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Herkules-Wartburg-Radweg

Fahrrad
Brauchbarer Artikel
Aus Wikivoyage
Der kupferne Herkulesstatue schaut auf Kassel

Der Herkules-Wartburg-Radweg ist ein 112km langer Radwanderweg zwischen dem Herkules und der Wartburg von Kassel über Hessisch Lichtenau und Waldkappel nach Eisenach. Zusätzlich ist eine 105km langer Alternativroute durch die Täler von Gelster und Werra ausgeschildert, sodass sich zwischen Hessisch Lichtenau und Creuzburg ein attraktiver 190km langer Rundkurs ergibt.

Zeitlich eignet sich die 112km lange Hauptroute von Kassel nach Eisenach für ein verlängertes Wochenende.

Streckenprofil

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Blick vom Südturm auf den Innenhof der Wartburg
Routenlogo
Routenlogo
  • Länge: Insgesamt hat der Herkules-Wartburg-Radwanderweg eine Länge von circa 215km. Die Hauptroute allein zwischen Kassel und Eisenach ist ungefähr 112km lang, die Alternativroute allein entlang Gelster und Werra ist um die 105km lang.
  • Ausschilderung: Die Radroute ist sowohl in Hessen, als auch in Thüringen einheitlich ausgeschildert, nämlich mit einem eigenen Logo und mittelgroßen Zwischenwegweisern. Die Ausschilderungqualität insgesamt kann allerdings nur als befriedigend bewertet werden.
  • Steigungen: Neben den starken Anstiegen hinauf zum Herkules und zur Wartburg muss man auch zwischendurch immer wieder kleinere Anstiege meistern. Weiter gilt es die beiden Pässe bei Hessisch Lichtenau-Walburg und im Ringgau zwischen Netra und Lüderbach zu überwinden.
  • Wegzustand: Größtenteils verläuft der Herkules-Wartburg-Radweg auf asphaltierten Wegen (über 80 %), allerdings auch immer wieder über geschotterte Wege, sodass die Radroute nicht durchgängig mit dem Rennrad befahrbar ist.
  • Verkehrsbelastung: Außerorts ist die Strecke meist verkehrsfrei geführt. Innerorts werden Straßen direkt befahren.
  • Geeignetes Fahrrad: Tourenrad mit 7 Gang Nabenschaltung ist ausreichend, besser sind aber mehr Gänge.
  • Familieneignung: Die Strecke ist durchgehend geeignet für Kinder ab 10 bis 12 Jahren, die selbständig sicher im Verkehr mit Kfz radeln können.
  • Inlinereignung: Die Radroute ist nicht durchgehend mit Inlinern oder dem Rennrad befahrbar. Auf längere asphaltierte Abschnitte wird in der Streckenbeschreibung hingewiesen.

Hintergrund

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Der Herkules ist eines der ältesten Bauwerke im Bergpark Wilhelmshöhe und wurde mit diesem zusammen 2013 UNESCO-Weltkulturerbe. In den letzten Jahren wurde das imposante Bauwerk aufwendig saniert, ist nun aber wieder in der Regel frei zugänglich. Vom Fuß des Herkules oberhalb der Kaskaden oder von der Aussichtsplattform hat man eine wunderschöne Aussicht über das ganze Kasseler Becken.

Die Wartburg hatte eine wichtige Bedeutung in der deutschen Geschichte und ist bereits seit 1999 UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist das Wahrzeichen Eisenachs und hat jährlich um die 350.000 Besucher. Auch von ihr hat man eine sehr schöne Panoramaaussicht in den umliegenden Thüringer Wald, sei es vom Burghof oder dem höher liegenden Bergfried.

Zur Zeit wird zwischen Kassel und Herleshausen die Bundesautobahn 44 gebaut. Diese verläuft zwischen Kassel und Wehretal im Bereich des Herkules-Wartburg-Radweg. Hierbei wird bzw. wurde das Tal teilweise überformt. Durch die vielen Tunnel und Lärmschutzwälle ist der Vekrehrslärm aber weitgehend gedämpft. An vielen Stellen merkt man an der Route auch fast gar nicht, das noch eine Autobahn im Tal verläuft.

