Französisch-Guayana

Erioll world 2.svg
Brauchbarer Artikel
Aus Wikivoyage
Welt > Amerika > Südamerika > Französisch-Guayana

Französisch-Guayana ist ein französisches Übersee-Department im Nordosten von Südamerika.

Regionen[Bearbeiten]

Das Land ist in zwei Arrondissements (Cayenne und Saint-Laurent-du-Maroni) und 22 Gemeinden eingeteilt. Die Kantone sind seit 2016 abgeschafft.

Städte[Bearbeiten]

Karte von Französisch-Guayana
  • 1 Cayenne internet wikipedia commons wikidata facebook instagram twitter youtube. 65000 Einwohner, die Präfektur. Sie liegt am Atlantik im zentralen Teil.
  • 2 Saint-Laurent-du-Maroni internet wikipedia commons wikidata twitter. 20.000 Einwohner. Unterpräfektur, Grenzstadt nach Suriname, am Maroni-Fluss.
  • 3 Kourou internet wikipedia commons wikidata facebook twitter. 20.000 Einwohner, bekannt für den Weltraumbahnhof Centre Spatiale Guyannais der ESA und für seine Strände.
  • 4 Saint-Georges-de-l'Oyapock wikivoyage wikipedia commons wikidata. 4.000 Einwohner, bis 2004 isolierter Grenzort nach Brasilien, etwas landeinwärts am Oyapock-Fluss im Osten.
  • 5 Maripasoula wikipedia commons wikidata twitter. 5.000 Einwohner, größte Gemeinde im Landesinneren, gelegen an der Grenze nach Suriname im Südwesten.

Weitere Ziele[Bearbeiten]

  • 1 Îles du Salut (Heilsinseln) wikivoyage wikipedia commons wikidata. Auf der gesamten Inselgruppe unterhielt Frankreich bis 1951 ein Gefängnis für bis zu 2000 Strafgefangene. Auf der Île Royale befanden sich die Verwaltung, das Hospital sowie der Todestrakt. Die meisten der Gefangenen waren jedoch in Einzelzellen auf der Île Saint-Joseph untergebracht. Die Haftbedingungen waren unmenschlich. So gab es Zellen ohne Dach, wodurch die Strafgefangenen der tropischen Sonne und dem Regen schutzlos ausgesetzt waren. Einer der prominentesten Häftlinge auf der Île du Diable war Hauptmann Alfred Dreyfus. Heute sind die Inseln ein beliebtes Ziel für Touristen. Neben den Ruinen der Strafkolonie ist auch die Fauna einen Besuch wert. Totenkopfäffchen und Aras sind an Besucher gewöhnt und lassen sich aus der Hand füttern. Ferner gibt es Leguane und Kaimane.
  • 1 Centre Spatial Guyanais wikipedia commons wikidata. Europäischer Weltraumbahnhof Kourou.

Hintergrund[Bearbeiten]

Französisch-Guayana ist das einzige der drei Guayanas, das noch nicht unabhängig ist. Vermutlich wird es dazu auch nie kommen, denn die Einwohner profitieren vom höchsten Lebensstandard Südamerikas, so dass weniger als 10 Prozent der Bevölkerung eine Loslösung von Frankreich unterstützen.

Das Gebiet grenzt an Brasilien und Suriname und ist zum größten Teil von tropischem Urwald bedeckt. Noch ist es extrem dünn besiedelt, aber eine große Schar Einwanderer aus den Nachbarländern und aus Asien ändert dies langsam und trägt zu einem multikulturellen Flair bei. Für Reisende interessant sind der Weltraumbahnhof Kourou sowie die Hauptstadt Cayenne mit der vorgelagerten ehemaligen Strafkolonie auf der Inselgruppe Îles du Salut.

Französisch-Guayana ist zu 90 % mit Urwald bewachsen. Bis auf wenige Städte und Dörfer im Zentrum des Landes (z. B. Saül) ist nur die Küste besiedelt. Außer ein paar kleineren Bächen und Wasserläufen gibt es zwei große Flüsse, den Maroni, der die Westgrenze zu Suriname markiert und den Oyapock, der im Osten die Grenze zu Brasilien bildet.

