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Brasilien

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Lage
Weltkarte mit eingezeichneter Lage von Brasilien
Flagge
Flagge von Brasilien
Kurzdaten
Hauptstadt Brasília
Staatsform Bundesrepublik
Währung Real (BRL)
Fläche 8,51 Mio km²
Bevölkerung 202 Mio (Juli 2014)
Sprachen Portugiesisch
Religionen Römisch-katholisch 80 %
Stecksystem 127V/60Hz (Apparate) und 110V/60 Hz (Steckdosen), oder 220V/60Hz (meistens in älteren Netzen);
Steckdosen nach Nordamerikanischen (alt) oder IEC 60906-1-Standard (neu)
Telefonvorwahl +55
Internet TLD .br
Zeitzone UTC-3 (MEZ - 4)

Brasilien ist das größte Land Südamerikas und das fünftgrößte der Welt. Es nimmt den gesamten Nordosten des Subkontinents ein und grenzt (im Uhrzeigersinn) an Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch-Guayana, Uruguay, Argentinien, Paraguay, Bolivien, Peru und Kolumbien.

Bekannt ist es wegen des ausgelassen gefeierten Karnevals in Rio de Janeiro, des Fußballs, der tropischen Regenwälder des Amazonasgebietes und der damit verbundenen Naturschutzinitiativen zur Rettung des von der Abholzung bedrohten Naturraumes. Aber es gibt noch vieles mehr zu entdecken – das Land hat eine große Vielfalt von Landschaften und viele interessante Städte mit kolonialer Architektur und multikulturellem Flair zu bieten.

Regionen[Bearbeiten]

Das Land besteht aus 26 Bundesstaaten, einem Bundesdistrikt und ist in fünf Regionen aufgeteilt.

Regionen Brasiliens
Amazonas, Regenwald und bemerkbarer indianischer Einfluss.
Der Nordosten wird gerne mit den schönsten Küstenabschnitten des Landes in Verbindung gebracht. Er besitzt das sonnenreichste und heißeste Klima, ist dafür jedoch auch die trockenste und ärmste Region.
Feuchtgebiete, große Farmen und junge Städte prägen diese Region.
São Paulo und Rio sind die größten Städte des Landes und wirtschaftliche sowie ökonomische Zentren. Daneben existieren auch einige jahrhundertealte Städte.
Die Region der Täler und Pampas. Sie ist die wohlhabendste Region des Landes mit nur zwei großen Städten (Curitiba und Porto Alegre) und mehreren mittelgroßen Städten mit sehr niedrigen Verbrechensraten. Deutsche, italienische und portugiesische Immigranten kolonisierten das Gebiet zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Süden ist außerdem die einzige Region, in der es jedes Jahr schneit und zwar hauptsächlich in den Bergen des Staates Santa Catarina.

Städte[Bearbeiten]

Karte von Brasilien

Die bekannteste und meistbesuchte Stadt Brasiliens ist sicherlich die ehemalige Hauptstadt Rio de Janeiro mit ihren etwa 6 Millionen Einwohnern, das mit einer unvergleichlich schönen Lage zwischen Bergen und Meer punkten kann und auch architektonische Sehenswürdigkeiten bietet, zudem ist sie mit einer lebendigen Kulturszene und natürlich dem berühmten Karneval im Februar gesegnet. Die heutige Hauptstadt, Brasília, ist dagegen wohl am ehesten für Freunde moderner Architektur interessant. Sie wurde in den 1950er Jahren von dem Architekten Oscar Niemeyer auf dem Reißbrett geplant und hat viele Avantgarde-Bauten aus dieser Zeit. Noch größer und turbulenter als Rio ist der 12-Millionen-Einwohner-Moloch São Paulo, mit einer Kulturszene von Welt, aber nur wenigen architektonischen Sehenswürdigkeiten. Hier liegt das Zentrum der brasilianischen Wirtschaft. Ebenfalls eine wichtige Industriestadt ist Belo Horizonte in Minas Gerais (2,5 Mio. Einwohner).

Im Nordosten und Norden liegen alte Kolonialstädte wie Salvador (3 Mio.), die Stadt des Capoeira und der vielen Kirchen. Angeblich gibt es hier soviele Kirchen, wie Tage im Jahr. Viele davon sind Prunkstücke aus der kolonialen Zeit. Auch die Doppelstadt Recife/Olinda und Belém, Hauptstadt des Staates Pará an der Mündung des Amazonas, können mit architektonischen Reizen punkten. Einzigartig auch die Amazonasmetropole Manaus, erbaut von Goldgräbern und Gummiplantagenbesitzern, eine seltsame Vermischung ursprünglicher Indianerkulturen mit europäischer Hochkultur sowie Ausgangspunkt für ökologische Kreuzfahrten und Touren in den größten Regenwald der Erde.

Der Süden bietet das geschäftige Curitiba, die wohl bei allen Globalisierungskritikern bekannte moderne Stadt Porto Alegre und die Inselstadt Florianópolis mit seinen sehr reizvollen Stränden, eines der Hauptziele südamerikanischer Reisender.

Kleinere Orte von touristischer Bedeutung sind die am besten erhaltene Kolonialstadt des gesamten Kontinents, Ouro Preto, der Nobel-Badeort Buzios nördlich von Rio de Janeiro, die folkloristische Stadt Parintins im Amazonas mit seinem Festival „Boi Bumbá“, ebenfalls im Amazonas Novo Airão (Ausgangspunkt zum Nationalpark Jaú) und Presidente Figueiredo (bekannt für seine geheimnisvollen Grotten), die denkmalgeschützte Kolonialstadt Diamantina, sowie Petrópolis, die Residenz der brasilianischen Kaiser mit Palast.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Wasserfälle von Iguaçu
  • Fernando de Noronha, sehr reizvolles Archipel im Nordosten des Landes.
  • Iguaçu-Wasserfälle, die wasserreichsten Fälle der Erde. Auf einer Front von zwei Kilometer ergießen sich mehr als 200 Wasserfälle.
  • Pantanal, eines der größten Feuchtgebiete der Welt. Für Naturfreunde aufgrund seiner Tierwelt, neben dem Amazonas-Regenwald, das zweite Highlight in Brasilien.

Hintergrund[Bearbeiten]

Geographie[Bearbeiten]

Brasiliens Landschaft ist geprägt von ausgedehnten Regenwäldern des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirgen im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.

Der kontinentale Teil Brasiliens liegt in zwei Zeitzonen, einige vorgelagerte Inseln gehören zu einer dritten. So die etwa 800 km vor der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, und die ehemalige Sträflingskolonie Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Vulkanischen Ursprungs sind die Inseln Trindade und Martim Vaz, die zum Bundesstaat Espírito Santo gehören. Das ovale Rocas-Atoll erstreckt sich über mehrere Kilometer und wurde aufgrund der außergewöhnlichen Tier- und Pflanzenwelt als Weltnaturerbe aufgenommen.

Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: die Insel Marajó. Sie ist die größte Flussinsel der Welt und mit einer Fläche von etwa 48.000 km² größer als beispielsweise die Schweiz. Da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Ilha do Bananal gehört mit ihrer Fläche von ca. 20.000 km² zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Rio Araguaia und ist immer noch größer als beispielsweise Jamaika.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Am Rio Pará bei Belém

Noch vor Kolumbien, Mexiko und Indonesien ist Brasilien das artenreichste Land der Erde. Entdeckt wurden bislang rund 3.000 Wirbeltier-, 3.000 Süßwasserfisch-, 55.000 Blütenpflanzen-, 517 Amphibien- und 51 Primaten-Arten. Allein 207 dieser Tierarten sind vom Aussterben bedroht. Der Wald wird stetig verkleinert. Ein Drittel der Landesfläche sind mit Wald bedeckt.

