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Guadeloupe

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Guadeloupe gehört zu den kleinen Antillen in der Karibik und liegt nördlich von Dominica. Guadeloupe ist - ebenso wie Martinique - französisches Übersee-Département und als solches Bestandteil der EU.

Lage
Département 971 in France (-mini map) (zoom) 2016.svg
Flagge
FrankreichFlagge Frankreich
Kurzdaten
HauptstadtBasse-Terre
Staatsformfranzösisches Überseedépartement
WährungEuro (€)
Fläche1.780 km²
Bevölkerung452.776
SprachenFranzösisch
Religionenüberwiegend katholisch
ZeitzoneMEZ-5h

Regionen[Bearbeiten]

Karte

Guadeloupe besteht aus folgenden Insel(gruppe)n:

  • den beiden Hauptinseln Basse-Terre und Grande-Terre, die zusammen die Form eines Schmetterlings ergeben,
  • der fast kreisrunden Insel Marie-Galante, auf der fast ausschließlich Zuckerrohr angebaut wird,
  • der kargen und fast unbewohnten Insel La Désirade, auf der früher die Leprakranken ausgesetzt wurden,
  • der Inselgruppe Les Saintes, die aus neun kleinen Inseln besteht, von denen zwei bewohnt sind.
  • die kleine Insel Ilet à Goyaves, die Malendure (nördlich von Bouillante) vorgelagert ist. Sie ist wegen eines schlecht erhaltenenKorallenriffs bei Tauchern beliebt und wird von einem Glasbodenboot angefahren.
  • sowie mehreren kleinen Inseln, die hier nicht weiter erwähnt werden.

Die beiden Hauptinseln sind landschaftlich sehr unterschiedlich. Während die westliche Insel Basse-Terre vulkanischen Ursprungs ist und mit dem immer noch fauchenden Vulkan La Soufrière (1467m) über die höchste Erhebung Guadeloupes verfügt, besteht die östliche Insel Grande Terre aus Kalkstein und ist im wesentlichen flach. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der Vegetation wieder: Grande Terre wird zu einem großen Teil landwirtschaftlich genutzt, im gebirgigen Zentrum von Basse-Terre konnte sich noch dichter ursprünglicher Wald erhalten.

Die Inselchen von Les Saintes sind bei Seglern sehr beliebt, aber auch für jede(n) andere(n) unbedingt einen Abstecher wert.

Städte[Bearbeiten]

Auf der Insel Basse-Terre:

Auf der Insel Grande-Terre:

Weitere Ziele[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Die französischen Karibikinseln wurden im 1. und 4. nachchristlichen Jahrhundert von Arawak-Indianern vom Stamm der Taino besiedelt. Sie kamen in Kanus vom südamerikanischen Festland. Die Indianer nannten diese Insel Karukera, was so viel wie „Insel der schönen Wasser“ heißt. Um 750 kamen auf dem gleichen Wege Karib-Indianer hierher. Ihre Kanus boten bis zu 150 Menschen Platz. Christoph Kolumbus entdeckte diese Insel auf seiner zweiten Reise. Am 4. November 1493 ging er bei Sainte-Anne nur kurz an Land, weil er von Indianern angegriffen wurde. Er gab der Insel den Namen Santa Maria de Guadeloupe, nach dem Wallfahrtsort in der spanischen Provinz Estremadura. Nach Kolumbus kamen auch die Entdecker und Eroberer Ponce de Léon und Antonio Serrano auf diese Insel. Da es keine bedeutenden Bodenschätze gab, und die Indianer kriegerisch waren, verlor Spanien schnell jedes Interesse an der Insel.

Die Indianer konnten sich noch 200 Jahre lang gegen die europäischen Eroberer zur Wehr setzen. Ihre Hauptstützpunkte befanden sich auf den Inseln Dominica und Saint Vincent.

Den Spaniern folgten französische Freibeuter in die Region. Der normannische Seefahrer Pierre Belain d'Esnambuc organisierte im Auftrag von König Ludwig XIII. und unter der Schirmherrschaft von Kardinal Richelieu eine „Compagnie des Iles d'Amerique“, einen Zusammenschluss mehrerer Handelsgesellschaften. In ihrem Auftrag wurden Saint Kitt´s-Franzosen, die aus der Gegend von Tourraine und aus der Normandie gekommen waren, und Freiwillige aus Europa als Siedler angeworben und auf die Inseln transportiert. Es waren meist Kleinbauern die einen dreijährigen Arbeitsvertrag erhielten.

