Świebodzin

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Świebodzin
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Die Kreisstadt Świebodzin (deutsch: Schwiebus) gehört zur 1999 gebildeten Woiwodschaft Lebus und befindet sich ca. 40 Kilometer nördlich von Zielona Góra und ca. 70 Kilometer östlich der deutsch-polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder) auf der Lebuser Seenplatte. Historisch gehört die Stadt zur Neumark. Im November 2010 wurde hier die weltgrößte Christus-Statue eingeweiht.

Hintergrund[Bearbeiten]

Karte von Świebodzin
Rathaus
Pilgerkirche
Marienkirche
Michaelskirche
Schloss

Der polnische Name der Stadt Świebodzin leitet sich vom polnischen Familienname Świeboda ab, der einen Bezug zum polnischen Wort Freiheit, swoboda, besitzt,[1] und ist seit 1302 in unterschiedlichen Varianten belegt.

Das (damalige) Dorf wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde hier eine Festung errichtet. Wie heute lag die Stadt schon immer an den Handelswegen nach Brandenburg, Pommern und Schlesien, was ihr bereits am Ende des Mittelalters einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Wichtige Wirtschaftszweige waren Textilherstellung, Bierbrauereien, das Handwerk und der Handel.

Nach dem Sieg von Friedrich II. von Preußen im ersten Schlesischen Krieg (1740–1742) wurde die Stadt Teil Preußens. Der damalige Regierungsbezirk war Frankfurt (Oder) in der Preußischen Provinz. Der Status blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erhalten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt an die Bahnlinie Frankfurt (Oder)-Posen angeschlossen (1849), und neue Betriebe wurden für die Textilherstellung, Maschinenbau und Nahrungsmittelproduktion errichtet.

In der Konferenz von Jalta im Februar 1945 wurde der neue deutsch-polnische Grenzverlauf an Oder und Neiße festgelegt. Dadurch kam die Stadt unter polnische Verwaltung. Durch die entstandene Westverschiebung Polens wurden die Deutschen aus der Stadt vertrieben. Die polnische Bevölkerung siedelte sich ein. Nach dem Kriege erholte sich die Industrie nur langsam. Brauereien verschwanden, neue Fabriken für elektromechanische Erzeugnisse, Schnittholz und Möbel entstanden. Nach dem gesellschaftlichen Umbruch um 1990 siedelten sich hier einige ausländische Unternehmen an, die u.a. Discounter-Supermärkte betrieben.

Mit der Weihe der weltgrößten Christus-Statue im November 2010 hofft man auch auf den Besuch Tausender Pilger und Touristen.

Anreise[Bearbeiten]

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich an der Haupteisenbahnstrecke von Berlin nach Warschau. Der EuroCity Berlin-Warschau hält mehrfach täglich am 1 Bahnhof Świebodzin, die Fahrzeit ab Berlin Hbf beträgt knapp zwei Stunden.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Die Stadt Świebodzin befindet sich nahe des Knotenpunkts Jordanowo der Autobahn Berlin-Warschau (A2) und der Schnellstraße Swinemünde-Lubawka (S3). Am nördlichen und südlichen Stadtrand gibt es Auffahrten auf die Schnellstraße 3. Eine direkte Auffahrt auf die Autobahn existiert nicht, man muss zunächst auf die Schnellstraße 3 fahren. Diese verbindet Świebodzin auch mit den beiden größten Städten der Woiwodschaft, Zielona Góra im Süden und Gorzów Wielkopolski im Norden.

Mobilität[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Stadtzentrum befindet sich der Marktplatz, Plac Jana Pawła II, mit dem Rathaus der Stadt.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer (polnisch Mury miejskie) stammen aus dem 14.–16. Jahrhundert. Zwei der Wachtürme sind noch erhalten.
  • Das Rathaus (polnisch Ratusz) wurde 1550 im Renaissancestil errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde es umgebaut und um einen Uhrenturm ergänzt.
  • Das Schloss (polnisch Zamek w Świebodzinie), das aus dem 14. Jahrhundert stammte, wurde im 19. Jahrhundert neu errichtet.
  • Die Altstadt verfügt über einige historische Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert.