Der immergrüne tropische Regenwald im Amazonasbecken ist das größte zusammenhängende Waldgebiet der Welt. Farbenfroh sind im gesamten Amazonasgebiet Papageien, Tukane und Kolibris. Größere Waldtiere sind der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma. Daneben bevölkern Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären den Regenwald. Auch zahlreiche Fischarten (etwa 1.500) sind im Amazonas beheimatet. Darunter der größte bekannte Süßwasserfisch der Welt: Der Pirarucú ist 2 m lang und wiegt etwa 100 kg. Ein Zitteraal, der 800-Volt-Stromschläge austeilt, und die Piranhas, gut 30 cm lang, sind ebenso spektakulär. Zwei Arten von Süßwasserdelphinen leben im Amazonas.

Der äußerste Nordosten Brasiliens wird mittlerweile fast ausschließlich für Zuckerrohr-Plantagen und den Anbau von Baumwolle genutzt. Vereinzelt lassen sich noch Mangroven und Palmenhaine finden. Das halbwüstenähnliche Bergland im Zentrum und Süden des Landes (Sertão) ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region ist mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Nur wenigen Tieren, wie dem Ameisenbär oder dem Gürteltier genügen diese Bedingungen. Das Pantanal weist dagegen eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Mittelwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser. Höher gelegene Gebiete der Region sind überwiegend Savanne. Im Südosten dominieren Kaffeeplantagen und Weiden für Rinder, daneben die besiedelten Gebiete. Die ursprüngliche Vegetation ist nur noch in einigen Nationalparks zu finden. Der Süden zeigt subtropische Vegetation, die ursprünglichen Araukarienwälder wurden für den Export zerstört. Diese Bäume erreichen eine Höhe von bis zu 40 m und sind Lebensraum für Affen und zahlreiche andere Tierarten. Heute sind Niedergrassteppen in dieser Region häufiger.

Geschichte[Bearbeiten]

Symbol des modernen Brasiliens: Die Kathedrale von Brasilia

Die wechselvolle Geschichte des riesigen Landes hat entscheidend zum heutigen multikulturellen Brasilien beigetragen, in dem sich alte indianische, europäische (aus nahezu allen Ländern) und afrikanische Einflüsse vermischt und eine einzigartige, vielfältige Kultur gebildet haben.

Bereits kurz nach den Spaniern kamen auch die Portugiesen um 1500 nach Südamerika und konzentrierten sich auf die Ostküste, die ihnen im Vertrag von Tordesillas 1494 zugesprochen worden war. Sie trafen dort auf Jäger- und Sammlervölker, die kaum Widerstand entgegenzusetzen hatten. Von neueren Funden her wird aber vermutet, dass in der Gegend von Mato Grosso eine Hochkultur ähnlich wie im Andenraum existiert haben könnte, diese wurde jedoch bereits vor dem Eintreffen der Europäer, wahrscheinlich durch Epidemien, vernichtet.

Der portugiesische König Johann III. teilte das neu entdeckte Land in sogenannte Capitanías auf, die an Adelige vergeben wurden. Schnell wurde ein Netz von Zuckerrohrplantagen aufgebaut, so dass Brasilien bereits um 1600 der größte Produzent dieses Rohstoffs war. Die negative Begleiterscheinung waren die sehr harten Arbeitsbedingungen auf den Plantagen, die unter Aufsicht der europäischen Besitzer von Indianern und bereits ab 1538 von eingeschleppten Afrikanern betrieben wurden; dabei starben zahlreiche von ihnen.

Die Expeditionstruppen der Bandeirantes erschlossen im 17. Jahrhundert auch das Hinterland und fanden dort Gold und andere Rohstoffe, rund um die Förderstätten entstanden weitere Städte.

Die Unabhängigkeit war in Brasilien ein weit weniger revolutionäres Unterfangen als im Rest Südamerikas. So floh der gesamte portugiesische Hofstaat infolge der Napoleonischen Kriege 1807/1808 nach Brasilien und richtete in Rio seinen Regierungssitz ein. Ab 1815 hatte Brasilien den selben Status wie das Mutterland Portugal, war also keine Kolonie mehr. Die Teilung verlief graduell und wurde vom Sohn des ab 1817 wieder in Portugal regierenden Königs João VI, Pedro, unterstützt, der zunächst als provisorischer Regent in Rio zurückgeblieben war und sich den Idealen des Kopfes der südamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung Simón Bolívars angeschlossen hatte. Nach der Unabhängigkeit 1823 wurde er als Pedro I. zum Kaiser gekrönt. Im selben Jahr spaltete sich Uruguay nach einem langen Streit mit Argentinien ab.

Zunächst führten Streitigkeiten um die Verfassung des neuen Landes zu Instabilität. 1835 kam es zu einer Rebellion in Südbrasilien, in der sich Rio Grande do Sul und Santa Catarina für zehn Jahre lang von Brasilien abspalteten. Etwa ab dem Krieg mit Paraguay (1865 - 1870), bei dem Brasilien Landgewinne im Süden verbuchen konnte, setzte auch die Industrialisierung auf Basis der Kautschukproduktion ein.

1889 wurde der Kaiser abgesetzt und die Republik ausgerufen. In der Folge war die Lage bis zur Weltwirtschaftskrise 1929 stabil, zahlreiche Einwanderer aus Europa ließen die Einwohnerzahl stark anwachsen. 1930 putschte der Sozialist Getúlio Vargas, der eine "wohlwollende Diktatur" einrichtete. Obwohl er 1945 gestürzt wurde, wählten ihn die Brasilianer 1951 wiederum zum Präsident - er beging aber 1954 nach Anfeindungen aus der Rechten Szene Selbstmord. Nach einer instabilen Phase putschte 1964 das Militär und richtete ähnlich wie im Rest des Kontinents eine rechtsgerichtete Diktatur ein.

1985 kehrte das Land zur Demokratie zurück, die bis heute anhält. Nachdem es 1997 bis 1999 in eine tiefe Wirtschaftskrise gefallen war, die auch die Nachbarländer (insbesondere Argentinien) in die Rezession zog, erholte es sich schnell und gehört heute zu den wirtschaftlich stabilsten Ländern Südamerikas.

Anreise[Bearbeiten]

Einreisebestimmungen[Bearbeiten]

Bürger der Europäischen Union benötigen für die Einreise nach Brasilien kein Visum, sofern der Aufenthalt im Land touristischen oder geschäftlichen Zwecken dient und man nicht länger als 90 Tage bleiben will. Man muss eine Einreisekarte ausfüllen, die in der Regel schon im Flugzeug ausgeteilt wird. Der untere Abschnitt dieser Karte sollte sorgfältig aufbewahrt werden, da er bei der Ausreise wieder vorgelegt werden muss. Der Reisepass muss bei der Einreise noch sechs Monate gültig sein. Seit Inkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und Brasilien am 01.10.2012 dürfen Bürger des Schengen Raums für touristische oder geschäftliche Zwecke nach Brasilien ein- oder durch Brasilien durchreisen und sich höchstens drei Monate während eines Sechs-Monats-Zeitraums dort aufhalten. Insgesamt darf man sich als Tourist pro Kalenderjahr nur 180 Tage in Brasilien aufhalten − dies sollte man bedenken, wenn man längere Touren vorhat. Es ist auch schon vorgekommen, dass Brasilien weniger als 90 Tage bei der Einreise bewilligt hat − dies sind oft politisch motivierte Retourkutschen für die restriktive Einreisepolitik, insbesondere Portugals, Spaniens und Großbritanniens für Brasilianer, die mit der Zeit wechseln.