D’Esnambuc wurde Gouverneur von Saint Kitt´s, 1635 landete er auf Martinique. In seinem Namen segelten die beiden normannischen Edelleute Charles Liénard de l'Olive und Jean Duplessis d'Ossonville mit 550 Freiwilligen nach Guadeloupe, wo sie am 28. Juni 1635 an der Südküste bei Basse-Terre landeten. Zwischen 1646 und 1649 ging es der Compagnie des Iles d'Amerique finanziell sehr schlecht, man musste Guadeloupe und Martinique verkaufen. Charles Houel und einige Adelige teilten die Insel unter sich auf, aber es kam zu Besitzkämpfen. Houel wurde der dritte Inselgouverneur.

1664 wechselten erneut einige Karibikinseln den Besitzer. Jean-Baptiste Colbert kaufte sie und gründete die „Compagnie des Indes Occidentales“, mit dem Ziel, ein Handelsmonopol zu erhalten. Nach deren Konkurs fiel die Insel in den Besitz der französischen Krone. 1669 wurde sie der Inselverwaltung von Martinique unterstellt, 1674 Domaine Royal. Der Ort Le Moule wurde die erste Inselhauptstadt.

In Frankreich hatten inzwischen Privataktionäre, also überwiegend reiche Kaufleute eine weitere Gesellschaft gegründet, die „Compagnie de Sénégal“. Ihr Auftrag war der Handel mit Sklaven.

Im Jahre 1644 kam das erste Zuckerrohr auf die Insel, sechs Jahre später brachte man die ersten „Negersklaven“, und weitere sechs Jahre später hatte man den ersten Sklavenaufstand auf der Insel.

1694 kam der Dominikanerpater Pére Labat (1653-1738) für 10 Jahre hierher. Er errichtete Zuckermühlen, gründete Siedlungen und baute Befestigungsanlagen. Seine Sklaven behandelte er streng aber gütig, erlaubte ihnen Ruhepausen und Tanzspiele, was ihm Ruhm und Ansehen bei den Sklaven einbrachte.

1759 und 1763 besetzten die Engländer die Insel kurzzeitig. Sie bauten Pointe-à-Pitre zum Haupthafen aus. Im gleichen Jahr wurde die gemeinsame Verwaltung von Guadeloupe und Martinique aufgehoben.

Im Frieden von Paris, 1763, erhielt England französisch besetzte Gebiete in Kanada im Austausch gegen Guadeloupe. Im Vertrag von Wien, 1816, wurde die Insel dann vollständig an Frankreich zurückgegeben.

Am 4. Februar 1794 beschloss der Konvent in Paris die Abschaffung der Sklaverei. Während der Französischen Revolution wurden die Engländer von den Königstreuen noch einmal zu Hilfe gerufen. Im Sommer des gleichen Jahres landete Victor Hugues als „Bürgerkommissar“ des Pariser Wohlfahrtsausschusses mit einer Flotte, 1150 Soldaten und einer Guillotine auf Guadeloupe, um die Kolonien für die Republik zu retten und das Dekret für die Abschaffung der Sklaverei in die Tat umzusetzen. Bis zu 4.000 royalistische Plantagenbesitzer, die sich auf die Seite Englands geschlagen hatten und gegen die Abschaffung der Sklaverei waren sollen von ihm hingerichtet worden sein. Innerhalb von vier Jahren machte er sich damit auf der Insel aber so unbeliebt, dass er sie verlassen musste.

1802 wurde das Sklaventum auf Anweisung von Napoleon Bonaparte, der den Général Richepance mit 3.470 Soldaten nach Guadeloupe schickte, wieder eingeführt. Dies führte zu blutigen Aufständen. Viele Sklaven begingen lieber Selbstmord, als weiter auf den Plantagen zu arbeiten. Zwischen 1810 und 1816 waren während der Unruhen wiederholt britische Truppen auf Guadeloupe, bis die Insel im Vertrag von Paris endgültig an Frankreich fiel.

