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Przemyśl

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Przemyśl
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Przemyśl ist eine Stadt mit gut 67.000 Einwohnern im äußersten Südosten Polens. Sie liegt am Fluss San in der Woiwodschaft Karpatenvorland. Przemyśl ist 11 km von der polnisch-ukrainischen Grenze entfernt und ein wichtiger Transitort auf der Eisenbahnroute KrakauLwiw. Es gibt eine sehenswerte Altstadt mit barocken Gebäuden aus der polnischen Adelsrepublik und der Habsburgermonarchie.

Hintergrund[Bearbeiten]

Przemyśl ist eine der ältesten Städte Galiziens. Eine Burg Peremyschl des westslawischen Stamms der Ljachen wurde bereits im Jahr 981 urkundlich erwähnt, als sie vom Kiewer Großfürsten Wladimir I. erobert wurde. Von 1085 bis 1141 war Peremyschl Hauptstadt eines eigenen Teilfürstentums der Kiewer Rus. Während der Mongolischen Invasion wurde es 1240 zerstört. Ab 1378 gehörte Przemyśl zu Polen und erhielt 1389 das Magdeburger Stadtrecht. Ab 1434 war es Hauptstadt eines Landes der polnischen Woiwodschaft Ruthenien.

Überreste des Forts XV der Festung Przemyśl.

Im Zuge der ersten polnischen Teilung kam Przemyśl 1772 unter österreichische Herrschaft und wurde dem Kronland Galizien zugeordnet. In diesem war es ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunders Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts. Österreich-Ungarn baute Przemyśl in dieser Zeit zu einer seiner größten Festungen aus, zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 waren hier 140.000 Soldaten stationiert. Die Belagerung von Przemyśl von September 1914 bis März 1915, an der 300.000 russische Soldaten teilnahmen und auf beiden Seiten insgesamt ca. 130.000 starben, war die größte Belagerung des Ersten Weltkriegs. Sie endete mit der Einnahme der Festung durch die Russen. Schon drei Monate später eroberten österreich-ungarische und deutsche Truppen die Festung zurück.

In der Zwischenkriegszeit gehörte Przemyśl zum wiedererrichteten polnischen Staat. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zunächst von der deutschen Wehrmacht besetzt. Im Massaker von Przemyśl vom 15.-19. September 1939 ermordeten Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD etwa 600 Juden. Wenige Tage später übergab die Wehrmacht die Stadt dem Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt entsprechend an die Verwaltung der Sowtunion. Im Zuge des Einmarsch in die Sowjetunion wurde die Stadt im Juni 1941 abermals von der Wehrmacht besetzt, im Juli 1944 von der Roten Armee zurückerobert. Im März 1945 wurde Przemyśl von der Sowjetunion an Polen zurückgegeben. Die hier lebenden Ostslawen (ethnische Ukrainer, Bojken und Lemken) wurden 1947 Richtung Ukraine vertrieben.

Przemyśl ist Sitz gleich zweier Erzbischöfe: Das bereits seit 1375 bestehende römisch-katholische Bistum erhob Papst Johannes Paul II. 1992 zum Erzbistum. Daneben war die Stadt seit dem 16. Jahrhundert Bischofssitz der griechisch-katholischen Kirche (östlicher Ritus, aber erkennt den Papst als Oberhaupt an); auch dieser wurde 1996 durch Johannes Paul II. zur Erzeparchie erhoben.

Zu den prominenten Töchtern und Söhnen der Stadt gehören die Psychoanalytikerin Helene Deutsch (1884–1982), der österreichische Kommunist Franz Marek (1913–1979) und der Regisseur Celino Bleiweiß (*1937).

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Przemyśl

Przemyśl ist von Westen über Krakau oder Rzeszów am besten zu erreichen.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Flughafen Rzeszów-Jasionka (RZE) ist gut 90 km von Przemyśl entfernt, rund eine Stunde mit dem Auto.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Hauptbahnhof

1 Przemyśl Główny (Hauptbahnhof), plac Legionów 1. WLAN in der Halle. In den gebührenpflichtigen Toiletten in der Unterführung gibt es auch Duschen. Die sämtlich reservierungspflichtigen Züge von/nach Ukraine (2019 Preis bis Lwiw 30 Zl.) fahren auf Gleis 4/5. Dieses erreicht man in dem man vom Bahnhofsgebäude durch die Unterführung zunächst auf Gleis 3 geht, dann in eine andere Unterführung hinab. Die Beschilderung “customs clearance” kann man ignorieren, die Abfertigung findet 2019 im Zug statt und ist deutlich schneller als an polnisch-ukrainischen Straßenübergängen.

Man erreicht Przemyśl annähernd stündlich mit Intercity- oder TLK (entspricht Interregio)-Zügen von Krakau (Fahrtzeit 3–3½ Std.) und Rzeszów (ca. 1:10 Std); annähernd zweistündlich von Breslau (6:45 Std). Aus der Ukraine gibt täglich vier Direktverbindungen, die von Lwiw gut eine Stunde, von Ternopil 2:45 Std., von Kiew 6½ Stunden brauchen.