Zoll[Bearbeiten]

So wie bei Ein- und Ausreise die Passkontrolle von Agenten der Bundespolizei Departamento de Polícia Federal (DPF) durchgeführt wird, so unterliegt der Zoll speziell dafür ausgebildeten Agenten des Bundessteueramtes Secretaria da Receita Federal (SRF).

Bargeld darf in Höhen von bis zu 10.000 Reais oder Gegenwert in eintauschbaren Währungen mitgebracht werden, darüberhinausgehende Summen müssen auf jeden Fall deklariert werden, eine Unterlassung wird hart bestraft. Allzuviel Bargeld bei der Einreise bei sich zu haben lohnt sich meist nicht.

Mit der immer härter durchgreifenden Bekämpfung von Geldwäscherei und Drogenhandel macht der Besitz von Schweizer Franken jeden Zollbeamten misstrauisch, und auch im Besitz von Schweizer Staatsbürgern gelten die Franken nicht unbedingt als logische Erklärung. Schweizer Franken bei sich können zu langwierigen Durchsuchungen der Person führen.

Zollfrei mitbringen darf man sämtliche normale Gegenstände des persönlichen Gebrauchs. An elektronischen Geräten dürfen pro Person ein Mobiltelefon, ein Fotoapparat, eine Filmkamera, ein Tablet, ein Notebook, und ein iPod mitgebracht werden. Kontrolliert wird das aber kaum noch. Allerdings sind die SRF-Agenten am Zoll sehr misstrauisch wenn sich bei elektronischen Geräten der persönliche Gebrauch nicht klar erkennen lässt; in solchen Fällen ist es ratsam die betreffenden Gegenstände von sich aus zu erklären. Das ausgefüllte Dokument wird zusammen mit den erklärten Gegenständen bei der Ausreise wieder vorgelegt, und man erspart sich damit möglichen Ärger.

Ebenso darf man zollfrei mitbringen:

  • Geschenke im Gegenwert von 500 US$
  • Einkäufe im brasilianischen Duty-Free-Shop bei der Einreise
  • zwei Liter destillierte alkoholische Getränke
  • drei Liter Wein
  • 400 Zigaretten
  • 50 Zigarren
  • 280 ml Parfüm

Lebende Tiere, Fleisch, Milchprodukte, Eier, Honig, Pflanzen, Früchte und Samen dürfen nur mit Genehmigung eingeführt werden.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Blick auf Rio de Janeiro bei Nacht

Internationale Flughäfen mit direkten Verbindungen aus Europa sind Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte, Brasilia, Salvador, Forteleza, Natal und Recife. Verbindungen mit allen großen Airlines bieten Rio de Janeiro und São Paulo ab vielen europäischen Metropolen. Die portugiesische TAP über Lissabon verfügt über das dichteste Netz. Bei Umsteigeverbindungen in São Paulo zwischen internationalen und nationalen Flughafen (Fahrzeit 60 min.) verkehren Airline-Busse der Tam und GOL umsonst, wenn einer der Anschlussflüge mit der jeweiligen Airline erfolgt.

Die Banderolen sollte man bis zum Verlassen der Sicherheitszone am Gepäckstück lassen, da es immer wieder zu Nachkontrollen kommt.


Mit dem Bus[Bearbeiten]

Von den großen Städten Argentiniens, Uruguays und Paraguays gibt es Direktbusse in die Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo sowie die Städte auf dem Weg dorthin. Von Santa Elena de Uairén und Puerto La Cruz, beide in Venezuela gibt es Busse nach Boa Vista, RR.

Man kann in Santa Elena aber auch ein Sammeltaxi nach Boa Vista nehmen, was für die 250 km lange Fahrt etwa 30 Reais - 50 Reais pro Person kostet (Stand Februar 2014).

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Brasilien hat zahlreiche Hafenstädte, die von Frachtern und Kreuzfahrtschiffen angefahren werden. Von Peru aus kann man auf dem Amazonas nach Brasilien reisen.

Geld[Bearbeiten]

Der brasilianische Real (Mehrzahl Reais, int. Währungskürzel BRL, nat. Kurzzeichen R$) war lange Zeit an den Dollar gekoppelt. Man erhält (Stand 2016) etwas mehr als 4 R$ für einen Euro. Der Kurs kann kurzfristig schwanken, so erholte er sich zwischen 2001 und 2007 deutlich gegenüber dem Dollar, fiel dann 2008 jedoch infolge der Finanzkrise wieder ab. Bezahlung in fremder Währung wird so gut wie nirgends akzeptiert, so dass man immer Brasilianisches Bargeld oder Karten bei sich haben sollte, wenn man etwas kaufen möchte.

Bargeld[Bearbeiten]

Üblich sind Münzen von 5 Centavos bis 1 Real und Geldscheine von 2 Reais bis 100 Reais. Es sind, bei gleichem Wert, teilweise mehrere unterschiedliche (Umfang, Dicke und sogar Material) Münzen im Umlauf, so dass man teilweise genau hinschauen sollte, welche Münze man grade in der Hand hat.

US-Dollar und Euro lassen sich anstandslos umwechseln, britische Pfund häufig auch. Schweizer Franken mitzubringen sollte man jedoch wenn irgendwie möglich vermeiden. Und viele Geldwechselstuben, sowohl die der Bankunternehmen an den internationalen Flughäfen wie auch die von Reisebüros und private Wechselstuben in den Innenstädten und Shopping Centers wechseln Schweizer Franken zu schlechteren Kursen, wenn überhaupt. Vor allem die Wechselstuben angesehener Banken verweigern den Umtausch von Schweizer Franken.

Bezahlung in Bargeld werden nahezu überall akzeptiert und sind bei Einkäufen im Laden nach wie vor die Regel. Bei Barzahlungen an der Kasse wird der Betrag auf 5 Centavos gerundet, bei Kartenzahlung wird aber der exakte Betrag abgebucht.

Bargeld zu bekommen ist manchmal nicht so einfach, wie man denken könnte. Es gibt zwar jede Menge Geldautomaten, insbesondere in Shoppingzentren, und Bankfilialen, aber diese sind leider auch sehr häufig außer Betrieb. Falls nicht bilden sich gerne lange Schlangen an den funktionierenden Automaten, da brasilianische Bankkunden dort Überweisungen tätigen etc, was recht lange dauern kann.

Auch funktionieren nicht immer alle ausländischen Bank- oder Kreditkarten an allen Automaten. Geldautomaten der Staatsbank Caixa Economica Federal (CAIXA) stehen ausschließlich den eigenen Kunden zur Verfügung und akzeptieren keinerlei fremde Karten. Geldautomaten der zweiten großen halbstaatliche Bank Banco do Brasil, akzeptieren zwar gängige Kreditkarten, haben aber gewöhnlich die längsten Wartezeiten, da nahezu jeder brasilianische Bürger dort ein Konto hat und Online-Banking nicht wirklich stark verbreitet ist. Am besten fährt man daher als Tourist mit Privatbanken, wie Bradesco, Itaú oder Santander, soweit man eine Filiale oder einen Geldautomaten dieser Anbieter findet.