Als eigentlicher Sklavenbefreier wird Victor Schœlcher (1804-1893) verehrt. Der Elsässer Fabrikantensohn hatte auf vielen Reisen die blutigen Seiten der Sklaverei erlebt, die er in Frankreich in vielen Veröffentlichungen anprangerte. Nach dem Sturz der Julimonarchie begann eine Kommission mit der Ausarbeitung einer Emanzipationsakte, Victor Schœlcher wurde zu ihrem Vorsitzenden bestellt. Am 27. April 1848 wurde von der Zweiten Republik in Paris endgültig die Befreiung der Sklaven verkündet. Dadurch wurden auf Guadeloupe von einem Tag zum anderen 87.000 Sklaven zu freien Bürgern. Viele kleine Zuckerplantagen mussten daraufhin aufgeben, die großen holten sich Zehntausende Kontraktarbeiter aus der damaligen französischen Kolonie von Pondicherry in Indien. Zwischen 1854 und 1889 wurden 42.000 Inder angeworben, um auf den Zuckerrohrfeldern zu arbeiten.

In den Jahren 1865/66 kam es auf der Insel zu einer schweren Choleraepidemie. Im Jahre 1871 führte eine große Trockenheit in einigen Regionen zu schweren Ernteeinbußen.

Während der Dritten Republik von 1871 bis 1940 war die französische Kolonialpolitik darauf ausgerichtet, die Lebensumstände in den Überseebesitzungen an Frankreich anzugleichen. Die Kolonien durften gewählte Vertreter in das Parlament nach Paris entsenden. Während des I. Weltkrieges kämpften etwa 6.000 Inselbewohner an der Seite von Frankreich.

Von 1936 bis 1938 war Félix Eboué der erste farbige Inselgouverneur.

Im II. Weltkrieg stand die Insel zunächst unter der Verwaltung der Vichy-Regierung, wurde von Deutschland besetzt. Vom November 1942 bis zum Juli 1943 errichteten die Amerikaner eine Seeblockade. In der Folgezeit übernahm das „Komitee zur Nationalen Befreiung“, das vorher im Untergrund oder auf DOMINICA gearbeitet hatte, die Macht.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Insel am 19. März 1946 französisches Überseedepartement, Départements d'outre-mer (DOM). Der Gouverneur wurde durch einen Prefekten ersetzt, der von Paris ernannt wurde. Die Inseln Saint-Martin und Saint-Barthélemy erhielten einen Unterprefekten, der seinen Sitz auf der Insel Saint-Martin hatte.

1967 wurde die Straße quer über die Berge, die Route de la Traversée, fertiggestellt. Im gleichen Jahr kam es in Pointe-à-Pitre zu schweren sozialen Unruhen. In jüngster Zeit gibt es militante, linksgerichtete Gruppen, welche die Unabhängigkeit von Frankreich fordern. In den 1980er Jahren zündeten sie einige Bomben und legten Feuer.

Im Juli 1976 öffnete sich auf der Südwestseite des Vulkans Soufriere eine 500 m lange Spalte aus der Schwefeldampf aufstieg. Im Juli wurden auch auf der Nordseite alte Spalten aktiv. Am 15 August wurden nach dem ORSEC-Plan die Bewohner Basse-Terre, Saint-Claude, Gourbeyre, Vieux Fort, Baillif, Trois-Rivières, Vieux-Habitants und Capesterre evakuiert. Am 16. August 1976 kam es zu einem Erdbeben, das mit 4,63 auf der Richterskala gemessen wurde. Bis zum 1. März 1977 hielten die Eruptionen am Vulkan an.

Am 20. Januar 2009 begann in Guadeloupe ein Generalstreik, der 44 Tage dauerte. Einer der Gründe dafür war die Weltwirtschaftskrise. Es kam zu Ausschreitungen mit einem Toten. 15.000 Touristen verließen fluchtartig die Insel. Die Unruhen weiteten sich auch auf Martinique aus. Grundforderungen der Streikenden waren Preissenkungen bei Grundnahrungsmitteln, Energie und eine Lohnerhöhung von 200 Euro. Eine weitere Folge des Streiks ist der Beschluss von Supermarktketten wie Cora und Match, sich aus der gesamten Karibikregion zurückzuziehen.

Landesbeschreibung[Bearbeiten]

Guadeloupe ist in jeder Beziehung eine Doppelinsel. Die schmetterlingsförmige Insel wird an der schmalsten Stelle durch den Wasserarm Rivière Salee, „salziger Fluss“, in zwei Teile getrennt. Die westliche Hälfte Basse-Terre mit der gleichnamigen Inselhauptstadt ist vulkanischen Ursprungs, sehr gebirgig, wasser- und waldreich. Die höchste Erhebung ist der aktive Vulkan Soufriere mit 1467 m, der seinen letzten Ausbruch 1976-77 hatte. Teile des Vulkans sind aus Sicherheitsgründen bis auf unbestimmte Zeit für Wanderer gesperrt worden. Diese ovale Inselhälfte ist 45 km lang und 23 km breit. Basse-Terre liegt in der Karibik.