Vorbereitung

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Zeitlich eignet sich die Hauptroute Kassel - Eisenach mit entsprechendem Besichtigungsprogramm für ein verlängertes Wochenende. Wer möchte kann nach Osten hin die Radreise auf dem Radfernweg Thüringer Städtekette fortsetzen.

In einer Woche von Kassel nach Erfurt

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Wer eine Woche Zeit hat, kann den Herkules-Wartburg-Radweg gut in eine Tour von Kassel bis Erfurt einbinden (etwa 180km in drei Etappen).

  • Samstag: Bahnanreise nach Kassel, nachmittags und abends Besuch der Stadtmitte von Kassel mit Karlsaue
  • Sonntag: Besuch des Bergpark Wilhelmshöhe mit den Wasserspielen. Es bietet sich an, das Rad unten gegen 12 Uhr am Besucherzentrum zu Parken und gemütlich zu Fuß zum Herkules hoch zu laufen. Die Wasserspiele beginnen um 14:15 Uhr oben am Herkules.
  • Montag: Etappe Kassel - Waldkappel (etwa 50 km). Waldkappel ist ein ländlicher Etappenort. Wer möchte kann am Nachmittag zum Mäuseturm wandern, oder eine kleine Radtour per Pedelec in den reizvollen Schemmerngrund zum Aussichtsturm Ziegenküppel unternehmen. Übernachtung direkt im Schemmerngrund: Landhotel zum Stern in Burghofen.
  • Dienstag: Etappe Waldkappel - Eisenach (etwa 50 km)
  • Mittwoch: Aufenthaltstag in Eisenach mit Besichtigung der Wartburg.
  • Donnerstag: Etappe auf dem Radfernweg Thüringer Städtekette von Eisenach nach Erfurt (etwa 75 km). Gotha bietet sich für die Mittagspause an.
  • Freitag: Stadtbesichtigung von Erfurt.
  • Samstag: Bahnabreise ab Erfurt.

Anreise

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Wegweiser des Herkules-Wartburg-Radwanderwegs

Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln

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Der Herkules-Wartburg-Radweg kann relativ gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.

Mit dem Fahrrad

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In Kassel hat der Herkules-Wartburg-Radweg unter anderem Anschluss an den Hess. Radfernweg R1 (Fulda-Radweg) nach Melsungen und Hann. Münden, in Hoheneiche an den Hess. Radfernweg R5 nach Eschwege und Rotenburg an der Fulda und in Creuzburg an den Werratal-Radweg nach Wanfried und Vacha. Letzterer verläuft zwischen Witzenhausen und Creuzburg zudem mit der Alternativroute des Herkules-Wartburg-Radwegs zusammen. In Hörschel hat man weiter Anschluss an den Rennsteig-Radwanderweg nach Oberhof und in Eisenach an den Radweg Thüringer Städtekette nach Gotha.

Streckenbeschreibung mit Etappen und Sehenswürdigkeiten

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Im Folgenden wird die Hauptroute Kassel - Eisenach (112km) beschrieben.

Panorama: Du kannst das Bild waagerecht scrollen.
Vom Startpunkt des Herkules-Wartburg-Radweg, dem Herkules, hat man diese Panoramaaussicht über das gesamte Kasseler Becken.
Vom Startpunkt des Herkules-Wartburg-Radweg, dem Herkules, hat man diese Panoramaaussicht über das gesamte Kasseler Becken.
Karte
Orte am Herkules-Wartburg-Radweg. Für die Darstellung aller Radrouten bei den Ebenen "Radwege" anklicken.}
Bergpark Wilhelmshöhe
Besucherzentrum mit Bushaltestelle hinter dem Herkules