Neben den Teufelsinseln gibt es auch einige kleine Inseln vor Rémire.

Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen. Zu diesen gehören etwa 40 verschiedene indigene Völker, Créolen und Noirs Marrons - die Nachfahren der verschleppten Sklaven zur Zeit der Kolonisierung-, Franzosen, Hmongs aus Laos, Brasilianer, Surinamesen und Antillais, die Einwanderer von den karibischen Antillen. Besonders die Einwanderung aus dem nahen Brasilien hat seit Ende des 20. Jahrhunderts zu einem hohen Bevölkerungswachstum geführt.

Geschichte[Bearbeiten]

Französisch-Guayana hat eine wechselvolle und aus europäischer Sicht von vielen Rückschlägen geprägte Geschichte. Das Gebiet war ursprünglich von indigenen Völkern bewohnt, unter denen die Arawak, die Kariben und die Wayana, nach denen das Gebiet benannt wurde, zu nennen sind; diese siedeln auch heute noch im Landesinneren und leben im Spannungsfeld zwischen Natur und Moderne. Als wohl erste Europäer betraten die Mitglieder einer Expedition von Kolumbus 1498 das Gebiet. 1604 gelangten die ersten französischen Siedler in die Region, sie wurden jedoch von den konkurrierenden Portugiesen vertrieben, 1643 wurde ein weiterer Versuch nach Angriffen der Ureinwohner abgebrochen. 1658 versuchten die Niederländer, das Gebiet von Cayenne zu kolonisieren, 1665 folgten erneut die Franzosen, die in der Folge endgültig die Herrschaft übernahmen.

Bekannt wurde das Gebiet durch eine Tragödie: Nachdem Frankreich nach dem Vertrag von Paris 1763 fast alle Gebiete in Amerika verloren hatte, warb Ludwig XV. 12.000 Siedler für die Region an, von denen über 7.000 in den folgenden zwei Jahren an Tropenkrankheiten starben. Etwa 3.000 kehrten in die alte Heimat zurück und verbreiteten den Ruf der Kolonie als "Grüne Hölle".

Nach der Französischen Revolution wurden ab 1795 einige hundert Revolutionsgegner in dieses Gebiet, das in Frankreich einen äußerst schlechten Eindruck hinterlassen hatte, deportiert. Nachdem Napoléon die 1794 ausgerufene, aber nicht in allen Kolonien durchgesetzte Abschaffung der Sklaverei 1802 widerrufen hatte, wurden wieder Menschen in Afrika entführt und als Sklaven in die Region verkauft. Dies war der Beginn einer ersten dauerhaften Etablierung. Anfang des 19. Jahrhunderts gelangte das Gebiet kurzzeitig bis 1814 unter portugiesische Herrschaft. 1853 wurde erstmals Gold gefunden. Ein Jahr zuvor begann die berühmt-berüchtigte Geschichte Französisch-Guayanas als Strafkolonie (Bagne) mit der systematischen Einrichtung von Straflagern. Damit wurden zwei Ziele verfolgt: Einerseits sollten Schwerverbrecher und Wiederholungstäter aus der Gesellschaft entfernt und durch Arbeit "gebessert" werden, andererseits sollten sie nach der definitiven Abschaffung der Sklaverei 1848 als billige Arbeitskräfte dienen und die Kolonie bevölkern. Zur Haft im "Bagne" Verurteilte mussten nach Verbüßung ihrer Strafe noch einmal die gleiche Zeit, bei Strafen über acht Jahren für den Rest ihres Lebens, als "Freigelassene" in Guayana bleiben (redoublage), um ihnen einen Anreiz zum Sesshaftwerden in der Kolonie zu geben. Das Experiment scheiterte, da viele Sträflinge schon die sehr harten Haftbedingungen nicht überlebten und die übrigen nach ihrer Freilassung meist weder Mittel noch Möglichkeiten hatten, sich in der Kolonie eine bürgerliche Existenz aufzubauen, geschweige denn vermögend genug waren, auf eigene Kosten wieder nach Frankreich zurückzukehren. Die meisten von ihnen fristeten ihr Dasein in "Freiheit" als Bettler, Kleinkriminelle oder, im günstigsten Falle, als Hausdiener.