Die östliche Hälfte ist ein flaches Kalkplateau und erreicht kaum einmal eine Höhe von 100 m über dem Meeresspiegel. Hier liegt der Internationale Flughafen Poles Caraibes und die große Hafen- und Industriestadt Pointe-à-Pitre. Am südlichen Küstenstreifen, der Riviera du Sud, ist das Touristenzentrum. Noch heute gibt es auf dieser Inselhälfte große Zuckerrohrplantagen. Die mehr dreieckförmige Insel hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 33 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 40 km. Dieser Teil Guadeloupes liegt im Atlantik.

Die Zuckerrohrproduktion ist heute noch wichtigster landwirtschaftlicher Produktionszweig, steht aber unter großen Absatzproblemen. Bananen- und Gemüseanbau und eine Ausweitung der Viehzucht sollen das Zuckerrohr zurückdrängen. Ein Drittel des Landes ist mit Wald bedeckt.

Die Inselgruppe Iles de la Petit Terre besteht aus den Inseln Terre de Bas und Terre de Haut. sind sehr flach, kaum über 10 m hoch und bis auf eine große Anzahl von Iguanas unbewohnt. Auf der größeren, etwa 2 km langen Insel Terre De Bas befindet sich ein 32 m hoher Leuchtturm. Die Inselgruppe wird von Saint-François aus regelmäßig von Tagesausflugsbooten angelaufen.

Nationalparks[Bearbeiten]

Cascade aux Ecrevisses, Krebswasserfall

Im Jahre 1924 wurde der Vorläufer der heutigen Nationalparkverwaltung auf Guadeloupe gegründet, die Forstverwaltung. Inzwischen fasst man die verschiedenen Teile der Parks zusammen zu einem Biosphärenreservat

Nationalpark Guadeloupe[Bearbeiten]

  • Le Parc National de Guadeloupe, Habitation Beausoleil, Montéran, Tel. 808600, Fax 800546.Er ist 17.300 ha groß und besteht seit 1989. Die Parkverwaltung hat an drei Stellen Informationsbüros, die über alle Aktivitäten und Ereignisse im Zusammenhang mit dem Nationalpark informieren.
Maison du Volcan, Route de la Soufrière, Saint Claude, Tel. 803343,
Maison du Bois, Pointe-Noire, Tel. 981690, Öffnungszeiten: täglich 9.30 – 17.00 Uhr.
Maison de la Forêt, Route des Mamelles. Tel. 301479, Öffnungszeiten: täglich 9.00 – 17.00 Uhr.
  • Iles de la Petite Terre National Park.
  • Le Parc Zoologique et Botanique de Guadeloupe (Parc des Mamelles), Route de la Traversée, Tel. 988352. Der seit 1967 bestehende, Nationalpark wurde von der UNESCO zum Schutzbiotop erklärt, er liegt 7½ km von der Küste entfernt in einer Höhe von 770 m über NN, wo die Trace des Cretes die Hauptstraße kreuzt. Die Anlage zählt rund 400.000 Besucher im Jahr. Dort findet man Wanderwege durch den tropischen Regenwald, einen Baumwipfelpfad, einen kleinen Zoo und ein Restaurant. Der Besuch ist sehr empfehlenswert. Öffnungszeiten: täglich 9.00 – 17.00 Uhr.
Philodendron im tropischen Nationalpark

Eine beliebte Attraktion ist der Krebswasserfall Cascade aux Ecrevisses. Er ist gut zugänglich von einem Parkplatz an der Route des Mamelles, von dort sind es nur gute 100 m auf einem ebenen Fußweg durch einen üppig grünen tropischen Regenwald. Krebse wird man in dem nur rund 10 m hohen Wasserfall nicht mehr finden, dafür gibt es am Beginn des Weges Infos über den Nationalpark.