1. Etappe: Kassel - Hessisch Lichtenau (39km)

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Im Schlosscafé direkt am Herkules-Wartburg-Radweg kann man eine Rast auf dem mühevollen Anstieg hinauf zum Herkules einlegen
Nordseite des Bundessozialgerichts - im Vordergrund auf der Straße verläuft der Herkules-Wartburg-Radweg
Das documenta-Kunstwerk "Traumschiff Tante Olga" vor der Heinrich-Schütz Schule
Kassel - Kaufungen
Der Goethestern im vorderen Westen, in der Verlängerung der Goethestraße ist der Herkules zu sehen
Das documenta-Kunstwerk Rahmenbau am Friedrichsplatz
Der Steinertsee in Oberkaufungen ist ein beliebtes Ausflugsziel im Sommer
Die Stiftskirche in Oberkaufungen
Kaufungen - Hessisch Lichtenau
Zwischen Oberkaufungen und Helsa radelt man entlang der Leipziger Straße (Kreisstraße 7)

Die erste Etappe des Herkules-Wartburg-Radwegs ist recht kurz. So ist vormittags Zeit für die Bahnanreise. Oder man kann sich noch den Bergpark und die weiteren Sehenswürdigkeiten von Kassel etwas näher ansehen. Wer Kassel richtig kennenlernen möchte, sollte einen Aufenthaltstag einplanen.

Die Etappe verlässt das Kasseler Becken nach Ost und führt stetig, aber meist sanft das Lossetal bergan. Etappenort ist die Kleine Stadt Hessisch Lichtenau mit Altstadt.

Die Höhenmeter betragen in Fahrtrichtung Kassel-Hessisch Lichtenau um die 370 m, in Gegenrichtung rund 520m.

Km 0: 1 Herkules (525 m) - Die Kupferstatue des griechischen Halbgottes Herakles (lateinisch Hercules, eingedeutscht Herkules) ist das Wahrzeichen von Kassel und der Startpunkt des Herkules-Wartburg-Radwegs. Er ist in den Jahren 1701 bis 1717 nach Entwürfen des Italieners Giovanni Francesco Guerniero entstanden und somit eines der ältesten Bauwerke des Bergparks Wilhelmshöhe.

~ ~> Vom Besucherzentrum am Parkplatz hinter dem Herkules schiebt man zunächst einmal um diesen herum. Bitte diese 300m lange Schiebestrecke respektieren. Vorne ergibt sich ein schöner Aussicht über das Kasseler Becken. Am Waldrand dem 1. Radwegweiser den Schlangenweg hinab zum Kaskaden-Restaurant folgen. Der Schlangenweg ist durch die Schotterdecke nicht für Rennräder geeignet. Ab Einstieg Schlangenweg ist auf der Route das Radfahren gestattet. Aber bitte nicht abseits der Route im Bergpark Radfahren. Das ist nicht erlaubt.

Km 3: 2 Bergpark Wilhelmshöhe (220 - 525 m) - Am 23. Juni 2013 wurde der Bergpark Wilhelmshöhe als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt und ist mit einer Fläche von 2,4 Quadratkilometern der größte Bergpark in Europa. Der Herkules-Wartburg-Radweg passiert den Bergpark Wilhelmshöhe auf den einzig zum Radfahren zugelassenen asphaltierten breiten Kommunalstraßen. Man kommt unter anderem an den Kaskaden, der Teufelsbrücke mit Plutogrotte, dem Aquädukt und dem Schloss Wilhelmshöhe mit Ballhaus und Gewächshaus vorbei.

~ ~> Vom Schloss Wilhelmshöhe radelt man auf der Tulpenallee leicht kurvig bergab. Über den Parkplatz Ochsenallee (Kopfsteinpflaster) folgt man der Beschildung hinein nach Bad Wilhelmshöhe.

Km 6: 1 Bad Wilhelmshöhe (195 m) - Als Radfahrer auf dem Herkules-Wartburg-Radweg lernt man Bad Wilhelmshöhe, einen circa 11.960 Einwohner großen Stadtteil von Kassel kennen. Es geht durch den alten Ortskern Wahlershausen. Neben vielen alten Fachwerkhäusern kommt man auch an mehreren Restaurants vorbei. Die Route überquert die Drusel und folgt der teilweise mit Kopfsteinpfalster befestigten Langen Straße.

~ ~> Unter der Schnellfahrstrecke Hannover-Würzburg und der Main-Weser-Bahn hindurch (zum Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe den lokalen ausgeschilderten Radwegen die Bremelbach- oder Heerstraße hinauf folgen, siehe Karte) kommt man am Bundessozialgerichtes, sowie der Heinrich-Schütz-Schule (gegenüber Aschrottpark) vorbei und erreicht die Goetheanlage, an der man nördlich auf der Goethestraße vorbei radelt.

