Rio de Janeiro
| Rio de Janeiro | |
| Bundesstaat | Rio de Janeiro |
|---|---|
| Einwohnerzahl | 6.211.223 (2022) |
| Höhe | 31 m |
| Social Media | |
Rio de Janeiro | |
Rio de Janeiro ist mit sechs Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Brasiliens nach São Paulo. Es liegt im Südosten des Landes im gleichnamigen Bundesstaat am Atlantik.
Hintergrund
[Bearbeiten]1 Rio de Janeiro ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaats Rio de Janeiro. Die Häufung von teilweise spektakulären Sehenswürdigkeiten und die Lage an der Guanabara-Bucht machen die Stadt zu einer der schönsten Städte der Welt.
Ihre Bekanntheit verdankt die Stadt ihrer wunderschönen Lage zwischen von üppiger Vegetation bedeckten Küstengebirgen und dem Meer. Die Strände von Copacabana und Ipanema werden jährlich von Millionen Touristen aus aller Welt besucht. Ein weiterer Anziehungspunkt ist der weltberühmte Carnaval mit seinen Bandas und Blocos (Straßenumzügen), bei denen tausende Tänzer und Musikanten der Sambaschulen (portugiesisch: Sambistas) durch die Straßen ziehen. Für den Wettbewerb der größten und beliebtesten Sambaschulen wurde eigens ein Stadion, das Sambódromo, gebaut.
Rio de Janeiro war bis 1960 Hauptstadt Brasiliens und auch sein wirtschaftliches und kulturelles Zentrum, bis ab 1956 die Retortenhauptstadt Brasília gebaut wurde. Gleichzeitig wurde Rio von São Paulo mit seinen dort ansässigen internationalen Firmen (Auto- und Chemieindustrie) überrundet. So ist São Paulo heute die größte Stadt in Brasilien. Dennoch ist Rio de Janeiro nach wie vor ein wichtiges Zentrum der Wirtschaft Brasiliens. Sein Pro-Kopf-Bruttosozialprodukt gehört zu den höchsten des Landes. In Rio besteht ein großes Gefälle zwischen Arm und Reich, das wegen der hohen Bevölkerungsdichte besonders auffällt. Das beste Beispiel hierfür sind die Elendsviertel (portugiesisch: Favelas) wie z. B. Rocinha, das nur wenige hundert Meter vom Wohlstandsviertel Leblon mit seinem vornehmen Strand entfernt liegt.
Heute ist Rio eine kosmopolitische Metropole mit Einflüssen aus fast allen Kontinenten. Die Mehrzahl der Einwohner stammt von Europäern (vor allem mit portugiesischen oder italienischen Wurzeln) ab, daneben gibt es eine große Gruppe von Afrobrasilianern. Auch auffällig viele japanische Emigranten haben sich in Rio ein neues Leben aufgebaut. In Rio gibt es daneben eine lebendige jüdische Gemeinde. Eine Minderheit der Indios ist vertreten, viele von diesen haben sich jedoch bereits stark mit europäisch-stämmigen oder afrobrasilianischen Cariocas gemischt. Wie alle großen Städte in Brasilien unterliegt auch Rio einer hohen Immigration durch landlose Bauern (portugiesisch: Campesinos) aus landwirtschaftlich verarmten Gebieten. Vor allem Nordestinos, Leute aus der Dürrezone im Nordosten Brasiliens, zieht es in das wirtschaftlich attraktivere Rio de Janeiro.
Geschichte
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In der Gegend um das heutige Rio de Janeiro lebten einst die indigenen Tupi, Tamoio und Tapuia. Der Stadtname „Rio de Janeiro“ (portugiesisch: „Januar-Fluss“) ist auf einen Irrtum ihres Entdeckers, dem portugiesischen Seefahrer André Gonçalves, zurückzuführen. Dieser erreichte mit der Flotte unter Generalkapitän Gonçalo Coelho am 1. Januar 1502 die 1 Guanabara-Bucht . Die Seeleute hielten diese mit 381 km² zweitgrößte Meeresbucht Amerikas für eine im Januar entdeckte Flussmündung, wobei die Benennung der Stadt André Gonçalves zugeschrieben wird.[1][2] Eine portugiesische Ansiedlung erfolgte zunächst nicht. Dies holte der Seefahrer Gonçalo Coelho nach, als er im September 1503 – getrennt durch Stürme vom Rest der Flotte – in der Guanabara-Bucht landete und hier ein Steinhaus errichtete, das die Tamoios als Carioca („Haus des weißen Mannes“) bezeichneten. Der Name ist bis heute für die Einwohner Rios geblieben. Hiernach ist auch die südwestlich von Rio gelegene 2 Serra da Carioca benannt. Am 13. Dezember 1519 pausierte an der Guanabara-Bucht der Seefahrer Fernão de Magalhães während seiner ersten Weltumsegelung.
Am 10. November 1555 landeten französische Seefahrer unter dem Kommando von Nicholas Durant de Villegaignon und gründeten eine Kolonie für 600 französische Hugenotten, geschützt durch das 1 Fort Coligny auf der heutigen 3 Ilha de Villegagnon .[3] Villegaignon verließ im Oktober 1559 die heruntergekommene Kolonie, die am 15. März 1560 durch die Portugiesen angegriffen wurde. Die Franzosen wurden zwar besiegt, blieben aber unter der Verstärkung indigener Tupi zunächst in der Gegend.
Die Stadtgründung unter dem Namen São Sebastião de Rio de Janeiro erfolgte sodann am 1. März 1565 durch den Portugiesen Estácio de Sá, obwohl die Streitigkeiten mit den Franzosen noch nicht beendet waren. Erst als Estácio de Sá am 20. Januar 1567 die Insel vom Schiff aus attackierte, konnten die Franzosen endgültig besiegt und vertrieben werden.[4] Im Jahre 1567 legten portugiesische Truppen das 2 Fort São Tiago / Fort of Santiago zum Schutz der Bucht gegen Eindringlinge an. Am 17. November 1603 kam es zur Gründung des ältesten Stadtteils von Rio, Campo Grande. Ab 1680 fungierte Rio als Hauptstadt Südbrasiliens.
Am 16. August 1710 griffen die Franzosen unter Jean-François Duclerc mit 1000 Soldaten die Stadt erneut an, mussten aber am 18. März 1711 aufgeben, Duclerc wurde dabei getötet. Im Jahre 1740 entstand der 18 Meter hohe Aquädukt, über den heute die Straßenbahn Bondinho fährt. Im Januar 1763 wurde Rio zur Hauptstadt des Vizekönigreichs ernannt. Diesen Status hatte es bis 22. April 1960 inne, als Brasília diese Funktion übernahm.