Aufsehenerregende Reportagen, u.a. von Albert Londres, lenkten in der Zwischenkriegszeit die Aufmerksamkeit der französischen Öffentlichkeit auf die Zustände in den "Bagnes", so dass ab 1938 keine weiteren Strafgefangenen mehr nach Französisch-Guayana deportiert wurden. Bereits Inhaftierte mussten jedoch ihre Strafe weiter verbüßen, so dass erst 1953 die letzten Sträflinge freigelassen und die Lager geschlossen wurden.

Seit 1946 ist Französisch-Guayana nicht mehr Kolonie, sondern Überseedépartement. Es begann eine Epoche der Stabilisierung, des Wachstums und der Einwanderung, die bis heute anhält. Die Gründung des Raumfahrtzentrums (Centre Spatial Guyanais, CSG) 1964 in Kourou beförderte die wirtschaftliche Entwicklung weiter. In den 1990er Jahren trug das CSG etwa 25% zum BIP Französisch-Guayanas bei. Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist das Überseedépartement nach dem Abstieg von Ländern wie Argentinien das wohlhabendste Gebiet Südamerikas und ein Anziehungspunkt für Menschen aus den Nachbarländern, von denen viele zum meist illegalen Goldsuchen einwandern.

Kultur[Bearbeiten]

Kreolische Frauen in traditioneller Kostümierung beim Karneval von Cayenne

Französisch Guayana ist als Überseedepartement von Frankreich ein französisches Gebiet, das die Kultur des Mutterlandes zum Teil übernommen hat. Der Großteil der Bevölkerung ist katholisch und es gibt dieselben Feiertage wie bei den Katholiken und Franzosen im Allgemeinen.

Der Karneval des Landes zeigt diese Mischung der Traditionen. Er geht ursprünglich auf eine kreolische Festlichkeit zurück, die von Frankreich aus übernommen wurde. Seit Beginn der massiven Einwanderung findet man bei den Umzügen neben den traditionellen Gruppen aber auch brasilianische Tanzgruppen, auch die asiatischstämmigen Bewohner nehmen mit Drachenkostümen daran teil.

Politik[Bearbeiten]

In Französisch-Guayana gelten die französischen Gesetze und es regiert die französische Regierung. Die Bürger wählen den Conseil Régional, die Regionalversammlung, und den Conseil Général, die Versammlung der Gemeinden, und entsenden je zwei Abgeordnete in die französische Nationalversammlung und den Senat. Der Präfekt (Verwaltungsoberhaupt) wird nicht gewählt, sondern von der französischen Regierung ernannt.

Die Unabhängigkeit von Frankreich wird nur von einer kleinen Minderheit gefordert. Diese wird von der Partei MDES (Mouvement de décolonisation et d'émancipation sociale) vertreten, die in der Regionalversammlung jedoch auf weniger als 10 Prozent kommt. Eine gewalttätige Unabhängigkeitsbewegung gibt es nicht.

Anreise[Bearbeiten]

Französisch-Guayana gehört zur Europäischen Union, aber nicht zum Schengen-Raum. EU-Bürger können sich also frei im Territorium aufhalten und auch Arbeit suchen, bei der Einreise wird aber der Reisepass oder Personalausweis kontrolliert.

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Der Flughafen Cayenne (Aéroport international Félix Éboué, CAY) liegt südlich der Hauptstadt Cayenne im Vorort Matoury. Er wird von Frankreich (Paris-Orly), Brasilien (Belém, Macapá, São Luiz, Fortaleza, Recife) sowie Fort-de-France, Pointe-à-Pitre, Santo Domingo, Port-au-Prince und Miami angeflogen. Fluggesellschaften sind Air France, Air Caribe und TAF.