Karten[Bearbeiten]

Gängige internationale Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. Selbst manche Straßenhändler und viele Taxis haben entsprechende Lesegeräte dabei. American Express und Diners Club funktionieren auch an den elektronischen Kassen der Banken, werden aber Restaurants oder Geschäften nur selten angenommen. Teilweise werden sogar europäische Debitkarten mit Maestro- oder Visa-Electron-Zeichen akzeptiert. Andererseits kann man sich nie darauf verlassen, dass eine bestimmte Karte überall funktioniert. Spezifisch europäische Bank- und Kreditkarten wie Postcard funktionieren an den Automaten der Banco do Brasil, aber nicht für bargeldlosen Zahlungsverkehr. Es lohnt sich daher mehrere Karten zur Auswahl zu haben (z. B. Visa- und Mastercard).

Mobilität[Bearbeiten]

Busterminal Dom Pedro in São Paulo

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Tipp
  • Sitzplätze: auf jeder Fahrkarte ist ein nummerierter Sitzplatz schon vermerkt, und die Brasilianer sind im Allgemeinen sehr pingelig mit der Einhaltung der Sitzplatznummern.
  • Sicherheit: Reisen im Stehen ist untersagt.
  • Pünktlichkeit: vor allem die Busse der großen Busunternehmen wie Itapemirim, Útil, Cometa, Gardênia, Garcia, Prata, São Geraldo, Gontijo, Pluma etc., sind von einer geradezu peinlichen Pünktlichkeit. Es ist ratsam, vor Einsteigen die Uhr genauestens im Auge zu behalten. Aber auch die kleineren Busgesellschaften im Landesinneren sind für ihre örtlichen Verhältnisse immer noch außergewöhnlich pünktlich.

Praktisch jeder Ort in Brasilien ist per Bus oder Minibus erreichbar, schwierig kann es vor allem in der Regenzeit in Pantanal und im Amazonasgebiet werden. Die Busse in entlegene Gebiete fahren nicht immer regelmäßig und sind sehr gut ausgelastet. Busfahrten sind günstig, brauchen jedoch oft Zeit. In den allen Orten gibt es „Rodoviárias“ (Busbahnhöfe), von denen regelmäßig Busse in die Orte der Umgebung und in wichtigere Städte abfahren. Zwischen den Großstädten gibt es für jede Strecke verschiedene Busgesellschaften, die aber im Allgemeinen für den gleichen Komfort die gleichen Preise verlangen.

Für Langstrecken gibt neben „normalen“ Reisebussen („ônibus convencional“) auch Busse mit bequemeren („executivo“) Sitzen oder Sitze, die sich quasi zum Bett umklappen lassen („leito“). Busse der Leito-Klasse sind um einiges bequemer als deutsche Reisebusse (Beinfreiheit, klappbare Sitze, Toiletten usw.). Auf Reisen über vier Stunden werden gesetzlich vorgeschriebene Zwischenstopps von 15 Minuten – zu den Essenszeiten eine Stunde – in Zeiträumen von zwei bis vier Stunden an Raststätten gemacht, in denen gegessen werden kann.

Es gibt auch internationalen Langstreckenbusverkehr.

Eine Suchmaschine für Busverbindungen in ganz Brasilien bietet Canalbus. Es werden die Abfahrts- und Ankunftszeit, Fahrtzeiten, sowie die jeweilige Busgesellschaft angezeigt. Eine Alternative dazu ist Transportal. Ebenso haben die Busgesellschaften ihre eigenen Websites auf denen man seine Fahrkarten online kaufen kann.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die größeren Städte sind miteinander verbunden, aber nicht unbedingt direkt. Dadurch kann es vorkommen, dass man durch mehrfaches Umsteigen auch für Inlandsflüge recht lange unterwegs ist. Für Reisen zwischen den Regionen, ist das Flugzeug aber trotzdem die erste Wahl.

Brasilien verfügt über vier größere nationale Fluggesellschaften: TAM (auch internationales Netz, z. B. Frankfurt am Main, London, Paris, Mailand, Madrid und New York), GOL (Billigflug, einige Verbindungen in südamerikanische Metropolen, sehr zuverlässig), Avianca Brasil (auch Auslandsflüge) und Azul.

Weitere kleinere Airlines sind z. B.:

  • Webjet (Billigflug, kleines Netz)
  • Passaredo (kleines Netz aber wichtige Strecken; kann vom Ausland aus auch online nicht gebucht werden)
  • Abaeté (kleines Netz mit wichtigen Strecken)
  • Rico (landesweite Lufttaxigesellschaft)
  • Pantanal
  • Cruiser
  • Noar
  • Sete
  • Brava
  • Meta
  • Sol

Außerdem gibt es viele kleine regionale Airlines, meist mit Webpräsenz und Internetbuchungsmöglichkeit.

Auch in Brasilien ist Fliegen eine vergleichsweise sehr sichere Form der Fortbewegung. Allerdings sind die Flugzeuge im Schnitt etwas älter als in Europa und auch die Sicherheitskontrollen sind nicht immer ganz so rigoros.

Praktisch: Fluggesellschaften sind bei Inlandsflügen per Gesetz verpflichtet mindestens ein Gepäckstück (max. 23 kg) pro Passagier anzunehmen, wenn dieser das wünscht. Bei internationalen Flügen, welche in Brasilien beginnen ist das gesetzlich vorgeschriebene Freigepäck sogar noch größer (bis zu zwei Gepäckstücke à 32 kg).[1]

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Ein Erlebnis ist eine Fahrt mit einem Passagierdampfer von Belém nach Manaus auf dem Amazonas. Entweder man hängt seine Hängematte zu 200 anderen in einen der Decks auf oder man leistet sich eine Kabine, die auch nicht so teuer ist. Den Tag verbringt man auf dem Oberdeck, blickt auf die vorbeiziehende Landschaft oder unterhält sich mit seinen Mitreisenden. Am besten sollte man sich vor Buchung im Hotel sich erkundigen, welche Schiffe empfehlenswert sind. Von Manaus aus kann man auf den Flüssen noch weiter in den Urwald reisen oder sogar bis ins Nachbarland Peru.

Sprache[Bearbeiten]

In Brasilien wird Portugiesisch gesprochen. Das brasilianische Portugiesisch unterscheidet sich jedoch wesentlich von der Version, die in Portugal gesprochen wird, so daß man sich für Brasilienaufenthalte ein Wörterbuch Brasilianisch oder Brasilianisches Portugiesisch und nicht ein Wörterbuch Portugiesisch zulegen sollte. Die Brasilianer verwenden in der gesprochenen Sprache häufig eine vereinfachte Grammatik und es wird auch weicher gesprochen als in Portugal. Auch innerhalb Brasiliens unterscheidet sich die Sprache aufgrund von Dialekten regional.