Stadtbezirke
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Den fünf Planungsgebieten (portugiesisch: Áreas de planejamento) sind 33 Verwaltungsregionen (portugiesisch: Regiões Administrativas) untergeordnet:
- Área de Planejamento 1 (Zentrum)
- Área de Planejamento 2 (Süd)
- Área de Planejamento 3 (Nord)
- Área de Planejamento 4 (Ost)
- 26 Barra da Tijuca
- 27 Cidade de Deus
- 28 Jacarepaguá
- Área de Planejamento 5 (Ost)
Diese 33 Verwaltungsregionen unterteilen sich in 159 Stadtviertel (portugiesisch: Bairros).
Die touristisch wichtigsten Stadtteile sind:
- Barra da Tijuca, mit dem Olympiapark
- Centro, die historische Altstadt
- Santa Teresa
- Copacabana, weltberühmter Strand
- Ipanema, weltberühmter Strand
Klima, Flora und Fauna
[Bearbeiten]Die Lage am südlichen Wendekreis beschert ein mildes, teilweise tropisches und sehr feuchtes Klima. Beste Reisezeit ist Mai bis Oktober, wo die Temperaturen tagsüber um 25 bis 28 °C liegen und es nur selten regnet. Selbst nachts fallen dann die Temperaturen kaum unter 20 °C. Zwischen November und April ist es schwül-heiß mit höchsten Tagestemperaturen (Januar bis März) von über 30 °C bei einer Luftfeuchtigkeit von über 80 %. Aber auch zwischen Mai und Oktober liegt die Luftfeuchtigkeit bei 77 %.
Reisevorbereitung
[Bearbeiten]Rio de Janeiro und seine Umgebung können durchaus ein eigenständiges Reiseziel sein. Zwischen Mai und Oktober fällt wenig Regen, die Luftfeuchtigkeit ist relativ niedrig und Tagestemperaturen sind für Europäer erträglich. Allerdings trifft man dann auf den Massentourismus, der selbst in einer Großstadt wie Rio auffällt. Der Reisende sollte sich auf die schwierige Sicherheitslage in der Stadt vorbereiten und wertvollen Schmuck und Accessoires erst gar nicht mitbringen.
Rio und Umgebung gelten als malariafrei, doch sollte man sich vor Mückenstichen schützen, da andere durch Mücken übertragene Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Zika-Virus übertragen werden können.
Anreise
[Bearbeiten]Mit dem Flugzeug
[Bearbeiten]Guanabara (Galeão)
[Bearbeiten]Rios internationaler Flughafen 1 Rio de Janeiro-Antônio Carlos Jobim (IATA: GIG) , gelegen auf der mit 42 km² größten Insel in der Guanabara-Bucht, 4 Ilha do Governador , ist nach São Paulo die zweitgrößte Drehscheibe des internationalen Flugverkehrs in Brasilien.
- Verkehranbindung
- Bus Richtung Copacabana/Ipanema: Es gibt vollklimatisierte und modern ausgerüstete Busse, die mit Copacabana ausgewiesen sind. Sie sind die preiswerteste und mit Abstand sicherste Verbindung mit den Stadtteilen Copacabana und Ipanema/Leblon/Barra de Tjiuca.
- Im Taxi braucht man zwischen dem Flughafen Galeão und dem kleineren Flughafen Santos Dumont Airport mindestens 25 Minuten, mit der U-Bahn 1½ Stunden. Seit Dezember 2022 sind die beiden Flughäfen Galeão und Santos Dumont durch Schnellboote verbunden. Die Fahrt dauert 20 Minuten.
- Empfehlung: Real Auto Ônibus mit der Krone im Logo. Diese Busse sind etwas besser ausgestattet als die normalen Stadtbusse (u. a. Klimaanlage) und kosten dementsprechend etwas mehr. Sie verkehren etwa alle 15 Minuten zwischen Galeão, Santos Dumont und verschiedenen Zielen der Zona Sul. Je nach Tageszeit kann die einfache Strecke bis zu 90 Minuten in Anspruch nehmen.
Santos Dumont
[Bearbeiten]Für Flüge innerhalb Brasiliens bietet sich ein zweiter Flughafen mit dem Namen 2 Flughafen Rio de Janeiro-Santos Dumont (IATA: SDU) an. Auch dieser liegt an der Bucht von Guanabara, jedoch näher am Stadtkern, ist er doch unmittelbar dem Stadtteil Centro, wo Rios Geschäftswelt tagsüber brummt, auf einer Landzunge vorgelagert.
Mit dem Bus
[Bearbeiten]Das Verkehrsmittel schlechthin. Busse fahren von Rio de Janeiro aus in praktisch alle Ecken Brasiliens. Es gibt auch Verbindungen in die Nachbarländer, insbesondere nach Argentinien und Uruguay. Aber auch eine spezielle, zwei Mal die Woche je Richtung angebotene Verbindung über die Transocéanica via São Paulo mit Lima in Peru ist seit kurzem eingerichtet. Die Strecke von über 6200 Kilometern in 102 Stunden soll die längste Buslinie der Welt sein.
Der Zentralbusbahnhof von Rio de Janeiro für alle Destinationen ist der 3 RODOVIÁRIA NOVO RIO (Zentralbusbahnhof) an der Av. Francisco Bicalho, 1. Er liegt im Stadtteil São Cristóvão, auf dem Weg zwischen dem internationalen Flughafen Galeão - Jobim (GIG) und den Stadtteilen Centro, Copacabana und Ipanema. Die Busse dorthin tragen das Fahrtziel Rodoviária oder Novo Rio.
Auf der Straße
[Bearbeiten]Das Straßennetz in der Region um die Stadt ist gut ausgebaut. Mit dem 430 Kilometer entfernten São Paulo ist Rio de Janeiro über die Autobahn Via Dutra (
) verbunden. Durch Rio verläuft als Avenida Brasil die von Nordost nach Südwest führende Fernstraße BR-101 (
) von Niterói über die am 4. März 1974 eröffnete, 13,3 km lange 3 Rio-Niterói-Brücke kommend. Sie führt weiter Richtung Santos.
Mit dem Schiff
[Bearbeiten]Rio ist ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrtschiffe. Der Hafen 4 Porto do Rio de Janeiro befindet sich nahe des historischen Zentrums.
Mobilität
[Bearbeiten]Stadtbusse
[Bearbeiten]Ganz Rio kann problemlos mit dem Bus entdeckt werden. Die Preise (2,90 BRL Stand 2016) und Destinationen sind in der Frontscheibe angeschrieben. Am besten das Geld abgezählt für den Durchgang beim Kontrolleur bereithalten. Bei Fragen hilft das Buspersonal gerne, allerdings nur auf Portugiesisch. Welcher Bus wo hinfährt, kann man auf Google Maps herausfinden.
