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Schwäbische Alb

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Die Schwäbische Alb liegt im Bundesland Baden-Württemberg und durchzieht Schwaben von Südwesten nach Nordosten. Die einzigartige Landschaft, Teil des europäischen Jura-Gebirgszuges, ist seit 2002 als Geopark anerkannt, einige Teilregionen wurden 2009 als Biosphärenreservat der UNESCO anerkannt. Im Jahr 2017 wurden sechs Höhlen rund um Blaubeuren und im Lonetal unter dem Titel Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura auf die Liste des Weltkulturerbes der Unesco gesetzt.

Albtrauf bei Beuren (links) und Neuffen (rechts) mit Burg Hohenneuffen (oben rechts) und Burg Teck (ganz hinten links)

Regionen[Bearbeiten]

Das Albvorland erstreckt sich von Südwesten nach Nordosten von der Baar bis zum Nördlinger Ries

  • 1 Typ ist Gruppenbezeichnung Südwestliches Albvorland zwischen dem Oberlauf des Neckars und Albtrauf. Waldreiche Landschaft um den kleinen Heuberg und den Rammert; bekanntester vorgelagerter Zeugenberg der Region ist der Hohenzollern (Markung Bisingen-Zimmern) mit der gleichnamigen, markanten Burganlage.
  • 2 Typ ist Gruppenbezeichnung Mittleres Albvorland im Dreieck zwischen Fils, Albtrauf und Neckar bis etwa auf Höhe Horb. Landwirtschaftlich und industriell genutzte Region um die Städte Metzingen, Reutlingen und Göppingen. Das Gebiet der Teck liegt hier um den bekanntesten Zeugenberg der Region.
  • 3 Typ ist Gruppenbezeichnung Östliches Albvorland, es erstreckt sich zwischen dem Albtrauf und den Oberläufen von Rems und Kocher von Göppingen bis Aalen bzw. Bopfingen, wo sich mit dem markanten und überregional bekannten Ipf der östlichste Zeugenberg der Schwäbischen Alb vor der Landesgrenze zu Bayern befindet.

Südlich des Albtraufs erstrecken sich die Regionen (von West nach Ost)

  • 4 Typ ist Gruppenbezeichnung Donaubergland, Kloster Beuron, Naturpark Obere Donau, Donauversinkung
  • 5 Typ ist Gruppenbezeichnung Zollernalb, ehemaliges Hohenzollersches Gebiet
  • 6 Typ ist Gruppenbezeichnung Laucherttal
  • 7 Typ ist Gruppenbezeichnung Mittlere Schwäbische Alb mit Uracher Alb, Münsinger Alb, Reutlinger Alb und Zwiefalter Alb.
  • 8 Typ ist Gruppenbezeichnung Helfensteiner Land
  • 9 Typ ist Gruppenbezeichnung Alb-Donau-Region mit der Ulmer Alb und Blaubeurer Alb sowie dem Hochsträß.
  • 10 Typ ist Gruppenbezeichnung Stauferland mit dem Albuch und der Heidenheimer Alb
  • 11 Typ ist Gruppenbezeichnung Ostalb mit dem Härtsfeld und dem Übergang zum Ries

Die Jura-Berge der Alb setzen sich nach Südwesten fort über Baar-Alb, Hegau-Alb und den Rheinfall bis weit in die Schweiz hinein, im Nordosten gehen sie über in die Fränkische Alb.

Nördlich der Schwäbischen Alb liegt der Schurwald und der Schwäbisch-Fränkische Wald, im Westen (westlich des Neckars) ist die Region Stuttgart mit deren südlichen Gäu-Landschaften, dem Schönbuch und der Filderebene, südlich folgt, abgegrenzt durch das Donautal, das im Molassebecken gelegene Oberschwaben und im Osten liegt die Bayerische Region Schwaben (Regierungsbezirk).