Km 8: 2 Vorderer Westen (175 m) - Der um die 15.560 Einwohner große Stadtteil von Kassel ist durch eine dichte gründerzeitliche Bebauung geprägt.

~ ~> Die Gothestraße wurde als Fahrradstraße ausgebaut. Neben einigen Restaurants kommt man am Goethestern (Platz mit Blumeninsel) vorbei. Im Bereich der Fußgängerzone an der Goethestraße auf 300m bitte langsam fahren. Über die Fahrradstraßen in der Nebelthaustraße, Luisenstraße und der Straße Königstor erreicht man die Innenstadt von Kassel.

Km 9: 3 Mitte (Kassel) (165 m) - Die Kasseler Innenstadt befindet sich im circa 3985 Einwohner großen Stadtteil Mitte. Vorbei kommt man unter anderem an den Sehenswürdigkeiten Opernplatz mit Louis-Spohr-Denkmal, Friedrichsplatz mit Fridericianum und Landgraf Friedrich II.-Denkmal, sowie Staatstheater. Den Kasseler Hauptbahnhof erreicht man über den Kassel-Edersee-Radweg.

~ ~> Man fährt kurz auf einem geschotterten Weg über den Friedrichsplatz, bevor man zwischen documenta-Halle und Staatstheater auf der Du-Ry-Straße hindurch fährt und dann auf der Straße An der Karlsaue zur Orangerie hinunterradelt.

Km 10: 3 Karlsaue (140 m) - Der 1,50 km² große Staatspark Karlsaue befindet sich im Kasseler Stadtteil Südstadt. Er ist eine öffentliche, ursprünglich barocke Parkanlage. Sehenswert sind zum Beispiel die Orangerie (mit Gastronomie) und die Insel Siebenbergen.

~ ~> Auf dem Auedamm fährt man zunächst ein kurzes Stück auf dem Hess. Radfernweg R1 (Fulda-Radweg), bevor die Fulda über die Schwimmbadbrücke (Startpunkt des mit dem Herkules-Wartburg-Radweg parallel verlaufenden Lossetalwegs) überquert und auf geschotterten Wegen durch die Fuldaaue (auch Buga genannt, da Gelände der Bundesgartenschau 1981) radelt. Nach Überquerung der Bundesstraße 83 fährt man weiter auf Schotterwegen ohne Steigungen am Wahlebach entlang.

Km 14: 4 Waldau (150 m) - In dem circa 6440 Einwohner großen Stadtteil von Kassel verläuft der Herkules-Wartburg-Radweg meist entlang es Wahlebachs, sodass man von dem Stadtteil selbst eigentlich nicht wirklich viel zu sehen bekommt. Die meisten Häuser, heute genannt Wohnstadt Waldau, stammen aus den sechziger Jahren und sind durch ihre funktionale Bauweise gekennzeichnet.

~ ~> Nun am anderen Ufer des Wahlebachs entlang vorbei an einigen Kunstwerken des ARS-Natura Wanderwegs (markiert mit einem weißen X) trifft man wieder auf die Entdecker-Runde Kassel, mit welcher man zusammen auf der Lindenbergstraße den Wahlebach verlässt und nach Norden radelt. Einzig in diesem Abschnitt verlaufen Lossetalweg und Herkules-Wartburg-Radweg auf unterschiedlichen Strecken (siehe Karte).

Km 15: 5 Forstfeld (155 m) - Der gut 6740 Einwohner große Stadtteil von Kassel ist der ist der letzte Kasseler Stadtteil, welchen man als Radfahrer auf dem Herkules-Wartburg-Radweg durchfahren muss. Er wird über mehrere Wohngebietsstraßen durchfahren.

~ ~> Vorbei an der Straßenbahnhaltestelle Lindenberg erreicht man die Losse, welcher man unter der Bundesautobahn 7 hindurch zurück zur Bundesstraße 7 folgt. Die Entdecker-Runde Kassel zweigt übrigens an der Losse vom Herkules-Wartburg-Radweg ab und führt in den alten Ortskern von Bettenhausen.