Marine Parks[Bearbeiten]

  • Réserve Jacques Cousteau, Marine Park. 301 ha groß. Dieser Unterwasserpark schließt die Korallenriffe um die Insel Ilet de Pigeon mit ein. Unterwasserjagd ist verboten, der Schiffsverkehr wurde eingeschränkt. Ausgangspunkt für organisierte Fahrten ist die Plage Malendure.
  • Réserve Naturelle du Grand Cul-de-Sac Marin. Tel.: (0)590 261058. Zusammen mit der Meereslagune ist der Marine Park 3.740 ha groß. Dieser 1987 eingerichtete Nationalpark soll die Mangrovenwälder im Cul-de-Sac schützen. Besonders die kleinen Inseln Ilet à Christophe, Ilet à Fajou, Ilet Colas, Ilet de Carénage und La Biche sind Brutreviere für über 100 Vogelarten. Eisvögel, Fischadler, Fregattvögel, graue Pelikane, Reiher und Wattvögel leben in der Salzlagune und dem jährlich um 10 Meter ins Meer wachsende Mündungsdelta des Flusses Grande Riviére a Goyaves. Seit 1990 kann man mit Führern und Glasbodenbooten auf einigen Kanälen durch den Park fahren. Auch der Grande Riviére a Goyaves ist auf rund 9 km schiffbar.

Pflanzen- und Tierwelt[Bearbeiten]

Der Parc National wurde von der UNESCO zum Schutzbiotop erklärt. Es gibt dort über 300 Baumarten, von denen der Kastanienbaum „Acomat Boucan“, der Weiße Gummibaum und der Courbaril die bemerkenswertesten sind. Es wurden über 270 Farnarten und 90 Orchideenarten gezählt. Man findet dort auch 38 Vogelarten, 17 Säugetierarten und hunderte von Insekten. Zu den Tierarten zählt ein nur auf Guadeloupe lebender Schwarzspecht und der Waschbär, den man auf der Insel „Racoon“ nennt.

Ein paar Kilometer südlich von Deshaies findet sich der Deshaies Jardin Botanique, ein lohnenswerter botanischer Garten, der sich unter anderem der heimischen Flora und Fauna widmet.

Plantagenwirtschaft[Bearbeiten]

Heute findet der Besucher kaum noch Überreste der Baumwoll- und Tabakanpflanzungen der ersten Kolonisten. Schon 1730 wurde auf der ganzen Insel kein Indigo mehr angebaut. 1885 wurden noch auf 21.000 Ha Kaffee angebaut, heute sind es nur noch 3.700 Ha. Die Reste der Kaffeeplantagen befinden sich auf der West- und Südseite der Inselhälfte Basse-Terre. Ursprünglich waren diese Plantagen mit Kakao-, Vanille- und Zitruspflanzen durchmischt. Ab 1923 wurden Bananen angepflanzt. Die erste Ernte brachte 514 Tonnen, vier Jahre später waren es schon 1.400 Tonnen

Auf der Inselhälfte Grande-Terre dagegen sind die geometrisch angelegten Zuckerplantagen von 100 - 300 Ha Größe großflächig erhalten, ebenso viele der Plantagenhäuser, einige kann man als Museum besichtigen. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stieg die Zahl der Zuckermühlen von 111 auf 278 an, bis 1790 waren es 391 Mühlen.

Den großen Umbruch verursachte die Einführung der Dampfmaschine. Große Zuckerfabriken entstanden und verarbeiteten das Zuckerrohr mehrerer Plantagen. Eisenbahnzüge übernahmen den Transport. Die einzelnen Pflanzer wurden zu einflusslosen Zulieferern degradiert. Das überreichliche Angebot an Rübenzucker führte zwischen 1883 und 1890 dann zur großen Zuckerkrise. Die Preise fielen um die Hälfte, die verschuldeten Habitationen gerieten in Zahlungsschwierigkeiten und wurden von Banken und Industriegesellschaften übernommen.

Die Anbaufläche für Zuckerrohr ist in den vergangenen Jahren drastisch verkleinert worden, auf den frei gewordenen Flächen wachsen heute Bananen. Zwischen 1970 und 1985 schrumpften Anbauflächen und Erträge um rund 40 %. Die Ernte gelangt heute auf Lkws in die verbliebenen Zuckerfabriken, in denen täglich etwa 2.000 Tonnen Zuckerrohr zu Rohzucker und Melasse verarbeitet werden. Die großen Anbauflächen sind im Besitz der Fabrik, ein Teil des Zuckerrohres wird von Kleinbauern angeliefert, deren Ackerflächen nur 1-3 Ha groß sind. In den Fabriken, die als Aktiengesellschaften geführt werden, arbeiten nur 100-200 Industriearbeiter.