Inlandsverbindungen gibt es nach Maripasoula und Saül mit Air Guyane Express.

Mit der Bahn[Bearbeiten]

Es gibt keine Bahnverbindungen in und nach Französisch-Guayana.

Mit dem Bus[Bearbeiten]

Die Grenzorte nach Brasilien (Saint-Georges-de-l'Oyapock / Oiapoque) und Suriname (Saint-Laurent du Maroni / Albina) werden von "Taxi-Co" (Sammeltaxen) bedient, die deutlich billiger als normale Taxis, aber teurer als Busse sind. Direktverbindungen in diese Länder gibt es jedoch noch nicht.

Von Brasilien aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln über Land: Einziger guter Ausgangspunkt ist Macapá (die Hauptstadt von Amapá), das von Belém aus mit der Fähre (und von anderen Städten aus mit dem Flugzeug) erreicht werden kann. Von Macapá aus gibt es nachmittags Busse nach Oiapoque, die morgens ankommen. Ansonsten gibt es die Möglichkeit, einen Geländewagen mit Fahrer (ebenfalls am Busbahnhof) als "inoffizielles Sammeltaxi" zu mieten, was etwas teurer, aber auch schneller ist. In Oiapoque nimmt man ein Passagierboot, um nach Französisch-Guayana überzusetzen. Bei der Einwanderungsbehörde muss man sich, wenn man kein EU-Bürger ist und einen Stempel oder ein Visum benötigt, selbst melden, da es keine Grenzkontrolle gibt. Danach nimmt man sich ein Taxi-Co nach Cayenne (s.o.).

Auf der Straße[Bearbeiten]

Mit dem Auto ist eine Einreise am besten von Suriname aus über eine Fähre von Albina nach St. Laurent-du-Maroni möglich.

Von Brasilien aus ist die Anreise mit dem Auto noch umständlich.

  • Eine Einreise über die Ostgrenze (über Oiapoque) dauert lang und ist zudem recht teuer. Man muss zunächst Macapá anfahren, das von Belem aus nur mit der Fähre erreicht werden kann, die für die Fahrt durch die Amazonasmündung einen ganzen Tag benötigt (Abfahrt ist in der Regel morgens). Dann nimmt man die BR-156 nach Oiapoque (ca. 500 km), die geteert ist – bei Regenfällen können bestimmte Abschnitte unpassierbar werden, auch sollte man niemals außerhalb von Ortschaften anhalten, da Autodiebstáhle durch bewaffnete Banden auf dieser Strecke häufig sind. In Belem (günstiger) und Macapá sollte man auf jeden Fall volltanken, da es auf der gesamten Strecke keine Tankstelle gibt. Der Grenzfluß zwischen Oiapoque im brasilianischen Bundesstaat Amapá mit Saint-Georges in Französisch-Guyana kann seit März 2017 über eine Brücke überquert werden.
  • Die Strecke über die Transamazónica (BR-230 und BR-319, über Manaus und Boa Vista (Roraima)) ist derzeit nahezu unpassierbar, insbesondere in der Regenzeit. Problemstück ist die BR-319, die nicht instandgehalten wurde. Nur wenige Abenteurer wagen sich mit geländegängigen Fahrzeugen oder Motorrädern auf die Route - ein BBC-Team brauchte vor einigen Jahren für die 600 km sechs Tage.

Nimmt man die Strapazen trotz allem auf sich, kann man ab Manaus leicht über Suriname nach Französisch-Guayana gelangen. Die BR-319 wird zwar derzeit renoviert, aber es ist nicht gesichert, ob die gesamte Strecke tatsächlich asphaltiert werden wird wie vorgesehen.

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Eine Autofähre gibt es an der Westgrenze nach Suriname.

Mobilität[Bearbeiten]

Strand von Kourou

Leider gibt es in Französisch-Guayana bisher kaum öffentliche Verkehrsmittel.