Km 18: 6 Papierfabrik (160 m) - Der kleine Ortsteil von Kaufungen liegt circa 300 Meter südlich der Radroute und ist durch das große Industriegebiet geprägt, das 1839 durch die Errichtung einer Papierfabrik errichtet wurde. Daher auch der Name, obwohl es die Papierfabrik schon lange nicht mehr gibt.

→ zwischen Papierfabrik und Hessisch Lichtenau begleitet der Lossetal-Radweg die Radroute.
~ ~> Man radelt erst auf geschotterten, später dann auf asphaltierten Wegen durch die Felder im Lossetal. Der Verkehrslärm der Autobahn A7 und der Bundesstraße B 7 ist je nach Windrichtung zu hören.

Km 21: 7 Niederkaufungen (180 m) - Der heute mit Oberkaufungen zusammengewachsene Ortsteil von Kaufungen wird direkt an der Losse entlang durchfahren. Es gibt einige mit Kopfsteinpflaster befestigte Wohngebietsstraßen. Hier liegen einige hübsche Fachwerkhäuser. Am alten Backhaus an der Losse schöner Rastplatz.

~ ~> Auf asphaltierten Straßen radelt man nördlich des Steinertsees an der kleinen Miniatur-Dampfbahnanlage Steinertseebahn vorbei. Die Freizeitanlage Steinertsee lädt zur Pause ein.

Km 24: 8 Oberkaufungen (205 m) - In Oberkaufungen befindet sich die sehenswerte Stiftskirche, die als das bedeutendste spätottonische Bauwerk Nordhessens gilt. Früher einmal war sie Teil des Benediktinerinnenkloster Kaufungens, welches 1017 von Kaiserin Kunigunde gegründet wurde. Wie in Niederkaufungen gibt es im Ort viele Fachwerkhäuser.

~ ~> Oberkaufungen wird auf der Leipziger Straße verlassen. Bald verläuft ein asphaltierter separater Fuß- und Radweg an der Landstraße ().

Km 29: 9 Helsa (260 m) - Die insgesamt um die 5575 Einwohner große Gemeinde Helsa ist durch viele Fachwerkhäuser geprägt. Sehenswert ist auch das historische Mühlrad , welches frei zugänglich ist. Es werden Führungen durch den Arbeitskreis Historisches Mühlrad Helsa e.V. angeboten.

~ ~> Vorbei am Freibad Helsa (seit 2013 geschlossen) unterquert man auf asphaltierten Wegen zweimal die Lossetalbahn, bevor man auf einem Schotterweg am Waldrand entlang mit Blick auf die Baustelle der Bundesautobahn 44 die Siedlung Waldhof (zu Helsa-Eschenstruth; Straßenbahnhaltestelle) erreicht. Über die Wilhelm-Ströpke-Straße erreicht man den Bf. Eschenstruth (Halt der Straßenbahn).

Km 33: 10 Eschenstruth (310 m) - Der circa 1800 Einwohner große Ortsteil von Helsa liegt im Lossetal. Der Ort wird teilweise vom zweitlängsten Autobahntunnel Deutschlands, dem Tunnel Hirschhagen der neuen Bundesautobahn 44, untertunnelt.

~ ~> Durch den Wald, bzw. am Waldrand und der Lossetalbahn entlang erreicht man schnell auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg ohne Schlaglöcher Fürstenhagen.

Km 36: 11 Fürstenhagen (335 m) ist mit gut 1990 Einwohnern der größte Stadtteil von Hessisch Lichtenau. Auch in diesem Ort kann man viele alte Fachwerkhäuser betrachten, weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kirche und die mit Linden eingefasste ehemalige Gerichtsstätte unterhalb dieser.

~ ~> Über die Schulstraße und die Fürstenhagener Straße erreicht man schnell Hessisch Lichtenau. Wer in der kleinen Stadt abkürzen will folgt einfach dem Mühlweg und nicht dem Schlenker des Herkules-Wartburg-Radwegs durch den alten Stadtkern.