U-Bahn
[Bearbeiten]Es gibt eine U-Bahn (Metrô) in Rio de Janeiro, die allerdings bislang nur überr drei Linien verfügtt. Deswegen wird der größte Teil des Stadtverkehrs von Bussen bewältigt. Beim Kauf eines Metrotickets kann man ohne Aufpreis ein Anschlussticket für den Metrobus bekommen, der von den Endstationen aus weitere Orte bedient.
Mit dem Zug
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Ein Menschenstrom gießt sich unter der Woche aus den Supervia-Zügen, die aus dem Norden in der Station 5 Central do Brasil ankommen. Sie werden von mehreren Zuglinien in die Stadt gebracht. Auch abends sind die Züge zwischen 17:00 und 21:00 Uhr überfüllt.
Mit dem Fahrrad
[Bearbeiten]Seit 2011 steht in der Zona Sul und dem Zentrum ein Fahrradleihsystem zur Verfügung, das von einer lokalen Bank gesponsert wird. Der Kunde muss sich dafür registrieren und kann für 10 RS im Monat Fahrräder bis zu 60 Minuten kostenlos per Handyapp oder telefonisch (nur auf portugiesisch) ausleihen. Dieser günstige Preis wird allerdings durch kaum gewartete Fahrräder und schlechte Verfügbarkeit relativiert. Hat man eine Station mit der gewünschten Anzahl von Fahrrädern gefunden, sollte man unbedingt vor der Leihe überprüfen, ob Reifen, Antrieb und Bremsen in Ordnung sind. Ein vollständiges und funktionsfähiges Fahrrad zu finden ist echte Glückssache. Gelegentlich gibt die Station das angemietete Fahrrad auch nicht frei. In diesem Fall muss man 15 Minuten warten und kann dann ein anderes Fahrrad ausleihen. Mehr Information findet sich auf der Website von BikeRio. Eine sehr hilfreiche Fahrradkarte mit Fahrradstellplätzen, Fahrradläden und Fahrradwegen gibt es online. Fahrradtouren außerhalb des überschaubaren Fahrradwegnetzes sind vor allem Sonntags zu empfehlen, wenn der Autoverkehr spürbar geringer ist.
Seilbahnen
[Bearbeiten]Der Zuckerhut (portugiesisch: Pão de Açúcar) im Stadtteil Urca kann mit der Seilbahn in zwei Etappen (Zwischenstation) erreicht werden. Das Ticket für die Fahrt auf den Zuckerhut kostet 76,00 R$ (Standardpreis für Erwachsene hin und zurück; Stand 2016).
Seit Juli 2011 gibt es auch im „Complexo do Alemão“ eine Seilbahn, die mit dem Bahnhof 6 Estação Bonsucesso verbunden ist. Die 3,5 km lange Seilbahn kann mit einem SuperVia-Ticket benutzt werden, wenn die „Integracao“ in Bonsucesso verwendet wird. Ansonsten kostet die Fahrt 1 R$. Mit den Gondeln fliegen die Fahrgäste über eines der größten Favelas von Rio de Janeiro.
Straßenbahn
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Das quietschende und uralte Bonde (bõnd͡ʒɪ ausgesprochen) oder auch liebevoll Bondinho genannt, verband Lapa über ein einstiges Aquädukt mit dem hügeligen Künstlerviertel Santa Teresa. Die Talstation befindet sich gleich hinter dem auffälligen Petrobras-Würfelbau. Seit einem Unfall vor einigen Jahren ist nur noch ein kleiner Abschnitt in Betrieb.
In den letzten Jahren sind im Norden des Stadtzentrums neue Straßenbahnstrecken gebaut worden.
Taxi
[Bearbeiten]Taxis sind nur bedingt zu empfehlen. Und wenn, dann sind nur die registrierten offiziellen Unternehmen mit Telefonnummer zu berücksichtigen. Zum Teil werden Touristen mit übertriebenen Preisen übers Ohr gehauen. Daher immer darauf achten, dass das Taxameter läuft. Dann ist Taxifahren zwar teurer als Bus oder Metro, aber trotzdem bezahlbar.
Tipp: Wenn man mit einem Taxifahrer gute Erfahrungen gemacht hat, so er seine Telefonnummer nennen und für die nächsten Fahrten durch Rio bevorzugen.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten]Von den zahlreichen Granitfelsen (portugiesisch: morros) sind der 5 Corcovado („der Bucklige“, mit 710 Metern der höchste), der 6 Zuckerhut (395 m hoch) und der 7 Morro Dois Irmãos (Berg der zwei Brüder; 533 m hoch) die bekanntesten. Sie sind Teil der Gebirgskette Serra do Mar . Auf dem zum Stadtteil 34 Cosme Velho gehörenden Corcovado steht die monumentale Christusstatue 4 Christo Redentor („Christus der Erlöser“), eine 38 Meter hohe und 1145 t wiegende Statue mit ausgebreiteten Armen. Sie wurde 1931 vom Franzosen Paul Landowsky geschaffen und wie ein Mosaik zusammengesetzt. Um zur Statue zu gelangen, fährt man mit der 7 Trem do Corcovado , einer 1884 installierten, 3,824 km langen Zahnradbahn. Unmittelbar neben der Talstation der Corcovado-Bahn befindet sich das 5 Museu Internacional de Arte Naïf do Brasil , das einen farbenfrohen Einblick darüber gibt, wie sich Brasilianer ihre Welt malen.
Von der 1 Praia Vermelha (deutsch: roter Strand) im Stadtteil 35 Urca gelangt man mit der Seilbahn 8 Bondinho do Pão de Açúcar in zwei Etappen zunächst zum 8 Morro da Urca (230 m hoch) und danach auf den Zuckerhut (portugiesisch: Pão de Açúcar). Der portugiesische Name ist übrigens eine Fehlbildung aus der indianischen Bezeichnung „paun d’açuqua“, was so viel bedeutet wie „spitze Inseln“. Die Seilbahn wurde am 27. Oktober 1912 eröffnet und war einer der Drehorte vom James Band-Film „Moonraker“ (August 1979). Oben lohnt sich nicht nur der atemberaubende Ausblick, sondern auch ein kleiner Rundgang durch den Park. Besonders eindrucksvoll ist bei klarer Sicht der Sonnenuntergang, nachdem man unter sich die Stadt zum Nachtleben erwachen sieht. Zur linken Seite der Praia Vermelha bei der Talstation führt ein wunderschöner und schattiger Weg durch die typische Hügelvegetation mit Dschungelflair, und mit ein bisschen Glück wird man kleine Äffchen und farbenfrohe Schmetterlinge entdecken.