Nur in Cayenne fahren Linienbusse, es ist jedoch nicht zu empfehlen, sich darauf zu verlassen, dass der Bus pünktlich kommt. Der Preis beträgt einheitlich 1,10 €.

Der Mittelstreckentransport wird ausschließlich von Sammeltaxis ("taxi-co") abgewickelt. Dies sind Minibusse mit bis zu 10 Plätzen, die ohne Fahrplan auf der Küstenstraße verkehren. Erst wenn die Busse voll sind, fahren sie los - man muss also einiges an Zeit einplanen. Die Preise sind moderat, so kostet beispielsweise Cayenne-Kourou 10 €, Cayenne - Saint-Laurent-du-Maroni 35 € und Cayenne - Saint-Georges de l'Oyapock 40 €.

Die meisten Orte im Regenwald sind nur mit dem Flugzeug der Regionalfluggesellschaft Air Guyane zu erreichen, da es dort noch keine Straßen gibt. Angeflogen werden die Orte Saul und Maripasoula.

Taxi-Boote verkehren zwischen Saint-Laurent und Apatou.

Mit dem Mietwagen sind die nach französischem Standard ausgebauten und beschilderten Hauptverkehrsstraßen um Cayenne und Kourou herum problemlos zu befahren. Bedingt durch die starken Regenfälle können die Straßen allerdings große Schlaglöcher aufweisen, und auch mit Wildwechsel ist zu rechnen. Nachts sind die Straßen außerorts unbeleuchtet. Außerhalb der Städte kann der Zustand der Straßen, besonders nach Regen, durchaus "abenteuerlich" sein.

Sprache[Bearbeiten]

Die Amtssprache in Französisch-Guayana ist Französisch. Die zweitwichtigste Sprache ist Créole. Es wird hauptsächlich von dem creolischen Teil der Bevölkerung, aber auch von anderen, gesprochen. Unter den Jugendlichen ist Créole zum Teil sehr verbreitet. Außerdem hört man viel Portugiesisch.

Mit Englisch kommt man in Guayana nicht sehr weit. Es ist zu empfehlen, zumindest Grundlagen des Französischen zu beherrschen.

Kaufen[Bearbeiten]

Es gibt einen "Hypermarché" etwas außerhalb von Cayenne. Das ist ein Einkaufszentrum, in dem es neben einem großen Supermarkt (Hypermarché) auch kleinere Geschäfte wie z. B. Juweliere oder Handy-Shops gibt. In dem Supermarkt gibt es von Büchern über Kleidung und einer großen Auswahl an Nahrungsmitteln so ziemlich alles.

In der Stadt findet man andere kleine Supermärkte und auch Möglichkeiten zum Shoppen. Außerdem gibt es eine große Anzahl an "Épiceries" (so ähnlich wie ein "Tante Emma Laden"). Dort gibt es hauptsächlich Lebensmittel, aber auch andere Dinge des täglichen Bedarfs wie Anti-Mückenspray, Zahnpasta und andere Hygieneartikel, Schreibwaren etc. Während Supermärkte meist um 19 oder 20 Uhr schließen, haben die oft von Asiaten betriebenen Läden auch abends noch geöffnet.

Die meisten Waren, auch Lebensmittel, stammen vom europäischen Kontinent. Besonders Markenartikel und Hygieneprodukte sind daher teuer. Auf Elektronikartikel wird, wie in ganz Frankreich, eine Art "Luxussteuer" erhoben. Regional produziertes Obst und Gemüse sind hingegen preiswert, ebenso der im Land und auf den französischen Antillen produzierte Rum.

Ähnlich wie z. B. die kanarischen Inseln gehört Französisch-Guayana zwar zum Zollgebiet, aber nicht zum Steuergebiet der EU. Entsprechend erhebt der Zoll auf Mitbringsel bei Überschreiten der (engen) Freigrenzen Einfuhrumsatzsteuer und Verbrauchsteuern (z. B. Branntweinsteuer).