Eine Eurocity/Euronight-Linie führt umsteigefrei von Berlin (14 Std.) und Frankfurt (Oder) (13 Std.) nach Przemyśl.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

2 Busbahnhof (Direkt hinter dem Bahnhof, von dort durch Unterführung). Trostlose Ansammlung zugiger Haltestellen. Einige Baracken für internationale Fahrkarten. Ein Schalter für innerpolnische Fernbusse, deren Haltestellen sind klar angeschrieben. Die 24-Stunden-Bar ist zugleich Warteraum (besser aufgehoben ist man im Bahnhof). Mehrere Wechselstuben im Umfeld. Reiseproviant hat der kleine Supermarkt über die Straße (tgl. 6.00-22.00).

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Anreise aus Deutschland ist über Krakau auf der Autobahn A4 und dann entlang Hauptstraße 4 (E40) möglich.

Mobilität[Bearbeiten]

Kleinbusse in die Region fahren am Busbahnhof, wenn man aus der Unterführung vom Hauptbahnhof kommt, rechts ab. Sonntags ist kaum Verkehr.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Römisch-katholische Kathedrale

Das Fremdenverkehrsamt hat zwei Wege gut ausgeschildert. Der innerstädtische, 3½ km lange, verbindet die wichtigsten Kirchen und Denkmäler der Altstadt. Ein zweiter, neun Kilometer langer Weg durchs Umland führt an den im ersten Weltkrieg umkämpften Festungen vorbei.

Kirchen und Synagogen[Bearbeiten]

  • 1 Römisch-katholische Kathedrale (Bazylika archikatedralna Wniebowzięcia NMP i św. Jana Chrzciciela, Kathedralbasilika Mariä Himmelfahrt und St. Johannes der Täufer). Römisch-katholische Kathedrale in der Enzyklopädie Wikipedia Römisch-katholische Kathedrale im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRömisch-katholische Kathedrale (Q5052346) in der Datenbank Wikidata. Hauptkirche des römisch-katholischen Erzbistums Przemyśl. Die ältesten Bauelemente sind romanischen Stils und stammen aus dem 13. Jahrhundert. Im Laufe der Zeit erfolgten wesentliche Umbauten im gotischen und barocken Stil, letzterer prägt das heutige Gesicht der Kathedrale. Der Glockenturm ist ein Wahrzeichen der Stadt.
Griechisch-katholische Kathedrale (ehemalige Jesuitenkirche)
  • 2 Griechisch-katholische Kathedrale (Sobór św. Jana Chrzciciela). Griechisch-katholische Kathedrale in der Enzyklopädie Wikipedia Griechisch-katholische Kathedrale im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsGriechisch-katholische Kathedrale (Q3395146) in der Datenbank Wikidata. Bischofskirche der griechisch-katholischen Erzeparchie. Der barocke Bau wurde im 17. Jahrhundert für den Jesuitenorden errichtet. Nach der Aufhebung des Ordens 1773 verfiel die Kirche, wurde säkularisiert und als Lagerhaus genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie wieder als Kirche geweiht. 1991 wurde sie, trotz Protests polnischer Nationalisten, von der römisch-katholischen an die griechisch-katholische Kirche übergeben.
  • 3 Karmeliterkirche (Kościół i klasztor Karmelitów bosych). Karmeliterkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Karmeliterkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKarmeliterkirche (Q1584537) in der Datenbank Wikidata. 1620–1630 erbaut im späten Renaissance- und frühen Barockstil. Nach der Aufhebung des Karmeliterordens 1784 übergaben die österreichischen Herrscher sie an die griechisch-katholische Kirche, für die sie als Kathedrale diente, bis sie 1991 gegen die ehemalige Jesuitenkirche getauscht wurde.
  • 4 Franziskanerkirche (Kościół Franciszkanów). Franziskanerkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Franziskanerkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFranziskanerkirche (Q11745047) in der Datenbank Wikidata. Die spätbarocke Kirche wurde 1754–1778 erbaut.
  • 5 Salesianerkirche (Kościół Salezjanów). Salesianerkirche in der Enzyklopädie Wikipedia Salesianerkirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSalesianerkirche (Q11745777) in der Datenbank Wikidata. Neogotisch, 1912–23 erbaut.