Eine EG-Quotenregelung garantiert die Abnahme des Zuckers weit über dem Weltmarktpreis. Diese Quote wird im allgemeinen nicht erfüllt.

Die Rumbrennereien sind Kleinbetriebe mit 20-200 Ha Zuckerrohrplantagen. Zusätzliches Zuckerrohr wird von Kleinbauern angeliefert. Für den hier produzierten Rhum agricole wird das Zuckerrohr wie seit Jahrhunderten ausschließlich mit der Machete geschlagen. Ein Drittel wird für den einheimischen Konsumenten produziert, zwei Drittel gehen in den Export.

Von den noch betriebenen Rumdistillen und Zuckermühlenbetriebe können einzelne auf Anfrage besichtigt werden, man muss sich vor Ort erkundigen.

Anreise[Bearbeiten]

Industriehafen bei Pointe-à-Pitre

Mit dem Flugzeug[Bearbeiten]

Die Anreise von Deutschland aus führt in der Regel über Paris. Da Guadeloupe als französisches Übersee-Departement vom "Inlandsflughafen" Paris-Orly bedient wird und die Flüge aus Deutschland in der Regel den Flughafen Charles de Gaulle ansteuern, muss man in Paris meistens auch noch den Flughafen wechseln. Die Fahrt über den Autobahnring dauert mindestens 70 Minuten. Das Gepäck muss in Charles de Gaulle ausgecheckt und in Orly wieder eingecheckt werden. Bei der Buchung sollte hierauf unbedingt geachtet werden.

Die französische Fluggesellschaft Air Caraïbes bietet auch Flüge von Charles de Gaulle an.

  • Internationaler Flughafen Aéroport Pôle Caraibes, IATA Code - PTP, ICAO Code TFFR, Landebahn 11/29. 11.499 x 148 Feet (3.505 x 45 m), Asphalt. Pro Jahr werden dort im Durchschnitt 1,8 Millionen Passagiere abgefertigt.
  • Basse-Terre, Baillif, IATA Code – BBR, ICAO Code – TFFB, Runway 11/32, Landebahn 2.034 x 49 Feet (620 x 15 m).
  • Saint-François, IATA Code SFC, ICAO Code – TFFC, 600 m Landbahn für leichte Flugzeuge bis 5,7 Tonnen Gewicht. Es gibt dort kein Flugbenzin. Einreise- und Zollbehörde: Tel. 844076, Polizei: Tel. 820648, Wetterbericht: Tel. 820372.
  • Aérodrome de Marie-Galante, Tel. 978221, 979400

Mit dem Schiff[Bearbeiten]

Guadeloupe ist von Pointe-à-Pitre über Schnellfähren mit den Nachbarinseln Dominica, Martinique und St. Lucia verbunden - eine gute Reisemöglichkeit, wenn man mehr als eine Insel kennenlernen möchte.

Regionale Fährverbindungen bestehen zwischen den Inseln La Desirade und der Stadt Saint-François; zwischen der Insel Marie-Galante und den Städten Saint-François und Pointe-à-Pitre; sowie zwischen der Inselgruppe Las Saintes und den Städten Basse-Terre, Pointe-à-Pitre und Trois-Rivières.

Es gibt keine Fährverbindungen zu den Inseln Saint-Barthelemy und Saint-Martin.

Mobilität[Bearbeiten]

Die beiden Hauptinseln lassen sich weitgehend mit Linienbussen erkunden, was mitunter jedoch etwas mühsam sein kann. Zum einen muss man sich als Europäer an einen etwas anderen Begriff von Pünktlichkeit gewöhnen, zum anderen lassen sich etliche (touristische) Ziele nicht ohne weiteres mit dem Bus erreichen, so dass in der Regel doch auf einen Mietwagen zurückgegriffen wird.

Mietwagen[Bearbeiten]

Auf den Inseln herrscht Rechtsverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit auf den Autobahnen um Pointe-à-Pitre beträgt 110 Km/h, auf allen anderen Schnellstraßen 80 Km/h und in Ortschaften 50 Km/h.

Vor allem auf Basse-Terre wurden die Straßen dem Gelände angepasst und sind teilweise schwierig zu befahren. Steigungen und Gefälle von über 10% sind keine Seltenheit und bringen die oftmals untermotorisierten Mietwagen häufig an ihre Grenzen.Gefahren im Straßenverkehr: die Einheimischen halten sich selten an die Geschwindigkeitsbegrenzung und überholen auch an unübersichtlichen Stellen. Bei Regen können die Straßen schnell rutschig werden.