Ohne einen gewissen portugiesischen Grundwortschatz wird man sich in Brasilien recht schwer tun. Englisch wird nicht an allen allgemeinbildenden Schulen gelehrt und daher nur von einem recht kleinen Teil der Bevölkerung gesprochen. Dazu zählen hauptsächlich junge Menschen der Mittel- und Oberschicht. Besonders für Individualreisende ist es empfehlenswert, brasilianisches Portugiesisch zu können. Dies gilt vor allem dann, wenn man ein nur begrenztes Budget zur Verfügung hat. Wenn man Spanisch sprechen kann, sollte man darauf hinweisen. Wenn man dann langsam spricht, ist oft eine Verständigung möglich, da sich die Sprachen sehr ähneln. Wer das in Portugal gesprochene portugiesisch spricht sollte sehr auf seinen Sprachgebrauch achten, da Ausdrücke die in Portugal völlig belanglos sind in Brasilien oft abschätzige und sogar beleidigende Bedeutungen haben können. Nachfolgend eine Tabelle mit aufs genaueste übersetzten Beispielen auf die besonders zu achten sind, da Brasilianer ihre Bedeutungen in Portugal grundsätzlich nicht kennen:

Wort in Portugal in Brasilien Brasilianisches Wort für Bedeutung in Portugal
autocarro Bus (keine) ônibus
banda desenhada (BD) Comic gezeichnete Musikgruppe quadrinho, história em quadrinhos (HQ)
bestial wunderbar bestialisch maravilhoso
bicha Anstehschlange Schwuler fila
bilhete Fahrschein; Führerschein; Ausweis Zettel; Banknote carta/carteira (de motorista)
boceta Schachtel Möse caixinha
cacete Brötchen Pimmel pão francês
camisola Fußballhemd Damennachthemd camisa (de futebol)
canalhas Gruppe Kinder Schurken; Halunken grupo de crianças
capacho Perücke Fußabtreter peruca
chávena Tasse (keine) Chícara, Xícara
comboio Eisenbahnzug Lastwagenkolonne trem
cueca Damenunterhose Herrenunterhose calcinha
Durex Pariser Klebstreifen camisinha
estar com histórias Menstruation haben Lügen erzählen menstruar; ficar menstruada
explicador Hauslehrer Erklärer professor particular
ficheiro Datei (keine) arquivo
fino Bier vom Faß fein chopp
frigorífico Kühlschrank Schlachthaus mit Tiefkühllager geladeira
gelado Eiskrem eiskalt, eisig sorvete
imperial Bier vom Faß kaiserlich chopp
leitor de cassetes Kassettenrecorder (keine) toca-fitas
marialva Frauenheld (keine) mulherengo
montra Schaufenster (keine) vitrine
paneleiro Schwuler Topfmacher bicha; gay; sentauro (sic!); viado
paragem Bushaltestelle Stauung parada / ponto (de ônibus)
passadeira Fußgängerüberweg Büglerin faixa (de pedestres)
peão Fußgänger Rodeozureiter pedestre
pequeno almoço Frühstück nur eine Kleinigkeit zum Mittagessen café da manhã
peúgas Strümpfe (keine) meias
pica Spritze Pimmel injeção
propinas Steuergelder Bestechungsgelder impostos
punheta kleine Portion; Handvoll von etwas wichsen; männliche Masturbation punhado
puto Jugendlicher sehr verärgert; Strichjunge moço; adolescente
rapariga Mädchen Nutte garota; moça
salpicão geräucherte Schweinewurst Hühnchensalat lingüiça defumada
sebenta Heft schmierig apostila
talho Metzgerei (keine) açougue
telemóvel Mobiltelefon (keine) celular
tira-cápsulas Korkenzieher Tablettenzähler abridor (de garrafa)

Einkaufen[Bearbeiten]

Erzeugnisse des täglichen Bedarfs bekommt man in den Städten in einem der vielen Supermärkte. Große Supermärkte (Hipermercado) findet man meist in den Außenbezirken. Zudem gibt es in den Großstädten auch überall Abholgroßmärkte, die überwiegend auch an Privatpersonen verkaufen und sich dank Mengenrabatt für große Einkäufe lohnen.

Brasilianer gehen sehr gerne in Malls einkaufen, daher gibt es davon jede Menge; kleine, große, riesige, einfache und elegante. Von innen sehen sie sich allerdings meist recht ähnlich. Es gibt die großen Ketten (C&A, Insinuante, Schalk, Lojas Americanas etc), Banken, ein paar Cafés sowie einen Food Court und häufig auch einen Kinderspielplatz.

Kaufen[Bearbeiten]

Brasilien ist allgemein ein recht teures Reiseland, die Preise steigen, wenn man sich bspw. in den ländlichen Bereichen des Landesinneren aufhält. Dies betrifft vor allem die touristische Infrastruktur (Hotels und Restaurants). Die Preise hier bewegen sich oft inzwischen auf mitteleuropäischem Niveau. Brasilien ist zusammen mit Kanada das teuerste Reiseziel des amerikanischen Kontinents. Trotzdem liegen z. B. die Preise für Lebensmittel, Mieten und Transportdienstleistungen im Allgemeinen unter denen in Westeuropa.

Bei Souvenirs muss man unbedingt auf den Artenschutz achten. Mitbringsel aus Pflanzen oder Tieren sind oft verboten. Die bessere Wahl liefert der Boden, den Brasilien bietet eine Vielzahl wunderschöner Edelsteine und Mineralien. Im Amazonas wird Gold gewonnen, wobei der umweltbewußte Souvenirjäger abwägen muss, ob er mit dem Kauf die Umweltzerstörung unterstützen will, mit der leider auch heute noch die Goldgewinnung verbunden ist.

Küche[Bearbeiten]

Fleisch ist ein wichtiger Bestandteil brasilianischen Essens, an Flüssen und dem Meer spielen Fisch und Schalentiere eine große Rolle. Beliebte Beilagen sind schwarze Bohnen, Reis, Farofa (geröstetes Maniokmehl), Nudeln und Kartoffeln. Feijoada ist ein Eintopf aus schwarzen Bohnen.

Eine preiswerte Essensmöglichkeit ist das Buffetrestaurant (manchmal auch Self serve). An einem Buffet kann man sich einen Teller mit Gemüse und Beilagen füllen, dazu darf man sich meist ein oder zwei Stücke Fleisch aussuchen. Manchmal bedient man sich auch beim Fleisch selbst, dann stellt man an der Kasse den Teller auf eine Waage und bezahlt nach dem Gewicht des Essens. Der Preis variiert in den verschiedenen Restaurants zwischen 10 und 40 R$ pro Portion.

À-la-carte-Restaurants sind meist deutlich teurer, allerdings sind in vielen Restaurants die Portionen dafür so groß bemessen, dass auch zwei Personen satt werden können.

Brasilianische Spezialitäten sind

  • Feijoada, ein deftiger Eintopf mit schwarzen Bohnen, Rind- und Schweinefleisch und viel Speck,
  • Picanha, Schwanzstück vom Rind
  • Moqueca, Fischeintopf, oft mit Tomaten, Paprika, Kokosmilch und Palmöl,
  • Caururú, Krabben in einer scharfen Sauce aus rotem Pfeffer, Okraschoten, Zwiebeln, Tomaten, Knoblauch, Chili, Palmöl und Nüssen,
  • Bacalhau, Stockfisch, besonders beliebt sind Bolinho de Bacalhau, frittierte Stockfischbällchen,
  • Farofa, geröstetes Maniokmehl, Beilage zu vielen Gerichten,
  • Pamonha, in Maisblättern gekochter Brei aus Kokos, Zucker und Mais,
  • Quindim, eine Art Pudding aus Zucker, Eigelb und Kokosnuss

Ein Traum ist die unglaubliche Auswahl an Früchten, von denen man in Europa oft noch nie etwas gehört hat. Eine gute Methode, sie zu probieren, sie als Sucos (Fruchtsäfte) zu testen. Die Früchte landen im Mixer und werden, je nach Geschmack, mit Wasser, Eis und Zucker ergänzt, manchmal auch mit Ingwer. Eine herrliche Erfrischung in der Hitze Brasiliens. Manchmal erwischt man Sorten, die eklig schmecken, aber die meisten sind unglaublich gut. Natürlich kann der vorsichtige Reisende auch zu ihm bekannten Fruchtsorten greifen, wie zum Beispiel Limonen.