Ganz in der Nähe des Morro Dois Irmãos liegt Rios größte Favela Rocinha ; kontrastreicher kann die Stadt nicht sein: ganz in der Nähe befinden sich die Strände für den Mittelstand und die Reichen, 2 Praia de Ipanema und 3 Praia do Leblon . Der weltberühmte Strand ist jedoch die 4 Copacabana , ein 4,5 km langer Sandstrand, wo sich die armen Cariocas und die Touristen versammeln. Er liegt halbkreisförmig zwischen dem Stadtteil 36 Leme und dem Fels 9 Arpoador . Die Strandabschnitte sind unterteilt in Lebensretter-Posten, die sogenannten Postos. So ist zum Beispiel am Strand von Ipanema der Posto 8 ein beliebter Treffpunkt und Showbühne für Schwule. Wer sich der jungen alternativen Szene verbunden fühlt, ist am Posto 9 1/2 bestens aufgehoben. Als Strandpromenade fungiert an der Copacabana die 6 Avenida Atlântica . An dieser befinden sich zahlreiche Hotels.
Im Stadtteil Centro bietet sich der Platz 7 Largo da Carioca als Ausgangspunkt für viele Exkursionen an. Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich die 1 Confeitaria Colombo , Rios bekanntestes und wohl schönstes Café. Nur einige Minuten von hier entfernt befindet sich der 1 SAARA , ein riesiger Basar, der sich durch viele Straßen und Hallen zieht, und der Park 10 Campo de Santana , in dem man mitten in der Metropole ein wenig Ruhe unter herrlichen Baumriesen genießen kann.
Ebenfalls nahe des Largo da Carioca befindet sich 37 Cinelândia , ein weiteres Stadtviertel, in dem das Theater, das Museum der schönen Künste und die Nationalbibliothek angesiedelt sind. Läuft man die Prachtstraße 8 Avenida Rio Branco südlich hinunter, so trifft man auf das 9 Museu de Arte Moderna .
Vom Ausgangspunkt Largo da Carioca-Platz aus sieht man auch das kubisch geformte Gebäude der Petrobras (die staatliche Erdölfirma), zu dessen Füßen sich die Haltestelle des Bondinho, der kultigen gelben Straßenbahn, befindet. Eine Fahrt mit diesem Kleinod sollte man sich nicht entgehen lassen, denn für ein paar Centavos führt sie ratternd über die Brücke von Lapa und hinauf ins alte Villenviertel Santa Teresa, das heute von der Alternativszene und vielen Künstlern gerne bewohnt wird.
Oper und Museen
[Bearbeiten]- 5 Teatro Municipal ist die 1909 nach dem Vorbild der Pariser Oper gebaute Oper mit 2361 Sitzen.
- 10 Museo Histórico Nacional eröffnet am 12. Oktober 1922, am Museum stehen Reste des Forts São Tiago / Fort of Santiago
- 11 Museu Histórico da Cidade do Rio de Janeiro zeigt die Stadtgeschichte von Rio,
- 12 Museu Nacional de Belas Artes das Museum der schönen Künste, eröffnet am 13. Januar 1937
- 13 Museum of Samba zeigt die Geschichte des Samba und seine Bedeutung für Brasilien.
- 14 Museu da Vida Fiocruz
- 15 Paço Imperial Kunstmuseum aus 1743.
- 16 Museu da República , im ehemaligen 1867 errichteten Präsidentenpalast befindet sich nunmehr das Museum der Republik mit historischen Gemälden.
- 17 Museu do Amanhã , das „Museum von Morgen“ ist ein in die Guanabara-Bucht hinein gebautes, 330 Meter langes Wissenschaftsmuseum über den Kosmos und die Erde, das am 17. Dezember 2015 eröffnete.
Kirchen
[Bearbeiten]- 1 Catedral Metropolitana de São Sebastião , die wichtigste Kirche von Rio, 106 Meter breit und 75 m hoch aus 1979.
- 2 Igreja de Nossa Senhora da Pena stammt aus 1642 und ist damit die älteste Kirche in Rio.
- 3 Igreja de Santa Luzia die Kirche stammt aus dem Jahr 1752
- 4 Igreja de Nossa Senhora da Candelária 1811 fertiggestellte Kirche
- 5 Igreja de São Francisco de Paula 1865 erbaute Kirche
- 6 Igreja da Ordem Terceira de São Francisco da Penitência 1922 erbaute Kirche
- 7 Basílica Imaculada Conceição , erbaut 1922
- 8 Paróquia Nossa Senhora da Paz erbaut 1931
Sonstige Bauwerke
[Bearbeiten]
6 Estádio do Maracanã , am 16. Juni 1950 für ursprünglich 220000 Zuschauer eröffnetes Fußballstadion, das nach Umbauten am 29. April 2013 neu eröffnet wurde und seitdem nur noch 78800 Zuschauer fasst. Es ist bekannt für die Austragung der Endspiele der Fußball-Weltmeisterschaften 1950 und 2014 sowie vieler anderer Wettbewerbe wie den Olympischen Spielen 2016. Es ist das Heimstadion gleich zweier Fußballclubs Rios, nämlich Fluminense FC und Flamengo CR. Im sagenumwobenen Fußballstadion schoss Pelé vor 210.000 Zuschauern sein tausendstes Tor, gab sein letztes Spiel in der brasilianischen Auswahl Selecão und der verstorbene Garrincha wurde hier von den Bewohnern Rios öffentlich verabschiedet.
Der 9 Túnel Rebouças ist ein 2800 m langer doppelter Straßentunnel durch einen Morro, am 3. Oktober 1967 eröffnet. Der 10 Túnel Engenheiro Coelho Cintra wurde zwischen 1904 und März 1906 gebaut, ist 250 Meter lang und verbindet die Stadtteile Leme und Copacabana.
Die klapprige Straßenbahn 11 Bondinho de Santa Teresa wurde 1875 eröffnet, 1896 elektrifiziert, fährt zwischen 38 Lapa → Arcos de Lapa → Santa Teresa und umgekehrt. Der Name „Bondinho“ steht für „kleine Schuldverschreibung“, weil für den Bau Kredit aufgenommen werden musste. Die 18 Arcos de Lapa sind der zwischen 1723 und 1750 erbaute Aquädukt, der ursprünglich für die Wasserversorgung Rios gedacht war. Die 18 Meter hohen 42 Bögen sind 270 Meter lang und tragen die Bondinhos.