Bei Autoanmietungen bis zu 20 Tage wird der nationale Führerschein anerkannt, bei längerer Mietdauer wird ein internationaler Führerschein verlangt. Das Mindestalter zum anmieten eines Fahrzeuges beträgt 25 Jahre.

Sprache[Bearbeiten]

Amtssprache ist Französisch. Zusätzlich sprechen die Einheimischen untereinander Kreolisch.

Kaufen[Bearbeiten]

  • Stoffe mit kreolischen Motiven
  • Puppen in der Landestracht
  • Schmuck aus Muscheln, Haifischzähnen und Schildpatt
  • Strohmatten und Strohhüte
  • Rum - oder wie er hier heißt "Rhum" Hier ist ein eventueller Flughafenwechsel zu beachten, sowie, dass Guadeloupe eine Sondersteuerzone ist. Die Alkoholmengen, die in das Festland-Europa eingeführt werden dürfen, entsprechen internationalen Standards!

Küche[Bearbeiten]

Neben vielen französischen Gerichten gibt es eine ausgeprägte nationale (kreolische) Küche mit tropischem Beiwerk.

  • Als Vorspeise kann man kreolische Krapfen (Accras, franz. Beignets) bestellen; sie sind mit Fisch, Fleisch oder Gemüse gefüllt, werden heiß serviert und mit den Fingern gegessen.
  • Harengs Fumés a la Créole ist geräucherter Hering aus Norwegen, mit Rum flambiert. Dazu gibt es eine pikante Sauce aus Essig, Öl, Pfeffer und gehackten Zwiebeln, Gurkenstücke oder Avocados gehören auch dazu.
  • Boudinnoir ist scharf gewürzte Blutwurst.
  • Eine Potage à la crème de coco ist Kokosnusscreme-Suppe.
  • Paté en pot ist ein Schaf- oder Ziegenfleisch-Eintopf mit Gemüse und Kapern in Weinsauce, mit Cocnag abgeschmeckt.
  • Soupe z'habitant ist eine Gemüsesuppe der einfachen Leute. Soupe au fruit á pain enthält neben Zwiebeln und Sellerie die Frucht des Brotfruchtbaumes.
  • Matoutou de crabes oder Matete de crabes ist scharf gewürztes, gedünstetes Krabbenfleisch. Crabes aux ti bananes vertes ist Krebsfleisch mit Kochbananen. Ouassous oder z'habitants sind Flusskrebse.
  • Blaff ist mit Limonensaft, Knoblauch und Pfeffer gewürzter und gedünsteter fangfrischer Fisch. Lobster oder Langouste ist der Verwandte des amerikanischen Hummers. Court-bouillon a la Creole sind Scheiben von großen Fischen.
  • Es gibt natürlich auch Hamburger, gebratenes Huhn und Steaks.
  • Das nationale Bier heißt Corsaire.
  • Es gibt viele süße Limonadengetränke von internationalen Konzernen, aber auch Mineralwasser und Bier direkt aus Frankreich.
  • Rum wird als Rumpunsch (planteurs = Rum und Fruchtsäfte), au coco (mit Kokosnussmilch) oder aux goyaves (mit Guavensaft) gemischt serviert. Die Einheimischen mixen sich ihren Rumpunsch häufig selber. Dann wird Limonensaft, Rum und Zuckerrohr Sirup nach eigenem Geschmack gemixt, es ist der sogenannte „ti-punch. P'tit Punch wird auf den französischen Karibikinseln aus „Rhum Agricole“ gemixt, das ist klarer, scharfer, übel riechender Rum der aus dem Saft von frisch geerntetem Zuckerrohr gebrannt wird; nur mit Wasser verdünnt erhält man „Grappe Blanche“. Wird der Rum unter Zusatz von Melasse in Eichenfässern gelagert so ergibt dies „Rhum vieux“, der bis zu 15 Jahre alt ist und wie Cognac getrunken wird. Ein weiteres Rumgetränk ist „Creole shrubb“, ein Likör aus altem Rum, Apfelsinensaft und Bitterorangen.

Nachtleben[Bearbeiten]

Wer einen schönen Abend in gemütlicher Umgebung verbringen möchte, der ist in der Marina von Point a pitre gut aufgehoben. Es gibt unzählige Bars und Restaurants. Das Zoo Rock Cafe ist eine der ersten Adressen fürs Nachtleben auf Guadeloupe.