Getränke[Bearbeiten]

Eine einheimische Limonade ist „Guraraná“ nach der gleichnamigen Pflanze. Die brasilianischen Versionen enthalten Coffein, aber kein Taurin. Der Coffeinsüchtige wird außerdem den brasilianischen Kaffee lieben, besonders den kleinen Kaffee nach dem Essen, den Cafezinho.

Jene, die nicht auf Alkohol verzichten können, greifen zum brasilianischen Rum oder Cachaça und der bekannten Caipirinha mit Limonen, Zuckerrohrschnaps, Rohrzucker und Eis.

Brasiliens wahres Nationalgetränk ist jedoch unbezweifelbar das Bier, so sehr dass die Anzahl der Nichtbiertrinker lediglich von der der Lottogewinner übertroffen wird. An Brauereien mangelt es in Brasilien nicht, und brasilianisches Bier wird auf Tiefsttemperaturen gekühlt bevor man es für menschlichen Verbrauch aufmacht. An heißen Sommerabenden bedeutet brasilianisches Bier eine herrliche Erfrischung, aber allgemein wird Bier bei jedem Wetter getrunken. Nicht umsonst handhabt die brasilianische Gesetzgebung den Verbrauch alkoholischer Getränke während der Arbeitszeit − einschließlich Mittagessenspause − und den geringsten Alkohol am Steuer mit so außerordentlicher Strenge.

Bei den in Mitteleuropa als richtig empfunden Trinktemperaturen wird brasilianisches Bier jedoch leicht ungenießbar. Daher glauben die Brasilianer allgemein Bier würde in Deutschland warm getrunken; für brasilianische Verhältnisse ist es schon warm. Was für brasilianisches Bier richtige Trinktemperatur - eiskalt - ist wird klar, wenn Brasilianer vom Gastwirt „uma geladinha“ (eine kleine Eisgekühlte, was aber keinesfalls „kleines Bier“ bedeutet), „aquela gelada“ (die Eisgekühlte), oder „aquela qu'cê guardou pra você“ (die Flasche die du für dich selbst aufgehoben hast) bestellen.

Die Erzeugnisse der meisten Bierbrauereien sind in drei Größen von Flaschen erhältlich:

Größe Bezeichnung
300–350 ml Meia, oder Long-Neck
600 ml Garrafa (dies bedeutet jedoch auch allgemein „Flasche“)
1.000 ml Litrão

Im Restaurant bestellt man für eine kleine Gruppe häufig eine 600-ml-Flasche, die dann mit einer Isolierhülle serviert wird. Getrunken wird aus kleinen 150-ml-Gläsern.

Dosenbier der meisten Brauereien wird in Dosen von 350 ml („Lata“), 400 ml, 445 ml und 500 ml („Latão“ für alle drei letzteren) angeboten. In besseren Restaurants ist häufig auch Bier vom Fas („Chope“, oder „Chopp“) zu bekommen, was aber meist teurer ist.

Nachtleben[Bearbeiten]

Nicht zu Unrecht gilt Brasilien als eines der feierfreudigsten Länder der Erde. Die Feste, insbesondere die rund um die Wintersonnenwende (São João Ende Juni) und der berühmte Karneval, der übrigens in ganz Brasilien und keineswegs nur in Rio de Janeiro und Salvador bunt und ausgelassen gefeiert wird, mobilisieren die Bevölkerung.

Als Zentren des Nachtlebens gelten São Paulo und Rio de Janeiro sowie im Sommer die Südküste rund um Florianópolis. In diesen Gebieten kann man neben den traditionellen brasilianischen Rhythmen durchaus auch ein „europäisches“ Nachtleben finden, etwa in Form von Techno- und House-Diskotheken und Rockmusik aller Spielarten.

Bei den Einheimischen besonders beliebt ist dagegen die Musica Popular Brasileira (MPB), eine Mischung aus Popmusik und traditionellen Tänzen. Sie ist gekennzeichnet durch einfache Melodiestrukturen und einem gitarrenlastigen Sound, Vertreter sind beispielsweise Gilberto Gil (der es bis zum Kulturminister brachte), Milton Nascimento, Caetano Veloso und den von Reggae- und Afroklängen beeinflussten Chico César und Sérgio Mendes.

Eher als Musik der Favela-Bewohner gilt der Baile Funk, der es aber auch in die Großraumdiskotheken Südamerikas geschafft hat. Es handelt sich um einen Ableger des US-amerikanischen Electro. Die Veranstaltungen dieser Musikrichtung, besonders in der Peripherie von Rio de Janeiro verbreitet, sind für Touristen nicht zu empfehlen – sehr häufig kommt es zu Schlägereien mit Verletzten und sogar Toten.

Die Samba-Shows, die besonders in Rio de Janeiro verbreitet sind, gelten als sehr touristisch und kommerziell. Einblick in die wahre brasilianische Folklore sollte man nicht erwarten.

Unterkunft[Bearbeiten]

Hotels und Pousadas in allen Preisklassen von einfach bis nobel sind ausreichend überall vorhanden. In der Regel bezahlt man pro Zimmer, ab der dritten Person für ein Beistellbett extra. Frühstück ist in Hotels in der Regel inbegriffen. Sauberkeit ist Standard. Der Tourismus in Brasilien ist erst im Begriff sich zu vernetzen. Informationen erhält man in der Regel nur vor Ort.

Gewöhnungsbedürftig sind die Durchlauferhitzer im Duschkopf bei einfachen bis mittleren Unterkünften. Diese muss man vor Gebrauch einschalten („Verão“ = halbe Leistung; „Inverno“ = volle Leistung). Vorsicht! Man sollte im Trockenen stehen, sonst kann es zu einem unangenehmen Stromschlag kommen.

Eine Warnung: ein „Motel“-Zimmer wird in Brasilien stundenweise gebucht und dient als ruhiger Ort für Sexeskapaden. Man sollte also nicht versuchen, dort zu übernachten. Die Aufmachung dieser Motels ist aber ziemlich eindeutig, sie heißen „Venus“ oder „Club 69“ und sind mit grellen Leuchtreklamen verziert. Ein normaler Tourist verirrt sich nicht ohne weiteres in so ein Motel. Allerdings, auch wenn es nicht der eigentliche Zweck ist: man kann dort auch übernachten. Viele Motels haben nicht nur Stundenpreise, sondern auch Preise für eine ganze Nacht. Die Einrichtung ist eher zweckdienlich, also kein Kleiderschrank, Schreibtisch und keine helle Beleuchtung, dafür je nach Preisklasse gegebenenfalls eine größere Badewanne, was sonst in brasilianischen Hotels selten ist. Frühstück ist hier im Zimmerpreis meist nicht inklusive.

