gibt es eine der berühmtesten und größten Orgeln des Landes. Das 1693 gebaute Instrument zählt 5900 Pfeifen. Das Kloster entstand Anfang des 17. Jahrhunderts durch den italienischen Baumeister Pellacini. Leżajsk ist ein Pilgerzentrum der chassidischen Juden, die zum Grabmal des Elimelech von Leżajsk pilgern. Hier wird das bekannte Bier Leżajsk gebraut.
  • Biecz liegt westlich von Krosno. Das ehemals von einer Stadtmauer umgebene Zentrum steht unter Denkmalschutz. Die gotische Pfarrkirche stammt aus dem 14., das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert. In Biecz gab es im Mittelalter eine Schule für Henker.
  • Krasiczyn liegt westlich von Przemyśl, am Ufer des San. Dort gibt es das im Renaissancestil erbaute prachtvolle Schloss der Familie Krasicki mit einem großen Innenhof. Umgeben ist es von einem elf Hektar großen Park. In der ehemaligen Remise befindet sich heute ein Hotel.
  • Lesko In der Kleinstadt in den Bieszczady sind eine spätgotische Kirche und das Anfang des 16. Jahrhunderts erbaute Schloss sehenswert. In der ehemaligen Synagoge befindet sich ein Regionalmuseum. Von Lesko im Norden bis Ustrzyki Górne am Fuß des 1346 Meter hohen Berges Tarnica führt die in den 60er Jahren erbaute wunderschöne Ringstraße durch die Bieszczady.
  • Pruchnik ist ein altes Städtchen nahe Jarosław, das zahlreiche sehenswerte Holzhäuser mit Bogengängen aus dem 19. Jahrhundert aufweist.
  • Sieniawa Hier gibt es einen reizvollen Adelspalast. Er war zuletzt im Besitz der Familie Czartoryski und ist von einem großen Park umgeben. Heute wird es als Schlosshotel genutzt.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Am Strand von Solina
  • Wintersport in den Bieszczady oder Niederen Beskiden.
  • Fahrt mit einer historischen Schmalspurbahn durch die Bieszczady, beginnend in Majdan im Süden
  • Fahrt mit einer historischen Schmalspurbahn durch das Dynów-Gebirge, beginnend in Przeworsk nach Dynów.
  • Wandern in den Gebirgen
  • Reiten auf den Hochalmen oder Flussbetten der Gebirgsflüsse
  • Wassersport auf den Stauseen
  • Wildwasserkajak auf den Gebirgsflüssen
  • Schlemmen in Sanok bei regionalen Produkten und Wein
  • Segelfliegen bei Rzeszów
  • Fahrradfahren in der Sandomirer Heide oder entlang dem San
  • Hausboot/Hausfloß auf der Weichsel

Küche[Bearbeiten]

Weinreben im Buków-Gebirge

Die regionale Küche ist von den Bergen, Wäldern, Flüssen und Almen geprägt. Wild, Waldfrüchte, Pilze, Fisch und Schafskäse stehen auf dem Speiseplan. Das Karpatenvorland gilt mittlerweile wieder als bedeutendste Weinanbauregion Polens. Die bekannteste regionale Biermarke ist das Leżajsk aus der gleichnamigen Stadt.

Nachtleben[Bearbeiten]

Biergärten am Markt in Rzeszów

In Karpatenvorland gibt es einige uriger Kneipen und Gaststätten. Das Nachtleben konzentriert sich auf die Woiwodschaftshauptstadt Rzeszów.

Sicherheit[Bearbeiten]

Es ist eigentlich recht sicher, man sollte jedoch in großen Menschenmengen z.B. auf großen Märkten oder Bahnhöfen - wie überall auf der Welt - die notwendige Sorgfalt nicht außer Acht lassen.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist ein Übergangsklima von gemäßigt zu kontinental. Die Sommer sind allgemein warm bis heiss mit Mitteltemperaturen zwischen 16 °C und 21 °C und die Winter kalt, mit Mitteltemperaturen um -5 °C. Niederschlag fällt vor allem im Frühjahr und Herbst, wobei die Niederschlagsmengen geringer sind als in Westpolen.

Literatur[Bearbeiten]

Siehe Artikel über Polen.

Weblinks[Bearbeiten]

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