Parks
[Bearbeiten]
Der 11 Parque Nacional da Tijuca ist ein 1961 gegründeter, 39,58 km² kleiner Nationalpark innerhalb der Stadtgrenzen Rios, ein tropischer Regenwald mit Wasserfällen wie dem 12 Cachoeira das Almas oder dem 13 Cascatinha Taunay und dem See 14 Lago das Fadas , die auf einem 10 km langen moderaten Hauptwanderweg erschlossen werden können. Naturliebhabern ist auch ein Kurztrip in die 15 Floresta da Tijuca mit ihren zahlreichen Wasserfällen nahezulegen, die ein Teil des Parque Nacional da Tijuca ist.
Ferner empfiehlt sich vor allem ein Besuch des botanischen Gartens 16 Rio de Janeiro Botanical Garden , am 13. Juni 1808 angelegt mit 6500 Pflanzenarten auf 1,4 km², erstellt vom letzten König Portugals (Dom João VI.) während seiner Exilzeit (1807–1821) in Brasilien bei der Lagune 17 Lagoa Rodrigo de Freitas , 2,2 km² groß. Der botanische Garten beheimatet viele Blumen, darunter unzählige Orchideenarten und eine Vielfalt an Bäumen, aber auch ein Stück atlantischen Regenwaldes, in dem man Affen, Schmetterlinge und Leguane entdecken kann. Gleich neben dem botanischen Garten befindet sich auch die Pferderennbahn 7 Hipódromo da Gávea von Rio, die einen internationalen Ruf genießt. Ein Besuch mit kleinem Wetteinsatz kann sich durchaus lohnen.
Auf der baumbestandenen 19 Praça Luís de Camões befinden sich Denkmäler vom Journalisten und Unternehmer Pereira Carneiro und dem brasilianischen Musiker Baden Powell sowie das unterirdische 20 Memorial Municipal Getúlio Vargas , benannt nach einem ehemaligen Präsidenten, der sich für die Rechte der Arbeiter einsetzte.
Bilder
[Bearbeiten]- Der Corcovado
- Die imposante Christusstatue
- Die Seilbahn zum Zuckerhut
- Der Zuckerhut
- Die Favela Rocinha mit dem Morro Dois Irmãos
- Der Strand der Reichen: Ipanema mit dem Morro Dois Irmãos
- Der Rodrigo Freitas-See
- Die Oper von Rio de Janeiro
- Die Arcos da Lapa, im Hintergrund die Catedral Metropolitana
- Bondinho nahe Largo Guimarães
Ausflüge
[Bearbeiten]
Wer dem hektischen Treiben Rios entfliehen will, sollte die nur 1,2 km² kleine 18 Ilha Paquetá in der Guanabara-Bucht besuchen. Sie ist eine von mehr als 130 Inseln in der Bucht. Auf Paquetá kann man Fahrrad fahren, spazieren gehen, einen Picknick am Strand genießen und das gegenüberliegende Rio sehen. Weitere, nicht erwähnte Inseln sind unter anderen 19 Ilha das Cobras („Schlangeninsel“) und 20 Ilha Fiscal („Zollinsel“), die für die Erhebung des Hafenzolls zuständig war. Ein kleines prachtvolles Schloss im französisch-neogotischen Baustil mit mittelalterlichen Zinnen fungierte hier als Behörde, seine feierliche Eröffnung fand am 27. April 1889 statt.
Direkt gegenüber von Rio liegt im Norden die Stadt 2 Niterói , die man über die Ponte Rio–Niterói erreicht und von deren Strand aus man einen guten Blick auf das Stadtpanorama von Rio genießen kann.
Viele Cariocas fahren in das 60 km entfernte Petrópolis , wo wegen der Höhe von 838 Metern ein kühleres und trockeneres Klima herrscht. Die Stadt wurde 1843 von deutschen Einwanderern gegründet. Sie ist nach Kaiser Pedro II. benannt, der sich hier 1855 die Sommerresidenz errichten ließ. Im Gebäude ist seit dem 29. März 1940 das Museu Imperial untergebracht.
Aktivitäten
[Bearbeiten]Karneval
[Bearbeiten]Der nächste Karneval findet zwischen dem 14. Februar 2026 und dem 17. Februar 2026 statt. Weiteres siehe Rio Carnival. Viele Karnevalsanlässe beginnen bereits 14 Tage vor den offiziellen Daten (Pré-Carnaval). Um sich umfassend zu informieren und mitzuerleben, wie die ganze Stadt sich emotional hochschaukelt, empfiehlt es sich daher, einige Tage vorher anzureisen. Am Freitag vor Karnevalsbeginn wird der Stadtschlüssel jeweils offiziell in die Hände des Karnevalskönigs Rei Momo übergeben.
- Sambódromo - Der Wettbewerb der Sambaschulen
Aus dem vom brasilianischen Star-Architekten Oscar Niemeyer entworfenen 21 Sambadrome Marquês de Sapucaí erreichen uns Europäer die farbenprächtigen Bilder der bekanntesten Sambaschulen Rios. Ein Besuch des Wettbewerbs an einem der Abende erfordert eine gute körperliche Verfassung, der Event dauert jeweils 8-9 Stunden bis in die frühen Morgenstunden hinein.
- Terreirão do Samba - Das Sambafestivalgelände
Unmittelbar neben dem Stadion des Sambodromos liegt das große Festgelände 1 Terreirão do Samba , wo während des Carnavals allabendlich verschiedenste Musikkonzerte zum Abtanzen veranstaltet werden. Auch eine breite Auswahl an brasilianischem Essen macht den Besuch lohnenswert.
- Blocos und Bandas - Straßenumzüge
Das Herz von Rios Karneval: Straßenumzüge, an denen jeder teilnehmen kann. Mit dem Kauf eines offiziellen T-Shirts der veranstaltenden Bloco-Vereine ist man bereits aufgenommen im Kreis der Tausenden von Mitfeiernden. Reihe dich ein in die Masse und erlebe nie Dagewesenes!
Die bekanntesten Umzüge:
- Cordão do Bola Preta - Karnevalssamstag 10:00 Uhr. Start im ' Centro.
- Banda de Ipanema - Samstag vor Karneval und Karnevalssamstag jeweils 16:00 Uhr. Start in Ipanema.
- Dois Pra Lá, Dois Pra Sá - Karnevalssamstag 14:00 Uhr. Start in Botafogo.
- Straßenkarneval
Auf dem Platz Praça Floriano, Cinelândia findet während der fünf Tage eines der größten Straßenspektakel statt. Die größten Idole des Rio-Karneval performen auf einer Bühne, und die Zuschauer singen zusammen mit ihren Stars die großen Hits des Karnevals.