Lernen[Bearbeiten]

Die staatlichen Universitäten gelten als qualitativ gut, die Studienplätze sind aber hart umkämpft. Daher sind viele junge Brasilianer in privaten Universitäten eingeschrieben, die aber nicht als vollwertig gelten. Auch für Ausländer kann ein Studium oder zumindest ein Austauschprogramm attraktiv sein. Weitere Informationen gibt es beispielsweise beim Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD).

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Luftaufnahme der Jesusstatue auf dem Corcovado in Rio de Janeiro

Gesetzliche Feiertage:

Termin Name Bedeutung
1. Januar Ano Novo Neujahrstag
24. Februar 2017 –
1. März 2017
Carnaval Karneval
14. April 2017 Sexta-Feira da Paixão Karfreitag
21. April Tiradentes Gedenktag für den am 21 April 1792 in Rio de Janeiro hingerichteten republikanischen Nationalhelden Joaquim José da Silva Xavier, allgemein als "Tiradentes" (= Zahnzieher; er war Zahnarzt) bekannt.
1. Mai Dia Mundial do Trabalhador Weltweiter Tag des Arbeiters
15. Juni 2017 Corpus Christi Fronleichnam
7. September Independência do Brasil Unabhängigkeitstag
12. Oktober Nossa Senhora Aparecida Tag der Schutzheiligen Brasiliens
2. November Finados Allerseelen
15. November Proclamação da República Republikausrufung
25. Dezember Natal Weihnachten
31. Dezember Reveillon Silvester

Sicherheit[Bearbeiten]

Notrufe: Polizei 190

In Brasilien ist es für Touristen nicht gefährlicher als in Europa, wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet. Man sollte vor allem beachten, dass man oft als „reicher Tourist“ angesehen wird. Deswegen sollte man seinen Reichtum nie zur Schau stellen, also nicht den Goldschmuck heraushängen lassen, so dass die arme Bevölkerung neidisch werden könnte.

In einigen Gebieten der Großstädte, insbesondere in den ärmeren Stadtteilen (Favelas) von São Paulo, Rio de Janeiro und der Städte des Nordostens, muss man als Tourist in Brasilien jedoch erhöhte Vorsicht walten lassen. Bei einem mehrwöchigen Aufenthalt in Brasilien kann es vorkommen, dass man Touristen trifft, die dir erzählen, wie sie selbst mit vorgehaltener Waffe ausgeraubt wurden. Um dem unvermeidlich erscheinenden Raub vorzubeugen oder dessen schadvollen Effekt wenigstens zu begrenzen, reicht es schon einige simple Regeln zu befolgen:

  • Wenn man ausgeht, dann nur mit so viel Geld, wie man voraussichtlich brauchen wird (niemals mehr als 20 €, also ein Geldbetrag der verkraftbar erscheint).
  • Immer einige Münzen (Kleingeld oder kleine Scheine) in der Hosentasche bereithalten und diese im Falle eines Überfalls bereitwillig geben. Zeigen bzw. behaupten, dass das alles sei, was man habe. Den Hauptteil des Geldes in einer um den Bauch gebundenen Geldbörse bzw. Geldgürtel unterbringen.
  • Nachts niemals alleine ausgehen, außer in gut beleuchteten und belebten Stadtteilen.
  • In ärmeren Gebieten, insbesondere nachts, lieber keine Wertgegenstände wie Armbanduhr oder Digitalkamera mitführen. Es gibt günstige Einwegkameras, die auch gute Bilder machen, deren Verlust lange nicht so schwer wiegt, wie der der geliebten Digitalkamera.
  • Niemandem in dunkle oder verlassene Gassen folgen. Jedem, vor allem denjenigen, die von Anfang an Vertrauen erwecken zu versuchen, das nötige Misstrauen entgegenbringen. Eine nahezu klassische Variante des Überfalls bei hellichtem Tage ist es, dass drei bis vier Jungs lächelnd auf einen zukommen, die Hand ausstrecken, die der gute Europäer natürlich sofort reflexartig greift, um dann festzustellen, dass sich unter dem T-Shirt einer der Jungs leider die Spitze eines nicht zu kleinen Messers abzeichnet, die in Richtung der eigenen Leber zeigt. Also: Gar nicht erst die Hand geben.

Sei nicht überrascht, wenn dir in den Einkaufsstraßen mancher touristisch gut erschlossenen Badeorte bis unter die Zähne bewaffnete Streifen begegnen. Nicht minder bewaffnet sind die Begleiter von Geldtransporten. Fünf Sicherheitskräfte, die vor dem Verlassen der Geldboten die Umgebung sichern, sind keine Seltenheit. Auch gibt es Jugendherbergen, vor denen Tag und Nacht Sicherheitskräfte stehen.

Besonders in ärmeren Vierteln der Großstädte greifen die Sicherheitsbeamten, angeblich wegen der hohen Kriminalität, zum Selbstschutz sehr schnell zur Waffe. In manchen Orten hat die Bevölkerung mehr Angst vor der Militärpolizei als vor Kriminellen.

Bereiten Sie sich auch darauf vor, dass Sie in einigen Regionen sehr penetrant angebettelt werden. Besonders negativ fällt hier Salvador auf. Hier vor allem in den Stadtvierteln Barra (um den Farol de Barra) und Pelourinho (historische Altstadt).

Seien Sie zurückhaltend, freundlich und informieren Sie sich vorher, in welchen Stadtvierteln Sie sich bewegen. Denn mit der nötigen Vorsicht ist Brasilien ein tolles Reiseziel.

Moderne Brasilianische Steckdose

Wer eigene Elektrogeräte mitbringt, die höhere Ströme benötigen, sollte unbedingt einen dreipoligen Adapter (drei Stifte und runde Öffnung) für die brasilianischen Steckdosen benutzen (siehe Bild). Zweipolige Adapter, die man an jeder Straßenecke bekommt, lassen sich zwar einstecken und liefern auch Strom, jedoch keine Erdung. Es droht also ein Stromschlag, der Mensch und Gerät gefährden kann.

Gesundheit[Bearbeiten]

Anekdote Urinieren verboten!
Der Amazonas bietet eine unerwartete Gefahr für Schwimmer. Der Candiru ist ein parasitärer Fisch, der auch bei Menschen in Geschlechtsöffnungen oder Rektum eindringt und sich dort von Blut und Gewebe ernährt. Daher sollte beim Baden im Fluss immer Badebekleidung getragen werden. Da er von Harnstoff angelockt wird, ist besonders das Urinieren im Fluss ein Risiko!

Große Teile Brasiliens sind Dengue- und Gelbfiebergebiet. Eine Gelbfieberimpfung ist dort sehr empfehlenswert. Daneben gibt es in Brasilien Malaria, inklusive der besonders gefährlichen Malaria Tropica. Zu beachten ist, das aus diesem Grunde die ganztägige Prophylaxe gegen Insekten empfohlen wird, da die Gelbfiebermücke (Dengue) tag- und die Anophelesmücke (Malaria) nachtaktiv ist. Ein Moskitonetz sollte in keinem Fall fehlen. Je nach eigenem Reisevorhaben ist eine Chemoprophylaxe gegen Malaria sinnvoll. Vorsorge gegen Hepatitis A und B sind ebenfalls angeraten.

Brasilien steht oft zu unrecht im Verdacht, eine hohe Aidsrate zu besitzen. Dies ist nicht so, die HIV-Rate ist etwa so hoch wie in den USA und im Nachbarland Argentinien. Die brasilianischen Kondome sind allerdings nicht zuverlässig! Sie reißen oft. Auch hier gilt, wie überall in der Welt, ungeschützten Verkehr und Blutkontakt vermeiden und die Gummis von zu Hause mitbringen.