Orte[Bearbeiten]

Kloster Blaubeuren
  • Reutlingen, Großstadt im mittleren Albvorland
  • Ulm an der Donau, größte Stadt der Region
  • Aalen am Fuße der Ostalb, mit Limesmuseum
  • Blaubeuren am Südrand der Alb, mit dem Benediktinerkloster und dem Blautopf
  • Ellwangen (Jagst) im östlichen Albvorland
  • Heidenheim an der Brenz im Stauferland, mit Schloss Hellenstein
  • Heubach im Stauferland, mit Schloss und Burgruine Rosenstein
  • Laichingen, Leineweberstadt auf der Albhochfläche
  • Sigmaringen im Donaubergland, ehemalige Hauptstadt von Hohenzollern, mit märchenhaftem Schloss
  • Zwiefalten auf der mittleren Schwäbischen Alb, mit barocker Benedektinerabtei

Weitere Orte sind in den jeweiligen Sub-Regionen aufgelistet.

Schloss Lichtenstein bei Pfullingen

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Karte des Verlaufs des Schwäbische-Alb-Nordrand-Weg entlang des Albtraufs

Die Schwäbische Alb ist ein Mittelgebirge, das fast vollständig aus Juragestein besteht. Sie ist Teil eines variszischen Mittelgebirgszugs, der in der Schweiz beginnt und sich bis zur Fränkischen Alb erstreckt. Von Beginn der Baaralb an der Schweizer Grenze am Kanton Schaffhausen bis zum Nördlinger Ries hat die Schwäbische Alb eine Längenausdehnung von rund 180 km, die Breite des Gebirges liegt bei 30 - 40 km.

Die Alb ist eine Hochebene, die von Südosten von der Donau her flach ansteigt und einen scharfen, oft felsigen Abbruch nach Nordwesten hat. Dieser sog. Albtrauf erreicht seine größte Höhendifferenz in der Nähe von Rottweil mit ca. 300 Höhenmetern. Hier erreicht die Alb ihre höchste Erhebung im Gebiet des Großen Heubergs mit etwas über 1000 m ü.d.M. Entlang des Albtraufs zeigen sich immer wieder höchst eindrucksvolle Fels- und Landschaftsformationen. Richtung Nordosten läuft die Alb mit immer geringeren Erhebungen langsam aus.

Die Klifflinie markiert den Übergang von der Kuppenalb zur Flächenalb

Die südöstliche Seite der Alb ist die Flächenalb entsprechend dem Tafeljura. Die nordwestliche Seite der Alb entlang des Albtraufs wird als Kuppenalb bezeichnet, ihre Entstehung entspricht dem des Faltenjura. Die Grenze zwischen diesen Gebieten liegt in etwa auf einer Linie zwischen Tuttlingen und Donauwörth. Nördlich des Albtraufs liegt das Albvorland. Bedingt durch die Erosion des Kalks findet man hier zahlreiche Zeugenberge. Das Gebiet der Alb wird nach Norden begrenzt vom Neckar und seinem rechten Nebenfluss, der Fils.

Die Hochebene der Alb ist eine ausgesprochen ländliche Gegend, in der es mit Ausnahme der zusammengeschlossenen Stadt Albstadt keine größeren Städte gibt. In vielen kleineren Orten gibt es keine Geschäfte mehr, so dass auch für alltägliche Einkäufe ein eigenes Fahrzeug fast unumgänglich ist. Dennoch sind viele Orte auf der Alb auf Lokaltourismus eingestellt. Die Preise sind hier sehr moderat.

Der Reiz für Besucher liegt in der nur dünn besiedelten, hügeligen Landschaft oder den Felsen am Albrand. Die Alb ist für Wanderer und Kletterer gut erschlossen. Anziehungspunkte sind auch die vielen Burgen und Burgruinen in nahezu allen Größen und Erhaltungszuständen. Von Interesse sind auch die Karsterscheinungen mit den zahlreichen Höhlen, dem Donaudurchbruch und der Versickerung des Flusses, den Bodeneinbrüchen (Dolinen) und Trockentälern sowie den verschiedenartigen und nicht selten landschaftlich spektakulären Karstquellen.

Sprache[Bearbeiten]

Auf der Alb wird ein starker Dialekt gesprochen, der selbst für Schwaben aus den Städten manchmal schwer verständlich ist. Hochdeutsch wird natürlich immer verstanden, die hochdeutschen Entgegnungen des Gesprächspartners klingen aber trotzdem oft noch sehr schwäbisch.

Anreise[Bearbeiten]

Die nächsten überregionalen Flughäfen sind in Stuttgart, Nürnberg und München.