- Besuch einer Sambaschule
Ab September öffnen die Sambaschulen und zeigen das bisher Geübte ein erstes Mal auch der breiten Öffentlichkeit. Diese Events sind große Tanzpartys und eine gute Gelegenheit, auch Einheimische kennen zu lernen. Die bekanntesten und beliebtesten Sambaschulen (portugiesisch: Escolas de Samba) sind Mangueira, Unidos da Tijuca und Grande Rio.
- 2 Estação Primeira de Mangueira, Rua Visconde de Niterói. Tel.: +55 (0)21 2567 4637 ab 22:00 Uhr samstags.
- 3 Unidos da Tijuca, Rua Francisco Bicalho 47, Cidade Nova. Tel.: +55 (0)21 2516 4053 ab 23:00 Uhr samstags.
- 4 Acadêmicos do Grande Rio, Rua Almirante Barroso 5-6, Duque de Caixas. Tel.: +55 (0)21 2775 8422 ab 22:00 Uhr samstags.
Während des Karnevals finden für Touristen gedachte Vorführungen dieser Sambaschulen auch in den verschiedenen Nachtclubs (z. B. Rio Scala, Avenida Afrânio de Melo Franco 296, Leblon) statt.
- Kostümwettbewerbe
Sind eine Schaubühne für Drag-Queens und Karnevalssüchtige. Veranstaltungen gibt es im 1922 erbauten 1 Hotel Gloria (im dortigen Centro de Convenções do Hotel Glória), Rua do Russel, 632 im Stadtteil Glória. Aktuell ist das Hotel wegen Umbauarbeiten geschlossen (Stand: August 2025).
Einkaufen
[Bearbeiten]- Barra de Tijuca
Einkaufsmäßig wird Barra de Tijuca als das Miami von Rio bezeichnet. Ein Shoppingcenter reiht sich dort ans nächste. Mit dem Bus Barra de Tijuca oder dem Taxi einfach zu erreichen.
- Rio Sul
Das größte Kaufhaus der Stadt ist das 2 RioSul , das direkt am Rebouças-Tunnel liegt. Es ist 164 Meter hoch und hat 48 überirdische und 2 unterirdische Etagen. Auch internationale Stores sind vertreten. Geeignet für Geldwechsel, Fastfood, Kleiderkauf, Souvenirs, Musik, Kinogang etc.
- Shoppingmeilen in Copacabana
Auf der Avenida Atlãntica (sechsspurige Autostraße dem Strand entlang) und ihren dahinterliegenden Parallelstraßen findet man alles, was man zum Leben braucht (Reis und schwarze Bohnen) bis hin zu Top-Luxusartikeln (Diamanten bei Juwelier Stern). Halte Ausschau nach günstigen Outlet-Läden!
- Biologische Lebensmittel
Bio-Produkte sind mittlerweile auch in einigen brasilianischen Supermärkten angekommen. Die Preise in den Supermärkten sind jedoch deutlich überteuert, und nur ein Bruchteil des Geldes geht an die Produzenten. Unter anderem deswegen werden im Stadtgebiet von Rio de Janeiro sechs Wochenmärkte mit ausschließlich biologischen Produkten abgehalten. Den Circuito Feiras Organicas Carioca findet ihr hier:
- Dienstag:
Ipanema, Praça Nossa Senhora da Paz, 07:00 bis 13:00 Uhr
- Donnerstag:
Tijuca, Praça Afonso Pena, 07:00 bis 13::00 Uhr | Leblon, Praça Antero de Quental, von 07:00 bis 13:00 Uhr
- Samstag:
Bairro Peixoto, Praça Edmundo Bittencourt, 08:00 bis 13:00 Uhr | Glória, Rua do Russel, 07:00 bis 13:00 Uhr | Jardim Botânico, Praça da Igreja São José da Lagoa, 07:00 bis 13:00 Uhr.
Küche
[Bearbeiten]Siehe auch: Brasilien#Küche
Abgesehen vom allgegenwärtigen Fast-Food-Ketten sollte man die fleischlastige brasilianische Küche bevorzugen. Dabei spielen Churrascos die Hauptrolle, die traditionelle Zubereitungsart von Fleisch über offener Glut oder Feuer, die ihren Ursprung in Brasilien hat. Charakteristisch sind auf Metallspieße gestecktes Rindfleisch (portugiesisch: rodizio), die vor den Gästen gegrillt und in dünnen Scheiben wiederholt vom Spieß geschnitten werden. Das Fleisch wird oft geringfügig mit grobem Salz gewürzt, um seinen natürlichen Geschmack zu erhalten. Speziell in Rio wird daneben auch viel Fisch angeboten.
- 2 Varanda de Ipanema, Rua Vinícius de Moraes 39, Ipanema Öffnungszeiten 12:00 bis 23:30 Uhr, spezialisiert auf brasilianische Küche, Restaurant und Cocktail-Bar der gehobenen Mittelklasse.
- 3 Fogo de Chão, Av. Repórter Nestor Moreira Öffnungszeiten 12:30 bis 23:30 Uhr, typisches Churrasco-Restaurant der gehobenen Mittelklasse.
- 4 Marius Degustare, Av. Atlântica 290 Öffnungszeiten 12:30 bis 00:00 Uhr, spezialisiert auf Fisch und Meeresfrüchte. Restaurant und Cocktail-Bar der gehobenen Mittelklasse.
- 5 Caravela do Visconde, Rua Visconde de Caravelas 136 Öffnungszeiten 11:30 bis 23:00 Uhr, spezialisiert auf brasilianisches Churrasco.
- 6 Fazendola, Rua Jangadeiros 14 A, Ipanema. Tel.: +55(021)2247-9600
Nachtleben
[Bearbeiten]Ausgehtipps findet man in der aktuellen Ausgabe von Veja Rio, erhältlich an jedem Zeitungsstand in Rio.
- Stadtteil Lapa
Unter der Brücke von Lapa (Aquädukt) trifft sich Freitag- und Samstagabend das Jungvolk zu Bier, Samba und Gesang. Die Stadtverwaltung von Rio schließt in diesen Nächten die Durchgangsstraßen. Während des Carnavals kocht diese Gegend über, und es finden spontane Straßenfeste bis zum Morgengrauen statt. Auch sehr populäre Clubs wie das Rio Scenarium und das Carioca da Gema befinden sich dort.
- Das Canecão
Die Konzerthalle 22 Canecão mit vielen Gigs brasilianischer und internationaler Musikgrößen ist das ganze Jahr durch geöffnet. Gelegen beim Shoppingcenter Rio Sul und dem Leme-Tunnel im Stadtteil Botafogo.
