Iłowa

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Pałac w Iłowej.jpg
Iłowa
WoiwodschaftLebus
Einwohnerzahl3.725 (2021)
Höhe125 m
Lagekarte von Polen
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Iłowa

Iłowa (deutsch: Halbau) ist eine Stadt in der Woiwodschaft Lebus an der Tschirn in Polen. Der Ort liegt im Grenzgebiet der historischen Regionen Lausitz und Niederschlesien in der Niederschlesischen Heide und ist insbesondere für sein Schloss mit dem angeschlossenen Schlosspark bekannt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Im Jahr 1356 erhielten die Brüder von Kottwitz das halbe Dorf an der Czirne von Kaiser Karl IV. als Lehen; sie besaßen Halbau bis 1567. 1440 zerstörte die Stadt Görlitz ein Schloss derer von Kottwitz, weil es sich als Raubnest erwiesen hatte. 1570 kaufte Christoph von Schellendorf das Rittergut. 1626 ließ Christoph Freiherr von Schellendorf das Gutshaus neu erbauen. Der überwiegende Teil des Ortes lag in der Oberlausitz und ging somit 1635 von Böhmen an das Kurfürstentum Sachsen über. 1682 erwarb Graf Balthasar von Promnitz den Besitz.

Der 1459 erwähnte Eisenhammer zur Halbe lag an der Kleinen Tschirne und gehörte zum Herzogtum Sagan. 1668 wurde eine evangelische Grenzkirche gebaut. Am 17. Mai 1679 erhielt der Oberlausitzer Teil durch Kurfürst Johann Georg II. Stadtrecht. 1804 wurde die Kirche in Kunau (Konin Żagański) eingeweiht und zum selbständigen Kirchspiel. 1815 fiel Halbau an Preußen und wurde dem Kreis Sagan (Żagań), ab 1932 dem Landkreis Sprottau (Szprotawa) in der Provinz Niederschlesien zugeordnet.

Zum Schloss gehörte die ausgedehnte Grundherrschaft Halbau, die viele Dörfer umfasste. Die Witwe eines 1744 verstorbenen Grafen Promnitz heiratete Friedrich August von Kospoth, wodurch Schloss und Gut an diese Familie kamen. Die Witwe des 1861 verstorbenen Erdmann Graf von Kospoth verkaufte das Gut 1862 an Conrad Freiherr von der Reck. 1830 büßte Halbau das Stadtrecht ein und war fortan ein Marktflecken. In Halbau waren Glasfabriken und Textilwerke ansässig. Durch die Raseneisenerzvorkommen befanden sich in der Umgebung auch viele kleinere Eisenhütten und Hämmer, sowie auch die Zeipauer Dachsteinwerke.

1825 lebten hier 1000 Einwohner, die sich auf das Rittergut Halbau, Oberlausitzisch Halbau und Schlesisch-Halbau verteilten. 1905 waren es 1500 und im Jahr 1939 3480 Einwohner. Am 1. März 1936 wurde der Ort Zehrbeutel (Dolany), in dem 1925 125 Menschen lebten, nach Halbau eingemeindet. Im Zweiten Weltkrieg wurde in Halbau ein Außenlager des KZ Groß-Rosen errichtet.[1][2]

1957 wurde Iłowa zur städtischen Siedlung (osiedle) erhoben und 1962 erhielt der Ort wieder Stadtrecht.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Iłowa

Der Ort liegt südlich von Żary und Żagań und hat eine direkte Anbindung an die Autostrada A18. Am westlichen Ortsrand liegt der Bahnhof 1 Iłowa Żagańska wikipedia commons wikidata. Die Züge fahren Richtung Norden nach Żary und weiter nach Zielona Góra und in südlicher Richtung nach Węgliniec und Zgorzelec.


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1 Schloss Halbau (Pałac), Ogrodowa wikipedia commons wikidata. Barockschloss mit schönem Schlossgarten. Als erstes stand dort vermutlich ein Wohnturm. Christian von Schellendorf ließ dort 1626 ein Schloss errichten. War es ursprünglich im Stil der Spätrenaissance erbaut, ließen es die Freiherrn von Promnitz 1712 barockisieren und acht Jahre später erweitern. Es folgten häufige Besitzerwechsel. Friedrich Maximilian von Hochberg ließ es erneut um- und anbauen. Die Fassade ist nun dem Neobarock zuzuordnen.
  • 1 Christkönig-Kirche (Kościół Chrystusa Króla w Iłowej), Kościelna 4, 68-120 Iłowa wikipedia commons wikidata.
  • 2 Kirche des Heiligsten Herzens Jesu (Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa w Iłowej) wikipedia commons wikidata

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Schlosspark lädt zum Spazieren ein. Östlich und Südöstlich des Ortes gibt es ein ausgedehntes Waldgebiet, welches man erlaufen oder mit dem Fahrrad erkunden kann. Damit erschöpft sich allerdings das Angebot. Ein Freizeitbad findet man in Żary.

Einkaufen[Bearbeiten]

Die Einkaufsmöglichkeiten erschöpfen sich mit einigen einfachen Supermärkten. Geldautomaten findet man am zentralen kleinen Freiheitsplatz (Plac Wolności).

Küche[Bearbeiten]

Der Ort hat im Zentrum zwei kleine Pizzerien. An der Autobahnabfahrt gibt es eine Raststätte.

Nachtleben[Bearbeiten]

Ein Nachtleben existiert praktisch nicht. Die nächsten Bars sind in den nördlich gelegenen Städen Żary und Żagań zu finden.

Unterkunft[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arne Franke (Hrsg.): Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser; Bd. 1. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, 2015, S. 231.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors / Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. München: Verlag C. H. Beck. 9 Bände; 2005–2009
  2. Isabell Sprenger: Groß-Rosen / Ein Konzentrationslager in Schlesien. Böhlau Verlag, 1997, ISBN 3-412-11396-4.
Lebus
Woiwodschaft Lebus – Orte, Landschaften und Reiserouten
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