Fernzüge halten in Stuttgart und Ulm (ICE), Aalen, Horb, Rottweil und Tuttlingen (IC). Die Linie S1 der S-Bahn Stuttgart verkehrt im Halbstundentakt von Stuttgart über Plochingen und Wendlingen bis Kirchheim unter Teck.

Die Schwäbische Alb wird von zwei Bundesautobahnen (A7 und A8, die sich östlich von Ulm kreuzen), zahlreichen Bundes- und Landestraßen und mehreren Eisenbahnlinien (siehe unter #Mobilität) durchquert.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Fortbewegung mit Bussen kann auf der Alb durch das stellenweise weitmaschige Liniennetz und dünne Takte recht langwierig werden. Auch ist nicht jeder Bereich der Alb durch einen Verkehrsverbund abgedeckt. Die Bewohner sind darauf eingestellt, sich mit dem eigenen Fahrzeug fortzubewegen.

Vorsicht: Bei Fahrten mit dem eigenen Fahrzeug ist im Frühjahr und Herbst bei der Auffahrt auf die Alb mit plötzlich auftretender Eisglätte zu rechnen.

Vorsicht: Aufgrund der relativ weiten Entfernungen und der geringen Verkehrsdichte werden Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht besonders ernst genommen. (Es kracht nicht oft, aber wenn, dann richtig.)

Die Schwäbische Alb ist von einigen regionalen und überregionalen Eisenbahnlinien unterschiedlicher Kategorie erschlossen, auf einzelnen Strecken findet allerdings nur sporadischer oder überhaupt kein Personenverkehr mehr statt. Ansonsten gibt es an den Bahnhöfen auf der Albhochfläche in der Regel zumindest stündliche Halte von RE- und RB-Zügen, in den unteren Städten wie Aalen, Göppingen, Nürtingen, Tübingen, und Rottweil halten vereinzelt nationale Fernzüge (IC), in Ulm außerdem der ICE. Bekannteste Relationen sind die Kocher-Brenzbahn (Aalen - Heidenheim - Ulm), die Hauptstrecke (Stuttgart -) Geislingen - Ulm mit der Geislinger Steige, die Nebenstrecken der Neckar-Alb-Bahn Plochingen - Tübingen - Horb (Teckbahn mit S-Bahnverkehr bis Kirchheim unter Teck, Tälesbahn, Ermstalbahn), die Schwäbische Albbahn (Schelklingen - Münsingen - Kleinengstingen und z.T. darüber hinaus) die private Hohenzollerische Landesbahn (HzL) von Hechingen über Gammertingen nach Sigmaringen (mit diversen Zweig- und Anschlussstrecken), die südliche Querverbindung von Tübingen über Hechingen und Albstadt nach Sigmaringen, das südliche Dreieck der Gäubahn im Baar-Gebiet zwischen Rottweil, Tuttlingen, Donaueschingen und Villingen (mit Nebenstrecken), das planmäßig vom sogenannten "HzL-Ringzug" befahren wird, und schließlich das eisenbahnerisch auf voller Länge erschlossene obere Donautal.

Auf einigen Strecken findet zusätzlich zum Planbetrieb zeitweise (v.a. an Wochenenden) touristischer Verkehr mit historischen Dampfzügen oder Triebwagen statt. Ausschließliches Verkehrsangebot nur während der Sommersaison ist dies auf den Verbindungen Neresheim - Sägmühle bei Katzenstein (Härtsfeldbahn der HMB, Meterspur), Amstetten - Gerstetten (Lokalbahn der UEF), Amstetten - Oppingen (Albbähnle der UEF, Meterspur), ansonsten ruht hier der Betrieb.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Donaudurchbruch bei Beuron

Landschaft und Natur[Bearbeiten]

  • Albtrauf, der markante nordwestliche Steilabfall der Alb, beispielsweise bei Albstadt-Onstmettingen auf dem Raichberg (Albvereinshaus Nägelehaus) oder im Bereich der Kirchheimer Alb zwischen Filstal und Reutlingen. Dieser Abschnitt ging als die von Eduard Mörike beschriebene "Blaue Mauer" in die Literaturgeschichte ein.
  • Blautopf, Karstquelle der Blau, in Blaubeuren
  • Brenztopf, Karstquelle der Brenz in Königsbronn
  • Donaudurchbruch bei Beuron
  • Lonetopf in Lonsee-Urspring und anschließendes, teilweise trocken fallendes Lonetal
  • Nebelhöhle und Bärenhöhle bei Pfullingen
  • Wimsener Höhle (auch Friedrichshöhle genannt) zwischen Hayingen und Zwiefalten, einzige mit dem Boot befahrbare, wasserführende Schauhöhle

