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Bolesławiec

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Bolesławiec
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Bolesławiec (deutsch: Bunzlau) ist eine Stadt in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien am Fluss Bóbr. Sie ist überregional für ihre Bunzlauer Keramik bekannt und hat eine sehenswerte Altstadt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Typische Bunzlauer Keramik

Bolesławiec ist eine geschichtsreiche Stadt in der historischen Region Niederschlesien, zwischen Görlitz und Breslau, etwa 45 km östlich der deutsch-polnischen Grenze. Die Stadt hat rund 40.000 Einwohner und ist seit Jahrhunderten für ihr Steingut berühmt, das auch „Bunzlauer Keramik“ genannt wird.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1201, damals noch unter dem Namen Bolezlauez. Bunzlau lag an der Via Regia („Königsstraße“), eine bedeutende mittelalterliche Handelsroute, die das Rheinland mit Schlesien verband. Noch im 13. Jahrhundert bekam der Ort das Stadrecht verliehen. Ab 1346 gehörte Bunzlau wie ganz Schlesien zur böhmischen Krone. Nach schweren Zerstörungen während der Hussitenkriege bekam die Stadt eine doppelte Stadtmauer. Fragmente davon sind bis heute erhalten.

Die Bedeutung der Bunzlauer Töpferzunft ist seit dem frühen 16. Jahrhundert dokumentiert. Damit beginnt die ruhmreiche Geschichte der Bunzlauer Keramik. Ab 1522 hielt die Reformation Einzug und Bunzlau wurde ein wichtiges Zentrum des Protestantismus in Schlesien. Bunzlau war die erste deutsche Stadt mit einer Kanalisation, sie wurde 1565 fertiggestellt. Martin Opitz, einer der bedeutendsten deutschen Dichter des Barock und Begründer der Schlesischen Dichterschule, wurde 1597 in Bunzlau geboren. Gegen Ende des Dreißigjährigen Kriegs wurde Bunzlau von den Schweden unter General Torstensson verwüstet.

Infolge des Ersten Schlesischen Kriegs kam die Stadt 1741 wie weite Teile Schlesiens zum Königreich Preußen, ab 1816 war Bunzlau Verwaltungssitz eines preußischen Landkreises. Bunzlau spielte eine wichtige Rolle in der frühen Geschichte der Eisenbahn in Mitteleuropa: 1844 bis 1846 wurde hier ein 450 Meter langer Viadukt über den Bober gebaut, Teil der ersten Eisenbahnverbindung zwischen Berlin und Wien. Ab 1897 hatte die Königliche Keramische Fachschule ihren Sitz in Bunzlau. Beim Einmarsch der Roten Armee im Februar 1945 wurde die Stadt stark beschädigt. Nach Kriegsende kam die Stadt unter polnische Verwaltung. Die deutsche Bevölkerung floh oder wurde vertrieben. Stattdessen siedelten sich Polen an, die zum Teil selbst aus dem sowjetisch annektierten Ostpolen vertrieben worden waren.

Anreise[Bearbeiten]

Karte von Bolesławiec

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die nächste internationale Flughafen befindet sich bei Breslau (120 km entfernt).

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Der 1 Bahnhof Bolesławiec Bahnhof Bolesławiec in der Enzyklopädie Wikipedia Bahnhof Bolesławiec im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBahnhof Bolesławiec (Q2338583) in der Datenbank Wikidata liegt an der Route Dresden–Görlitz–Breslau. Aus Deutschland kommend, muss man in Węgliniec den Zug wechseln. Die Fahrt von Görlitz dauert 50 Minuten, von Dresden ist man etwa 2:20 Std. unterwegs. Von Cottbus nach Bolesławiec braucht man ebenfalls 2:20 Std., von Berlin 3:50 Std.

Im innerpolnischen Verkehr fahren ungefähr stündlich Regionalzüge der Koleje Dolnośląskie (KD) aus Breslau, die Fahrt dauert 1:20 bis 1½ Stunden, von Legnica 30–35 Minuten. Ein Nacht-Intercity fährt von Białystok und Warschau nach Bolesławiec.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Flixbus bietet eine Fernbusverbindung von Dresden (Fahrtzeit 2:40 Std.) und Görlitz (1 Std.) sowie Breslau (1½ Std.) und Warschau (6½ Std.) nach Bolesławiec an.

Auf der Straße[Bearbeiten]

Auf der Autobahn A4 (Dresden–Görlitz–Breslau) kann man bis zur Ausfahrt Bolesławiec fahren. Für die rund 155 km von Dresden braucht man etwa zwei Stunden Fahrtzeit

Aus Richtung Berlin kommend, fährt man auf der A15 bis zur deutsch-polnischen Grenze bei Forst. Auf polnischer Seite setzt sie sich als gut ausgebaute, teilweise autobahnähnliche Nationalstraße 18 (Europastraße E36) bis in die Nähe von Bolesławiec fort. Von Berlin sind es etwa 235 km, die in der Regel in 2½ bis 3 Stunden zu schaffen sind.