Die medizinische Versorgung in den Städten ist auf europäischem Niveau jedoch teilweise erheblich teurer, weshalb eine Reisekrankenversicherung unbedingt empfehlenswert ist.

Zu den Dengue-Epedemien in Rio de Janeiro(2002, 2008) siehe auch:

Klima[Bearbeiten]

Bei der ungeheuern Ausdehnung des Landes ist das Klima je nach der Entfernung vom Äquator wie nach der Erhebung über dem Meer sehr verschieden. Während schon westlich von Rio de Janeiro aus der Serra do Espinhaco und häufiger noch weiter im Süden auf der Serra Geral in Rio Grande do Sul die Temperatur unter 0 °C sinkt, das Klima der letztgenannten außertropischen Gebiete überhaupt ein gemäßigtes ist, herrscht im Stromgebiet des Amazonas eine gleichförmig heiße Temperatur von 28−29 °C im Mittel und ohne wesentliche Abkühlung während der Nächte. In Rio de Janeiro selbst beträgt die Temperatur in den heißesten Monaten (Januar und Februar) 26,5 °C, im kühlsten Monat (Juli) 21,9 °C, doch bringt die täglich von 10.00 Uhr bis gegen 18.00 Uhr wehende Seebrise angenehme Kühlung. Im Amazonasbecken herrscht eine fast ununterbrochene Regenzeit, die Hauptregenmonate sind November bis März. In Südbrasilien sind im Sommer mehr Gewitterregen, im Winter mehr Landregen vorherrschend. Eine eigentliche Regenzeit gibt es hier nicht.

Monat Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Maximal 29 °C 29 °C 28 °C 27 °C 25 °C 24 °C 24 °C 24 °C 25 °C 25 °C 26 °C 28 °C
Wassertemp. 25 °C 25 °C 26 °C 25 °C 24 °C 23 °C 22 °C 22 °C 22 °C 22 °C 23 °C 24 °C
Regentage 13 11 12 10 20 7 7 7 11 13 13 14

Respekt[Bearbeiten]

Anekdote Ungewöhnliche Touristenfalle
Als Bewohner nördlicher Gefilde muss man sich teilweise an die brasilianischen Offenheit erst gewöhnen. So kommen Brasilianer einem bei einer normalen Unterhaltung körperlich deutlich näher, als man das als Nordeuropäer gewohnt ist. Teilweise mit tödlichen Folgen. Jahrelang wunderte man sich, warum US-Amerikaner in São Paulo immer wieder über das Geländer einer Aussichtsplattform stürzten, bis man entdeckte, dass sie vor ihren näher kommenden brasilianischen Gesprächspartnern immer weiter zurückwichen, bis sie schließlich herunterfielen.

Auch innerhalb Südamerikas haben Brasilianer den Ruf, ein sehr offenes Volk zu sein. Das „offen“ bezieht sich dabei nicht nur auf den Umgang miteinander, sondern auch auf die Toleranz gegenüber Anderen, beispielsweise Homosexuellen. Hier ist das Land deutlich weiter als die Nachbarn im Süden und Westen.

Dennoch gibt es natürlich auch in Brasilien äußerst konservative Gebiete, besonders im Landesinneren. Auch nach Süden hin ist man vom Naturelle her etwas ruhiger, als nach Norden hin. Auch der Rassismus ist leider noch weit davon entfernt, ausgerottet zu sein, trotz oder gerade wegen der bunten ethnischen Mischung aus Afro- und Euro-Brasilianern sowie Ureinwohnern, mit vielen Mestizen oder pardos.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Post[Bearbeiten]

Briefmarken sind nahezu ausschließlich bei den Postämtern der nationalen Post Correios erhältlich. Diese sind leider nicht besonders dicht gestreut und haben zudem recht kurze Öffnungszeiten. Daher lohnt es sich, sobald man ein offenes Postamt findet, sich gleich für den gesamten Aufenthalt mit Briefmarken einzudecken.

Eine nervige Unsitte: Postbedienstete lösen zum Wiederverkauf die Briefmarken wieder von den Postkarten. Daher sollte man seine Urlaubsgrüße am besten direkt am Schalter abgeben und darauf bestehen, dass die Marken sofort abgestempelt werden: Carimbar por favor!

Laufzeiten für Sendungen von und nach Europa schwanken zwischen 10 Werktagen und drei Monaten. Wichtige Sendungen sollten daher immer versichert und am besten per Express versendet werden.

Telekommunikation[Bearbeiten]

Es gibt vier Mobilfunknetzbetreiber in Brasilien, Claro, Oi, TIM und Vivo, welche jeweils ein modernes 3G- bzw. 4G-Netz betreiben. Moderne Mobiltelefone und Smartphones sollten daher ohne technische Probleme verwendet werden können. Besitzer älterer europäischer Geräte, sollten sich jedoch erkundigen, welcher Netzbetreiber ein zu ihrem Gerät kompatibles GSM-Netz (GSM900 bzw. GSM1800) betreibt.

Roaming mit einem europäischen Mobilfunkvertrag ist sehr teuer (teilweise mehr als 2,50 EUR pro Minute) und sollte nur im Notfall erfolgen. Billiger ist es meist, sich eine lokale Prepaid-SIM-Karte zuzulegen. Die SIM-Karte ist häufig sogar kostenlos.

Für den Erwerb einer brasilianischen SIM-Karte wird eigentlich eine Steuernummer (CPF) benötigt, jedoch gibt es bei fast allen Netzbetreibern mittlerweile auch die Möglichkeit als Ausländer mit Vorlage des Reisepass eine SIM zu kaufen. Hierfür wird jedoch zumindest bei Claro eine spezielle „Visitors SIM“ benötigt, die nicht in jedem Laden vorrätig ist bzw. die Mitarbeiter nicht wissen wie der Aktivierungsvorgang für Ausländer genau abläuft (entweder sie aktivieren es über ihre eigene CPF, wodurch man unter Umständen allerdings auf Probleme stößt, da man die CPF beispielsweise auch für das Login im Kundencenter oder für Tarifwechsel benötigt, oder man muss einen anderen Laden aufsuchen).

Literatur[Bearbeiten]

Death in Brazil von Peter Robb. Englisch. Fein gesponnene Erzählung über Land und Leute vermischt mit dem umfassenden geschichtlichen und politischen Hintergrund Brasiliens. Prima Einstiegsliteratur für Neuentdecker Brasiliens.

Brasilien - Ein Land der Zukunft von Stefan Zweig. Von einem der aus der Hölle (Deutschland vor und während des Zweiten Weltkriegs) auszog und sein Paradies entdeckte.

Weblinks[Bearbeiten]

  • Auf Brasilien spezialisiertes Wiki: BrasilWiki
  • Informationen, Tipps, Hilfen, Geschichten über Brasilien: Brasilienfreunde.net
  • Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten der Repubik Österreich BMAA.gv.at
  • Zentrum für Reisemedizin Österreich Reisemed.at
  • Online Landkarten und Stadtpläne von Brasilien Weltkarte.com


Brauchbarer Artikel Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.
  1. http://www2.anac.gov.br/ingles/pdf/informationPassengers/ANAC_Guide_Passag_junho2012.pdf