Km 39: 12 Hessisch Lichtenau (380 m) - Die circa 11.910 Einwohner große Stadt war 2006 Veranstaltungsort des 46. Hessentages und besitzt auch seitdem einen eigenen Straßenbahnanschluss. Auf dem Frau-Holle-Rundweg lernt man in 12 Stationen wissenswertes und informatives über Frau Holle und ihrer Verbindung zu Hessisch Lichtenau (kurz übrigens HeLi).

→ Zwei Orte weiter südlich, in Spangenberg-Schnellrode, startet der Chattengau-Fulda-Radweg.

2. Etappe: Hessisch Lichtenau - Creuzburg (52km)

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Infotafel am Autohof Hessisch Lichtenau, im Hintergrund der "überdimensionale Rastplatz".
Am anderen Ende der Wehretalbrücke verläuft der Herkules-Wartburg-Radweg unter dieser hindurch
Altes Eisenbahnviadukt der Kanonenbahn bei Waldkappel

Diese landschaftlich schöne, zweite Etappe führt erst durch das Wehretal bergab. Das Tal wurde durch die Autobahn A 44 landschaftlich neu geprägt. Die Autobahn findet sich aber meist hinter Dämmen und in Tunnelanlagen. So ist der Verkehrslärm weitgehend gedämpft. Im zweiten Anstieg der Etappe wird der schöne Ringgau durchfahren.

Die Höhenmeter betragen in Fahrtrichtung Hessisch Lichtenau-Wehretal um die 70 m, in Gegenrichtung rund 260m.

Km 39: Hessisch Lichtenau - Etappenstart am Rathaus in der Altstadt

~ ~> Man radelt zunächst zum Autohof mit seinem überdimensionalen Rastplatz (erster Scheitelpunkt des Herkules-Wartburg-Radwegs). Dann geht es unter auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg unweit der Landesstraße bergab.

Km 43: 13 Walburg (350 m) - Achtung: In der Ortsdurchfahrt muss man für gut einen Kilomter auf die schon stärker befahrene ORtsdruchfart. Im gut 740 Einwohner großen Stadtteil von Hessisch Lichtenau zweigt die Alternativstrecke von der Hauptstrecke des Herkules-Wartburg-Radwegs zum Werratal ab (siehe auch Artikel Gelster-Radweg)

~ ~> Weiter bergab auf asphaltiertem Radweg (Vorsicht: landwirtschaftliche Fahrzeuge!) fährt man durch die Felder des Wehretals - einer der schönsten Streckenabschnitte.

Km 54: 14 Waldkappel : hier kleiner Zeltplatz, Freibad und Aussichtsturm auf dem Mäuseberg

~ ~> Auf asphaltiertem Wirtschaftweg entlang der Wehre erreicht man über Bischhausen und Hoheneiche das Dorf Wichmannshausen.

Km 65: 15 Wichmannshausen - Hier trifft der Radweg auf den Hessischen Radfernweg R5 nach Sontra oder Eschwege.

Wasserschloss Netra (privat, kein Zugang)
~ ~> Von Wichmannshausen aus geht es bergauf entlang der Netra in die Berge des Ringgaus. Abseits der Straße am Hang verläuft der schön asphaltierte Rad- und Wirtschaftsweg.

Km 70: 16 Datterode : In Datterode wechselt die Route auf die rechte Talseite. Es geht etwas stärker bergauf Richtung Röhrda. Im Tal verläuft die hier weniger stark befahrene B7.

  • 17 Röhrda : Immer noch bergauf führt die Route nach Netra.

Km 76: 18 Netra - In Ringgau-Netra hat man den 2. Gipfel der Radroute fast erreicht. Bei der Einfahrt in den Ort fällt der Blick sofort auf das alte Wasserschloss (privat, kein Zugang) und die wuchtige Kirche des Ortes.

~ ~> Zügig bergab führt die asphaltierte Strecke in den kleinen Ort Lüderbach kurz vor der Grenze nach Thüringen.

Km 80: 19 Lüderbach : Die Geschichte des Ortes ist eng mit der ehemaligen DDR-Grenze verwoben, die Amerikaner betrieben dort einen Observations-Posten (OP India). Wesentlich älter, nämlich aus dem 18. Jahrhundert, ist die Grabpyramide der Familie von Capellan auf dem "Kirchberg".