Mit dem Fahrrad[Bearbeiten]

Der Radweg ER-6 folgt dem Flusslauf des Bober von der tschechisch-polnischen Grenze bei Lubawka/Žacléř über Kamienna Góra, Jelenia Góra und Lwówek Śląski nach Bolesławiec.

Zu Fuß[Bearbeiten]

Bolesławiec liegt an einem Zweig des Jakobswegs, der Posen mit Görlitz verbindet.

Mobilität[Bearbeiten]

Die Altstadt hat einen Durchmesser von gerade einmal 500 Metern und kann gut zu Fuß erkundet werden.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Rathaus

Die Altstadt ist von einem grünen Promenadenring umgeben, der im 19. Jahrhundert anstelle der abgetragenen Stadtbefestigung angelegt wurde. Innerhalb dieses Rings befinden sich die meisten Sehenswürdigkeiten. Etwa 20 Informationstafeln mit polnischer und englischer Beschriftung weisen auf Sehenswürdigkeiten hin und erläutern deren Geschichte.

  • 1 Rathaus (Ratusz), Rynek 41. Rathaus in der Enzyklopädie Wikipedia Rathaus im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRathaus (Q9304334) in der Datenbank Wikidata. Im Wesentlichen entstand das Rathaus 1524–35 und ist stilistisch dem Übergang von Spätgotik zu Renaissance zuzuordnen. Die gotischen Portale stammen noch vom Vorgängerbau aus dem 15. Jahrhundert. Im Zeitraum 1776–81 erfolgte ein wesentlicher Umbau, der der Fassade ein eher barockes Gepräge gab. Wie in vielen schlesischen Städten steht das Rathaus in der Mitte des Marktplatzes.
  • 2 Ring (Rynek). Ring im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsRing (Q59295904) in der Datenbank Wikidata. Der über über 9000 m² große Marktplatz erstreckt sich ringförmig um das Rathaus. Er ist von – zum Teil originalgetreu wiederaufgebauten – barocken Bürgerhäusern gesäumt, aber auch einzelnen Renaissance- und sogar einem spätgotischen Gebäude.
  • 3 Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Bazylika Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny i św. Mikołaja w Bolesławcu), Kościelna 3. Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in der Enzyklopädie Wikipedia Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsStadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt (Q9167741) in der Datenbank Wikidata. Katholische Hauptkirche der Stadt. Ihre Geschichte reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der heutige Bau stammt im Wesentlichen aus dem späten 15. Jahrhundert (nach den Hussitenkriegen) und ist im gotischen Stil gehalten. Der charakteristische neogotischen Turmhelm wurde 1928 aufgesetzt. Seit 2012 hat sie den Status einer Basilica minor.
  • 4 Maria-Hilf-Kirche (Kościół Matki Bożej Nieustającej Pomocy, Kirche Unserer Frau der immerwährenden Hilfe). Maria-Hilf-Kirche in der Enzyklopädie Wikipedia Maria-Hilf-Kirche im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsMaria-Hilf-Kirche (Q11745221) in der Datenbank Wikidata. Die ursprünglich evangelische Kirche wurde 1752–56, nachdem Schlesien an das protestantische Preußen gekommen war, an der Stelle der abgebrochenen Bunzlauer Burg errichtet. Sie wurde als Saalkirche gestaltet und im Barockstil gehalten. Der 73 Meter hohe neogotische Glockenturm aus Sandstein wurde 1834–1835 angebaut. Nach 1945 wurde das Gotteshaus der katholischen Kirche übertragen.
  • 5 Keramikmuseum (Muzeum Ceramiki), ul. Mickiewicza 13. Keramikmuseum in der Enzyklopädie Wikipedia Keramikmuseum im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKeramikmuseum (Q24941642) in der Datenbank Wikidata. Der berühmten Bunzlauer Keramik gewidmet. Geöffnet: Di-Sa 10–16 Uhr, So 11–16 Uhr. Preis: Vollzahler 8 zł, ermäßigt 4 zł, Donnerstags freier Eintritt.
  • 6 Stadtgeschichtliches Museum – Michail-Kutusow-Museum (Dział Historii Miasta – Muzeum Michaiła Kutuzowa), ul. Kutuzowa 14. Stadtgeschichtliches Museum – Michail-Kutusow-Museum in der Enzyklopädie WikipediaStadtgeschichtliches Museum – Michail-Kutusow-Museum (Q24941762) in der Datenbank Wikidata. Museum für Stadtgeschichte. Es befindet sich in dem Gebäude, in dem während des Kriegs gegen Napoleon 1813 der russische Feldmarschall Fürst Michail Illarionowitsch Kutusow starb. Dieses diente von 1945 bis 1991 als Hauptquartier der Roten Armee in Bolesławiec. Geöffnet: Di-Sa 10–16 Uhr, So 11–16 Uhr. Preis: Vollzahler 8 zł, ermäßigt 4 zł.
  • 7 Kutusow-Denkmal (Pomnik Kutuzowa). Kutusow-Denkmal im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsKutusow-Denkmal (Q70913048) in der Datenbank Wikidata. Denkmal für den russischen Feldmarschall Michail Kutusow, der 1813 in Bunzlau an Typhus starb. Das Denkmal wurde 1819 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. gestiftet. Den 12 Meter hohen Obelisk entwarf Karl Friedrich Schinkel. Gesäumt ist er von vier Löwen, die Johann Gottfried Schadow gestaltete. Die Beschriftung ist auf Deutsch und Russisch.
  • 8 Park am Teich (Park nad stawem), zwischen Bankowa, Kościelna und Kubika (südlich der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt). Idyllischer kleiner öffentlicher Park rund um einen Teich mit Fontäne; Teil des grünen Rings um die Altstadt. An dieser Stelle befand sich früher der Tiergarten von Bunzlau.