Schlafen[Bearbeiten]

Lernen[Bearbeiten]

Arbeiten[Bearbeiten]

Feiertage[Bearbeiten]

Auf Guadeloupe gelten die gleichen gesetzlichen Feiertage wie in Frankreich. Hinzu kommen

  • 27.05.: Abschaffung der Sklaverei
  • 21.07.: Schoelcher-Tag

Sicherheit[Bearbeiten]

Kriminalität: Sie entspricht dem französischen Durchschnitt, also Vorsicht vor Taschendieben!

Gesundheit[Bearbeiten]

Die kleinen Antillen sind malariafrei. Ansonsten sollten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen für Reisen in tropische Länder beachtet werden ("Peel it, cook it or forget it"). Guadeloupe ist Billharziose-Gebiet, das Baden in stehenden Süßgewässern sollte also vermieden werden. Weitere Infos zu Gesundheitsrisiken und Impfempfehlungen sind hier zu finden.

Sandfliegen kommen fast an allen Stränden vor. Ihre Stiche können langanhaltende und schmerzhafte Reaktionen hervorrufen.

Da der Lebensstandard in den französischen Übersee-Departements höher ist als auf anderen Karibik-Inseln, ist auch die medizinische Versorgung sehr gut.

Auf Guadeloupe gibt es 5 Krankenhäuser und 23 Kliniken und Erste-Hilfe Stationen. In allen französischen Überseedepartements wird der die europäische Krankenversicherungskarte anerkannt.

Taucher sollten sich vor der Feuerkoralle in acht nehmen (schmerzende Hautausschläge), beim Tauchen Badeschuhe tragen, diese schützen vor scharfkantigen Riffen und Seeigeln. Deren Stacheln müssen vollständig entfernt werden. Der Kontakt mit Quallen kann von Hautausschlägen bis zu leichten Lähmungserscheinungen führen. Haie halten sich vor den Riffen auf, kommen nachts auch näher an die Küste, nicht vom Boot aus oder bei Dunkelheit schwimmen.

Klima[Bearbeiten]

Guadeloupe liegt in der tropischen Passatzone. Die Niederschlagsmengen sind sehr differenziert. Bei Saint-François sind es etwa 700 mm im Jahresmittel, bei Pointe-à-Pitre sind es schon 1.000 bis 1.200 mm und im Bereich des Soufriere 8.000 bis 10.000 mm Regen. Drei Viertel des Regens fällt in der Zeit von Juli bis Dezember. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt in Meereshöhe 25 ºC, auf dem Soufriere kann sie bis 0 ºC absinken.

Wirbelstürme[Bearbeiten]

Schwere Unwetter und Wirbelstürme richten regelmäßig große Schäden an. Der Wirbelsturm vom September 1928 wird als Jahrhundertsturm bezeichnet, es gab ca. 1.500 Tote und neben anderen Gebäuden wurden alle öffentlichen Einrichtungen zerstört.

Auch die Hurrikane „Betsy“ 1956, „Ines“ 1966, „David“ und „Frederick“ beide im Jahre 1979 richteten hohe Sachschäden an. Der letzte schwere Wirbelsturm war „Maria“ aus dem Jahre 2017 der einige Schäden angerichtet hat..

Respekt[Bearbeiten]

Post und Telekommunikation[Bearbeiten]

Öffentliche Telefonzellen gibt es auf allen Postämtern, Flughäfen und in vielen Cafés, es sind fast ausschließlich Kartentelefone. Französische Telefonkarten „télécarte“ mit 50 oder 120 Einheiten gibt es auf den Postämtern.

Literatur[Bearbeiten]

  • Guadeloupe / Martinique, Richtig Reisen, DuMont Buchverlag Köln, 1990, ISBN 3-7701-2235-6
  • Martinique / Guadeloupe, Andrea Kunz, Verlag M. Krumbeck, Graphium Press, Wuppertal, 1994, ISBN 3-927283-14-2
  • Martinique / Guadeloupe, Peter Zimmermann, Robinson Reisebegleiter, OPS Verlagsgesellschaft, 1996, ISBN 3-930487-57-8

Landkarten[Bearbeiten]

  • Guadeloupe, Carte Touristique, 1:100.000, Institut Geographieque National, IGN France, Nr. 510

Weblinks[Bearbeiten]

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