Küche[Bearbeiten]

Poulet boucané

Die guayanesiche Küche ist für Europäer sehr exotisch. Es gibt viel Fisch und Fleisch von Tieren aus dem Urwald. In einigen Restaurants werden auch geschützte Tierarten angeboten (z. B. Suppenschildkröte oder Kaiman). Man sollte zweimal nachdenken, bevor man eines dieser exotischen Gerichte bestellt.

Ein typisches guayanesiches Gericht besteht aus Fisch und andere Meeresfrüchte oder Wildfleisch, das mit Reis, roten Bohnen oder Couac (Mehl aus getrocknetem Maniok) serviert wird und ziemlich scharf sein kann, da oft großzügige Mengen an Gewürzen verwendet werden. Was erwartet man von einer Region, deren Hauptstadt dem Cayennepfeffer seinen Namen gegeben hat? Es ist natürlich immer möglich, den Koch zu bitten, das Gericht weniger scharf zu machen.

Als Beilagen werden fast immer immer Reis, roten Bohnen oder Couac (gekochtes Maniokmehl) gereicht. Lentilles (Linsen) oder Haricots rouges (Rote Bohnen) werden häufig Wild oder Fisch serviert.

  • Bouillon d'Awara - das Fruchtfleich einer Palme (Astrocaryum vulgare) wird mit geräuchertem Huhn und Fisch angebraten
  • Colombo - ein kreolisches Gericht mit Schweinefleisch oder Huhn
  • Kalou, Kalalou, ist ein Fischgericht mit Spinat und Okra
  • Pimentade ist ein gepfefferter und mit Zitrone gewürzter Fisch in Tomatensoße
  • Blaff ist eine Bouillon aus Zwiebeln, Knoblauch, Sellerie und Basilikum
  • Blaf de poisson ist Fisch zubereitet mit Court-Bouillon
  • Roti couniad, Fisch wird mit seinen Schuppen gegrillt
  • Poulet boucané ist geräuchertes Huhn
  • Poisson boucané ist geräucherter Fisch

Nachtleben[Bearbeiten]

Während des Karnevals (vom 1. Sonntag im Januar bis zum Aschermittwoch) wird sehr viel gefeiert. Jeden Sonntag sind Umzüge in Cayenne, Kourou und Saint Laurent.

Abends kann man in die Disco oder eine Bar gehen. In Cayenne sind für die Karnevalszeit "Le Soleil Levant" und "Chez Polina" zu empfehlen, in Kourou "La Matadô". Außerhalb der Karnevalszeit kann man in die folgenden Discos und Bars gehen: "Petit Bar De L'ouest", "Bar des Palmistes", "Lido Night", "Loft" und "Acropolis".

Außerdem gibt es ein Bowlingcenter in Rémire-Montjoly.

Unterkunft[Bearbeiten]

In Cayenne gehören das "Amazonia", das "Central Hotel" und das "Novotel" zur gehobenen Kategorie. Sie richten sich jedoch von der Ausstattung her eher an Geschäftsreisende als an Touristen. Es gibt auch kleine Pensionen, diese sind allerdings oft nicht im Internet verzeichnet.

In Kourou gibt es zwei Hotels. Hotel Mercure Kourou Ariatel und Hotel Kourou Atlantis. Beide sind ebenfalls im gehobenen Preissektor.

Zudem das Hotel "Atlantis" was viel von Monteuren genutzt wird und das relativ neue "El Marina" am Stadtrand von Kourou im mittleren Preissektor.

Wenn man im Wald übernachten möchte, sollte man ein "Carbet" (eine Art großräumige Hütte) mieten. Dort kann man in einer Hängematte schlafen.