Schlösser und Burgen[Bearbeiten]

Schloss Przemyśl
  • 6 Schloss Przemyśl (Zamek Kazimierzowski). Schloss Przemyśl in der Enzyklopädie Wikipedia Schloss Przemyśl im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchloss Przemyśl (Q7253424) in der Datenbank Wikidata. Die Baugeschichte der Burg Przemyśl reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Sie befindet sich auf einem Hügel, südwestlich der heutigen Altstadt. Um 1340 residierte hier der polnische König Kasimir III. der Große, dessen Namen das Schloss auf Polnisch trägt. Graf Piotr Kmita Sobieński ließ die Burg im 16. Jahrhundert zum Renaissance-Schloss umbauen und gab ihm damit im Wesentlichen die heutige Gestalt.
  • 7 Palais Lubomirski (Pałac Lubomirskich). Palais Lubomirski in der Enzyklopädie Wikipedia Palais Lubomirski im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsPalais Lubomirski (Q11814799) in der Datenbank Wikidata. 1885–87 im ekklektizistischen Stil erbaut für den polnischen Adelsspross Hieronim Adam Lubomirski

Bauwerke[Bearbeiten]

Eiffels Eisenbahnbrücke
  • Überreste der 8 Festung Przemyśl (Twierdza Przemyśl). Festung Przemyśl in der Enzyklopädie Wikipedia Festung Przemyśl im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsFestung Przemyśl (Q3706377) in der Datenbank Wikidata.
  • 9 Hauptbahnhof (Przemyśl Główny). Hauptbahnhof in der Enzyklopädie Wikipedia Hauptbahnhof im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsHauptbahnhof (Q11829017) in der Datenbank Wikidata. Der Bahnhof ist nicht nur ein Transitort, sondern auch eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen von Przemyśl. Er wurde im typischen Neobarockstil der Habsburgerzeit erbaut und 1860 eingeweiht. Erwähnenswert ist auch das dekorative Innere der Empfangshalle.
  • 10 Eisenbahnbrücke. Eisenbahnbrücke in der Enzyklopädie WikipediaEisenbahnbrücke (Q20165687) in der Datenbank Wikidata. Die 188 Meter lange Brücke über den Fluss San wurde von dem französischen Ingenieur Gustave Eiffel (Erbauer des Eiffelturms) entworfen und 1891 fertiggestellt.
  • Überreste der Molotow-Linie. Sowjetische Befestigungsanlagen aus dem Zweiten Weltkrieg (1939–41).

Denkmäler[Bearbeiten]

  • 11 Denkmal der Przemyśler Adlerjungen (Pomnik Orląt Przemyskich), Plac Orląt Przemyskich. Denkmal der Przemyśler Adlerjungen in der Enzyklopädie Wikipedia Denkmal der Przemyśler Adlerjungen im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsDenkmal der Przemyśler Adlerjungen (Q11823381) in der Datenbank Wikidata. Die Orlęta Przemyskie (Przemyśler Adlerjungen) waren eine Gruppe von polnischen Jugendlichen, die 1918–21, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, gegen die Ukraine und Sowjetunion kämpften. Das Denkmal wurde 1938 eingeweiht, 1940 von ukrainischen Nationalisten zerstört und 1994 wiedererrichtet.
  • 12 Schwejks Bank (Ławeczka Józefa Szwejka), Rynek. Schwejks Bank in der Enzyklopädie Wikipedia Schwejks Bank im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsSchwejks Bank (Q9394074) in der Datenbank Wikidata. Das Bronze-Denkmal am Marktplatz zeigt Josef Schwejk, Hauptfigur in Jaroslav Hašeks Schelmenroman Der brave Soldat Schwejk auf einer Bank sitzend. Ein Teil der Handlung dieser Geschichte spielt in Przemyśl.

Verschiedenes[Bearbeiten]

  • 13 Kopiec Tatarski. Kopiec Tatarski in der Enzyklopädie Wikipedia Kopiec Tatarski im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKopiec Tatarski (Q11743506) in der Datenbank Wikidata. Der 350 Meter hohe Hügel diente in vorchristlicher Zeit der Verehrung slawischer Götter (namentlich Svarožić), denen mutmaßlich auch Menschen- und Tieropfer gebracht werden, worauf hier am Fuß des Hügels ausgegrabene Schädel und Skelette hindeuten. Angeblich soll hier auch der legendäre Stadtgründer Przemysł bestattet sein. Nach der Christianisierung stand hier eine Kapelle für den Heiligen Leonhard (Schutzpatron der Gefangenen), die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Einkaufen[Bearbeiten]

Nutzen sollte man die Wechselstuben in Krakau oder Lublin, da der Wechselkurs in der Regel besser ist als in Sandomierz. Zum Shoppen empfiehlt sich ein Besuch Lublins, Rzeszóws oder Krakaus, da dort die Auswahl größer ist.

Küche[Bearbeiten]

Nachtleben[Bearbeiten]

Unterkunft[Bearbeiten]

Sicherheit[Bearbeiten]

Gesundheit[Bearbeiten]

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Jarosław (33 km nördlich; halbe Stunde mit der Bahn)
  • Łańcut (65 km nordwestlich; 1 Std. mit der Bahn)
  • Rzeszów (80 km nordwestlich; 1:10 Std. mit der Bahn)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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