~ ~> Etwas verwinkelte Streckenführung vor der Stadt Creuzburg. Der Radweg macht eine große Schleife um schließlich die Werra zu überqueren.

Km 91: 20 Creuzburg - Die alte Stadt wird von der Burg überragt (Hotel). Das kleine Etappenstädtchen besitzt ein paar Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten. Über die Steinerne Werrabrücke vorbei an der Liborius-Kapelle führt der Radweg weiter Richtung Hörschel.

~ ~> An hier geht es entlang der Werra auf dem Werralradweg Richtung Hörschel.

3. Etappe: Creuzburg - Eisenach (19km)

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Kurze Etappe. So ist nachmittags Zeit die Wartburg zu besichtigen.

Grabpyramide der Familie von Capellan in Lüderbach

Km 91: Creuzburg

~ ~> Über die alte Werrabrücke geht es Richtung Hörschel.

Km 98: 21 Hörschel - km 96: Hier besteht die Anbindung an den Rennsteig-Radwanderweg, dem Höhenradweg des Thüringer Waldes. Ferne gibt es hier einen Bahnhof, da dem Regionalbahnen der Linie Bebra-Eisenach halten.

Km 108: 22 Eisenach am Markt. Hoch thront die Wartburg über der Stadt. Die Route endet an der berühmten Höhenburg.

→Wer möchte kann ab Eisenach auf dem Radfernweg Thüringer Städtekette die kulturellen Schätze Thüringens entdecken.

Alternativstrecke durch das Werratal

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Alternativstrecke entlang der Werra

Zusätzlich zu der 112km langen Hauptstrecke des Herkules-Wartburg-Radwegs wurde eine circa 105km lange Alternativstrecke durch das Gelstertal und das Werratal ausgeschildert. Sie beginnt in Hessisch Lichtenau-Walburg und verläuft zusammen mit dem Gelster-Radweg nach Witzenhausen, von wo sie dann mit dem Werratal-Radweg über Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Wanfried, Treffurt und Mihla nach Creuzburg führt, wo man schließlich wieder auf die Hauptstrecke trifft.

Die Streckenbeschreibung der Herkules-Wartburg-Radweg Alternativstrecke zwischen Hessisch Lichtenau-Walburg und Witzenhausen im Gelstertal findet man im Artikel Gelster-Radweg und die zwischen Witzenhausen und Creuzburg im Werratal im Artikel Werratal-Radweg, da diese beiden Radwege identisch mit der Herkules-Wartburg-Radweg Alternativstrecke verlaufen.

Sicherheit

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Auch beim Radwandern kann ein Fahrradhelm die Schwere von Kopfverletzungen bei Stürzen entscheidend mindern. Weitere Infos zum Helm siehe hier.

Weiter geht's

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Wer möchte kann die Tour in Eisenach auf dem Radfernweg Thüringer Städtekette Richtung Osten nach Erfurt oder auch Altenburg fortsetzen.

GPX-Daten

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Literatur

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  • ADFC-Regionalkarte "Kassel / Nordhessen" 1:75000, 6. überarbeitete und erweiterte Auflage von 2019, ISBN 978-3870738884, 8,95 €, Bielefelder Verlag. Die Karte stellt die gesamte Kernstrecke der Radroute von Kassel bis Eisenach da. Die Schleife über das Werratal ist ebenfalls komplett enthalten.
  • HR Naturpark Habichtswald / Reinhardswald - Topographische Freizeitkarte 1:50 000, ISBN 978-3-89446-319-9, 9,50 €, gemeinschaftlich herausgegeben vom Hessisch-Waldeckischen Gebirgs- und Heimatverein e.V. und dem Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (2012).
  • MK Meißner-Kaufunger Wald Südliches Leinetal - Topographische Freizeitkarte 1:50 000, ISBN 978-3-89446-318-2, 9,50 €, gemeinschaftlich herausgegeben von Werratal Tourismus Marketing GmbH und dem Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (2012).
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Brauchbarer Artikel
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