Außerhalb der Altstadt:

Boberviadukt
  • 9 Boberviadukt (Wiadukt kolejowy w Bolesławcu). Boberviadukt in der Enzyklopädie Wikipedia Boberviadukt im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsBoberviadukt (Q888749) in der Datenbank Wikidata. Historische Steinbogenbrücke, 1844–1846 erbaut für die Niederschlesisch-Märkische Eisenbahn, die Berlin mit Breslau und weiter mit Wien verband. Sie überspannt den Fluss Bober, ist 26 Meter hoch und knapp 490 Meter lang.

Aktivitäten[Bearbeiten]

Der Bóbr ist bei Kanuten sehr beliebt.

Einkaufen[Bearbeiten]

  • 1 Ceramic plants Bolesławiec (Zakłady Ceramiczne Bolesławiec), Bolesławiec, ul. Kościuszki 11. Tel.: +48 75 732 36 51. Fabrikverkauf mit Bunzlauer Keramik. Personal spricht Englisch und Deutsch Geöffnet: Mo – Fr 7.00 – 18.00, Sa 8.00 – 17.00, So 9.00 – 16.00 Uhr.

Küche[Bearbeiten]

  • 1 Centrum Piramida, ul. Masarska 15 (1 km westlich der Altstadt). Tel.: +48 75-6448676, Fax: +48 75-6448676. - Das Restaurant befindet sich in einer nicht zu übersehenden 28m hohen Pyramide in einem kleinen Gewerbegebiet. Die Küche ist sehr gut und vor allem sehr reichhaltig. Der sympathische Besitzer, der fließend deutsch spricht, hat das Objekt in 5 Jahren in Eigenregie erbaut und ist gerne zu etwas Smalltalk bereit. Bietet auch Gästezimmer an.
  • 2 Opałkowa Chata, Cieszkowskiego 17, 59-700 Bolesławiec. Tel.: +48 75 644 62 62. Rustikales Restaurant in einem Blockhaus. Geöffnet: täglich 11:00 - 21:00 Uhr.

Nachtleben[Bearbeiten]

Das Nachtleben konzentriert sich auf die Altstsdt.

Unterkunft[Bearbeiten]

  • 1 Villa Minerva, ul. Górne Młyny 10. Tel.: +48 75-7320363, Mobil: +48 (0)50-6082506, E-Mail: . Einfaches Hotel mit ordentlichen Zimmern. Preis: PLN 100-180/160-200/250 (EZ/DZ/3B) inkl. Frühstück.
  • 2 Hotel Ambasada Bolesławiec, ul. Komuny Paryskiej 34, 59-700 Bolesławiec. Tel.: +48 75 612 65 43, Fax: +48 75 735 15 45. 3-Sterne-Hotel in einer prächtigen, renovierten Villa aus dem 19. Jahrhundert mit 12 leicht plüschig eingerichteten Zimmern. 300 Meter von der Altstadt. Im Keller befindet sich eine Bar. Preis: DZ ab 251 zł.

Gesundheit[Bearbeiten]

Die Versorgung mit Ärzten und Apotheken ist gut.

Praktische Hinweise[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

  • Lwówek Śląski (Löwenberg in Schlesien; 19 km südlich) – Kleinstadt mit sehenswerter, von Mittelalter und Renaissance geprägter Altstadt
  • Chojnów (Haynau; 26 km östlich; 20 Minuten mit der Bahn) – Kleinstadt mit sehenswerter Altstadt und Schloss
  • Lubań (29 km südwestlich; 55 Minuten mit der Bahn) – sehenswerte, von Mittelalter und Renaissance geprägte Altstadt
  • Görlitz und Zgorzelec (45 km westlich; 40 Minuten mit der Bahn)
  • Legnica (Liegnitz; 45 km östlich; 35 Minuten mit der Bahn)
  • Żagań (Sagan; 48 km nordwestlich; 1:40 Std. mit der Bahn via Węgliniec)
  • Jelenia Góra (Hirschberg; 55 km südöstlich)
  • Das Isergebirge lädt zum Wandern, Fahrradfahren und Wintersport ein. Mögliche Ziele sind z. B. Mirsk (42 km südlich von Bolesławiec) und Świeradów-Zdrój (50 km südlich)

Literatur[Bearbeiten]

Siehe Artikel zu Polen.

Weblinks[Bearbeiten]

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