Unterkunft
[Bearbeiten]Die Webseite Booking.com listet für Rio de Janeiro 6011 Hotels/Lodges/Motels aller Kategorien auf.
- Teuer
- 6 Courtyard by Marriott Rio de Janeiro Barra da Tijuca, Av Embaixador Abelardo Bueno 5001 127 Zimmer. Merkmal: ★★★★.
- Mittel
Die häufig frequentierten Hotels mittlerer Preiskategorie befinden sich unter anderem an der Strandpromenade der Copacabana, der Avenida Atlântica, wie das 7 Hotel Porto Bay Rio Internacional (Adresse: Avenida Atlântica 1500; 117 Zimmer), 8 Cocacabana Palace Hotel (Avenida Atlântica 1702; 243 Zimmer), 9 Astoria Palace Hotel (1866 Avenida Atlântica), 10 JW Marriot Hotel Rio de Janeiro (2600 Avenida Atlantica), 11 Rio Othon Palace (3264 Avenida Atlântica) oder 12 Copacabana Praia Hotel (30 Rua Francisco Otaviano).
Wohnen in Santa Teresa
[Bearbeiten]Dank Cama e Café gibt es seit kurzem an den wunderschön gelegenen Hängen von Santa Teresa mit seinen vielen Herrschaftshäusern eine Zimmervermietungsagentur, die verschiedenste Zimmer mit Frühstück zu fairen Preisen anbietet (unter anderem auch im ehemaligen Wohnhaus von Ronald Biggs, dem englischen Bankräuber). Die Qualität des Gästehausverbundes wird dabei von Cama e Café laufend überprüft, und das Unternehmen sieht sich auch als Projekt, dem einst etwas heruntergekommenen Stadtviertel Santa Teresa mit einem Touristikangebot wirtschaftlich einen anhaltenden Aufschwung zu verleihen.
Lernen
[Bearbeiten]Das Caminhos Language Centre ist die größte Sprachschule in Brasilien, zum Portugiesisch lernen in Rio de Janeiro. Jeden Tag organisiert die Schule kostenlose Aktivitäten. Die Sprachschule ist als Bildungsurlaub anerkannt und bietet die Möglichkeit mit einem Studentenvisum für 6 bis 12 Monate in Brasilien zu bleiben.
Die größte und einer der besten Universitäten Brasiliens ist die 5 Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ) , gegründet am 7. September 1920 mit heute etwa 67000 Studierenden.
Sicherheit
[Bearbeiten]In Rio wird vom brasilianischen Portugiesisch (portugiesisch: Brasileiro) stark abgewichen durch den Carioca-Dialekt, so dass die Verständigung über Englisch am günstigsten ist.
Jeder Tourist muss in Brasilien stets einen Reisepass oder eine Kopie bei sich tragen. Alkohol am Steuer und der Besitz von Drogen werden hart bestraft.
Favelas sind die Wohnviertel der armen Bevölkerung in Rio, die sich meistens an den Hängen der Morros befinden und zu den Slums gerechnet werden. Es gibt über 1000 davon, die Favela Rocinho ist mit über 70000 Bewohnern die größte. In Favelas leben 22 % der Einwohner Rios. Die Kriminalität der Favelas liegt weit über dem Durchschnitt von Rio, das wird auch nicht durch die häufigen Razzien von Polizei und Militär verhindert. Organisierte Kriminalität, Banden-Kriminalität und die zunehmende Bewaffnung der Bevölkerung sind weit verbreitet. Schießereien sind an der Tagesordnung, die Mordrate in ganz Rio liegt bei 27.9 % mit über 3000 Mordopfern jährlich. Touristen müssen sich unbedingt fernhalten von diesen Favelas. Da viele kriminelle Einwohner der Favelas sich in der übrigen Stadt aufhalten, sind auch hier Touristen latent gefährdet. In öffentlichen Bussen, am Corcovado, Zuckerhut und an der Copacabana ist die Gefahr von Überfällen am größten. Die spezielle Touristen-Polizei versucht, die Reisenden zu schützen.
Die Stadtverwaltung sowie die Staatsregierung von Rio de Janeiro haben in den letzten Jahren immense Anstrengungen unternommen, die Touristen vor der hohen Kriminalität zu schützen. So wurde unter anderem auch eine eigene Touristenpolizei gegründet, und problematische Stadtzonen sowie verschiedene Strandabschnitte werden permanent durch Videokameras überwacht.
Der Aufenthalt an allen Stränden nach Sonnenuntergang sollte gemieden werden, werden diese Orte doch bevorzugt von Jugendbanden für Raubüberfälle genutzt.
Gewisse Stadtteile sollten der Sicherheit wegen schlichtweg gemieden werden. Rio de Janeiro befindet sich in einem andauernden Drogenkrieg zwischen Militärpolizei und Drogenbanden, die sich auch untereinander bekämpfen. Auch eine marxistisch verbrämte Organisation (Comando Vermelho), die sich durch Drogen finanziert, befindet sich mit der Staatsmacht auf regem Kriegsfuß. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass man als Unbeteiligter plötzlich zwischen die Fronten kommt. Das Problem ist, hier wird viel und scharf geschossen und manch ein verirrter Schuss (portugiesisch: Bala perdida) hat schon unschuldige Menschenleben gefordert. Vor Ausflügen sollte man sich nach diesen aktuell unsicheren Stadtteilen erkundigen. Bei der Planung des Ausflugs sollte man sich stets im voraus folgende Gedanken machen: Wie komme ich sicher dahin und wieder zurück?
Sicherheitstipps
[Bearbeiten]Nur geringe Bargeldmengen (bis zu US-$ 100) mitnehmen.
Zurückhaltend, schmucklos und leger kleiden wie die Einheimischen. Teure Kameras oder Laptops nicht demonstrativ zur Schau tragen, sondern in eine Plastiktüte vom Kaufhaus RioSul stecken.
Nur registrierte Taxen mit Rufnummer benutzen.
Bei einem Überfall ist es wenig empfehlenswert, sich zu wehren. Die Gewaltbereitschaft der meist jugendlichen Täter ist hoch, und vielfach sind sogar Waffen im Spiel.
Gesundheit
[Bearbeiten]- Essen
Wie überall in tropischen Ländern sollte man Abstand nehmen von Salaten und bereits geschälten Früchten. Bei Nichtbeachtung kann Durchfall die Folge sein. Bei auftretenden Magenproblemen wird Coca-Cola empfohlen, bevor man zu Kohletabletten greift.