Burgen und Schlösser[Bearbeiten]

Burg Hohenzollern

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Ortslagen[Bearbeiten]

Aktivitäten[Bearbeiten]

Wandern[Bearbeiten]

Klettern[Bearbeiten]

Die Klettergebiete sind von Südwest nach Nordost [1]:

  • Oberes Donautal
  • Zollernalb
  • Großes Lautertal
  • Reutlinger Alb
  • Uracher Alb
  • Lenninger Alb
  • Blautal
  • Filstal
  • Roggental
  • Ostalb
  • Eselsburger Tal

Rettungsnetz:
Der Rettungsdienst auf der Schwäbischen Alb wird durch die Bergwacht Württemberg als Fachrettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes im unwegsamen Gelände sichergestellt. [2].

Wintersport[Bearbeiten]

Auf der Schwäbischen Alb bestehen Wintersportmöglichkeiten sowohl für Freunde des nordischen Skisports wie auch für Alpinisten. Weitere Informationen sind im Artikel "Wintersport auf der Schwäbischen Alb" zu finden.

Küche[Bearbeiten]

Eine Spezialität sind die Alblinsen, aufgrund des kargen Albbodens in früheren Zeiten ein Hauptnahrungsmittel in der Region.

Nachtleben[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Die Hochebene der Alb hat ein raues Klima. Die Temperaturen liegen zwischen 5°C und 10°C unter denen der tieferen Umgebung. Wegen der exponierten Lage weht hier öfters ein mäßiger bis kräftiger Wind. Im Herbst und im Winter kann sich auf der Alb ein hartnäckiger Nebel festsetzen. Dabei zählt jedoch die Kuppenalb zu den sonnenreichsten Gegenden in Deutschland, da die Kaltluft schnell in die Täler abfließen kann.

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Öchsle Schmalspurbahn: die Dampf-Museumsbahn auf 750 mm Spurweite verkehrt zwischen Warthausen und Ochsenhausen in Oberschwaben.
  • Federsee bei Bad Buchau in Oberschwaben
  • Im Albvorland, im Schwäbisch-Fränkischen Wald sowie bei Ulm gibt es mehrere zum Baden geeignete, meist künstliche Seen.
  • Einen Besuch wert ist die Stadt Nördlingen (historischer Stadtkern mit fast vollständig erhaltenem Mauerring) mit dem gleichnamigen Ries (Krater eines prähistorischen Meteoriteneinschlags), und das dort befindliche Bayerische Eisenbahnmuseum, von dem aus während der Saison Dampfzugfahrten in die Umgebung, auch in den Bereich der Fränkischen Alb, angeboten werden.
  • Einen Ausflug lohnt die Stadt Tübingen und der angrenzende Naturpark Schönbuch.
  • Von Zollhaus-Blumberg, dem planmäßigen Endpunkt des HzL-Ringzuges, verkehrt die Museumsbahn Wutachtal ("Sauschwänzlebahn") auf der kurven- und tunnelreichen Strecke der einstigen strategischen Bahnlinie entlang der Schweizer Grenze nach Weizen an der Wutach, am Rand des südlichen Schwarzwaldes.
  • Von der Ostalb aus bieten sich Ausflüge nach Schwäbisch Hall, dem festungsartigen Vellberg, nach Rothenburg ob der Tauber, nach Dinkelsbühl, in den Naturpark Altmühltal, in das Fränkische Seenland oder auf die Fränkische Alb an.
  • Auf dem letzten Abschnitt der eingestellten Oberen Kochertalbahn zwischen Laufen und Untergröningen wird ein touristischer Fahrraddraisinen-Betrieb angeboten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  1. http://www.dav-felsinfo.de/ajaxdav/ DAV-Felsinfo - Internetportal für Deutschlands Kletterfelsen]
  2. http://www.bergwacht.de Bergwachte in Deutschland]
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