Kirchen und Kapellen[Bearbeiten]

  • Die Kirche des hl. Michael [des Erzengels] (polnisch Kościół parafialny św. Michała) stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erhielt sie eine neugotische Fassade.
  • Die einstige evangelische Kirche der Gottesmutter, Königin von Polen (polnisch Kościół Matki Boskiej Królowej Polski) wurde in preußischer Zeit im neugotischen Stil errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie als katholische Kirche geweiht.
  • Die Kapelle des hl. Johannes Nepomuk (polnisch Kapliczka św. Jana Nepomucena), Schutzpatrons der Reisenden, in der ul. Żymierskiego stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die Gottesbarmherzigkeitskapelle (polnisch Sanktuarium Miłosierdzia Bożego) in der ul. Sulechowskiej wurde erst im 2008 geweiht. Sie wurde vom Pfarrer des Ortes, Sylwester Zawadzki, begründet.

Denkmäler[Bearbeiten]

  • Im Bereich des Rathauses befindet sich das Bank-Denkmal des polnischen Rocksängers Czesław Niemen (1939–2004, polnisch Ławeczka Czesława Niemena).
  • Am 21. November 2010 wurde die Christus-König-Statue (polnisch: Pomnik Chrystusa Króla) geweiht. Mit einer Höhe von 36 Metern und einer Armspannweite von 25 Metern übertrifft sie den Cristo Redentor in Rio de Janeiro und den Cristo de la Concordia im bolivianischen Cochabamba an Größe. Die Statue ist 440 Tonnen schwer, auf dem 15 Tonnen schweren Kopf befindet sich eine drei Meter hohe vergoldete Krone. Der Pfarrer des Ortes, Sylwester Zawadzki, hatte den Bau der Statue angeregt. Der Entwurf stammte vom polnischen Bildhauer Mirosław Kazimierz Patecki. Die Arbeiten an der Statue auf dem 16 Meter hohen Hügel wurden seit 2005 ausgeführt und nach mehrfacher Verschiebung im November 2010 abgeschlossen.

Museen[Bearbeiten]

  • Regionalmuseum Świebodzin (Muzeum Regionalne), Plac Jana Pawła II 1, Świebodzin 66-200 (Rathaus). Tel.: +48 (0)68 475 08 38, 475 08 37, Fax: +48 (0)68 475 08 39, E-Mail: . Das 1971 eröffnete Museum im Rathaus zeigt alte Fotos und Drucke der Stadt, Waffen, Schaukästen mit Szenen aus dem leben der Tuchhändler, Münzen, Skulpturen, deutsche Gemälde aus dem 20. Jahrhundert und Handwerkserzeugnisse der letzten beiden Jahrhunderte. Das Museum ist gegenwärtig wegen Renovierung des Rathauses geschlossen.. Geöffnet: dienstags bis freitags 9–16 Uhr, samstags 10–16 Uhr. Preis: 4,50 PLN, Turm 3,50 PLN.

Parks und Gärten[Bearbeiten]

  • Jüdischer Friedhof, ul. Sobieskiego. Polnisch Cmentarz żydowski.

Küche[Bearbeiten]

Im Stadtzentrum befinden sich mehrere Restaurants und Pubs.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • Hotel Ideal, ul. Wojska Polskiego 12, Świebodzin 66-200. Tel.: +48 (0)68 381 04 35, Fax: +48 (0)68 381 04 34, E-Mail: . Das Zwei-Sterne-Hotel verfügt über 38 Zimmer mit 87 Betten. Übernachtung mit Frühstück kosten für ein Einzelzimmer 130–150 PLN, für ein Doppelzimmer 170–190 PLN und für die Junior Suite 300 PLN (Stand 11/2010).
  • 1 SEN Hotel, ul. Świerczewskiego 1, Świebodzin 66-200. Tel.: +48 (0)68 475 66 43, 475 66 44, Fax: +48 (0)68 475 66 43, 475 66 44, E-Mail: . Das Drei-Sterne-Hotel verfügt über 33 Zimmer mit Bad. Zum Hotel gehören Sauna, Billard, ein Konferenzraum für 65 Personen und ein Restaurant für 100 Personen. Übernachtung mit Frühstück und Parkplatz kosten für ein Einzelzimmer 165 PLN, für ein Doppelzimmer 230 PLN und für ein Dreibettzimmer 295 PLN (Stand 11/2010).

Ausflüge[Bearbeiten]

In der Nähe der Stadt befinden sich die Reppener Heide (polnisch Puszcza Rzepińska) und einige kleine Seen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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