- Dengue-Fieber
Siehe auch: Tropenkrankheiten
Das Robert-Koch-Institut rät Brasilien-Reisenden, sich mit Moskito-Netzen und Insektensprays zu schützen. Es ist zudem ratsam, nie abgestandenes Wasser zu trinken. Seit Dezember 2005 tritt das Dengue-Fieber, das sich durch Mücken überträgt, in Rio de Janeiro vermehrt auf. Die Krankheit, für die es keinen Impfschutz gibt, verläuft normalerweise erst bei einer erneuten Ansteckung tödlich.
Siehe hierzu auch: Nachrichten:2008-03-27: Dengue Fieber in Rio.
- Geschlechtskrankheiten
Wie Salvador da Bahía stellt auch Rio de Janeiro ein beliebtes Ferienziel für Sextouristen aus den reichen Industrienationen dar. Zu den sexuell ausgebeuteten Opfern gehören auch Kinder beiderlei Geschlechts, zu den Tätern Hetero- sowie Homosexuelle. Da vielfach ungeschützter Geschlechtsverkehr von den Tätern verlangt wird, sind schwere gesundheitliche Folgeschäden zwangsläufig. Es wird an die Einsicht und das Verständnis jedes Brasilienreisenden appelliert, denn es gilt: „Auch die Würde und Gesundheit jedes Brasilianers und jeder Brasilianerin ist unantastbar“.
Praktische Hinweise
[Bearbeiten]- Die Carioca-Körpersprache
Im alltäglichen Umgang miteinander wird oft überschwenglich mit Gestik und Mimik miteinander kommuniziert. Hier eine zufällige Auswahl:
- Den Daumen nach oben halten und lächeln heißt: Alles klar! Aber auch: Nein danke, ich möchte nichts kaufen!
- Den Zeigefinger ans untere Augenlid und Auge damit leicht öffnen--> Achtung aufgepasst!
- Daumen in der anderen geöffneten Handfläche wie eine Zigarette ausdrücken--> Schlecht!
- Die Handflächen übereinander hinweghuschen lassen--> Hin und Zurück.
- Ein zwischen den ersten und zweiten Finger einer geballten Faust geklemmter Finger entspricht in seiner Bedeutung dem europäischen Daumendrücken. Hier aber etwas anzüglich gemeint.
- Um Eile anzuzeigen oder jemandem zu bedeuten, er möge sich beeilen, werden die Spitzen von Daumen und Mittelfinger leicht aneinandergelegt. Dann wird die Hand in schneller Folge mehrmals auf und ab geschwungen, als wolle man Wassertropfen abschütteln.
- Um jemandem zu drohen, dreht man die Handinnenfläche nach oben und schwingt die Hand mehrmals vor und zurück.
- Wenn man etwas nicht will, schlägt man sich auf den Handrücken, so als wollte man sich einer Sache endgültig entledigen.
Vorsicht: Werden die Spitzen von Daumen und Zeigefinger in ovaler Form aufeinandergelegt, so bedeutet dies keineswegs wie in Europa super oder hervorragend, sondern man versucht gerade jemandem zu vermitteln, sein Gegenüber sei ein riesiges A...loch.
- Allgemeine Umgangsformen
Die Cariocas (Einwohner Rios) sind ein sehr lebenslustiges und auch äußerst trinkfreudiges Volk, dessen Genussmittel Nummer 1 ist dabei eindeutig das Bier (portugiesisch: cerveja). Bevor man sich versieht, bekommt man vielerorts eine solche Bierdose in die Hand gedrückt, und es ist einer künftigen Freundschaft nicht gerade förderlich, eine solche Einladung auszuschlagen. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt, es ist also nie eine schlechte Idee, jemandem ein Bier auszugeben. Dasselbe gilt auch für Zigaretten.
Eine bestimmte Zeit mit einem Brasilianer abzumachen, erfordert von einem Europäer besonders viel Langmut und Nachsehen. In Südamerika allgemein herrscht eine polychrome Zeitkultur. Wer sich beispielsweise um zwei Uhr mit jemand verabredest, dann ist für ihn vier Uhr auch noch ganz okay. Diese Verspätungen dürfen aber nicht persönlich genommen werden, sie gehören einfach zu den kulturellen Errungenschaften Brasiliens.
- Post
Die meisten Poststellen (portugiesisch: Correiros) haben von Montag-Freitag, 08:00 - 18:00 Uhr geöffnet. Poste Restante kann in der Hauptpoststelle abgeholt werden (Rua Primeiro de Março 64, Centro).
- Telefon
Internationale Vorwahl: 0055 Vorwahl Inland: 21 Beim Telefonieren im Lande den Code des jeweiligen Telekommunikationsanbieters berücksichtigen und die dazu nötige Prepaid-Telefonkarte am Zeitungsstand kaufen. Achtung bei der Anbieterwahl: Wer schon einige Bekannte in Rio hat, der frage sie zuerst, welchen Mobilfunkanbieter sie haben. Innerhalb desselben Netz sind Gespräche sehr günstig - netzübergreifende Verbindungen dafür sehr teuer.
- Internet
Das Internet erfreut sich in Brasilien gleich nach den Telenovelas (TV-Soaps) der zweitgrößten Beliebtheit, und Rio de Janeiro wird von Internetcafés geradezu überschwemmt. Viele Hotels und Gästehäuser (portugiesisch: Pousadas) bieten freien Zugang.
Literatur
[Bearbeiten]- Regis St. Louis, LONELY PLANET Reiseführer E-Book Rio de Janeiro, MairDumont, 2019, ISBN 978-3575446091
Weblinks
[Bearbeiten]- www.rio.rj.gov.br – Offizielle Webseite von Rio de Janeiro
- Bericht über Kindersoldaten in Rio
- Museu do Indio
- Brasilianische Kultur auf Deutsch
- Webcams der Stadtverwaltung von Rio de Janeiro zur Verkehrsüberwachung
- Cidade Maravilhosa Eine bunte Sammlung verschiedener Infos über die Cidade Maravilhosa, liebevoll verfasst und gepflegt von ein paar initiativen Bürgern Rios.
Einzelnachweise
[Bearbeiten]- ↑ Andrew Jackson Lamoureux, Handbook of Rio de Janeiro, Lamoureux Publishing, 1887, S. 22
- ↑ Manfred Pawlak Verlag (Hrsg.), Meilensteine der Entdeckungen, 1983, S. 120; ISBN 978-3881993050
- ↑ Tanja Hupfeld, Zur Wahrnehmung und Darstellung des Fremden in ausgewählten französischen Reiseberichten des 16. bis 18. Jahrhunderts, Universitäts-Verlag Göttingen, 2007, S. 71
- ↑ Andrew Jackson Lamoureux, Handbook of Rio de Janeiro, Lamoureux Publishing, 1887, S. 27