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Der Weltraumbahnhof Centre Spatiale Guyanais in Kourou ist der größte Arbeitgeber des Gebiets

EU-Bürger profitieren auch in Französisch-Guayana von der Arbeitnehmerfreizügigkeit und der Niederlassungsfreiheit. Die Arbeitslosigkeit ist jedoch mit 29,5 % sehr hoch, was auch am extremen Bevölkerungswachstum liegt (von 1990 bis 2009 hat sich die Einwohnerzahl verdoppelt!). Wer also nach Französisch-Guayana auswandern möchte, ist gut beraten, sich gut zu informieren, gute Französischkenntnisse sind Pflicht. Am ehesten wird man im medizinischen Bereich fündig.

Feiertage[Bearbeiten]

Siehe Frankreich.

Sicherheit[Bearbeiten]

Teile des Landes werden von der französischen Fremdenlegion (Légion Étrangère) patrouilliert, die dort gegen illegale Goldsucher vorgeht. Die Fremdenlegion schützt auch den Weltraumbahnhof und unterhält ein Ausbildungslager für den Dschungelkampf im Land.

Gesundheit[Bearbeiten]

In allen französischen Überseedepartements wird die europäische Krankenversicherungskarte anerkannt.

Für die Einreise ist eine höchstens 10 Jahre alte, im Impfpass dokumentierte Gelbfieberimpfung verpflichtend. Weitere Impfungen, z. B. gegen Typhus und Hepatitis, sind empfehlenswert. Auch Malaria und Denguefieber sind in Französisch-Guayana verbreitet, Typhus und Cholera kommen gelegentlich vor. Außerhalb der Städte kann die medizinische Versorgung lückenhaft sein.

Im Umgang mit Lebensmitteln und Wasser sollte man die für tropische Regionen üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten.

In der Natur schützen lange Kleidung und feste Schuhe vor Stechmücken, Ameisen und dem äußerst unangenehmen Pou d'Agouti (ein mit der Herbstmilbe verwandter Hautparasit). Auch Mückenschutzsprays helfen, diese Tiere fernzuhalten. Hellhäutige Menschen sollten zudem an ausreichenden Sonnenschutz denken.

Respekt[Bearbeiten]

Auch wenn die créolische Kultur in Französisch-Guayana sehr präsent ist, sind die Guayanesen stolz darauf, Franzosen zu sein und fühlen sich auch als solche. Es sollte vermieden werden, die Guayanesen in ihrem Verhalten o.ä. zu kritisieren. Ein anderes Thema, bei dem man vorsichtig sein muss, ist die Sklaverei.

Klima[Bearbeiten]

In Französisch-Guayana herrscht tropisches Klima. Die Temperatur bleibt das ganze Jahr über gleich, bei ca. 26 °C. Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit kommt es einem allerdings wärmer vor. Nachts kühlt es ab, es reicht jedoch eine lange Hose und ein langärmeliges T-Shirt bzw. einen dünnen Pullover anzuziehen.

Von Dezember bis Mai/ Juni ist Regenzeit, von Juni bis Dezember Trockenzeit. Während der Regenzeit gibt es jeden Tag starke Regenschauer oder Dauerregen. Es ist dadurch etwas kühler als während der Trockenzeit (ca. 25 °C). "Trockenzeit" bedeutet, dass es nur ab und zu regnet. Die Luftfeuchtigkeit ist immer noch sehr hoch.

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

In Französisch-Guayana gilt die EU-Roaming-Verordnung, für Reisende aus Deutschland und Österreich fallen somit keine Roaminggebühren an.

Prepaidkarten können vor Ort völlig problemlos gekauft werden.

Literatur[Bearbeiten]

Glüsing, Jens: Das Guayana-Projekt. Ein deutsches Abenteuer am Amazonas, Berlin 2008, Ch. Links Verlag, ISBN 3861534525

Boré, Philippe: Randonnées en Guyane: 23 Balades à pied, ISBN 978-2951154827

Weblinks[Bearbeiten]

  • www.ctguyane.fr – Offizielle Webseite von Französisch-Guayana
  • guyane-amazonie.fr - Seite des CTG (Fremdenverkehrsbüros) von Französisch-Guayana mit umfangreichen Infos für Touristen (engl. / frz. /port.)
Brauchbarer Artikel
Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.